Wo ist der Gemeinsinn hin?

Gibt es in unserer Gesellschaft noch so etwas wie Gemeinsinn? Wird Solidarität gelebt? Oder beides eher verhindert? Wir leben in einer Zeit, in der angeblich jeder seines Glückes Schmied sein kann, sein soll, sein muss. Aber wie steht es um den Sinn für die Gemeinschaft?

Erzählt wird uns viel. Über Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, und natürlich über Werte. Doch inhaltlich bleiben wir oft fragend zurück und sehen immer seltener, dass die Worthülsen mit Konkretem gefüllt werden.

Darüber habe ich mit meinem Blogpartner Roberto gesprochen. Und über einiges mehr.
Der Podcast befindet sich unter dem Inhaltsverzeichnis.

Inhalt:

00:03 Moin!
01:00 Wo ist der Gemeinsinn hin?
05:16 Solidarität ist nicht gewollt im Neoliberalismus
11:00 Die DDR
16:20 „Im Westen läuft‘s besser“
17:20 Konsum!
19:00 Worüber wir heute nicht sprechen
20:30 Gemeinsinn und die aktuelle Politik
23:00 Telefonieren bei Aldi
28:00 Konsum! (Teil 2)
30:00 „Ich fremdel mit der Zeit.“
31:00 Das Schöne, Schlimme an der Stadt
35:00 Zur aktuellen Politik (Teil 2)
40:00 Ein Koalitionsvertrag, der keiner ist
44:30 Wann wir unseren Podcast über Verschwörungstheorien machen (könnten)
46:00 Gemeinsinn und Ordnung und das Problem der Linken
47:30 Verbote und Vernunft
50:00 Böllerverbot in der DDR?
52:00 Das Saarland als Sachsen des Westens
53:50 Es lebe die Lebenszeit!
55:00 Hörerbefragung: Handyverbot im öffentlichen Raum?

YouTube

Weiterführende Texte:

Verboten gut: Deutschland braucht eine Verbotspartei

Bitte mal eine Verbotspartei!

Wir brauchen eine Verbots-Partei!

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Lutz Hausstein
8. Dezember 2019 14:00

Ich möchte mal punktuell ein paar Erfahrungen beitragen, die mir beim Zuhören eingefallen sind, da ich glaube, dass diese das Ganze noch abrunden können. Die Konzeptionen der Neubaugebiete in der DDR mit umfangreicher Infrastruktur (Konsum- oder HO-Verkaufsstellen, Kindergärten, Polikliniken, Wohngebietsgaststätten und gelegentlich sogar hier und da noch manches mehr) hat mMn nicht unbedingt zu mehr Gemeinsinn beigetragen. Das waren nicht die Gründe. Es war die Kommunikation zwischen den Leuten. Man redete miteinander, was man gerade wieder alles nicht zu kaufen bekam, was sonst noch so (im Kleinen) nicht gut war. Und zwar erst einmal zurückhaltend, wenn man den Anderen noch… Weiterlesen »

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Lutz Hausstein
8. Dezember 2019 16:36

Da ist nun der erste Kommentar. Sorry, dass der hing. Warum er das tat? Ich weiß es nicht.

Lutz Hausstein
Reply to  Roberto J. De Lapuente
8. Dezember 2019 16:56

Er war eindeutig zu lang. Das kann so ein System schonmal erschüttern. Alles, was über 10 Zeilen hinausgeht, ist ihm suspekt. 😉

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Lutz Hausstein
8. Dezember 2019 17:19

Richtig 🙂 Wir wollen hier nämlich nur Systemkonforme. 😉

Lutz Hausstein
8. Dezember 2019 15:09

Und zum Thema Böller. Ich bin mir da jetzt zwar nicht mehr ganz so sicher, aber … Meiner Erinnerung nach gab es die Böller auch wie heutzutage nur zum Jahresende zu kaufen. Ich glaube auch, dass sie pro Einkaufendem nur in begrenzter Menge zu erwerben waren und auch nicht ganz so billig. Daher hatten die meisten auch eher nur ein paar wenige Raketen, die dann mit großem Oh und Ah zelebriert wurden. Natürlich auch überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was man heute als Raketen erwerben kann. Die flogen in die Luft, vielleicht so 30, 40 oder 50 Meter, keine… Weiterlesen »

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Lutz Hausstein
8. Dezember 2019 15:47

Danke für die Info. Ich werde es überleben, dass es dort kein Verbot gab. 😉

Lutz Hausstein
Reply to  Roberto J. De Lapuente
8. Dezember 2019 16:11

Du kannst ja bitte nochmal in die Moderations-Warteschlange schauen. Dort müsste mein (eigentlich erster) Kommentar noch rumirren.

Gabriele Peschel
Gabriele Peschel
8. Dezember 2019 15:29

Handyverbot im öffentlichen Raum?
Yes. Würde hilfreich sein das *persönliche* Miteinander wieder zu stärken.

Wertschätzung:
In den vergangenen Monaten habe ich lernen können, dass jeder Mensch gleich Wert ist/hat – egal ob Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder keines von beiden.

Feuerwerke:
Einem, von Stadt oder Kommunen, inszeniertes Feuerwerk widerspreche ich in keinster Weise. Auch das hat für mich etwas mit Struktur und Ordnung, aber auch mit Gemeinsinn, zu tun.

Konsum:
Da stimme ich mit „Fromm“ überein.

Eine Einlassung zur aktuellen Politik verkneife ich mir.

LG
Gaby

niki
niki
8. Dezember 2019 16:26

Wer die Hamburger nett findet, kann nur ein Frankfurter sein…
Frankfurt (und Umgebung) = Die Hauptstadt der Disser und Egozentriker!

So… Und nun weiterhören… Das musste ich zwischen durch loswerden!

Roberto J. De Lapuente
Reply to  niki
8. Dezember 2019 16:33

Recht hast du!

politische krokette
politische krokette
Reply to  niki
14. Dezember 2019 19:03

Kann ich bestätigen, war einmal kurz in Frankfurt und fand die Leute (im Vergleich zu Bayern) ziemlich unfreundlich.

niki
niki
8. Dezember 2019 16:49

Zum Thema Böllerverbot:
Hier wird der Brandschutz vorgeschoben um das Böllern zu verbieten… Zumindest in der Altstadt!

Allerdings habe ich in der Verwandt- und Nachbarschaft ein paar Verrückte die Böllern was das Zeug hält… Das sind die Gleichen die auch auf der Autobahn mindestens Tempo 200 fahren und auch sämtliche sinnvollen Einschränkungen mit Trotzreaktionen reagieren…

niki
niki
8. Dezember 2019 16:52

Handyverbot im öffentlichen Raum?
Damit entfällt der Sinn und Zweck des Handys fast komplett…
Aber gut! Vielleicht rennen dann weniger gegen die Laternen!

Gabriele Peschel
Gabriele Peschel
Reply to  niki
10. Dezember 2019 17:51

Zum Handy habe ich auch jetzt mal etwas superinteressantes rausgesucht. https://youtu.be/utnzI7Y_qD0

Viel Spaß und danke für’s anschauen. 🙂

niki
niki
8. Dezember 2019 18:46

Das Benehmen in öffentlichen Verkehrsmitteln, soweit ich das hier beobachten kann, hat in so weit sich geändert, das Grundschulkinder keinerlei Rücksicht nehmen auf behinderte und alte Menschen! Diese Gören weigern sich glatt Platz zu machen, wenn es wirklich nötig ist! Der Busfahrer musste diese ***** erst aus dem Bus schmeißen…
Interessanterweise sind das vor allem kleine Mädchen so um die 8-10 Jahre… Was ist bloß los mit denen…?
Die Jungen haben spätestens beim der zweiten Ansage gespurt…!
Jugendliche über 12 Jahre machen hier in der Gegend meistens keine Probleme!

Roberto J. De Lapuente
Reply to  niki
8. Dezember 2019 21:56

Das kann man freilich von Kindern, die sonst mit dem SUV von der Schule abholt werden, nicht verlangen. Da ist es doch das Mindeste, dass sie einen Sitzplatz bekommen und ihnen die Omma nett zulächelt. Nicht, dass die lieben Kleinen böse Erfahrungen machen und dann ein Trauma erleiden.
Ich habe das selbst schon oft gesehen. Es ist unbeschreiblich, was draußen los ist. Es bröckelt alles weg, da bleibt nichts, wofür es sich lohnt zu kämpfen – jedenfalls fühlt sich das oft so an.

Pen
Pen
Reply to  niki
9. Dezember 2019 9:34

Niki,

wir sind wieder im Mittelalter. Es gilt das Recht des Stärkeren, was eigentlich kein „Recht“ ist, denn Gesetze sind dazu da, die Schwächeren zu schützen.

Rainer N.
Rainer N.
8. Dezember 2019 18:53

Wenn es nicht „verboten“ wäre, hätte ich längst einen Handyblocker … der müsste einen Umkreis von 2 km haben, damit nicht auffällt, wo das Zentrum, also der Verursacher sitzt. Wie oft schon laufen so „Handyblinde“ auf mich zu und mit Blick auf Handy sehen die keinen „Gegenverkehr“ … übrigens – ich besitze keins – werde immer wieder wie das x-te Weltwunder angesehen, wenn ich auf Nachfrage nach meiner Handynummer erkläre – hab ich nicht – und will ich auch nicht haben – und wenn im Internet z.B. bei Steam oder Maildiensten so zur „Identifizierung“ diese Nummer angeben werden soll –… Weiterlesen »

Gabriele Peschel
Gabriele Peschel
8. Dezember 2019 20:28

Randnotiz:
https://youtu.be/p70Am-M_FdU
Anregungen von Tobi Rosswog

niki
niki
Reply to  Gabriele Peschel
9. Dezember 2019 13:19

Sollte ich mir auf der Arbeit mal laut anhören…
(Ich habe nur Kollegen und Chefs, die nichts anderes als Lohnarbeit kennen und ohne diese sich beim besten Willen kein Leben vorstellen können….)

niki
niki
Reply to  Gabriele Peschel
10. Dezember 2019 10:33

Mal ein kleines Persönliches Urteil von einem „altem Anarcho“ über den „Anarcho-Hippie“, wie er sich selbst nennt… Interessante Utopie! Er sagt ja selbst, dass dieses sicherlich noch in Grundrissen gezeichnet und unausgegoren ist… Wahrscheinlich täte der Grundgedanke sogar funktionieren, wäre da der Großteil der Menschen evolutionär nicht zu egoistisch veranlagt… Meine persönliche (sicherlich mindestens genauso unausgegorene) Utopie, die ich NICHT zu Papier gebracht habe, ist gar nicht so super weit weg von dieser… Jedoch kränkelt auch meine an dem gleichen Problem: Mit dem Großteil der heutigen Menschen wird eher die Hölle zufrieren… Vielleicht kommt ja noch der Evolutionssprung… Allerdings vermute… Weiterlesen »

Gabriele Peschel
Gabriele Peschel
Reply to  niki
10. Dezember 2019 11:40

Mit dem Großteil der heutigen Menschen wird eher die Hölle zufrieren Ganz so sehe ich das nicht. Natürlich fällt es mir auch schwer den Blick ausdehnender auszurichten, gerade auch in Anbetracht der wahrgenommenen Egozentrik vieler Einzelner. Und doch: Die Menge jener die sich aus dieser – immer auf Konkurrenz und Wettkampf ausgelegten – Gesellschaft entziehen und entziehen wollen stieg und steigt die vergangenen Jahre stetig. Zwar haben jene noch unterschiedliche Konzepte und Ideen, das Ziel jedoch ist eindeutig (wenngleich aus verschiedensten Gründen): Mehr Achtsamkeit gegenüber allem. Ich erinnere mich an ein (so glaube ich) afrikanisches „geflügelte Wort“: Ein ganzes Dorf… Weiterlesen »

niki
niki
Reply to  Gabriele Peschel
10. Dezember 2019 19:21

.
Vielen Dank für deine Meinung. Vielleicht bin ich in der Tat zu skeptisch…

Folkher Braun
Folkher Braun
9. Dezember 2019 0:08

Die Vereinzelung der arbeitnehmenden Bevölkerung ist Teil des neoliberalen Projekts. Denn wer ständig auf sein smartphone glotzt, ist recht immun dagegen, was in seiner Umgebung stattfindet. Das sehen wir bei den Mannschaftssportarten auch: Wenn mir etwas nicht passt, haue ich dem gegnerischen Spieler, dem Schiedsrichter oder Linienrichter einen auf die Glocke. Das größte Projekt von Schwarmintelligenz ist der private Personenverkehr mittels Pkw. Was erleben wir da? – Die Verbreitung von „active sound“- Brüll- und Zeter-Fahrzeugen und der Marktanteil von 2 t- Leergewicht SUVs bei 30 Prozent. Gestern sind in Düsseldorf zwölf Deppen zusammengesemmelt, weil ihnen die üblichen Abstände bei 70… Weiterlesen »

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Folkher Braun
9. Dezember 2019 7:01

Es geht abwärts mit dieser Republik, weil die gewöhnlichen Arbeitnehmer die alte Solidarität nicht mehr kennengelernt haben: Das Zusammenarbeiten, um durch Kooperation schneller zu werden.

Das sollte man nicht ihnen, sondern den REFA-Leuten, den Personaldirektionen, dem Management ankreiden. Es muss schon klar und deutlich werden, wo das herkommt, sonst wird es – wie inzwischen fast Alles- zur individuellen Fehlentwicklung umgedeutet. Und dass die Leute nicht gemerkt haben, wer ihnen welche Daumenschrauben angelegt hat, nun ja, dumm waren sie auch damals en masse. Erziehung zur Solidarität, vielleicht mit oder durch den KABD? Und Kluncker wachsen nicht auf Bäumen.

Pen
Pen
9. Dezember 2019 10:54

Es liegt ganz klar (auch) am fehlenden Gemeinsinn, daß in D. niemand auf die Straße geht. Dafür braucht es Einigkeit, die es hier nicht gibt, obwohl sie in unserer lächerlich verlogenen Hymne so inbrünstig besungen wird. (Auch „Recht und Freiheit“ dürften fromme Wünsche bleiben.)

Die Franzosen sind zu beneiden.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=56947

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  Pen
14. Dezember 2019 19:10

Du beneidest eher die Russen
Bitte Rente in Russland kassieren

aquadraht
aquadraht
10. Dezember 2019 9:35

Naja, erstmal danke an Lutz, zu seinem DDR-Kommentar. Mir hat mal ein Ossi, der sich als „Reisekader“ (Wissenschaftler) gewiss auskannte, gesagt, bei uns gebe es den Stress auf der Arbeit, bei ihnen beim Einkaufen. Das Dumme war, dass Ost-Konsumgüter in der Regel altmodischer, klobiger und weniger trendy aussahen, was dann den Wettbewerb der Systeme illustrierte, mit dem hinterherhinkenden Sozialismus. Sprach man mit Leuten aus Entwicklungsländern, fanden die beide Produktkategorien eindrucksvoll, manchen fiel der West-Glamour nicht mal gross auf. Ein Trabi wäre da funktionaler erschienen als ein Mercedes. Als ich 2006 nach über 16 Jahren wieder mal in Bombay/Mumbai war, dachte… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
10. Dezember 2019 12:14

hat WordPress wieder mal die Sperrseuche oder wo ist mein Beitrag?

aquadraht
aquadraht
10. Dezember 2019 12:17

Meine Beiträge verschwinden. Alle.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Tom Wellbrock
10. Dezember 2019 12:47

Danke. Gleich nach dem Rant tauchten die zwei kurzen Kommentare auf. Aber erstmal waren sie weg 🙂

aquadraht
aquadraht
Reply to  Tom Wellbrock
11. Dezember 2019 1:56

eigentlich nicht, dann geht der Beitrag doch gar nicht erst raus. Aber was weiss ich :), danke der Nachfrage,

aquadraht
aquadraht
Reply to  Tom Wellbrock
11. Dezember 2019 15:45

Soeben wieder ein Beitrag (unter Robertos Sonderzug-Artikel ) im Nirwana gelandet. Und da war das Häkchen sicher gemacht. Der Kommentar war auch erst noch sichtbar, nach Refresh des Browsers war er weg.

Gabriele Peschel
Gabriele Peschel
10. Dezember 2019 16:14

So, jetzt noch mal explizit zum Gemeinsinn, lieber Tom, lieber Roberto Fakt ist, dass uns der Gemeinsinn über die Jahrzehnte indirekt, manchmal auch direkt, abtrainiert/wegtrainiert wurde und immer noch wird. Wenn es um Beispiele geht, kommt man nicht dran vorbei auch Themen anzusprechen die gesellschaftlich nicht mehr „hipp“ sind. Als da wären: Richtungswirkung der Emanzipation, Öffnung des Arbeitsmarktes für Frauen, Einführung der Digitalisierung in Grundschulen, Kürzung oder Abschaffung von Gemeinsinnfördernden Unterrichtsfächern (Kochen, Handarbeiten, Werken, Theater, Musik), ect.pp. All diese Eingriffe förderten die Vereinsamung und Egozentrik und/oder Wettkampf und Konkurrenz. Ein entgegengesetzte Beispiel führt Manfred Spitzer an: Wie wäre es denn,… Weiterlesen »

politische krokette
politische krokette
14. Dezember 2019 19:08

Ich wäre für ein Handyverbot in Restaurants, in Anlehnung an das Rauchverbot. Mich regt es jedes Mal auf, wenn ich einen Tisch von vier Leuten sehe und jeder starrt hinunter auf sein Smartphone anstatt mit den anderen zu reden/ essen. Noch schlimmer ist es, wenn ich an so einem Tisch sitze und als einziger kein Smartphone benutze. Warum gehen solche Menschen miteinander aus?

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