Mir hängt Diverses zum Hals raus

Meine Güte, mir ist doch egal ob Mann oder Frau, ob schwul oder lesbisch, ob körperlich unversehrt oder behindert. Auf sowas achte ich gemeinhin gar nicht. Wenn man mir jedoch Diversität mit dem Hammer eintrichtern will, merke ich dummerweise, wie sich Ablehnung in mir auftut. Der Reaktionär in mir rebelliert. Und das gefällt mir gar nicht.

Nach vielen Jahren habe ich mir dieses Jahr wieder mal die Oscars angetan. Selten in den letzten Jahren waren so hochwertige Produktionen nominiert: »The Irishman«, »1917«, »Joker«, »Once Upon a Time in Hollywood« und natürlich auch der Sieger jenes Abends: »Parasite«. Die Auswahl wurde vorab kritisiert. Zu wenig Frauenthemen, viel zu wenig Black Cinema hieß es. Der Abend (das heißt für mich: die Nacht) hatte genau ein Thema: Und das war nicht das Kino. Nein, die Branche zeigte mal wieder, dass sie das Gute repräsentiert.

Alle drei Minuten wurde die Frau als Heldin angepriesen. Standing Ovations bei jedem Satz, der auch nur in diese Richtung zielte. Und es zielten viele Sätze in jene Richtung. Nebenschauplätze waren Integration von Behinderten und Schwulenrechte. Ausgewogen wurde bei Acts auf die Balance zwischen weiß, schwarz, asiatisch geachtet. Nicht, dass man dagegen was haben könnte. Aber wie reflexhaft das inszeniert war, wie kalkuliert dieser Showfeminismus mit gereckter Faust auf Applaus schielte: Das hatte was von Indoktrination.

Verspannte Vielfalt

Früher waren die Oscars sogar mal lustig, heute erstickt man am eigenen Sendungsbewusstsein und reiht Bekenntnis an Bekenntnis. Damals ging es aber auch nicht ständig politisch korrekt zu. Seinerzeit glaubte das Big Movie Business ja auch noch nicht, es stehe stellvertretend für das gute Amerika. Das hat sich zuletzt sehr gewandelt. Man nominierte nach Diversitätsmerkmalen – die fachliche Leistung wurde dabei nicht immer berücksichtigt. Schauspieler Kevin Hart geriet vor zwei Jahren kurz vor der Veranstaltung in die Kritik. Er sollte die Oscars moderieren, aber irgendwer kramte Tweets von ihm heraus, in denen er unter anderem über Schwule witzelte. Er sagte ab, die Moral hatte gesiegt. Das passte zum ganzen Stil der letzten Jahre.

Bei der diesjährigen Verleihung schien die Filmbranche sich ganz im moralischen Rigorismus eingeigelt zu haben. Dankesreden waren voller Bestärkungen, Erbauung und Durchhalteparolen. Wie gesagt, speziell die Frauen hatten es den Rednern angetan. Im Vorfeld war irgendwo zu lesen, dass zu viele Männerfilme nominiert seien. Dass das großartige Produktionen waren: Kümmerte nicht. Eine Schande, dass in »1917« nur eine Frau zu sehen ist. Man sollte die Geschichte des Ersten Weltkrieges wohl umschreiben, zu einem femininen Grabenkrieg oder so.

Diese Art von Debatte beleidigt im Grunde jeden halbwegs gesunden Intellekt. Joaquín Phoenix, der völlig zurecht für die männliche Hauptrolle in »Joker« gewann, lavierte zwischen Veganismus, Feminismus und Antirassismus. Der Saal war beseelt, die Welt voller böser, rückständiger Rednecks blieb ausgesperrt. Zur Präsentation des besten Soundtracks übernahm eine Frau symbolisch den Taktstock und leitete das Orchester. Prompt gewann eine Isländerin – wieder für »Joker«, wieder völlig berechtigt.

Das war wie gesagt alles ziemlich abgekartet, als Zuschauer fühlte man sich in die Schülerrolle zurückversetzt. Vor einem liefen Oberlehrer auf und ab und erklärten mir Dummkopf mal die Welt. Schön fühlte sich das so mitten in der Nacht nicht an. Das hatte was von Staatsbürgerkunde. Ich meine, mir ist es sowas von egal, wer mit wem vögelt, ob jemand Frau oder Mann ist oder behindert ist. Ich schätze alle Menschen – oder ich schätze sie je nach Laune nun mal nicht besonders. Aber irgendwann ist es echt mal gut.

… dann werde ich zum alten, weißen Mann

Bei mir geht das ja eher nebenher. Ich muss nicht reflexhaft alle fünf Minuten einen Nebensatz anbringen, der meine Haltung unterstreicht. Und über das, was ich sage, möchte ich nicht mit Argusaugen wachen. Wenn so ein Tag lang ist, sage ich oft auch Dinge, die nicht ins enge Korsett der politisch Korrekten passt. Na und? Das wird man schon aushalten können. Die Welt verträgt mehr als man gemeinhin denkt. Und damit meine ich nicht, dass sie den Raubbau durch den Menschen locker wegsteckt – wer das jetzt falsch verstehen will: Nur zu!

Nur wenn man mir die blühende Harmonie, ein so zwanghaftes, so ein pathologisch affektiertes Bessermenschentum unter die Nase reibt. Satz für Satz, Szene für Szene, dann streike ich. Da werde ich zum alten, weißen Mann. Lehne diese schöne neue Welt ab. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Überreizung.

Alles was so den Anschein von Radikalem hat, war mir schon immer ein bisschen verdächtig. Wichtigtuerei fand ich schon in jungen Jahren peinlich. Gschaftlhuber, wie man in Bayern Menschen nennt, die besonders eifrig sind und es extrem wichtig haben, konnte ich noch nie leiden. Wenn solche Gschaftlhuber nun nichts anderes zu tun haben, als einem ungelenk und krampfhaft Schulungen in Sachen richtiger Lebensstil aufzudrängen, habe ich ein Problem damit. Ich bin tatsächlich zu alt, um mich mental derart penetrieren zu lassen. Das entspricht nicht meiner Vorstellung von Pädagogik. Das ist Marketing. Und auf Marketing stehe ich übrigens auch nicht.

Man muss das heute echt mehrmals wiederholen: Mir ist Diversität kein Dorn im Auge. Ich bin ehrlich, sie ist mir ziemlich wumpe im Alltag. Was habe ich davon, mir Sorgen um die sexuelle Neigung von Menschen zu machen? Da bin ich Pragmatiker. Aber wenn sie mir jemand so symbolisch und unangenehm aufdringlich vor Augen hält, fühle ich mich belästigt. Nicht etwa als alter, weißer Mann, sondern mehr so vom Intellekt her und von meiner Auffassung von Umgang miteinander. Dann hängt mir Diverses zum Hals raus. Ich bin mir sicher, eine solche Indoktrinationstour bewirkt bei vielen genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen will.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Defi Brillator
Defi Brillator
2 Jahre zuvor

Kannst Du mal bitte ordentlich schreiben? Das kann doch keiner mehr lesen! Selbst die Sternchen fehlen, was Sinnbild mangelnden Ausdrucks ist. Neue Veröffentlichungen jetzt bei Bastei als Spukgeschichte?

niki
niki
2 Jahre zuvor

Nun glaub mir… Den allermeisten geht dieser Scheiß dermaßen auf die Eier.
Problematik ist, dass in der Doppelmoral der westlichen Welt natürlich alle die etwas zu verlieren haben, direkt im vorauseilenden Gehorsam handeln… Und obwohl eigentlich der gesunde Menschenverstand sagt: Ist doch Schwachsinn und natürlich genau solche Reaktionen hervorruft wie von dir.

Sexualität sollte so etwas von irrelevant sein… Erst dann gibt es echte Gleichberechtigung… Aber neeeee… Irgendwelche Arschlöcher nutzen selbst die Benachteiligung, von welcher (sexuellen) Gruppierung auch immer, selbst im gutem Rampenlicht dazustehen, direkt zu profitieren, oder vielleicht dritte zu diskreditieren.

Das heißt nicht dass man die ******* die in der Tat irgendwelche (sexuelle) Gruppierungen aufs tiefste hassen, entsprechend behandeln sollte. Das muss man natürlich aufzeigen und NICHT tolerieren!

Wer auch nur ein klein wenig gesunden Menschenverstand sein Eigen nennt, wird unterscheiden können ob dass der Fall ist oder nicht!
Aber damit ist es offensichtlich schon in vielen Bereichen der Gesellschaft nicht mehr weit her…

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

Nun, Herr De Lapuente, Sie sind auch nicht das Zielpublikum dieser Werbeveranstaltung in Sachen Filmindustrie. In den USA findet seit Jahren ein Krieg statt und der entlang einer Linie „böse alte weiße Männer“ gegen den Rest der Republik. Zu unterschlagen, dass dieser Kampf und auch die Frontlinie von Ersteren eröffnet wurde, ist schon ziemlich AFD (wenn man es hierher übertragen will). Und klar, in den USA haben sie ein irres Problem mit den Abermillionen schwer integrierbarer Wirtschaftsmigranten aus den europäischen Armenhäusern Deutschland, Polen, Italien und Irland. Da müsste man sehr viel Geld in die Hand nehmen und flächendeckend soziale und pädagogische Maßnahmen ergreifen! Wie wäre es mit etwas Entwicklungshilfe für unsere unterentwickelten Brüder zwischen North Dakota und Texas? Eine Alternative wäre da natürlich die Pumpgun. Nur, die haben die Anderen schon.

Legen wir eine Gedenkminute für den Weinstein ein! (Nicht mal für ein paar Kugeln in den Rücken aus der Dienstwaffe einer lesbischen schwarzen Polizistin hat es gereicht, als er sich der Verhaftung durch aggressive Flucht entziehen wollte! Er wollte doch, oder?)

niki
niki
Reply to  Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

Da müsste man sehr viel Geld in die Hand nehmen und flächendeckend soziale und pädagogische Maßnahmen ergreifen! Wie wäre es mit etwas Entwicklungshilfe für unsere unterentwickelten Brüder zwischen North Dakota und Texas?

Bei dem White-Trash wird diesbezüglich rein gar nichts mehr helfen… Und letztendlich ist der Elite diese Bevölkerungsschicht vollkommen egal.
Nein es geht darum, um sich bei relevanten Menschen es sich nicht zu verscherzen… Und das im vorauseilenden Gehorsam. Die würden das bei komplett gegenteiligen Dingen machen, wenn das gerade zum allgemeinen Konsens gehört…

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Wissen Sie noch, was man hierzulande (wieso eigentlich?) den Negern vorgeworfen hatte, als sie begannen, penetrant ihren „black is beautiful“-Slogan herumzubrüllen? Oder sollte man besser sagen herum zu nölen? Die waren ja fast so schlimm wie die Frauen, die im „stern“ bekannten: „Ich habe abgetrieben!“ Es ist wirklich ein Übel mit diesen sich unterdrückt wähnenden Minderheiten. Kaum erlaubt man ihnen, sich zu äußern, tun sie es auch schon.

Bäh! Bäh, bäh, bäh!

ChrissieR
ChrissieR
2 Jahre zuvor

Guude!

Als emol denk isch dass die uns wohl ebbes ins Trinkwasser mische, dass mer als fort bleeder werde!!!
Roberto, Recht hast Du! Dieses heuchlerische quasi-religiöse Bessermenschen- Getue lässt mich auch gerne mal provozieren…In der Öffentlichkeit mal laut über den galoppierenden Schwachsinn diskutieren, dabei demonstrativ eine rauchen und ein Dosenbier trinken…oder mit dem Oldtimer dirch die Umweltzone schraddeln und E Autobesitzer in Diskussionen verwickeln, wieviele Kinder dafür Lithium ausgebuddelt haben…hach…provozieren kann so schön sein!!!

Helau aus Meenz

ChrissieR
ChrissieR
2 Jahre zuvor

Guude, Roberto!
Guck doch mal im Bermuda-Dreieck nach, wo mein Kommentar rumkorrodiert…

anonym
anonym
2 Jahre zuvor

„Der Reaktionär in mir rebelliert.“

Ach so, deswegen heisst es „neulandrebellen„… ein Maskenspiel vom ehrlichen Reaktionär („Rechts gewinnt“) und vom als Linken camouflierten Reaktionär („weil Links versagt“) in Ein-Mann-Besetzung.

Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
Reply to  anonym
2 Jahre zuvor

Oh Boy, du hast ja mal wieder gar nichts verstanden.

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
2 Jahre zuvor

*gib5* Ich hab diese Woche noch seufzend über einem Text gesessen, den ich mehrmals lesen musste vor lauter Sternchen, Schrägstrichen und großen I, bevor ich die Botschaft verstand, die er übermitteln wollte. Privat weigere ich mich bisher konstant, diesen Sch…. mitzumachen. Aber im Minijob, wo ich Texte von anderen verarbeiten muss, bin ich oft verunsichert. Am liebsten würde ich das alles rauslöschen und einfache, klare Sprache draus machen.

Ich beginne auch bei fb, Menschen, die peramanent drauf rumreiten, divers zu sein oder meinen, in jedem Satz auf das Vorhandensein Diverser oder anderer Minderheiten aufmerksam machen zu müssen, aus der Freundeliste zu entfernen. Manchmal überflutet es einen dermaßen, dass man nicht mehr weiß, wer denn nun die Minderheit stellt. „Die“ oder ich?

Es nervt ganz einfach, es geht mir wie einem Überfressenen/Überfütterten: ich könnt manchmal kotzen. Und ich glaube, dass sich weder die Betroffenen, noch die die ständig auf die Betroffenen aufmerksam machen, damit einen Gefallen tun. Am Ende wird es vermutlich zu noch mehr Aggression untereinander führen.

Tv
Tv
Reply to  Frau Wirrkopf
2 Jahre zuvor

@Frau Wirrkopf: vielen Dank Ihnen. Sie bringen es auf den Punkt 🙂

Ich befürchte nämlich ebenfalls das, was Sie als Konsequenz dieser ganzen „Minderheitentümelei“ (Verzeihung) beschrieben haben 🙁 (ich bin selbst leicht geistig behindert, aber ich habe das schon öfter verschwiegen, weil es nichts Gutes bringt…)

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  Tv
2 Jahre zuvor

Übertriebene Behindertenfreundlichkeit kann man dieser Gesellschaft nicht bescheinigen!

Tv
Tv
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

Ich muß da etwas widersprechen, tut mir leid: in anderen Ländern sieht es eher schlechter aus mit der Toleranz gegenüber Behinderten, während ich hierzulande auch schon von vielen Leuten Hilfe bekommen habe. Viele Deutsche sind sehr hilfsbereit, das wird mir immer wieder klar.

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  Tv
2 Jahre zuvor

Im Harzt 4 Bereich dauerte es bis zum Teilhabechancengesetz, bevor Behinderte intelligentere Angebote bekommen haben
Auch beim Zugabg zu Behörden, intelligentes Rentensystem, Bürgerarbeit usw.wäre mehr drin!

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

In diesem Blog wurde schon behauptet, dass Staatsdiener nicht privilegiert seien, vielleicht die falschen Ansprechpartner

Tv
Tv
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

Keine Frage, daß es auf der staatlichen Ebene von deutliche Verbesserungsmöglichkeiten gibt 🙂 – aber ich hatte eher an das Zwischenmenschliche gedacht. Dort (wo die „Staatskunst“ nicht hinkommt, genau wie die vielzitierte Zahnbürste in der Blendamed-Werbung 😉 ) habe ich schon mehr als einmal mitmenschliche Hilfe erhalten.

Will sagen: es gibt also doch hilfsbereite Menschen, so daß die Situation mMn nicht ganz so finster ist, wie manche sie darstellen.

Dennoch möchte ich wiederholen, daß es v. a. staatlicherseits durchaus noch Raum für Verbesserungen gibt 🙂

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  Tv
2 Jahre zuvor

Ja menschlich ist Vieles gut

niki
niki
Reply to  Tv
2 Jahre zuvor

@Tv: Ich selbst bin nun nicht schwerbehindert, allerdings meine Lebensgefährtin schon und vieles was ihr von anderen Menschen entgegen schlägt, ist nicht gerade als Hilfsbereitschaft zu deuten. Im Gegenteil… Ich habe keine Zeit das näher auszuführen. Aber wahrscheinlich liegt das auch daran, dass sie vergleichsweise jung ist und man die erhebliche Schmerzerkrankung NICHT sehen kann! Im Gegensatz zu ihrem Übergewicht…

aquadraht
aquadraht
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

Sicher liegt da einiges noch im Argen. Das ist aber unter den Prämissen der neoliberalen und Austeritätspolitik nicht anders zu erwarten. Gerade aus dem neoliberalen Lager sind die Diversitätsschwallereien Lippenbekenntnisse, die ihre Grenzen in der Profitmaximierung finden.

niki
niki
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

Lass die Bürgerarbeit weg…. Dann wäre deine Aussage grundsätzlich okay, auch wenn diese Begrifflichkeiten gerne von neoliberalen Arschlöchern missbraucht werden. Und Bürgerarbeit IST Zwangsarbeit!

Meiner Erfahrung nach gibt es noch ein ganz anderes Problem heutzutage. Um als schwerbehindert zu gelten, muss man als vergleichsweise junger Mensch schon fast den Kopf unter dem Arm tragen… Und das ist noch sehr harmlos ausgedrückt.
Zumindest ist das im Fall meiner Lebensgefährtin so…

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Bürgerarbeit muss nicht mit Zwang verbunden sein

niki
niki
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

@Freiwillig wäre ein Ehrenamt…

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Wird ein Laschet Kanzler, intern Luschet genannt, gehe ich eh nicht mehr wählen, Scheiss drauf!

aquadraht
aquadraht
Reply to  Ronaldo
2 Jahre zuvor

Du meinst, wir behandeln Dich hier schlecht im Blog?

Andrea
Andrea
2 Jahre zuvor

Stimmt an sich alles, nur nicht, dass das Deinen „Reaktionär“ rauskitzelt.

Sorry, was sind denn diese ganzen Bekenner, diese woken Promis anderes als Spießer, die sich halt jetzt einen schwulen Zwerg in den Garten mit dem Jäger*innenzaun drumrum stellen? Das sind doch keine mutigen ehrlichen mitfühlenden Menschen, das sind Spießbürger, die gefallen wollen, egal wer gerade die Deutungsmacht hat. Jetzt sind sie halt „woke“ früher hätten die schön den Arm gehoben.

Es ist nicht der Reaktionär, der reagiert, der böse alte weiße Mann. Es ist der Punk, der Anarchist, der keinen Bock darauf hat, im Gleichschritt zu marschieren und zwar auch dann nicht, wenn es angeblich um das „Gute“ geht. Das System tasten diese Leute nämlich alle nicht an.

Nein, auch bei uns muss der arbeitslose Schwule oder die marktwirtschaftlich nicht verwertbare Transe froh sein, wenn im Sanktionsbescheid der ARGE der Name korrekt gegendert wird. Das muss ja wohl reichen, oder?

Leute. Trennt Euch doch bitte mal von der Vorstellung, die Leute, die derlei kritisieren, weil sie die Verlogenheit nicht ertragen, wären alle „reaktionär“.

Mitnichten.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Andrea
2 Jahre zuvor

Sie haben aber auch nicht alle Tassen im Schrank, oder? Liegt’s am Rosenmontag? Ich glaube nicht. Sie haben hier schon öfter komisches Zeugs geschrieben. Nehmen Sie sich Tv zum Vorbild. Der nimmt für sich und seine Ausfälle „geistig behindert“ in Anspruch. Ist ein Versuch wert.

Jane Doe
Jane Doe
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Wo bitte unterstellt er ihr was? Nirgends.
(Lesen und das Gelesene zu verstehen ist auch nicht jedem gegeben).
Dass zwar Licht brennt aber wohl niemand zuhause ist, hat sie selbst doch hier großspurig kundgetan.

Um zum Thema des Artikels zurückzukommen: Deine diversen verbalen Ausfälle und Entgleisungen hängen mir zum Hals raus. Weshalb ich diese Seite nun endgültig auf die Blacklist setze.

Ceryk
Ceryk
Reply to  Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

Ich finde so Unrecht hat Andrea da garnicht.
Oder moechtest du allen Ernstes behaupten, dass dieser ganze *innen-Unfug auch nur einen Jota an der Unterdrueckung von Frauen aendert?
Bessert sich dadurch die Lebenssituation der Kassiererin im Supermarkt auch nur um eine Winzigkeit?
Oder ist das Ganze nicht eher ein roter Hering, der wirkliche Verbesserungen verhindern hilft?

Oder nimm die unsaegliche MeToo-Bewegung: was ist denn dadurch erreicht worden, mal davon abgesehen, dass der Hydra ein paar (zugegeben recht unappetitliche) Koepfe abgeschlagen wurden?
Wirkliche Veraenderungen hat diese Bewegung nicht erreicht – eine Hydra toetet man eben nicht, indem man einige Koepfe abschlaegt.
Die vollkommen unkontrollierten Machtstrukturen, gerade in Hollywood, hat das in keinster Weise geaendert und es ist jetzt schon absehbar, dass, sobald sich MeToo totgelaufen hat, die sexuelle Ausbeutung durch die Maechtigen dort, genauso weitergehen wird, denn irgendwelche Checks&Balances (unabhaengige Beschwerdestelle, starke Gewerkschaft, uä), die dies verhindern koennten, sind daraus nicht entstanden.
Dieses Thema ist doch nicht neu, sondern fast so alt, wie Hollywood selbst und solange nichts an den Machtstrukturen geaendert wird, solange gehts immer genauso weiter.
Daran kann man nur etwas aendern, wenn man die oeffendliche Empoerung und den damit verbundenen Druck eben nicht zur Begleichung von persoenlichen Rechnungen nutzt, sondern konstruktiv zur Problembehebung.
Dafuer ist aber bei MeToo der Zug schon abgefahren.
Schade.
Aber keine Sorge: in ein oder zwei Dekaden wird das Thema wieder hochbrodeln – vielleicht aendert sich ja dann was…

Die allermeisten Diversifizierungsgebote, die von oben verordnet wurden, fuehren eben mitnichten zu wirklichen Verbesserungen, sondern verhindern diese oftmals.
Also ja: man kann durchaus sagen, dass sowas eher „spiessig“ und reaktionaer ist.
Andrea hat ein gutes Beispiel dafuer gebracht mit dem „arbeitslosen Schwulen“ und der „marktwirtschaftlich nicht verwertbare Transe“, die heutzutage einen wunderbar gegenderten Sanktionsbescheid bekommen, der aber eben ansich den Respekt vor diesen Menschen vermissen laesst.
Es bringt unsere Gesellschaft nunmal um keinen Deut weiter, wenn sich ueber jedes falsch gesetzte/fehlende *innen echauffiert wird, auf der anderen Seite aber der Respekt vor dem Menschen und jegliche Solidaritaet in unserer ellenbogenen und Ich-zentrierten Zeit vollkommen verloren geht.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Ceryk
2 Jahre zuvor

Oder moechtest du allen Ernstes behaupten, dass dieser ganze *innen-Unfug auch nur einen Jota an der Unterdrueckung von Frauen aendert?

Nein, um Himmels Willen, natürlich nicht. Ich versuche ja auch ständig, irgendwie etwas Konsensfähiges zu finden. Und ich bin mit Ihnen einer Meinung, wenn es darum geht, den Respekt vor dem Menschen einzufordern. Respekt, dieser Manuel-Neuer-Respekt, dieses mit ernster Miene aus der Glotze wabernde Respektgedudel, das immer nur an der glatten Glasfläche des OLED-Bildschirms klebt und nie diejenigen erreicht, die in Shisha-Bars sitzen, in Synagogen, in Wartezimmern von Großmoguln oder Frauenärzten. Einig, immer! Aber mal ehrlich, worüber regen Sie sich eigentlich auf? Dass es da Leute gibt, die von Ihnen ein Umdenken, einen Lernprozess einfordern? Reicht es nicht, einfach zu sagen, nöh, will ich jetzt nicht. Andermal vielleicht. Muss da gleich die große Keule ausgepackt werden von wegen, da werde ich zum Tier? Und alle solidarisch, ja, ich auch, ich werd da auch zum Tier, uaaaah! Ich will auch nicht dazulernen!

Niemand wollte was von Ihnen. Sie hätten sich einfach zurücklehnen und es an Ihnen vorbeiplätschern lassen können. Ne? Es ging doch um Kino oder so. Arbeitsagentur ist ne andere Baustelle.

Scharf runterbremsen? Quatsch, Vollgas!

Ceryk
Ceryk
Reply to  Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

1. Hmmm…
*kopfkratz*
Koennten Sie mal erklaeren, warum Sie Andrea so massiv angegangen sind.
Nach der Lektuere der ersten Haelfte dieses Kommentars ist mir das naemlich absolut schleierhaft.
2. Die grosse Keule wird oftmals doch gerade durch die Diversitaetsjuenger ausgepackt.
Mehr als ein Prof hat zB hierzulande schon seinen Hut nehmen duerfen, bloss weil er einfach nur gesagt hat: „Nöh, will ich jetzt nicht. Andermal vielleicht.“ und die Div.-juenger daraufhin zum Tier wurden…
3. Warum ist „Arbeitsagentur“ ne andere Baustelle?
Das Grundthema ist doch das Gleiche: echter Respekt vor den Menschen vs wie Sie das nennen „dieser Manuel-Neuer-Respekt“.
4. Ich bestreite vehement, dass es bei diesem intolerantem Diversitaetsquatsch auch nur ansatzweise irgendwo um das Bestreben gehen wuerde, irgendein Umdenken oder einen Lernprozess anzustossen.
Eher geht es dabei um die Vermeidung und Verhinderung von gesellschafts- und sozialpolitisch relevanten und eigendlich dringend notwendigen Diskussionen.
5. Wenn Sie tatsaechlich der Auffassung sind, es wuerde nur „um Kino und so“ gehen, dann haben Sie ganz offensichtlich Robertos Text, wenn ueberhaupt, maximal zur Haelfte gelesen…
… oder ihn nicht ansatzweise verstanden…

Jane Doe
Jane Doe
Reply to  Andrea
2 Jahre zuvor

äääh… ja 😳 offenbar das Haare färben nicht so gut vertragen. Die Lösemittel darin sind nicht ungefährlich.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

Das verschriftlichte Suburbicon…

Es ist zu goldig!

Art Vanderley
Art Vanderley
2 Jahre zuvor

Es geht nicht um Diversität, es geht um die Zerstörung von Diversität und um Bevorzugung. Nicht umsonst hetzen die „Guten“ ganz offen gegen „alte weiße Männer“, was nichts weniger ist als guppenbezogene Menschenfeindlichkeit- eine Katastrophe für die politische Linke, daß so viele Linke das nachplappern.
Die Idenditätspolitik spricht nicht für Minderheiten, sondern für einen Verbund von Frauen und mehreren Minderheiten, die kooperieren, um sich Vorteile zu verschaffen, sich verschanzend hinter dem Märchen von der pauschalen Diskriminierung.
Wenn man sich das klarmacht, hat man es plötzlich mit einem völlig profanen Phänomen zu tun, daß es schon zigtausendmal gegeben hat, einer satten gesellschaftlichen Mehrheit, die ganz banal eine Minderheit benachteiligt, konkret alle, die nicht zu den Schutzgruppen der politischen Korrektheit zählen.
Die Idenditätspolitik ist der kulturelle Faschismus des Neoliberalismus, es ist das System, das hier die Freiheit zerstört, mit Bürgerrechten hat das nicht das geringste zu tun.

niki
niki
Reply to  Art Vanderley
2 Jahre zuvor

Kurz gesagt: Wenn Reaktionäre, nein nicht du, lieber Roberto, die Gunst der Stunde sehen, werden selbst eigentlich gute Dinge wie bspw. Gleichberechtigung, Freiheit, Humanismus, Meinungsfreiheit usw. missbraucht um sich Vorteile zu generieren.
Die Gefahr darin für Linke besteht, dass die sich sehr schnell in eine Zwickmühle geraten. Denn man kann ja als Linker zurecht nicht gegen oben genanntes sein… Daher muss man explizit den Missbrauch ankreiden und sich nicht von der Zugehörigkeit der Person zu einer möglicherweise benachteiligten Gruppierung abschrecken lassen.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Reaktionäre, so ist es. Reaktionäre stehen immer da, wo Stillstand und Rückschritt vertreten werden, egal in wessen Namen, deren Masse ist eigentlich wertelos.
Ist halt nur neu, daß reaktionäres Denken auch an die Bürgerrechtsbewegungen andocken kann um sie in etwas komplett Anderes zu transformieren. Manch Linke/r tut sich wohl auch deshalb schwer, weil es teils noch persönlich erlebt wurde, daß die B-Bewegungen noch liberalen Charakter hatten, da fällt es oft schwer, umzudenken. Ist aber keine Entschuldigung, das ist jetzt so lange her, daß die Denkapparate wieder in Gang zu setzen sind, die Situation hat sich völlig verändert.

niki
niki
Reply to  Art Vanderley
2 Jahre zuvor

Danke für die Antwort. Ist es nicht so, dass man eigentlich das ganze fast deckungsgleich über die derzeitige Antisemitismus-Debatte sagen kann…? Mir fallen da für mich unzweifelhaft durchaus Parallelen auf.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Das kannst du 10mal ans schwarze Brett nageln…nie nach dem Krieg gab es einen so verantwortungslosen Umgang mit Antisemitismus wie heute aus einem Teil des Establishments, die das Thema hemmungslos mißbrauchen, um politische Gegner zu diffarmieren und sich selber als die „Guten“ hinzustellen.
Offene Holocaustleugnung ist dagegen pillepalle (nicht weil sie völlig harmlos wäre, aber wer leugnet, macht sich eben auch offen zum Deppen, auch in der rechten Szene).

Sundance
Sundance
2 Jahre zuvor

Ich lass immer meinen Schwanz raushängen, wenn’s mir zu bunt wird !
Wenn die nicht reden wollen, wollen sie ficken ! OK mach ich mit, bücken !

Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
Reply to  Sundance
2 Jahre zuvor

Die einen reden vom Ficken, die anderen tun es.

niki
niki
Reply to  Roberto De Lapuente
2 Jahre zuvor

Die Frage wird sein, ob dass ganze nicht im übertragenen Sinne gedacht war… Zugegeben äußerst niveaulos…