Tschuldigung für gar nichts

Jetzt hat er sich ja endlich mal entschuldigt, dieser Xavier Naidoo. Wurde aber auch Zeit! Was hat er eigentlich angestellt? Komische Ansichten vertreten? Ach, ist das neuerdings verboten?

Sein Gewissen ist reingewaschen. Xavier Naidoo hat sich bei der gesamten Republik, bei uns allen entschuldigt. Er sei Irrtümern aufgesessen, erklärte er. In Zukunft werde er es besser anstellen. Falschen Propheten gehe er nicht mehr auf den Leim. Ich wusste bis neulich, bis der Mann als geläutertes Häufchen Elend vor uns trat, überhaupt nicht, dass er mir irgendwas getan haben könnte, was ich ihm nachtragen müsste. Bis heute weiß ich nicht, wie ich mit der Entschuldigung umgehen soll. Eigentlich will ich ja nur abwinken, denn was hat das alles mit mir zu tun?

Klar, ich habe auch mitbekommen, dass Naidoo hier und da seltsame Ansichten pflegte – ich weiß zu diesem Zeitpunkt nicht mal mehr genau, welche das waren. Etwa die abwegige Idee, dass wir alle überwacht würden? Warum sollte ich mir sowas merken? Sind ja nicht meine Ansichten. Sind ja seine. Er hat mich mit seiner Meinung nicht verletzt – kann er gar nicht. Meinung ist ja keine Körperverletzung. Das wissen heute viele gar nicht mehr. Sie ist ein Grundrecht. Eines, das jeden vor die Wahl stellt: Meine ich dies – oder doch lieber das?

Das maoistische Volkskomitee aus der Friedrichsstraße 21 in Berlin

Nun gut, er hat sich also entschuldigt. So sei es, also gut, ego te absolvo, lieber Xavier – wenn es dich glücklich macht, spiele ich halt mit. Anders als andere, anders als zum Beispiel die taz. Das Kriegsblatt des deutschen Pazifismus‘ liefert dieser Tage ja wie am Fließband Steilvorlagen. Selten waren Kriegsbemühungen so gendergerecht. Aber auch in Sachen von Naidoos Abbitte marschiert die taz stramm. Seine Entschuldigung reiche einfach nicht, schrieb sie klar und onkelig – bestenfalls einen guten Anfang attestierte man dem Songwriter.

Wie man sich richtig entschuldigt, auch das weiß die Benimm-taz natürlich: Zunächst sage man »Es tut mir leid, dass …«, dann folgt die »klare Benennung des Fehlers oder der Tat« – erklärt im Anschluss, »weshalb man den Fehler oder die Tat begangen hat« und beschließt das ganze mit einer Absichtserklärung wie jener: »In Zukunft möchte ich … , um mein Verhalten wiedergutzumachen.«

Solange er das nicht tue, liest man da heraus, hat sich Herr Naidoo gar nicht entschuldigt. Denn er bereut nicht richtig. Ein wenig überrascht bin ich nun doch schon, dass man seine fehlende Tränenflut nicht bemängelte. Warum zog er sich nicht das Hemd vom Leib und kasteite sich? Wenigstens symbolisch hätte er ja den schmerzgeplagten Büßer geben müssen. Ist das eigentlich schon alles Kulturrevolution? Mao hätte jedenfalls eine wahre Freude an so einem tribunalen Blättchen, das die Selbstanklage zu einem hohen Gut sittlichen Betragens hochjazzt.

So kleinlich wie diese Knigge-Maoisten aus der Berliner Friedrichsstraße 21 bin ich nun wirklich nicht. Wie gesagt, der Mann hätte sich nicht entschuldigen müssen. Aber jetzt, wo er sich an uns alle gerichtet hat, wer bin ich da, so zu tun, als sei seine Entschuldigung nicht ausreichend. Komm hoch von den Knien, Xavier, schon recht. Du hast doch an sich auch nichts angestellt. Außer schlechte Musik, aber ich nehme an, für die entschuldigst du dich ja ausdrücklich nicht.

In Artikel 5 GG steht nichts von richtig oder falsch

Er hat ja nur eine Meinung vertreten. Eine sonderbare vielleicht. Eine, mit der viele nicht konform gehen konnten oder wollten. Er machte sich meinungsstark für Themen, die man eventuell als abwegig betrachten könnte. Womöglich war auch Verschwörungstheorie im Spiel, auch paranoide Ansichten mit dabei. All das ist möglich – auch wahrscheinlich. Aber all das, man kann es drehen und wenden wie man will, ist nicht verboten.

Ich habe extra nochmal nachgeblättert, im Artikel 5 des Grundgesetzes steht wirklich nichts darüber, dass Meinung richtig oder falsch sein muss, damit sie die Meinungsfreiheit genießt. Ja, die Eltern des Grundgesetzes haben noch nicht mal festgehalten, dass Dummes von dieser Freiheit ausgeschlossen sei und nur Gescheites gesagt werden sollte.

Man hat folgendes in den letzten beiden Jahren häufig gehört: Nur evidenzbasierte Ansichten sollten verbreitet werden. Dabei ist die Meinung von der wissenschaftlichen Verifizierbarkeit befreit. Man kann meinen ohne einen vorherigen Faktencheck abzuwickeln. Selbst Abwegiges ist, so es nicht gegen andere Gesetze verstößt, immer noch im Genuss der Meinungsfreiheit. Wenn ich die Erde als Pfannkuchen betrachte und mit dieser Meinung hausieren gehe, dann mag man mich als ziemlich schlecht informiert einstufen, aber falsch habe ich in dem Sinne nichts gemacht – und gegen Gesetze habe ich schon gar nicht verstoßen.

Insofern ist das ganze Gewese um Naidoos Entschuldigung eine Marginalie, die natürlich von unseren Anstandswauwaus der Benimmpresse und von ganz woken, schrecklich wächterischen Leutchen aufgepumpt wird, damit die sich besser, sittlicher, anständiger fühlen können. Für mich in Naidoo nur einer, der Meinungen pflegt – oder pflegte -, die ich nicht immer – manchmal aber schon – teilen konnte, die mir aber letztlich auch total wumpe waren. Ein Bier hätte ich mit ihm trotzdem getrunken – und mit ihm diskutiert, wobei ich sicher oft gesagt hätte, dass ich das anders sehe. Aber dafür hätte sich er nicht entschuldigen müssen. Und ich auch nicht.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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aquadraht
aquadraht
5 Monate zuvor

Danke, Roberto! So isses.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  aquadraht
5 Monate zuvor

Nur ist das auch wiederum eine Binsenweisheit. Man muss bei nicht auf das GG und die Freiheitsrechte verweisen, wenn man auch nach Lektüre der Artikel hier, schnell auf den Trichter kommt, dass das alles überwiegend nur Fassade ist. Na gut, so knasten einen (noch?) nicht ein, oder werfen einen ohne Falschschirm über dem Meer aus einem Flugzeug, aber die soziale und monetäre Existenz steht bei den Abweichlern immer auf dem Spiel.

Last edited 5 Monate zuvor by Heldentasse
Cetzer
Cetzer
Reply to  Heldentasse
5 Monate zuvor

sie knasten einen (noch?) nicht ein

Es gibt doch Zellen auf Hawaii im Kosovo
Erstmal nur für Ausländer, aber einheimische Wehrkraft- und Harmonie-Zersetzer sind ja im Grunde schlimmer.

ohne Falschschirm über dem Meer aus einem Flugzeug

Soviel Gedöns werden sich insbesondere die Bayern nicht antun; Das traditionelle Erschießen auf der Flucht könnte wieder in Mode kommen; Oder die exotische, indische Variante Erschießen bei der Tatortbegehung.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Heldentasse
5 Monate zuvor

Sicher. Aber schlimm ist doch, was der neue Völkische Beobachter taz daraus macht.

Nicht bloss, dass das Entschuldigen nervt. Ich will auch nicht, dass die Idioten von der taz oder Bild sich bei mir entschuldigen, die sollen aufs Klo gehen und sich da einen runterentschuldigen, wenn es sie erleichtert. Für Naidoo gilt das auch.

Heldentasse
Heldentasse
5 Monate zuvor

Unabhängig von den lästigen Freiheitsrechten, die ja sowieso ganz überwiegend nur auf dem Papier stehen, weil sie uns steuern mit Propaganda, sozialem „Zuckerbrot und Peitsche“ sowie struktureller Gewalt, ist das was Herr Naidoo gemacht hat sehr ungeschickt.

Über die Motivation des Herrn kann man ja nur spekulieren, vielleicht braucht er Geld, oder möchte einfach nur wieder lieb gehabt werden, aber nun sitzt er im Niemandsland. Die alten Fans sind enttäuscht ob des scheinbaren Verrats, die neuen Fans in spe fordern nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern totale Unterwerfung und Geißelung der alten Dogmen.

Als Mensch tut er mir leid, als Künstler und Profi eher nicht, das hätte er voraussehen müssen.

Ergo: Man sollte von ihnen nicht erwarten, dass sie menschlich reagieren wenn die, die sie hassen, von ihren Meinungen abschwören. Das ist gegen ihren Glauben.

Mensch
Mensch
Reply to  Heldentasse
5 Monate zuvor

vielleicht braucht er Geld

Ich würde an dieser Stelle wagen das „vielleicht“ zu streichen.

Sein Management wird ihm wohl gesagt haben, dass sein Vermögen kräftig schrumpft und in x Jahren oder gar nur Monaten aufgebraucht sein wird, wenn er sich nicht bemüht wieder auf allen Kanälen gedudelt zu werden und Hallen zu füllen.

Ohne Kohle, das weiß er ganz genau, bedeutet: „Dieser Weg wird kein leichter sein!“ Schmierentheater und ein bisschen zu Kreuze kriechen, ist dagegen ganz einfach.

…und eine ähnliche Nummer hat der falsche Fuffziger doch schon einmal abgezogen als er bei so was Schlimmen wie beim Kiffen erwischt wurde.

Demnächst mehr vom Geläuterten bei Lanz und Co und etwas später als Schirmherr der Stiftung gegen Verschwörungstheorien.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Mensch
5 Monate zuvor

Bedenke, daß jetzt wieder Veranstaltungen erlaubt sind! Da bettelt jemand darum, wieder auf die Bühne zu dürfen.

Mensch
Mensch
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Bedenke, daß jetzt wieder Veranstaltungen erlaubt sind! Da bettelt jemand darum, wieder auf die Bühne zu dürfen.

Guckst Du hier:

[…]wenn er sich nicht bemüht wieder auf allen Kanälen gedudelt zu werden und Hallen zu füllen

Habe ich also nachweislich bedacht 😉

Trotzdem oute ich mich jetzt!

Das hier von ihm:
https://youtu.be/pT0PTdwuTyA

,mag ich nach wie vor sehr! Das er leider ein Umfaller und ein Weichei ist, ändert daran gar nichts. Viele Helden meiner Jugend sind mir mittlerweile zuwider. Neil Young z.B., aus meiner unmaßgeblichen Sicht ein echt borniertes Arschloch geworden, wie leider mit ihm so einige:-(

Trotzdem verbrenne ich seine Platten nicht, oder verbiete mir selbst seine Musik zu hören.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Mensch
5 Monate zuvor

Habe ich also nachweislich bedacht

Ich wollte nur darauf hinweisen, warum seine Aktion gerade jetzt erfolgt.

Last edited 5 Monate zuvor by Wütender Bürger
Mensch
Mensch
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Ich wollte nur darauf hinweisen, warum seine Aktion gerade jetzt erfolgt.

Ach soooooooo, und worauf fußt wohl mein Kommentar, den Du offensichtlich nicht gelesen hast🤔

Nochmal für Dich zum Mitmeißeln:

Das was Du meinst, was ich nicht bedacht habe, ist eine meiner Kernaussagen, Du Logikgenie😉😗😙😚😘

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Mensch
5 Monate zuvor

Das was Du meinst, was ich nicht bedacht habe, ist eine meiner Kernaussagen

Du hast Dich auf das Ende seines Kontostandes bezogen, ich bezog mich auf das Ende der Corona-Einschränkungen. Hätte er die Nummer letztes Jahr gebracht, egal wie sein Konto aussieht? Ich glaube nicht.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Mensch
5 Monate zuvor

mag ich nach wie vor sehr

De gustibus non disputandum est[Pünktchen]

In diesem Zusammenhang die bittere Erkenntnis meiner letzten Versuche¹, etwas gründlicher zu recherchieren:

Die Paywall ist das neue Latein.

¹Z.B. Probleme Algeriens schon längst bestehende Gas-Liefer-Verpflichtungen zu erfüllen, Schlange von durstigen LNG-Tankern vor Katar usw.

Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Prost! Auf deine herrliche Fotomontage.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Man könnte auf dem Bild den Schriftzug „Tageszeitung“ auch durch „Heute-Show“ ersetzen, denn Herr Welke ist sich nach wie vor nicht zu schade, als offizielles Sprachrohr der Regierung aufzutreten. Nachdem er sich in den vergangen Monaten stets über alle Kritik und Kritiker der Corona-Maßnahmen und die Verfechter einer freien Entscheidung zur Impfung ausgekotzt hat und für ein paar billige Lacher tief in die Fäkalgrube gegriffen hat, sind es jetzt die Friedensaktivisten, die er aufs Korn genommen hat:

https://freiburger-standard.de/2022/04/23/zdf-heute-show-macht-sich-ueber-juergen-graesslin-lustig/

Und der Mann wundert sich, daß ihn Leute als „Medienhure“ beschimpfen.

Last edited 5 Monate zuvor by Wütender Bürger
Cetzer
Cetzer
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

als „Medienhure“ beschimpfen

Das würde ich nie tun.
Schlechte Satire richtet sich selbst.
Gute Satire kommt (fast) immer von unten, aus der Verzweiflung.

ein paar billige Lacher

Erinnert mich an einen sinngemäßen Spruch von Michael Caine: Der Film (in dem ich mitgespielt habe) war grottenschlecht, aber das Haus (das ich mir von der Gage kaufen konnte) ist sehr schön.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Er hat mich mit seiner Meinung nicht verletzt – kann er gar nicht. Meinung ist ja keine Körperverletzung.

Bliebe zu klären, ob die von ihm selbst als „Musik und Gesang“ bezeichneten Geräusche, die er von sich gibt, nicht den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung erfüllen.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

Als langjähriger und begeisterter Leser der Comics hatte ich mich seinerzeit sehr auf die erste Realverfilmung von Asterix gefreut. Aber dann war da dieses unsägliche Gewinsel, das manche ein „Lied“ nennen, noch dazu mit einem schiefen Versmaß und einer Rhythmik, die jeden Viertklässer im Musikunterricht erschaudern lassen.

Seit dem ist der Kerl bei mir unten durch!

Cetzer
Cetzer
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Asterix

In dreißig Jahren: Asterix und der Untergang des Impfperiums.

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Natürlich können Eure Lieblinge viel besser singen!

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

Der Mann hat eine geile Stimme und gute Songs

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Der Mann hat eine geile Stimme und gute Songs

Roberto: damit kannst ja nur Du gemeint sein!

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Du wirst ertragen müssen,dass die Geschmäcker verschieden sind

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Er kann sehr gut singen, trotzdem erhebe ich die Klage, wenn ich das Genöle höre.
Aber Du hast tatsächlich Recht – wenn die Qualität stimmt, ist es Geschmackssache.
Und auch wenn ich mir am liebsten die Gehörgänge amputieren möchte, wenn sein Geschwaller meine Ohren penetriert, muss man ihm zugestehen, dass er eine gewisse technische Fertigkeit hat.

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Schwitzig
5 Monate zuvor

dann doch lieber dies hier…..

https://www.youtube.com/watch?v=plh22lTpnjY

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Schwitzig
5 Monate zuvor

Eben, andere Geschmäcker sind zu akzeptieren
Es gibt derzeit unsagbar größere Probleme als den unterschiedlichen Musikgeschmack

Cetzer
Cetzer
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

als „Musik und Gesang“ bezeichneten Geräusche

Im Zeichen der Zeit mochte ich es so ausdrücken:
Sein Gesang klingt, wie wenn ein Panzer über ein Furzkissen rollt.

JW
JW
Reply to  Cetzer
5 Monate zuvor

Sein Gesang klingt, wie wenn ein Panzer über ein Furzkissen rollt.
Echt? Das nennst du Kritik? Hilft uns Verhöhnung jetzt wirklich weiter? Die Ukraine wird mit schweren Waffen ausgerüstet und da gefällt dem einen oder anderen der Gesang eines Barden nicht? Tolle Wurst. Boulevard! Meine düstere Einschätzung: Wir stehen entweder vor einem lang-andauernden Krieg oder wir werden atomar ausgelöscht. Falls nicht, droht uns das gelobte „Sozialkredit-System“ und die endgültige Entmündigung, also alles in allem: „kleine Fische“.
Bitte: Lasst den Frust nicht an den Künstlern ab, ob sie euch gefallen oder nicht. Ich rede von der Kunst – nicht von der Haltung. Respekt.

Cetzer
Cetzer
Reply to  JW
5 Monate zuvor

Kritik?

Für Musikkritik war das noch zahm¹, oder woher kommt wohl das klassische: Schlagt ihn tot, er ist ein Rezensent. Profi-Künstler müssen sich so etwas gefallen lassen, bei Amateuren kann man Welpenschutz gelten lassen.

Hilft uns Verhöhnung jetzt wirklich weiter

Nichts hilft uns weiter, selbst die besseren Szenarien (lang-andauernder Krieg) werden für überflüssige BallastMenschen, wie mich, das Ende bedeuten. Passend ein kleines Lied-Fragment:

Hier fliegen gleich die Raketen aus dem Silo

Denn sie geht jetzt los, unsere Apokanäse

Von Babenhausen² bis hinter Nowokuibyschewsk

¹Ich hätte noch mehr Munition
²Bielefeld Stadtteil, bekannt für den weltweit einzigen Atombunker auf Stelzen, mit großem Vorhängeschloss

Last edited 5 Monate zuvor by Cetzer
JW
JW
Reply to  Cetzer
5 Monate zuvor

Bielefeld? Herrlichste Erinnerungen! Da habe ich mal zwei Jahre auf dem Uni-Parkplatz im Wohnwagen verbracht. Gibt es den Bunker-Ulmenwall noch? Damals – Mitte der Achtziger – war das ein Eldorado für (Free)Jazz.
Nachtrag, Cetzer, zu meinem gestrigen Frust: Die Russen sagen „Trinken um sich zu erinnern“. Hat bei mir leider nicht geklappt, gestern. Vielleicht heute . . .

Cetzer
Cetzer
Reply to  JW
5 Monate zuvor

zwei Jahre auf dem Uni-Parkplatz im Wohnwagen

Und damit ständiger Interviewpartner für Hertz 87,9

Gibt es den Bunker-Ulmenwall noch?

Ja, die haben Corona überlebt, allerdings gilt noch teilweise Maskenpflicht (außer am Platz und beim Pogo). Vor einigen Jahren war ich mal bei einem Poetry-Slam dort.

Die Russen sagen „Trinken um sich zu erinnern“

Der Teufel Putin hat den Schnaps gemacht
Nur die Sturmtruppen der Heilsarmee können uns retten
Mit der Posaune von Jenever und dem Bratschen-Zähler als Metronom

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  JW
5 Monate zuvor

Ja, Blitzableiter und so …

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Unvergessen der Soundcheck, der einen Tontechniker das Engagement gekostet hat, als er bei „wenn ein Lied meine Lippen verlässt“ mitgesungen hat „wenn mein Glied deine Lippen verlässt“ und dummerweise den Talkback noch offen hatte :-).

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Schwitzig
5 Monate zuvor

Hier passieren seltsame Dinge: den vorherigen Kommentar habe ich mehrfach versucht abzuschicken, aber erst, nachdem ich „das Land, über das man nichts schlechtes sagen“ statt „Ukraine“ einsetzte, erschien *nicht* „waiting for approval“ und der Kommentar verschwand nicht von alleine wieder.

Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Meine zugegeben verschwörungstheoretische Antwort auf Xavier Naidoos Bitte um Entschldigung:
Ähnlich wie die Rolle der AfD, sehe ich auch die Rolle von „Verschwörungstheorien“. Sie werden gewissermaßen gebraucht. Naidoos Äußerungen zu „Adrenochrom“ und angeblich satanistischen Ritualen, letztlich die Verschwörungstheorie „QAnon“ allgemein, habe ich im Verdacht, die notwendige Diskussion über gut vernetzte, sehr reiche Menschenhändler unterlaufen zu SOLLEN. Sobald jemand über reiche Kinderficker auch nur mutmaßt, steht er doch (auch dank Naidoo) sofort öffentlichkeitswirksam im Verdacht, sich mit kruden Theorien über Satanismus, Kinderblut, Ritualdrogen oder gar „Reichsdeutschen“ zu beschäftigen. Diskussion = absurd. Dass es trauriger- aber eben leider auch banalerweise gerade¹ in elitären, sozusagen einflussreichen Kreisen Menschenhandel und sexuellen Kindesmissbrauch gibt, gerät so ins undiskutierbare Abseits. Ich glaube, führende US-Amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter haben nicht nur den Rahmen des Begriffes „Verschwörungstheorie“ erschaffen, sie basteln auch bewusst und absichtlich an den passenden Theorien. Einerseits zum Ablenken der Suchenden², und andererseits zum exemplarischen Diffamieren in der Öffentlichkeit, siehe Naidoo.

¹ man beachte den hohen Anteil der Sozio- bzw. Psychopathen in Führungspositionen
² falsche Fährte

Last edited 5 Monate zuvor by Daniel D. Dietze
Cetzer
Cetzer
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Es ist meines Wissens unbestritten, dass vieles im Bereich der UFO-Sichtungen absichtlich lanciert wurde, um reale militärische Experimente zu tarnen. Natürlich waren die UFO-Tastereien auch der Kommunisten-Jagd (McCarthy…) nützlich.
Rein hypothetisch: Wenn ich ein Verbrechen plante, würde ich auch an DNA denken und angesichts der Schwierigkeiten, meine eigene zu vermeiden, durch falsche Spuren überlagern.

DNA-Spuren können auf verschiedenste Weise an den Tatort gelangen; es können sogar vom Täter absichtlich fremde Spuren platziert werden, um einen Unschuldigen¹ zu belasten.

oder kurz: DNA-Bombe (analog zur Rauch-Bombe). Übrigens ein Wort, das in Gerichtssälen quasi tabu ist und nach der Aussage eines Juristen² glatt ein Jahr Strafzuschlag wegen VerschwörungsFrechheit einbringen kann.

gerade in elitären, sozusagen einflussreichen Kreisen Menschenhandel und sexuellen Kindesmissbrauch gibt

Nachdem Bill Gates (als Vorreiter ?) jede Menge Farmen gekauft hat, werden dort ziemlich sicher auch illegale Einwanderer arbeiten, die von ihrem kargen Lohn oft Menschenschmuggler abbezahlen müssen(Erpressung,Wucher). Gates wäre demnach ein Menschen-Hehler oder MenschenhandelsProfiteur.
Neben pädophiler Veranlagung und anderen Gründen geht es bei sexuellem Kindesmissbrauch auch um den Reiz des Verbotenen³ und das schiere Auskosten von Macht: Ungestraft tun können, was andere in den Knast bringen würde. Im Zusammenhang mit Mord (viel unverfänglicher) wird das in einem Batman-Film vorgeführt.

Natürlich war es kein Zufall, dass die Quallidädsmedien aus den Reihen der Corona-Maßnahmen-Gegner fast(?) nur Leute wie Naidoo, Hildemann usw. abschreckend vorgeführt haben und eben nicht Brandenburg und andere, die vergleichsweise super-seriös sind. Es gibt eben nicht nur potemkinsche Dörfer, sondern auch sorgsam aufgestellte, potemkinsche Gegner, die sogar von minderbemittelten Journalisten entlarvt werden können. Wenn ich bei einem Gesangs-Wettbewerb antreten müsste, hätte ich am liebsten 10 Naidoo-Klone als Konkurrenten…

¹Oder sehr viele, vorzugsweise mit Vorstrafen, z.B. aus dem Aschenbecher einer JVA
²Mündlich vor geraumer Zeit und vorgehaltener Hand; Ich weiß nicht, ob das ganze Thema irgendwo 100% ehrlich behandelt wird. Der DNA-Beweis ist der Justiz wohl so heilig wie die unbefleckte Impfung der Medizin.
³Kann wie psychologisches Viagra wirken

Last edited 5 Monate zuvor by Cetzer
Brian
Brian
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

So ‚verschwörungs- und vor allem theoretisch‘ finde ich das gar nicht…😎
Eines der ersten Dinge, die mir vor 2 Jahren völlig auf den Sack gegangen ist, war der
extrem inflationäre Gebrauch dieses Begriffs. Das war schon die absolute Holzhammer-
Methode, ich hatte eigentlich gedacht, daß das ein Blinder mit einem Krückstock bemerkt. Tja, irgendwie habe ich da wohl falsch gedacht…

Wütender Bürger
Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Wer ist eigentlich fürs „approval“ zuständig? Die NLR selber oder WordPress?

Last edited 5 Monate zuvor by Wütender Bürger
Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

Hatte heute Vormittag einen Kommentar geschrieben, und nach dem Absenden hieß es „waiting for approval“. Ist aber bis jetzt noch nicht aufgetaucht.

Nachtrag: jetzt ist er da!

Last edited 5 Monate zuvor by Wütender Bürger
ShodanW
ShodanW
5 Monate zuvor

Hierzu würde mich mal reizen, die taz selbst zu solch einer Entschuldigung zu nötigen. Dafür, dass sie sehr aktiv bei der Spaltung der Gesellschaft mitgewirkt hat.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  ShodanW
5 Monate zuvor

Hierzu würde mich mal reizen, die taz selbst zu solch einer Entschuldigung zu nötigen.

Das wird Dir nur gelingen, wenn Du soviel Geld im Lotto gewinnst, daß Du den Verlag kaufen kannst.

Pressekodex, Verpflichtung zur Neutralität, Wahrheit… das sind antike Begriffe aus dem letzten Jahrtausend. Darauf wird in den Verlagshäusern heute geschissen. Das einzige, was heute zählt, ist Auflage.

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  ShodanW
5 Monate zuvor

Die würden das nicht verstehen. Tatsächlich nicht.

Rudi K
Rudi K
5 Monate zuvor

Es scheint, daß manchen Leuten seine pauschale Entschuldigung nicht reicht. Dem Tagesspiegel reicht dies nicht wie de folgende Artikel zeigt:

https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/die-abscheulichkeiten-des-xavier-naidoo-ich-kann-den-sogenannten-juden-nichts-mehr-glauben/28273090.html

Er soll also für all die ihm vorgehaltenen Ansichten Abbitte machen.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

So, wie sich das liest, kann von einer „pauschalen Entschuldigung“ aber keine Rede sein.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Mit der „pauschalen Entschuldigung“ meinte ich sein Video. In diesem hat er in de Tat auch Antisemitismus genannt. Der Tagesspiegel befragt in diesem Artikel ihn zu konkreten Äusserungen, die er gemacht hat.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Was beim Entschuldigungsvideo auffällt: wie vage Xavier Naidoo bleibt. Er habe sich „teilweise“ auf Irrwegen befunden, erklärt der Sänger. Mit „manchen“ seiner Äußerungen und Verhaltensweisen habe er „Menschen vor den Kopf gestoßen und verletzt“. Auch habe er sich „zum Teil instrumentalisieren lassen“…

Auch das klingt nicht nach einer „pauschalen Entschuldigung“. Eher wie der Versuch, die eigenen Worte zu relativieren und zu rechtfertigen.

Last edited 5 Monate zuvor by Wütender Bürger
Flo
Flo
5 Monate zuvor

Und warum wird Sukram dauernd von Deinem „Partner“ vor die Tür gesetzt?

Pen
Pen
5 Monate zuvor

Wer ist denn Naidoo?

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Pen
5 Monate zuvor

Kein Russe

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Nur, weil er kein Russe ist, muss man ihn aber nicht automatisch mögen.

Flo
Flo
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Wäre er Russe, wäre er hier der größte Musiker aller Zeiten 👍

Cetzer
Cetzer
Reply to  Flo
5 Monate zuvor

Wäre er Russe

Vielleicht würde ein kompletter Durchlauf (3 ¼ Stunden) von Boris Godunow, diese Behauptung entkräften. Ist übrigens was ganz anderes als Bilder einer Ausstellung, die ohnehin am bekanntesten in der Orchester-Fassung von Ravel sind.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Flo
5 Monate zuvor

Wenn er Ukrainer wäre, dann würde er sofort als der beste Musiker aller Zeiten in Deutschland gelten. Statuen würden für ihn errichtet, es gäbe einen neuen Gedenktag ihm zu Ehren, Mütter würden ihre Kinder nach ihm benennen, auch die Mädchen, und alle deutschsprachigen Künstler würden alle ihre Preise der letzten 10 Jahre postwendend an ihn abtreten.

Aber das beste wäre: als Ukrainer müsste er sich gar nicht entschuldigen, denn, wie uns die Medien in den letzten Wochen gezeigt haben, ist alles, was aus der Ukraine kommt, heilig und richtig, und jeder, der es wagt, daran zu zweifeln, muss auf den Scheiterhaufen!

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Flo
5 Monate zuvor

Schon wieder „waiting for approval“… 😡

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Interessant: Kaum schreibt man etwas kritisches über die Ukraine, erscheint nach dem Absenden „waiting for approval“.

Roberto: kommt das von Euch oder von WordPress?

ChrissieR
ChrissieR
5 Monate zuvor

Guude!
Who the F*** is Xavier Naidoo???

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Rudi K
Rudi K
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Einer der „Söhne Mannheims“.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Die Bilderserie ist geil! 👍😁

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Der gehört zur „Mannschaft“ und hat dafür gesorgt, daß die aus dem Wettbewerb fliegen. 😄

Brian
Brian
5 Monate zuvor

Diese ganze Geschichte ist doch eh wieder nur eine von den vielen Säuen, die man
durch’s Dorf treibt, um letzten Endes wieder Geld damit zu machen.
Mich langweilt diese China-Sack-Umfallerei einfach nur noch.

ThomasX
ThomasX
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Aber die müssen doch außer Krieg und Tod und Seuche und den ganzen anderen bösen Nachrichten auch „gute Nachrichten“ bringen… Und was ist schöner für die vorgeblichen Informationswächter, als dass ein erklärtes Schmuddelkind nunmehr von ihro Gnaden wieder mitspielen darf.
Gönnerhaftigkeit und der erhobene moralische Zeigefinger sind doch das A und O … oder sollte ich lieber schreiben A und Z in der heutigen Zeit.

Brian
Brian
Reply to  ThomasX
5 Monate zuvor

Er hat Z gesagt. Steinigt ihn !!!