Weil der Westen es will: Es wird Krieg geben

Der Wind hat sich gedreht, und er ist rauer geworden. Seit der Entscheidung des Westens, der Ukraine auch den Beschuss russischer Gebiete zu erlauben, ist klar, dass es nur in eine Richtung geht: in den Krieg.

Die Argumentation des Westens – und auch Deutschlands – hat sich geändert. Dadurch begibt er sich in eine Situation, aus der er, selbst wenn er es wollte, nicht mehr so leicht herauskommt. Man kann sich den Kopf darüber zerbrechen, welchen Antrieb die einzelnen Beteiligten haben, sicher handeln nicht alle aus der gleichen Motivation heraus. Allen gemein ist aber die Verantwortungslosigkeit gegenüber den Menschen, die keinen Krieg wollen.

Russland greift die Welt an?

Nach und nach hat sich das Narrativ verändert. Während es bisher meist hieß, mit der Verteidigung der Ukraine sei auch die der westlichen Demokratie verbunden, ist die Erzählung nun eine andere. Man spricht jetzt von Wladimir Putins weltweitem Einfluss, unter anderem in den BRICS-Staaten oder auch Ländern in Südamerika oder Afrika. Überall dort nehme Russland aggressiv Einfluss und bedrohe damit den Westen mit samt all seiner großartigen Werte.

Zu Teilen stimmt diese Erzählung sogar, Russland – aber auch China – bemüht sich intensiv um gute Beziehungen zu zahlreichen Ländern. Zumeist erfolgt das aus wirtschaftlichen Erwägungen. Der Dorn im westlichen Auge ist wohl die Tatsache, dass diese Kooperationen diesen Namen auch verdienen. Und natürlich, dass die Akzeptanz des Westens in immer mehr Ländern einem Tiefpunkt entgegensteuert, wenn dieser nicht schon erreicht ist.

Die lächerliche Behauptung, Russland zöge nach einem Sieg über die Ukraine in Richtung Berlin und anderer zutiefst demokratischer Hauptstädte, glaubt anscheinend selbst der Dümmste inzwischen nicht mehr, und man muss kein Genie sein, um zu begreifen, dass solche Ausdehnungsversuche erstens nicht im Sinne Russlands sind. Das eigene Land ist riesengroß, es gibt viel zu tun, zu erschließen, zu beackern (im wahrsten Sinne). Und dass zweitens Angriffe auf NATO-Staaten schon aus militärischer Sicht absurd sind. Nicht umsonst weisen Kritiker der NATO wiederholt darauf hin, dass der Rüstungsetat der NATO bzw. des Westens um ein Vielfaches höher ist als der Russlands.

Da wirkt die Behauptung, Russland nehme in irgendwelchen Ländern irgendwo auf der Welt Einfluss, schon glaubwürdiger für das auf den Krieg vorzubereitende Publikum. Zwischen den Zeilen wird jedoch dadurch eben auch deutlich, dass der westliche Einfluss schwindet, und dafür trägt nicht Putin die Verantwortung, sondern die westlichen Länder, die das Vertrauen auf der Welt zu großen Teilen verspielt haben.

Russland greift also die Welt an? Das ist kompletter Blödsinn, aber immer noch „besserer“ Blödsinn als die Räuberpistole, Putin wolle Berlin oder Brüssel einnehmen.

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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Jobst
Jobst
11 Tage zuvor

Die Diskussionen in Russland haben sich in den letzten Wochen geändert. Während früher meist ein Krieg gegen NATO Länder ausgeschlossen wurde, ist jetzt eher die Rede darüber wie man reagieren sollte. Das man Frankreich als Nuklearmacht und Deutschland als Logistik- und Schaltzentrale der USA ausschalten sollte. Ich will damit sagen, dass sich auf beiden Seiten etwas gefährlich zu einer desaströsen Seite neigt.

n.b
n.b
Reply to  Jobst
11 Tage zuvor

Wundert dich das, wo hier lamentiert wird dass man keine Kriegspartei sei, jedoch sich sehr eindeutig so benimmt?!? WK3 ist bereits im Gang, nur hier noch nicht in der heißen Phase. Ich hoffe diese kann noch abgewendet werden. Aber an Russland liegt es beileibe nicht!

Jobst
Jobst
Reply to  n.b
11 Tage zuvor

Nein, was mich sehr viel mehr wundert, mit welcher Nonchalance in Deutschland über diese drohende Eskalation hinweg gegangen wird. Wie das hier von sogenannten Politikern, aber auch von normalen Bürgern in den sozialen Netzwerken kommentiert wird. Meine Hoffnung das da noch etwas abgewendet werden kann ist fast vollständig gestorben.

flurdab
flurdab
Reply to  Jobst
10 Tage zuvor

Du bist dir aber bewußt, dass du nur ein „Bällebad“ mit „harter Tür“ beobachtest?
Die „Kriegshetzer“ sind nicht in der Übermacht. Sie sind nur die, denen das Mikrofon offen geschaltet ist.
Die bekommen jetzt endlich ihre 10 Minuten Ruhm, die ihnen Warhol versprochen hat. Der Rest und seine Folgen ist denen egal.
Die würden vor laufender Kamera auch ein Kind totschlagen, nur um endlich den ihrer Person „gerechten und pflichtschuldigen“ Respekt einfordern zu können.

Last edited 10 Tage zuvor by flurdab
Rudi
Rudi
11 Tage zuvor

Man sollte bei dieser Argumentation China nicht außer Acht lassen. Denn China steht als Quasi-Verbündeter nicht hinter dem Einsatz russischer A-Bomben.

FAZ, 04.11.2022

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat sich im Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz gegen den Einsatz von Atomwaffen in Europa ausgesprochen. Die internationale Gemeinschaft müsse „gemeinsam den Einsatz von und die Drohung mit Atomwaffen ablehnen.“

n.b
n.b
Reply to  Rudi
11 Tage zuvor

Was die FAZ faselt und was 2022 geredet wurde kann heute inzwischen vollkommen überholt sein. Meinungen ändern sich. China steht voll hinter Russland, weil die USA auch gegen China im Bezug auf Taiwan stichelt… Allerdings betont China immer wieder, dass diese einen Frieden wesentlich lieber hätten und jederzeit als Vermittler für diplomatische Gespräche bereit stehen!

Rudi
Rudi
Reply to  n.b
10 Tage zuvor

Was heißt hier „faseln“? Es gibt immer wieder Quellen, die Chinas Haltung zu einem etwaigen Atombombeneinsatz Russlands belegen. So schrieb etwa am 05.07.2023 die Financial Times:

Xi Jinping personally warned Vladimir Putin against using nuclear weapons in Ukraine, indicating Beijing harbours concerns about Russia’s war even as it offers tacit backing to Moscow, according to western and Chinese officials.

Translation: Xi Jinping hat Wladimir Putin persönlich vor dem Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine gewarnt. Dies deutet darauf hin, dass Peking Bedenken gegen Russlands Krieg hegt, auch wenn es Moskau stillschweigend unterstützt, wie westliche und chinesische Beamte berichten.

Hier kann durchaus von einer Kontinuität der Meinung ausgegangen werden. Dein lapidares „Meinungen ändern sich“ ist kein kein hinreichendes Argument.

Lasse Machen
Lasse Machen
Reply to  Rudi
10 Tage zuvor

Aha. Financial Times + FAZ sind also die seriösen Quellen. Sehr interessant.
Noch interessanter wäre es, zu erfahren, woher die britische Zeitung weiß, was der chinesische Präsident Putin im 4 Augen Gespräch so gesagt hat.
Ich nenne das: typischen westlichen Bullshit.
Aber ganz nebenbei: Ich wüsste keinen ernstzunehmenden Politiker (da klammere ich mal die westlichen aus), der einen Atomkrieg freudestrahlend begrüßen würde.
Russland würde, sobald die Existenz des Landes auf dem Spiel steht, sicherlich zu dem letzten Mittel greifen. Die Provokationen des Wertewestens sind schon jetzt ungeheuerlich, aber noch verhält sich Russland human.

Rudi
Rudi
Reply to  Lasse Machen
10 Tage zuvor

Financial Times + FAZ sind also die seriösen Quellen.

Ich habe nicht behauptet, dass diese Zeitungen „seriöse“ Quellen seien. Es sind einzuordnende Quellen. Solche sind in meinen Augen mehr als bloßes Meinen, das aus dem Ärmel geschüttelt wird.

…aber noch verhält sich Russland human.

Angesichts des Einmarsches in die Ukraine scheint mir das etwas kühn formuliert zu sein.

Lasse Machen
Lasse Machen
Reply to  Rudi
10 Tage zuvor

Das ist nur für diejenigen kühn formuliert, die der Ansicht sind, dass Russland einen brutalen Angriffskrieg (360° Göre) führt, und der Krieg am 24.02.2022 begonnen wurde. Dagegen sprechen sämtliche Tatsachen.
Aber, und darauf gehst du mit keiner Silbe ein, woher weiß diese Quelle – lustig – „FT“, was XiPing und Putin unter vier Augen besprochen haben. Also, Butter bei die Fische. Saß einer der britischen Journalisten bei Xi auf dem Schoß?
Es grenzt an Lächerlichkeit, z.B. die „Bild“ der Lügen zu bezichtigen (was völlig korrekt ist), aber zu glauben „FAZ und FT“ wären in politischen Fragen seriös und nicht voreingenommen.

Rudi
Rudi
Reply to  Lasse Machen
10 Tage zuvor

Ich muss nirgendwo Butter beilegen. Ich habe zitiert. Was soll daran falsch sein? Deine Unterstellungen bin ich ziemlich leid. Ich habe hier weder die Bildzeitung der „Lügen“ bezichtigt, noch habe ich behauptet, FAZ und FT „wären in politischen Fragen seriös und nicht voreingenommen.“

Ich muss mich wohl wiederholen: FAZ und FT sind für mich einzuordnende Medien. Das heißt nicht, dass meine Einordnung bedeutet, sie berichteten stets seriös und nicht voreingenommen. Du musst mich bezüglich der Nato-Presse nicht belehren wollen. Trau mir einfach etwas mehr Kompetenz zu und lass deinen Zeigefinger mal eingeknickt.

Ich stehe nach wie vor dazu, dass der obige Artikel an inhaltlicher Schwere gewonnen hätte, wenn der Autor auf die Rolle Chinas eingegangen wäre.

Lasse Machen
Lasse Machen
Reply to  Rudi
10 Tage zuvor

„Es gibt immer wieder Quellen, die Chinas Haltung zu einem etwaigen Atombombeneinsatz Russlands belegen.
Das ist dein Satz!
Was kann ich an dem Wort „belegen“ missverstehen?
Was, bitte, und vor allen Dingen, wie, belegt die „FT“ die chinesische Haltung.
Du hast also zitiert. Ich zitiere jetzt Frau Baerbock: “ wir werden Russland ruinieren.“ Zitatende.
Der Unterschied zu deiner „FT“: dieses Zitat entspricht der Wahrheit, weil von jedem TV-Sender live gesendet. Dein Zitat muss den Wahrheitsgehalt noch beweisen. Kannst du das?
Falls nicht……….. knick deinen Zeigefinger wieder ein.

Pen
Pen
11 Tage zuvor

In Murnau/Bayern arbeiteten in den 30er Jahren eine Gruppe russischer Künstler. Sie waren die Urzelle des deutschen Expressionismus, des „Blauen Reiters“. Ihr Haus wurde im Dorf das „Russenhaus“ genannt.

Jetzt wurde es umbenannt in Gabriele-Münter-Haus.

Warum erinnert mich das an „Entartete Kunst“?

Thomas
Thomas
11 Tage zuvor

Dem Satz „Selbst der Dümmste hat begriffen, dass Russland nicht Richtung Berlin weiter marschiert.“ muss ich widersprechen. Die Propaganda wirkt so stark, dass im Bekannten- und selbst im Familienkreis noch einige glauben, dass Russland Krieg und Macht will. Ich komme mit meiner Argumentation nicht dagegen an.

Juergen Wehrse
Juergen Wehrse
Reply to  Thomas
11 Tage zuvor

Ich komme mit meiner Argumentation nicht dagegen an.

Ich auch nicht, Thomas: Betretenes Schweigen, Verlassen des Raumes, völliges Unverständnis.

Möglicherweise hilfreiche Gedanken zur Thematik „Propaganda“:

https://peds-ansichten.de/2024/06/die-richtige-wahrheit-teil-des-informationskrieges/

Juergen Wehrse
Juergen Wehrse
Reply to  Juergen Wehrse
11 Tage zuvor

Nachtrag: Schon gehört? Baerbock soll von der Leyen ablösen. Draghi ist der „Europäischen Volkspartei“ zu links (kopfschüttel . . .).

Das wäre dann ja endlich, endlich der offizielle „rechte“ Ritterschlag für die „Grünen“. Darauf warte ich schon lange . . .

Rein „demokratisch“ gesehen sind die kommenden EU-Wahlen offensichtlich also schon unter Dach und Fach? Egal, was der Wähler wählt?

Übertreibt es nicht . . .

spartacus
spartacus
Reply to  Juergen Wehrse
11 Tage zuvor

Wenn der Verstand aussetzt, weil Affekte regieren, haben Argumente grundsätzlich Feierabend. So ist das hier nun schon seit vier Jahren.

flurdab
flurdab
Reply to  Thomas
10 Tage zuvor

Vielleicht muss man „flacher“ ansetzten?
Ich frage in diesem Zusammenhang immer danach welche erfolgreiche „Besetzungen“ in der Geschichte den Leuten einfallen. Ich habe dann Napoleon und Hitler als Beispiel dafür, das es nicht funktionieren kann. Wenn ich dann den Bedarf an Soldaten anführe, die es braucht um einen besetzten Staat unter Kontrolle zu halten und das die russische Föderation gerade mal 165 Millionen Menschen hat, dann ernte ich oftmals ein Stocken beim Gegenüber.
Das Drama ist ja die ungeprüfte Wiedergabe der Propaganda, ohne das die Menschen diese „logisch“ überprüfen. Sie sind halt dumm und faul.

Jau
Jau
10 Tage zuvor

In Budapest waren am 1. Juni sehr viele Menschen für den Frieden auf der Straße:
https://tinyurl.com/bdds8kr5

flurdab
flurdab
10 Tage zuvor

Ich habe zum Artikel „Causa Strack- Zimmermann“ bereits kommentiert.
Diesen Kommentar wiederhole ich hier nochmals.

Meine Einschätzung zu den militärischen Möglichkeiten der NATO ist simpel, die NATO ist ein Scheinriese. Allein die Bundeswehr müsste aufgrund der „Verteidigungsetats“ der letzten Jahre vor Kraft nicht laufen können, das scheint aber nicht der Fall zu sein.

Bei den USA sieht es auch nicht anders aus. Viel Geld bedeutet im militärischen Bereich auch viel Korruption. Was nützen Kaufverträge für Kampfjets in Miliardenhöhe, wenn die Flieger erst in 10 Jahren ausgeliefert werden können?

Abgesehen davon das die USA ebenso wie Deutschland zuwenig ausgebildete Soldaten vorrätig haben, und die aktuellen Rekrutenjahrgänge deutlich hinter dem Pillenknick liegen. Vom gesundheitlichen Zustand der „übergewichtigen“ Nationen ganz zu schweigen.

Aber selbst wenn die NATO Einheiten in die Ukraine schickt, glaube ich nicht an einen effektiven Einsatz. Eine einheitlichen Komandostruktur ist kein Garant für ein einheitliches Vorgehen.

Abgesehen davon das heute ganz andere „Schlachtfelder“ zur Verfügung stehen, auf denen ohne Kriegswaffen bedeutend große Schäden zu erzielen sind.

Deutschland steht z.B. dank der Energiewende auf tönernden Füßen. Wenn hier durch den Ausfall von Kraftwerken, Umspannwerke und Transformatoren ein flächendeckender Black Out eintritt, findet das Kriegsspielen schlagartig ein Ende.

Zumal sich ein solches Ereignis über die gesamte EU ausbreiten könnte, da das Stromnetz einen Verbund darstellt.

Ohne funktionierende Infrastruktur zerbricht unsere Gesellschaft in Wochenfrist.

Es braucht keinen Atomwaffeneinsatz, und der „Russe“ weiß das.
Der „Westen“ ebenso.

Andre
Andre
Reply to  flurdab
8 Tage zuvor

Die NATO ist schon die ganze Zeit in der Ukraine im Einsatz, das vergessen viele, wenn sie von NATO Bodentruppen fantasieren. Die Ukrainer SIND NATO Bodentruppen, ausgerüstet mit NATO Waffen, mit NATO Satelliten, mit NATO Radaren und an der Spitze stehen NATO Generäle, die natürlich offiziell nur als Ausbilder dort sind aber in Wirklichkeit dort das Kommando haben. So kann sich aber aktuell die NATO mit ihrer ISR hinter der Ukraine verstecken, während im Kriegsfall all die schönen AWACS, Drohnen und sonstiges von den Russen abgeschossen werden würden. Von den Satelliten wollen wir besser nicht reden. Also was sollen andere NATO Bodentruppen in der Ukraine ändern wenn die bisherigen mittlerweile zu Hunderttausenden gestorben sind und im Grunde von der Kampfkraft ihren westlichen Kollegen weit überlegen waren? Die NATO hat in der Ukraine bis jetzt 1 Millionen Soldaten verloren, d.h sie müsste jetzt schon 2 Millionen neue Bodentruppen senden nur um überhaupt von der Kampfkraft her mit den 500 Tausend russischen Soldaten gleich ziehen zu können. Aber das würde für Russland zu fetten und einfachen Zielen führen und wäre für die NATO logistisch ein Alptraum. Die Zeit der Manöverkriege ist vorbei, das verstehen die meisten Analysten einfach nicht, die immer noch die Kriege des 20. Jahrhundert als Referenz für ihre Bewertungen nehmen.

Corinna
Corinna
9 Tage zuvor

Einer meiner Gartennachbarn (über 80 Jahre alt) kommt immer mal auf einen Schwatz vorbei. Vorgestern fragte er mich zu meinen Arbeiten an der Laube und ich sagte, dass das erst nächstes Jaht dran kommt. Darauf er: „Falls wir da noch leben.“ Und dann redete er sich in Rage über diese Entscheidung, russisches Gebiet beschießen zu dürfen. Und dass seine Familie der Roten Armee ihr Leben verdankt, da die Familie kurz vor Kriegsende noch ins Konzentrationslager kam, zum Glück aber dann die sowjetischen Soldaten dem eine Ende bereiteten.
Wir haben uns noch eine Weile über das Thema unterhalten, auch über die Vorgeschichte in der Ukraine seit 2014. Danach umarmte er mich mit Tränen in den Augen.

Hier im Osten denken zum Glück noch viele so oder so ähnlich, wir sind (oder zumindest ich bin) so aufgewachsen, dass wir immer mit der damaligen Sowjetunion und nun eben mit Russland in Frieden und Freundschaft leben. Und nun das. Es ist zum Verzweifeln.

Andre
Andre
9 Tage zuvor

Den Artikel hatte ich ja bereits an anderer Stelle kommentiert. Auf RT kommen momentan viele sogenannte Militärexperten mit hanebüchenen Analysen zu Wort. Ich empfehle hier wirklich dringend Andrei Martyanov ab und zu zu lesen bzw seine Videos zu sehen (neben Larry Johnson und Dimitry Orlov) der immer wieder harklein die Lebensläufe der sog Experten auseinander nimmt. Leider ist auch Russland durchseucht von Leuten, die sich für viel zu wichtig nehmen und viel Unsinn über die Möglichkeiten und Fähigkeiten der NATO und des Westens dahin fantasieren. Immer wenn ich mal wieder bei RT den Schwachsinn von irgendwelchen russischen Militärexperten und ihren Cassandrarufen gelesen habe, schaue ich mir ein Video von Dimitry an und kann meinen Blutdruck wieder senken. Andrei hat schon recht, RT ist eher ein Bullshit Medium (geworden) wenn es um Analysen und Geostrategie geht.