Russland kritisieren

Tom hat einen Beitrag veröffentlicht, in dem er darlegt, warum er Russland bisher nicht kritisiert. Ich bin schon ein bisschen länger in Russland und will es tun. In meinem Beitrag kritisiere ich Russland. Dass das für den Zuschauer unbefriedigend bleibt, macht deutlich, dass eine bestimmte Form der Kritik erwartet wird.

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Gert-Ewen Ungar

Gert Ewen Ungar legte sich kurz nach dem Abi sein Anagramm zu. Er und seine Freunde versprachen sich damals bei einem Kasten Bier, ihre Anagramme immer für kreative Arbeiten zu verwenden. Dass sein Anagramm jemals mehr als zehn Leuten bekannt werden würde, war damals nicht abzusehen und überrascht ihn noch heute. Das es dazu kam, lag an seinem Blog logon-echon.com. Mit seinen Berichten über seine Reisen nach Russland stiegen die Zugriffszahlen und es entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit RT DE. Anfang 2022 stieß er zu den neulandrebellen und berichtet über Russland, über Politik, über alles Mögliche.

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Albrecht Storz
Albrecht Storz
1 Monat zuvor

Gilt hier genauso:

Warum sollte ein Deutscher, der in Russland lebt, Russland kritisieren?

Was ich kritisiere ist, wenn Deutsche aus Russland über Deutschland schreiben. Oder von den Philippinen, oder von Kanada aus. Aber eben nicht von hier aus (DACH insgesamt als relativ homogener Lebens-, Kultur- und Sprachraum lasse ich dagegen gerne gelten). Gut, es ist wahrscheinlich oft verständlich. Aber ich sage ganz klar: jemand der hier nicht lebt, weiß nichts oder nicht genug über die Situation hier, und ist einer anderen Lebenssituation ausgesetzt wie wir hier Zurückgebliebenen. Was will der uns also über hier erzählen?

Ein normaler Mensch würde nach dem Auswandern nach neuen Themen und anderen Perspektiven suchen. Wenn man in Medien macht, passiert das aber leider sehr häufig nicht. Da scheint dann „Deutschsein“ eine Art Kompetenz darzustellen, die man meint, anwenden zu müssen.

Fred Schumacher
Fred Schumacher
Reply to  Albrecht Storz
1 Monat zuvor

So ein Quatsch. Ich lebe z.B. in Spanien, habe zuvor 60 Jahre in Deutschland gelebt, habe Familie in Deutschland. Ich bin sicher, dass ähnlich wie ich viele im Ausland lebende Deutsche sehr fundiert Kritik an den Zuständen in Deutschland üben können, vielleicht sogar besser dadurch, dass sie auch eine andere Kultur kennen und vergleichen können. Und es gibt Internet und Fernsehen und Telefon, was dazu führt, dass man selbst wenn man am gegenüber liegenden Ende der Welt wohnt, besser über die Vorgänge in Deutschland informiert sein kann als jemand der in Berlin oder München oder Castrop Rauxel wohnt. Sich informieren ist Arbeit, so einfach ist das. Leider machen sich viele der in Deutschland Lebenden diese Arbeit nicht.

Albrecht Storz
Albrecht Storz
Reply to  Fred Schumacher
1 Monat zuvor

Und was geht Sie an, wie und was in Deutschland ist? Haben Sie Angst um Ihre Rentenzahlungen von hier, um Ihre durch Deutschland gesicherten Einlagen bei der Bank, Wohneigentum in Deutschland, …?

Ich bleibe dabei und egal wer wie was anderes dabei denkt:

wer für mich Interessantes über Deutschland vermelden, berichten oder beurteilen will sollte doch wohl auch hier wohnen und hier persönliche Interessen haben.

Alle anderen die aus USA, Kanada, den Philippinen, von Spanien/Mallorca aus oder sonstwo aus der Welt mir etwas über Deutschland erzählen will, kann stecken lassen.

DACH lasse ich als gemeinsamen Sprachraum mit verwandter Kultur gelten, Anrainerstaaten gerne generell auch – aber alle andere Welt ist fern – und hat daher keine Ahnung über Aktuelles und Konkretes hier im Land.

Erst Leine ziehen und dann von Fern mitmischen wollen – was soll das?

Es ist die Pest der Zeit, dass aus der Ferne beobachtet, geurteilt und berichtet wird – und das als normal angesehen wird.

Wenn sich jeder um _seine_ Angelegenheiten kümmert – und „seine“ heißt hier: wo man ist, wo man dabei ist, wo man tägliche persönliche Kontakte hat, wo man beteiligt, abhängig, eingebunden, mitwirkend ist – dann wird sich um jede Angelegenheit gekümmert – und zwar auf einzig richtige Art.

Pen
Pen
1 Monat zuvor

Danke, Gert, daß Du Tom hier bestärkst.

Das Verhalten der deutschen Medien hat mich nicht überrascht.
Sie gefallen sich nun mal in ihrer typisch deutschen Unterwürfigkeit.
Die Zustände hier sind unsäglich traurig und deprimierend,
geprägt von Hochmut, Neid und unbegreiflicher Dummheit.

Laßt Euch nicht beirren! Die Zukunft der Kultur, ja der ganzen
menschlichen Zivilisation, liegt nun mal im Osten.

Ex oriente lux.

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
N.B.
N.B.
1 Monat zuvor

Als erstes muss man erst einmal eine Zeit lang in einem Land leben um es entsprechend fundiert kritisieren zu können. Tom ist gerade erst angekommen… Ergo, was zur Hölle soll das? Wer das verlangt, sollte mal Logikschaltkreise im Kopf überprüfen lassen,

Mir ist vollkommen klar, dass was der deutsche Mainstream über Russland verbreitet nur Lügen und Propaganda sind.
Man könnte allenfalls, und das macht Gert-Ewen schon regelmäßig, die westliche Propaganda gegen Russland fundiert begegnen und entkräften.

Nur jetzt mal angenommen, was wohl (hoffentlich) nicht so sein wird, der Job bei RT würde davon abhängen, dass man Russland nicht kritisieren darf…
Nun wie es denn aus in Deutschland selbst? Darf man beispielsweise als Professor an einer deutschen Uni die deutsche Corona- und Russlandpolitik kritisieren ohne entsprechende Konsequenzen befürchten zu müssen???

Ich brauche das wohl kaum beantworten….

Rudi
Rudi
Reply to  N.B.
1 Monat zuvor

Mir ist vollkommen klar, dass was der deutsche Mainstream über Russland verbreitet nur Lügen und Propaganda sind.

Ich gieße mal ein wenig Wasser in den Wein grundlegender Erkenntnisse:

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde in Russland verboten. Ist das okay für dich?

Die Vorsitzende der Linkspartei-Stiftung sagt dazu am 11.04.2022:

«Bereits in den vergangenen Monaten war unsere Arbeit kontinuierlich erschwert worden. Trotz alledem haben wir versucht, die Gesprächsfäden aufrecht zu erhalten, die Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen fortzuführen und uns auch zu kritischen Fragen auszutauschen. Die angekündigte Entscheidung bedeutet nicht nur die Schließung unseres Moskauer Büros, sondern gleichzeitig wird eine Möglichkeit für zivilgesellschaftlichen deutsch-russischen Dialog beendet», sagt die Vorstandsvorsitzende Dagmar Enkelmann.

Quelle Rosa-Luxemburg-Stiftung

Lasse Machen
Lasse Machen
Reply to  Rudi
1 Monat zuvor

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde in Russland verboten. Ist das okay für dich?
Ich antworte kurz und bündig: Ja!! Alles, was mit dieser Stiftung, diesem kapitalistischen U-Boot zusammenhängt, sollte jedes Land, dass einen eigenständigen Weg gehen will, ohne trotzkistische Bevormundung, ohne pseudolinken Phrasen, sofort verbieten. NGO`s der Kapitalisten braucht kein Land.

N.B.
N.B.
Reply to  Rudi
1 Monat zuvor

Ist das okay für dich?

Zur Zeit misstrauen die Russen deutsche NGOs zutiefst und nicht ohne Grund.

Also ich würde auch an Russlands Stelle zur Zeit mit Deutschen Organisationen wirklich nichts zu tun haben wollen…

Und vielleicht tun die sogar damit der Rosa-Luxemburg-Stiftung noch einen Gefallen damit, dass diese nicht wg. einer Zusammenarbeit mit Russland hier verboten würde…

Albrecht Storz
Albrecht Storz
Reply to  Rudi
1 Monat zuvor

Für Dich ist wohl auch das aufgeklebte Etikett das Wichtigste. Egal was drin ist. Im Namen „Rosa Luxemberg“, also muss das doch was Tolles sein?
Dir könnte man sicher auch ein Fass Giftmüll mit dem Aufdruck „lecker Eis“ teuer verkaufen.

Valli
Valli
Reply to  Rudi
1 Monat zuvor

Schön wäre auch ein Verbot dieser Idioten in Deutschland.

Pen
Pen
1 Monat zuvor

Nach diesem Interview von Thomas Röper, kann man die Russen nur beneiden.

Amis raus aus Europa!

Warum soll Tom sich Dinge aus den Fingern saugen, nur, im den verblendeten, feigen Transatlantikern nach dem Mund zu reden?

https://anti-spiegel.ru/2024/die-schweizer-weltwoche-hat-mich-zum-interview-eingeladen/

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Wer sich an den Fall Ulrike Guerot und im Vergleich dazu an Navalny erinnert, sollte wirklich nicht mehr auf die Propaganda der westlichen Medien hereinfallen.

Presse – und Meinungsfreiheit gibt’s hier nicht mehr.

Navalny dagegen durfte 10 Jahre lang ungestraft die vom Westen gesteuerte Hetz – und Haßpropaganda (einschließlich gefälschter Fotos!) gegen Putin verbreiten.

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Monat zuvor
Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Foto Ukraine
comment image
Zu Beginn der SMO

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Jau
Jau
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Danke.

Pen
Pen
Reply to  Jau
1 Monat zuvor

P.S. Gerne.

Man sieht Alina Lipp, Thomas Röper und vier, offensichtlich sehr nette Russen.

Wenn ich mich nicht irre, stammt das Foto vom anti- spiegel.ru/ 2022

:-))

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

In der Ukraine. Alina lebt wohl im Donbas

Valli
Valli
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Ich hasse Uniformen

andreas h
andreas h
1 Monat zuvor

Hallo, ich würde gerne gedruckte Texte lesen. Diese Video-Statements haben das Problem, dass man sie nicht überfliegen kann. Ich bin während des Anhörens in die Kommentare gerutscht und habe nicht mehr zugehört. Von jemandem, der nicht spricht wie ein Buch, ist es angenehmer einen Text zu lesen. Ich schätze Ihre Texte.

Dagmar Brandt
Dagmar Brandt
1 Monat zuvor

Hallo, Ihr Neulandrebellen,

was die Russische Föderation angeht, so sind Sie, glaube ich, NeulandSUCHER. Haben Sie noch eine Erinnerung an die spätestens seit Gerhard Schröders Kanzlerschaft im Sinkflug befindliche Soziale Marktwirtschaft, dem einstigen Flaggschiff des bundesrepublikanischen Selbstverständnisses?

Mich interessieren die Arbeitsbedingungen in den Fabriken der RF: Wie hoch ist der Arbeitsdruck im Vergleich zu den Zuständen bei Amazon oder in asiatischen (also auch chinesischen) Textilfabriken. Oder die Arbeitsbedingungen im Öffentlichen Dienst. Wie gut können Mütter ihre Erwerbsarbeit mit den Familienpflichten und der Selbstfürsorge in Einklang bringen. Helfen junge russische Ehemänner und Väter im Haushalt und bei der Kindererziehung?

Zusammengefasst: Kann man die heutige russische Wirtschaft in Teilen oder vielleicht größeren Teilen oder gar insgesamt als „Soziale Marktwirtschaft“ bezeichnen? Gibt es eine solche Zielsetzung seitens der russischen Regierung?

Ich finde solche Fragestellungen journalistisch viel spannender als eine irgendwie geartete „Putin-Kritik“ auf Deibel komm heraus.