Grau-bunter Bundestag

Wird unser Parlament eigentlich bunter, weil dort jetzt mehr Frauen, Homosexuelle und zwei Transfrauen sitzen? Wie viele Arbeiterinnen oder Arbeiter haben eigentlich ein Mandat inne?

Neulich gaben sich die Qualitätsmedien zufrieden: Denn endlich haben es zwei Transmenschen in den Bundestag geschafft. In zahlreichen Artikeln widmete man sich diesem Umstand, und die Texte suggerierten, dass das der ganz große Wurf dieser Amtsperiode sein wird. Schon im Vorfeld der Wahl hatten einige Medien davon berichtet, dass die große Stunde für die Transsexualität schlagen könnte, weil etwaige Transmenschen mutig kandidieren würden. Das klang stets so, als sei Transsexualität an sich schon ein Wahlprogramm. Mehr müsse man im Grunde gar nicht anbieten für die Wählerinnen und Wähler (m/w/d).

Einige Wochen später stand dann schon Streit ins Hohe Haus, weil einige Feministinnen via Emma an einem ganz großen Ding dran waren, an einem regelrechten Skandal nämlich: Demnach hätten die Grünen mit Tessa Ganserer einen Quotenplatz mit einer Transfrau belegt. Eigentlich sei der aber ja einer biologischen Frau vorbestimmt. Prompt debattierte ganz Wokistan, ob der Steinzeitfeminismus der Alice Schwarzer noch ein akzeptabler Feminismus für heute sei, wenn er Transmenschen nicht berücksichtigen wolle. Kurz und gut: Es ging bei der Diskussion im Wesentlichen um Geschlechtliches und um Pöstchen – um politisches Geschick oder gar politische Inhalte des Menschen Ganserer ging es in der Auseinandersetzung überhaupt nicht.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Daniel D.Dietze
9 Monate zuvor

Wir könnten ohne Quote, ohne sinnlose Diskussionen und vor allem ohne Wahlen Parlamente bilden, die die Bürger wirklich repräsentieren und ihre Interessen vertreten. Die Mehrheit der Bundesbürger sind ja schließlich keine Juristen und der Bundestag ist nicht der Juristenverband.
Der Zufall erzeugt eine ideale Verteilung der Sitze, was Alter, Geschlecht, Beruf, Hautfarbe, Glaubensbekenntnis, Kontostand, sexuelle Orientierung, und und und betrifft. Das Los löst alle diese Ungleichgewichte in Luft auf und erspart uns dieses inhaltsleere Gepose im Vorfeld der Wahlen. Losen statt posen.

Marisal
Marisal
Reply to  Daniel D.Dietze
9 Monate zuvor

vor allem ohne Wahlen Parlamente bilden

Und wer dann ins Parlament kommt, bestimmst du? ☺️

Brian
Brian
Reply to  Marisal
9 Monate zuvor

Suckie, wann wirst Du dir eigentlich mal über deine eigene Identität klar ?
Das Pseudonym Lisa-Marie (wenn auch etwas verfremdet) zeigt mal wieder sehr deutlich, wie orientierungslos (und dir selbst entfremdet) Du bist.
Eine Runde Mitleid…

Brian
Brian
Reply to  Daniel D.Dietze
9 Monate zuvor

Wäre schön.
Stattdessen haben wir Looser & Poser.

Rudi K
Rudi K
9 Monate zuvor

Die Tatsache, daß der Bundestag in seiner Zusammensetzung nicht die Bevölkerung repräsentiert ist ja nicht neu. Im letzten Jahrhundert gab es den Spruch für den Lebenslauf eines Abgeordneten „Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal“. SIcher trifft der Kreißsaal für fast alle Menschen zu aber im Hörsaal findet man schon wesentlich weniger Menschen. In dieser Zeit hatte deutlich weniger als 50% eines Jahrganges Abitur und durfte daher studieren. Allerdings waren nach „Berufsgruppen“ Beamte und Gewerkschaftler überrepräsentiert.

ChrissieR
ChrissieR
9 Monate zuvor

Guude!

Mal abgesehen davon, dass ich nur teilweise für ein politisches Amt qualifiziert wäre – ich habe zwar ein erstes Lehramtsstaatsexamen jedoch kein abgeschlossenes Referendariat -so disqualifiziert mich wohl definitiv mein sonstiges Arbeitsleben als Linienbusfahrerin, immerhin mit nicht gefaktem Führerschein CE und DE .Hätte ich mir den auf dem Polenmarkt gekauft wär ja vielleicht noch was drin mit Karriere im Bundestag…
Aber auf keinen Fall möchte ich auf Grund meiner Transidentität in selbigen gewählt werden!
Im Ernst: Mich, als selbst Betroffene hat dieser Gendertrallala-Hype schon immer angewidert! Ich fühle mich und lebe als ganz normale Frau, kein Drag-Queen Fummel und Federboa-Gedöns und der CSD ist mir so egal wie die Fussball EM!
Soll jeder leben, wie er will – aber Quoten und ständiges Darstellen anderer Lebenskonzepte, das geht mir auf die nicht mehr vorhandenen Eier!
In jeder Vorabend-Schnulze kommen jetzt schwule Farbige vor, dann sag ich immer : Gugg mol, schunn widder en Quote-Neger!
mir wäre das Geschlechter oder Hautfarben -Verhältnis im Bundestag vollkommen egal, Hauptsache sie machen eine gute Politik für alle Bewohner diese Landes !

Rudi K
Rudi K
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

In jeder Vorabend-Schnulze kommen jetzt schwule Farbige vor, dann sag ich immer : Gugg mol, schunn widder en Quote-Neger!

Meinst du etwa „Gute Seife Schlechte Seife“?

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rudi K
9 Monate zuvor

Ein befreundetes Elternpaar berichtete mir, dass sich ihre Kinder vor einiger Zeit heftig gestritten haben, weil die ältestere Tochter (19) sich über die Serie „Batwoman“ aufgeregt hat, weil darin wohl fast alle Frauen inklusive der Protagonistin und ihrer Gegnerinnen(!) mittlerweile lesbisch sind und Hetero-Beziehungen fast gar nicht mehr vorkommen.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Wütender Bürger
9 Monate zuvor

Auch Bond James Bond soll ja seine „toxische Männlichkeit“ verloren haben. 😀

niki
niki
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

mir wäre das Geschlechter oder Hautfarben -Verhältnis im Bundestag vollkommen egal, Hauptsache sie machen eine gute Politik für alle Bewohner diese Landes !

Das ist der springende Punkt und stimme vorbehaltlos zu…

Meinetwegen könnte es ein trisexuelles außerirdisches Krabbenwesen sein, welches im Bundestag sitzt… Solange dieses gute Politik macht, wäre mir das sehr recht und würde es ich dann auch wählen!

Mir ist allgemein Sexualität, Hautfarbe, Geschlecht u.ä. eines Menschen vollkommen schnuppe…
Mich nervt diese Identitätspolitik so etwas von! Noch mehr nerven tut es mich wenn diese Menschen ihre Identität nutzen wollen um einen eigenen Vorteil für sich zu generieren! „Ich bin aber xyz, also bin ich was besonders….“… —> Antwort von mir: „Nein bist du verdammt noch eins nicht! PUNKT! Du bist ein Mensch wie jeder andere… Einzig alleine deine Taten zählen! Und mit diesen dummen Gelaber diskreditierst du dich selbst….“

Brian
Brian
Reply to  niki
9 Monate zuvor

 Solange dieses gute Politik macht, wäre mir das sehr recht und würde es ich dann auch wählen!

Ich merke immer mehr, daß ich in einem anderen System, das sich von unserem jetzigen fundamental unterscheiden müsste (das aktuelle ist meiner
Ansicht nach nicht mehr reparier- oder reformierbar; es ist in meinen Augen einfach nur noch kaputt), auch bereit wäre, mich deutlich mehr politisch bzw.
gemeinschaftlich zu engagieren. Das setzt allerdings auch den Willen aller voraus, sich gegenseitig mit Respekt und auf Augenhöhe zu begegnen und den
Wunsch nach wirklichem und authentischem Gemeinschaftssinn (und die
Individualität trotzdem erhalten bleibt).
Da sehe ich dann doch noch gewisse Schwierigkeiten…

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  niki
9 Monate zuvor

Meinetwegen könnte es ein trisexuelles außerirdisches Krabbenwesen sein, welches im Bundestag sitzt… Solange dieses gute Politik macht, wäre mir das sehr recht und würde es ich dann auch wählen!

Dem würde ich sofort meine Stimme geben, in der Hoffnung, dass es die richtigen Leute im Bundestag auffrisst!

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Wütender Bürger
9 Monate zuvor

Du willst unschuldige Außerirdische vergiften?

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Schwitzig
9 Monate zuvor

Außerirdische, die es bis in den Bundestag schaffen, sind gegen jedes Gift immun.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  niki
9 Monate zuvor

Das Problem in der gesellschaftlichen Debatte sind nicht die Menschen, die in kein althergebrachtes Schema passen, sondern diejenigen, die sich mit ihnen quasi schmücken wollen: „Schaut her: hier ist ein Schwuler in meinem Kabinett!“

Na und???

Wer mit wem Tisch und Bett teilt, ist völlig uninteressant und entscheidet nicht über die berufliche Qualifizierung. Wenn Fußballspieler das Gefühl haben, sich „outen“ zu *müssen*, liegt das Problem nicht bei ihnen, sondern in der Gesellschaft, die von ihnen erwartet, ihre sexuellen Präferenzen offenzulegen.

Rudi K
Rudi K
Reply to  niki
9 Monate zuvor

Aber nur, wenn ich Rührei mit Krabben weiterhin essen darf. 😀

Daniel D. Dietze
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

„Mal abgesehen davon, dass ich nur teilweise für ein politisches Amt qualifiziert wäre […]“

Man wächst mit seinen Aufgaben! 😉

Clarisse
Clarisse
Reply to  Daniel D. Dietze
9 Monate zuvor

Jawohl, wie sagte doch ein großer deutscher Politiker so schön : Wichtig ist was hinten rauskommt ! 😉

Daniel D. Dietze
Reply to  Clarisse
9 Monate zuvor

Gutes Beispiel! Der schien auf jeden Fall mit seinen Aufgaben gewachsen zu sein. Oder mit dem Füllstand der ominösen Schwarzkonten. Aber da müsste man Schäuble nochmal fragen.

Lamperl
Lamperl
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

Chrissie du bist einfach der Knaller. Ich darfs ja nicht sagen, weil ich keiner Minderheit angehöre… aber ich muss echt lachen in letzter Zeit – Werbung mit Familien schwarzer Hautfarbe (darf man das so sagen?), wer ist denn da die Zielgruppe? In jedem Krimi hat die Ehefrau des Opfers eine Geliebte, und die Kommisarin ist jetzt türkischstämmig. Noch öder als früher mit diesen rauchenden saufenden Herren.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Lamperl
9 Monate zuvor

Noch öder als früher mit diesen rauchenden saufenden Herren.

Schimanski?

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

Mal abgesehen davon, dass ich nur teilweise für ein politisches Amt qualifiziert wäre

Damit wärst du im Bundestag in sehr guter Gesellschaft, und wahrscheinlich sogar überqualifiziert!

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Roberto J. De Lapuente
9 Monate zuvor

..ich war ja nie weg… ich geb halt nur net zu allen Themen hier meinen Senf dazu… ich lese hier jeden Tag und zieh mir oft die Podcasts vor dem Einschlafen über Kopfhörer rein..
Ein Tag ohne Neulandrebellen existiert bei mir eigentlich nicht.
Meine Morgenlektüre besteht aus Nachdenkseiten, Neulandrebellen, diverse Telegram-Kanäle, bei NuoViso mal reinschauen, den Feindsender abhören (RT und SNA)…dann hat der Tag Struktur, wie der Pispers sagt…

Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

Hast du gesagt, unsere Podcasts sind zum Einschlafen? 😀

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Roberto De Lapuente
9 Monate zuvor

Roberto!!!!!!!

Ichi
Ichi
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

Gäbs auch nur ’n birtken Gerechtigkeit aufe Welt würde man dich jetzt sofort an Arsch und Kragen packen und ins Kanzleramt kleben. Man wird noch träumen dürfen…

Ichi
Ichi
9 Monate zuvor

So, hab das grad fertig gelese, hat länger gedauert als gedacht Wein und so. Lecker. Sehr geiler Artikel, ABER, der Bart von Herrn L. is noch viel besser! Als Bartmann kann ich das beurteilen. Kommt gut der Hobel. Da können sich die ganzen kahl lippigen ma ne Scheibe von ab fiddeln. So schnauze voll der wein wird schlecht. Frohes Weihnachten eich allen!

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