Die Mehrheit der restlichen Deutschen

Die Mehrheit der Deutschen findet meist das gut, was die Mehrheit der Deutschen gut finden soll – jedenfalls aus Sicht der Politik und der Medien. Mit meinem Umfeld kann ich die üblichen Umfragemehrheiten jedoch nicht mehr in Deckung bringen. Woran liegt das?

»Verpisst euch bloß, ihr Scheißwichser!« Das war mein Statement vor vielleicht sieben, acht Monaten, als ich nahe der Paulskirche von einem Kamerateams des Hessischen Rundfunk angesprochen wurde. Ehrlicherweise habe ich keinen Schimmer, was die von mir wollten, ich fuhr ihnen lieber gleich übers Maul. Zugegeben unflätig. Ich hatte damals einfach die Schnauze voll von diesem Medienbetrieb – besser geworden ist meine Aversion gegen unseren Journalismus im Laufe der Zeit jedoch nicht, was der geneigte Leser hier und da vielleicht erahnen mag. Vielleicht würde ich nicht in jeder Situation so grob reagieren – aber ab und zu mal vermutlich schon.

Womöglich hätten die rasenden Reporter mich ja was zur Corona-Politik gefragt. Unter Umständen auch nur, was ich meinen Lieben zu Weihnachten schenken möchte oder ob ich lieber die Stones oder die Beatles höre – also eine dieser sinnfreien Fragestellungen, die der geistig umnachtete Journalismus immer dann ersinnt, wenn er seine Arbeit nicht ganz verweigern will und auf Softthemen umschaltet. Falls ich aber doch zur Corona-Politik befragt worden wäre, hätte ich da nicht eine gute Chance gehabt, mal Luft abzulassen? Habe ich da etwa eine Gelegenheit verschenkt?

Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun

Ach was, ich komme ja dort eh nicht vor. Wenn ich motze, wenn ich kritisiere, meine Bürgerwut kenntlich mache: In der Hessenschau lande ich damit nie und nimmer. Stimmt dieses Vorurteil eigentlich? Sicher weiß ich es nicht. Ich gucke die Hessenschau auch nicht wirklich, zappe höchstens mal hin. Aber immer wenn ich das tue, flimmern da Gesichter über die Mattscheibe, die nicht unbedingt mit kritischer Miene glänzen. Gezeigt werden offenbar die Versöhnlichen, die, die keine grundsätzlichen Bedenken haben, die die allgemeine Massenstimmung abbilden. Vielleicht ist es aber nur Einbildung meinerseits und meine Ablehnung dieses Medienbetriebes ist nur eine selbsterfüllende Prophezeiung?

Wer weiß? Aber ehrlich gesagt, glaube ich das nicht. Wer dem Medienbetrieb Naivität oder Unbedarftheit unterstellt, stellt letztlich nur seine Naivität und Unbedarftheit zur Schau. Diesen Eindruck hatte ich schon weit, schon Jahre vor Corona. Seit anderthalb Jahren hat er sich nur verstärkt, ja auch bestätigt und verfestigt.

Meine Erfahrung hat dazu geführt, dass ich so ausfallend werde. Meist kommt mir da Max Goldts berühmtes Zitat zur Bildzeitung in den Sinn, wonach man die Redakteure so unfreundlich behandeln sollte, »wie es das Gesetz gerade noch zulässt, [denn] es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.« Na gut, ich gebe zu, jemanden einen »Scheißwichser« zu rufen, lässt das Gesetz nicht gerade zu – und Redakteure waren das sicher auch nicht: Aber ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass jeder in diesem medialen System, insbesondere in jenem der Gebührenfinanzierung, etwas Falsches tut und damit ein schlechter Mensch ist.

Wer glaubt denn den Medien noch?

Die wollen doch kein Abbild der wirklichen Stimmung fabrizieren, keine Chronologie der Zeitgeistes einfangen: Was sie wollen scheint zu sein, dass sie ihre eigene Interpretation von der Welt bestätigt bekommen wollen. Als Passant bin ich da kein partizipierender Bürger, der den Medienbetrieb, den er auch noch finanziert, seine Sicht erzählen dürfte. Ich bin nützlicher Idiot, das schmückende Beiwerk von der Straße, das ein Feature in den Ruch von Bürgernähe und Alltagsbezug setzen darf,, wenn es so spricht, wie man sich das vorher ausgemalt hat. Für sowas bin ich mir echt zu schade. Und ich nehme an, diesen Journalismus mittlerweile ganz schön viele Menschen durchschaut.

Selbst Menschen in meinem Umfeld, die einem eher klassischen bürgerlichen Leben zutendieren, nicht große Ambitionen hegen, um politische Diskussionen zu führen oder gesellschaftlichen Einschätzungen abzulegen, äußern sich seit Monaten zu dieser Misere. Sie sind unzufrieden mit der Panikmache, fühlen sich nicht oder nur unzureichend informiert, mögen die wichtigtuerische Geschäftigkeit des Medienbetriebs nicht. Dabei machen sie keinen großen Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Sendeanstalten. Was sie in der Zeitung lesen, betrachten sie mit Argwohn, lediglich dem Regionalteil schenken sie noch Glauben. Warum sollte der Bericht über den Kanninchenzuchtverein fingiert sein? Als es die ersten leisen Andeutungen zu Nebenwirkungen von Impfstoffen gab und die Presse dies umschiffte, glaubten sie ihr kein Wort mehr.

Trotzdem informieren sie sich natürlich in genau diesen Medien; alternative Medienangebote gegenüber sind sie genauso skeptisch. Liest man denn nicht überall, dass im Internet nur Fake News verbreitet würde? Am Ende steht sowas wie Resignation oder Fatalismus. Medien sind zwar da, man lauscht ihnen auch, aber hat keinen Bezug mehr dazu, hält sie auf Distanz, vernimmt sie wie Stimmen aus einer Welt, die man nicht kennt.

Mehrheiten sind Minderheiten, die noch reden wollen

So grob wie ich, würden diese Leute das Medienschaffenden, die ihnen über den Weg laufen, freilich nicht ins Gesicht sagen. Müssen sie auch gar nicht, so unzivilisiert soll bitte nicht jeder sein. Das wäre ja eine schlimme Gesellschaft, wenn plötzlich alle so auftreten würden. Aber ob sie bei einer Befragung welcher Art mitmachen würden, darf natürlich bezweifelt werden. Sie entschuldigen sich dann vielleicht freundlich, winken ab. Ihre Verachtung für Medienleute kaschieren sie hinter den Gepflogenheiten bürgerlicher Höflichkeit.

Wer dann am Ende wirklich befragt wird, sind jene Menschen, die sich ihre Mediengläubigkeit bewahrt haben. Die Minderheit derer, die finden, dass die Medien eine gute Arbeit machen. Daran sollte man denken, wenn sie uns wieder mal eine Umfrage präsentieren, in der die Mehrheit besonders zufrieden, besonders besorgt oder besonders für die Diskriminierung von wer weiß wem ist: Es ist nur die Mehrheit aus dem Pool jener Minderheit, die man als Mediengläubige bezeichnen könnte, die letzten, die mit der Presse noch reden wollen, weil sie keinen Groll hegen.

Es ist also ziemlich wahrscheinlich nur die Mehrheit der restlichen Deutschen, die dem Medienbetrieb geblieben ist, die man uns in solche Momenten vorsetzt. Die Umfragewerte müssten daher konträr interpretiert werden: Diese präsentierten Mehrheiten sind bloß Minderheiten, die noch mit dem Medienbetrieb reden wollen. Mit allen anderen haben diese Umfragewerte eigentlich gar nichts mehr zu tun.

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ShodanW
ShodanW
11 Monate zuvor

Danke für deine treffenden Eindrücke, lieber Roberto.

Die Medien sind wahrlich ein Reizthema geworden. Mir gehen so manche Entwicklungen mit dem Haltungsjournalismus mittlerweile zu weit. Ich bin einen anderen Standard gewohnt, nämlich das emotionslose Wiederkäuen von Nachrichten. Dann kann man sich selbst positionieren, wenn die Fakten stimmen. Heute bekommst du noch Drama, Emotionen, Moral und Anklage gleich noch mit draufgepackt. Gerade letztens wegen Afghanistan war ich so dermaßen genervt von der Tagesshow, wie sie den halben Bericht mit tränendurchweichten Interviewpartnern vollgestopft hatten. Da verschwimmt erstens die Kernaussage des Berichtes, und es kommt einem fast vor wie bei „Bitte melde dich!“. Soll ich jetzt völlig ergriffen Nachrichten schauen oder mir vorsoufflieren lassen, wann ich jetzt heulen soll, wenn ich über Afghanistan informiert werden will?

Manchmal denke ich mir, man müsste die Abnehmer, die Leser und Zuschauer, mal in die Pflicht nehmen. Stichwort: Schulfach Medienkompetenz lernen. Das würde ich auf neutraler Ebene all denjenigen raten, die nur Schlagzeilen lesen oder als Ritual Tagesshow gucken. Da sollte zugleich mal gelehrt werden, dass ZDF heute nicht gleich Netflix-Serie ist.

Im weiteren Gedankengang würde das allerdings, systemisch bedingt, höchstwahrscheinlich, eine Tendenz bekommen. Staatliche Schulsysteme sind in dem Zusammenhang auch nicht besser als private. Bei den Privaten ist Mathe dann gesponsort von der Commerzbank, Sport von Adidas. Duale Studiengänge sind im Inhalt auch korrumpiert. Es würde mich sogar sehr interessieren, wie da die Strukturen bei der Journalistenausbildung aussehen. So wirklich wird darüber nichts berichtet, und wir wissen mitunter, dass der Journalismus für sich betrachtet sehr darauf bedacht ist, Kritik von sich wegzuhalten. Auch die Tatsache, dass man das Netz sehr selektiv darstellt – alle physischen und klassischen Medien sind gut, der Rest schlecht. Da lässt sich eine ganz einfache Rechnung aufmachen: Selbstimageaufbau + Verteufelung alternativer Medien + Einfluss sozialer Medien als exekutive Zensurgewalt – Fähigkeit zur eigenverantwortlichen Einschätzung der Koonsumenten = Medienmacht. Oder so ähnlich.

Wir unterbrechen den Kommentar für ein bisschen Eigenwerbung. Neuer Wochenrückblick auf eine turbulente Woche:

https://polemica-blog.jimdofree.com/2021/08/21/s-woche-versager-basar/

Dazu gibt es eine neue Rubrik. Ich hatte noch so viele Schnappschüsse auf dem Handy, da kam mir das Stöbern bei anderen Bloggern gerade recht, so wird das nun auch konserviert:

https://polemica-blog.jimdofree.com/2021/08/22/hingucker-1/

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
11 Monate zuvor

Gedankenschmetterling beim Lesen: Mir geht das so, wenn die Parteien in Wahlzeiten die Fußgängerzone mit ihren Ständen fluten und man nur noch im Spießrutenlauf durch die Stadt gehen kann. Am liebsten würde ich an jedem Stand rufen: „Verpisst euch ihr Wichser!“ Aber was tu ich, wenn mir einer sein buntes Zettelchen in die Hand drücken will? Ich wink ab, halts Maul und geh weiter. Gibt also noch viele Grüppchen von Menschen, außer Journalisten, von denen mich zugegebenermaßen und zu seinem Glück noch nie einer wegen irgendwas befragen wollte, denen ich gerne ein von Herzen kommendes „verpisst euch“ entgegenschmettern würde.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Frau Wirrkopf
11 Monate zuvor

„Spießrutenlauf“

Die Parteistände sind doch harmlos gegen die Chugger – Zusammengesetzt aus Charity~Wohlfahrt und Mugger~Straßenräuber

Last edited 11 Monate zuvor by Cetzer
Mensch
Mensch
11 Monate zuvor

Das was die Risse betrifft, die mein Bild von Medien schon vor vielen Jahren kriegte, lief bei mir anders herum. Bei mir fing es mit „Ungereimtheiten“ im Lokalteil an. Halt bei den Dingen, die mich unmittelbar betrafen. Dingen bei denen ich mich sehr gut auskannte, die im Lokalteil allerdings teils ein wenig daneben dargestellt wurden, manchmal gar hanebüchener Unsinn war.

Irgendwann fragte ich mich, wenn schon im Kleinen (im Lokalteil) Journalisten so schlechte Arbeit abliefern, warum gehe ich eigentlich davon aus, dass das im Größeren und ganz Großen wirklich besser läuft?

Die Rechtfertigungen von Kriegen ging fast unkritisch durch die Medienlandschaft und selbstverständlich auch zur Primetime durch die Tagesschau.

Ganz besonders erstaunt war ich stets über Berichterstattungen über die vorgegebenen sicheren Erkenntnisse über Taten der bösen Russen. Seien es Wahlmanipulationen oder gar Tötungen bzw Vergiftungen von Exilrussen oder Kritikern.

Die Unschuldsvermutung, die Gewaltenteilung, das Recht auf Verteidigung und einen fairen Prozess, die mir als Grundpfeiler eines Rechtsstaats eingebläut wurden, werden regelmäßig zur Primetime von den Topjournalisten in Tagesschau und Co ad absurdum geführt. Da heißt es dann gern: „Gesicherte, geheimdienstliche Erkenntnisse, hätten dieses oder eben jenes ergeben.“

Nirgendwo hat die Lüge stetig solch Hochkonjunktur wie bei Geheimdiensten, was ganz sicher auch den Medien bekannt sein muss. Dementsprechend dürfte keine Meldung über den Äther gehen, die sich auf Geheimdienste bezieht , ohne das darauf aufmerksam gemacht wird, dass naturgemäße Undurchsichtigkeiten bei Geheimdiensten stets berücksichtig werden müssen. Anders gesagt: Jegliche Meldung, die sich aus Kreisen der Geheimdienste speist, kann man sich sparen. Deren Wert ist gleich Null. Der BND heißt zwar Nachrichtendienst, ist aber eine geheimdienstliche Organisation und kein der Wahrheit verpflichter Nachrichtendienst. Solch ein Dienst benutzt die Medien und wird sich nie verpflichtet fühlen Medien wahrheitsgemäß zu informieren.

Geheimdienste sind nicht selten der Meinung, dass die freiheitlich demokratische Grundordnung durchaus mit Lug, Betrug, Mord und Totschlag geschützt werden kann.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Mensch
11 Monate zuvor

„im Kleinen“

Im englischen Guardian gab es in den letzten Jahren viele krasse Fehler in der Berichterstattung über Good Old Germany: Z.B, Armin Laschet sei der von Merkel liebvoll auserkorene und rückhaltlos unterstützte Nachfolger.

Cetzer
Cetzer
11 Monate zuvor

„Ich gucke die Hessenschau auch nicht wirklich“

Am besten ein radikaler Schnitt, das schöne Geld für die Propaganda-Steuer ist eh weg; Ich nutze meine Glotze zu 99,9% nur noch als Medienplayer (Heruntergeladenes aus diversen Quellen, weniger als 1% von den Övvendlich-Liederlichen), an InternetFreienTagen werfe ich einen Blick in den Videotext, insbesondere Wetter und so.

die nicht unbedingt mit kritischer Miene glänzen

Oder die besorgt anpackenden Bonzen und ihre Hofschranzen.

etwas Falsches tut und damit ein schlechter Mensch ist

Vermutlich haben die ein extrem gutes Gewissen, so gut, dass man fast von Unzurechnungsfähigkeit sprechen könnte.

Nebenwirkungen von Impfstoffen gab und die Presse dies umschiffte

Solche Meldungen würden doch in einem hässlichen Kontrast zu den ganzseitigen Anzeigen der ImpfKampagnen stehen, angeblich die letzten Anzeigen, die noch zum vollen Preis bezahlt werden; Ansonsten tobt am Werbemarkt eine lustige TortenRabattSchlacht.

Umfragewerte müssten daher konträr interpretiert werden

Die Umfragen sind höchst zweifelhaft, aber man sollte sich auch nichts vormachen: Die Mehrheit steht (noch ?) hinter der Regierung, vielleicht nicht mit Herz und Hirn, aber mit Faust und Hintern.

Last edited 11 Monate zuvor by Cetzer
Rudi K
Rudi K
11 Monate zuvor

Zu dem Vertrauen in die Medien kommt mir ein Witz aus dem vorigen Jahrhundert in den Sinn:

Kunde: „Was kostet die Zeitung?“

Händler: „Eine Mark zwanzig“

Kunde: „Aber auf der Zeitung steht doch eine Mark“

Händler: „Man soll ja nicht alles glauben, was in der Zeitung steht“

Cetzer
Cetzer
Reply to  Rudi K
11 Monate zuvor

Elon Musk: Was kostet die Welt?
Teufel: 438573202773913$
Elon Musk: So wenig?
Teufel: Ist doch nur das, was Sie noch nicht besitzen!

Robbespiere
Robbespiere
11 Monate zuvor

Roberto, was deine Verhältnis zu Umfragen von Journalisten betrifft, bin ich auf deiner Wellenlänge, nicht ganz so rabiat, aber genauso deutlich.

Allerdings bekomme ich selten Gelegenheit dazu, allein schon, weil ich den Moloch Stadt meide, wie der Teufel das Weihwasser.

Ob die Umfrageergebnisse geglaubt werden, kann ich schwer einschätzen, aber den Medien, welche diese veröffentlichen, wird offenbar immer noch von weiten Teilen der Bevölkerung geglaubt.
Anders ließe sich z.B. die Impfbereitschaft von nicht-vulnerablen Gruppen und deren Entgeisterung, wenn man sich auf Nachfrage als „Ungeimpfter“ zu erkennen gibt, nicht erklären.

Ähnliches habe ich auch vor Corona zu MH17, Ukraine, Skripal etc. erlebt und auch die Anti-Alternativmedien-Kritik kommt bei den Konsumenten an, weil sich kaum Jemand di Mühe machen will, diese zu überprüfen und „pars pro toto“ Alles über einen Kamm geschert wird..

Last edited 11 Monate zuvor by Robbespiere
Mensch
Mensch
Reply to  Robbespiere
11 Monate zuvor

aber den Medien, welche diese veröffentlichen, wird offenbar immer noch von weiten Teilen der Bevölkerung geglaubt.
Anders ließe sich z.B. die Impfbereitschaft von nicht-vulnerablen Gruppen und deren Entgeisterung, wenn man sich auf Nachfrage als „Ungeimpfter“ zu erkennen gibt, nicht erklären.

Bei der Impfbereitschaft würde ich drauf tippen, dass der in Gesetzen und Verordnungen gepackte Druck in Form von Einschränkungen für die Ungeimpften, wesentlich entscheidender ist und war und noch werden wird.

Die ins Spiel gebrachte sogenannte 2 G-Regelung, die besagt, dass nur noch Geimpfte und Genesene (Wobei Genesen nur eine maximale Impfschonfrist von maximal 6 Monaten bedeutet und dass diese 6 Monate wie alles andere auch nicht auf belastbare Fakten beruht, muss sicher nicht erwähnt werden) die Teilhabe an Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen in Innenräumen gestattet sein wird. Selbst der Besuch von Hotels und Gaststätten steht für die 2 G-Regel im Raum. Getestet dürfen wohl bald nur noch Schüler, die nicht geimpft sind in die Schule.

Bin gespannt, wann in den Raum gestellt wird, dass nur noch Geimpfte und Genesene nach einer Frist von z.B. 3 Monaten ins Krankenhaus aufgenommen werden und Arzt-Praxen betreten dürfen.

Faschistoides Dreckspack! Ich werde mich so langsam mal mit dem Darknet befassen müssen. Auf derartige Dinge will ich nicht unvorbereitet sein.

BTW: Kannst Du Dich noch daran erinnern, dass Du diese Entwicklung vor nicht all zu langer Zeit ( ca 4 Monate her) für undenkbar gehalten hast?

Madleine
Madleine
Reply to  Robbespiere
11 Monate zuvor

Mmmm
Vorsicht! Man sollte immer aufpassen, bevor man die Orwellsche Sprachverdrehung der populistischen Machtergreifer selber ins Sprachfeld integriert!
(Und „wir“ sollten immer in Klasse differenzieren!)
Imbereitschaft: es sollte Impf-Nötigung benutzt werden! (Rechts der Gatterzaun mit immer mehr Freiheitsentzug und links der Treiber mit Geldstrafe oder oder. .. es erinnert an Tiere zum Schlachthaus treiben!)

Klasse: selbst ich merke in den letzten Jahrzehnten zunehmend die Resignation. …. noch nie zuvor hat das „Bildung aus der Unmündigkeit“ so sehr versagt wie in den letzten Jahrzehnten!
(Seit KohlCDUCSU/GenscherLambsdorffs FDPsche Politik der Refeudalisierung und der ReObrigkeitisierung!)

TWASBO
11 Monate zuvor

Das Interessante ist, dass ausgerechnet die von Goldt geschmähte Bildzeitung unter den neuen Eignern einen Weg eingeschlagen hat, den man teilweise schon den richtigen nennen könnte. Als große Ausnahme unter den Systemmedien werden dort die Machenschaften der Mächtigen wieder kritisch hinterfragt. Populismus? Ja, natürlich. Aber Populismus kommt von populus, das Volk. Viele wissen das gar nicht mehr.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  TWASBO
11 Monate zuvor

Ja, mit Wella, Hensoldt (Drohnen- und Flugzeuggeraffel) und Springer haben die neuen Eigner einen richtigen Schritt in die Richtung getan oder so.

Und Demagogie kommt von Volks(ver)führung und meint im abwertenden Sinn ideologische Hetze, vor Allem im politischen Bereich. (Ja, ich habe auch Wikipedia.) Und wenn der Goldt eines gemeint hatte, dann war es diese unglaublich demagogische Hetze der Springer-Blätter gegen Alle, die nicht zur unterdrückten Minderheit der Weißen Mittelalten Männchen und ihrer Hausfrauen gehören.

Heute im Angebot: KSK-Helden, Taliban-Hölle, Barfußrettung und Alles war umsonst. Ich weinte hart.

Last edited 11 Monate zuvor by Suzie Q
ShodanW
ShodanW
Reply to  Suzie Q
11 Monate zuvor

Ich weiß gerade nicht, was schlimmer ist – BILD mit ihrer „überparteilichen“ Hetzersprache oder das auf seriös herunterfrisierte Gesabbel von SZ, Spiegel oder sonstigen „Ich spreche hiermit Bill Gates meinen Dank aus“-Medien. Irgendwie muss man ja den Abonnentenverlust kompensieren.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  ShodanW
11 Monate zuvor

Und wie kommst du jetzt auf Sowjetzone und Spiegel? Irgendwie muss man ja den rechten Dreck der Springerpresse runter relativieren.

ShodanW
ShodanW
Reply to  Suzie Q
11 Monate zuvor

Klar – als wären die mit ihrer Baerbock-Kampagne völlig neutral gewesen. „Warum sie die richtige ist.“, „Sieht megagut aus.“, Rechten Dreck mit Pro-Atombomben-Propaganda und Frauenquote ohne Erfahrung zu relativieren… da kann ich auch einen Dreckspatz von der Straße ins Kanzleramt setzen. Nur braucht der beim Lebenslauf nicht nachzuhelfen.

Ich glaube, dass du und deinesgleichen auch mal eine Auffrischung darin brauchen, zwischen „rechts“ und „konservativ“ zu unterscheiden.

Last edited 11 Monate zuvor by ShodanW
Suzie Q
Suzie Q
Reply to  ShodanW
11 Monate zuvor

Oh, hab‘ ich dich… Gut zu wissen! 🙂

niki
niki
11 Monate zuvor

Man hat ja auch schon eine Argumentationsschiene gegen die Kritik gegen dieses sehr offensichtliche Missverhältnis in den Medien schon lange präsent. Spätestens seit Pegida, vollkommen egal was man von denen politisch halten mag, sollte die Strategie eigentlich klar sein:
Man lässt in den Massenmedien es so aussehen, als würde Kritik an der Regierungspolitik (egal an was) keinesfalls von der Mehrheit getragen werden!
Ein paar Andersdenkende als Feigenblätter lässt man zu Wort kommen, aber stellt diese dann wahlweise als Nazis, verrückte oder dumme Menschen da!
Und wenn dann kritische Geister eine gewisse Relevanz in der Medienwelt gewonnen haben, siehe als Beispiel KenFM (man muss nicht alles mögen auf diesem Medienportal erscheint), wird dieses diskreditiert, zensiert und versucht finanziell zu vernichten!

Nochmal zum Mitschreiben: Die Strategien gibt es schon lange und wurden an verschiedenen Gruppierungen (im Spektrum weit rechtsstehende und auch linke Gruppierungen), die nicht gerade ein hohes Ansehen in der Bevölkerung haben erfolgreich getestet. Entsprechend wurden diese weiterentwickelt und nun erfolgreich auch gegen die vermutlichen Mehrheit und auch gegen jegliche demokratische Gepflogenheit angewandt!

Lamperl
Lamperl
Reply to  Roberto J. De Lapuente
11 Monate zuvor

Dito. Ich hatte darüber hinaus eine Schublade, auf der stand „ich bin kein Nazi aber…“, da mussten die alle sofort rein, die diesen Satz geäußert haben.

Und jetzt? „Ich bin kein Coronaleugner, kein Impfgegner, kein AfDAnhänger, kein Querdenker, …“, so beginnt jeder Leserbrief und jedes zweite Statement, so in die Ecke gedrängt sind die Leute. Diese Mechanismen hab ich doch mit unterstützt und ernte jetzt.

ShodanW
ShodanW
Reply to  Lamperl
11 Monate zuvor

Auf der Schiene fahren sie heute noch (unabhängig von Impf-/Corona-Leugner). Aus dem Grund kann man ja kaum noch Kritik anbringen. Obwohl ich es mir lieber spare, solche Rechtfertigungen auszuschmücken. Hat eh keinen Sinn, du wirst so oder so da hingeschoben. Da kann wahrscheinlich jeder Leserbrief so beginnen, du bist schon längst dort. Weil du inhaltliche Kritik äußerst. So einfach ist das heute. Von wegen „nie wieder….“

Mensch
Mensch
Reply to  Roberto J. De Lapuente
11 Monate zuvor

Na ja, PatriotischeEuropäerGegenDieIslamisierungDesAbendlandes -Anhänger jetzt auf eine Stufe mit Maßnahmenkritikern und Menschen, die wegen ihrer Entscheidung sich nicht impfen lassen zu wollen, ohne dass ihnen Nachteile entstehen, auf eine Stufe zu stellen, halte ich nicht für der Weisheit letzter Schluss.

Jetzt die weiterhin berechtigte Kritik an einem solchen Hirngespinst wie Angst vor der Islamisierung des Abendlandes als aufgezwungene Regierungsmeinung umzudeuten, halte ich für einen fatalen Fehler. Schon allein deshalb, weil es kein Geheimnis ist, dass Teile der regierenden Union dieser Strömung und auch der AfD gegenüber gar nicht abgeneigt waren. Das demonstrative Aufhängen von dem christlichen Symbol des Kreuzes in öffentlichen Gebäuden in Bayern zu der Zeit als PEGIDA und die AfD gegen Ausländer hetzten, sollte auch nicht vergessen werden. Denen hätte man wie einst Strauss gern innerhalb der Union eine Heimat gegeben.

Sorry, mit derartigen Vermischungen, kann zumindest ich rein gar nicht anfangen. Klar, alle als Nazis abzustempeln, das geht gar nicht. Nur das deren Beweggründe rassistisch sind, ändert sich keineswegs.

Klar, es ist sehr interessant, dass den Spinnern, die Angst vor einer Islamisierung haben, unwidersprochen als Nazis bezeichnet werden durften. Da war der geschichtliche Vergleich kein Affront.

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Mensch
11 Monate zuvor

„Klar, es ist sehr interessant, dass den Spinnern, die Angst vor einer Islamisierung haben, unwidersprochen als Nazis bezeichnet werden durften. Da war der geschichtliche Vergleich kein Affront.“
Es zeugt auch von Bildungsdefiziten, da die Nazis witzigerweise den Islamismus ganz tofte fanden :-).
Und von undifferenziertem Denken, denn wie genau kann es denn „rassistisch“ sein, eine Religion abzulehnen? Intolerant, religiös fanatisch (Konkurrenzreligion) etc. lasse ich ja gelten, aber „rassistisch“?

Mensch
Mensch
Reply to  Schwitzig
11 Monate zuvor

Willst Du mich mit Deiner Intolerant-religiös-fanatisch-aber-nicht-rassistisch-Masche verarschen🤔

Was kommt als nächstes? Es gibt gar keine Rassen, also kann auch keiner rassistisch sein🤔

Sorry, aber so lieber Freund, gräbt man sich nicht nur sein eigenes sonder ein Grab für alle Ungeimpften und Maßnahmen-Kritiker.

In die Ecke, in die Du Dich mit dem bullshit begiebst, bin ich nicht bereit mitzugehen. Nicht minder nur über meine Leiche, wie auch beim (Zwangs) Impfen 😓

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Mensch
11 Monate zuvor

Wieso sollte ich Dich verarschen wollen? Und was für eine Rasse genau ist der Islam? Eine andere als das Christentum?

Mensch
Mensch
Reply to  Schwitzig
11 Monate zuvor

Und was für eine Rasse genau ist der Islam?

Um so Arschgeigen wie Dir, sollte ein jeder – geimpft oder ungeimpft – einen riesen Bogen machen.

Roberto hatte Mal nicht zu Unrecht geschrieben, dass rechts gewinnt weil links versagt. Sinngemäß zumindest.

So ne Arschgeige wie Du zeigt auf, dass jegliche Regierungskritik zum Scheitern verurteilt ist. Ideologie im Sinne von Rechte oder Linke, bedarf es da gar nicht.

Arschgeigen, bleiben Arschgeigen, bleiben Arschgeigen…

Auf Leute wie Dich ist Verlass. Leider zu Gunsten der Gegenseite 🤮😓

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Mensch
11 Monate zuvor

Tut mir leid – ich verstehe Deinen Ausbruch nicht.

ShodanW
ShodanW
Reply to  Roberto J. De Lapuente
11 Monate zuvor

Dito. Und witzigerweise hat mich da Dunja Hayali wieder von der pauschalen Annahme abgebracht. Das ist den Senderanstalten aber auch erst Jahre später mal in den Sinn gekommen.

niki
niki
Reply to  Roberto J. De Lapuente
11 Monate zuvor

Wie gesagt: Von den politischen Zielen Pegidas, muss man nichts halten. Tue ich immer noch nicht wirklich.
Aber wenn man im Nachhinein analysiert, wie gegen diese Gruppierung vorgegangen wurde, wird man durchaus Parallelen zu heute feststellen. Die Methoden sind die gleichen. Diese funktionieren immer noch „hervorragend“!

Da waren auch alles Nazis für mich.

Inzwischen wissen wir, dass die Faschisten ganz woanders sitzen. Die meisten von Pegida waren allenfalls Menschen die Angst vor Job- & Wohlstandsverlust hatten. Das dabei reaktionäre und rechte Rattenfänger dieses natürlich ausnutzten, ist eine andere Geschichte. Liegt aber auch daran, dass DIE LINKE es niemals schaffte diese Menschen abzuholen! Und das heute noch viel weniger als schon damals!

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  niki
11 Monate zuvor

Der Schlüssel ist Polarisierung und darauf folgende Radikalisierung, die dann zu Grabenkämpfen in der horizontalen Ebene führen. Das ist durchaus erwünscht, denn wer horizontal kämpft, tut dies nicht in der Vertikalen.
Pegida, blödida und irgendwiewida war eine gute Methode, die Schlafschaf-Linken auf eine Schublade zu fokussieren, die die Kräfte und Energien auf die falschen ableiten konnte.

Schleichfahrt
Schleichfahrt
Reply to  niki
11 Monate zuvor

Angst? Möglich.
Oder aber auch nur die einfache Frage: „Wer soll das bezahlen“?

Schwitzig
Schwitzig
11 Monate zuvor

Der Witz ist: Mit „verpisst euch, ihr Scheisswichser“ hast Du sogar gute Chancen, in unseren Scheissmedien Erwähnung zu finden. Quasi als Hutbürger-Analogie:-). Mit einem: „Ihr leistet schlechte Arbeit und auch wenn ich gezwungen bin, euch finanziell zu unterstützen, bin ich nicht gezwungen, bei eurer Arbeit meinen Beitrag zu leisten. Bitte geht weg und scriptet euch wie sonst auch einfach irgendetwas zusammen.“ würdest Du allerdings nie Erwähnung finden :-).
Zum Umfeld: Tagesschau-Resistente sind meiner subjektiven Erfahrung nach eine winzige Minderheit. Im Gegenteil: Alles was das rosarote Plüschtierweltbild der GEZ-Kanonen und angeflanschter Privatshitholes gefährdet, führt blitzartig zu aggressiven Abwehrreaktionen gepaart mit Schubladeneinordnungen.

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Schwitzig
11 Monate zuvor

Rosarotes Plüschtier … meintest du dieses ?

https://twitter.com/consent_factory/status/1429712356532228097/photo/1

Johann
Johann
11 Monate zuvor

Was ein Dr. Wordag, ein Prof Bhakdi, Dr. Fuellmich oder Ken Jebsen zur Corona-Pandemie sagen, ist halt ganz offensichtlich grostesker Unsinn.

Deshalb berichten seriöse Medien darüber höchstens in Form von Faktenchecks.
Und die Mehrheit der Bevölkerung erkennt schnell, dass die Unsinn behaupten, der völlig widersinnig ist. Das kann man selbst als Laie.

Wenn sich „alternative Medien“ sowas zu eigen machen, leidet der Ruf entsprechend. Es sei denn natürlich, man will das unbedingt so sehen, um grundsätzlich immer *dagegen* sein zu können. Aber so destruktiv drauf sind ja die allerwenigsten.

Last edited 11 Monate zuvor by Johann
Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Johann
11 Monate zuvor

Hey Johan!
Du hast mein vollstes Vertrauen. Du bist richtig intelligent.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Schwitzig
11 Monate zuvor

Johann muss Fernsehintendant werden, damit wir auf den rechten Pfad (leider nicht leuchtend) zurück geführt werden.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Cetzer
11 Monate zuvor

Du meinst „Sendero Luminoso“ mit Null Lumen von der Gegenseite?

Cetzer
Cetzer
Reply to  Robbespiere
11 Monate zuvor

Ja, so ungefähr, nur selbstverständlich düsterer.
Immerhin heute schönes Wetter, die Sonne ruft.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Johann
11 Monate zuvor

@Johann

Elender Kollaborateur!

niki
niki
Reply to  Johann
11 Monate zuvor

Deshalb berichten seriöse Medien darüber höchstens in Form von Faktenchecks.

Faktenchecks… Der Schwarze Kanal vom DDR-Fernsehen war damals deutlich seriöser…
Was man von diesen Faktencheckern zu halten hat, formulierte Oskar Lafontaine nur allzu treffend:
https://www.facebook.com/oskarlafontaine/posts/4368784879849612

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
11 Monate zuvor

niki

Hier mal was über die Hintergründe der Faktenchecker:

https://www.corodok.de/fakten-checker-finanzierung/

Schleichfahrt
Schleichfahrt
Reply to  Johann
11 Monate zuvor

Du hast sowas von Recht. Mir ist ein Herr Lauterbach, der sich am Tag mehrfach im ÖRR widerspricht, auch wesentlich lieber.

Ach so, wen oder was genau meinst du mit „seriöse Medien“?
Disney Channel?

Last edited 11 Monate zuvor by Schleichfahrt