Die unerträgliche Seichtigkeit des Seins

Die Guten und die Bösen: Auf diesen moralischen Dualismus läuft es im Restdiskurs, den sich diese Gesellschaft noch zutraut, letztlich hinaus. Diese Vorstellung stellt einen intellektuellen Offenbarungseid dar und beleidigt die Intelligenz denkender Wesen.

Neulich war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Raus aus Frankfurt, rein nach Offenbach. Diese Animositäten, die Frankfurter und Offenbacher im Umgang mit ihrer jeweiligen Nachbarstadt hegen, verstehe ich als Zugereister nicht. Beide Städte sehen beinahe gleich aus. Jedenfalls war ich gerade auf dem Rückweg nach Frankfurt, überquerte den Main und las auf dem steilsten Brückenabschnitt, mehrfach auf den Boden gesprayt: »Hanau war kein Einzelfall.« Da ich gerade im Begriff war, die anaerobe Schwelle zu überschreiten, blitzten meine Gedanken nur lose auf. Kurz vorher gab es das Messerattentat von Würzburg – und ich dachte mir in dieser Phase strampelnder Anstrengung: Stimmt, kein Einzelfall.

Später habe ich mich gefragt, ob ich das so einordnen kann. War Hanau nicht was anderes als Würzburg? Aber Amokläufe gleichen sich ja nie im Ablauf – nur in dem, was sie bewirken. Darf man eine Attacke eines Mannes, der als rechtslastig gelabelt wurde mit der Tat eines Asylbewerbers vergleichen? Ich bin nur sehr bedingt der Ansicht, dass der Hanauer ein Rechtsextremist war. Meinen Standpunkt hatte ich schon mal klargemacht. Aber warum sollte man beides nicht nebeneinanderstellen dürfen? Weil die Moral im Lande dies säuberlich trennt?

Vereinfachungen wohin man schaut

Ich bin doch ohnehin der Ansicht, dass der herrschende Moralismus, diese Lehre vom Guten und dem Bösen, keine geeignetes Instrument zur Analyse darstellt. Moral ist ein spannender philosophischer Teilbereich. Man braucht sie sicherlich auch im persönlichen Alltag. Als Kompass. Und als Richtschnur. Aber als rigoroser Wegweiser und Richtungsgeber wird sie überschätzt – jedenfalls in dieser kruden Spielart, die Welt nach Schwarz-Weiß-Schemata zu kartographieren.

Diesen Dualismus, der unsere Debattenkultur so stark prägt, wie vielleicht nie zuvor, halte ich für eine ziemlich amerikanische Sache. Innerhalb der Wokeness, dieses akademischen Moralismus‘, der von US-Universitäten überschwappte, manifestiert er sich ganz deutlich. Die amerikanische Kulturlandschaft hat das dualistische Weltbild, das sich aus einer religiösen Grundhaltung destillierte, ganz augenfällig vereinnahmt. Kaum ein Film, kaum eine Serie, in der nicht vom Guten und vom Bösen die Rede ist. Grauzonen kommen hingegen eher selten vor. Aus der einstigen Zombie-Apokalypse bei »The Walking Dead« formte sich ein moralinsaurer Erguss. Wo man früher den Protagonisten zusah, wie sie gegen Untote kämpften, ihr Überleben sicherstellten, lauscht man ihnen jetzt bei endlosen Debatten über das Richtige und das Falsche, erträgt man ein Geschwafel über gut und böse.

Mir scheint das in der Syntax der Vereinigten Staaten angelegt. Sie sind hochgradig dualistisch geprägt. Es sind die Geister einer Zeit, da das Land der Zufluchtsort religiös Ausgegrenzter und Fanatisierter war. Das hat abgefärbt. Ein realistisches Bild von der Welt vermittelt es nicht. Niemand ist einzig böse. Und die vermeintlich Guten sind eben auch nicht immer gut. Das moralische Leitbild, das zwischen diesen zwei Attributen strikt trennt, ist eine Simplifizierung. Ist Schubladendenken in Reinkultur. Eine intellektuelle Seichtigkeit stellt es ohnehin dar.

Gute Serienmörder? Schlechte Moralisten?

Es gibt Serienmörder, denen die Nachbarschaft nachsagte, dass sie eigentlich freundliche Zeitgenossen gewesen seien. Sie waren immer hilfsbereit, fürsorglich, da war nie ein Verdacht. Und es gibt Moralisten, die stets das Gute predigen und die hinter den Kulissen vergewaltigen und sexuell ausbeuten. SS-Leute waren zuweilen prächtige Familienmenschen. Die Welt ist in meinen Augen ein Tummelplatz solcher Unausgewogenheiten. Mit Kategorien wie gut oder böse, kann man sicherlich grob einschätzen. Aber zu einer Lebensphilosophie lässt sich das nicht modellieren. Ich selbst ordne mich gar nicht in so einem Moralismus ein. Bin ich gut? Böse? Nichts davon trifft zu. Häufig bin ich pragmatisch. Diese Haltung ist werteneutral, kann gut oder böse sein – sie ist gespalten in ihrem Handeln oder Unterlassen.

Es würde mich auch schlicht überfordern, mein Leben nach dualistischen Kriterien einzuordnen. Wer so lebt – das ist meine persönliche Meinung -, kann nie zur Ruhe kommen. Denn der Dualismus lebt vom ewigen Zweifel, vom Widerstreit bei jeder Tätigkeit. Darf ich das? Soll ich das? Lasse ich es lieber? Oder muss ich es im Gegenteil sogar tun, um richtig zu liegen? Was denken die anderen von mir? Das ist die eigentliche Frage, die sich aufdrängt: Was denken die anderen von mir? Denn der moralische Dualismus ist ja kein Selbstzweck, er manifestiert eine Werteordnung, die zwangsläufig den Nächsten braucht, der Wertevorstellungen pflegt.

Auf den Punkt gebracht ist es doch so, dass die wahren Umstände auf dieser Welt viel komplexer sind, als dass sie mit einer solchen Schwarz-Weiß-Malerei treffend umschrieben werden könnten. Es gibt nun mal auch Vergewaltiger, die als Sozialarbeiter mit Flüchtlingen arbeiten. Er tut Böses und Gutes zugleich. Solche drastischen Beispiele zeigen doch nur, die Zerrissenheit der menschlichen Rasse auf. Die moralischen Attribute, die wir mit gut oder böse bezeichnen, sind menschliche Kategorien. Das meine ich nun nicht dekonstruistisch, denn natürlich sind sie notwendig, um sein Leben einordnen zu können. Aber sie können als Begriffe eben nie das Chaos abbilden, das so ein Erdenleben ausmacht. Sie sind Einschätzungshilfen. Aber keine Wahrheiten, die man als Lebensmoral nutzen könnte.

Die Welt ist zu komplex für ein moralisches Raster

Die heute so favorisierte Grundhaltung, ständig alles und jeden rein dualistisch zu bewerten, ist völliger Irrsinn, stellt die schlimmste Leugnung dar, die man sich vorstellen kann: Denn sie verleugnet die conditio humana, die Umstände des Menschseins nämlich. Die sind zerrissen, unübersichtlich, chaotisch und komplex. Da ist nichts eindeutig, alles ist in Kontexten zu sehen, Motivationsgründe sind vielfältig. Ja, Diversität, dieses Schlagwort der Wokeness, trifft ganz besonders auf das Innenleben des Individuums selbst zu.

Eigentlich ist diese Einsicht keine große Nachricht. Sie ist eine Binsenweisheit. Dennoch muss man das heute explizit betonen, weil sich ein Weltbild in der woken Blase und darüber hinaus im öffentlichen Diskurs etabliert hat, das mit ganz klaren Konturen hantiert und das so tut, als könne man den ethischen Dualismus ohne Skepsis und Zweifel zur Grundlage der eigenen Welt- und Gesellschaftseinschätzung heranziehen. Dabei sind jene, die ihr Weltbild dualistisch ausleuchten, ja selbst das beste Beispiel dafür, dass dieses moralische Raster mindestens zweifelhaft sein muss.

Denn sie, die sich innerhab des dualistischen Komplexes als »die Guten« sortiert haben, zeigen Anwandlungen von schierer Boshaftigkeit und lassen hier und da sogar drastische Gewaltbereitschaft aufblitzen. Dass sie diese Form als Kampf des Guten gegen die Bösen erklären wollen, macht die Komplexität ihrer eigenen moralischen Verfassung nicht nachvollziehbarer. Im Gegenteil: Sie zeigen nur, warum der klassische Dualismus ein Faible aus religiösen Zeiten war. Damals war man selbstgerecht genug, nichts anderes als den eigenen Glauben gelten zu lassen. Es mangelte an Aufgeklärtheit darüber, dass es andere Lebens- und Denkmodelle, ja andere Religiositäten gibt. Da gelangen wir abermals zu der Einschätzung, dass wir heute eigentlich in religiösen Tagen leben, in denen für Komplexität und Diversität kein Platz ist – auch wenn man das gerne freimütig betont. Man predigt halt Wein und serviert Wasser. Auch das kennt man ja …

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Heldentasse
Heldentasse
16. Juli 2021 8:39

Auf den Punkt gebracht ist es doch so, dass die wahren Umstände auf dieser Welt viel komplexer sind, als dass sie mit einer solchen Schwarz-Weiß-Malerei treffend umschrieben werden könnten. Das heißt nun aber nicht, dass man die Wirklichkeit objektiv erfassen kann, wenn man sie nicht in Gut und Böse einteilt. Wir müssen leider in Rahmen denken, um überhaupt was vernünftiges heraus zu bekommen, und diese Rahmen basieren letztendlich auf Vereinfachungen, Annahmen (Postulaten) und Vorurteilen. Auch ist es m.E. viel zu flach, wenn man behauptet wer das menschliche Verhalten u.a. in gut und böse unterteile denke viel zu einfach! Oder möchte… Weiterlesen »

Mensch
Mensch
Reply to  Heldentasse
16. Juli 2021 9:57

Moin Heldentasse, schön wieder von Dir zu lesen😃 Hab‘ Dich die Tage wohl irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt 🤔 Wie auch immer, es war jedenfalls nicht meine Absicht Dich in irgendeiner Weise zu verärgern😓 Das nur mal zur Klarstellung, nun zum eigentlichen Thema hier: Ich für meinen Teil habe überhaupt keinen Skrupel und sehe auch gar keine andere Alternativ, dass vieles was zur Zeit in dem besten Teutschland aller Zeiten abgeht, als sehr böse einzuordnen, gemacht von bösen Menschen und dummen Mitläufern. Das sehe ich, je nach Tagesform, genau so. An anderen Tagen, Frage ich mich durchaus auch einmal,… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mensch
16. Juli 2021 11:05

Ich freue mich auch was von Dir zu lesen, und hoffe weiterhin auf einen sachlichen Diskurs. Ganz klar gibt es auch in meinem Weltbild bösartige Menschen die Gewalt anwenden um andere zu schädigen. Die schlechtesten von denen haben sogar noch Spaß daran. Aber diese sind für die Gesellschaft das kleinere Problem, relativ zu denen die im Hintergrund Böses machen. Oft ist es auch so, dass die großen Bösen die kleinen Bösen als Grund nehmen um ihre Taten zu legitimieren. Z.B. sind die aufgeführten Verbrechen für mich kein Grund für alle Freiheitsrechte einzuschränken, u.a. auch weil das Risiko durch Mord zu… Weiterlesen »

Cetzer
Cetzer
Reply to  Mensch
16. Juli 2021 22:26

„je nach Tagesform“

Einfühlung ist anstrengend; Zu anstrengend, wenn man chronisch übermüdet ist, so wie viele der Politiker, die das möglicherweise als Aufopferung fürs Vaterland Gemeinwohl empfinden. Schlafmangel sollte man nicht unterschätzen, wenn das Böse so schwer zu fassen ist.

„dass was gegen die kriminellen „Ausländer“ getan wird.“

So regiert es sich halt mit der BILD-Zeitung im Genick, der AFD im Periskop und den Großspendern, die einen an den Eiern haben¹.

¹Für politische Diskussionen nach 23:00 Uhr ausnahmsweise zugelassen, gemäß Erlass der Landesmedienanstalt NRW vom 1.4.2021.

Last edited 16 Tage zuvor by Cetzer
Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
16. Juli 2021 17:45

Das heißt nun aber nicht, dass man die Wirklichkeit objektiv erfassen kann, wenn man sie nicht in Gut und Böse einteilt. Das sehe ich ein bißchen anders. Wir können die Wirklichkeit (was ist das überhaupt ?) gar nicht objektiv erfassen, sondern nur subjektiv. Frag mal 5 verschiedene Leute, die an einer Diskussion, einem Konzert, einem Unfall oder sonstigem beteiligt waren nach ihren Eindrücken und sie werden verschiedene Blickwinkel offenbaren. Daß wir grundsätzlich erstmal in Schubladen (oder eben Rahmen) denken, da gebe ich dir recht. Um einen Menschen, eine Situation oder sonstiges für sich einschätzen zu können und um – etwas vereinfacht ausgedrückt… Weiterlesen »

Cetzer
Cetzer
Reply to  Heldentasse
16. Juli 2021 21:38

„Wir müssen leider in Rahmen denken“

So beginnt traditionell jeder Unteroffizierslehrgang der Deutschen Bundeswehr.

„Wirklichkeit objektiv erfassen“

Wenn der Lack der Zivilisation abplatzt, halten auch die Dübel der Wirklichkeit nicht mehr. Inzwischen würde ich mich nicht länger trauen, das Konzept der objektiven Wirklichkeit/Realität argumentativ zu verteidigen und wenn mein Internetzugang davon abhinge¹.

¹Laut UNESCO ist heute der Tag des Konjunktivs

ChrissieR
ChrissieR
16. Juli 2021 13:24

Guude!
Ich les grad von Klaus-Peter Wolf die“ Dr. Sommerfeldt“ Krimi-Trilogie. Dr.S ist nicht nur kein richtiger Arzt, sondern ein Serienmörder, der aus altruistischen Motiven mordet. Z.B. killt er alle, die das Leben seiner Freundin Beate erschweren oder Männer, die gewaltsam zu Frau und Kindern sind. Noble Motive für böse Taten…und dieser Dr.S ist mir irgendwie sehr sympathisch…..
Gut und Böse ist eben relativ. Als Busfahrerin gingen mir Radfahrer auf den Geist, wenn ich jetzt mal radfahre und mich ein Kollege bissl arg eng überholt, kriegt er den erhobenen Stinkefinger gezeigt! Alles eine Frage der Perspektive…

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
16. Juli 2021 13:48

„Dr. Sommerfeldt“ von Klaus Peter Wolf kenne ich noch nicht – Danke für den Tipp 😃👍

Kennst Du schon die „Frau Morgenstern und….“ Reihe (Zwei Bände IIRC bisher) von Marcel Huwyler und die „Achtsam morden…“ Reihe (Bisher drei Bände, meine ich) von Karsten Dusse🤔

Wenn nicht, könnte Dir das evtl gefallen, denn auch dort wird aus „guten“, nachvollziehbaren Gründen gekillt😉

Ich hab’s jedenfalls als Hörbücher auf längeren Autofahrten genossen🏹🥊🔨💣🗡️⚔️

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Mensch
16. Juli 2021 14:22

@Mensch
Danke für den Tip! Kenne ich noch nicht…klingt aber gut!
„Totenstille im Watt“ heisst der erste Dr.Sommerfeldt-Band, Fischer TB, über Medimops gebraucht kaufen….

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
19. Juli 2021 22:58

Totenstille im Watt“ heisst der erste Dr.Sommerfeldt-Band,

Hab‘ ca 2/3 durch – gefällt mir sehr🙂🙃🙂🙃

Herrlich politisch unkorrekt 🤟😃👍

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  ChrissieR
16. Juli 2021 17:03

Moin Chrissie, Gut und Böse ist eben relativ. Nach über 250 Jahren Aufklärung und Kulturentwicklung ist es so gerade nicht, zumindest auf dem Papier. Da gibt es z.B. den Kategorischem Imperativ von Herrn Kant, und der besagt: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde. Und damit verbietet es sich ganz ausdrücklich, dass die „Guten“ die „Bösen“ zu ihrem Zwecke töten! Denn wenn dies zum Gesetzt würde, würde es in de facto in Barbarei enden, so wie m.E. in unserer Kultur zur Zeit. Oder eben aus logischer Sicht in einem Parodoxum,… Weiterlesen »

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  ChrissieR
18. Juli 2021 13:15

Ojemine….
Klaus-Peter Wolf… nicht gerade ein Highlight der Kriminalliteratur…aber eben Topseller. Mainstream mit Lokalkolorit. Als Buchhändler verkauft man ja gerne, aber sieht die Qualität eher skeptisch. Nun ja – jedem das Seine. Ich sage ja auch nichts, wenn Menschen mit Unverständnis das Haupt schütteln, wenn ich zu der Schwedenband „Ebony Tears“ wahre Gänsehautstürme bekomme…..
Euch angeraten würde ich gern demütigst auf Wolfgang Schorlau aufmerksam machen, der wahre Begebenheiten, extrem gut nach recherchiert in seinen Politthrillern verarbeitet. Das hat Niveau UND Spannung !

Last edited 14 Tage zuvor by Brian DuBois-Guilbert
Percy Stuart
Percy Stuart
16. Juli 2021 14:26

Man darf den Dualismus ja nicht nur als schwarz und weiss sehen oder gut und böse. Beides sind ja nur die Grenzen die er setzt zwischen denen wir uns befinden. Jeder Mensch ist gut und jeder Mensch ist böse, im meisten Fall befinden wir uns irgendwo dazwischen. Das Gute kann ich nicht verstehen ohne das Böse zu kennen.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Percy Stuart
16. Juli 2021 17:09

Ganz klar der Mensch kann beides! Im Grunde es das was uns zum Menschen macht!

Das #Gute und das #Böse (Erich #Fromm)

Jau
Jau
Reply to  Heldentasse
16. Juli 2021 17:37

Danke, Heldentasse.
Und natürlich auch bei Roberto für Text und Madeira-Foto bedankt.

Zur 61. Sitzung:
-We´ll catch you ´cause we can-
https://www.youtube.com/watch?v=s8l-jiC_oFw
Vom 16.07.2021; 6h 20; ab ungefähr der 12. Minute

Last edited 16 Tage zuvor by Jau
TWASBO
16. Juli 2021 17:52

Gute Reflexion über ein wichtiges Thema! Die letzte Beobachtung – Wasser predigen und Wein saufen – wäre dann eigentlich der Cliffhanger für Teil 2: Qui bono? Und auch da wäre man in den USA, nicht nur ihren Universitäten, auf der richtigen Spur zum Ursprungsort: Big Tech, Big Pharma, Big Money profitieren gewaltig vom Dualismus des neuen Denkens, von der Kohortenbildung, vom Aufhetzen der Guten gegen die Bösen. Wenn sie uns alle atomisiert, kategorisiert und kanalisiert haben, werden wir hübsch um unsere kleinen Privilegien betteln – gern auf Kosten der „Bösen“. Dafür werden wir nie auf die Idee kommen, uns gegen… Weiterlesen »

Cetzer
Cetzer
Reply to  TWASBO
16. Juli 2021 22:28

„Wasser predigen und Wein saufen“

Impfen predigen und Kochsalzlösung spritzen

bader
bader
Reply to  Cetzer
17. Juli 2021 10:43

Sicherheit verspreche und Kontrolle damit meinen

Cetzer
Cetzer
16. Juli 2021 21:00

Wer but und göse verwechselt, muss zur Strafe:
Ein Parteiprogramm seiner Wahl auswendig lernen, im Wiederholungsfall das der CDU.
Den Restdiskurs einer Talkshow durch hundert bunte Zwischentöne unsendbar machen, im Wiederholungsfall trotz Lauterbach auf Ritalin.
Einem Alien von Beteigeuze die Animosität zwischen Frankfurt und Offenbach erklären, im Wiederholungsfall die zwischen Köln und Düsseldorf.
Mit einer Vuvuzela 99 schillernden Seifenblasen aus geronnenem Moralin den Odem einhauchen, im Wiederholungsfall das Moralin vorher dem Lauterbach abzapfen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Cetzer
16. Juli 2021 21:49

@Cetzer

LOL 😀

ShodanW
ShodanW
17. Juli 2021 12:59

Danke für den Artikel! Moral ist Wunschgedanke, nichts weiter. Oft konterkariert das Tun den Gedanken, und ich glaube, das scheint bei uns aktuell ein großes Problem zu sein. Viele denken nur an ihr Image, geben sich politisch korrekt, verhalten sich aber nicht selten sehr undifferenziert, zuweilen autoritär und somit auch nicht anders als die alten, verknarzten Nachkriegspapas, die ihre Kinder schlugen. Da sie es heute nicht mehr dürfen (weil sich selbst und anderen verordnet), benutzen sie halt psychischen Druck. Ist das besser? Ganz sicher nicht. Es ist sogar noch schlimmer, weil man als Betroffener nur langsam verletzt wird und die… Weiterlesen »

bader
bader
17. Juli 2021 13:43

Gut und Böse sind, philosophisch gesprochen, höchst ungeeignete Kategorien, die Welt einzuteilen. Was für den einen gut, ist böse für den andern. Beispiele gefällig? Eine riesige Überschwemmung ist für die davon Betroffenen höchst böse, für Politiker im Wahlkampf ist sein ein wahres Gottesgeschenk. Impfseren högen manchem böse unter die Haut gehen, für die herstellende Pharmaindustrie, gerade wenn sie vorher auch noch wichtige Schaltstellen eines verwaltenden Staatswesens unter ihre Kuratel gebracht hat, sind sie das beste was ihr passieren kann. Endlich sind auch die Gesunden ihre Kunden, man musste sie nur umdefinieren. Von allem denkbaren Bösen profitiert immer irgendwer. Tatsächlich ist… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  bader
17. Juli 2021 17:32

Gut und Böse sind nicht die Kriterien mit der die Philosophie die ganze Welt einteilt, sondern wenn überhaupt sind es Gegenpole der Ethik, ein Leitfaden zur Positionsbestimmung, u.a. wenn man selbst Entscheidungen trifft die andere Menschen betreffen.

Überschwemmungen oder Impfseren können für sich nicht böse sein, aber wenn z.B. Impfungen zum Schaden der Menschen aus schnöder Gewinnsucht oder noch tieferen Abgründen heraus verabreicht werden, ist das schon sehr böse, m.E.

Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
17. Juli 2021 22:20

Gut und böse sind schlicht und ergreifend Einteilungen/Kategorisierungen,
die der Mensch vornimmt. Die mögen durchaus plausibel sein, aber wie hier
schon richtig angemerkt wurde, sind es die Dinge/Situationen/Taten erstmal
nicht; es kommt halt auf die Perspektive an.
So lächerlich mir das persönlich erscheint, aber meine Entscheidung, mich weder testen und spritzen zu lassen und sehr viele Dinge dieses langwährenden Irrsinns infrage zu stellen, könnte von manchen als böse
angesehen werden.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Brian
18. Juli 2021 7:58

aber wie hier schon richtig angemerkt wurde, sind es die Dinge/Situationen/Taten erstmal nicht; es kommt halt auf die Perspektive an. Das ist ein ganz wesentlichen Dingen, wie z.B. den Menschenrechten, der UN- Charta und auch dem GG gerade nicht so, dass es auf die Perspektive ankommt. Es war eine sehr große kulturelle Leistung der Menschheit, dass man sich gewissermaßen auf Mindeststandards des miteinander geeinigt hat! Das hat man gemacht, weil vorher unendlich viel Blut und Leid durchgemacht werden mussten, um auf diese Standards zu kommen, und diese Standards weiteres Leid und Blutvergießen verhindern sollen. Das die Barbaren die nun unterhöhlen,… Weiterlesen »

ShodanW
ShodanW
Reply to  Heldentasse
18. Juli 2021 8:31

Die Perspektive auszulassen und allgemeingültige Gesetze zu schaffen ist wahrlich nicht einfach. Das GG bietet in dem Zusammenhang den richtigen Rahmen, verliert aber schnell in der Perspektive des Einzelnen an Bedeutung, das Subjektive ersetzt den neutralen Wert des GG. Heute ist es nun noch anders, und dadurch auch gefährlich: Man koppelt Gut/Böse an die Empirie. „Die Wissenschaft“ – das hört man so oft, dass das nach dem deutungshohen Narrativ Subjektive seinen Stellenwert verliert, weil man mit Daten und Zahlen versucht, etwas Unerschütterliches zu schaffen. Also ist das GG nach deren Erhebung schwach. Man braucht dann nur noch die Mächtigen, die… Weiterlesen »

Jau
Jau
Reply to  ShodanW
18. Juli 2021 9:21

Wir sind im Endeffekt nur noch Mittel zum Zweck, egal ob das nun gut oder böse ist.

Diesem ´Wir´ schließe ich mich nicht an. Nö, danke schön.

ShodanW
ShodanW
Reply to  Jau
18. Juli 2021 11:54

Das gilt natürlich für das verallgemeinerte, abstrakte Wir.

Pen
Pen
Reply to  ShodanW
18. Juli 2021 11:43

Nö. Wir sind der Zweck.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Pen
18. Juli 2021 18:19

Wir sind sogar Selbstzweck.

Wolfgang
Wolfgang
18. Juli 2021 18:19

Tja… alles nicht so einfach… oder doch? Meiner Ansicht nach ist „Moral“ eine anscheinend ziemlich eilig zusammengepfuschte „Erfindung“ der Menschheit. Gedacht war sie (die Moral) einst sicherlich, um das „Aussterben“ der jeweils eigenen Gruppe (oder „Stamm“), so gut es eben geht in Anbetracht der äußeren Umstände, zu verhindern. Ein paar Beispiele: wenn Dich ein Stammesmitglied ärgert, schlag ihm nicht mit Deiner Steinaxt den Schädel ein. Dann endet dessen Leben und er oder sie kann kein weiteres Leben schaffen. Das ist „böse“! Nimm keinem Stammesmitglied das Essen weg. Hunger kostet Leben. Böse! Wenn ein Stammesmitglied in Lebensgefahr gerät, hilf! Das ist… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Wolfgang
18. Juli 2021 18:34

Es gibt beliebig viele Moralen und Vorstellungen dazu, schlimmstenfalls so viele wie es Menschen gibt. Aber lange nicht jede davon ist sinnvoll bzw. auch wertvoll, und die Ehtik versucht mit geisteswissenschaftlichen Methoden da Ordnung hinein zu bringen. Man sollte sich m.E. übrigens mit Händen und Füßen dagegen wehren, alles moralische der Beliebigkeit zu opfern dahingehend, dass jede Moral gleich viel Wert ist oder auch gar nichts von Wert. Denn alleine schon als Grundlage dafür, dass die Fehler der Vergangenheit nicht noch mal gemacht werden, taugt eine gute/ humanistische Moral. Und wenn man gar nichts aktuelles finden lässt. nimmt man halt… Weiterlesen »

Wolfgang
Wolfgang
Reply to  Heldentasse
18. Juli 2021 18:52

Darauf wollte ich hinaus… vielleicht sollten wir es mal damit versuchen, die vielen, vielen unfassbar verästelten „Moralen“ zurückzuschneiden und mal zu schauen, wie die sich dann nach dem „Rückschnitt“ „verwachsen“, statt wieder und wieder alles und Alle in Schutt und Asche zu legen und darüber die „Ethik“ schlicht zu opfern… Wobei ich inzwischen ein echtes Problem damit habe, „Geisteswissenschaften“ und „Ordnung“ in einem Satz zu nennen. Die verschiedenen Moral-Dilemmata und das zugehörige Chaos haben wir vor allem den „Geisteswissenschaften“ und deren relativ aktuellen Auswüchsen (aka „Methoden“) zu verdanken. Auch da ist eine gewisse Ähnlichkeit zu „Religion“ nur schwer abzustreiten. Die… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Wolfgang
18. Juli 2021 19:28

Ich denke man muss gar nicht mehr soviel machen und nach schneiden, „nur“ ein „wenig“ denken. Herr Kant hat m.E. u.a. für unseren Kultukreis die Grundlage gelegt, andere Größen haben es erweitert und modernisiert. Was man braucht, meiner Person inkl., sind Mittler die einem verdeutlichen was diese Größen eigentlich meinten.

schwitzig
schwitzig
18. Juli 2021 20:20


ich muss das einfach mal schreiben:-). Wenn ich zu Spiegelfechter-Zeiten Deine Beiträge oft grenzwertig fand und Dir gegenüber nicht immer höflich war, finde ich mittlerweile Deine Beiträge überwiegend als bereichernd und Denkanstöße offerierend. Vielleicht liegt es auch an zusätzlichen Erfahrungswerten von mir – wer weiß:-). Ist auch nicht wichtig – ich wollte nur mal Danke sagen. Klar, Echokammer usw,, aber ich finde Deine Arbeit auch gut, wenn ich Deine propagierten Ansichten nicht teile.
Jörg macht meiner Ansicht nach bis auf den Hut auch einen guten Job!

Robbepiere
Robbepiere
Reply to  Roberto J. De Lapuente
18. Juli 2021 23:47

@Roberto J. De Lapuente

Und ich finde seinen Hut sehr gut. Gefällt mir. Habe kurz nachgedacht, mir denselben anzuschaffen.

Lass es lieber.
Der Hut an sich ist nicht schlecht, aber er glänzt wie eine Speckschwarte. Das Modell „Stan Laurel“ stünde ihm m.M.n. deutlich besser.

Für dich könnte ich mir die Variante „Don Camillo“ gut vorstellen 🙂

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Roberto J. De Lapuente
19. Juli 2021 10:28

@Roberto J. De Lapuente

Hab mir gstern nochmal eine Episode angeschaut und tatsächlich….der glänzt auch.
Das ist vermutlich der eingebaute Heiligenschein.

Der Hut allein reicht, Monsignore. 😀

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Robbepiere
20. Juli 2021 13:27

@ Rob

…wie wäre es mit Ben Johnson´s Hut in „Rio Grande“ …?
Tom schaut mit seinem Hut schon echt ein wenig aus wie der echte William Bonney….mit Verlaub gesagt…. 😉

Lockdown-Moellmann.jpg
Brian
Brian
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
20. Juli 2021 14:09

Oder wie wäre es mit dem Zylinder von Groucho Marx ?

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Brian
20. Juli 2021 18:22

@Brian
schmunzel….mit einem Bowler-Hat wie Pan Tau ihn trug, könnte er noch mehr verändern…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
20. Juli 2021 19:59

@Brian DuBois-Guilbert

Genau, Merkel in Miss Piggy. 🙂

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