Kaufen Sie Antirassismus!

Nachdem L’Oréal erklärt hat, künftig Aufheller nicht mehr Aufheller zu nennen, scheint sich die Welt wieder ein bisschen mehr vom Rassismus befreit zu haben. Der Antirassismus gewinnt. Oder stimmt das Gegenteil?

Die Welt wird eine andere sein, wenn man künftig in IT-Unternehmen intern nicht mehr von einer »Blacklist« oder dem »Master« spricht. Darauf haben sich einige Unternehmen aus jener Branche geeinigt. Sie möchten antirassistische Strukturen schaffen und meinen das wörtlich. Also buchstäblich im wörtlichen Sinne. Das macht was mit der Weltsicht – aber vermutlich nur mit der Sicht. An der Welt selbst ändert sich nichts.

Doch weil es darum auch nicht wirklich geht, zog L’Oréal nach. Aufheller wird es beim französischen Kosmetikhersteller nicht mehr geben. Denn sich dunkle Haut aufhellen zu wollen: Das flankiert ja den vermeintlichen Makel nicht weißer Haut. Es ist im Grunde das traurige Geschwisterkind des ››Blackfacings‹‹, dem man hier dem Kampf ansagt. Neudeutsch auch ››Blackfishing‹‹ genannt. Hinzuzufügen ist jetzt nur noch, dass L’Oréal auch weiterhin Hautcremes und Puder zu diesem Zwecke anbieten wird. Nur werden sie halt nicht mehr »Aufheller« heißen.

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ChrissieR
ChrissieR
1 Jahr zuvor

Guude!

Na, gottseidank gibt’s ja die Corona-Hysterie! Wer schwarz sein will, kauft sich nen schwarzen Maulkorb und umgekehrt!
Wenn die Welt nur solche Probleme hätte wär ja alles im Lot aufm Boot….

Michelle
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Servus Chrissie, da kann ich dir nur zustimmen… 👍🏻 Traurig, aber leider Realität…

Rudi
Rudi
1 Jahr zuvor

Ich hab gerade gelesen, wie ein Autor in der Frankfurter Rundschau an die Stadt gerichtet, in der diese Zeitung erscheint, den Zeigefinger hebt. Ganz in der Tradition des Struwwelpeter-Erschaffers stehend, des Psychiaters Heinrich Hoffmann, dessen rigide gewaltgehalte Pädogogik mit einem Straßennamen verewigt wird:

Wie unmenschlich mutet unser Umgang mit schwarzen Bürger*innen an, wenn diese Tag für Tag an der U-Bahnhaltestelle „Mohrenstraße“ aussteigen oder im Supermarkt an „Negerküssen“ vorbeilaufen müssen, wo sie jedes Mal an die Sklaverei erinnert werden, an die eigenen Ururgroßeltern, die mit einer Nilpferdpeitsche halb totgeschlagen wurden und deren Kindern man Hände und Füße abgehackt hat, weil sie ihren Tagessoll an Kautschuk nicht eingesammelt haben.

leo_t
leo_t
Reply to  Rudi
1 Jahr zuvor

Wie unmenschlich mutet unser Umgang mit schwarzen Bürger*innen an, wenn diese Tag für Tag an der U-Bahnhaltestelle „Mohrenstraße“ aussteigen oder im Supermarkt an „Negerküssen“ vorbeilaufen müssen, wo sie jedes Mal an die Sklaverei erinnert werden,…

Wie viel schlimmer muß es dann für sie sein, wenn sie (verehentlich) in den Spiegel gucken, oder versehentlich auf ihre Hand sehen:

Alles schwarz!

Dagegen dürfte die ‚Mohrenstraße‘ ziemlich harmlos sein!

niki
niki
1 Jahr zuvor

Anstatt den offensichtlichen Rassismus zu bekämpfen, wird so ein Schwachsinn veranstaltet, wo die allermeisten sich nur noch am Kopf fassen und ungläubig diesen schütteln!
Und durch die kommerziellen Absichten wird es richtig pervertiert!!! Da kann man nur noch den Stinkefinger den Verantwortlichen zeigen und sagen: „Bravo ihr Schwachköpfe…!“
Wird Zeit denen die Scheiße aus dem Kopf zu prügeln, wo eigentlich das Hirn sitzen sollte…

niki
niki
Reply to  Roberto J. De Lapuente
1 Jahr zuvor

Und wenn man spürt, dass man so vom Weg abkommt, weil man nicht mal mehr die Gewaltbereitschaft zivilisiert an sich selbst, dann weiß man: Es steht wirklich beschissen um uns.

Auch wenn mein Beitrag nur als Stilmittel gedacht war, wie extrem ich mit dieser Gesellschaft hadere, liegst du vollkommen richtig!

Michelle
Michelle
1 Jahr zuvor

Hallo zusammen,

Trotz hitzebedingter Kreislauf-Problemen raffe ich mich dazu auf, einer meiner Lieblingsseiten zu lesen!

Wirklich super geschrieben! 😊👍🏻 Mal wieder ein großes“Dankeschön“ und Lob an Roberto J. De Lapuente!

Genau DIESEN Artikel hat es dringend gebraucht, um darauf aufmerksam zu machen, dass man sich eben NICHT(!) vom grassierenden Rassismus in dieser Welt einfach mal so befreit, indem man – wie Kosmetikhersteller L’Oréal – plötzlich irgendwie Produktnamen oder Namen von Inhaltsstoffen umbenennt! Statt Aufheller heißt es dann „Bleacher“, oder was? Wie bei der Zahnbehandlung? 😂 Denen traue ich das schon zu! Echt blöd… Als würde das ernsthaft etwas am Rassismus-Problem und der Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA ändern! Es ändert auch nix am RACIAL PROFILING, das gerne mal von diversen Polizisten in Deutschland angewendet wird, gell… Man man! Nicht zu glauben! Das bekämpft nicht die Ursache!

Sukram71
Sukram71
1 Jahr zuvor

Gibt es jetzt auch keine Bräunungscreme mehr von Nivea? ☺️

ChrissieR
ChrissieR
1 Jahr zuvor

Guude!

Was mach ich bloss, wenn ich mal wieder auf der Strasse an meiner Ente geschraubt hab…mit schwarzen Ölfingern den Schweiss von der Stirn gerieben…und dann kommt so’n Heiopei und faselt was von blackpainting ?

Dem hau ich dann auf den Po und sag:“ schönen Gruss vom Schornsteinfeger!“

Robbespiere
Robbespiere
1 Jahr zuvor

Wann zieht die Firma Schwarzkopf nach und nennt sich „Dunkelrübe“ und wird aus Schwarzbier jetzt ein Dämmerschoppen?

Währentdessen verhungern in Afrika immer noch tausende Menschen am Hunger.
Ist das jetzt der „Schwarze Tod“ oder sehen die nach Neusprech euphemistisch einfach nur „Licht am Ende des Tunnels“?

F ragen über Fragen.

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

…by the way…gibts eigentlich noch das Waschmittel „der weisse Riese“?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Politisch korrekt müßte der jetzt „Mulatten-Gigant“ heißen.

t.h.wolff
t.h.wolff
1 Jahr zuvor

Wenn schon die Nivea-Creme weiß, daß die letzte Stunde der binären Geschlechteridentitäten geschlagen hat, dann ist alles zu spät. Da ich mir meine genderkorrekte Selbstkategorisierung nicht merken kann (dazu braucht es den ausgeprägten Selbstdokumentationstrieb der Generation Facebook), ist eines klar: sie werden mich in den Zoo bringen und mir Erdnüsse zuwerfen, wenn die Antifa endlich unser Veddel befreit hat. Immerhin: beim Islamischen Staat wären’s Steine.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  t.h.wolff
1 Jahr zuvor

@t.h.wolff

zustimmung, aber was oder wer ist Veddel?

Billy
Billy
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

@Rob
„Veddel“ ist zumindest in Köln mein Viertel in dem ich wohne. Behaupte ich mal als Ruhrpottler 🙂

t.h.wolff
t.h.wolff
Reply to  Billy
1 Jahr zuvor

So isses.