Plädoyer für ein Leben ohne Twitter

Für mich lief es auf Twitter in letzter Zeit nicht gut. Die Diskussionen waren unbefriedigend und beleidigend, meine Beiträge wurden prinzipiell gemeldet. Inzwischen bin ich dauerhaft blockiert. Zunächst hatte ich geplant, mit einem neuen Profil zurückzukehren. Ich werde es nicht tun. Warum, erzähle ich hier.

Ich war längere Zeit auf Twitter recht aktiv. Ich vertrete eine aufgeklärte Sichtweise, in welcher auch der Standpunkt eines vermeintlichen Gegners einen Raum hat. Beim “Gegner” handelt es sich um Russland, dessen Position und Argumente sich in den deutschen Medien entweder gar nicht oder nur stark verzerrt wiederfinden. So konnte es passieren, dass die Deutschen, wenn es um die jüngsten Entwicklungen in der Geschichte geht, unentwegt von der Annexion der Krim und von Putins Angriffskrieg auf die Ukraine faseln. Beides ist fragwürdig, zumindest diskussionswürdig. Dass alle Fragen und jede Diskussion dazu unterbleiben, bezeugt den desinformativen Charakter der deutschen Medien.

Wie desinformiert die Deutschen sind, wird auf Twitter besonders deutlich. Denn dort wird jemand wie ich, der eine andere Meinung vertritt, munter drauf los angezeigt. An guten Tagen erhielt ich fünf, sechs, sieben Nachrichte, die mir mitteilten, das ein Nutzer meinte, Tweets von mir würden gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter verstoßen. Schließlich hat es dann geklappt und Twitter hat mich gesperrt.

Die ganzen Beleidigungen und Drohungen, die ich dagegen bekam fand Twitter selbstverständlich nicht der Rede wert. Ich habe es dann einfach über mich ergehen lassen.

Ich bin auf Twitter gesperrt

Nun gut. ich bin gesperrt auf Twitter, Warum genau, weiß ich nicht, irgendwas mit den Regeln. Gegen welche konkret und wodurch konkret ich verstoßen haben soll, wurde mir nicht mitgeteilt. Inzwischen ist es mir auch egal, denn es geht mir ohne Twitter besser.

Zunächst hatte ich geplant, mir einfach einen neuen Account anzulegen. Ich lasse es sein.

Es gibt in den Diskussionen eine offenkundige Asymmetrie, an der sich ein zentrales Dilemma der deutschen Informationslandschaft ablesen lässt. Um zu zeigen, dass ich mit meinen Behauptungen nicht recht habe, werden deutsche Medien zitiert. Diese aber informieren über die Vorgänge in Russland nicht sachgemäß und sind selbst Teil der Kriegsführung. Die Diskussion verläuft dann strukturell immer gleich: Der Aussage eines russischen Mediums wird ein Zitat aus einem deutschen Medium gegenübergestellt, das belegen soll, dass die russische Seite lügt. Nun ist es aber meist andersrum. Die deutschen Medien berichten ganz regelmäßig die Unwahrheit, wenn es um Russland geht. Das ist aber nur schwer zu vermitteln, denn das bricht mit dem deutschen Selbstverständnis. Nach dem Selbstverständnis vieler Deutscher haben wir in Deutschland selbstverständlich den besseren Journalismus. Deutsche Politik ist zudem der russischen moralisch weit überlegen, ist eine weitere Grundannahme. Beides ist falsch.

Deutsche Außenpolitik ist moralisch absolut verkommen – der allerletzte Dreck. Deutschland paktiert mit jedem rechts-reaktionären Geschmeiß in dieser Welt, denn Deutschland ist im Kern selbst rechts und reaktionär. Die frisch entbrannte Liebe zu LGBT und Diversität verdeckt das nur ganz spärlich und ohnehin nur zum Schein. Gibt es irgendwo auf der Welt einen rechten Putsch, ist Deutschland, sind die Konrad-Adenauer- und die Heinrich-Böll-Stiftung nicht weit. Hält sich irgendwo in der Welt ein rechts-autoritäres, korruptes Regime mit Gewalt an der Macht – man kann sicher sein, es tut es unter anderem mit deutschem Steuergeld. Davon weiß der Nutzer deutscher Qualitätsmedien natürlich nichts, denn die großen deutschen Medien haben einen anderen Zweck. Sie klären nicht auf, sondern verschleiern und stiften so jenes wohlige Überlegenheitsgefühl aus dem der gemeine deutsche Twitternutzer gegen die Realität anzwitschert.

Es ist eine Wohltat

Das beschreibt in etwa einen gehobenen Dialog, der schließlich in Beleidigung mündet. Viel häufiger ist allerdings, dass der einleitende Teil unterbleibt und sofort beleidigt wird. In meinem Profil stand, dass ich unter anderem für RT DE schreibe. Das ist auf Twitter hinreichend für eine durch die gesamte vulgäre Breite und Tiefe der deutschen Gossensprache durchdeklinierte Abqualifizierung. Denn jeder Deutsche weiß inzwischen, RT betreibt Desinformation. Nur nach einem konkreten Beispiel für die wahlweise vom Kreml oder von Putin selbst finanzierte russische Desinformation gefragt, kommt dann außer Allgemeinplätzen nichts. Das ist kein Zufall, denn es gibt solche Beispiele schlicht nicht. Die deutsche Propaganda-Taktik ist, durch beständige Wiederholung für die deutschen Medienkonsumenten diese Realität zu schaffen.  So plump das ist, so gut funktioniert es.

Ich bin jetzt nicht mehr auf Twitter und es tut mir gut. Es tut mir gut, denn Twitter ist keine soziales Netzwerk. Ich habe mich grundlegend im Wesen des Formats getäuscht Twitter ist ein als soziale Plattform getarntes Meinungsmedium, das eine strenge redaktionelle Auswahl trifft. Vermutlich werden die Hälfte der anonym angreifenden Troll-Accounts von  deutschen Redaktionsstuben aus gesteuert. Twitter ist ein Propagandaorgan der westlichen Indoktrination und Desinformation. Das Medium dient nicht dem Austausch und der Information, sondern der Manipulation der öffentlichen Meinung, indem strukturell festgelegt ist, welche Meinung und welche Fakten dort geäußert werden dürfen und welche nicht. Twitter ist Gegenaufklärung und Reaktion in  280 Zeichen gegossen.

Twitter ist in Russland aus gutem Grund verboten

Twitter ist in Russland verboten. Im nach Strich und Faden desinformierten Deutschland legt man das als Einschränkung der Meinungsfreiheit aus. Das ist natürlich ein absoluter Witz, denn nirgendwo in Europa ist die Meinungsfreiheit aktuell so vollständig und dabei so kunstvoll verdeckt eingeschränkt wie in Deutschland. Und die angeblich verbotene russischen Medien sind nach wie vor aktiv. Korrigiert wird die Desinformation in deutschen Medien natürlich nicht.

Und was Twitter anbetrifft: Twitter war schlicht nicht bereit, sich an russische Gesetze zu halten und hat nach russischen Gesetzen verbotene Inhalte auch nach mehrfacher Aufforderung nicht gelöscht. Twitter macht in Russland genau das Gegenteil von dem, was die Plattform in Deutschland macht. Legt es in Deutschland im Einzelfall die deutsche Gesetzgebung sehr eng aus, hält es sich im Falle von Russland überhaupt nicht an gesetzliche Vorgaben. Auch das ist ein weiterer Beleg dafür, dass es sich bei Twitter um ein redaktionelles Medium mit einer eigenen politischen Agenda handelt, die durch die Auswahl und Zensur von Nutzerbeiträgen umgesetzt wird.

Ich jedenfalls kehre nicht auf Twitter zurück. Es gibt genug Alternativen. Insbesondere die russischen Netzwerke wachsen und sind wesentlich liberaler und toleranter als westliche Plattformen wie Twitter und Facebook, wo die Zensur, die Sperrung und Einschränkung von Accounts zum Alltag gehört. Aber ich bin mir absolut sicher, das der gemeine deutsche Twitternutzer all diese einschränkenden Maßnahmen anders bewertet: Als Ausdruck von Freiheit und der Überlegenheit der westlichen Werte gegenüber einer Autokratie wie Russland.

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nonkon
nonkon
1 Monat zuvor

Willkommen im Club, es hat lediglich zu lange gedauert. Und glaub bitte nicht das Mastodon zwingend liberaler mit Meinungen umgeht, auch dort tobt der Konformitätsmob, „korrekt“ gegendert und olivgrün.

Rudi K
Rudi K
1 Monat zuvor
Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Ich lese in dem Artikel eine Wortklauberei des Tagesspiegels und eine typische reißerische Schlagzeile. Ich glaube, Deine gerade pubertierende Generation nennt das „click bait“.

Frau Simonyan spricht nicht davon, daß Hunger das erklärte Ziel Russlands sei. Sie sagt, daß der Hunger, der jetzt beginnt, den Westen zur Vernunft bringen wird, und darauf hoffe Russland.

Wer aber hat den Hunger verursacht?

Russland oder die Sanktionen der westlichen Staaten?

Anders ausgedrückt: Frau Simonyan äußert die Hoffnung, daß der Blutverlust, den Europa und allen voran Deutschland beim Schuß ins eigene Knie erlitten hat und noch weiter erleiden wird, den Westen zum Umdenken bewegen wird.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Wütender Bürger
1 Monat zuvor

Das mag sein. Nur warum kann das Getreide und die Sonnenblumenkerne nicht aus der Ukraine ausgeführt werden?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

@Rudi K

Nur warum kann das Getreide und die Sonnenblumenkerne nicht aus der Ukraine ausgeführt werden?

Gute Frage, denn umgekehrt können Waffen aller Art und Munition scheinbar problemlos in die Ukraine hinein.
😉

Last edited 1 Monat zuvor by Robbespiere
Rudi K
Rudi K
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Über den Landweg soll wohl der Transport von Waffen einfacher als von Getreide sein. Warum das nicht von Odessa aus geht, ist mir auch nicht klar.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

@Rudi K

Über den Landweg soll wohl der Transport von Waffen einfacher als von Getreide sein.

Klingt nicht sehr überzeugend, oder?
So eine Haubitze oder ein Panzer ist doch wesentlich komlexer als Getreide.

Warum das nicht von Odessa aus geht, ist mir auch nicht klar.

Die Antwort ist ziemlich einfach.

Die Ukrainer haben den Hafen dort vermint, so dass kein Schiff rein oder raus kann und welcher Kapitän möchte schon gerne mitsamt Mannschaft und Schiff auf dem Grund des Meeres landen?

Das Angebot Russlands, über das von Minen geräumte Mariupol den Weizen zu verschiffen, hat die Regierung in Kiew abgelehnt.

Vielleicht will die Ukraine aber auch gar nicht verkaufen, weil in diesem Jahr die Ernte schwach ausfallen dürfte, da das Personal zum Sterben an die Front geschickt wird.
Zudem hat man aus Angst vor den Russen etliche Felder vermint, was Traktoren und Mähdreschern nicht gut bkommt.

Last edited 1 Monat zuvor by Robbespiere
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Rudi K

Antwort leider in der Warteschleife.

Pentimento
Pentimento
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Was die Warteschleife betrifft, so ist es mir schon passiert, daß ich den gleichen Eintrag mehrmals gepostet habe. Man sehe mir das bitte nach.

Ich wähnte mich schon am Rande einer Demenz. 🙂

Eine sehr gute Sendung mal wieder von den drei Musketieren Fleischer, Pohlmann und Bröckers.

https://m.youtube.com/watch?v=BGOZh0ATNqM

Zum Fürchten!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pentimento
1 Monat zuvor

Was die Warteschleife betrifft, so ist es mir schon passiert, daß ich den gleichen Eintrag mehrmals gepostet habe.

Nicht nur du. 🙂

flurdab
flurdab
Reply to  Pentimento
1 Monat zuvor

Du bist halt einfach kein Premium- Kommentator.
😉

Last edited 1 Monat zuvor by flurdab
aquadraht
aquadraht
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Weil die Ukrainer den Hafen von Odessa vermint haben, und auch die Dnjepr-Mündung bei Ochakov.
Bist Du so blöd oder trollst Du nur?

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  aquadraht
1 Monat zuvor

Willst Du eine höfliche oder eine ehrliche Antwort?

flurdab
flurdab
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Sind denn der Anteil des Getreide und der Sonnenblumenkerne der Ukraine so wichtig?
Speiseöl- Mangel, trotz voller Lager bei den Ölmühlen?
Die pressen gerade die Ernte aus 2021, vieleicht sogar noch Restbestände aus 2020.
Die Ernte die ausfällt ist die Kommende.
Da macht sich jemand die Taschen voll und gibt ein schönes „Signal“ an die Verbraucher.
„Wir sind im Krieg, und Habeck ist Kriegs- Wirtschafts- Minister, der rettet uns“
Es ist ein erbärmliches Schauspiel.

Wolli
Wolli
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Gib doch mal „Weizenexporte EU“ in die Suchmaschine ein.
Ist schon erstaunlich das die EU 2020 noch die Länder in Nordafrika mit Weizen und Mehl versorgt hat.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Wolli
1 Monat zuvor

@Rudi K

Ist schon erstaunlich das die EU 2020 noch die Länder in Nordafrika mit Weizen und Mehl versorgt hat.

Na und?

Wenn man an einer angeblichen Knappheit verdienen will, muss man logischeweisedie Exporte einschränken, sonst fällt das ja auf.

Es könnte aber auch sein, dass man in der Branche bereits die schlechtere Ernte für 2022 preislich vorwegnimmt.
„Schlauerweise“ hat man ja auch die Düngemittel aus Russland und Weißrussland sanktioniert.

Unsere Antreiber aus Übersee haben die übrigens längst wieder von der Sanktionsliste gestrichen.
Über 30 Mio. Mitglieder in der NRA waren wohl ein gewichtiges Argument.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

@Wolli

Sorry, falscher Adressat.

flurdab
flurdab
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Und wenn man eine Hund bewerfen will findet sich auch immer eine Stein.
„Als Putin mein rosa Kaninche stahl“

Die richtigen Verknappungen haben wir noch garnicht auf dem Schirm.
Sri Lanka- Staatsbankrott = kein „türkischer“ Tee mehr.
Assam- zuviel Monsum = Kein Tee
Der Po ist trocken (Fluss in Italien) = Kein Risotto- Reis.
Das sind für mich Katastrophen!1111
(Ironie, oder auch nicht)

Das Syrer, Ägypter, Marokkana, Lybier etc. mal eine zeitlang hungrig ins Bett müssen ist doch OK. Als echte Demokraten sind die bestimmt bereit Opfer für den heldenhaften Kampf der Cocaine zu bringen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

@flurdab

Das Syrer, Ägypter, Marokkana, Lybier etc. mal eine zeitlang hungrig ins Bett müssen ist doch OK. Als echte Demokraten sind die bestimmt bereit Opfer für den heldenhaften Kampf der Cocaine zu bringen.

Klar doch, wäre ja echt schlimm, wenn so Grundnahrungsmittel wie Tee oder Risottoreis fehlen würden, aber auf Brot kann man locker verzichten.
Sollen sich gefälligst mal ein Beispiel an ihren genügsamen Dromedaren nehmen.
Die jammern ja auch ncht rum, wenn der Höcker mal schlaff nach unten hängt. 😉

Cetzer
Cetzer
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Grundnahrungsmittel wie Tee

Was glaubst Du, was hier ohne Koffein-Quellen¹ los wäre. Ich habe mal einen Montagmorgen in einem Produktionsbetrieb (2 Schichten) erlebt, als gleichzeitig Kaffee- und Cola-Automaten streikten, genauer von BWler Hand leer rationiert worden waren.

genügsamen Dromedaren

Ich² sanktioniere meilenweit für Cocaine.

¹Ich weiß nicht, wie das mit der Herstellung von künstlichem Koffein aussieht
²Im Sinne des Wir von Politikern, wenn es ums Gürtel-enger-Schnallen geht

Cetzer
Cetzer
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Der Po ist trocken (Fluss in Italien)

Gestern hatte ich mal von Radio Populare lokale Nachrichten gehört (metroregione ~ Mailand+Hinterland). Dort klagte ein Bauer, er habe eigens ein Feld mit Sorghum (Hirse ?) angepflanzt, aber das sei auch hinüber, obwohl eigentlich extrem resistent gegen Trockenheit – Danach kommen dann nur noch Kakteen.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Der Wassermangel zeichnet sich aber schon seit Jahrzehnte ab. In den 1990ern nach dem Endsieg des Kapitalismus gegen den Kommunismus wurden die Wasserrechte verscherbelt und das Wasser privatisiert, was vom lateinischen Wort für rauben kommt. Das geraubte Wasser fehlt nun. Aber zum Glück haben wir ja FfF. Die schwurbeln. kreischen und hüpfen was vom Klimawandel, fordert eine Ausweitung des Handels mit CO2-Ablaßbriefen und lenken so von Boni und Rendite gefährdenden Maßnahmen ab. In Anlehnung an Lenins Begriff vom nützlichen Idioten machen FfF den nützlichen Vollidioten.

Die wohlstandverwahrlosten und zivilistionsdementen Aktivisten kommen leider aus den etwas wohlhabenderen Schichten und sind daher erst etwas später von den Problemen betroffen. Zuerst mal geht es den finanzfernen und wohlstandsarmen Schichten an den Kragen. Die sozial Schwachen aus Mittel und Oberschicht machen da erst mal den Kriegsgewinner, während es den Menschen zuerst an den Geldbeutel und dann an den Kragen geht.

Martina
Martina
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Ja, die Antreiber haben die Düngemittel von ihrer Sanktionsliste gestrichen – und beschweren sich jetzt, daß diese Düngemittel zu billig sind. Weshalb sie jetzt Strafzölle auf sie erheben.

Die haben halt erkannt, daß sie kein Geld an Düngemitteln verdienen können, die ihnen nicht verkauft werden.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Martina
1 Monat zuvor

@Martina

Die haben halt erkannt, daß sie kein Geld an Düngemitteln verdienen können, die ihnen nicht verkauft werden.

Die wollen sich lediglich ihre „großzügigen Spenden“ an die Ukraine wieder holen und zwar vom amerikanischen Endverbraucher.
Profiteure wie der MIK sollen natürlich geschont werden.

Tom J. Wellbrock
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Nur warum kann das Getreide und die Sonnenblumenkerne nicht aus der Ukraine ausgeführt werden?

Weil die Ukraine das verhindert. Sie hat die Häfen vermint und Russland verboten, die Minen zu entfernen. Außerdem spielt die Ukraine im weltweiten Getreidehandel eine eher geringe Rolle.

flurdab
flurdab
Reply to  Tom J. Wellbrock
1 Monat zuvor

Ich habe da letztens ein russischen Insider gehört, der irgendwas von 2,5 % am Welthandel behauptet hat.
Utin oder so hieß der.
Die Minen sind noch Restbeständer der Wehrmacht von 1944.
Weißt jetzt wer Schulz ist…

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Tom J. Wellbrock
1 Monat zuvor

und Russland verboten, die Minen zu entfernen.

Hää? Mein Ironiedetektor spielt gerade verrückt.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Weil die ukrainischen Streitkräfte die Häfen als Schutz vor einer russischen Invasion vermint haben? Weil die faschistischen Milizen die Häfen als militärische Standorte missbrauchen?

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Das ist genau die Art Argumentation, die Gert meint. Westliches Medium = verdrehte Aussage = Hintergrund nicht hinterfragt = der Russe ist schuld. Und Sie als Leser raffen es nicht.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Der Tagesspiegel ist keine seriöse Quelle. Schon daher ist das Invertieren der Aussage um an die Wahrheit zu kommen und danach weiteres ignorieren besser als sich mit der Propaganda und Hetze auseinanderzusetzen.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
1 Monat zuvor

Ach Gert, was soll ich dazu sagen?

Da klingt Verbitterung durch, ein Gefühl des Verlustes.

Aber sch**ß drauf!!!

Fühl Dich einfach mal ganz fest gedrückt aus der Ferne!

Du hast Twitter nicht nötig, Du bist auch ohne Twitter ein vollständiger Mensch und ein wertvolles Mitglied der Menschheit!

Ich lebe seit über 50 Jahren ohne Gezwitscher, Fratzenbuch und andere asoziale Netzwerke, es tut überhaupt nicht weh, und ich habe und hatte nie das Gefühl, daß mir etwas im Leben fehlt oder daß ich etwas versäumen könnte.

Ich kenne einige Menschen, die auch einen „Entzug“ von „der Droge Twitter“ durchgemacht haben, und alle waren nach kurzer Zeit froh darüber, weil sie wieder mehr Lebensqualität gewonnen haben. Du wirst schon bald das gleiche Gefühl der Erleichterung erfahren, da bin ich sehr sicher!

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  Wütender Bürger
1 Monat zuvor

So ein Mumpitz! Als ob dieses Blog etwas Anderes wäre als Twitter, wenn wir mal von der Monetarisierung und den damit einhergehenden Interessen absehen. Natürlich lebst du ganz tapfer im Web 2.0, und ebenso natürlich wird hier ausgesiebt. Die Dimension, in der das Alles geschieht, spielt grundsätzlich keine Rolle. Nichts ist demokratischer, nichts ist transparenter.

Verrate mir doch noch mal, wie sehr du dich für freie Meinungsäußerung von Sukram engagiert hast, für Antons – oder auch für die meine, wenn es hart auf hart kam.

Was glaubst du denn, das dieses Blog hier zu einem besseren Ort macht? Die andere Meinung? Gute Güte, früher haben sie wenigstens an Gott geglaubt, an Naturgesetze, die Revolution oder – und da gehört ihr alle nicht dazu!!! – an das fliegende Spaghettimonster.

Heute glauben alle nur noch an Meinung. Was für ein geistiger Absturz! Aber echt jetzt!

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Suzie Q
1 Monat zuvor

Verrate mir doch noch mal, wie sehr du dich für freie Meinungsäußerung von Sukram engagiert hast, für Antons – oder auch für die meine, wenn es hart auf hart kam.

Zeige mir die Stelle, an der ich gesagt haben soll, diese Leute dürften ihre Meinung nicht aussprechen.

Aber Obacht! Sarkastische oder zynische Kommentare meinerseits auf das von diesen Personen Gesagte zählen nicht als Verneinung deren Meinungsfreiheit!

Ich hoffe, Du hast im Unterricht nicht gefehlt, als solche feinen Unterschiede besprochen wurde.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  Wütender Bürger
1 Monat zuvor

Da hast du dich fein um die Antwort gedrückt, und fast niemand hat es gemerkt – aber eben nur fast. Und jetzt verrate mir als Zugabe, warum du dich gegen die nicht vorhanden scheinende Meinungsfreiheit bei den – wie nennst du das, ähm… – MSM und „Soziale Medien“ auslässt? Wie nennt man das, wenn man mit Doppelstandards jongliert? unehrlich? Normalerweise würde ich einfach sagen, du bist so goldig, mein Schatz.

Bei dem Unterricht, den ich „genossen“ habe, wärst du glatt unter die Räder gekommen.

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
1 Monat zuvor

Ich hab tatsächlich viele gute Kontakte bei fb. Leute die ich auch real und live kenne, die aber über die ganze BRD verteilt sind, und die ich ohne fb verlieren würde. Twitter benutze ich eigentlich nur als Porzellanschüssel zum Erbrechen und um meinen Sakasmus zu versprühen. Irgenwo muss man das ja los werden. Es erleichtert mich oft. Bis jetzt hab ich da nur eine gleichdenkende Blase, wer da nicht reinpasst, fliegt raus. Vielen von denen geht es wir dir: sie werden teilweise oder ganz gesperrt. Das ist Standard.

Du wirst mir bei Twitter nicht fehlen, denn ich lese dich hier. Ernsthaft informieren tu ich mich eh nur noch über die Webseiten derer, die ich schätze, da hab ich auch Quellenangaben, die ich ernst nehmen kann.

Telegram ist für mich (noch) keine Alternative, ich komm nicht klar damit. Vielleicht benutze ich das auch falsch.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Frau Wirrkopf
1 Monat zuvor

Bei mir ist das mit FB ähnlich. Twitter habe ich gar nicht.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Frau Wirrkopf
1 Monat zuvor

Tust du, Du musst dort nur die neulandrebellen abonnieren. Dann wird Telegram gleich viel schöner für Dich 😉

flurdab
flurdab
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

Ehrlich, ich habe mich mal bei Fratzenbuch angemeldet. Ich habe aber das System überhaupt nicht verstanden. Ich verstehe bis heute nicht was das überhaupt soll. Was die Funktion, den Mehrwert darstellt.

Gut, ich bin vermutlich schon Generation Rollator.
Aber mehr als Zeitdiebstahl und Austausch von Nichtigkeiten sehe ich nicht.

Solange ich noch Pfandflaschen sammeln kann brauch ich keinen Content. 🙂

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

Pfff … Als wenn ich die da nicht hätte. Ich hab da auch Gert.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Frau Wirrkopf
1 Monat zuvor

Habe ich doch geahnt 😉

flurdab
flurdab
1 Monat zuvor

Twitter ist ein Propagandaorgan der westlichen Indoktrination und Desinformation.
Wie lang hat es denn bis zu dieser Erkenntnis gedauert?
In eurer letzten „Redaktionssitzung“ hattet ihr das Thema Twitter/ asoziale Medien auch auf dem Tisch, wenn ich mich recht erinnere ging es da um „Reichweite“ und Content.
DeLapuente beklagte einfach nicht über 8000 Follower zu kommen und deshalb das Engagement einzustellen. Dabei müsste er nur mal ordentlich Geld in die Hand nehmen und eine „Firma“ beauftragen. Joe Biddens Follower sind schließlich auch zur Hälfte gefakt.
Diskussionen auf Twitter?
Ich kenne Twitter nicht wirklich, manchmal gibt es Twitter- Links denen ich folge, aber Diskussionen habe ich dort nie gefunden.
160 Zeichen reichen einfach nicht für eine Diskussion.
Es sind immer nur Statements, Parolen, Haltungsbekundungen.
Es ist das Sammelbecken der Bolschewoken, was soll man da?

Oder anders gefragt, was wolltest du dort?
Reichweite, Content, Fame?
Dann sei doch bitte so ehrlich dies auch zu benennen.
Twitter ist ein Propagandaorgan der westlichen Indoktrination und Desinformation.
Das dir das erst jetzt aufgefallen ist, ist kaum glaubwürdig.

Noch zu Sputnik und RTde, die sind ja schließlich nicht umsonst abgeschaltet worden,
„Ein Führer, ein Volk, eine Meinung“ ist Programm.
Eine andere Meinung/ Sicht ist nicht dienlich und wird entsprechend unterdrückt.
Wir haben bisher vermutlich nur Glück, noch nicht abgeholt worden zu sein.
Das kann noch kommen.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

De Lapuente sagt, es sind 280 Zeichen.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

Und die reichen für viele Politiker heute, ihr armseliges Programm zu verkünden und durchzubringen. 🙁

Gab es eigentlich schon offizielle Kriegserklärungen per Zwitscher?

flurdab
flurdab
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

Ein Armutszeugnis!
Weil 160 Zeichen nicht gereicht haben jemanden so richtig in die Senke zu stellen wurde auf 280 Zeichen erhöht.
Das ist die Anerkennung des Bildungsnotstandes!
🙂 🙂 🙂

Roberto J. De Lapuente
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Ich habe eh nie viel zu sagen. Da sind 280 Zeichen fast schon zu viel.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

Ich hoffe doch sehr, daß Deine nächsten Artikel nicht auf 280 Zeichen begrenzt sind!

niki
niki
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

Eigentlich reichen schon 2 Zeichen für Twitter um auf div. Tweets diverser und leider zahlreichen Wokies zu antworten: „F“ und „U“!

Cetzer
Cetzer
Reply to  niki
1 Monat zuvor

Putin hat bei Amazon ’nen Todesstern¹ bestellt

Bezos isses krass mulmig dabei, aber das Geschäft geht immer vor

¹Als Bausatz, mit 99 Habeck-Modulen für die Energieversorgung, das reicht fürs ganze Sonnensystem

Das waren 216 (+ 3/4 CR) Zeichen

Cetzer
Cetzer
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Monat zuvor

280 Zeichen

Inzwischen, ursprünglich waren es weniger.
Ich finde solche formale Beschränkungen reizvoll, habe mir einige Male fast einen abgebrochen, um in diesem Forum unter dem Limit der Schwurbler-Klappe zu bleiben (gab es bis vor kurzem, ab einer bestimmten Länge eines Beitrages musste ein Leser auf Ausklappen klicken).
Wer will kann es mit Monovokalismus versuchen, am bekanntesten wohl das Gedicht in O:

Ottos Mops von Rossen gebroten ond gefrossen

Jau
Jau
Reply to  Cetzer
1 Monat zuvor

Ottos Mops von Rossen gebroten ond gefrossen

Aah, herrlich, danke.
Kennst Du Ottos Mops von Norman Junge illustriert?
https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/978-3-407-76209-2.pdf

Last edited 1 Monat zuvor by Jau
Jau
Jau
Reply to  Jau
1 Monat zuvor

Ottos Mops klopft

ottos mops klopft.jpg
Cetzer
Cetzer
Reply to  Jau
1 Monat zuvor

Danke für den Tipp!
Ich versuche zur Zeit mich mit Eckstein-Kreuzworträtseln (aus der ZEIT, für Um-die-Ecke-Denker) ein wenig abzulenken. Bisher habe ich aus dem Buch mit 200 dieser Rätsel erst 9 geschafft -with a little help of my reference books-, aber ich gehe davon aus, dass sich Ottos Mops in einer der Fragen versteckt hat, oder wenigstens etwas anderes aus Jandls Werk vorkommen wird.

Last edited 1 Monat zuvor by Cetzer
Corinna
Corinna
1 Monat zuvor

Ich lebe vollkommen ohne Twitter & Co. und lebe sehr gut damit. Ich lebe generell sehr digital-arm, so nenne ich das mal. Wenn ich meine Handy-Nummer vergebe, muss ich zwar immer gleich dazu sagen, dass nur SMS geht, da ich ein Tastenhandy nutze, und wenn ich jemandem etwas überweisen muss, dauert es ein wenig länger, da ich auch ohne Online-Banking lebe, aber bisher hat das niemanden gestört. Mein einziger Dauer-Digitalkontakt ist seit Jahren schon der mit ein paar Freundinnen über ein privates Forum. Die kenne ich aber alle auch persönlich, da wir uns einmal im Jahr irgendwo in Deutschland treffen.

So lange ich die Möglichkeit habe, verzichte ich auf all diese Dinge. Es gibt eine einzige Sache, bei der ich es manchmal kurz bedauert hab, aber das lässt sich trotzdem alles lösen. Und zwar bekomme ich nur schwierig Infos zu stattfindenden Demonstrationen, weil auch Telegram nun mal nicht zu meinem analogen Leben gehört. Da hab ich dann tatsächlich auch welche verpasst, weil ich erst hinterher davon erfahren habe. Aber das ist kein Grund für mich, deswegen was zu ändern.

Allerdings habe ich keinen Beruf, bei dem sowas notwendig wäre. Jemand wie ihr Blogbetreiber seid da sicher drauf angewiesen, sonst erreicht ihr nicht genügend Menschen.

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  Corinna
1 Monat zuvor

Forum – darüber müsste ich mal nachdenken. Da kann man ja eventuell die menschlichen Schätze alle vereinen. Kannst du mir einen Tipp geben für eine kostenlose, leicht zu bearbeitende Plattform?

Corinna
Corinna
Reply to  Frau Wirrkopf
1 Monat zuvor

Kostenlos ist es bei http://www.forumieren.de. Scheint auch nicht so schwierig zu sein, dort ein Forum zu erstellen und zu pflegen. Zumindest laut Aussage der Freundin, die das damals für uns erstellt hat.

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  Corinna
1 Monat zuvor

Danke. Dann google ich mal rum.

Pentimento
Pentimento
1 Monat zuvor

Eine Sperrung auf Twitter scheint mir eher eine Auszeichnug zu sein.
Das Gleiche gilt für facebook.

Dennoch scheint dies die so bestraften Nutzer oft schwer zu treffen, und eine Entwöhung kommt einer Nikotinentwöhnung gleich. Sie ist aber möglich.

Guter Artikel, Gert-Ewen, vielen Dank! Willkommen im Klub der unabhängigen Individualisten.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Pentimento
1 Monat zuvor

Entwöhnung kommt einer Nikotinentwöhnung gleich

Das ist bestimmt mein allerletzter Tweet
Ab morgen tweete ich nicht mehr; worauf ich wette und auch schwör.

Natürlich ist es völlig unmöglich, sich von Twitter zu entwöhnen – Ganz sicher, wenn Elon Musk zum Chef-Dealer wird. Also besser gar nicht erst anfangen!

flurdab
flurdab
1 Monat zuvor

Ein Leben ohne Twitter
Da hat der Mann einfach recht.

flurdab
flurdab
1 Monat zuvor

OT: Was ist da los?

Die Menschen versuchen in großer Anzahl aus NRW zu fliehen.
Chaos an den Flughäfen.

Was weiß der „Türke“, gibt es Informationen auf geheimen Nachrichtenkanälen.
Steckt Erdoghan dahinter?

Fragen über Fragen…

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Beginn der Sommerferien. Bevor der Herbst kommt, schnell noch mal nach Malle.

Stephan A.
1 Monat zuvor

Sich Big Tech zu entziehen ist, wie sich durch einen mit Fallen gespickten Dschungel zu kämpfen. Twitter hat mich nicht in seine Fänge bekommen. Von Anfang an haben mich diese Kurznachrichtendienste nicht abgeholt, laden sie in der Regel doch zum Krawall machen und „Dissen“ ein. Dagegen hat mich Facebook anfangs interessiert. Ich brauchte wirklich mehrere Anstöße (auch von außen) um zu begreifen, dass es sich hier um seltsames soziales Experiment handelt, obwohl ich eigentlich zu keiner Zeit zu intensiven Benutzern gehörte. Ich schätze es ist eineinhalb Jahre her, dass ich dort zuletzt etwas geschrieben habe. Es fehlt mir so gar nicht.

Dies hat mich dazu ermutigt seit längerer Zeit eine Art Big Data-Kur zu machen. Und es ist nicht leicht. In meiner Freizeit habe ich gerne gestalterisch am Computer gearbeitet. Für Windows gab es mit der Zeit allerhand ansprechende Software zum günstigen Preis zu kaufen, die selbst für Semi-Profis teilweise interessant war. Komplett auf Linux umgestiegen, habe ich es bis heute nicht geschafft, die Affinity-Suite zum Laufen zu bringen (was wohl dafür spricht, dass ich dieses Open Source-Prinzip nicht wirklich begreife :P) – und letztendlich macht es ja auch keinen Sinn, sich immer mehr Windows reinzuholen, wobei man ja ursprünglich Microsoft entsagten wollte. Google wegzulaufen ist auch nicht so leicht – zwar habe ich keinen Account mehr, um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, meinen virtuellen Daten-Avatar „zu vervollständigen“.
Keine Gmail-Adresse mehr (verzichtbar, aber viele Anmeldungen laufen darüber), auf Youtube kann ich keine Kommentare mehr schreiben (bin aus Gründen der Zensur mittlerweile zu Odyssee gewechselt) und ca. 70% der Features meines Smartphones waren instant gestorben (nur einen Bruchteil nutzte ich). Da ich ohnehin chronisch angespannt bin, habe ich in einem Anfall von Wut das Ding irgendwann auf den Boden geschmettert, nachdem ich es nicht hinbekommen habe, dieses oft gepriesene LineageOS zu installieren (für mein Modell gab es nur Custom-ROMs und ich war zu blöd diese Prozedur erfolgreich abzuschließen). Seitdem kein neues Smartphone – es ist das einzige Gerät, welches ich bis heute nicht misse.

Und überhaupt stelle ich mir die Frage immer öfter, ob ich für jede vergiftete Big-Tech-App und jedes Gerät eine Alternative brauche. Lebt sich bislang ganz gut ohne Facebook, aber auch GETTR und anderen Alternativen. Nachdem ich mit meinem kaputten Smartphone die Messenger nicht mehr „authentifizieren“ konnte, nutze ich nicht einmal mehr Telegram. Hier gibt es aber eine Lösung, die ich gerne promote: Ein Messenger namens SESSION, der komplett ohne verknüpfte Telefonnummer auskommt und die Nachrichten dezentral speichert. Es ist nur ein Kontakt gespeichert. Bei den Suchmaschinen tu‘ ich mich wirklich schwer, eine Alternative zu finden, die keinen Google-Index nutzt und DuckDuckGo entwickelt sich ja auch immer mehr zu Google. Hat jemand einen Tipp?
Sehr interessant, zu beobachten, wie alle interessante Alternativen mit wachsendem Erfolg sich dann doch immer mehr an Big Data angleichen, oder sogar zu Big Tech wechseln, ohne das ich möglicherweise davon mitbekomme – erinnert etwas an die künstlich aufgeblähte Herstellervielfalt von Produkten im Supermarkt :P.
Und am Ende weiß ich sowieso nicht, ob mein gemieteter VPN-Anbieter im Äußersten wirklich keine IP-Adressen preisgibt, selbst wenn er vorgibt, diese nicht zu protokollieren (woher weiß ich das?). Können sich die Behörden nicht ohnehin direkt an den Internetanbieter wenden? Und verschlüsselte Festplatten, deren Passphrasen aus einem Zahlen-, Zeichen- und Buchstabengemisch nur noch in meinem Kopf sind. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass es sehr „angenehme“ Menschen geben könnte, die selbst das aus mir raus bekommen würden. Die bräuchten nur etwas „kitzeln“, wenn sie mich fälschlicherweise für den „Staatsfeind Nr. 1“ halten würden. Bei alledem „habe ich doch nichts zu verbergen“. Ja, es ist wahnwitzig. Hoch lebe die Paranoia :P!

Das Vertrauen ist dahin. Und immer wieder die Frage: Was soll dieser ganze Mist? Muss ich im Internet in einigen Blogs immer meinen Senf dazu geben? Lenkt mich das nicht vom Wesentlichen ab? Weiß ich nicht mittlerweile alles, was ich wissen muss? Das steht als nächstes auf meiner Big Data-Diät: Der Computer-Entzug. Denn egal was ich mache, kämpfe ich wie Don Quixote gegen Windmühlen (als ob das Geschachere von Daten ein Ende finden würde). Da bleibt nur übrig, den Stecker zu ziehen. Aber vielleicht erledigt das ja auch unsere neu dazugewonnene Energiesicherheit.

Karsten
Karsten
1 Monat zuvor

Volles Verständnis, twitter ist für Austausch oder gar einen Diskurs völlig ungeeignet. Wenn man die „richtige“ Meinung hat, wird dort herrlich gepöbelt und die Sau raus gelassen. Am besten man lässt die Hater dort einfach alleine. Man erreicht sie dort ohnehin nicht.
Ich war da ca. ein halbes Jahr und habs nicht ausgehalten.

TeeVau
TeeVau
Reply to  Karsten
1 Monat zuvor

Ich war nie dort Mitglied – und möchte es aus den von Ihnen und oben von Flurdab („Sammelbecken der Bolschewoken“ 😆 ) gesagten Gründen auch nicht werden.

Sie haben mir das Wort aus dem Mund genommen. Herzliches „Daumen rauf“ für Sie von mir 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by TeeVau