Warum schreiben, bloggen, recherchieren – meine Vorstellung

In meinem ersten Blog, den ich Anfang der Nuller-Jahre zu schreiben begann, habe ich vor allem zu meinem persönlichen Vergnügen publiziert. Ich habe Beobachtungen festgehalten, witzige Situationen dokumentiert, pauschalisiert, habe absichtlich zum Zweck der Zuspitzung voreilige Schlüsse gezogen. Es hat Spaß gemacht und es war auch nur zum Spaß gedacht. Ich kannte alle meine fünf Leser persönlich. 

Das hat sich nach einiger Zeit schlagartig geändert. Ich will die Geschichte hier kurz erzählen. 2013 gab es in Berlin großen Protest vor der russischen Botschaft, denn in Russland sollte ein Gesetz erlassen werden, dass unter dem Namen “Anti-Gay-Propaganda-Gesetz” bekannt wurde. Es wurden die schlimmsten Szenarien entworfen, was alles passieren könnte, wenn dieses Gesetz umgesetzt wird. In Russland hätten es Homosexuelle auch ohne diese gesetzliche Diskriminierung schon schwer. Es war die Rede von regelrechten Pogromen gegen Schwule und Lesben, von staatlich nicht nur geduldeter sondern sogar geförderter Gewalt gegen sexuelle Minderheiten. Es wurde von Treibjagden berichtet, bei denen Schwule von einem homophoben Mob durch die Straßen getrieben werden. Ich war zwar auch auf der Demo gegen das Gesetz, die dort ausgemalten Szenarien erschienen mir allerdings ein bisschen steil, wenngleich ich sie auch nicht völlig ausschließen konnte, denn ich hatte ehrlich gesagt von Russland keine Ahnung. 

Die Einladung

Ich begann Russisch zu lernen und nahm über eine schwule Dating-App Kontakt nach Russland auf. Mit Dima aus Moskau. Dima lud mich ein. Ich nahm an. Es war ein Risiko. Ich bin heute endlos froh darüber, es eingegangen zu sein. Schon mit dem ersten Atemzug russischer Luft auf dem Moskauer Flughafen Domodedovo war mir klar, dass Russland anders ist als es in Deutschland beschrieben wird. Und was soll ich sagen? Dima zeigte mir ein verlängertes Wochenende lang das queere Moskau. Wir zogen durch Bars, Kneipen und Clubs, genossen Drag-Shows und queeren Trash. Zwischendurch dachte ich immer wieder, “was erzählen die uns eigentlich für einen Blödsinn?”. Wir wurden weder zusammengeschlagen noch durch die Straßen Moskaus gejagt. Da die Dating-App mir nach Landung in Moskau die Warnung angezeigt hatte, dass ich nun in einem homophoben Land sei und den Kontakt zu Einheimischen aus Gründen der eigenen Sicherheit unbedingt vermeiden sollte, löschte ich die App. Sie hatte ohnehin ihren Zweck erfüllt. Ich rate bei einem Besuch in Russland übrigens dringend zu Kontakt mit Einheimischen. 

Ja, es wird in Deutschland über Russland unglaublich viel Unsinn erzählt. Mit dieser Erkenntnis war das Thema für meinen Blog gefunden. Ich schrieb einen Blogbeitrag über mein Wochenende in Moskau und plötzlich stiegen die Zugriffszahlen rasant an. Es schien in Deutschland ein dringendes Bedürfnis nach authentischen, verlässlichen Berichten aus und über Russland zu geben. Das war’s! Da war sie, die große Aufgabe – Aufklärung. Damit einher ging die Erkenntnis, Deutschland lebt unter einer Propaganda-Glocke. 

Natürlich war mir auch schon vorher klar, dass im deutschen Journalismus nicht alles rund läuft. Die Finanzkrise von 2009 und die damit verbundene “Faule-Griechen-Kampagne” in den deutschen Medien ist nur eins von ganz vielen Beispielen, wie der journalistische Anspruch Aufklärung und Vermittlung von komplexen Zusammenhängen zugunsten einer ideologisch einseitigen, witschaftspolitischen Botschaft über die ganze Breite des journalistischen Spektrums hinweg aufgegeben wurde. Aber über das Ausmaß der Desinformation über Russland war ich dann doch überrascht und bin es auch heute immer noch und immer wieder. Über das größte europäische Land gibt es in deutschen Medien faktisch keine zuverlässigen Berichte. 

Dysfunktionaler Journalismus …

Gerade anhand der Berichterstattung über Russland lässt sich zeigen wie unglaublich schlecht der deutsche Journalismus ist. Er ist weder unabhängig noch frei. Er ist ideologisch eingebettet, unterdrückt aktiv und autoritär andere Meinungen und Sichtweisen – ja selbst ganz objektive Informationen. Während den deutschen Mediennutzern Russland als autoritärer Staat dargestellt wird, der mit unserer freiheitlich liberalen Gesellschaft in einer Systemkonkurrenz steht, zeigt sich an ganz konkreten Maßnahmen, dass die tatsächlichen Verhältnisse umgekehrt sind. Russland kam wesentlich freiheitlicher und mit weit weniger einschneidenden Maßnahmen durch die Corona-Pandemie. Es gibt in Russland Referenden auf föderaler Ebene, während sie bei uns nicht vorgesehen sind. Auf eben dieser föderalen Ebene kann jeder wahlberechtigte Russe zwei Verfassungsorgane wählen, der deutsche nur eins: die Zusammensetzung des Bundestages. In Russland wird die Zusammensetzung der Duma und der Präsident gewählt. Russland gibt auch keine Souveränität an transnationale, wenig demokratisch fundierte Organisationen wie die EU ab.  Russland verfügt, und das mag viele erstaunen, weil in unseren Medien das Gegenteil behauptet wird, über eine deutlich vielfältigere Presselandschaft in der viel kontroverser diskutiert wird, während in Deutschland der Korridor des Sagbaren unglaublich eng gehalten ist. Eine diskriminierende Zweiteilung in “Qualitätsmedien” und nicht zitierfähige alternative Medien gibt es in Russland nicht. 

Dass all diese Tatsachen manch einem irritierend vorkommen werden, weil sie mit dem medial Antrainierten kollidieren, sagt etwas über den deutschen Journalismus. Deutschland leistet sich einen Journalismus, der einer Demokratie absolut unwürdig ist. Er ist völlig dysfunktional im Hinblick auf seine aufklärende Aufgabe. Wer sich ausschließlich aus dem Mainstream informiert, wird zwangsläufig zum reaktionären Deppen. 

… schafft dysfunktionaler Weltbilder

Weil das aber so ist, deswegen sind politische Positionen, die ihren Ursprung in den Informationen des deutschen Qualitätsjournalismus haben, oftmals so völlig weltfremd, verschroben und wirken kindlich naiv. Außerhalb Deutschlands macht man sich damit lächerlich.

Wer sich aus Tagesschau, Süddeutsche und Spiegel informiert, hat ein völlig verzerrtes Bild von der Welt und auch ein völlig verzerrtes Bild von Deutschland und Deutschlands Stellung in der Welt. Bei uns wird nicht berichtet, wie es ist, sondern wie es sein sollte. Es wird agitiert und weggelassen, was nicht in Bild passt. Es geht viel um Haltung und moralischen Gestus aber nicht um Information. Deutscher Journalismus ist Propaganda und geistige Mobilmachung.  

Immer mehr ahnen, dass etwas nicht stimmt in der deutschen Medienlandschaft. Immer öfter und immer deutlicher wird offensichtlich, dass zwischen medialer Darstellung und individuell erlebter Realität ein Spalt klafft. Dieser Spalt hat seine Ursache darin, dass der deutsche Journalismus seine Aufgabe nicht mehr in der Recherche und Verbreitung von Information sieht, die dann der Meinungsbildung dient, sondern in der Erziehung der Leserschaft. 

In der Corona-Pandemie wurde das für jene besonders deutlich, die nicht mit den Maßnahmen vollumfänglich einverstanden waren. Kritik und kritisches Hinterfragen seitens der großen Medien fiel vollkommen aus. Im Gegenteil wurde jegliche Kritik journalistisch aktiv diffamiert. Die Corona-Pandemie war für Deutschland ein journalistischer Tiefpunkt, zumal sich Journalisten für Zensur und Einschränkung der Pressefreiheit stark machten. 

Das ist so in aller Kürze umrissen mein Thema. Russland, Medien, Propaganda, Aufklärung und Verständigung hin zum Frieden. Darüber und dafür schreibe ich. Darüber schreibe ich jetzt auch auf der Seite der neulandrebellen als Neulandrebell.

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niki
niki
5 Monate zuvor

Besonders seit der Coronakrise fällt einen immer auf, das der deutsche „Qualitätsjournalismus“ eigentlich eine einzige Propagandamaschinerie ist.
Russland gegen Gays ist nur ein Punkt von ganz vielen um unseren Nachbarn im Osten zu diskreditieren. Überall wird gestichelt, übertrieben und schlicht gelogen!
Einiges bleibt natürlich in der deutschen Bevölkerung hängen… So treffe ich auf immer mehr Vorurteile gegen das Land! Und dieser Putin… Der scheint ja alles zu persönlich einzufädeln… Meine Antwort ist immer da drauf: Dieser Tausendsassa!!!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
5 Monate zuvor

Und dieser Putin… Der scheint ja alles zu persönlich einzufädeln…

Dieser Putin…..schläft nie…..und nachts schreibt er für RT. 😉

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  niki
5 Monate zuvor

Putin… Der scheint ja alles zu persönlich einzufädeln… Meine Antwort ist immer da drauf: Dieser Tausendsassa!!!

Putin ist der einzige Gegner, den Chuck Norris fürchtet!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

@Wütender Bürger

Putin ist der einzige Gegner, den Chuck Norris fürchtet!

Und die ultimative Geheimwaffe der USA hat die Seite gewechselt:

https://www.youtube.com/watch?v=aYpOIQUVT7U

https://www.youtube.com/watch?v=sytuv0Tr5x0

Last edited 5 Monate zuvor by Robbespiere
Brian
Brian
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Der war richtig gut.
V.a., wenn man alle Chuck Norris-Witze kennt.

Brian
Brian
Reply to  niki
5 Monate zuvor

Niki, ich liebe deine Kommentare.
U.a. deswegen, weil Du nicht nur immer mal wieder sehr witzige Bemerkungen bringst,
sondern auch wegen deiner oftmals ‚heiligen‘ Wut, die mir persönlich nicht ganz fremd ist…

Jau
Jau
5 Monate zuvor

Большое спасибо.
______________
Mit Grüßen von einer Wanderung Richtung Seealpsee, Kanton Appenzell Innerrhoden.

08-02-22n.jpg
Brian
Brian
Reply to  Jau
5 Monate zuvor

Wie gemein ! (Ich weiß, ich wiederhole mich)
Da wäre ich jetzt auch gerne.
Aber innere Hoden klingt irgendwie krankhaft…

Jau
Jau
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Ja, stimmt, lieber Brian, klingt für unsere Ohren sehr najanuja.
Es gibt außerdem den Kanton Appenzell Ausserrhoden; Kürzel AR; im örtlichen Schweizerdeutsch Appezell Osserode, französisch Appenzell Rhodes-Extérieures, italienisch Appenzello Esterno, rätoromanisch Appenzell Dadora.

Zur Wortgeschichte, dem www entnommen:
Das Wort Rhode (die Schreibung mit «h» ist pseudohistorisch; vgl. etwa «Rätien» gegenüber «Rhätische Bahn») hat seinen Ursprung im lateinischenrota beziehungsweise romanischroda «Rad, Rolle, Reihenfolge, Runde, Turnus». Damit wurden verbreitet in der Ostschweiz, in Österreich und in Bayern Kehrordnungen bezeichnet, nach denen die Ämter zu bestellen waren und die Mitglieder von Genossenschaften und Korporationen vielfältige Arbeiten im Allmend-, Alp- und Transportwesen zu erledigen hatten. Noch heute ist diese Bedeutung in Ostschweizer Mundarten lebendig, so heisst es etwa da und dort uf d Rood gòò, a der Rood sy «mit einer Arbeit an der Reihe sein». Auch das Bündnerromanische kennt roda, rouda in dieser Bedeutung.

Ich hänge noch ein Foto an, an dieser Stelle bin ich umgekehrt, denn der Übergang „Weg“ zu Abhang schien mir dann doch zu gefährlich.

08-02-22m.jpg
Brian
Brian
Reply to  Jau
5 Monate zuvor

Dankeschön !

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

@Brian

Aber das „H“ in Innerrhoden ist immer noch verdächtig.
Vielleicht hats ja doch was mit dem zu tun, was du vermutet hast:

https://www.20min.ch/story/hodenbaden-eine-retrospektive-161205538865

Als ich das vor Jahren zufällig las, lag ich vor Lachen auf dem Boden, bei der Vorstellung wie die Prozedur in der Praxis aussehen könnte. 🙂

Brian
Brian
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Aua…
Die hätten ja auch direkt zwei Ziegelsteine nehmen können, das würde nicht so
viel Zeit in Anspruch nehmen. Quasi kurz und schmerzvoll.
Wenn ich jetzt so darüber sinniere, das wäre doch mal eine angemessene Konsequenz für Schwab und Konsorten…träum…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

@Brian

Wenn ich jetzt so darüber sinniere, das wäre doch mal eine angemessene Konsequenz für Schwab und Konsorten…träum…

Da würde das sicher Sinn machen, denn „zu heiß gebadet“ haben die Typen offensichtlich schon.

Nachtrag:

Das wäre doch ein Leckerbissen für das Privat TV mit einer Fernsehshow.

„Genital Daneben“ mit Hugo Egon Balder. 😀

Last edited 5 Monate zuvor by Robbespiere
Roberto J. De Lapuente
Admin
5 Monate zuvor

Ein ausgezeichneter Einstandstext, Kollege!

Christa Meist
5 Monate zuvor

Unter deinen ersten 5 Lesern war ich sicher nicht, aber einige Jahre sind es schon, dass ich deine Eindrücke vom realen Leben in Russland verfolge. Schön, dass du dich hier eingefunden hast!

niki
niki
5 Monate zuvor

Btw: Wenn ich mir SPON, Tagesschau und ähnliches antue, die tun so als befänden wir uns bereits im Krieg mit Russland…

Last edited 5 Monate zuvor by niki
Stefan Becker
Stefan Becker
5 Monate zuvor

„Es wird agitiert und weggelassen, was nicht in Bild passt.“ Das sagt eigentlich alles über dich und alles über den deutschen Journalismus aus. Du bist für mich eine nicht mehr wegzudenkende Instanz für kritischen Journalismus im Sinne der NachDenkSeiten geworden. Du passt aber eben auch ganz kongenial zu den Neulandrebellen. Viel Erfolg und auch viel Spaß mit Roberto und Tom 😉👍

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Stefan Becker
5 Monate zuvor

Jetzt haben wir endlich mal jemanden mit Sachverstand bei uns 😉

Stefan Becker
Stefan Becker
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

🤣 👍 … das wurde aber auch aller höchste Zeit … 😉
es kam zusammen, was zusammen gehört

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Stefan Becker
5 Monate zuvor

Ja, so sehe ich das auch!
Das, was die deutschen Qualitätsmedien uns über andere Länder erzählen ist vielfach eben propagandistischer Bullshit! In meiner aktiven Zeit als Busfahrerin bei den Wiesbadener Verkehrsbetrieben habe ich Kollegen aus fast allen Teilen der Welt kennengelernt, die haben mein Spektrum gewaltig erweitert. Ausserdem lebe ich ja auch noch teilweise in Frankreich, dort gibt es auch noch eine vielfältigere Berichterstattung als hier! Uns wird immer noch vermittelt, wir seien die Übermenschen, alle anderen faul, korrupt und undemokratisch.
Meine Infos hole ich mir fast nur noch von RT Und SNA, ich schätze auch die Sendungen auf NuoViso mit Thomas Röper, der aus Russland berichtet. Wenn ich russisch könnte…würde ich wohl auch dahin auswandern wollen…

Stefan Becker
Stefan Becker
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Liebe ChrissieR ,

mir erging es ähnlich wie Dir. Ich habe ca. 2002/3 für mich entschlossen den Fernseher nahezu komplett aus zu lassen. Meine Infoquellen sind NDS, RT, JW, Fefe, Bildblog etc. geworden. Natürlich helfen mir auch die Kommentare zum Zeitgeschehen von Roberto und Tom mich medial über Wasser zu halten 😉 Gert Ewen gehört seit geraumer Zeit eben auch dazu…

ebertus
Reply to  Stefan Becker
5 Monate zuvor

Fefe scheint mir bei Corinna auf die Systemspur abgebogen zu sein. Naja, vielleicht fängt er sich wieder …

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Meine Infos hole ich mir fast nur noch von RT Und SNA, ich schätze auch die Sendungen auf NuoViso mit Thomas Röper, der aus Russland berichtet.

Nuo Viso ist die verbale Aufarbeitung von Tomas Röpers Blog Anti-Spiegel.
Persönlich interessant finde ich auch noch den Newsblog von Norbert Häring, Fairtalk, Preradovic, Gunnar Kaiser, B & B oder Club der klaren Worte.

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

@Robbespiere

Ganz genau die, die Du anführst zieh ich mir auch oft rein..die Achse des Guten bringt auch oft interessante Dinge, apolut, Verbinde die Punkte, …gibt noch viel mehr….

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

gibt noch viel mehr….

Ich weiß, aber irgendwann derht man ab vor Reizüberflutung und dem frustrierenden Abgleich mit der medialen Realität..

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Russisch lernen (und polnisch; und vielleicht auch noch ein paar andere Sprachen) steht auch noch auf meiner Agenda…

Das, was die deutschen Qualitätsmedien uns über andere Länder erzählen ist vielfach eben propagandistischer Bullshit! 

 Uns wird immer noch vermittelt, wir seien die Übermenschen, alle anderen faul, korrupt und undemokratisch

Jö, einer der Gründe (neben vielen anderen), warum ich mich in dieser Gesellschaft so fehl am Platz fühle. Meine eigene Wahrnehmung ( der ich völlig
vertraue) vermittelt mir häufig ein so anderes Bild von vielen Dingen, als dies von anderen dargestellt wird.

Frollein Renitent
Frollein Renitent
5 Monate zuvor

Oh ja, einen Dima kannte ich auch mal. Schwul war er allerdings nicht. Aber aus Rußland. Von wo genau er stammte, weiß ich nicht. Wahrscheinlich aber nicht aus Moskau.

Zwischendurch dachte ich immer wieder, “was erzählen die uns eigentlich für einen Blödsinn?”.

Jo mei, Deutschland ist hochgradig faschistoid. Das allerdings schon seit mindestens 500 Jahren. Wo hat man denn mit inbrünstiger Leidenschaft Hundertausende Frauen und ihre Kinder als „Hexen“ bei lebendigem Leibe auf den Scheiterhaufen verbrannt? In Deutschland! Propiert hat man diesen Frauenmord in anderen Ländern auch. Ist allerdings damit gescheitert, weil in anderen Ländern der Frauenhaß längst nicht so ausgeprägt war und ist wie hier in Deutschland. Man mußte dann andernorts schnellstens wieder zurückrudern.

Wer sich ausschließlich aus dem Mainstream informiert, wird zwangsläufig zum reaktionären Deppen.

Exakt! Besser kann man’s nicht ausdrücken!

Mit der Behauptung „Sagen, was ist“ hat ein Mainstream-Medium ja schon damals versucht, sich aus dem Fall Relotius herauszuwinden. Dabei war er ein atemberaubend guter Märchenerzähler, dieser Relotius. Das meine ich übrigens ganz ernst. Und was ist daraus geworden? Sagen, was die Bildzeitung sagt. Nur die Fotos sind besser.

In der Corona-Pandemie wurde das für jene besonders deutlich, die nicht mit den Maßnahmen vollumfänglich einverstanden waren. Kritik und kritisches Hinterfragen seitens der großen Medien fiel vollkommen aus. Im Gegenteil wurde jegliche Kritik journalistisch aktiv diffamiert. Die Corona-Pandemie war für Deutschland ein journalistischer Tiefpunkt, zumal sich Journalisten für Zensur und Einschränkung der Pressefreiheit stark machten.

Die Vergangenheitsform verstehe ich nicht. Es ist doch bis zum heutigen Tage so.

Oder habe ich was übersehen? Hat sich SPON etwa durch „Kritik“ oder „kritisches Hinterfragen“ hervorgetan? Ich wüßte keinen solchen Fall.

„Erziehung der Leserschaft“. Ganz genau! Es ist eine bodenlose Unverschämtheit und zeugt von nichts anderem als Größenwahn, Erwachsene erziehen zu wollen. Wer sowas macht, sollte erstmal bei sich selbst anfangen.

Stefan Becker
Stefan Becker
Reply to  Frollein Renitent
5 Monate zuvor

Von „Bildzeitung“ zu sprechen ist nun aber zu viel des Guten 😉

Last edited 5 Monate zuvor by Stefan Becker
Frollein Renitent
Frollein Renitent
Reply to  Stefan Becker
5 Monate zuvor

Okay, einverstanden. Wir streichen die „Zeitung“ und lassen den Rest einstweilen übrig. Auch wenn der Rest schon immer einfältig schwarz-weiß war und ist.

Stefan Becker
Stefan Becker
Reply to  Frollein Renitent
5 Monate zuvor

🙏

marie
marie
5 Monate zuvor

eine freude und bereicherung!!!

und schon bist du als experte gefragt:

ich zweifle immer mehr daran, dass es eine eigenständige deutsche politik- und medienlandschaft gibt. war das im preis der „wiederveinigung“ mit drin, dass die amis in deutschland stationiert bleiben?

redet man in rußland noch über gorbatschow? und was denkst du?

hier zwei links – ein alter und ein neuer:

Snowden-Asyl: USA sollen Deutschland gedroht haben – DER SPIEGEL

Angesichts Lage um Nord Stream 2: Sacharowa bezeichnet Deutschland als amerikanische Besatzungszone — RT DE

Brian
Brian
5 Monate zuvor

Sehr guter Text, dem ich fast vollumfänglich zustimme.
Vielleicht den Wermuts-(oder Mehrwuts ?)Tropfen am Anfang : gleich dreimal die
Cocolores-Pandemie (welche Pandemie ? Die Test-Pandemie ? Die Selbstdarstellungs-
Pandemie ? Die Pandemie des gesteigerten Wahnsinns ?) zu benennen, finde ich persönlich grenzwertig. Da entsteht bei mir immer der Eindruck, als ob es in den letzten
2 Jahren wirklich ein solches Ereignis gegeben hätte, das diesen Namen verdient und nur die ‚Maßnahmen‘ nicht ganz so tofte gewesen wären. Ich verzichte darauf, die ganzen Argumente aufzuführen, warum dem nicht so war, denn die sind hinlänglich bekannt. Insofern halt auch ein bißchen seltsam, da sich der Artikel ja viel um Propaganda dreht.
Aber ansonsten ein – gerade auch in seinen Formulierungen – guter Artikel. Diese im einzelnen zu benennen, ist überflüssig. Da könnte ich fast den ganzen Text kopieren.
Vielleicht stellvertretend :

 Deutschland leistet sich einen Journalismus, der einer Demokratie absolut unwürdig ist. Er ist völlig dysfunktional im Hinblick auf seine aufklärende Aufgabe

Jep. Aber irgendwie war das auch eine schleichende Entwicklung. Ich habe früher regelmäßig den Spiegel oder die Zeit gelesen und auch diverse Nachrichtensendungen
geschaut. Es gab sie früher, die guten, kritischen Formate (nur ein Beispiel : Monitor zu
Zeiten von Klaus Bednarz; nicht aktuell mit den so unsäglichen ‚Haltungsjournalisten‘).
Mittlerweile ? Ich bin fast nur noch auf ‚alternativen‘ Seiten unterwegs.
Wie würde ich von den MSM wohl beschrieben werden ? ‚Er radikalisiert sich, hängt VM
nach, psychisch auffällig, usw.‘.
Deinem Intro folgend : warum schreibe ich Kommentare ? Weil es in meinem gesamten Umfeld (das zugegebenermaßen nicht besonders groß ist) fast keinen Menschen gibt,
der mir diesbezüglich ernsthaft zuhören würde und ich manches trotzdem manchmal
rausschreien muss.
Und als Letztes : Willkommen, neuer Landrebell ! Auch wenn Du dich auf das ein oder andere Widerwort gefasst machen musst 😉

ebertus
5 Monate zuvor

Die Analysen von Gert-Ewen Ungar durften wir mit seiner freundlichen Genehmigung bereits 2015 bei dem mittlerweile archivierten Termitenblog veröffentlichen.

Heute habe ich den Gert bei GETTR gefunden, mich gleich mal als erster Follower angehängt.

Last edited 5 Monate zuvor by ebertus