100 Jahre und kein bisschen weise

Gestern vor 100 Jahren ging die erste Radiosendung Deutschlands über den Äther. Den Rundfunk kann man heute nur als Geschichte vergebener Chancen bezeichnen.

Der erste Radiosender Deutschlands nannte sich Deutsche Stunde. Erstmaliger Sendebetrieb: 29. Oktober 1923 – aus Berlin. Es gab in verschiedenen deutschen Städten Sendestationen der Deutschen Stunde. Konzipiert waren sie nicht dergestalt, dass sie ein Radioprogramm präsentierten, sondern zunächst Konzerte aus Sälen übertragen sollten. Erstmals erlangte die Menschen eine Welt, die abseits ihres direkten Umfeldes lag, im heimischen Wohnzimmer – so sie ein Empfangsgerät ihr Eigen nannten und eine Lizenz zum Hören erwarben.

Was damals vielleicht noch keiner ahnte: Hier formierte sich ein neues Machtinstrument. Die bescheidenen Anfänge vor 100 Jahren legten das noch nicht nahe. Selbst in den Vereinigten Staaten, in denen der erste Radiobetrieb schon 1909 aufgenommen wurde, war noch nicht zu erkennen, dass der Rundfunk ein Konzept zur Macht darstellte. Die Nationalsozialisten erkannten hierzulande wohl als erste, welche Möglichkeiten in dem Medium steckten – und ließen den Volksempfänger für einen halbwegs erschwinglichen Preis verkaufen. 76 Reichsmark kostete das Gerät – viel Geld zwar, aber im Vergleich zu den bis zu 400 Reichsmark für andere Radioapparate, war das geradezu günstig.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Schwitzig
Schwitzig
6 Monate zuvor

Ja, dazu muss man wissen, dass Roberto die GEZ-Sender früher in einem sehr viel positiveren Licht gesehen hat. Ebenso wie die beiden genannten Autoren.
Bis dann die Desillusionierung griff.
Das ist etwas, was Roberto vielen voraus hat: Er kann sein Weltbild revidieren, wenn er erkennt, dass es falsch ist.
Die Nicht-Fähigkeit der meisten meiner Mitmenschen dazu, finde ich noch anstrengender als die Staatsmedien.

spartacus
spartacus
6 Monate zuvor

OT: Roberto, Super Komentar zum neusten Hammer der hessischen Miss Piggy bei Overton.

https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/radikales-gegen-radikale/

Radio hör äh les ich vielleicht später. 😉