Die Würde des Menschen ist stark belastbar

Wie ist es seit dem Ausbruch der Corona-Krise um die Menschenwürde bestellt? Reicht die Möglichkeit eines Besuches beim Frisör aus, um sie zu gewährleisten?

Die zweite Frage ist selbstverständlich rhetorischer Natur. Wir haben aber trotzdem versucht, uns dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – also auch der des Frisörbesuchs – zu nähern.

Inhalt:

00:45 „Ich dachte schon, du meidest mich.“
01:30 Wie ist es um die menschliche Würde bestellt?
01:45 Ist das Leben die Würde?
02:00 Die Würde des sterbenden Menschen
07:00 Wie definiert man Würde?
13:00 Achtung versus Verachtung
14:00 Halt’s Maul, Faschist!
16:15 Die Würde der Kinder
26:30 Die Würde der Ungeimpften
30:30 Die Kaste der Entwürdigten
34:00 Gibt es einen Weg zurück zur Nähe?
34:30 SPOLIER: Demnächst Russland-Podcast mit Gert Ewen Ungar
35:00 Gibt es einen Weg zurück zur Nähe?
38:00 Das Narrativ der Distanz: An der Kasse im Supermarkt
39:30 Wie viel Würde bringt die Politik der Bevölkerung entgegen?
43:00 Wenn die Würde beim Frisörbesuch endet
45:30 Distanz zum Volk

Die Audioversion befindet sich unter dem Video.

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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ShodanW
1 Jahr zuvor

Wieder ein prima Podcast, danke dafür.

Ich oute mich jetzt mal – nicht, weil ich unbedingt Aufmerksamkeit will, sondern weil es zum Thema passt und man das nicht nur in der Pandemie als eine Entwicklung einordnen kann.

Meine persönliche Würde ist schon seit Jahren auf einem niedrigen Level. Man muss schon hart arbeiten, sich seine Würde zu behalten, wenn sie ständig angekratzt wird. Man geht irgendwann sogar selbst davon aus, dass man sich entwürdigen muss, weil man irgendein angeblich unsägliches Verhalten an den Tag gelegt hat. Nicht selten wirst du dann einfach entwürdigt, bis du nackt dastehst.

Das ist böse in mir hängen geblieben. Bindungsprobleme, soziale Phobie, Misstrauen. Das mal grob skizziert. Es ist eben wohl noch nicht ganz abzusehen, wie die Leute jetzt mit dieser Entwürdigung umgehen. Ich habe das Gefühl, manchen ist ihre Würde irgendwie egal. Lassen sich in jedes Narrativ einspannen, weil man sowieso alles extern outgesourct hat. Irgendwer oder irgendwas wird mein Leben schon gut oder besser machen. Andere, wie ich, kommen mir dieser Fremdbestimmung nur schwer bis gar nicht klar, weil man ständig bevormundet wird und die Entwürdigung nicht hinnehmen will. Man will selbst etwas tun und nicht alles von sich wegschieben.

Was Söder, Friseur und „ein bisschen Würde“ betrifft – ich war erschrocken, wie eigentlich offensichtlich Söder zur Würde der Bürger steht und niemand sich zu Wort gemeldet hat. Zwischen den Zeilen zu sagen: Ja, wir haben euch die Würde für den Gesundheitsschutz genommen und wir geben euch mit der Friseuröffnung ein klein wenig davon zurück… ich war geschockt darüber. Aus meiner Perspektive hieß das: Ich kämpfe schon seit Jahren um den Erhalt meiner Würde, und jetzt gibt Söder zu Protokoll, dass er und die anderen sie mir im Moment nicht zugestehen. Ich glaube, die, die es sowieso schwer haben, ein sorgenfreies Leben zu führen, dürften ähnlich gefühlt haben. Oder zumindest die, die noch empathisch ihnen und mir gegenüber sind.

Und wenn mal die Pandemiesituation vorbei sein sollte, wird noch ein bisschen was hängenbleiben. Ich habe mich ständig angestrengt, pauschal etwas Gutes und einen Grundrespekt in Menschen zu sehen, aber das gerät gerade ins Wanken. Weil der Brennglaseffekt das alles noch präsenter gemacht hat. Es schmerzt zuweilen, aber ich sehe das nur etwas klarer als vorher.  

Brian
Brian
Reply to  ShodanW
1 Jahr zuvor

@ShodanW
Danke für die offenen Worte !
Ich empfinde da in vielen Bereichen ähnlich, gerade auch, was den Grundrespekt den
Menschen gegenüber betrifft, der hat (auch schon früher) v.a. im letzten Jahr sehr gelitten. Ich halte es allerdings auch wie Hr. Maaz :
„Ich verstehe mein Leben als ein permanentes Ringen, die aufgenötigte und dann in
eigener Verantwortung weitergelebte Entfremdung, so gut ich kann, überwinden zu lernen. Darin sehe ich meine Möglichkeit, in Würde zu leben, unabhängig von der
Gesellschaftsordnung. Meine Einstellung dazu ist, daß mir meine Würde keiner geben
und letztendlich auch keiner wirklich nehmen kann.(…) Und Würde heißt für mich v.a., im
wahren Selbst zu leben oder zumindest danach zu streben“ (H-J Maaz „Das falsche Leben“).
Und natürlich wird die eigene Würde häufig von vielen Seiten angekratzt. Ich selber habe mir z.B. in meinem Leben viel zu häufig viel zuviel gefallen lassen. Durch einen
(nicht immer wirklich schönen) Lernprozess ist das allerdings schon länger nicht mehr der Fall. Das heißt nicht unbedingt, daß ich mich in solchen Situationen wohl fühle. Aber
ich ziehe letzten Endes dann doch das durch, was ich für richtig halte. Und empfinde es
als gesundes Verhalten, weil ich bei mir bleibe.

Brian
Brian
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

Einen weiteren Absatz von Herrn Maaz (ebd.) finde ich übrigens auch zutreffend :
„Ich bin davon überzeugt (…), daß
der menschliche Charakter in der frühen Kindheit für das ganze Leben nachhaltig geprägt wird;die frühe Prägung wesentlich durch die Beziehungsqualität (…) im Umgang mit dem Kind geschieht (…);eine frühe Prägung nicht mehr grundsätzlich verändert werden kann;eine Mehrheit falscher Selbst auch eine normopathische Gesellschaftsstruktur entstehen lässt, deren Normen und Regeln wieder zur Entfremdung der nächsten Generation beitragen oder diese sogar erzwingen. „Falsche Selbst“ konstituieren „falsches Leben“, in dem nur wieder „falsche Selbst“ heranwachsen können.“

Mensch
Mensch
1 Jahr zuvor

Robertos Bemerkung zu den Eltern, die sich schon vorbeugend bei Rechtsanwälten erkundigen, welche Möglichkeiten es gibt, sich gegen eine evtl. kommende Impfpflicht für Kinder zu wehren, ist gerade zu typisch, wie der ganze Wahnsinn selbst bei Menschen, die weit von linientreuen Meinungen entfernt sind, sich in den Sprachgebrauch einschleicht.

Was ich konkret meine, ist Robertos Betonung, dass es sich um ganz normale Eltern, die nichts mit Querdenkern zu tun haben, handelt.

Zumindest ich glaube nicht, dass Roberto Querdenker für unnormal hält.

Ich bin übrigens davon überzeugt, dass Teile der CDU/CSU ganz sicher nicht nur rechtsoffenener als die Querdenker allgemein, sonder gar wirklich rechter einzuordnen sind.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

@Mensch

Ich bin übrigens davon überzeugt, dass Teile der CDU/CSU ganz sicher nicht nur rechtsoffenener als die Querdenker allgemein, sonder gar wirklich rechter einzuordnen sind.

Man hatte ja auch gute Lehrmeister:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

Ich habe nur wiederzugeben versucht, was die RÄ in diesem Interview sagte. Nach meiner Erinnerung hat sie das betont, weil sie zeigen wollte, dass das keine VTler sind, die zu ihr kommen, sondern Leute aus allen Schichten der Gesellschaft.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Jahr zuvor

Es es sinnvoll in diesem fatalen Zusammenhang von VTLern zu sprechen?

M.E. ist im Kontext nämlich leider schon vieles eingetroffen, wo wir letztes Jahr noch gesagt haben, es sind spinnerte VTs.

Ich für meinen Teil glaube, ohne dreimalige Prüfung aus verschiedenen Quelle, unseren Vorturnern und deren Schergen sowie Herolden, gar nichts mehr. Bei den Alu- Hüten ist das auch so eine Sache, aber die strunzblöden kann man leicht erkennen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Heldentasse
Robbespiere
Robbespiere
1 Jahr zuvor
Brian
Brian
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Und bei corodok.de :
„Auch Henry Hübchen will allesdichtmachen“ : wie man eine schmierige Moderatorin vor
die Wand fahren lässt…und das Video von Bianca Höltje (14.5.).

Mensch
Mensch
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

Hab’s mir angesehen, fand’s allerdings lahm. Die linientreue Moderatorin ist schnell eingeknickt. Ihr wurde es leider auch sehr leicht gemacht, denn Henry H., ließ sich von ihr in Richtung soziale Medien drängen, die den Shitstorm gegen die Schauspieler losgetreten hätten.

Das war keineswegs das Problem. Die sogenannten Qualitätsmedien, die wie die Rohrspatzen gegen die Schauspieler wetterten und sie in die ganz rechte Ecke schoben, waren das Problem.

Henry H. hat sich zwar löblich positioniert, was dieser Tage leider eine Seltenheit geworden ist, ist dann aber in den Tiefen der sozialen Medien untergegangen und das gar ohne diese wirklich zu kennen, denn an denen nimmt er nach eigenen Angaben gar nicht teil.

…und jeder lässt sich mit dem Totschlagargument (angeblich wegen Corona) überlastetes Intensivstationspersonal beeindrucken. Keiner der sich traut auch da Mal locker
dagegenzuhalten.

Wobei das andererseits sogar verständlich
ist. Mittlerweile gibt es nicht wenige Menschen, bei denen die Dauerpanikmache dazu geführt hat, dass sie auf jeden losgehen, der es wagt zu widersprechen. Morddrohungen gegen die Schauspieler gab es schließlich auch. Wurde nur von den Qualitätsmedien schnell unter den Teppich gekehrt…

Brian
Brian
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

@Mensch
Mir ging’s weniger darum, was für ein „tolles“ Video das ist, sondern eher als
Beispiel für die ewig gleiche, billige inhaltliche Nicht-Auseinandersetzung. Man
merkt schnell, daß Herr Hübchen kein grandioser Rhetoriker ist, aber darum geht’s ja nicht. Sondern einfach, daß er öffentlich dagegen gehalten hat. Weil das im Zweifelsfalle weitere Menschen dazu motiviert.

Pen
Pen
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

@Brian

„schmierige Moderatorin“ trifft den Nagel auf den Kopf. Klasse, wie Herr Hübchen reagiert hat. Und peinlich, wie sie versucht hat, sich aus der Affäre zu ziehen. 😉

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Jau
Jau
1 Jahr zuvor

Die Würde, die Würde, die Würde – hm, ja.
______

Übersetzung eines Artikels des The Daily Expose, USA vom 14.Mai 2021.
Fuellmich und sein Team stellen den fehlerbehafteten PCR-Test und die Anordnung an Ärzte, jeden Verstorbenen als Covid-Tod zu deklarieren, als Betrug dar.
Der PCR-Test wurde nie für den Nachweis von Krankheitserregern konzipiert.
Er ist ab 35 Zyklen zu 100% falsch.
Alle PCR-Tests, die von der amerikanischen CDC beaufsichtigt werden, sind auf 37 bis 45 Zyklen eingestellt.
Die CDC gibt zu, dass alle Testresultate über 28 Zyklen falsch sind. Dies allein macht über 90% der angeblichen Covid-Fälle ungültig…

Hier entnommen:
https://corona-transition.org/werden-jetzt-plotzlich-alle-gesund

Mensch
Mensch
Reply to  Jau
1 Jahr zuvor

Sorry, aber der PCR-Test kann unmöglich ab 35 Zyklen zu 100 Prozent falsch sein. Das ist, solange Corona nicht als ausgerottet gilt, schlichtweg unmöglich.

Dass der PCR-Test nicht dazu taugt eine bestimmte (Corona) Infektionserkrankung nachweisen zu können, mag sein.

Viel interessanter ist, ob der PCR Test dazu taugt infektiöse Menschen, die (noch oder nach Genesung wieder) symptomlos sind erkennen zu können.

Auch bzw gerade diesbezüglich bestehen erhebliche Zweifel. Nur hat bis jetzt auch noch niemand das Gegenteil beweisen können.

Bitte nicht falsch verstehen! Sich unhaltbare Positionen zu eigen zu machen, macht auch nichts besser und taugt auch nicht dazu überzeugen zu können. Das fliegt einem nur um die Ohren.

Dass wir es alle mit zunehmender Durchimpfung erleben werden, dass das Massentesten abnimmt und ebenso die Zyklen bei den PCR-Test heruntergefahren werden, davon gehe ich auch aus.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

Ich Glaube Du kennst die Begriff „Falsch Positiv“ nicht, oder?

Pen
Pen
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

@Mensch

Bist du irgendwie mit den Sukrams verwandt?

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen
👍👍👍

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Wow, euch nicht zu 100% zu folgen, bringt es mit sich als Idiot abgestempelt zu werden🤔

Sorry, da mach ich mich hier besser ganz schnell vom Acker.

@ ChrissieR und Pen: Ihr seit schlimmer als die Menschen, die ihr hier oft gar völlig zu Recht anprangert👎

Armer Tom, armer Roberto…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Bist du irgendwie mit den Sukrams verwandt?

Über Adam und Eva betimmt, aber sonst…..???

Er hat ja durchaus recht damit, dass man nicht in das gleiche Verhaltensmuster verfallen sollte wie Diejenigen, die ihre Corona-Panikmache faktenfrei und mit massiven Angriffen auf Kritiker durchboxen wollen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor
Brian
Brian
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Welche Überraschung…

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

@Rob

Hier sind m.E. genug Fakten, die beweisen, daß Panikmache das Spiel der Mächtigen bestimmt. Der Vergleich hinkt.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Oh, es geht auch anders herum.

Da schreibt ein Hotel in seiner Webseite, dass es endlich wieder öffnet, aber nur Gäste nimmt, die geimpft, getestet oder genesen sind.
Was folgt ist ein Shitstorm, man würde damit die Spaltung der Gesellschaft fördern.
Jemand wünscht dem Hotel, dass seit einem Jahr um seine Existenz, die seiner Mitarbeiter und deren Familien kämpft, es möge pleite gehen.

Kein Wort darüber, dass dies Alles in der Verantwortung der politischen Entscheider, ihrer Berater und den Medien liegt.

Kein Wort über die meißt jungen Leute, die sich regelrecht vor den Impfzentren drängeln, um den „goldenen Mallorca-Schuss“ zu erhalten, denn gefährdet sind die am Wenigsten.

Das ist genauso bescheuert wie das Treiben auf Seiten der Befürworter, der Maßnahmen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

@Mensch

Sorry, aber der PCR-Test kann unmöglich ab 35 Zyklen zu 100 Prozent falsch sein. Das ist, solange Corona nicht als ausgerottet gilt, schlichtweg unmöglich.

Wenn du „falsch“ durch „nicht aussagefähig“ ersetzt, passt es schon.
Der Test sucht bekanntlich nach einem Genstrang des Corona-Virus in der Probe.
Dazumuss das Gen imLabor vervielfältigt werden und man kann diesen Prozess faktisch unendlich wiederholen.
Selbst wenn sehr wenige Genstränge in der Probe vorhanden waren, sind diese unendlich vermehrbar.

Entspricht das dann aber noch spiegelbildlich dem, was im Körper des Probanden abläuft?
Darum sagen einige Wissenschaftler ja auch, dass der CT-Wert bestimmte grenzen nicht überschreiten darf, weil sonst eine seriöse Beurteilung nicht mehr möglich ist.

Abgesehen davon unterscheidet der PCR-Test nicht zwischen Lebendviren, die sich im Körper vermehren und zu Krankheit bzw. Infektiosität führen können, und abgestorbenen, unschädlichen Viren, die das Immunsystem erfolgreich eliminiert hat.

Dass wir es alle mit zunehmender Durchimpfung erleben werden, dass das Massentesten abnimmt und ebenso die Zyklen bei den PCR-Test heruntergefahren werden, davon gehe ich auch aus.

Das hängt ganz davonab, wie lange die Impfwirkung anhält und was noch Alles auf der „Bühne des Mutantenstadels“ erscheint.
Lassen wir uns vom Einfallsreichtum der Volksschauspieler Drosten, Wieler, Spahn und Klabauterbach überraschen.

Mit der Impfung ist es womöglich wie mit den Austauschköpfen für Nassrasierer oder el. Zahnbürsten:

Der Verschleiß garantiert dauerhafte Gewinnefür Hersteller und Förderer. 🙂

Pen
Pen
Reply to  Jau
1 Jahr zuvor

Danke, liebe Jau,

der Untersuchungsausschuß tut echt gut. Hoffe nur, daß es hier noch genug Richter gibt, die sich nicht korrumpieren lassen.

Masken sollten verboten werden, vor allem für Kinder.

https://www.kaysokolowsky.de/pandemie-syndemie/#more-14755

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Heldentasse
Heldentasse
1 Jahr zuvor

Ich höre mir diesen unterhaltsamen Podcast gerade an, und möchte mich schon jetzt dafür bedanken!

Allerdings muss man bei der Erklärung der „Würde“ nicht so furchtbar um den heißen Brei herumreden.

M.E. es es viel einfacher zu sagen, dass nur Menschen im Gegensatz zu Tieren und Dingen (im westlichen Kulturkreis) Würde haben, weil sie grundsätzlich eigenständige(!) Entscheidungen treffen können. (Ob das wirklich so ist, dass mit den Entscheidungen, lasse ich mal außen vor.)

Diese Würde kann man per Definition als Mensch auch nie verlieren, man kann aber würdelose Entscheidungen treffen, in dem man andere Menschen zu Tieren oder gar Dingen, durch die Auswirkungen dieser Entscheidungen, degradiert.

Würdevoll ist daher ein Mensch, der bei seinen Entscheidungen immer auch darauf achtet, welche Auswirkungen diese auf andere haben können. Das legt einem bei diesen Entscheidungen auch eine Bürde auf, und zwar je mehr, je mehr Menschen in ihrer Würde betroffen sind.

Übrigens haben tote Menschen demnach keine Würde, man geht mit diesen aber würdevoll um, damit man lebende Menschen nicht verletzt.

Last edited 1 Jahr zuvor by Heldentasse
Mensch
Mensch
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Würdevoll ist daher ein Mensch, der bei seinen Entscheidungen immer auch darauf achtet, welche Auswirkungen diese auf andere haben kann. Das legt einem bei diesen Entscheidungen auch eine Bürde auf, und zwar je mehr, je mehr Menschen in ihrer Würde betroffen sind.

Das kann auch als Zero Covid Argument gelesen werden. Da ich nie weiß, wie andere Menschen auf mich reagieren und es möglich ist, dass gar viele Angst vor mir haben, z.B. nur weil ich ein alter weißer Mann bin, wäre Prophylaxe in Form von Suizid die würdevollste und wirksamste Form der Rücksichtnahme.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

Könnte man so interpretieren, muss man aber nicht. Und zwar aus dem einfachen Grunde, dass dieses dumme „Zero Covid“ Geschwätz m.E. jeglicher Naturgesetzlichkeit entgegen spricht.

Man kann SARS-Cov-2 , die wie harmlosen Corona- Schnupfenviren übertragen werden, und auch so ansteckend sind, nicht mehr ausrotten, wenn sie sich global in unserer Population verbreitet haben. Wir müssen uns anpassen, und dabei ist eine Quarantäne der Gesunden gerade das grundfalsche Mittel, m.E.

Ich diskutiere aber über das Thema gerne mit wahrhaftigen Menschen die eine andere Meinung haben. Nur die Menschen die ich kenne und die diese Meinung vertreten, sind leider diesbezüglich so dumm wie 1m Landstraße am Stück, und beten einfach nur die Propaganda runter, oder sie sind schlimme Finger die meinen, sie führen besser wenn es anderen mit Zero Covid schlechter erginge.

Und nochmal ganz explizit ausgedrückt: Das menschliche Leben ist zwar die Grundlage für die Würde, aber lange nicht alles Leben ist würdevoll. Im Gegenteil, ab einer gewissen Stufe der Würdelosigkeit ist der Tod sogar besser als ein auf die Dauer fremdbestimmtes Leben, ohne eine Perspektive da heraus so kommen. Auch wenn die, die einen bestimmen dafür „sorgen“ das die Grundbedürfnisse erfüllt werden.

Last edited 1 Jahr zuvor by Heldentasse
Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

M.E. es es viel einfacher zu sagen, dass nur Menschen im Gegensatz zu Tieren und Dingen (im westlichen Kulturkreis) Würde haben, weil sie grundsätzlich eigenständige(!) Entscheidungen treffen können. (Ob das wirklich so ist, dass mit den Entscheidungen, lasse ich mal außen vor.)

Ist das dein Ernst ? Du sprichst Tieren die Würde ab ? Und daß sie keine eigenen
Entscheidungen treffen können ? Arg seltsame Sichtweise…

Last edited 1 Jahr zuvor by Brian
Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

Da musst Du dich an Herrn Kant wenden, der einfach mal so postulierte das Tiere keinen freien Willen, und damit auch keine Würde haben. Trotzdem sollten Menschen Tiere würdevoll behandeln, m.E.

Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Die Frage ist ja nicht, was Herr Kant dazu sagt (den ich nach wie vor als Philosophen schätze; ich muss ihm ja nicht in allem beipflichten), sondern was Du darüber denkst. Für mich haben Tiere (genauso wie die Natur als Ganzes)
ganz klar eine Seele (es ist mir völlig unverständlich, wie man sie diesen absprechen kann) und somit natürlich auch ihre Würde. Derjenige, der sich sehr
häufig (und im Moment auch wieder gut beobachtbar) seelenlos verhält, ist nun
mal hauptsächlich der Mensch. Das ist für mich auch der Hauptgrund, warum die Welt z.Zt. so katastrophal aussieht.
PS : Vielen Dank für den Blogartikel !
PPS : Jochen Kirchhoff hat auch ein paar interessante Gedanken dazu (u.a. in
„Die Erlösung der Natur“)

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

@Brain

Die Frage ist ja nicht, was Herr Kant dazu sagt (den ich nach wie vor als Philosophen schätze; ich muss ihm ja nicht in allem beipflichten), sondern was Du darüber denkst.

M.E. ist es wichtig sich hier zunächst den Rahmen zu suchen, in dem man diese Frage erörtert. Sinnvoll ist m.E., weil es geht hier ja um Grundrechte überwiegend laut GG, ein grundsätzlich juristischer Rahmen.

Und wenn man sich darauf einigen kann, ist es m.E. am aller besten, den kantschen Begriff der Würde, auf dem m.E. das GG fußt, nicht zu verschwurbeln! Es ist schon so schwer genug sich eine eigene Meinung zu bilden, und mit anderen darüber zu diskutieren. Aber wenn man hier beliege Rahmen zulässt, wird da nie was draus, die Gefahr ist viel zu groß das man Äpfel mit Birnen vergleicht.

OT: Dieses Rahmendenken ist für mich eine Krücke, ich sehe aber hier keine Möglichkeit eines Ansatzes, der die Wirklichkeit effektiver und besser abbildet, zumal das hier ja keine wissenschaftliche/ juristische Diskussionsrunde ist.

LG

Jau
Jau
1 Jahr zuvor

Das könnte ganz besonders Gaby interessieren, eventuell auch ein Gastbeitrag
>In Kroatien ist Freiheit< beim Reitschuster; Ideen ausbrüten, um doch noch nach Rumänien zu gelangen:

Ein Österreichischer Journalist berichtet aus Venedig
https://www.youtube.com/watch?v=GSfg_0rH4uc&t=5s
Vom 14.05.2021; fast 6 Minuten

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Jau
1 Jahr zuvor

Das gute im Kontext an den neuen globalen Medien ist, dass man die Freiheiten der anderen mit bekommt. Die Faschisten und Kultisten scheinen mit dem Drehen der Fakten so langsam in Nöte zu geraten, wobei es einem stammen teutschen Zeugen Coronas ja nicht anspricht, wenn andere „ihre“ Freiheiten zurück erhalten. Schön zu sehen ist es trotzdem!

Jau
Jau
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Schön zu sehen ist es trotzdem!

Finde ich auch, liebe Heldentasse.

Pen
Pen
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Deutschand und Österreich sind sich einig darin, daß man Untertanen einsperren muß. Die waren ja einst mit dem Faschismus auch ganz zufrieden

Ich wäre so gern auf dem Markusplatz – jetzt

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jau
1 Jahr zuvor

@Jau

Besonders gefallen hat mir der Vorschlag des Reporters, mit der Mafia auf höchster Ebene aufzuräumen.
Dem wäre nichts hinzu zu fügen.

Jau
Jau
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Ja, stimmt.

Gaby
Gaby
Reply to  Jau
1 Jahr zuvor

@Jau
Das ist aber lieb von Dir an mich zu denken. Dankeschön 🧚‍♂️
Werde es mir nachher anschauen.

LG

Rudi K
Rudi K
1 Jahr zuvor

Mal sehen, wie das weitergeht. Heute sind die Tische der Gasstätten auf der Straße wieder belegt. Eventuell ist dies schon ein Zeichen der „Normalisierung“.

Jau
Jau
1 Jahr zuvor

Gebe ich auch als Ungetaufte gern weiter:
>“Unsagbar böse!“ Pastor Jakob Tscharntke zur Impfung und den Corona-Maßnahmen<
https://www.youtube.com/watch?v=VxrqfquElhI&t=288s
Vom 14.05.2021; 22 Minuten

Pen
Pen
Reply to  Jau
1 Jahr zuvor

Da hat jemand den Mut, die Wahrheit zu sagen und das Böse zu benennen.

Pen
Pen
1 Jahr zuvor

Die ganz normale deutsche Erziehung ist dazu angelegt, die Würde der Kinder schon sehr früh im Leben zu zerbrechen. Ich verweise auf die Bücher von Alice Miller.

Guter Podcast.

P.S. Der Söder sollte sich mal ein Beispiel an Robertos kultiviertem Bayerisch nehmen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

In dem Zusammenhang sind auch die Masken schon für kleine Kinder für mich keine Überraschung.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Söder ist aber Frangge“.

Pen
Pen
Reply to  Rudi K
1 Jahr zuvor

?

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Rudi K
1 Jahr zuvor

@Rudi K
SSo aaaaanaaneaaner wie de Pelzig?

Brian
Brian
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Södolf ist ja auch Franke. Das sind ja gar keine richtigen Bayern…😉
Mist, kommt Roberto nicht auch aus der Gegend ?

Lamperl
Lamperl
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

Definitiv sind Franken keine Bayern. Bin ja gespannt auf Aufklärung, ich höre bei Roberto keinen konkreten bayerischen Dialekt raus, auch wenn er süddeutsche Worte nutzt.

Brian
Brian
Reply to  Lamperl
1 Jahr zuvor


Deinem Pseudonym nach zu urteilen, müsstest Du ja ein waschechter Bayer sein…ich bin ja nur ein eingebildeter Bayer, da ich den Tegernsee immer als meine zweite Heimat bezeichne (und damit meine ich v.a. die Landschaft, nicht
unbedingt das reiche Völkchen, das da rumläuft)…

Pen
Pen
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

oh

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian
1 Jahr zuvor

@Brian

Echte Franken erkennt man an der Ausprache, besonders des „R“.
Da hat Roberto nix von. 🙂

Mensch
Mensch
Reply to  ShodanW
1 Jahr zuvor

Mag sein, dass der Text toll ist, nur muss man um ihn lesen zu können ein Abo abschließen.

Zwar wird zuvor suggeriert, das man sich nur kostenlos registrieren müsse, um den Text lesen zu können, was ich dann ausnahmsweise auch tat, aber danach war nur zu lesen, dass ich die maximale Anzahl an kostenlosen Artikeln schon erreicht hätte und nun, wenn ich den Text lesen möchte, ein Abo abschließen müsste 👎

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

@Mensch

So sind sie, die Züricher.
Jetzt haben die schon jede Menge Schwarzgeld und wollen auch noch die Druckerschwärze versilbern. 🙂

ShodanW
Reply to  Mensch
1 Jahr zuvor

Strange, ich hab auch kein Abo und konnte den ganzen Text lesen (nach Aktualisieren der Seite jetzt nicht mehr). Na okay, dann kopier ich den mal hier rein:

«Nie geraten die Deutschen so ausser sich, wie wenn sie zu sich kommen wollen.» (Kurt Tucholsky)

Vor ein paar Tagen rief mich meine alte Freundin, nennen wir sie Irma, an . . . stopp! Ich sollte besser schreiben: «langjährige Freundin», man weiss ja nie, nachher versteht sie «alte Schachtel», und es könnte sie verletzen, weil sie ja noch lange nicht die Oma ist, als die ich sie schon im fünften Wort dieses Artikels bezeichne.

Und ich müsste mich entschuldigen, es klänge ihr nicht aufrichtig genug, ein Satz ergäbe den anderen, und am Ende läge unsere, jetzt aber: alte, langjährige Freundschaft in Trümmern. Zwei Beziehungen sind mir dieser Tage auf ganz ähnliche Weise zerbrochen, und bis jetzt bin ich fassungslos, dass wir keinen Weg mehr aus diesem Missverständnis herausgefunden haben.

O ja, man muss nicht nur darauf aufpassen, was man tut, sondern auch auf jedes Wort achtgeben, das man sagt. Nur: So viel Umsicht, dass irgendwann nicht doch einmal etwas schiefgeht, kann kein Mensch aufbringen.

Aber so ist Irma zum Glück nicht. Ihre Stim­me war leise und sorgenvoll. Sie wollte wissen, wie ich das alles nur aushielte, all die Bösartigkeit und diesen schon phantastischen Hass, den wir mit unserer Aktion #allesdichtmachen auf uns gezogen hätten. Und sie setzte hinzu, dass sie selbst mehr als froh sei, nicht gefragt worden zu sein, vielleicht wäre sie so unvorsichtig gewesen mitzumachen, und das hätte ihr den sicheren Herztod beschert. Irma ist, das muss ich hinzufügen, leider Gottes auch Schauspielerin.

Ich habe erst einmal tief durchgeatmet, weil sie friedlich gestimmt war und so etwas wie Verständnis für meine Haltung aufbrachte. Sie weiss, dass ich jeder Form von politischem Extremismus abgeneigt bin, dass ich ein freundlicher, mitfühlender Mensch bin, grossen Wert auf Höflichkeit lege und an gegenseitigen Respekt glaube, ohne den kein einvernehmliches Miteinander unter uns sterblichen Menschen möglich ist.

Darum vermutete sie hinter meiner Teilnahme an diesem Husarenstück etwas anderes als Eitelkeit, Zynismus oder Menschenverachtung. Und da, fand ich, hatte sie recht.

Mir ging es, erklärte ich ihr, darum, eine Politik zu hinterfragen, die uns seit über einem Jahr mehr oder weniger einschliesst, die Basis unseres Lebensgefühls, unsere Kultur ausschaltet und demoliert, Kindern und jungen Menschen ihren Lebensstart vermasselt, uns die Lebensfreude nimmt und alle sich ständig ändernden Regelwerke, die dies durchsetzen, als alternativlos hinstellt.

Dass eine Pandemie, wie wir sie ohne Zweifel erlebten, ein hohes Mass an Sicherheit braucht und ohne Einschränkungen nicht auskommt, um uns nicht über den Kopf zu wachsen, sei mir völlig klar und richtig, versicherte ich ihr, und auch, dass in den heillos unterfinanzierten Krankenhäusern von schlecht bezahltem Personal bewundernswerte Arbeit geleistet werde.

Aber diese Massnahmen müssten da enden, wo sie sinnlos und unlogisch seien und unnötiges Elend auf der Seite derer anrichteten, die versuchten, ihr Leben zu gestalten und ihrer Arbeit nachzugehen, um auf einmal festzustellen, dass sie keine mehr hätten.

Hast du eine Ahnung, fragte ich sie, wie viele Menschen auch ausserhalb der Krankenhäuser sterben, sich umbringen, weil ihr Lebenswerk zerstört ist und ihre Familien und Ehen in die Brüche gingen?

Wir wussten es natürlich beide nicht, denn all das erscheint nicht im Kalkül und Bestand der gegenwärtigen Politik. Aber ich weiss, dass Rudi, der Gastwirt, der im Unterstock unseres Hauses seine Kneipe seit dreiundvierzig Jahren mit viel Herzblut und Persönlichkeit führt, nicht aufgeben müsste, würde man ihm wenigstens die Tische im Freien erlauben.

Natürlich hätte ich auch noch von Dorka erzählen können, unserer femme de ménage (keine Ahnung, welches der deutschen Wörter noch erlaubt ist, darum lieber französisch), die uns bat, zweimal in der Woche putzen zu dürfen, weil sie nicht mehr wisse, wie sie sich und ihre Familie durchbringen solle. Ihr Mann besass ein kleines Subunternehmen, das in der Krise kollabiert war, und staatliche Hilfe habe sie nicht oder in nur sehr geringem Masse erhalten. Aber ich habe Irma das alles dann nicht mehr erzählt, ich hatte das Gefühl, es war genug.

Und darum habt ihr diese Aktion gestartet, fragte sie vorsichtig, war das richtig?

Ich weiss es nicht, antwortete ich. Wir wollten einfach mit unseren Mitteln etwas in Gang setzen, den uralten Mitteln des Narren, der seinem König den Zerrspiegel vorhält, um auf Missstände hinzuweisen, die Fenster dieses dumpfen Hauses wollten wir aufreissen und frische Luft hereinlassen.

Wir wollten, dass die Bürger dieses Landes wieder gehört und ernst genommen werden und dass ihnen nicht einfach etwas vorgesetzt wird, heute diese, morgen jene Verordnung, die sie stumpf zu befolgen hätten, ob sinnvoll oder nicht. Eine solche Konstellation hat uns in unserer Geschichte noch nie gutgetan.

Wir schwiegen einen Augenblick. Sie seufzte, ich dachte nach. Es schien mir auf einmal alles so schwer auf den Punkt zu bringen.

Vielleicht hätte mir klarer sein müssen, sagte ich dann, wie sehr die Nerven der Menschen blankliegen. Dass jeder in seiner Art unter dieser Pandemie litt und ängstlich und ungehalten sei und ein satirischer Angriff in dieser seelischen Gemengelage lang aufgestaute Kräfte freisetzt, die mit ihrer explodierenden Wucht jede Vernunft und Fairness zur Seite schleudern würden.

Wer vor lauter Wut und Empörung die Person nicht mehr erkennt, die vor ihm steht und ihn mit ihrer abweichenden Meinung so enttäuscht hat, macht aus ihr etwas, das sie nicht ist. Er verwandelt einen Menschen, der eine friedliche, humanistische Weltsicht verkörpert und sich meinetwegen sogar ­politisch links orientiert, im Handumdrehen in einen rechtsradikalen Wirrkopf und zynischen Menschenverächter.

Das ist ein so phantastischer Vorgang, dass man ihn kaum mehr nachvollziehen kann. Freunde, Kollegen, Agenturen greifen Personen an, von denen sie im Herzen doch ganz genau wis­sen, dass sie nicht unlauter sind. Sie gehen ihnen an die Gurgel, weil sie sich auf den Artikel 5 unseres Grundgesetzes berufen und versucht haben, sich mit ihren eigenen Mitteln, denen der Kunst, der Satire, der Persiflage gegen einen offensichtlichen Missstand zu wehren.

Warum muss man jemanden, der in einer Sache anders denkt, so zwanghaft auf Linie bringen? Warum diese Intoleranz, diese Empörung, dieser Hass? Dieser Unwille zum Streit um die Sache? Vermutlich wütet der, der sich so vehement auf die «richtige» Seite stellt, gegen sich selbst, weil er es selbst nicht schafft, aufzustehen und «Halt» zu rufen, weil er einfach nur apathisch in den Kulissen dieses Trauerspiels herumsteht und sich im Stillen dafür schämt.

Ich weiss nicht, ob das stimmt, antwortete Irma, das scheint mir jetzt sehr übertrieben.

Ich weiss es auch nicht, vielleicht hast du ja recht, gab ich zurück, ich versuche nur herauszufinden, warum eine solche Aktion, die aus ein paar mehr oder weniger witzigen, eher harmlosen Filmchen besteht (stell dir vor, die Franzosen oder Engländer hätten so etwas gemacht!), einen solchen Aufschrei verursacht und derart missverstanden wird.

Ist doch klar, sagte Irma, weil die Nerven der Menschen blankliegen, du hast es doch selbst gesagt! Warum seid ihr nicht in Talkshows gegangen, um darüber zu diskutieren?

Weil wir keine Politiker oder Journalisten sind, gab ich zurück, weil wir unsere eigene Sprache und Mittel haben, uns auszudrücken. Und weil man nicht alles kommentieren muss. Wenn das Kunstwerk erst durch den Kommentar in Erscheinung tritt, ist es nichts wert, verstehst du? Ich war ein bisschen laut geworden.

Du musst mich jetzt nicht anschreien, sagte sie, ich habe dir nichts getan.

Tut mir leid (ich senkte meine Stimme um ein paar Dezibel), das wollte ich nicht, auch meine Nerven sind etwas angegriffen, wie du siehst.

Wir schwiegen einen Moment. Plötzlich fing Irma an zu kichern, dann lachte sie laut, und es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder einfing. Sie schien mir plötzlich wie ausgewechselt.

Eigentlich ist das alles so lächerlich, nahm sie den Faden wieder auf, da drehen bisher unbescholtene Leute ein paar schräge Filmchen, weil sie etwas kritisieren wollen, das in ihren Augen schiefläuft, und ein halbes Volk schnappt nicht nur ein, sondern vollkommen über. Das ist so was von humorlos! Lachen muss in jeder Krise möglich sein.

Ich wollte etwas erwidern, ihr sogar recht geben, aber keine Chance, ich kam nicht mehr dazwischen, sie redete sich in Rage.

Ausserdem, mein Lieber, fuhr sie, ohne Luft zu holen, fort, ist es total irre, zu sehen, dass diejenigen, die früher gegen das herrschende System und die staatliche Bevormundung anrannten, heute diesen neudeutschen Untertanengeist verkörpern und strikten Gehorsam fordern und alles skandalisieren, was sich dem widersetzt. In keiner dieser unsäglichen Talkshows sitzt auch nur irgendjemand, der den Mund wirklich aufmacht, alle hocken sie da wie hypnotisiert, haben Angst und reden nur das, was erlaubt ist.

Moment mal, versuchte ich zu intervenieren, das ist ja nicht wahr, da gab es auch Leute, die sich sehr kritisch äusserten . . .

Das ändert doch nichts am Grossen und Ganzen, bügelte sie mich ab, und lass mich gefälligst ausreden! Die Fernseh- und Radioanstalten sind zu willfährigen Staatssendern verkommen, und die meisten grossen Zeitungen verbreiten die gleichen Beleidigungen und persönlichen Angriffe wie die notorisch überhitzten, asozialen Netzwerke.

Halt, widersprach ich, das ist völliger Käse, wir leben in keiner Diktatur! Es gab Medienberichte, die nicht nur Verständnis äusserten, sondern sich gar auf unsere Seite . . .

Binäres Denken, wohin ich gucke, fuhr sie unbeirrt fort, als hätte sie mich gar nicht gehört, lauter kleine Computer, 0 oder 1, ja oder nein, gefällt mir oder nicht, keine Zwischentöne, keine Farbnuancen, alles schwarz oder weiss.

Die Menschen hier, versuchte ich einzuwerfen, mögen es eben nicht, wenn sich jemand zu weit aus dem Fenster lehnt, das mochten sie noch nie . . .

Aus dem Fenster der Mittelmässigkeit, kam es durchs Telefon, wie recht du hast, und missgünstig sind sie obendrein, kleinkariert und total humorlos! Diese unerträgliche Herablassung einer Politikerkaste, die nie gearbeitet hat, schrie sie mich an und warf jede Kontrolle über Bord, diese bleichgesichtigen Technokraten mit ihren verbalen Versatzstücken, die von ihrer totalen Unfä­higkeit in dieser ganzen Pandemie ablenken wollen, die sich sogar persönlich daran bereichert haben!

Moment mal, Irma, das waren nur ganz wenige, warf ich ein, ohne viel Hoffnung, dass sie mir noch zuhörte, die meisten von ihnen sind doch genauso hilflos wie wir . . .

Das Grundgesetz wird ausser Kraft gesetzt, der Artikel 5 mit Füssen getreten, nach Berufsverboten geschrien, die Nazikeule geschwungen. Sie lassen es zu, dass unsere Sprache ruiniert wird, ich darf nicht mehr Lehrling oder Muttermilch sagen, die Zigarettenschachteln werden mit Bildern von verfaulten Raucherbeinen bedruckt, demnächst gähnt mich ein Totenkopf vom Weinflaschenetikett an . . .

Halt, Irma, stopp!, rief ich in den Hörer, bist du jetzt völlig übergeschnappt? Hör auf damit, du bringst ja alles durcheinander! Für diesen Quatsch kriegst du allenfalls donnernden Applaus aus der falschen Ecke . . .

Was bist du nur für ein Arschloch, sagte sie und legte auf.

Last edited 1 Jahr zuvor by ShodanW
Brian
Brian
Reply to  ShodanW
1 Jahr zuvor

Vielen Dank !
Er will wohl vermitteln, daß beide Seiten z.Zt. etwas überdrehen (milde ausgedrückt…). Was ja auch nicht ganz falsch ist. So ganz wird er der Situation
m.M.n. nicht gerecht. Ist ja auch nicht ganz einfach.

Pen
Pen
Reply to  ShodanW
1 Jahr zuvor

Lieber ShodanW,

erzähl doch mal, was Tukur da sagt, würd mich schon interesssieren.