Was bleibt, ist Bedauern – Zur nationalen Sicherheitsstrategie Deutschlands

Die Bundesrepublik Deutschland hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine nationale Sicherheitsstrategie ausgearbeitet. Für die deutsch-russischen Beziehungen verheißt das Dokument nichts Gutes, denn Deutschland sieht in Russland die größte Bedrohung für Frieden und Sicherheit in Europa.

“Das heutige Russland ist auf absehbare Zeit die größte Bedrohung für Frieden und Sicherheit im euroatlantischen Raum. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist ein eklatanter Bruch mit der Charta der Vereinten Nationen und der kooperativen europäischen Sicherheitsordnung”, stellt der Text klar.

Als ich diesen Satz gelesen hatte, empfand ich vor allem eins – tiefes Bedauern. Der Satz bringt die Weigerung der Bundesregierung zum Ausdruck, in Abläufen zu denken. Damit verweigert sie sich einer gemeinsamen Suche nach einer ausbalancierten Sicherheitsarchitektur für Europa, die allen Ländern auf dem europäischen und eurasischen Kontinent zugutekommt.

Vereinfachte Klärung der Schuldfrage

Der Satz bringt zudem den Willen zum Ausdruck, Schuld immer nur bei Russland zu suchen. Das, was die Bundesregierung “russischen Angriffskrieg” nennt, passierte einfach so, plötzlich und ist daher ein “Zivilisationsbruch”. Da schwingt auch ein sehr deutscher Rassismus in der Formulierung mit. Wer deutsche Medien verfolgt, hat sicher bemerkt, der slawische Untermensch ist zurück. Das rassistische Klischee wird in der Berichterstattung über Russland und die Bürger Russlands regelmäßig bemüht.

Die Bundesregierung fällt mit ihrer nationalen Sicherheitsstrategie hinter den Geist der Aufklärung und sie fällt auch hinter den Gründungsgedanken der UNO zurück. Für die Bundesregierung geht es um die Schuldfrage und damit um die Frage nach der angemessenen Strafe – nicht um Lösungen. Es geht nicht um Diplomatie, nicht um Aushandeln und Ausbalancieren.Was die angemessene Strafe ist, hat die deutsche Außenminsiterin gleich zu Beginn der militärischen Spezialoperation deutlich gemacht: “Russland ruinieren”.

Dabei hat der Konflikt in der Ukraine eine lange Geschichte, an der auch Deutschland Anteil hat. Deutschland war Garantiemacht im Rahmen des Minsker Abkommens und ist seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen, die Ukraine zur Umsetzung zu drängen. Die ehemalige deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat zugegeben, es sei bei der Aushandlung nur darum gegangen, Zeit zu gewinnen, damit die Ukraine stärker werde.Dies teilte sie im vergangenen Jahr in einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung “Die Zeit” dem erstaunten Publikum mit. Ziel war nicht, Frieden herzustellen, sondern Russland zu täuschen. Das Völkerrecht wurde dazu instrumentalisiert.

Das Völkerrecht gilt für alle außer für Deutschland

Im April hat der UN-Menschenrechtsrat eine Resolution verabschiedet, in der er die einseitigen Sanktionen als völkerrechtswidrig verurteilt. Sie verstoßen zudem gegen die Menschenrechte, weil sie die Armen und Ärmsten am härtesten treffen. Auch darüber spricht man in Deutschland nicht, sondern denkt aktuell über Sekundärsanktionen nach, um Länder und Unternehmen zu bestrafen, die an der Umgehung der Sanktionen beteiligt sind.

Schon vor 2014 hat sich die Bundesregierung und die EU massiv in die inneren Angelegenheiten der Ukraine eingemischt und einen maßgeblichen Beitrag zu ihrer Destabilisierung geleistet. Auch davon will man heute nichts mehr wissen. Man habe lediglich die Demokratiebewegung unterstützt.

Dass die Ukraine dank dieser westlichen Einmischung heute weiter entfernt von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ist als jemals zuvor in ihrer jungen Geschichte, auch davor verschließt man in Deutschland die Augen.

Ebenso wird in Deutschland geleugnet, dass es die USA waren, die mit der Aufkündigung sämtlicher Abkommen zur Rüstungskontrolle die Sicherheitsarchitektur aus der Balance gebracht haben. Man bekennt sich zum transatlantischen Bündnis und begibt sich in eine gefährliche Abhängigkeit.

Deutschland will keinen Frieden – Deutschland will Recht haben

Ganz offen geleugnet wird auch der aggressive und expansive Charakter der NATO. Russland werde durch die NATO nicht bedroht, behauptet man in Deutschland. Bei der NATO-Osterweiterung sei es der Wunsch der jeweiligen Länder gewesen, der NATO beizutreten. Dass es ein Versprechen gab, die NATO nicht nach Osten auszudehnen, wird geleugnet, ebenso dass die NATO nicht unbedingt jeden Kandidaten aufnehmen muss, der beitreten will. Man verweist auf die Freiheit der Bündniswahl und übersieht, dass diese Freiheit dadurch eingeschränkt wird, dass ein Land seine Sicherheit nicht auf Kosten eines anderen Landes erhöhen darf. Auch das gehört zum Völkerrecht, über das man sich hinwegsetzt.Die nationale Sicherheitsstrategie ist leider Ausdruck davon, dass Deutschland keinen Frieden will. Es will Macht.

Was Deutschland dabei übersieht, ist, dass man die deutsche Sicht auf den Ukraine-Konflikt nirgendwo in der Welt teilt. Die Länder außerhalb des kollektiven Westens sehen aufgrund der Chronologie der Abläufe mindestens eine Mitschuld des Westens und auch Deutschlands an der Entstehung und der Eskalation des Ukraine-Konflikts. Hätte sich Deutschland und der kollektive Westen an die Prinzipien des internationalen Rechts gehalten, hätte es den Ukraine-Konflikt nie gegeben. Vor dieser Tatsache verschließt man in Deutschland die Augen. Dass Deutschland zu den Kriegstreibern zählt, weil das Land Waffen in ein Kriegsgebiet liefert, will man ebenfalls nicht wahrhaben. Man hält an der Praktik ebenso fest wie man sie für moralisch gut hält. Die Ukraine wurde grundlos überfallen und braucht alle Unterstützung, um sich zu wehren.

Was man in Deutschland außer Russland noch als große Gefahr wahrnimmt, ist übrigens Desinformation.

Hinweis auf Chronologie ist Desinformation

Als Desinformation zählt in Deutschland all das, was ich hier aufgezählt habe. Der Hinweis auf den historischen Ablauf “spielt dem Kreml” in die Hände, heißt es. Aus diesem Grund wurde in Deutschland das Strafrecht verschärft. Wer in Deutschland öffentlich infrage stellt, dass Russland die Ukraine grundlos überfallen hat, muss mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Die nationale Sicherheitsstrategie ist Ausdruck davon, wie sehr sich Deutschland von der Realität abgeschottet hat. Deutschland denkt nicht mehr in Zusammenhängen, sondern nur noch in Begriffen der Moral – allerdings nur, wenn es um Länder außerhalb des kollektiven Westens geht.

Aus diesem Grund ist aus Deutschland in den nächsten Dekaden kein positiver Impuls zu erwarten. Man sollte das Land umgehen und isolieren, bis es wieder zu den Prinzipien aufgeklärten Denkens und zur Diplomatie zurückfindet. Es ist alles sehr bedauerlich.

Dieser Beitrag erschien zunächst auf Russisch in der Komosomolskaya Prawda.

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Gert-Ewen Ungar

Gert Ewen Ungar legte sich kurz nach dem Abi sein Anagramm zu. Er und seine Freunde versprachen sich damals bei einem Kasten Bier, ihre Anagramme immer für kreative Arbeiten zu verwenden. Dass sein Anagramm jemals mehr als zehn Leuten bekannt werden würde, war damals nicht abzusehen und überrascht ihn noch heute. Das es dazu kam, lag an seinem Blog logon-echon.com. Mit seinen Berichten über seine Reisen nach Russland stiegen die Zugriffszahlen und es entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit RT DE. Anfang 2022 stieß er zu den neulandrebellen und berichtet über Russland, über Politik, über alles Mögliche.

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Clarisse
Clarisse
11 Monate zuvor

Was soll man dazu sagen ? Ich glaube man muss hier deutlich herausstellen das deutsche Politiker, und andere westliche Politiker von denen wir uns abhängig gemacht haben, russische Politiker nicht mögen. Das wird aber die meisten deutschen Bürger nicht davon abhalten die meisten russischen Bürger ganz in Ordnung zu finden, diese wichtige Unterscheidung sollte man schon machen. Das schliesst auch Soldaten beider Seiten mit ein und ist in meinen Augen gesunder Menschenverstand.

Aber mit der NSS sind die Fronten jetzt endlich klar, und jeder weiss wo sein Platz ist. Das nenn ich gelebte (Denk)Freiheit.

Pentimento
Pentimento
Reply to  Clarisse
11 Monate zuvor

Den Hass deutscher Politiker auf Rußland halte ich schlicht für Neid,
Neid der Mittelmäßigen auf ein großes resourcenreiches Land.

Mit Resourcen meine ich nicht nur den überwältigenden Schatz an Rohstoffen, den Rußland bereit hält, sondern auch seine Menschen, die immer wieder mit Neuerungen technicher Art und Ausnahmetalenten auf dem Gebiet von Kunst, Musik und Literatur hervorragen – von dem Wichtigsten, der sprichwörtlichen „Russischen Seele“ gar nicht zu reden.

Götz Aly hat darüber geschrieben, wie zerstörerisch der Neid die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern vergiften kann.

Pentimento
Pentimento
Reply to  Pentimento
11 Monate zuvor

Ganz deutlich zeigte sich dieser Neid bei der Judenverfolgung im dritten Reich, die Aly in erster Linie mit dem Neid des deutschen Kleinbürgers auf die meist begabteren und erfolgreicheren jüdischen Mitbürger erklärt.

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Pentimento
Pentimento
Reply to  Pentimento
11 Monate zuvor

Könnten die Admins meinen Eintrag korrigieren, bitte?

Hier sollte eigentlich nur ein Link hin.

Pentimento
Pentimento
Reply to  Pentimento
11 Monate zuvor

Was, bitte, ist die NSS?

Corinna
Corinna
Reply to  Pentimento
11 Monate zuvor

Abkürzung für Nationale Sicherheitsstrategie.

Pentimento
Pentimento
Reply to  Corinna
11 Monate zuvor

DANKE

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Corinna
11 Monate zuvor

Mir wäre noch was anderes eingefallen…

Clarisse
Clarisse
Reply to  Draussen vor der Tür
11 Monate zuvor

Es war keine National Sozialistische Sicherheitsstrategie gemeint, oder andere Wortstolpereien.

Manche glauben ja auch das NATO Nord Atlantische Terror Organisation bedeutet, vollkommen absurd, wie wir wissen (wer hat da gerade Nordstream gerufen ?).

Mordred
Mordred
11 Monate zuvor

Als Desinformation zählt in Deutschland all das, was ich hier aufgezählt habe. Der Hinweis auf den historischen Ablauf “spielt dem Kreml” in die Hände, heißt es. Aus diesem Grund wurde in Deutschland das Strafrecht verschärft. Wer in Deutschland öffentlich infrage stellt, dass Russland die Ukraine grundlos überfallen hat, muss mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Was? Ist mir entgangen. Kann man das irgendwo nachlesen?

Last edited 11 Monate zuvor by Mordred
Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Mordred
11 Monate zuvor

Ja, hier:
https://www.bundestag.de/resource/blob/934836/74495c11da75f696859849cfa81118ad/WD-7-111-22-pdf-data.pdf
Es hat bereits die ersten Verurteilungen/Strafbefehle gegeben.

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Draussen vor der Tür
11 Monate zuvor

Übrigens sind mir keine Verfahren gegen Personen bekannt, die sich ähnlich verharmlosend zum NATO-Überfall auf Serbien 1999 äussern.

A. Varese
A. Varese
Reply to  Draussen vor der Tür
11 Monate zuvor

Das war ja auch kein Überfall oder gar Krieg (!!), sondern ein humanitärer Friedenseinsatz, gelle!

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  A. Varese
11 Monate zuvor

Fragen Sie mal die Serben… die waren hautnah dabei!

Mordred
Mordred
Reply to  Draussen vor der Tür
11 Monate zuvor

Ziemlich krass. Wenn ich das richtig verstehe, muss vorher garnicht unbedingt gerichtlich festgestellt worden sein, dass da was völkerrechtswidriges begangen worden ist?!

Corinna
Corinna
Reply to  Mordred
11 Monate zuvor

Genauso ist es. Es reicht, wenn es hierzulande die Politiker behaupten.

Corinna
Corinna
11 Monate zuvor

Bei mir war es nicht Bedauern, sondern Zorn. Was für eine abgehobene Kaste, Selbstdarsteller noch und nöcher, mit dem Hirn einer Erbse, halten sich aber für die Überflieger schlechthin. Mit dem Bürger wird gesprochen wie mit einem Kleinkind, obwohl die Mehrheit dieser Bürger wahrscheinlich mehr auf dem Kasten hat als diese Darsteller da oben auf der Bühne.
Mir ist dieser Hass auf Russland unerklärlich. Selbst wenn man glaubt, dass Russland mit dem Krieg in der Ukraine völkerrechtswidrig handelt, dann tut Russland doch nichts anderes als die NATO-Länder bisher ebenso. Woher also dieser Hass? Bei der DDR wird ja immer über plumpe Propaganda gesprochen, aber ich bin mit dem Spruch „Frieden und Freundschaft mit allen Völkern der Welt“ aufgewachsen, den ich richtig und nicht plump finde, und es widerstrebt mir tief im Innersten, einen Hass auf andere Menschen aufbauen zu sollen.
Und dann immer diese Erklärungen, wenn die Bürger diese dämliche Politik, nicht nur die Außen-, sondern auch die Wirtschaftspolitik, ablehnen. Dann heißt es immer nur, ja die Bürger haben Ängste, wir müssen das alles nur besser erklären … bla, bla, bla
Na klar, wir sind alle zu blöd und haben Angst. Keiner von uns hat eventuell schlicht mehr Grips und kann fachlich oder nur mit logischem oder gesundem Menschenverstand darauf gekommen sein, dass die Entscheidungen unserer Politiker uns alle in den Abgrund führen.
Da fällt mir gleich wieder Scholz ein, der den wütenden Bürgern zuruft: „Wenn ihr Verstand in euren Hirnen hättet …“ So ein Gernegroß, so ein kleines, armseliges Würstchen …

tschira
tschira
Reply to  Corinna
11 Monate zuvor

Danke! Ich bin auch mit diesem Spruch aufgewachsen. Er ist immer eine Leitlinie in meinem Leben.

Juergen Wehrse
Reply to  Corinna
11 Monate zuvor

Mir ist dieser Hass auf Russland unerklärlich. 

Mir auch, Corinna. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass exakt dieser Hass gesät wird. „Bild“ dabei stramm vorneweg, aber eigentlich fast alle atlantisch-orientierten Medien. Daher bin ich mir gar nicht mal so sicher, ob die russenfeindliche Hetze bei den Menschen überhaupt verinnerlicht wird oder – ob uns das letztlich nur suggeriert wird? Keine Ahnung . . .

Ganz sicher bin ich mir aber in meiner Einschätzung, dass diese „unfassbar desaströse“ Politik von einer breiten Zustimmung dieser Russophobie enorm profitiert, denn so umschifft man geschickt – oder: erbärmlich feige – jeden notwendigen kritischen Diskurs zu vielen, vielen „komplett irrsinnigen“ Entscheidungen.

Immerhin werden seit Jahren massiv Bürger in die Armut und Einsamkeit getrieben. Noch bleibt das Land aber relativ stumm. Diese – eventuell – gänzlich verlorene Kraft zur Selbsterhaltung wird daher im Rest der „nicht-ganz-so-saturierten-Welt“ fassungslos wahrgenommen. Das versteht niemand! Ich auch nicht . . .

flurdab
flurdab
Reply to  Juergen Wehrse
11 Monate zuvor

Das vertrackte ist ja der Unterschied zwischen Realität und Inszenierung,
bzw. die Grenze dazwischen.
Ich bin mir sicher das es diese Grenze gibt, sie wird von den Darstellern nur nicht akzeptiert. Dieser „Russenhass“, und ich setzte das Wort mit Bedacht in Anführungszeichen, ist der gemeinsame Code einer kleinen Gruppe, die hierüber Geschlossenheit in sich selbst erzeugt und versucht über dieses Motiv Zwang auf die Bevölkerung auszuüben.
Der Bundestag stellt mittlerweile ein Kasperletheater mit 736 Figuren/ Handpuppen da, die ihre Aufgabe nicht in einer Politik für die Gesamtbevölkerung sieht, sondern nur noch in einem Schauspiel für sich selbst. Dazu kommen die Medien, die anstatt zu berichten ebenfalls meinen aktiv am Schauspiel Politik teilnehmen zu müssen.
Die Bevölkerung bleibt bei all dem außen vor, da ihre einzige legale Möglichkeit der Einflußnahme auf Wahlen beschränkt ist, wobei gilt, das Versprechen vor einer Wahl nach dieser nicht bindend sind.
Es ist ein Stockholm Szenario.

Wenn mich jemand fragt ob ich einen Politiker benennen könnte, dem mein Wohlergehen ein Anliegen ist, muss ich mit Wladimir Putin antworten.

Das ist der Stand. Putin ist der Einzige der uns nicht nach dem Leben trachtet.

Last edited 11 Monate zuvor by flurdab
Robert-B.
Robert-B.
11 Monate zuvor

Ich muß zugeben, ich hadere insgesamt ein bißchen mit den Beschreibungen, die darauf hinaus laufen, daß die Deutschen die Russen hassen weil…
Klar, da gibt es Ressentiments, die von deutschen Regierungen seit über hundert Jahren gepflegt werden.
Der „Untermensch“ aus dem Osten, der den Raum besetzt hält, den uns zustehen würde…
Aber wenn ich unser politisches Personal so ansehe und mir darüber im Klaren bin, daß keiner von denen in irgend einer Hinsicht eine eigene Entscheidung trifft oder einen Plan, eine Strategie etc. hat, sondern alles, alles, was die von sich geben, den Anweisungen aus den USA oder aus Finanzkreisen entstammt, dann kommt es mir vor, als würde man immerzu den falschen Baum anbellen.
Deutschland als eigenständiges Land gibt es so nicht. Deutschland ist ein Vasallenstaat und weil Deutschland in der Vergangenheit gelegentlich versucht hat, wenigstens teilweise eine eigene Politik zu fahren (Ära Schröder), wurden Medien und Politik von US-Seite so infiltriert, daß am Ende eine US-Stellvertreterregierung heraus kam, die nun nur noch exekutieren darf, was ihr vorgelegt wird.
Daher interessiert es Bärbock auch nicht, was ihre deutschen Wähler denken. Es kann, es darf sie nicht interessieren.
Deshalb zerstört Habeck sehenden Auges die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.
Deshalb senden wir immer mehr Waffen an das ukrainische Naziregime, obwohl wir uns damit vielleicht für immer die Rückkehr zur Normalität mit Russland verbauen…
Und daher stellen sich seit Beginn der russischen Spezialoperation vor allem grüne Politiker im Parlament hin und beenden ihre Kriegstreiberei mit „Heil der Ukraine“.

Die Laienschauspieler, die uns „regieren“ glauben weder, daß sie im Recht sind, noch daß sie das Richtige tun. Sie wissen ganz genau, daß sie Massenmord am ukrainischen und am russischen Volk begehen. Aber sie wurden meiner Meinung nach ja genau dafür rekrutiert (Young Leaders Program) und jetzt ziehen sie das durch. Koste es, was es wolle.

Last edited 11 Monate zuvor by Robert-B.
Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Robert-B.
11 Monate zuvor

Man bellt auch mit den kleinen Bäumen schon die richtigen Bäume an, wenn sie den Schatten des grösseren verlängern.

flurdab
flurdab
Reply to  Robert-B.
11 Monate zuvor

Ja, es ist schäbiges, gedungenes Gesindel.
Auftragsmörder…

InnererSchweinehund
InnererSchweinehund
11 Monate zuvor

Nachdem man alles bis zum erbrechen durchgekaut hat stellt sich eigentlich nur eine Frage:
Wie stoppen wir diese Wahnsinnigen in den westl. Hauptstädten??

Lasse Machen
Lasse Machen
11 Monate zuvor

Gerd-Ewen, du schreibst „Deutschland denkt nicht mehr in Zusammenhängen“… Wann hat dieses Land jemals in Zusammenhängen gedacht? Dieses Land hat den Russenhass nur in der Zeit von 1949 -1990 abgelegt. Und zwar in der DDR. In der BRD war er schon immer Konsens. Die Schlussakte von Helsinki 1972 war der entscheidende Fehler der Warschauer Vertragsstaaten, denn mit der Unterschrift unter dieses Pamphlet gaben sie zu verstehen, dass sie den Kapitalismus für friedensfähig halten. Ein fataler Fehler.
Der deutsche Imperialismus hat nie aufgehört sich irgendwann an der SU (heute Russland) zu rächen. Dieser Staat hat die vernichtende Niederlage 1945 nie verwunden, nie verziehen.
Immer dann, wenn wegweisende – im negativen Sinne – Beschlüsse zu fassen sind, dann werden die Spezialdemokraten ans Ruder gestellt. HarzIV, Jugoslawienkrieg und das neueste Kracher eben das von dir angesprochene Gesetz. Und das die faschistoiden Grünen jede Widerlichkeit, wenn es gegen Russland geht, sofort mitmachen und forcieren ist seit deren Gründung zu beobachten.
Aber es regt sich Widerstand. Noch ist nicht alles verloren. Auch wenn es so scheint.

tschira
tschira
Reply to  Lasse Machen
11 Monate zuvor

Genau. Als ich nach der Wende reichlich 10 Jahre in RLP und BaWü gearbeitet habe, ist das mir sehr aufgefallen. Es war immer ein unterschwellige Verachtung von Russland zu bemerken. Auch habe ich immer etwas fassungslos bemerkt, dass viele dort geglaubt haben, dass der Russe wirklich vor ihrer Tür stehen könnte. Ein Lehrling bei einem kleinen Familienbetrieb, in dem ich kurz arbeitete, habe ich oft beim Hitlergruß gesehen. Ich habe ihn danach gefragt, aber er ging nicht darauf ein. Ideologisch hatte ich nicht in den kleinen Familienbetrieb gepasst, die noch die SS heimlich verehrten. Sie haben mich dann rausgeschmissen, weil ich aus meinem Herzen keine Mördergrube gemacht habe.

Lasse Machen
Lasse Machen
Reply to  tschira
11 Monate zuvor

Kann ich gut nachvollziehen. Ich bin „Westler“, war 1980 in Moskau. Olympia. Stieß nicht auf Ablehnung, aber mir wurden nach der Rückkehr die seltsamsten Fragen gestellt.
Eines möchte ich noch bemerken: für mich war es keine Wende, sondern eine Konterrevolution.😱

tschira
tschira
Reply to  Lasse Machen
11 Monate zuvor

1989 Konterrevolution – ja da haben Sie sicherlich recht. Im Herbst/Winter 1989/1990 habe ich mit vielen Menschen gesprochen. Es waren so tolle Ideen dabei, wie man das Land gestalten könnte. Ich habe auch am Runden Tisch unseres Bezirkes mit gesessen und war auch an kleineren Runden Tischen zur Bildung und Kultur dabei. Diese ganzen tollen Ideen waren dann alle für die Katz. Nichts davon konnte umgesetzt werden. Letztendlich hat ein Westunternehmer mir gesagt, dass ich in meinem Leben überhaupt nichts geleistet hätte. Das ging mir nicht allein so. Als wir nach RLP umzogen, wurden unsere Vermieter gegen uns aufgehetzt, dass man nicht an Ostdeutsche vermieten solle. Sie haben aber nicht drauf gehört. Und als sie uns die Bewohner eine Zeit dann kannten, verstummte auch die Hetze.

spartacus
spartacus
11 Monate zuvor

Meines Erachtens trifft das alles nicht so den Kern dessen, was hier tatsächlich abgeht.
Russenhass ja, erlebte ich gerade gestern wieder, bei einer Grünin. Diese Leute sind so geil drauf, bei einem Krieg endlich mal auf der richtigen Seite zu stehen, da hat sich so einiges angestaut in den letzten 40 Jahren. Und der Umweltschänder Habeck wird als Held gefeiert, weil er uns vom durch Rußland verursachten Gasnotstand gerettet hat, obwohl die Olivinnen ja dieses Gas nie gewollt haben.
Argumentation faktisch unmöglich. Aber damit beschäftigen wir uns ja nur mit den Symptomen. Es geht doch um etwas ganz anderes. Nämlich darum, hier ein totalitäres System zu errichten, während man andere Systeme angeblich wegen ihres vermeintlichen Totalitarismus‘ bekämpft.
Das Ziel der Corona-Politik war nicht das Virus, sondern die Maßnahmen.
Das Ziel der Kriegspolitik sind die Abschaffung der Werte, um die man angeblich kämpft und die Maßnahmen.
Das Ziel der Klimapolitik ist nicht das Klima, sondern sind die Maßnahmen.

Last edited 11 Monate zuvor by Spartacus
Robert-B.
Robert-B.
Reply to  spartacus
11 Monate zuvor

Bei deinen abschließenden Einschätzungen gehe ich mit.
Es geht – neben der Beseitigung von Rußland als Systemrivalen der USA – um die Anhäufung von einschneidenden „Ereignissen“, die jeweils die Zerstörung eines Teils der zivilisatorischen und sozialen Errungenschaften, sowie der Freiheit des Einzelnen begründen.
So ist bereits heute ein totalitärer Überwachungsstaat entstanden, in dem nach und nach eine weitgehende Enteignung der Bürger stattfindet und eine Umstellung des gesamten Lebens auf eine Art Mietmodell.
Damit ist sicher gestellt, daß niemand mehr aus der Reihe tanzen
kann, weil mit einem Federstrich Zuwendungen, Bankkonten, Freiheiten etc.pp annulliert werden können und der Abweichler damit jegliche Existenzgrundlage verliert.
Damit sind die Menschen weitestgehend wehrlos einem System ausgesetzt, das sie letztlich zu funktionierenden und konsumierenden Maschinen degradiert.
Wir sind da noch nicht angekommen, aber wenn ich mir die sich überschlagenden Ereignisse der letzten drei Jahre anschaue, ist dieser Tag nicht mehr allzu fern.

Es sei denn, wir werden wieder von irgendwem gerettet. 😉

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Robert-B.
11 Monate zuvor

„Es sei denn, wir werden wieder von irgendwem gerettet.“

Wieder? Hab ich was verpasst?

Robert-B.
Robert-B.
Reply to  Draussen vor der Tür
11 Monate zuvor

Ja. Ist schon länger her, ’45, als die Russen kamen, um hier den Faschismus zu beenden. Da haben wir es ja auch nicht alleine hinbekommen. 😥

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Robert-B.
11 Monate zuvor

Das war offensichtlich keine Rettung, sondern nur ein Aufschub.

Robert-B.
Robert-B.
Reply to  Draussen vor der Tür
11 Monate zuvor

So kann man es auch sehen. Weil sie ihre Arbeit nicht beendet haben… 😥

Wütender Bürger
11 Monate zuvor

Lieber Gert, eine dringende Bitte an Dich:

Schreib nicht immer „Deutschland“, wenn Du von dem politischen Wahn redest, der hier in diesen Land passiert!

Nicht „Deutschland“ verhält sich großkotzig dem Rest der Welt gegenüber.

Nicht „Deutschland“ zelebriert Russophobie.

Nicht „Deutschland“ ist kriegsgeil.

All das gilt nur für eine kleine radikale Minderheit, bestehend aus Schreibtischjournalisten und Politikern, die einstellige Wahlergebnisse für einen riesigen Erfolg halten und keinen blassen Schimmer haben, was ihr Job wirklich von ihnen verlangt, weil sie unter der Knute des amerikanischen Hegemons stehen.

Es sind die faschistoiden Machthaber und ihre Hofschranzen, die Russland verachten und „Krieg“ schreien, obwohl sie die ersten wären, die sich einnässten, stünde ihnen ein bewaffneter russischer Soldat gegenüber.

Analog dazu, wie die Kirche Woko-Harams verlangt, alle Menschen müssten sprachlich inkludiert werden, so müssen wir, das einfache Volk, endlich anfangen, uns sprachlich von denen zu exkludieren, die dieses Land widerrechtlich und gegen unseren Willen ins Unglück stürzen. Und das geht nur, wenn wir nicht mehr „Deutschland“ schreiben und sagen, wenn es um das Verhältnis zun Ausland und Russland im Speziellen geht.

Es gibt kein „Deutschland“ mehr!

Es gibt nur noch die Bürger auf der einen und ein paar macht- und kriegsgeile Dummköpfe auf der anderen Seite.

Diese Trennung müssen wir sprachlich deutlich machen!

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Wütender Bürger
11 Monate zuvor

Doch, nach dem was ich so um mich rum höre und lese, ist es tatsächlich wenn nicht ganz Deutschland, so doch ein grosser Teil. Die Bellizisten in Politik und Medien haben die letzten Jahre ganze Arbeit gemacht.