Ein Leben ohne Facebook ist möglich – und ratsam

Schade, für einen kurzen Moment habe ich gehofft, dass Facebook endgültig hinüber ist. Denn das wäre der Beginn einer besseren Welt gewesen. Die kann es nur ohne Netzwerke geben.

So richtig mitbekommen habe ich Facebooks Abwesenheit erst, als sie fast schon wieder vorüber war. Aufmerksam darauf wurde ich bei Twitter. Da versammelten sich zu dem Zeitpunkt alle, die auf Entzug waren. Viele sorgten sich um ihre Daten. Würden die noch da sein, wenn das Netzwerk wieder online geht? Greift sie vielleicht jemand vorher ab? Diese Sorge ist ihnen vermutlich in den Sinn gekommen, als sie in der Kontrollreihe ihres Lieblingsrestaurants standen, schon mal ihre Impfdaten zwecks Prüfung herauskramten. Datenschutz ist ja schließlich eine wichtige Angelegenheit – und es müssen nicht alle alles über einen wissen.

Für viele Menschen war das ein Einbruch, noch Tage später wollten sie genau wissen, was da schieflief. Journalisten salbaderten, dass man daran gesehen habe, wieviel Macht Facebook bereits besitze. Wobei nicht ganz klar wurde, welche Macht soll da dokumentiert worden sein? Die Macht Milliarden Menschen in die Sinnkrise zu stürzen, wenn man offline ist? Die Macht der Sinnstifter einer Generation zu sein, der es sonst an intermediären Systemen mangelt. Diese Macht wäre dem Konzern jederzeit abzuluchsen. Man muss es nur wollen. Was heißt: Man muss es nur nicht mehr wollen – nämlich bei Facebook seinen Tag zu verbringen, per App dauernd mit dem Netzwerk verbunden zu sein, ständig von dort Rückmeldungen einzuholen.

Gegen Fake News: Nur eine plumpe Abwandlung des ersten Gebotes

Neulich war ich in einer Buchhandlung. Der erste Gang in so einem Laden ist bei mir immer der zu den zeitgenössischen Sachbüchern. Die waren auf einem Tisch angeordnet. Die Hälfte davon handelte von Corona. Wobei auch zwei, drei kritischere Werke darunter zu finden waren. Etwa was von Sucharit Bhakdi und Paul Schreyer. Dazu gab es das Neueste vom Nationalsozialismus, eine Anthologie über das ausschweifende Leben in den Zwanzigern – und etwa ein Viertel der präsentierten Druckerzeugnisse handelte von sozialen Netzwerken und Digitalisierung. Dass Facebook und Konsorten schlecht für die Demokratie seien, konnte man schon auf etlichen Covern erahnen. Vor allem, weil es dort vor Fake News und Falschinformationen nur so wimmele, las man auf den Buchrücken.

Das ist seit mittlerweile Jahren die gängige Kritik der tonangebenden Eliten aus Politik und Presse gegen die Facebookisierung unseres Alltages. Es geht um Fake News – wenn man die irgendwie verbieten, unterdrücken oder abstellen könnte, dann wäre Facebook keine Gefahr mehr für die Demokratie. Dann könnte die Machteliten damit leben, würde dort doch nicht ihre Autorität und ihre Weisheit untergraben.

Dass es dort Falschmeldungen gibt, ist ja klar. Unter anderem verbreiten auch öffentlich-rechtliche Sender oder Ministerien dort Informationen, die nicht immer der Wahrheit entsprechen. Mit Fake News meinen sie aber auch Einträge, die oftmals stark gegen die Ansichten sprechen, die von den genannten Eliten im öffentlichen Raum platziert werden. Bei den verhassten konträren Posts geht es nicht etwa um Wahrheit oder Lüge, sondern darum, dass man keine gegensätzliche Ansicht daneben dulden will. Es geht um die Sauberkeit des vermittelten Weltbildes. Diese Praxis klingt nicht nach sachlichen Umgang mit Argumenten oder gar Wahrheit: Das ist eine plumpe Abwandlung des ersten Gebotes.

Facebook, der Allzermalmer

Facebook ist aber auf so vielen Ebenen mehr ein Gefährder, ein Veröder des Gemeinsinns und des Zusammenlebens, ein Zerstörer und Allzermalmer der Diskussionskultur und ein Gleichschalter dessen, was zu denken und zu fühlen ist, dass es selbst ohne Fake News – aus welchen Kanälen sie auch immer stammen – nicht eben demokratischer würde. Dieses Netzwerk hat tatsächlich Macht, es fernsteuert Menschen und Debatten, gibt ihnen per Algorithmus Prioritäten vor, erzeugt den Irrglauben, dass gesellschaftliches Leben bedeutet, zu jeder Tages- und Nachtzeit kommunizieren zu müssen und suggeriert damit den Irrglaube, auf bequeme Couchkartoffelart ein Kosmopolit zu sein.

Insbesondere Facebook produziert eine Gleichschaltung dessen, was wir denken und fühlen, was wir für wichtig oder unwichtig erachten sollten. Zwar wird dort Individualität und Diversität gefeiert, aber nur in einem sehr beschränkten Kontext. Der Meinungskorridor ist schmal. Cancel Culture hat Konjunktur. Shitstorms sind gewollt, wenn es die trifft, die ihn verdienen. Die Wut auf die Anderen: Das fördert den Zusammenhalt der vermeintlich Guten. Kein Wunder, dass die Politik jeder Tendenz nachspüren möchte, die dieses gewachsene Gefüge aus Biederkeit und Wokeness gefährdet: Denn dieses Facebook ist ein dienliches Instrument, um Bürger gefügig zu machen – oder zu halten. Es prägt das Sozialverhalten und setzt Schwerpunkte. Und es macht es für die Politik einfach, jene Themen aufzugreifen, die vermeintlich die Bürger umtreiben. Selten zuvor war es so leicht, Bürgernähe zu simulieren.

Man muss nur mal beobachten, wie sich die Abläufe in unserer Mediokratie herauskristallisiert haben. Was heute heiß in den Netzwerken diskutiert wird, findet zunächst das Gehör von einigen politischen Nerds, die systematisch das aufgreifen, was dort in den Trends ist. Diese Nerds sondern dann dazu etwas ab – mit einigen Stunden Verzögerung finden solche Themen dann Einzug in die Zeitungen und ins Fernsehen, animieren dann auch schwerere Kaliber aus der Politik zu einem Statement. Die sozialen Medien sind mittlerweile quasi für das Agenda Setting verantwortlich, sie geben vor, was als wichtig zu erachten ist.

Das Facebook, das sie meinen

Dass das mit großem Interesse seitens der Politik zu tun hat, reden sich die User bloß ein: In Wirklichkeit werden sie für blöd verkauft, sie geben den Mandatsträgern lediglich vor, was sie von ihnen gerne hören wollen – und die lassen es dann eben hören. Dass da einer mit politischem Auftrag besonders hellhörig, ein besonderer Kümmerer wäre, trifft nicht zu: Es sind Sprachautomaten, die besonders gut in Aufmerksamkeitsökonomie geschult sind, die sich hier einklinken und Komplimente und Zuspruch fischen.

Das Facebook, das sie meinen, ist ein Ort, wo eine Art Einklang zwischen Big Politics und Big Business simuliert wird, eine inoffizielle Verkündigungsplattform, auf der man möglichst wenig Störfeuer, wenig Zwischenrufe, schon gar keine gänzlich differenten Betrachtungsweisen vorgesetzt bekommen soll. Dort wird der Bürger der Zukunft pädagogisiert und sozialisiert, dort wird er zum medial abgerichteten Followerbürger – der anders als die Bürger Chinas nicht mit striktem Rating zu einem annehmbaren Sozialverhalten getriezt wird, sondern den man dahingehend verfolgungsüberzeugt, bis er das denkt und fühlt, was der Algorithmus ihm regelmäßig vorsetzt und ausgesucht hat. Die Netzwerke errichten demgemäß eine fürsorgliche Belagerung.

Eine bessere Welt ist über solche Netzwerke nicht denkbar. Sie haben es sich in dem ohnehin maroden politischen System eingenistet und sich dort ein systemrelevantes Plätzchen eingerichtet – dabei haben sie das neoliberal zersetzte, politisch korrupte System der Zeit vor den Netzwerken nochmal nach unten gezogen. Sie haben es weiter ausgehöhlt. Weiter neoliberalisiert. Nochmals korrumpiert – und sich zur politischen Größe gemausert. Wenn diese Welt nochmals menschlicher werden soll, dann nicht in Anwesenheit solcher Netzwerke. Denn sie entmenschlichen: Das ist ihre Funktionsweise. Wir müssen uns übrigens die letzten anderthalb Jahre anders vorstellen, hätte es diese Netzwerke nicht gegeben: Darüber demnächst mehr.

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ChrissieR
ChrissieR
26. Oktober 2021 6:13

Guude!

What the f*ck is facebook?

Schwitzig
Schwitzig
26. Oktober 2021 6:41

Na, ich finde ja, dass Gesichtbuch eine Uniformierung der Vielfalt ist. Wo es früher eigene Webseiten gab, gibt es jetzt den immer gleichen Einheitsbrei ohne jede Kreativität.
Das Problem ist auch nicht unbedingt Gesichtbuch, sondern die Schlafschafe, die mehrheitlich Gesichtbuch unterstützen, weil sie annehmen, dass der Service kostenlos ist.
Ist er aber nicht, denn wie könnte dann der Gesichtbuch-Zuckerberg eines der reichsten Wesen auf diesem Planeten geworden sein? Alleine mit Werbung geht das nicht,

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  Schwitzig
26. Oktober 2021 11:30

Jo, habe letzt, leider nur zum Teil, eine Doku über Datenkraken, Privatheit im Internet, Darknet etc. gesehen. Da sagte einer: „Wenn Sie eine kostenlose Seite im Internet nutzen, sind Sie nicht der Kunde, sondern das Produkt.“ Ich dachte ja eben, mich trifft der Schlag, als ich die Überschrift sah. Werde ich hier überwacht? War nämlich direkt vorher, aus Gründen, seit Jahren das erste Mal wieder im Fratzebuch. 🙂 Es war nämlich die einzige Möglichkeit, die mir einfiel, um zwei (öffentliche) Personen zu erreichen, den einen, um ihm Mut zuzusprechen, der anderen, um ihr mein Befremden über eine Aussage im TV… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by Spartacus
kdm
kdm
Reply to  Spartacus
27. Oktober 2021 8:41

Guten Morgen !

Clarisse
Clarisse
26. Oktober 2021 9:58

Schöne Zusammenfassung der gelesenen Buchrücken über Facebook 😉 Fehlt noch das Geheimdienstgelder den Laden unterstützen, im Gegensatz zu Google nicht schon bei der Gründung sondern erst etwas später. Die Frage für den nächsten Artikel ist doch war zuerst FB da oder war es nicht die infantile und bequeme Gesellschaft die durch ihr zu Tode amüsieren FB quasi hervorgebracht hat. Die Vorgänger Compuserve und Aol waren in vielen Hinsichten noch etwas harmloser, aber man konnte gerade bei Aol schon erkennen das es immer weniger um Netzwerken und Meinungsaustausch ging und mehr in Richtung Werbung tendierte, US Amerikaner halt. Ich denke mal… Weiterlesen »

Brian
Brian
Reply to  Clarisse
26. Oktober 2021 19:40

 war zuerst FB da oder war es nicht die infantile und bequeme Gesellschaft die durch ihr zu Tode amüsieren FB quasi hervorgebracht hat. Sehr richtig ! Ich denke auch viel eher, daß das schon seit langem vorherrschende bräsige Bewußtsein der Vielen den Vormarsch dieser ganzen Plattformen (Betonung auf der ersten Silbe) begünstigt hat (by the way : da hat aber auch jemand seinen Neil Postman gelesen; wir haben das Buch damals (in den 80ern !) in der Schule durchgenommen). Mich haben diese Seiten noch nie so ernsthaft interessiert und ich war dementsprechend auch nie dort vertreten, so oft es mir… Weiterlesen »

Clarisse
Clarisse
Reply to  Brian
26. Oktober 2021 20:00

Neil Postman hat 1991 auch noch ein anderes gutes Buch geschrieben : Das Technopol – Die Macht der Technologien und die Entmündigung der Gesellschaft. Er hat damals sehr gut aufgepasst und vorausgesehen was passieren wird wenn wir es uns zu bequem machen.

kdm
kdm
Reply to  Clarisse
27. Oktober 2021 8:42

Compuserve und AOL waren Mailserver!

ChrissieR
ChrissieR
26. Oktober 2021 10:04

Morsche!

Ich wär ja für ne Fusion von Youtube und Fratzenbuch…das Ganze dann „SenfTube“ nennen und wie gewohnt sondert dort jedes Würstchen seinen Senf dazu ab!

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  ChrissieR
27. Oktober 2021 9:14

Moin-moin! Ich wär ja für ne Fusion von Youtube und Fratzenbuch… Rein interessehalber… Warum packst Du YouTube in die gleiche Ecke? Mit FB kann ich nichts und konnte ich noch nie was anfangen. Geht mir mit Twitter etc ganz genau so. Brauche ich nicht. Müsste ich mich zudem auch aktiv mit allem Drum und Dran anmelden. Hab‘ ich keinen Bock drauf. Dass auch auf YT viel Müll zu finden ist, klar. Geschenkt. Deren Praktik alles Unliebsame zu löschen finde ich nicht minder zum Kotzen. Keine Frage! Nur nutze ich YT – ohne daß ich mich dafür dort anmelden muss –… Weiterlesen »

TWASBO
26. Oktober 2021 10:54

Ich kann bestätigen dass ein Leben nach Facebook möglich und sehr viel friedlicher ist. https://oliverdriesen.de/sechs-gruende-warum-sie-facebook-verlassen-sollten/

Gaby
Gaby
Reply to  TWASBO
26. Oktober 2021 15:13

Da setze ich doch mal einen grünen Haken dran, bzw ein Däumchen nach oben.

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
26. Oktober 2021 16:28

Kleines Update. Hab mich vorhin nochmal eingeloggt, weil ich gucken wollte, was nach meinem letzten Auftritt so passiert ist. Und sie machen einem ja immer irgendwelche Vorschläge, um die Interaktion möglichst hochzutreiben. Abgesehen von den endlosen Freundschaftsvorschlägen wurden mir zwei Gruppen angeboten: Eine AFD-Seite und eine von einem SPD-Kreisverband. lol Vielleicht bin ich ja gerade am abdrehen und merks nicht, aber an dem Algorithmus müssen sie wohl noch ein bißchen arbeiten. Diesmal habe ich mich auf einer Seite namens Mann.TV ins Spiel gebracht, auf der sich anscheinend, nicht nur, aber jede Menge reaktionäres Gesindel rumtreibt. Bin auf die Kommentare und… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
26. Oktober 2021 17:39

Passend dazu auf RT.De:

https://de.rt.com/meinung/126141-ende-privatsphare-facebooks-metaverse-wird-logik-vernunft-todessto%C3%9F-versetzen/

Bin ich froh, dass ich ohne diesen Schwachsinn auskomme.

franz
franz
Reply to  Robbespiere
26. Oktober 2021 19:57

wieso sollte es uns interessieren, was das Obervolta dazu sagt?

Rudi K
Rudi K
26. Oktober 2021 18:34

Ich habe mir vor 4 Jahren FB „zugelegt“, weil ich in Kontakt mit einer Gruppe von Leuten bleiben wollte, die mich interessierten. Dies ist lange her und die Gruppe „Amateufunk“, der ich später eintrat, wurde auch geschlossen. Alle paar Tage schaue ich mal rein, ob es Benachrichtigungen gibt. Interessant finde ich übrigens die Videos von Jean Pütz (Hobbythek).

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  Rudi K
26. Oktober 2021 23:17

So ähnlich war es bei mir auch. Ich habe mir, eher widerwillig, einen Account zugelegt, weil ich ein bestimmtes Projekt promoten wollte. Das Projekt gibt es nun schon lange nicht mehr und das originär dazugehörende Forum leider auch nicht. Ergo böte FB tatsächlich die einzige Möglichkeit, mit ein paar von den Leuten in Kontakt zu bleiben. Allerdings habe ich das ganze von vorneherein restriktiv betrieben und mich mit einem projektbezogenen Namen angemeldet. Das hat natürlich meine Kontkte limitiert, denn außer den projektaffinen und ein paar ausgewählten Freunden konnte niemand etwas damit anfangen. Habe heute beim stöbern gerade wieder gesehen, daß… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by Spartacus
Brian
Brian
26. Oktober 2021 22:49

Etwas OT, aber für mich ein weiterer Aufreger : Habe gerade bei Reitschuster einen Artikel über die ‚Verabschiedung‘ der Regierung gelesen, mit Zitaten, die der Realität und jeglichem Empfindungsvermögen nur noch Hohn sprechen : „Zum Abschied : Merkel wird heiliggesprochen“. Ich habe selten etwas Ekelhafteres und Erbärmlicheres gelesen, wie das salbadernde Gewäsch dieses widerlichen Heuchlers. Man muss sich schon wirklich in ganz anderen Sphären (inkl. der dazugehörigen Drogen) befinden, um solch einen abgrundtiefen Schwachsinn von sich zu geben. Ich verstehe es nach wie vor nicht, wie wird man so ? Wie kann man – nachdem man fast 2 Jahre lang… Weiterlesen »

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  Brian
27. Oktober 2021 0:03

Ich find ehrlich gesagt beides gleich schlimm, die Lobhudelei wie auch den Artikel. Merkel eine Sozialistin, diese kaltherzige Mamsell? Sowas kann doch nur ein völlig abgedrehter Rechtsaußen behaupten. Und sein Geseier über die abgefallenen Engländer und armen Osteuropäer, die insgesamt vielleicht 200(?) Flüchtlinge aufgenommen haben, heißt ja nur, daß er wollte, daß man die Flüchtlinge im Niemandsland verrecken läßt, er ihr also den einzigen Anflug von sozialem Gewissen, den sie jemals hatte, vorwirft. Der Mann scheint offenkündig ein menschenverachtender Rassist zu sein, der weint, daß Merkel andere Rassisten vergrault hat. Anders gesagt, er wirft ihr Dinge vor, die es niemals… Weiterlesen »

niki
niki(@niki)
Reply to  Spartacus
27. Oktober 2021 0:40

Merkel ist bestimmt keine Sozialistin, wie in dem Artikel behauptet… Wie du schon richtig beurteilst hast: Der Autor muss ein sehr rechter Linkenhasser sein und von seinem Standpunkt her sind alle politischen Gegner für ihn Sozialisten.

Aber jetzt mal Tacheles: Was ist Merkel eigentlich?!?
Eine ernsthafte Frage…

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  niki
27. Oktober 2021 2:38

Eine Art Schwamm?
Zweiter Versuch: Eine pragmatisch-opportunistische preußische Protestantin, ähnlich wie Göring-Eckhardt und der Gauck. Ein Typus, von dem ich die Schnauze so voll habe, daß ich vorrübergehend sogar eine korrupte katholische rheinische Frohnatur als Erholung empfinden würde.

Und weil wir so schön OT sind. Kam tatsächlich vorhin auf Arte und steht in der Mediathek, mit einem schönen Gruß an alle Coronauten für gute Gefühle bei der nächsten Impfung:
https://www.arte.tv/de/videos/085428-000-A/big-pharma/

Brian
Brian
Reply to  Spartacus
27. Oktober 2021 1:03

Mein Ding ist der Autor auch nicht unbedingt. Und ich pflichte ihm in vielem auch nicht bei. Aber letzten Endes geht mir dein Kommentar völlig am Thema vorbei. Ich beziehe mich auf die zitierten Aussagen (die auch an offizieller Stelle zu finden sind) und die darin zum Ausdruck kommende Menschenverachtung bzw. völlige Gleichgültigkeit und fehlende Empathie. Der Autor mag eine Meinung haben, die viele vielleicht nicht teilen, seine Reichweite dürfte begrenzt sein. Schleimmeier mit seinen Aussagen ist da eine andere Hausnummer.  er ihr also den einzigen Anflug von sozialem Gewissen, den sie jemals hatte, vorwirft. Das glaubst Du nicht wirklich,… Weiterlesen »

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  Brian
27. Oktober 2021 2:12

Warum denkst Du denn, hat sie (gegen massive CSU-Propaganda) die Flüchtlinge aufgenommen?

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Spartacus
27. Oktober 2021 8:56

Warum denkst Du denn, hat sie (gegen massive CSU-Propaganda) die Flüchtlinge aufgenommen? Zunächst möchte ich betonen, dass ich die Frau keineswegs für empathielos halte und ich meine auch nicht, dass das ihr einziger Anflug von sozialem Gewissen war. Wer jetzt aber meint, dass ich die Frau verteidige, der irrt gewaltig. Ich halte sie nur nicht für eine Art Monster. Für mich ist sie Überzeugungstäterin mit den für mich falschen Überzeugungen und machtpolitischer Vollblutprofi. Zur Flüchtlingsaufnahme sieht meine unmaßgebliche Sicht so aus, dass sie zum Einen eben nicht die Königin von Deutschland war und ist, die so etwas im Alleingang entscheiden… Weiterlesen »

Ceryk
Ceryk
Reply to  Mensch
27. Oktober 2021 20:19

Ohne massive Gewaltanwendung hätten sich die Flüchtlinge 2015 an der Einreise nicht hindern lassen. Genau das dürften Berater Frau Merkel bewusst gemacht haben. Deutsche Polizisten, die mit roher Gewalt Flüchtlinge zurückdrängen, wären Bilder gewesen, die um die Welt gegangen wären. Irgendwas dazwischen wäre niemals steuerbar, Eskalationen wären unvermeidbar gewesen.Was das für die Regierung und insbesondere Frau Merkel im Jahre 2015 bedeutet hätte, dürfte beim damaligen medialen Zeitgeist jedem klar sein.(Nur)Aus dieser Not heraus, ist die Tugend: „Wir schaffen das!“, entstanden. Mit sozialem Gewissen oder Empathie hatte diese Entscheidung nichts zu tun This! Es ist schon verdammt ironisch, dass die TINA-Koenigin… Weiterlesen »

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Ceryk
27. Oktober 2021 22:05

Ob diese Frau empathisch ist, oder ueber ein soziales Gewissen verfuegt, vermag ich nicht zu beurteilen. In ihren politischen Taten kann ich aber praktisch keine einzige Entscheidung erkennen, die dafuer spraeche. Mich wuerde interessieren, wieso du da zu einer anderen Einschaetzung kommst… Hm, ich halte zunächst jedenwnschen für empathisch und mit einem sozialen Gewissen ausgestattet. Zudem meine ich mich an Situationen erinnern zu können, in denen sie letztendlich doch empathisch reagiert hatte🤔 Ob’s dann doch nur von Beratern „empfohlen“ wurde, vermag ich nicht beurteilen zu können. Auch für die von mir ungeliebte Dame gilt: „Im Zweifel „zu ihren Gunsten zu… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
27. Oktober 2021 23:10

@Mensch Zum Anderen und das dürfte unabhängig von Merkel selbst 2015 entscheidender gewesen sein, war die konkrete Situation an den faktisch nicht mehr vorhandenen Grenzen gar nicht mehr anders zu handhaben, denn die einzige andere Möglichkeit war die Anwendung von massiver Gewalt gegen Flüchtlinge durch hinzuzuziehende Polizeistaffeln. Damit beginnst du aber mitten in der Geschichte, statt am Anfang. Erstens war Deutschkand am Syrienkrieg mit beteiligt, dem Auslöser der Flucht. Zweitens hat Merkel, und das sicher nicht ganz alleine, die Warnungen des UNHCR in den Wind geschlagen, was passieren würde, wenn die Hilfsgelder nicht von den wohlhabenden nationen aufgestockt würden. Statt… Weiterlesen »

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Robbespiere
27. Oktober 2021 23:45

Damit beginnst du aber mitten in der Geschichte, statt am Anfang. Versteh‘ ick nich??? …und zudem sehe ich das was Du zu dem Verbleib von Flüchtlingen in Jordanien und dem Libanon in Bezug auf „billiger für die deutschen Steuerzahler“ völlig anders. Ganz im Ernst: Meinst Du ernsthaft der Flüchtlinge wegen unangemessen zur Kasse gebeten worden zu sein? Ich für meinen Teil keineswegs. Zumal ich die typisch deutsche Mentalität: „Es darf nix kosten“, nicht leiden kann. Wenn Meschenrettung nix kosten darf bzw im Libanon oder Jordanien wegen billiger für den deutschen Steuerzahler als der Königsweg angesehen wird, dann stimmt was gewaltig… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
28. Oktober 2021 1:04

@Mensch Versteh‘ ick nich???…und zudem sehe ich das was Du zu dem Verbleib von Flüchtlingen in Jordanien und dem Libanon in Bezug auf „billiger für die deutschen Steuerzahler“ völlig anders. Was ist daran nicht zu verstehen? Die Flüchtlinge hätten bis zu ihrer Rückkehr in Heimatnähe bleiben können und das mit geringerem finanziellen Aufwand, aber dafür mit größerer Wirkung, da die Lebenshaltungskosten garantiert dort niedriger sind als hier. Wenn du flüchten müßtest, wo gingst du dann lieber hin? In die Niederlande, nach Dänemark oder nach Saudi-Arabien? Es ging dabei nie um die Menschen, denn Merkel und Konsorten gehören ja zu den… Weiterlesen »

Ceryk
Ceryk
Reply to  Robbespiere
28. Oktober 2021 3:12

Es ging dabei nie um die Menschen, denn Merkel und Konsorten gehören ja zu den Treibern der Flucht nach Europa.Ich vermute, es ging um ein willkommenes Druckmittel für die Wirtschaft durch die gestiegene Arbeitsnachfrage, unabhängig davon, ob die Leute tatsächlich eine Arbeit bekommen oder nicht. Allein schon ihre Verfügbarkeit erhöht das Druckpotential auf Löhne. Ich glaube hier ueberschaetzt du unsere Politiker im Allgemeinen und Merkel im Besonderen – diese Leute sind mMn nicht wirklich allzu intelligent. Ich denke nicht, dass ihnen/ihr wirklich klar war, welche Auswirkungen die Nicht-Unterstuetzung des UNHCR haben wuerde – dafuer lief das Zusammenbrechen der Hilfe in… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Ceryk
28. Oktober 2021 7:42

@Cerryk

Ich glaube hier ueberschaetzt du unsere Politiker im Allgemeinen und Merkel im Besonderen – diese Leute sind mMn nicht wirklich allzu intelligent.

Die müssen auch nicht allzu intelligent sein, denn wozu gibt es die Berater aus der Wirtschaft.
Es reicht vollkommen zu wissen, wer die eigene Kasse auch nach einer Abwahl auffüllt und entprechende Diskretion.

Es ist sicher auch ganz nützlich, Teile unserer Volksvertreter in Think-Tanks zu absorbieren, wo man ihnen das „richtige Denken“ beibringen kann.

Jedenfalls war klar, was sich in den Flüchtlingslagern abspielte und anstatt die Not dort zu bekämpfen, hat man die Schleusen geöffnet.

https://www.sueddeutsche.de/politik/syrien-fluechtlinge-was-merkel-uebersehen-hat-1.2662655

Brian
Brian
Reply to  Spartacus
27. Oktober 2021 19:54

Natürlich aus purem Altruismus, was denn sonst.

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  Brian
28. Oktober 2021 0:05

Jetzt sei doch nicht so angepisst. Ich hab doch gar nichts gegen dich gesagt.
Es hat mir nur große Schmerzen bereitet, diesen Artikel zu lesen. Dieser Typ agiert doch genauso wie die Systemmedien und die herrschende politische Kaste. Er haßt Sozialisten und er haßt Merkel, also ist Merkel eine Sozialistin, weil das für ihn die größtmöglich Diffamierung ist. Ersetze Sozialisten durch Nazis und Merkel durch Querdenker …

Last edited 1 Monat zuvor by Spartacus
Brian
Brian
Reply to  Spartacus
28. Oktober 2021 1:34

Ich bin gar nicht so angepisst, auch wenn das vielleicht so rüberkam. Wie ich schon geschrieben habe, ich stimme dir ja durchaus zu, mein Freund wird der Kerl auch nicht mehr. Aber darum ging es mir nicht, sondern um das Thema Schlau-(Schleim)Meier und dessen unerträgliches Geseiere sowie dieses Heer von Kanaillen, die offensichtlich meinen, wenn sie irgendwelche sakralen (und dementsprechend hohlen) Worte von sich geben, dann haben sie ihren Job gut gemacht. Diese ganze Ignoranz, Arroganz und offensichtliche Verachtung für das ’niedere‘ Volk, das nicht kuscht, macht mich einfach nur kolossal wütend. Und insofern hätte ich es besser gefunden, wenn… Weiterlesen »

Spartacus
Spartacus(@spartacus)
Reply to  Brian
28. Oktober 2021 1:59

Das hab ich mir gespart, weil es so offenkundig ist, also wie Eulen nach Athen zu tragen wäre. Und weil wir uns ja alle hier da auch mehr oder weniger im Kreis drehen. Du hast doch wohl nicht ernsthaft erwartet, daß er sich da kritisch äußert. Ebenso gespart habe ich mir eine Bemerkung zu FWS, die ich aber jetzt noch nachliefere. Obwohl ich irgendwie finde, daß er nicht zu den allerschlimmsten von diesen Pappnasen gehört, bin ich einfach froh, wenn er dann als Präsident weg ist. (Auch wenn ich die Nachfolgediskussion fürchte, weil das höchstwahrscheinlich wieder zwangsweise eine Frau sein… Weiterlesen »

Brian
Brian
Reply to  Brian
28. Oktober 2021 15:30

By the way : Einer Frau, die schon vor 30 Jahren bekannt hat, daß sie von Basisdemokratie gar nichts hält (dafür von ‚marktkonformer‘ umso mehr) und eher autoritär eingestellt ist; in der DDR auch nicht gerade als Dissidentin (sondern eher als privilegiert) bekannt war; unter deren Ägide (16 viel zu lange Jahre) sich ein lähmender Stillstand in vielen Bereichen breitgemacht hat (und ja, mir ist völlig klar, daß sie dafür natürlich nicht alleine verantwortlich ist); die in den letzten knapp 2 Jahren rege daran beteiligt war, diese Gesellschaft noch weiter zu spalten (Stichwort : Neujahrsansprache bzw. „Das wird vielleicht auch… Weiterlesen »

florian kuhlmann
26. Oktober 2021 23:21

hallo zusammen, das sehe ich ähnlich, zusätzlich bedrückend ist noch die tatsache, dass sich alle user und userinnen gegenseitig beobachten, es ist also so eine art kollektivistisches panoptikum in dem jede und jeder das gefühl hat von allen beäugt und beobachtet zu werden. ziemlich paranoide situation also. das gilt natürlich nicht nur für facebook sondern ebenso für instagram und twitter. dennoch glaube ich, dass wir die von dort ausgehenden social-signale, also was trended gerade, wieviel und was wird geteilt, was wird geliket, all das,… nicht ganz mehr aus unserer mediennutzung weg bekommen werden. ich arbeite aus diesem grund seit einiger… Weiterlesen »

ShodanW
ShodanW
27. Oktober 2021 8:29

All die großen asozialen Medienblasen haben die Gesellschaft in Lager zersetzt, die wir Älteren so nicht kannten. Es macht mich traurig und wütend zugleich, dass das jetzt unser Leben und Umgang miteinander bestimmt bzw lenkt. Es passiert aber auch sehr leicht und unheimlich effektiv, und niemand ist dagegen immun.

Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich musste wirklich erlernen, wie man am besten damit umgehen muss, ohne völlig durchzudrehen. Am besten geht das mit viel Sarkasmus und LMAA.

Klaus
Klaus
27. Oktober 2021 8:38

Ich war – aus Grunden; bin nicht doof – NIE bei Facebook, Twitter, und auch bei Google/Youtube hab ich mich nie angemeldet oder gar mitgemacht. Das geht prima. Man sah von Anfang an, was die wollen: unsere Daten und Einfluss in unser Leben.
Netz-Abstinent bin ich nicht; ich betreibe zwei vielbesuchte Websites, aber halte mich von Facebook etc. bewusst fern.
Wie gesagt, das geht – und zwar prima. Ich muss mich nicht mit einer Deppenherde auseinandersetzen.

Last edited 1 Monat zuvor by Klaus
QuerdenkerOhnePLZ
QuerdenkerOhnePLZ
31. Oktober 2021 7:11

Immer wieder schön zu lesen, wie sich Journalisten / Blogger / Publizisten (hiervon bitte die euch genehmste Selbstbezeichnung rauspicken) über die schlimme soziale Verwahrlosung (um es mal extrem einzudampfen) der Gesellschaft durch asoziale Netzwerke beschweren, um ihre Erzeugnisse dann gleichzeitig per Twitter, Telegram und Youtube zu verbreiten. 😉 (Die Kritik nicht persönlich nehmen, es betrifft ja nicht nur euch. Noch bessere Realsatire sind ja die mitunter vergleichbaren Texte, welche auf Seiten veröffentlicht werden, die dann auch noch auf Facebook selbst vertreten werden sind. Und natürlich ist mir das Problem aller Medienschaffenden – Reichweite vs. Plattform-Abhängigkeit – bewusst. Das betrifft die… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by QuerdenkerOhnePLZ
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