Mein Kopf gehört mir

Kriegspropaganda war gestern. Heute ist diese »Kunst« ein Teil der Kriegsführung. Die professionalisierte Propaganda überlässt nichts mehr dem Zufall.

Masha Borzunova hat seit einiger Zeit eine kleine Sendereihe bei arte. Die russische Endzwanzigerin, die im lettischen Exil arbeitet, erzählt von ihrer Heimat Russland. Sie sieht gut aus, wirkt taff. Ein echter Hingucker, könnte man sagen. Aber Achtung, Borzunova ist eine Waffe — ein kognitiver Leopard-Panzer, wenn man so will. Denn ihre Sendereihe »Fake News« berichtet nicht aus Russland, sondern versucht Stimmung zu machen gegen das absolut Böse aus Osteuropa.

Sie arbeitet als Faktencheckerin für die westliche Medienwelt — und ist damit Teil der Kognitivarmee, die sich die NATO und auch andere westliche Organisationen halten. Die Russen tun das übrigens auch. Der Krieg der Zukunft, er findet auch auf dem kognitiven Feld statt — und zwar auf allen Seiten. Der Propagandaforscher Jonas Tögel hat darüber ein Buch geschrieben, es heißt: »Kognitive Kriegsführung. Neueste Manipulationstechniken als Waffengattung der NATO«.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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A. Varese
A. Varese
11 Monate zuvor

Zu Edward Bernays et.al. siehe auch in Michael Lüders „Die scheinheilige Supermacht“.

spartacus
spartacus
11 Monate zuvor

Das mit der Propaganda ist so offensichtlich, daß man eigentlich gar nicht darüber reden müßte. Umso grotesker, daß es tatsächlich Leute gibt, die den ganzen Mist glauben, obwohl wir am Krieg beteiligt sind und eigentlich jedem klar sein sollte, daß man im Krieg nie die Wahrheit gesagt bekommt.

Nur scheint mir das eigentliche Problem zu sein, daß wir uns an die Propaganda selbst gewöhnen sollen. Eigentlich fing es schon damit an, daß wir jeden Tag zu hören und zu lesen bekamen, was Onkel Donald gerade wieder getwittert hat. Nur war mir damals noch nicht klar, was das ganze soll. Warum führt man Wahlkampf bei Leuten, die gar nicht an der entsprechenden Wahl teilnehmen dürfen?
Inzwischen sehe ich da vermutlich klarer.
Bei Corona wurde dann offenkundig, daß Dichtung ganz groß und Wahrheit ganz klein bzw. gar nicht geschrieben wurde. Seitdem blende ich den ganzen Dreck aus, er ereicht mich nur per Zufall oder auf Umwegen wg. geistiger Gesundheit.
Daß es im Krieg genauso weiter geht, war von Tag eins an klar.
Mit Klima geht es weiter und man kann gespannt erwarten, was zum nächsten Brüller wird. Zählt man Trump mit, werden wir nun schon seit acht Jahren in Angst und Schrecken gehalten. Und ich sehe da kein Ende.