Medien und Krieg: „Ich sehe tote Kinder.“

Deutschland befindet sich in einer selten dagewesenen Eskalationsspirale. Beginnend mit der Corona-Episode und vorläufig an seinem Höhepunkt durch den Israel-Palästina-Konflikt angekommen gibt es, was überkochende Emotionen angeht, kaum noch ein Halten.

Was von Berlin initiiert wird, endet in heimischen Wohnzimmern: Vernichtungsphantasien machen sich breit, auf beiden Seiten finden Radikalisierungen statt, denen zu widerstehen immer schwieriger wird.

In unserem Podcast sprechen wir über diese Eskalationsspirale, aber auch über die Reaktionen der Menschen in Moskau in diesen Tagen.

Mit Gert Ewen Ungar und Tom J. Wellbrock.

Inhalt:

01:00 Reaktionen auf Israel aus Hamburg, Moskau und anderswo
07:00 Palästina/Russland
11:00 Butscha
13:00 Rationalität oder Emotionalität?
15:30 Der gemeine Moskauer
18:00 Missbrauchte Solidarität
20:30 Florian Warweg fragt die Bundespressekonferenz
22:00 Rosinenpickerei beim Völkerrecht
24:00 Hamas zerschlagen?
27:00 Lösungen durch Gewalt
32:30 Deutsche Staatsräson oder: Wenn zwei sich streiten
35:00 Ich sehe tote Kinder
37:00 Deutschland hat die Diplomatie aufgegeben
39:30 Tote bei einem Festival
41:30 Politik und Medien als perfekte Maschinerie
44:30 Die westliche Hegemonie muss erhalten bleiben
46:00 Auswirkungen der multipolaren Veränderungen
54:00 Putin, die Bombe und Strack-Zimmermann
55:00 Feindseligkeit färbt ab
56:00 Geht es noch schlimmer (in Deutschland)?
57:30 Die Rache der Zivilisten
01:02:30 Pflicht zu Verhandlungen
01:06.30 Sicherheit ist ein inklusives Konzept
01:07:30 Die konfrontative Gesellschaft
01:09:00 Spendeninformationen

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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Andre
Andre
7 Monate zuvor

Es ist immer wieder interessant, nicht westliche Analysen zum aktuellen Geschehen zu lesen (Quelle ist der Blog „Indian Punchline – der von einem ehemaligen indischen Diplomaten betrieben wird, https://www.indianpunchline.com/about-me/):

„Hundert Jahre nach dem arabischen Aufstand (1916-1918) gegen die herrschenden osmanischen Türken inmitten der drohenden Niederlage Deutschlands und des Dreibundes im Ersten Weltkrieg ist ein weiterer bewaffneter Aufstand der Araber ausgebrochen – dieses Mal gegen die israelische Besatzung, vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Niederlage der Vereinigten Staaten und der NATO im Ukraine-Krieg – und bietet ein spannendes Schauspiel, bei dem sich die Geschichte ungekürzt wiederholt.

Das Osmanische Reich zerfiel als Folge des arabischen Aufstands. Auch Israel wird seine besetzten Gebiete räumen und Platz für einen Staat Palästina machen müssen, was natürlich eine vernichtende Niederlage für die USA bedeuten und das Ende ihrer globalen Vorherrschaft markieren wird. Dies erinnert an die Schlacht von Cambrai in Nordfrankreich (1918), als die Deutschen – umzingelt, erschöpft und mit schwindender Moral inmitten einer sich verschlechternden innenpolitischen Situation – der Gewissheit ins Auge sahen, dass der Krieg verloren war, und kapitulierten.“ Ganzer Artikel hier auf Englisch: https://www.indianpunchline.com/us-faces-defeat-in-geopolitical-war-in-gaza/

flurdab
flurdab
Reply to  Andre
7 Monate zuvor

@ Andre
Wobei man nicht vergesssen darf das auch Indien und damit auch die indische Presse ihre eigenen Interessen haben und verfolgen. 🙂
Das Osmanische Reich zerfiel nicht durch einen Arabischen aufstand sondern durch Überdehnung und das Fehlen wirtschaftlicher Grundlagen. Das feudale Konzept passte nicht mehr in die Zeit und der Sklaverei und Erpressung von Lösegeld durch Piraterie hat die US- Marine bereits um 1870 den Stecker gezogen.
Die Osmanen haben zwar auf Erdöl gesessen aber dessen Wert nicht begriffen. Da waren die Briten schlauer.
Die „Niederlage“ der USA interessieren keinen Israeli. Es geht tatsächlich um das Überleben des Staates Israel.
Wie ich lesen musste ist die Demographie der Pferdefuß der Israelis. Die Araber haben mehr Kinder.
Wie gut das die EU und auch Deutschland diesen Kindersegen so reich mit Geldern beschenken.
Da könnte man fast glauben das dies Allahs Plan ist.

Ob das allerdings im Interesse der europäischen Bevölkerung ist bezweifel ich. Klimaschutz und so.
(Denkt denn keiner an die Eisbären?)

Wütender Bürger
Wütender Bürger
7 Monate zuvor

Ziemlich zu Beginn suchtet Ihr Gemeinsamkeiten der Kriege im Nahost und in der Ukraine. Die wichtigste Gemeinsamkeit habt Ihr übersehen: den großen Profiteur USA.

Das Interesse der USA am Krieg in der Ukraine ist klar: eine Schwächung Russlands und ein Verhindern der Kooperation Russlands und Europas.

Und wenn im Norden Afrikas und in Vorderasien plötzlich Frieden herrschte und sich die Länder dort vertrügen, würde nicht nur die amerikanische Wirtschaft zusammenbrechen, sondern auch deren Vormachtstellung auf der Welt wäre mit einem Schlag dahin, unendlich viel schneller noch, als es jetzt bereits geschieht. Denn das, was alle Länder dort haben, ist Öl oder der Zugang dazu. Und schlössen diese Länder Frieden, würden sie erkennen, daß sie einen gemeinsamen Feind haben, der sie ausbeutet und aufeinander hetzt.

Und das darf nicht passieren, aus Sicht der USA.

„Teile und herrsche!“

Das ist die Strategie der USA überall auf der Welt. Zur Durchführung dieser Strategie werden Terroristen gezüchtet, Regierungen erpresst oder gleich gestürzt und an deren Stelle Sockenpuppen installiert.

Deutschland dürfte da keine Ausnahme sein.

Juergen Wehrse
Juergen Wehrse
Reply to  Wütender Bürger
7 Monate zuvor

„Deutschland dürfte da keine Ausnahme sein.“

Höflich beschrieben, Wütender Bürger, auffallend höflich.
„Mission erfüllt“, würde ich sagen. Deutschland könnte im Ranking wieder mal auffallen – wenn auch negativ: Diese „Trottel“ fallen auf jede, wirklich jede depperte, noch so mies gemachte Propaganda herein. Nach dieser erniedrigenden Phase erblüht dann irgendwann wieder die vernachlässigte – aber verborgene – Kultur, die ganze Aufarbeitung der eigenen Erniedrigung oder Überheblichkeit, der Verstand brilliert, missioniert am Ende dieses Zyklus‘ sogar moralisch – und versagt dann am Ende wieder! Abrupt! Kläglich! So unbeschreiblich erbärmlich kläglich! OHNE ANGEMESSENE VORWARNUNG!
Deutschland ist schon irgendwie „IRRE.“
Ein Meister auf alle Fälle. Aktuell – auch des Revisionismus . . .

flurdab
flurdab
Reply to  Juergen Wehrse
7 Monate zuvor

Hallo Juergen,
welches Ranking?
Deutschland ist bedeutungslos. International spielen wir nur noch eine Rolle als Hauptmigrationsziel, Oase für Geldwäsche und Ruheraum für Kriminelle und Terroristen.
Damit dieser Bedeutungsverlust der Bevölkerung nicht aufällt, gebären und Überheben sich „unserer“ Politiker und transatlantischen Journalisten ja gerade so, wie sie es tun.
Im Grunde sind wir das Nordkorea Europas. 🙂
Der Darkroom des Kaperletheaters.

@ Gert Ewen: Man steckt nicht zufällig in einem Arsch. Das sucht man sich schon noch vorher aus. Schließlich leben wir in einer Demokratie. Da gilt die freie Arschwahl. 🙂

Karsten Krüger
Karsten Krüger
7 Monate zuvor

Danke euch beiden für dieses Gespräch.
my 2 Cents:
Wenn man sein ganzes Leben der Beste sein will und dafür permanent kämpft, lügt und betrügt, kann man irgendwann nichts anderes mehr. Bevor man aufgibt bekämpft, belügt und betrügt man sich selbst. Scheint nicht nur bei manchen Individuen sondern auch bei einigen Gesellschaften so zu sein. Raus kommt man da meiner Meinung erst, wenn man hart genug auf die Fresse fällt. Was hart genug ist ist die spannende Frage.

Grüße auch an den lieben Roberto,
VG Karsten

Helmchen
Helmchen
7 Monate zuvor

Lieber Tom Wellbrock,
danke für ihre Veröffentlichungen in dieser erneut emotionalisierenden Zeit.

An einem Punkt möchte ihre Äußerungen jedoch hinterfragen:
Sie sprachen von dem Massaker bei dem Musikfestival in der Wüste als Tat der Hamas, als wäre dies eine gesicherte Erkenntnis. Ich weiß natürlich auch nicht, was dort passiert ist, aber so sicher scheint es mir nicht, dass dies von Hamas-Kämpfern begangen wurde:

– bei allen kommunizierten Kriegsverbrechen gibt es immer auch die Möglichkeit von False-Flag-Angriffen, um den Gegner schlecht dastehen zu lassen. Das Festival wurde nur zwei Tage vor Beginn von einer sicheren Location in die unmittelbare Nähe des Gazastreifens in Raketenreichweite verlegt. Trotz der prekären Lage sah das israelische Militär anscheinend keine Notwendigkeit, auch nur einzelne Einheiten zum Schutz der Festivalbesucher an die Location zu beordern.
– Wer hat ein größeres Interesse an Bildern von getöteten und misshandelten woken Jugendlichen, die israelische Regierung oder die Hamas? Misshandelte Jugendliche dürften auch nicht gut bei den Förderern der Hamas in Qatar und Iran ankommen.
– Der israelische Sicherheitsapparat wusste natürlich von geplanten Angriffen der Hamas. Die Geheimdienste dürften gut im Gaza-Streifen vertreten sein, so dass es ein leichtes sein dürfte, in zeitlichem Zusammenhang zum Angriff der Hamas eine von israel rekrutierte Verbrecherbande auf das Festival loszulassen.
-Falls es doch Hamas-Kämpfer waren mit dem Ziel, möglichst viele israelische Geiseln zu nehmen, wäre es durchaus möglich, dass ein Massaker von durch Israel beauftragte Schützen verübt wurde.
– journalistische Sorgfaltspflicht verlangt, auch offizielle Statements der Hamas einzubeziehen, zu welchen Angriffen diese sich bekennt. Hamas bekennt sich zu Angriffen auf militärische Strukturen Israels und dass es ihre Strategie sei, Kinder und Zivilisten zu schonen. Auch wirft die Hamas in ihren offiziellen Stellungnahmen den westlichen Medien Desinformation über angebliche Angriffe auf Zivilisten vor.

Kurzum: Aus meiner Sicht sollte man (ähnlich wie beim Massaker von Buja) beim Massaker auf dem Musikfestival nicht vorschnell die Toten einer Seite zuordnen.

Ich vermisse ihre Stimme übrigens im Kontrafunk zum Israel-Palästina-Konflikt. Leider erlebe ich im Kontrafunk in der vergangenen Woche ein Schwarz-Weiß-Denken in Übereinstimmung mit der Bundesregierung und öffentlichen-rechtlichen Medien. Sogar ein durchgängiges Framing scheint es aktuell dort zu geben, dass bei redaktionellen Inhalten des Kontrafunk dem Wort „Hamas“ immer das Wort „terroristisch“ vorangestellt wird.

Helmchen
Helmchen
Reply to  Tom J. Wellbrock
7 Monate zuvor

In einem Artikel wurde der Bericht einer Überlebenden des Nova-Festivals im israelischen Radio transkribiert und übersetzt. Man weiß natürlich nicht, ob die geschilderten Erlebnisse real sind, aber mir erscheinen die Schilderungen durchaus plausibel. Zumindest sollte man mal diese Schilderung gelesen haben, um sich selbst einen inneren Raum für unterschiedliche Erklärungen der Geschehnisse zu schaffen:

https://www.sicht-vom-hochblauen.de/israelische-streitkraefte-erschossen-ihre-eigenen-zivilisten-sagt-ein-ueberlebender-des-kibbuz-von-ali-abunimah-und-david-sheen/