Transhumanismus: Fluch oder Segen?

Wenn man über den Transhumanismus spricht, muss man zunächst einmal klären, welchen man eigentlich meint. Geht es um Unsterblichkeit oder um körperliche Perfektion? Um Implantate oder Smartphones? Und ist die Singularität das höchste der Gefühle und des Fortschritts?

Wir haben diese unterschiedlichen Bereiche des Transhumanismus lediglich streifen können. Dennoch sollte sich jeder, der tiefer in das Thema einsteigen will, ein erstes Bild machen können.

Dies ist jedoch kein Erklär-Podcast, sondern einer, der die Frage stellt, in welche Richtung wir uns entwickeln, ob der Transhumanismus in seiner jetzigen Form nur eine Modeerscheinung ist und welche wirtschaftlichen Interessen hinter der Verbindung von Mensch und Maschine stehen.

Inhalt:

00:20 Nordische Begrüßung
02:00 Vorsichtige Definition des Transhumanismus
06:00 Außerhalb und innerhalb des Körpers
08:30 Das transhumane Smartphone
12:00 Transhumanismus als Modeerscheinung? (I)
15:30 Unsterblichkeit
19:30 Werbeblock: Dieter Hildebrandt und die neulandrebellen
21:00 Ist das Implantat überhaupt notwendig?
26:00 Transhumanismus als Modeerscheinung? (II)
28:00 Mehr als Mode: Transhumanismus und Interessengruppen
32:00 Transhumanistische Partnerwahl?
34:00 Gesetze!
37:00 Faschistischer Transhumanismus
39:30 Regionaler Transhumanismus?
44:30 Deutschland: Die letzte Corona-Diktatur
45:30 Transhumanismus als Modeerscheinung? (III)
47:30 Uns fehlen die positiven Visionen
53:00 Zuhörerfrage: Habt Ihr positive Visionen?

Spreaker

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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Uwe Borchert
Uwe Borchert
4 Monate zuvor

Ich betrachte Transhumanismus als eine Art Neoeugenik. Die Grundidee der Schaffung eines besseren Menschen durch den Eingriff in die Evolution ist bei beiden Idiotien die gleiche. Bei der traditionellen Eugenik wurde das als schlecht definierte Leben durch Zwang und Gewalt von der Vermehrung ausgeschlossen. Die Neue Eugenik, also der Transhumanismus, geht da weniger plump und direkt vor und nutzt milden Zwang, macht aber auch nicht viel anderes.

Der Ansatz die Evolution zu beschleunigen und/oder abzukürzen basiert auf dem irren und wirren Glauben die Evolution verstanden zu haben und diese vorausberechnen zu können. Diese Überheblichkeit zeigt aber auch eine grenzenlose Dummheit auf. Daher sind Eugeniker und Transhumanisten auf den Kreuzzug in eine evolutionäre Sackgasse. Das wäre eigentlich gar nicht mal so schlimm und auch wünschenswert, würden diese dabei nicht so viele Menschen mit ins Verderben reißen.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Uwe Borchert
4 Monate zuvor

Bei der traditionellen Eugenik wurde das als schlecht definierte Leben durch Zwang und Gewalt von der Vermehrung ausgeschlossen

Das war sozusagen die mittlere Variante, es gab mildere, die auf Anreize und Aufklärung setzten. Mit genügend Eifer muss es hart+sicher sein: Leichen schwängern nicht/werden nicht schwanger.

Die Neue Eugenik, also der Transhumanismus, geht da weniger plump und direkt vor und nutzt milden Zwang

You ain’t seen nothing yet
In der Zwischenzeit erwarte ich aus der FDP-Giftküche mit ihren rot/grünen Hilfsköchen (in Anlehnung an https://rtde.live/inland/144864-fdp-vorschlag-gas-sparbonus/ ) einen NichtFortpflanzungsBonus für Hartz4-Empfänger.

basiert auf dem irren und wirren Glauben die Evolution verstanden zu haben und diese vorausberechnen zu können

Vielleicht würde man mit vollem Verständnis der menschlichen Evolution (durch einen gottgleichen Alien oder so) zum Schluss kommen: Homo sapiens ist ausgereizt, nur noch Verschlimmbesserung zu erwarten.

Last edited 4 Monate zuvor by Cetzer
Wütender Bürger
Wütender Bürger
4 Monate zuvor

Ihr habt beim Aufzählen von Geschichten rund um das Thema „Transhumanismus“ einen Klassiker vergessen: Pinocchio! 😁

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Tom J. Wellbrock
4 Monate zuvor

Wobei ich mich frage, ob das Thema dann nicht eher „Transholzismus“ heißen müsste… 🤔

Carlo
Carlo
Reply to  Tom J. Wellbrock
4 Monate zuvor

Mach mal ne Sendung für Nancy Pelosi, die Alte ist 82, nix dagegen, aber muß die Frau denn in ihrem fortgeschrittenen Alter noch militärische Krisen erzeugen?
Ist das jetzt die neue Kultur der USA? Alte Schachtel rüberschicken, Kriegsgrund perfekt?
Dazu fällt mir nichts mehr ein….

Cetzer
Cetzer
Reply to  Wütender Bürger
4 Monate zuvor

Pinocchio

Als Gedankenexperiment interessant, wenn Geschlechtsumwandlungen strikt verboten¹ wären, aber Nasen-Verlängerungen nicht nur erlaubt, sondern sogar massiv gefördert² würden. Natürlich würde Lauterbach trotz unflätiger Schmäh-Kritik³ mit gutem Beispiel vorangehen.

¹So wie Konversionstherapien: Von Homo nach Hetero, Geh nicht über BDSM
²AOK-Briefe an jedem Haushalt: Verlängere Deine Nase und lebe viel länger.
³Das sind nicht 20 Zentimeter, kleiner Lauti, 20 Zentimeter sind in Wirklichkeit viel länger

Cetzer
Cetzer
4 Monate zuvor

positive Visionen

Wir wollen kein Maoam!
Wir wollen Visionen!
Und zwar solche, die nicht gleich vom Rasenmäher des Nachbarn kurz und klein gemetzelt werden.
[Den Podcast habe ich nicht gehört; Meine Kondition reicht inzwischen nur noch für bestenfalls 15min]

Christa Meist
4 Monate zuvor

Es gibt bisher keine gesicherten Aussagen zur Herkunft des Menschen und dem angenommen Start der Art nach Absolvieren äffischen Werkzeuggebrauchs vor etwa 30 Millionen Jahren. Woher soll denn eine begründete Zukunftsperspektive für die Entwicklung einer Art kommen, die sich bisher noch nicht auf einige grobe Züge angenommener Eigenschaften einigen konnte? Sollte es gelingen, die derzeit übliche Grundausstattung von Wahrnehmung, Stoffwechsel, Kommunikation … zu verändern, ist nicht absehbar, zu welchem Ende der Art und deren Umschwung in eine neue Art das führen kann oder wird. Statt seine konkrete Lebenssituation zum besseren zu wenden – genug zu essen für alle und ein gutes Leben – werden Zukunftsspekulationen in die Welt gesetzt. Jede Debatte darüber ist müßig und dient ausschließlich der Aufrechterhaltung der Herrschaftsinteressen der gegenwärtig Mächtigen.

Elo
Elo
4 Monate zuvor

Das Traurige ist, dass die Vernetzung und die riesigen Datenmengen und deren Verarbeitung im Gesundheitssystem einen echten gesundheitlichen Nutzen bringen könnten. Etwas zum Wohle der Menschheit.
Nur, und das ist wirklich schade, funktioniert das nicht in einem ausbeuterischen System, das nur auf Profit getrimmt ist.
Leider.
Wirklich schade.

Christa Meist
Reply to  Elo
4 Monate zuvor

Menschen sind, wie alles Lebendige, mehr oder weniger defizitär, von der Duldung ihrer ebenso defizitären Kumpels abhängig und von den realen materiellen Bedingungen. Kurzer Wortwechsel heute morgen: „Es hat heute nacht noch ein bisschen geregnet.“- „Kann nicht sein. Messgerät zeigt nichts an.“
Wo liegt die wissenschaftliche Wahrheit? Bei demjenigen, dessen Haut nass geworden ist und der Tropfen auf dem Dachfenster gesehen hat, oder bei demjenigen, der sich auf das Messgerät beruft? Erfassung möglich für Mengen über 0,4 mm pro m² pro Minute.
Welche reale Bedeutung/Konsequenz sich aus der Wahrnehmung des Schrebergärtners ergibt, oder der Wertetabelle der Wetterstation hängt von allem möglichen ab. Am wenigsten wahrscheinlich von der Genauigkeit der Messwerte.
Die Mathematik ist ein möglicher Zugang zur Wirklichkeit, nicht ihre Königsdiziplin. Die Berechnung des Erdradius durch Eratosthenes (ca. 200 v. Chr.) war den Menschen über einige Jahrhunderte genau genug. Ausnahmsweise verlinke ich mal mit einem eigenen Text.
Ob das, was seitdem möglich wurde, ein „Fortschritt“ ist, liegt außerhalb der eigenen Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit der Menschen. Diese können nur sehr schwer damit leben, dass sie keine Götter sind. Und wenn man mich aktuell fragen würde: Ich persönlich würde mich für Göttin entscheiden.Ob´s „wahr“ wäre? Ohne wallende Haare, pralle Brüste und in Jeans und Turnschuhen? Mit meiner Konfirmation wurde mir 1964 das Selbstbestimmungsrecht über mein Erscheinungsbild zugebilligt. Da kann man von Glück sagen, wenn man in protestantischer Tradition aufgewachsen ist, und nicht in katholischer.

PhilSt
PhilSt
Reply to  Elo
4 Monate zuvor

Den positiven nutzen könnte man auch mit anonymisierten daten machen ohne das die überhaupt personenbezogen erfasst werden

PhilSt
PhilSt
4 Monate zuvor

Ihr schriebt noch 2019: Deutschland braucht eine Verbotspartei. (Roberto)

„Es braucht Regulierung, Verbote und Gebote, eine Sanktionsbereitschaft und eine Steuerung durch die Steuererhebung.“

Wir haben jetzt diese Verbotsparteien.

Natürlich meint ihr das anders:

„Ob nun Klimawandel oder Mobilität, ob Wohnungspolitik oder Arbeitsmarkt: Nur Verbote von fahrlässigen, ausbeuterischen und zerstörerischen Praktiken haben das Potenzial, etwas zu verändern“

(Ich hatte mal irgendwo gelesen das Engels dagegen war das der kapitalistische Staat die Wohnungsfrage reguliert und klärt, er wusste das die schlechten Wohnumstände auch triebkraft des Kommunsismus waren)

Ich glaub die Fehlannahme ist das der Staat sich schon gut für die Bürger überhaupt einsetzen könnte. Ja theoretisch kann er das, aber wenn er es macht ist es nur von kurzer Dauer. Und danach bestehen gesetze zum EIngriff, mit denen er dann wieder die Bürger drangsalieren kann. Der Staat sollte auf Seite der Bürger stehen, steht aber immer nur den Eliten zur Verfügung.

Unter der Prämisse ist klar was diese Ideologie aufhält. die Rückbesinnung auf anarchistische-linke oder auch nur linksliberale werte.
Wir benötigen Selbstverwaltungsmöglichkeiten.
Die Frage ist nicht nur was es braucht sondern wie. Da bin ich dann auch raus.

Zu den positiven Visionen die in der heutigen Zeit fehlen, würde ich euch widersprechen.
Die jenigen die der Propaganda oder dem Nudging folgen haben eine positive Vision.
Das Immunsystem wird geupdated. Der Russe ist der böse. Masken sind ein Zeichen von Solidarität. Die Zuwanderung ist ein reiner Akt der Nächstenliebe und hat mit dem Niedriglohnsektor gar nichts zutun.
Das Grundeinkommen wird die Armut beenden und nicht zu mehr Einfluss des Staates führen.
Diese Menschen haben eine positive Vision von der Gegenwart und von der Zukunft.

Wolfgang Seidel-Guyenot
Wolfgang Seidel-Guyenot
4 Monate zuvor

Transhumanisten sind Vitaphobiker. Sie hassen das Leben und denken sie könnten das Leben durch kalte und tote Materie ersetzen. Genau die gleiche kalte und tote Materie aus der der Moloch der industriell-technologischen Anthroposphäre besteht. Sie sind die absurde Endstufe von mehreren industriellen Revolutionen. Sie sind die feuchten Träumer des Endzeit-Kapitalismus.

Am Ende des Kapitalismus, der sich jetzt zur totalitären Technokratie entwickelt, wollen sie noch nicht einmal mehr Menschen sein. Eigentlich ist dies ein Eingeständnis ihrer eigenen Unzulänglichkeit bzw. ein psychologischer Verdrängungsmechanismus. In der Negation des Menschseins, des Lebendigseins, des Organischseins, sehen sie die Lösung der von ihresgleichen geschaffenen Probleme.

Noch mehr Gift als Kur gegen die vorangegangenen Gifte.

Nein! Wir wollen keine Menschen mehr sein! Menschen sind organisch, schwach, nicht perfekt. Wir werden jetzt zu Maschinen und alles wird wieder gut.

Sie sind – so hoffe ich zumindest – auch das Ende all dieser industriellen Revolutionen. Sie werden scheitern

flurdab
flurdab
4 Monate zuvor

Lustig fand ich das aufeinanderprallen der gegensätzlichen sexuellen Sichtweisen.
Da haben wir den „Woken Gerd“, der soviel Sex haben kann wie es gerade noch gesund ist, hierbei allerdings niemals ein Zeugung riskiert.
Auf der anderen Seite die beiden Herren, deren sexuelles Tun immer an die Reproduktion gekettet ist. Das fand ich beeindruckend.
Vielleicht liegt hier auch der Schlüssel für die Schwulenfeindlichkeit in von monotheistischen Religionen bestimmten Gesellschaften, in denen Sex immer nur zur Vermehrung dienen darf. Und das auch nur an hohen Feiertagen.

Naschen ohne Reue? Das erzeugt Neid.

Christa Meist
4 Monate zuvor

Die angesprochene Zeugungsfähigkeit wird sicher ein spannendes Thema in einer Zeit, die in Aussicht stellt, dass erziehungswillige Männer in stabilen Partnerschaften sich Bauchhöhlenschwangerschaften leisten um Muttergefühle entwickeln zu können. Jeder vermehrt sich wie sie lustig ist. Wem´s nützt und frommt wird sich herausstellen. Genau so, wie sich herausstellen wird, ob es lustig ist, mit 70 Mutter zu werden und mit 100 Oma.
Wer das individuelle Interesse des neuen, zunächst implantierten und später außerleiblich aufwachsenden Wesens vertritt, klären dann eine umfassend statistisch und experimentell begründete Erziehungswissenschaft und ihre hochqualifizierten Ausübenden vielerlei Geschlechts. Das wird alles juristisch so zu klären sein, dass auf keinen Fall jemand sich in den Persönlichkeitsrechten beschädigt fühlt – Wechsel der Wunschrolle im zeitlichen Verlauf jederzeit möglich – natürlich unter Wahrung haftungsrechtlich bestimmter Grenzen. Nach einem ordentlichen Verfahren, darf das Wesen sicher auch die Verantwortlichen für seine Existenz zur Rechenschaft ziehen. Ein Richter entscheidet über die jeweilige Ausprägung von dessen möglichen, gewünschten, durchzusetzenden Rechten.
Den Vorgeschmack einer solchen Zukunft liefern die Diskussionen um Rastalocken rotblonder Mitmenschen. Wo das natürliche Recht der Individuen für beendet erklärt wird, geht ordentlich nur totalitär. Naja – wenn´s die Menschen so wollen…Wer ein solcher ist, lässt sich genauso regeln, wie das, was jedes Exemplar einer nach bestem Wissen definierten Art darf. Erfahrungen in diesen Fragen liegen vor.
Die Zahl der Momente wächst, in denen ich überglücklich bin, ein alter Mensch zu sein, dem vergönnt ist, eine Zukunft nicht mehr zu erleben, die von solchen Figuren bestimmt sein könnte.