Vertrauen mit’m Knüttel

Ab einer Sterblichkeit von einem Prozent aller Menschen, wären behördliche Maßnahmen zum Seuchenschutz empfehlenswert. Nein, das behaupte nicht ich. So sehen die Centers for Disease Control and Prevention die Sache. Dass man schnell auf Verbote baute, hat auch mit dem fehlenden Vertrauen in die Medien zu tun.

Nun komme ich doch nochmal auf einen Text von letzter Woche zu sprechen. Nun ja – wenigstens so ein bisschen. Auf Vernunft zu bauen, so urteilte ich ebendort, sei letztlich Quatsch. Pragmatismus sei hingegen der eine Grund, weshalb man Maßnahmen – zumal solche, die gar nicht praktikabel seien – nicht verschärfen sollte. Kaum formuliert, geriet mir das Schlusskapitel von Laura Spinneys wunderbarem Buch »1918. Die Welt im Fieber« in die Fänge. Sie berichtet davon, wie die Spanische Grippe die Forschung noch heute beschäftigt. Auch in puncto Pandemie-Management.

Insbesondere die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben sich damit beschäftigt. Nach deren Kriterien machen die Regierungen in Europa so ziemlich alles falsch. Denn Zwangsmaßnahmen würden das Gegenteil bewirken und die Bevölkerungen in die Resignation treiben. Spinney sprach zwei Jahre vor Corona den Medien eine entscheidende Rolle zu. Aber durch mangelndes Vertrauen könnte deren Rolle nach hinten losgehen – so ist es, betrachten wir die Situation in Deutschland, dann auch gekommen.

Leitfaden von 2007 oder Bußgelder, noch höhere Bußgelder!

Die CDC hielten es schon weit vor der Corona-Pandemie für wichtig, dass etwaige Maßnahmen zur Eindämmung effektiv gestaltet werden. In einem Leitfaden von 2007 rät man daher dazu, die Bevölkerung zur Mitwirkung zu motivieren: Hierzu seien aber Vorschriften ungeeignet. Die höchste Akzeptanz haben freiwillige Maßnahmen – dies begründet man damit, dass Gesundheitsvorsorge generell dann besonders vielversprechend ist, wenn sie auf freiwilliger Basis geschieht. Im Grunde wirken 90 Prozent des medinzinischen Sektors genau so: Ein Patient muss gar nichts – er wird nicht zur Genesung oder auch nur zur Vorsorge gezwungen. Wenn jemand von alleine zum Arzt kommt, meint er es gemeinhin ernst mit seinem Anliegen. Ausnahmen sind Notfälle, die nicht mehr selbst über sich verfügen können – oder die Kindermedizin.

Diese Erfahrung aus dem medizinischen Alltag zeigt, dass die beste medizinische Versorgung dann gewährleistet wird, wenn man Menschen nicht zur Behandlung zwingt. Daher befand die CDC, dass die beste Akzeptanz für einschneidende Maßnahmen wie Quarantäne, Schulschließungen und Versammlungsverbote dann entstehen, wenn »Polizeigewalt« vermieden wird. Deshalb wird von den CDC empfohlen, behördliche Maßnahmen nur anzuordnen, wenn der Anteil der krankheitsbedingten Todesfälle auf über ein Prozent steigt – ein Prozent aller Bewohner eines Landes wohlgemerkt.

Zuvor schon mit Zwangsmaßnahmen zu hantieren, sei grundsätzlich kontraproduktiv. Auch im Hinblick auf die Zeiträume, die eine Pandemie haben kann. Die Geschichte der Corona-Politik, jedenfalls für Deutschland, ist eine Geschichte der Zwangsverschärfungen. Es vergeht heute kaum noch ein Tag, an dem nicht ein Ministerpräsident Bußgelder und noch höhere Bußgelder einfordert. Das alles geschieht, während der Zuspruch für die AHA-Maßnahmen schwindet. Welche Steigerung kann der Zwangscharakter noch hinlegen? Verbote hätten das letzte Mittel sein müssen – man hat dieses Instrument letztlich verschwendet.

Die Medien haben es schon vorher verbockt

Man kann es auch griffiger zusammenfassen: Je früher man unter Zwang Maßnahmen anordnet, desto früher endet auch die Akzeptanz. Eine seriöse Information soll Verboten zuvor kommen. Hier kommen die Medien ins Spiel. Mit ihnen steht oder fällt der Seuchenschutz ohne Verbotsmomente. Die Autorin erklärt, dass man am Beispiel von 1918 gelernt hat, dass Zensur oder die Gefahr herunterzuspielen kontraproduktiv seien. Was wir jetzt erleben, nämlich die Gefahr nochmals zu dramatisieren, auch jungen Menschen beispielsweise einen schweren Verlauf von Covid-19 vor Augen zu führen, den es für diese Alterskohorte kaum gibt, zeugt ebenso von einer unaufrichtigen Berichterstattung, die nach hinten losgeht.

Was unbedingt notwendig ist, um Medien als Informationsportal zu einem selbstverantwortlichen Umgang mit einer Pandemie nutzen zu können: Das ist Vertrauen. »Ist es angesichts einer bevorstehenden Pandemie nicht schon vorhanden, kann auch die beste Informationspolitik nicht verhindern, dass die Bevölkerung sich den Empfehlungen verweigert«, schreibt Spinney.

An der Stelle nickt der kritische deutsche Rezipient. Der deutsche Medienbetrieb hat schon weit vor Corona die Grundlagen geschaffen, weswegen viele Menschen kein Vertrauen mehr zu ihm haben. Er hat Kampagnen gefahren, regierungsnah berichtet, Skandale unterdrückt, der Außenpolitik die Steigbügel gehalten und ideologisch ausgeblendet, ganze Bevölkerungsgruppen pathologisiert und belehrt. All die Verschwörungstheoretiker, über die gerade die Medien heute spotten und die sie kritisieren und die sie von der Politik gemaßregelt wissen wollen, sind ein Produkt dieses fehlenden Medienvertauens.

Nach der Pandemie: Ist Vertrauensarbeit noch möglich?

Die Berichterstattung Covid-19 betreffend, hat das Vertrauen nicht gerade gestärkt. Eine Insitution, der man schon mit wenig Vertrauen begegnete, gestaltete die eigene Informationsarbeit so eindimensional und unkritisch, so hysterisch und überzogen, dass letzte Vertrauenszugeständnisse auch noch verloren gingen. Zur schlechten Grundbedingung, die Medien als natürliches Informationsorgan zu nutzen, kam gleich aus dem Stand eine Untermauerung, weswegen viele Menschen dem Betrieb eigentlich das Vertrauen entzogen: Sie haben den Eindruck, dass kritische Distanz kein journalistischer Wert mehr ist – und dass jemand Laune hat, Menschen von oben herab zu belehren.

Diese Konstellation macht für Seuchenschutzmaßnahmen nicht gerade offen. Insofern poppt eine Frage auf, die sich ganz logisch aus diesem Missverhältnis ergibt: Musste die Politik vielleicht mit Verboten und Kontrollen handeln, weil sie mindestens ahnte, dass ihr Verkündigungsorgan, die ach so freie Presse, kein Vertrauen in großen Teilen der Bevölkerung genießt? Glaubte sie, dass ein Kurs, der zunächst eben nicht auf Verbote setzt, von Anfang nur deswegen zum Scheitern verurteilt ist, weil die Medien in großen Stücken eine so miserable Arbeit leisten?

Vermutlich ist die Antwort, wählte man sie bewusst: Nein. Was unterbewusst für die Entscheidung eines Kurses mittels Vorschriften spricht, lässt sich wahrscheinlich nicht beantworten, könnte aber in diese Richtung zielen. Dass die Situation jetzt so verfahren ist, die Fronten sich verhärten, zwanghaft zersplittert ist, ist auf das hiesige Medienversagen zurückzuführen. Wie allerdings nach dieser Pandemie noch jemals die Grundlagen für eine produktive Vertrauensarbeit geschaffen werden können in dieser Republik, bleibt fraglich. Politik und Medien haben in dieser Pandemie gemeinsam Grundlagen geschaffen, auch in Zukunft mehr und mehr Menschen zu verlieren: Nicht an den Tod durch Covid-19 etwa, sondern als vertrauensvolle Staatsbürger.

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Peter
Peter
26. Oktober 2020 7:53

Es gibt kein NACH der Pandemie, wo sehen Sie ein Ende? Sie werden und müssen auf Krieg und Zerstörung bauen. Das ENDE ist Krieg und Tod. Darauf wird zugesteuert. Hoffnung wird es erst nach einer Zeit geben, nachdem viel Leid geschehen ist und viel Blut geflossen ist. Für die nächsten Jahre ist erstmal AUS! Krieg auf unbestimmte Zeit……

niki
niki
Reply to  Peter
26. Oktober 2020 13:39

Ich bin mir ziemlich sicher, wenn China keine Atomwaffen hätte, und auch das sonstige Millitär nicht so schlagkräftig wäre, würde die NATO schon längst Peking bombardiert haben. Corona wäre nur der Vorwand gewesen… Vielleicht hätten die das auch schon viel früher erledigt unter irgendeinen anderen Vorwand!

Last edited 1 Monat zuvor by niki
Pen
Pen
Reply to  niki
26. Oktober 2020 22:20
anonym
anonym
26. Oktober 2020 8:06

Muss Roberto J. De Lapuente jetzt echt an die Eisdiele erinnert werden (22.3.)? Meine Antwort war sehr deutlich: »Warum ich in einem Lokal saß? Weil! Ich! Es! Kann!« So einfach ist die Nummer. Es ist mein Recht. Ganz rechtens und so gewollt. Molle Kühl hat das sofort richtig analysiert: Es geht überhaupt nicht um Moral, sondern um Deinen Egoismus und um Deine asoziale Rücksichtslosigkeit. Wegen solcher Leute wie Dir wird ja gerade das eingeschränkte Ausgehverbot verhängt. Und nun (25.10.) derselbe Roberto J. De Lapuente ganz unverfroren: Man kann es auch griffiger zusammenfassen: Je früher man unter Zwang Maßnahmen anordnet, desto… Weiterlesen »

Heiko
Heiko
Reply to  anonym
26. Oktober 2020 12:44

@anonym: Schon interesannt wie dieses Pack was heute Solidarität beim Maskentragen einfordert Beifall zu Agenda 2010, Privatiserung des Gesundheitswesens, Kriegen in Jugoslawien, Irak und Afghanistan geklatscht haben…

niki
niki
Reply to  Heiko
26. Oktober 2020 12:47

Wenn von Staatswegen aus Solidarität eingefordert wird, kann man sich darauf verlassen, dass irgendwas nicht stimmt… Zumindest ist das meine Erfahrung!

Marla
Marla
Reply to  niki
26. Oktober 2020 22:50

Ja, diese ganze Seel- und Heilssorge war und ist verstörend!
(Und vor allen Dingen wer das morgens mittags und abends (und auch des nachts) per Muezzin Lausprecher verkündet!)

Solidarität wurde ja schon von Kohl mißbraucht!
(Niemand kann von oben über lange Zeit für ananym solidarisch sein! so mein wettern damals!)
Aber jetzt kommt noch *Mitgefühl* *Sorge* *Fürsorge* *an andere denken* und noch so lauter nicht Glaubhaftes hinzu….
brrr

Marla
Marla
Reply to  Roberto J. De Lapuente
26. Oktober 2020 22:51

Na, da sollten wir dein Kind und deine Frau fragen…. Und deinen ‚Chef‘
😉

Sukram71
Sukram71
26. Oktober 2020 13:12

Es ist schon bemerkenswert, wie jemand, der sich im März auch an freiwillige Maßnahmen nicht halten wollte und selbst jetzt Masken-tragen ablehnt, nun „Zwangsmaßnahmen“ blöd findet, weil freiwillig besser wäre. 🙄🤦‍♂️🤣 Hinzu kommt: Wenn man schon Freiwilligkeit befürwortet und auf Vernunft setzt, dann sollte man in der Öffentlichkeit vielleicht auch dazu aufrufen, sich freiwillig an die Maßnahmen zu halten. 🙄 Ich sag mal so: Die ganzen Kontrollen und Bußgelder sind extra nur für Leutchen wie hier da und müssen konsequent durchsetzt werden. Weil es bei manchen Leuten anders nicht geht. Da hilft dann nur noch drauf hauen. Weil sind die… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by Sukram71
niki
niki
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 13:32

Freiwillig etwas tun sollen, wovon man beim besten Willen nicht überzeugt ist, weil es keine wirkliche Evidenz dafür gibt, geschweige denn es gar für einige Menschen schwer gesundheitsschädlich ist…
Das letztere dazu trotzdem noch von Arschlöchern genötigt werden diese zu tragen, das ist in der Tat bemerkenswert!
Und wehe du kommst jetzt mit der Aussage, dass diese Menschen gefälligst zuhause bleiben sollen…

Last edited 1 Monat zuvor by niki
Sukram71
Sukram71
Reply to  niki
26. Oktober 2020 13:43

Freiwillig etwas tun sollen, wovon man beim besten Willen nicht überzeugt ist,

Dann muss du dich eben daran halten, weil der Großteil der Wissenschaft und der Bevölkerung davon überzeugt ist. Und sei es nur aus Rücksichtnahme.

Wer von Masken gesundheitliche Probleme bekommt, der sollte sich vom Arzt davon befreien lassen.

niki
niki
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 13:53

Wer von Masken gesundheitliche Probleme bekommt, der sollte sich vom Arzt davon befreien lassen.

Wie oft denn noch?
Die Menschen werden dazu genötigt trotz ärztliches Attest entweder die für sie gefährlichen Masken zu tragen oder Zuhause zu bleiben…
Was das auch noch für psychologische Folgen für die Betroffenen haben kann will ich mir gar nicht ausmalen…

Rücksichtnahme

Du kannst mich mal!

Last edited 1 Monat zuvor by niki
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 14:10

@Sukram Dann muss du dich eben daran halten, weil der Großteil der Wissenschaft und der Bevölkerung davon überzeugt ist. Und sei es nur aus Rücksichtnahme. Ein Großteil war auch mal für Euthanasie und hat Homosexualität als Abartigkeit verteufelt, mit den bekannten Folgen und ein Großteil der Bevölkerung hat das mitgetragen, weil es so publiziert wurde. Denk mal drüber nach, ob Mehrheiten immer Recht haben. Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by Robbespiere
Marla
Marla
Reply to  Robbespiere
26. Oktober 2020 23:01

Ja mich macht die Überhöhung der Wissenschaft auch zutiefst Sorge!
Nicht weil ich Wissenschaften falsch finde, sondern weil sie zu einer Gottheit erhoben wird, obwohl sie in den letzten Jahrzehnten wieder- dank Neofeudalismus- oft bestochen. gekauft, einseitig war!

Die Geschichte der Wissenschaft, überhaupt Geschichte, sollte mehr soziologisch psychologisch gelernt werden!
Die Geschichte dieser Zunft beinhaltet nämlich auch falsches, schräges, zerstörendes! Irrtümer eingeschlossen!

Leider machen auch die fff diesen einseitigen Tunnelblick!

niki
niki
Reply to  Marla
26. Oktober 2020 23:18

Die Problematik ist doch eher die Fixierung auf einzelne Wissenschaftler und deren Meinungen!
Wissenschaft an sich ist eine tolle Sache und lebt von Erkenntnissen und Widerlegungen. Nur wenn man keine Erkenntnisse von anderen Wissenschaftlern, die unbequem sein könnten, und keinen Diskurs zulässt, ist diese keine mehr.
(Edit: Nichtsdestotrotz sind es immer politische Entscheidungen. Hier werden nur die konformen Wissenschaftler vorgeschickt, um politische Entscheidungen zu rechtfertigen!)

Last edited 1 Monat zuvor by niki
Marla
Marla
Reply to  niki
27. Oktober 2020 22:08

@Nikki…. Ich möchte nur zwischen Wissenschaft und Wissen-schaffen unterscheiden und darauf hinweisen, dass diese blinde Erhöhung gefährlich ist und historisch auch nicht zu begründen! Nicht nur dass Wissenschaft irrte, nicht nur dass Wissenschaft Böses erfand (Einstein meinte nach der Atombombe: Wissenschaftler sollten auch für ihre Forschung Verantwortung übernehmen) nicht nur dass Wissenschaftler käuflich, Agenten der Macht etcpp sind, nicht nur dass Wissenschaftler Gemeingefährliches anstellten (mit KZ Insassen wurde greuliche Versuche gemacht), ohne Wissenschaftler hätten wir evtl viele Umwelt- und Zukunftsprobleme nicht… Und: in den letzten Jahrzehnten (ab Kohl) ist die Geistes- und Sozialwissenschaft nahezu geschrumpft worden, zugunsten einer (wie verkaufe… Weiterlesen »

niki
niki
Reply to  Marla
28. Oktober 2020 9:29

Wissenschaftler sind keine Gott Gesandten, das will ich damit sagen! Ganz bestimmt sind die das nicht… Und genau da setzt meine Kritik an den derzeitigen Situation ein. Die Rechtfertigung von Politik durch den Missbrauch der Wissenschaft. Das gabs auch schon einmal im dritten Reich… In einer anderen äußert perfiden Art und Weise! Ja, aber genau darauf basierte die Rechtfertigung der Thesen der „Herrenrasse“…! Und die gesellschaftliche Ächtung, gar sozialer Vernichtung, der Menschen, die öffentlich Thesen von Drosten und Co. widersprechen gibt es hier nicht minder! Die Lack der Zivilisation ist nur ein paar Schichten Klopapier dick… Und nun ist es… Weiterlesen »

Last edited 30 Tage zuvor by niki
Marla
Marla
Reply to  niki
28. Oktober 2020 22:42

‚Die Vorstellung, dass Wissenschaft sich überhaupt erst im Widerstreit verschiedener Sichtweisen entwickeln kann, scheint nahezu verschwunden. Stattdessen glauben immer mehr Menschen, „die Wissenschaft“ habe dies oder jenes belegt – so, als handle es sich dabei um eine Gruppe von Fachleuten, die kraft eindeutig erwiesener, unleugbarer Argumente selbstverständlich auch alle einer Meinung sind. Zwar gibt es natürlich unstrittige wissenschaftliche Erkenntnisse. In vielen Fällen aber ist das unterstellte Einverständnis der Forscher nur eine Fassade, aufgebaut von Interessengruppen, die jeweils einer ganz bestimmten Sichtweise Autorität zusprechen. Die vermeintliche Aufgeklärtheit von Menschen, die bekunden, allein „der Wissenschaft“ zu vertrauen, ist oft kaum mehr als… Weiterlesen »

cscel
cscel
Reply to  Sukram71
29. Oktober 2020 22:58

Dann muss du dich eben daran halten, weil der Großteil der Wissenschaft und der Bevölkerung davon überzeugt ist. Um das bildhaft zu beantworten: Nein ich springe nicht von der Brücke, auch wenn andere das vormachen. Die Wissenschaft ist geteilt: Die einen, die sich eine eigene Ansicht leisten können und / oder schlicht wahrhaftig sind. Die Anderen, die von Forschungsgeldern, Zuschüssen, Aufträgen, z.B. durch private Beraterfirmen und Vorgesetzten (Aufzählung nicht vollständig) abhängig sind und Wissenschaft nicht betreiben, um Wissen zu schaffen, sondern um das Einkommen zu sichern. Das ist der Großteil. Zudem gibt es in der Wissenschaft keinen Konsens , sondern… Weiterlesen »

Sukram71
Sukram71
Reply to  Roberto J. De Lapuente
26. Oktober 2020 13:51

Es ist der Job der Wissenschaft einen neuen Virus zu erforschen und ggf neue Erkenntnisse zu berücksichtigen und ggf Empfehlungen zu ändern. Es ist der Job der gewählten Bundes- und Landesregierungen aus den wissenschaftlichen Empfehlungen Maßnahmen abzuleiten, die die Bevölkerung schützen sollen. Und es ist die Pflicht der Bevölkerung, sich dann daran zu halten. Der Weg dagegen vorzugehen ist der Weg über die Gerichte, was oft genug erfolgreich ist. Deomstrieren und Meinungsartikel im Internet schreiben kann man auch. Wenn jeder macht, was er will, kann das nicht funktionieren. Demokratie und Gewaltenteilung sind aber funktionstüchtig. Die Coronakrise ist gerade mal 6… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by Sukram71
Heiko
Heiko
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 14:51

Zum Thema wissenschaftliche Empfehlungen: es war bezeichnend einen Bill Gates mit seiner wissenschaftlichen Expertise 9min in den Tagesthemen zu Ostern zuzuhören, während tatsächliche Epidemiologen frühzeitig mit ihrem konträren Standpunkt verunglimpft worden. Auch das sofortige Setzen auf eine Impfung als Allheilmittel ist hier schon sehr merkwürdig. Auch wenn es nicht geschrieben steht, Demokratie bedeutet Machtbegrenzung. Wenn ich hier sprachlos zuschauen muss wie sich ein Herr Gates indirekt über Spendengelder in die WHO und direkt Impfstoffhersteller eingekauft hat… Dass man so jemanden das Feld überläßt in so einem wichtigen Bereich. Da dauert es nicht lange bis so ein libertärer Quäker aus seinem… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 20:49

@Sukram Die Coronakrise ist gerade mal 6 Monate alt. Wenn wir in einem Jahr immer noch Masken tragen müssen, Impfstoffe nicht wirken, Reisen und Veranstaltungen abgesagt werden, dann können wir drüber reden, ob man das Virus nicht „durchlaufen“ lassen muss und wir „damit leben lernen müssen“. Aber jetzt noch nicht. Und wenn wir dann in einem Jahr feststellen, dass das Alles nicht wirkt, was machen wir dann mit den Millionen Menschen, die ihre Existenz verloren haben? Es ist leicht, Anderen Ratschläge zu erteilen, wenn der eigene Arsch in die Sonne blickt. Anscheinend ist deine Existenz ja nicht gefährdet und du… Weiterlesen »

Atalante
Atalante
Reply to  Sukram71
27. Oktober 2020 15:14

DAS ist der springende Punkt „Die Coronakrise ist gerade mal 6 Monate alt.“ Eben, die Krise ist grad mal 6 (bzw 10, wenn man China dazurechnet) Monate alt und dennoch werden wir hierzulande mit Bevormundungen und Sanktionsandrohungen derart zugesc****en, dass ich mich immer mehr frage: WAS kommt noch, so wie es aussieht, wird es vor Mitte nächsten Jahres wohl keinen „serienreifen“ Impfstoff geben (der ja als das „Allheilmittel“ für die „alte“ Normalität propagiert wird, wobei eine „Normalität“ wie vor dieser „Krise wird es eh nie wieder geben, Stichwort: „neue Normalität“), gibt. Das Virus wird uns für den Rest unseres Daseins… Weiterlesen »

Juergen
Juergen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
26. Oktober 2020 14:35

Im März hat man uns noch etwas von einer überschaubaren Zeit erzählt. Im März wurde der ziemlich einflussreiche Artikel „The Hammer and the Dance“ veröffentlicht. Der Artikel hat übrigens auch einen Untertitel, er lautet: „What the Next 18 Months Can Look Like, if Leaders Buy Us Time“ The next 18 months. Das Ding war immer ein Langstreckenlauf, nie ein Sprint. Nie überschaubare Zeit. Die meisten Länder Europas haben dann in der Phase des Hammers viel (aber natürlich nicht alles) richtig gemacht – aber nach dem relativen Erfolg des Hammers haben wir die Phase des Tanzes verloren. Sommer, Ferien, Parties, Mobilität,… Weiterlesen »

niki
niki
Reply to  Juergen
26. Oktober 2020 14:48

Es gibt keinen Erfolg! Genau das ist das Problem…! Sämtliche statistischen Daten belegen, dass keine der wirklich restriktiven Maßnahmen auch nur irgendwie geholfen haben. Weder die Maskenpflicht, noch der Lockdown!

Und da bringt es auch nichts die Partyszene, den Demonstranten, den Kritikern der Maßnahmen usw. die Verantwortung bezüglich des Scheiterns zuzuschieben…
*Wobei ich unbedingt nochmals erwähnen möchte, dass die Gefährlichkeit der „Pandemie“ meines Erachtens weit übertrieben wird!

Last edited 1 Monat zuvor by niki
niki
niki
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 13:47

Ich mache auf den Abspann von Anne Wills letzter Sendung aufmerksam, wo diejenigen die über das unbedingte Einhalten der AHA-Regeln von der Bevölkerung schwadroniert haben, gleich aufstanden und sich näher kamen und auf genau diese Regeln pfeifen!

https://www.ardmediathek.de/ard/video/anne-will/corona-infektionen-erreichen-hoechstwerte-hat-deutschland-noch-die-richtige-strategie/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS8xZTkzYzZmMS1hZGU1LTRkMmItOTQxNC03OWU0ZmMwZjliMzU/
In den letzten 20sek im Abspann zu beobachten!

Last edited 1 Monat zuvor by niki
Marla
Marla
Reply to  niki
26. Oktober 2020 22:54

Ich habe ja schon im April gesagt: petzen petzen petzen…
(Nicht wie die merkwürdigen Volksverpetzer….) sondern Herrscherverpetzer!

Steinmeier! (Und das im Krankenhaus!!!) (und als Nierenspender auch noch gefährdet!)
https://m.youtube.com/watch?v=y2qAKS6Hl4I

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Marla
26. Oktober 2020 22:59

@Marla

Steinmeier ist immun, v.A. gg. Sozialdemokratie. 🙂

Marla
Marla
Reply to  Robbespiere
27. Oktober 2020 22:31

Steinmeier ist ne Zumutung!
Von einem Staatsoberhaupt erwarte ich, dass er sagt: ’sorry Leute, habe gemerkt -beim Wandern letztens mit meiner 1nierigen Frau, wir können diese Maskerade nicht einhalten! Obwohl wir ja beide zu den Gefährdeten gehören…..
Lasst uns zusammen überlegen, was alltagstauglich ist und was nicht!‘

Stattdessen rumeiern!
Aber was will man von einem erwarten, der aktiv an den SchröderFischer Schweinereien beteiligt war? (Andererseits: bei der Knete? Für 214.000 Euro pro Jahr könnte man doch was fürs Volk tun, oder?)

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Marla
27. Oktober 2020 23:42

@Marla

(Andererseits: bei der Knete? Für 214.000 Euro pro Jahr könnte man doch was fürs Volk tun, oder?)

Vielleicht kommt man aber auch nur an so ein Salär heran. wenn man nichts fürs Volk tut, zumindest das gemeine.

niki
niki
Reply to  Marla
27. Oktober 2020 11:01

Volksverpetzer Merkwürdig? Das sind die übelsten Zeitgenbossen überhaupt! Für die tue ich mich als linksdenkender Mensch so etwas von fremdschämen!

Marla
Marla
Reply to  niki
27. Oktober 2020 22:12

Ja, ich finde es auch merkwürdig was sich da plötzlich so auf dem sogenannten linken Spektrum herumtreibt!
Wie gesagt:
Dat Rechte dauernd bei Linken Elstern, kennt man…. Neu ist für mich wie emsig sogenannte LinksLiberale bei Rechten hamstern!

niki
niki
Reply to  Marla
27. Oktober 2020 22:35

sogenannte LinksLiberale

welche weder links noch liberal sind… Nicht einmal ansatzweise!

Tv
Tv
Reply to  niki
3. November 2020 20:40

Ja, diese sich immer selbst beweihräuchernden Leute erinnern mich doch wirklich an dunkle Zeiten, und zwar egal, ob sie sich nun als links, rechts oder was auch immer bezeichnen.

Grusel… 🙁

Leselotte
Leselotte
26. Oktober 2020 19:48

Wenn der Zweifel langsam in Verzweiflung übergleitet.
Ein Arzt macht sich Gedanken:
https://www.achgut.com/artikel/wie_man_eine_pandemie_garantiert_nicht_besiegt

Mit Knopf am Himmel.

25-10-20b2.jpg
Sukram71
Sukram71
26. Oktober 2020 21:13

Deutschland nimmt Intensivpatienten aus Nachbarländern auf, weil Menschen dort offenbar nicht kapieren, dass Corona völlig harmlos ist

Doch selbst in Deutschland füllen sich allmählich die Intensivstationen. Um Zustände wie im Ausland zu vermeiden, riefen inzwischen zahlreiche Kliniken alle Querdenker dazu auf, sich freiwillig zu melden, um Patienten in kritischem Zustand zu erklären, dass sie einem riesigen Betrug aufgesessen sind und eigentlich überhaupt keinen Grund haben, krank zu sein.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Sukram71
26. Oktober 2020 21:42

@Sukram

Hallo Sukram, kennst du das noch?

Mehr Info für dich dazu hier

Marla
Marla
26. Oktober 2020 22:43

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer….. Es ist auf das LGNPCK System zurückzuführen….. Medien, Politiker, einseitige (und deswegen Pseudo-)Wissenschaftler, Bürokratie, und der vorauseilende Turbogang der Institutionen….. Und der mich einfach kalt erwischten Überangepasstheit der Linksliberalen….. Und im Freundes- und Bekanntenkreis die ‚plötzlich‘ aufgetauchte ‚ich muss mich schonen‘ Haltung! Ich behaupte man hat das Ganze auch in einen ‚Bürgerkrieg‘ umgewandelt, damit vom Staatsversagen (also Politik und Verwaltokratie plus halbprivat, plus privat) abgelenkt werden kann! Dafür -da Stimme ich dir zu- brauchte es die EinheizerMedien! Und was Vertrauen in die Institutionen betrifft: die ist doch schon seit den 80ern immer mehr vor… Weiterlesen »

JW
JW
Reply to  Marla
28. Oktober 2020 0:17

Klingt alles irgendwie resigniert von dir, Marla oder? Aber aufgeben kann es doch auch nicht sein. Warum? Dem NeoLiberalismus ist derzeit nicht beizukommen – derzeit. Klar, es sind Szenarien aus dem Mittelalter, die auch noch lange andauern können, dennoch darf man die Flinte nicht ins Korn werfen, wirklich, niemals! Der Kapitalismus ist nicht gottgegeben, Inquisition, also mittelalterliche Zustände und ähnliches schon gar nicht. Jede Epoche ist bis jetzt reflektiert worden – und das wird auch wieder geschehen. Vielleicht so: Da ist den westlichen Menschen mal kurzzeitig die Ethik (für immer) verloren gegangen . . .

Sabine
Sabine
29. Oktober 2020 14:32

Genau so ist es…

Und ich bin bei den Demos in Berlin vielen begegnet…in der Regel aus der bürgerlichen Mitte… die jegliches Vertrauen in die Medien verloren haben.
Schon allein deshalb, weil sie dabei waren…und erlebten, wie dann über sie berichtet wurde.

Wie sagte der Herr neben mir am Bahnhof Friedrichstraße? „Ich weiß jetzt, wieso die Pegida immer Lügenpresse ruft“…

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