Du hast abgetrieben? Na und?

Zum 50. Jahrestag der Kampagne taten sie es nochmal – Frauen gaben zu: »Wir haben abgetrieben!« Abtreibung: Was 1971 noch schockte und provozierte, erntete heute nur Achselzucken. Ein schönes Beispiel, wie der moderne Feminismus immer wieder Gespenster von gestern beschwören muss, um sich inszenieren zu können.

Gesichter schauten mich an. Weibliche Gesichter. GesichterInnen. Ausnahmsweise ohne Maske. Wie lauter kleine Steckbriefe, sahen das aus. Kurz erinnerte mich das an kindliche Besuche auf der Polizeiinspektion. Damals hingen noch Plakate mit Gesichtern aus. Die dunklen Gestalten hatten seinerzeit aber nicht abgetrieben, wie jene Frauen, die auf der Webseite des Stern zu sehen waren. Ein Gesicht erkannte ich sogar: Alice Schwarzer. Auch sie hat abgetrieben. Das überrasche mich, ich hatte nicht erwartet, dass sie in ihrem Alter nochmals schwanger würde. Die Medizin vollbringt wahre Wunder.

Die Stern-Aktion war natürlich eine Reminiszenz an 1971. Damals hatten viele Frauen verkündet, dass ihr Bauch ihnen gehöre und dass sie abgetrieben haben. Der Aufschrei war groß, manchem Geistlichen rutschte seinerzeit vor Schreck der Novize vom Schoß. So groß war die Empörung über den Sittenverfall. Die Frauen damals waren zweifelsohne mutig. Sie haben die Öffentlichkeit auf ihr Thema eingestimmt. Und die Gesellschaft verändert.

Gleichberechtigung heißt auch: Es ist mir scheißegal, was du machst

Und ihre Nachfolgerinnen von heute? Ich habe kurz überlegt, will ich das eigentlich lesen? Nein, wollte ich eigentlich nicht. Die Sache interessiert mich gar nicht so sehr. Was ist so weltbewegend daran, wenn mir eine Frau von ihrer Abtreibung erzählt? Entschuldigung, aber ich bin ehrlich: Mir ist das doch einerlei. Damit lockst du doch heute keinen alten Hund mehr hinterm Ofen vor. Dass Frauen das dürfen und tun, das wird doch nur noch von Hardlinernden beanstandet. Von orthodoxen Katholiken etwa. Der Rest reagiert gemeinhin gleichgültig.

Was an sich wiederum gerne als Zeichen gedeutet wird, dass etwas nicht toleriert wird. Wenn jemand mit Gleichgültigkeit reagiert, unterstellt man ihm Desinteresse. Das ist natürlich nicht ganz unrichtig. Aber man unterstellt ihm zusätzlich, er würde damit keine Partei ergreifen, sich rausziehen. Auch das ist nicht falsch. Doch man sollte das nicht überbewerten, wenn Menschen sich für die Gleichgültigkeit gegenüber Absichten anderer Menschen entscheiden, ist das in unserer autistischen Welt wohl höchster Ausdruck von Toleranz.

Man kann nicht erwarten, dass sich die Mitmenschen zu Agitatoren entwickeln, zu Predigern irgendeiner Sache, die sie gar nicht so sehr tangiert in ihrem Alltag. Dass sie es ignorieren, ist schon ein ein Schritt in die richtige Richtung. Die Leute sagen »Mach du mal, ich steh‘ dir nicht im Weg« und trollen sich ihrer Wege: Sie mischen sich nicht in die Dinge anderer. Das ist fürwahr nicht ganz übel.

Nun haben sie die Stern-Frauen also getan. Wieder mal. Sie mussten es nicht heimlich tun. Auch wenn ich nicht weiß, ob da nicht trotzdem eine Frau darunter war, die aus welchen Gründen auch immer einen heimlichen Abbruch vollzogen hat. Sie mussten sich vorher beraten lassen. Die Beratung war seinerzeit ein Zugeständnis an die Konservativen. Unser Anstaltsvollzugsbeamter hat bei Twitter, wo ich in dieselbe Kerbe twitterte, gleich dargebracht, wie falsch wir liegen. Dazu überstellte er uns einen Link, in der eine Ärztin, die wegen Abtreibungswerbung Ärger hat und eine Politikerin der Linken berichten, wie ideologisiert Beratungsgespräche in Wirklichkeit seien.

In der Zeit gestehengeblieben

Ich schließe nicht aus, dass es solche Beratungen gibt. Der Regelfall ist allerdings wesentlich ungeeigneter, um damit Empörung zu entfachen. Man führt ein recht offenes Gespräch, sollte die potenzielle Mutter finanzielle Bedenken anführen, nennt man ihr Hilfestellen und zählt staatliche Leistungsangebote auf. Wenn sie das Kind trotzdem weiterhin nicht austragen will: Tja, dann kriegt sie eben ihren Beratungsschein und kann den Schwangerschaftsabbruch wie gewollt vollziehen lassen.

Es ist ein bisschen bezeichnend für die Ideologisierung der Debatte, dass diejenigen, die noch immer so tun, als sei der Kampf der Sechzigerjahre in die heutige Zeit teleportiert, mit der Stimme einer Ärztin werben, die Werbung für Abtreibungen macht. Medizinische Leistungen wie günstiges Hackfleisch zu bewerben, ist in jedem Falle eine ziemlich pikante Sache. Denn man muss sich ja fragen: Wird da Leistung angeboten, um zu heilen oder das Leben der Menschen zu verbessern? Oder will da einer wie am Fließband Eingriffe fabrizieren und sich ordentlich was ranschaufeln? Wer das Ärzten nicht mindestens unterstellt, der kennt keinen.

Die Debatten zum Schwangerschaftsabbruch, die wir vor etwa zwei Jahren hatten, zeigten an, wie weit sich die Stoßrichtung verändert hat. Heute provoziert man mit hanebüchenen Forderungen nach Abtreibungsmöglichkeiten bis in den neunten Monat hinein. Warum? Weil man den eigentlich Kampf lange gewonnen hat. Kein Mensch von mittelprächtiger Geistesgesundheit, würde die Abtreibung grundsätzlich verdammen. Selbst die, die ihr kritisch begegnen, halten sie in bestimmten Fällen für zulässig. Richtig harte Hardliner sind totale Mangelware geworden. Ich habe vor zwei Jahren eine Demo von solche Hardlinern beobactet. Zwei Polizeibeamte überwachten die Kundgebung der zwölf empörten Abtreibungsgegner.

Der moderne Feminismus, man erkennt das an dieser Marginalie ganz gut, konstruiert sich Berechtigungen und wärmt Narrative auf, um so zu tun, als gehe der Kampf jetzt schon ins fünfte Jahrzehnt. Er stilisiert sich, tut so, als schocke er mich alten weißen Mann mit seinen Parolen von dunnemals noch immer. Von mir aus, wer es braucht. Ich winke indes nur ab, finde es gut für euch, dass ihr abgetrieben habt. Hättet ihr es nicht getan, wäre es auch okay für mich gewesen. Ihr könnt das halten wie die Dachdecker, ich halte es genauso.

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Mensch
Mensch
14. Juni 2021 9:42

Medizinische Leistungen wie günstiges Hackfleisch zu bewerben, ist in jedem Falle eine ziemlich pikante Sache. Denn man muss sich ja fragen: Wird da Leistung angeboten, um zu heilen oder das Leben der Menschen zu verbessern? Oder will da einer wie am Fließband Eingriffe fabrizieren und sich ordentlich was ranschaufeln? Kann und sollte man vielleicht der Gesundheit der Menschen, in dem Fall ausschließlich der Frauen wegen so sehen, denn jeder Eingriff birgt auch immer Gefahren. Wenn ein Eingriff nicht notwendig ist, sollte er nicht erfolgen. Da der freie Wille zumindest einst Mal ein hohes Gut war, kann es auch nicht verboten… Weiterlesen »

Bananita
Bananita
14. Juni 2021 11:31

Abtreibung ist nach wie vor ein kontroverses Thema, weil damit auch die Vorstellung verbunden ist, dass sich Frauen grundsätzlich Kinder wünschen. Eine kinderlose Frau muss sich jedenfalls immer wieder erklären warum sie keine Kinder hat und sich Nachfragen teilweise wildfremder Menschen stellen, ob sie das nicht anders überlegen will und sich Erzählungen anhören wie wunderbar es doch sei eine Familie zu haben. Frauen, die abgetrieben haben, gelten deshalb bis heute als egoistisch, nur weil sie sich bewusst gegen die Mutterschaft entscheiden und es zählt dabei auch nicht, dass es oftmals dafür, objektiv betrachtet, rationale Gründe gibt. Es ist also längst… Weiterlesen »

Last edited 4 Monate zuvor by Bananita
Mensch
Mensch
Reply to  Bananita
14. Juni 2021 11:49

Anderenfalls ist das sonst auch nur eine Spielart von „Teile und Herrsche“, die Frauen untereiner aufteilt in die „guten“ Mütter und die „egoistischen“ Nicht-Mütter. Wobei die Zeiten, dass Frauen in der Pflicht standen, den Herrschern ihre Söhne „schenken“ zu müssen, damit diese fürs alte Volk und Vaterland noch blutjung, nicht einmal richtig erwachsen in Kriegen ihre Leben zu lassen hatten. Heute geht das Opfer das junge Menschen dem Volk zum Schutz der Alten zu erbringen haben, nicht mehr zwangsläufig ganz so weit. Heute müssen junge Menschen zum Schutz der Alten nur auf ihr Leben verzichten, zum Glück ohne es gleich… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
Reply to  Mensch
14. Juni 2021 15:06

Solange Du nicht die Mafiascheisse von Rürüp. Riester, Raffelhüschen erbrichst, dass „die Jungen für die Alten zahlen“ und sie „unter dem Rentnerberg etsticken“, ok. Und bitte auch nicht das Märchen, die inkompetenten Zwangsmassnahmen der Regierung bei Corona, seien „zum Schutz der Alten“ gewesen. Diese Scheisse kannste Deiner Oma erzählen, vorausgesetzt, dass sie taub oder tot ist.

Mensch
Mensch
Reply to  aquadraht
14. Juni 2021 15:34

Mir deucht, dass Du meinen Beitrag nochmals in Ruhe lesen solltest 😉

Last edited 4 Monate zuvor by Nureinmensch
Cetzer
Cetzer
Reply to  Mensch
14. Juni 2021 19:38

„Opfer das junge Menschen dem Volk zum Schutz der Alten zu erbringen haben“ Manche jungen Leute (konkret FfF-Kids) begreifen gar nicht, was für einen Riesen-Unterschied es machen kann, ob ein einzelner Älterer in seiner Eigenschaft als Mutter/Vater für seine eigenen Kinder sorgt oder ob dieser einzelne Ältere als Teil seiner Generation der nachfolgenden KinderHorde Tretminen in den Weg legt. Das war mir im Herbst 2019 klar geworden, als ich einer Gruppe von FridaysForFuture-Schülern ,angesichts ihrer verschwurbelten DemoTransparente, ad hoc den Ratschlag gegeben hatte: „Umwelt versauen? Rente abschminken!“ und es ein kurzes Gespräch über die fristlose und nachhaltige Kündigung des Generationenvertrages… Weiterlesen »

Mensch
Mensch
Reply to  Cetzer
14. Juni 2021 20:15

Das Meckern über die Jugend von heute, dürfte so alt wie die Menschheit selbst sein. Da halte ich es mit Gunnar Kaiser: „Da mache ich nicht mit.“ Ich finde FFF okay. Leider haben sie sich zu sehr durch die Corona-Erzählungen beindrücken lassen. Selbst Greta musste jetzt erfahren, wie schnell man in die Ecke der Antisemiten geschoben werden kann. Nein, ich will nichts verbieten. Bringt eh nichts. Entweder man schafft es mit Witz und Charme zu überzeugen, dass der 500 PS SUV nicht die beste Idee ist, genauso wenig wie der 500 kW Tesla übrigens oder beliebig andere Elektro-Panzer, oder man… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
14. Juni 2021 22:05

@Mensch Das Meckern über die Jugend von heute, dürfte so alt wie die Menschheit selbst sein. Wohl wahr und es sind deren Vorbilder, die meckern. Ich finde FFF okay. Grunsätzlich ist ihr Anliegen korrekt, aber ich habe den Verdacht, dass ihr Enthusiasmus und ihre Naivität von Konzernen mit „Klondyke-Fieber“ gnadenlos ausgenutzt und angestachelt wird, die mit dem Thema „ökologischer Umbau“ gewaltige Profite wittern. Hier wird jetzt wie bei Corona Panik geschürt, nachdem Jahrzehnte ( Club of Rome, Global 2000 ) faktisch nichts passiert ist. Ausser dauerndem Warnmodus und dem moralischen Zeigefinger sehe ich da auch keine wohlüberlegten Konzepte, die den… Weiterlesen »

Mensch
Mensch
Reply to  Robbespiere
14. Juni 2021 22:52

@Rob: In erster Linie sehe ich FFF als Feind der übermächtigen und vor Geld stinkenden Öl-Lobby, die alles dransetzt um FFF zu diskreditieren. Dass es auch bei der Gegenseite mit der sich selbst ins Spiel gebracht habenden Galionsfigur Elon Musk letztendlich auch nur um Profite geht, ist in der Tat erbärmlich 😓 Mag sein, dass so manch FFF-Überzeugungstäter nicht merkt, dass er ungewollt rektal penetriert wird🤔 Das was die Öl-, Gas und Kohle-Lobby angerichtet hat und auch noch weiterhin versucht, ist deshalb kein Kindergeburtstag. Die zünden gerade mächtig viele Nebelkerzen, um alles was deren ein gutes Jahrhundert anhaltende Vormachtstellung aufrecht… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
15. Juni 2021 0:13

@Mensch In erster Linie sehe ich FFF als Feind der übermächtigen und vor Geld stinkenden Öl-Lobby, die alles dransetzt um FFF zu diskreditieren. Klar tun die das. denn sie wollen das Pferd reiten, bis es verendet, und das wird es zwangsläufig, bei abnehmenden Reserven. Musk ist allerdings genauso ein Schuss in den Ofen, wenn du dir allein die Lithium-Gewinnung anschaust. Das was die Öl-, Gas und Kohle-Lobby angerichtet hat und auch noch weiterhin versucht, ist deshalb kein Kindergeburtstag. Natürlich nicht. Die wahrscheinlich beste Lösung wäre Wasserstoff ( mit Kernfusion ommt man ja nicht voran ), mittels regenerativer Energie erzeugt, in… Weiterlesen »

Cetzer
Cetzer
Reply to  Robbespiere
15. Juni 2021 1:08

„Wasserstoff ( mit Kernfusion ömmelt man ja nicht voran“)“
zu diesem Thema ein Ex-Insider: https://thehydrogenskeptics.blogspot.com/2021/03/confessions-of-former-hydrogenist.html
Wasserstoff und Algen kommen wie Zombies immer wieder und schlagen ihre faulen Zähne in die staatlichen Fleischtöpfe, bis der Tiger aus dem Tank springt und sie für ein Weilchen vertreibt.
Dieses System hat fertig, wir haben fertig; Vielleicht wäre es am besten, das Trinkwasser mit reichlich LSD anzureichern, für die ImpfWütigen käme auch Heroin in Frage.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Cetzer
15. Juni 2021 13:25

@Cetzer Echt frustrierend, der Artikel des Ex-Insiders. Jede an sich gute Idee scheitert an der Verfügbarkeit elementarer Grundstoffe, egal ob Platin oder Lithium und erzeugt bei der Gewinnung genau die Umweltprobleme, die man mit der Technik verhindern will. Dieses System hat fertig, wir haben fertig; Vielleicht wäre es am besten, das Trinkwasser mit reichlich LSD anzureichern, für die ImpfWütigen käme auch Heroin in Frage. Am Ende scheitert Alles an der schieren Masse Mensch und insbesondere dem Teil der Menschheit, der auf vollkommen überhöhtem Niveau Resourcen verbrauchen und Profite generieren will. Auf der anderen Seite haben wir einen medizinischen und pharmazeutischen… Weiterlesen »

Cetzer
Cetzer
Reply to  Robbespiere
15. Juni 2021 14:29

„Verfügbarkeit elementarer Grundstoffe“ Gerade bei Wasserstoff bräuchte es eben auch irre Mengen Energie („regenerativer Energie“). In den Quallidädsmedien (diesseits der Bezahlschranke) wird es oft so hingestellt, als wäre Wasserstoff eine EnergieQuelle und nicht nur ein problematischer EnergieTräger; Erstaunlich viele glauben das übrigens auch, genauer sie wollen es glauben. „auf vollkommen überhöhtem Niveau“ Kindheitserinnerung an ein Zoofachgeschäft: In dieses Aquarium kannst du 3 große Fische tun oder 30 kleine, nicht aber 30 große… „Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“ Allerdings. Trotzdem halte ich es für gut, gelegentlich noch eine Brennnessel zu pflanzen (in meinem Fall z.B. kleine Spende an FfF,… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Cetzer
15. Juni 2021 19:15

@Cetzer Gerade bei Wasserstoff bräuchte es eben auchirre Mengen Energie („regenerativer Energie“). Tja, sieht der Energieaufwand bei fossilen Brennstoffen besser aus? Man muss immer tiefer Bohren oder graben, um an sie heran zu kommen. Wasserstoff hat zumindest den Vorteil ( wenn realisierbar ), dass man damit überschüssige regenerative Energie speichern könnte und das Abfallprodukt nach der Verwertung wieder Wasser wäre. keine Abgase, keine strahlenden Rückstände, nur Wasser. Das Kernproblem besteht in der sicheren Speicherung des Wasserstoffs, da er in Verbindung mit der Luft hochexplosives Knallgas bildet. Allerdings. Trotzdem halte ich es für gut, gelegentlich noch eine Brennnessel zu pflanzen (in… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
14. Juni 2021 14:31

Zunächst einmal stimme ich ja zu, dass das „Bekenntnis“ heute weder mutig noch bemerkenswert ist, ausser vielleicht, dass man sich fragt, warum offenbar gebildete und selbstbewusste Frauen nicht in der Lage waren zu verhüten. Ok ihre Sache, aber damit brauchen sie nicht bei der Öffentlichkeit um Beifall zu barmen. Soweit ok. Wo es mir aber sehr übel aufstösst, ist bei der Diffamierung der „Arztin, die für Abtreibung Werbung macht“. Meines Wissens hat die Frau nämlich nicht für mehr Abtreibungen „geworben“, sondern eine Praxis vorgestellt, in der eben auch die psychische, soziale und familiäre Situation berücksichtigt wird und es dahingehend auch… Weiterlesen »

Mensch
Mensch
Reply to  aquadraht
14. Juni 2021 15:32

ausser vielleicht, dass man sich fragt, warum offenbar gebildete und selbstbewusste Frauen nicht in der Lage waren zu verhüten. Eine nicht ganz unwahrscheinliche Möglichkeit wäre, das was bei allen Menschen, egal ob Männlein, Weiblein oder wie auch immer Einzelne ihr Geschlecht definieren möchten, gleich sein dürfte. Wenn zwei oder von mir aus gar mehr Menschen, die unbändige Lust überkommt, dann ist es mit der Rationalität nicht mehr weit bestellt. Alles Andere ist graue bzw fromme Theorie. Zumindest ich Stelle mir die Welt ein gehöriges Stück unliebens- und lebenswerter vor, wenn Frauen, wie gebildet auch immer, in Sachen Libido in erster… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
Reply to  Mensch
14. Juni 2021 15:48

Sicher. Ich sag ja nicht, dass das nicht vorkommt, oder die Frauen schlecht sind, die ungewollt schwanger werden. Das kann viele Gründe haben, geht auch keinen besonders was an, und auch Verhütungsmassnahmen können schiefgehen. Trotzdem ist das dann kein Grund, sich damit zu produzieren. Wie Roberto richtig schrieb, war die Situation in den Siebzigern anders. Schon der Zugang zu Verhütungsmitteln war nicht so selbstverständlich, und die hormonellen Antikonzeptiva hatten teilweise Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten, ebenso mechanische wie IUCD. Da war die Chance einer ungewollten Schwangerschaft grösser, die sozialen Konsequenzen waren drastischer, und Abtreibung war strafbar. Insofern war das Bekenntnis dazu, namentlich… Weiterlesen »

Mensch
Mensch
Reply to  aquadraht
14. Juni 2021 16:44

Trotzdem ist das dann kein Grund, sich damit zu produzieren.

Na ja, ich finde schon, dass weiterhin Bedarf besteht gegen das geltende Recht in Bezug auf Abtreibung zu protestieren und zu demonstrieren. Als Produzieren würde ich das nicht bezeichnen wollen.

Ich kann mich nicht auf der einen Seite, völlig zu Recht über die Gesinnungswächter in Sachen Corona-Massnahmen echauffieren, aber auf der anderen Seite andere Anliegen, die anderen Menschen weiterhin, ebenso völlig nachvollziehbar wichtig sind, marginalisieren, in dem ich es als „produzieren“ abwerte.

Cetzer
Cetzer
14. Juni 2021 18:38

Beim Fortschritt hat der liebe Gott den Rückwärtsgang vergessen. Vielleicht mal einen Blick gen Osten werfen: In Polen sind Abtreibungen bald nur noch legal, wenn ein 13jähriges Mädchen vom Teufel persönlich vergewaltigt wurde, bezeugt durch drei Experten, z.B. katholische Bischöfe, Engelmacherinnen oder Hersteller von Kleiderbügeln. Der Mechanismus von Antikythera (~ 70 v. Chr.) ist ein Beispiel für technischen Niedergang; Dessen Niveau wurde erst wieder im 16/17 Jahrhundert erreicht, als Spitzenleistung. Hier im fortschrittstrunkenen Deutschland habe ich mal mit einem Ägypter unterhalten, dem sinngemäß vorgehalten worden war: Eure Vorfahren haben die Pyramiden gebaut, aber ihr seid froh, wenn euch ein einfaches… Weiterlesen »

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Pen
Pen
Reply to  Cetzer
15. Juni 2021 8:44

Die Deutschen haben ihren zivilisatorischen Höhepunkt längst überschritten. 🙂

Robbespiere
Robbespiere
14. Juni 2021 22:12

Der moderne Feminismus, man erkennt das an dieser Marginalie ganz gut, konstruiert sich Berechtigungen und wärmt Narrative auf, um so zu tun, als gehe der Kampf jetzt schon ins fünfte Jahrzehnt.

Funktioniert doch in weiten Teilen wuderbar, diese Ablenkung von fundamentalen Problemen.

Haben Markus Lanz und Frank Blasberg ihre erste Abtreibung schon zum Mega-Thema einer Sendung hochgejazzt? 🙂

Mensch
Mensch
Reply to  Robbespiere
14. Juni 2021 23:09

Ich tät sagen, Du schwächelst gerader gewaltig lieber Rob.

Sich augenblicklich am Feminismus hochzuziehen, tut ganz bestimmt nicht Not.

Die, die sich darüber freuen werden, sind mir ein Dorn im Auge.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
15. Juni 2021 0:21

@Mensch

Sich augenblicklich am Feminismus hochzuziehen, tut ganz bestimmt nicht Not.

Ich ziehe mich nicht am Feminismus hoch, sondern an seinem Missbrauch und Diejenigen, welche den am lautesten Propagieren, sitzen bereits ganz oben in der Baumkrone.
Denen sind ihre Geschlechtsgenossinen, denen es immer noch beschissen geht, sowas von egal.
Das ist Alles nur Tünche.

Elke
Elke
17. Juni 2021 1:24

… mit der Stimme einer Ärztin werben, die Werbung für Abtreibungen macht. Medizinische Leistungen wie günstiges Hackfleisch zu bewerben, ist in jedem Falle eine ziemlich pikante Sache. 

Die Ärztin hat nur geschrieben, welche Methoden sie anbietet und wie eine Abtreibung abläuft. Das gilt gem Gesetz bereits als verbotene „Werbung“. Das kann man gut oder schlecht finden. Schwieriges Thema.

Aber das als „wie günstiges Hackfleisch bewerben“ zu beschreiben, zeigt, dass es euch wohl völlig egal ist, ob es stimmt, was ihr schreibt, solange man mit konstruiertem Quatsch billige Stimmung machen kann und damit AfD-Narrative unterstützt.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Elke
17. Juni 2021 2:13

Bitte nimm Abstand von billigen Feindbildern. Ich habe Robertos unangemessene Polemik auch kritisiert. Ich finde, er sollte hier nicht wegducken, sondern entweder zu seiner Hassvokabel stehen oder einräumen, dass der Scheisse geschrieben hat, was ja nichts schlimmes ist, passiert.

Ich sehe die Polemik gegen die Ärztin auch als Entgleisung. Aber bitte komm nicht mit dem politisch korrekten Atlantiker-Fascho-Müll. Hier ist keine AfD. Eure Analena ist die Nazinostalgikerin, die sogar Vergewaltigungen in der Folge des Nazikrieges für NATO-Aggressionen instrumentalisiert. Distanzier Dich da erstmal.

Elke
Elke
Reply to  aquadraht
17. Juni 2021 10:27

Hier ist keine AfD. 

Ich weiß, dennoch klingt es manchmal so.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  Elke
20. Juni 2021 13:58

Hast du dich schon distanziert?

(Es klingt nicht einfach manchmal so, es wird gezielt immer wieder auf AFD-Personal oder -Thematik verwiesen, aber auch immer, ohne diese rechtsradikale Nazimischpoke konkret zu benennen. Dahinter steckt System.)

Elke
Elke
Reply to  aquadraht
20. Juni 2021 12:32

Ein Essay von Richard David Precht
Wer heute rechts ist, legt zumeist Wert darauf, es nicht zu sein. Die im Trotz Vereinten sind das geworden, was Rechte traditionell am meisten verabscheuen: unidentifizierbar und irgendwie queer.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Elke
20. Juni 2021 22:11

@Elke

Suppie..wer quer ist, ist also nicht rechts.
Gute Erkenntnis.

Das müßten jetzt nur noch die begreifen, welche im Stechschritt ihre Corona-Parade abhalten. 😉

Elke
Elke
Reply to  Roberto J. De Lapuente
20. Juni 2021 22:55

Euch ist sowieso alles egal. Sonst würdet ihr wenigsten mal eine Minute googeln. So lange dauert es nämlich, um festzustellen, dass es bei der Ärztin nicht um klassische „Werbung für Abtreibung“ geht, sondern darum künftig wenigsten die Methode dabei schreiben zu dürfen. Oder das was das BVerfG später dazu entscheidet. Aber ohne solchen lästigen Infos schreibt es sich natürlich leichter gegen Feministinnen mit ihren „konstruierten“ Anliegen an… (Wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit?) – Oder gegen ne angebliche „Coronadiktatur“, gesteuert von geheimen „Eliten“. – Gegen „infantile“ Klimawandel-Demonstranten. – Gegen „Gutmenschen“ und „Cancel Cultur“. (Hans Georg Maaßen, der Ärmste, wird dabei… Weiterlesen »

Last edited 3 Monate zuvor by Elke
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