Das Ausfiltern der Anderen

Mit dem Uploadfilter hat die Politik eine Praxis etabliert, die sich mit der Demokratie nicht verträgt: Der Filter ist nämlich die Cancel Culture in Software-Format. Gegen die Zensurkultur müssen Blogger, Publizisten und Kreative wohl bald bei den Künstlern der ehemaligen DDR in Lehre gehen.

Da ist er also: Der Uploadfilter. Ab August soll er Wirklichkeit werden. Die breite Kritik, die das freie Internet in Gefahr sah, wurde ignoriert. Die Koalition hat zugestimmt als wäre nichts dabei. Die Grünen haben sich enthalten. Der Rest hat ihn abgelehnt. Nun werden Plattformen verpflichtet, das bei ihnen Hochgeladene umgehend zu prüfen – und nicht zu veröffentlichen, falls es Bedenken gibt. Offiziell geht es um den Schutz des Urheberrechts. Da Upload-Löcher für jene teuer werden, die den hochgeladenen Inhalt bei sich präsentieren, wird wohl eine Zensurkultur Einzug halten. Lieber zu viel als zu wenig zensieren. Overblocking nennt man das.

Zudem kann der Uploadfilter dazu genutzt werden, die Meinung zu steuern und unliebsame Inhalte a priori auszuschalten. Festgelegte Signalwörter machen so die Publikation von Texten, Audio- und Videoinhalten in Netzwerken unmöglich. Die Diskussionskultur, die ohnehin schon in eine tiefe Krise geraten ist, wird hier sukzessive abgewürgt. Der Filter ist ein Instrument der Meinungsmacht. Eine Hintertür in den sich bereits heute abzeichnenden und teils durchschlagenden Gesinnungsstaat. Er ist ein Angriff auf all jene Menschen, die nicht die Ansichten, Thesen und Weltdeutung des herrschenden Mainstreams teilen.

Uploadfilter: Ein Stück Zensurkultur

Hätte es den Uploadfilter schon vor einigen Monaten aktiv gegeben, so wäre eine Kampagne wie #allesdichtmachen unter Umständen nie Wirklichkeit geworden. Zumindest nicht bei YouTube. Etliche Signalwörter hätten das Hochladen zunächst verunmöglicht. Alleine der Umstand, dass es sich bei den Videos – wenn auch indirekt – um die Pandemie handelte, hätte die maschinelle Zensur angeworfen. Schon jetzt weisen Facebook, YouTube und andere Netzwerke bei Textinhalten zu Corona auf die offiziellen Kanäle der Regierung hin und geben zu bedenken, dass es sich bei dem Beitrag um Fake oder Fehlinformationen handeln könnte.

Eine solche Warnung wäre künftig überflüssig. Man kann aus Gründen der Sicherheit und jener höheren, sich anbiedernden Moral, sich eben bei der Bundesregierung lieb Kind machen zu wollen, einfach automatisiert vorzensieren. Nebenher hat man so lästige Opposition und nervige Debatten ausgeknipst.

Die Cancel Culture ist in vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens vorgedrungen. Der Zeitgeist scheint andere Sichtweisen nicht mehr aushalten zu können. Der Pluralismus wird zwar als leere Worthülse oft und gerne bemüht, aber die Vielfalt ist eigentlich gar nicht gewollt. Meinungsbilder wünscht man sich uniform. Sein Haar rosa gefärbt zu tragen oder mit durch Tunnels ausgeleierten Ohrläppchen herumzulaufen: Das alles bringt heute niemanden mehr aus der Fassung. Aber vom gängigen Mainstream abzuweichen, eine differente Meinung zu haben, sie zu pflegen und zu ihr zu stehen: Da erwacht der Spießer, der sich sowas nicht bieten lassen will und wütet verbiestert durch die Meinungskanäle.

Ein Filter für eine Wirklichkeit, wie man sie gerne hätte

Der Uploadfilter ist die Software zu diesem Zeitgeist. Die technologische Komponente einer Denkweise, die sich davon entfremdet hat, mit Menschen über Standpunkte auf Augenhöhe und offen zu debattieren. Nichts scheint heute lästiger zu sein, als die in Diskussionen verlorene Zeit mit einem, der es anders sieht. Ein Filter für eine Wirklichkeit, wie man sie gerne hätte, sie lieber sähe, sie einfacher und unkomplizierter erlebte: Das war insofern längst überfällig. Wer glaubt, dass der Uploadfilter neutral eingesetzt wird, verkennt die Zeiten, in denen wir uns bewegen. Der verkennt zudem, wohin wir uns gesellschaftspolitisch hinbewegen.

Jede Abschweifung von offiziellen Thesen erlebt seit geraumer Zeit die soziale Ächtung. Zuletzt konnte man das besonders gut bei der schon genannten Kampagne namens #allesdichtmachen beobachten. Für Abweichungen gibt es heute bereits keine Lobby mehr. Der Filter könnte bereits den Ansatz einer falschen Meinungsäußerung zerstören. Gewiefte Zensurfreunde könnte argumentieren, dass so eine Kultur des Nichtgewährens ausgewählter Inhalte die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft aufhält, weil sie neuerliche Streitpunkte einfach nicht mehr aufkommen lässt.

Ist das Panikmache? Könnte man das übertrieben nennen? Hoffentlich. Aber die Erfahrung lehrt: Wenn es eine Technologie gibt, wenn man diese Technologie sogar zur Pflicht erhebt, dann wird sie auch genutzt. Und das nicht lax, sondern nach allen Regeln der Möglichkeiten. Es wird eine Frage der Zeit sein, bis die ersten politischen Entscheider den Uploadfilter ins Spiel bringen werden, um unliebsame Tendenzen der Meinungsbildung untergraben zu wollen. Die Betreiber, die indes um hohe Strafgelder fürchten, werden sich nicht zu sehr querstellen. Es fehlt der ganzen Angelegenheit an Kontrollmechanismen, sie stellt einen technologischen Willkürakt dar.

Bilder, Metaphern und grüne Elefanten

Zu den Memorabila dieser Republik gehört der Rückblick auf die Jahre vor 1945 – und seit einigen Jahrzehnten ebenfalls die Rückschau auf jenes Ostdeutschland, das vom Zentralkomitee geleitet wurde. Auch die DDR soll uns ein mahnendes Beispiel geben, erklärte man uns nun über Jahrzehnte. Als Blogger, Publizist und Kreativer muss man womöglich Anleihen nehmen bei den Altvorderen der Kulturszene des Ostens. Sie mussten nämlich den Uploadfilter umgehen. Der Uploadfilter hieß damals noch Zensor. Und er war ein Mensch. Das Prinzip war jedoch dasselbe.

Übrigens, mal einen kurzen Einwurf. Liest man bei Wikipedia nach, findet sich folgendes Argument, das für den Einsatz eines solchen Filters genannt wird: Uploadfilter »können manuell prüfende Arbeitnehmer vor psychischer Belastung schützen«. Konkret heißt dies, dass Zensoren auch nicht mehr sind, was sie mal waren. Auch sie sind nur Menschen. Sind sensible Naturen. Das Unterbinden von Content reibt sie auf. Der Uploadfilter ist quasi eine Arbeitsschutzmaßnahme. Nichts als blanke Fürsorgepflicht.

Der Filter von damals, der im Osten fungierte, war wie gesagt aus Fleisch und Blut. Man sagt den Künstlern aus der DDR nach, sie hätten ihre Werke mit geheimen Botschaften gespickt. Besonders Musiker hätten sich dieser Taktik bedient. Zwischen den Zeilen sang man von einer Freiheit, der es im Alltag mangelte. Man sprach in Metaphern, entwarf Bilder, die nicht direkt im Hier und Heute wurzelten, aber Parallelitäten zuließen; wenn man als Rezipient nur ausreichend phantasievoll war, konnte man sie ableiten und erkennen. Beliebt war der als grüner Elefant bekannte Kniff, der auch für Autoren geeignet war und in etwa so ging: Man setzte den Zensoren ein Werk vor, in dem man viele kleine Wahrheiten, die nicht gesagt werden durften, neben einen richtig großen Zensurklops setzte, der auf alle Fälle zensiert werden musste. Die Zensoren waren in dem Moment so auf den großen Lapsus fokussiert, dass sie die Kleinigkeiten drumherum gar nicht erst wahrnahmen.

Zwangsläufig mehr Poesie wagen!

Hört man heute die Rock- und Popmusik des Ostens, überrascht einem die blumige Sprache. Texte der Band Silly sind reinste Poesie, ihre Sängerin – die wunderbare Tamara Danz – hat nach eigenen Bekunden oft versucht, die Zensur dichterisch zu umschiffen. Karats »Blauer Planet« nahm nicht nur die Öko-Bewegung unserer Zeit vorweg, sondern war eine in bildhaften Naturschutzfloskeln gepackte Kritik an der Rüstungspolitik auch des Ostblocks. Und wer heute Karrussells »Als ich fortging« lauscht (»Nichts ist unendlich, so sieh‘ das doch ein …«), der spürt erst, wie sprachlich reif die Musik des Ostens war, während bei uns die »Monotonie des Yeah, yeah, yeah« kultiviert wurde, wie Walter Ulbricht es Jahre vorher in seiner bornierten Art lautmalte.

Natürlich gab es auch Schlagerbarden, die sich positiv zur Staatsführung äußerten und deren Texte nur so von Zuversicht strotzten. Aber wer als Künstler was auf sich hielt, der nutzte verquaste Sprache, bediente sich eines poetischen Idioms, das Deutungsspielraum zuließ. Das mag eine Chance für uns Nachgeborenen sein, die keinen Menschenzensor mehr kennen, sondern die sich jetzt mit dem algorithmischen Zensoren auseinandersetzen müssen. Wir werden unsere Sprache anpassen müssen, um uns durch die kleinen Poren des Filters drücken zu können.

Wir werden umschreiben müssen, lernen Signalwörter wegzulassen, um sie durch paraphrasierende, unverdächtige Worte zu ersetzen. Was wir brauchen werden, ist weniger dieser klaren Technokratensprache, die so durchsichtig ist. Stattdessen benötigen wir mehr Poesie. Dazu bedarf es auch eines Publikums, das bereit ist, poetisch aufzuschlüsseln. Das will gelernt sein, braucht Zeit. Zwangsläufig werden wir eine neue Sprache brauchen, um als Blogger, Publizisten und Kreative noch gehört zu werden, noch in den Netzwerken präsent zu sein, die zu einer ausgefilterten Wirklichkeit zu werden drohen. Es wird schwieriger werden. Vorwärts nimmer …

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Thomas Dose
Thomas Dose
1 Jahr zuvor

Guten Abend!

Man kann den Gedanken auch weiter spinnen.
Die gleiche Technologie (Künstliche Intelligenz?) kann auch auf den e-Mail-Verkehr angewendet werden.
Den Staatfeind (z.B. Maßnahmenkritiker) erkennt man an seinen Mails.
Vielleicht wird der Netzzugang gesperrt oder es kommt „Besuch“.
Aber auch hier gibt es den Ausweg Poesie.
Diese natürliche Intelligenz verkraftet keine KI.

Gruß aus dem hohen Norden

tomdose

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Thomas Dose
1 Jahr zuvor

Auch was, und ich dachte das wäre ein ganz alter Hut.

tomdose
tomdose
Reply to  Thomas Dose
1 Jahr zuvor

Gestern hielt ich das noch für eine Dysoptie.
Heute ist es Realität: Die Abschaffung des Digitalen Briefgeheimnisses
https://www.patrick-breyer.de/beitraege/nachrichtendurchleuchtung/

Wolfgang Seidel-Guyenot
Wolfgang Seidel-Guyenot
Reply to  Thomas Dose
1 Jahr zuvor

Hoffentlich. Aber vielleicht gibt es ja auch irgendwann KIs, die Poesie zumindest teilweise „verstehen“ können. Zumindest bei der griechischen (alexandrinischen ) und römischen Poesie (z. B. Ovid) haben Mathematiker anscheinend mathematische (und damit algorithmierbare) Strukturen erkannt. Der Hexameter könnte heirbei eine Schlüsselrolle spielen.
Der Hexameter ist der Grundvers des antiken Epos. Homers „Ilias“ und „Odyssee“, die ersten schriftlich fixierten Heldenepen der Menschheit, sind ebenso in Hexametern verfasst, wie die einige Jahrhunderte später entstandene Aeneis von Vergil.

Der Hexameter ist ein auftaktloser Sechsheber, der in der strengsten Variante ausschließlich aus Daktylen besteht, die jedoch teilweise durch einen Spondeus ersetzt werden, um Eintönigkeit zu vermeiden. Der Vers endet mit einem katalektischen, d.h. mit einer einfachen Senkung nur unvollständigen Daktylus. Durch die Vielzahl der Doppelsenkungen übertrifft der Hexameter selbst den Alexandriner an Länge.

Hexameter sind zwar oberflächlich betrachtet eher „starre Strukturen“. Aber hierbei kommt noch ein weiteres Element zum tragen, das man als mathematische Phonetik bezeichnen könnte. Durch geringe Unterschiede der Phonemmuster kann innerhalb der starren Hexameter-Grundstruktur eine ungeahnte Vielfalt an geordneten phonetischen Mustern entstehen.

Der „poetische Impact“, also die Evokation von Gefühlen, Bildern das Momentum des Tragischen, Komischen oder Erhebenden/Erhabenen etc ist im Hexameter quasi in der Rhythmik „verschlüsselt“ und phonetische Variationen ermöglichen weitere Verschlüsselungsmöglichkeiten..

Allerdings würden solcherart hochentwickelte KIs dann möglicherweise auch so etwas wie „moralische Algorithmen“ entweder selbst entwickeln oder zur Interpretation poetischer Werke bereits bei deren Programmierung benötigen und würden damit als „Schnüffel- und Ausspionier-KIs“ eventuell völlig unbrauchbar. Solche „poetischen KIs“ müssten wohl ungeheuer „intelligent“ aber auch irgendwie „sensibel“ und empfänglich für Ästhetik und Schönheit sein.

Sie könnten auch beginnen, so etwas wie moralische Skrupel, Empathie oder Sympathie zu entwickeln. Alles also noch lange nicht machbar und vielleicht auch niemals möglich oder gar erwünscht.

Das mit dem Schnüffeln in mails und der Überprüfung von solchen durch „KI-artige“ Programme, die auf bestimmte Wörter, Redewendungen etc.reagieren gibt es übrigens schon länger.

Last edited 1 Jahr zuvor by Wolfgang Seidel-Guyenot
Heldentasse
Heldentasse
1 Jahr zuvor

Auch was? Wie kann es denn überhaupt sein, dass in einer lupenreinen Demokratie, auf allen Ebenen versteht sich, überhaupt zensiert wird? Nun bin ich aber schwer enttäuscht.

Aber das kann ja gar nicht so sein, wenn das die Mutti wüsste!

Last edited 1 Jahr zuvor by Heldentasse
Pen
Pen
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Wenn das die Mutti wüßte? War doch ihre Idee verdammt!

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Also der Föhrer soll ja damals ja auch nicht gewusst haben, was seine Chargen an Vebrechen begangen haben. So redeten es sich nicht wenige, der besorgten Reichsbürger damals ein.

Pen
Pen
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Eine Freundin, früher Journalistin und links, die seit 40 Jahren in den US lebt, findet Merkel prima. Zu ihrer Zeit war die TAZ noch links.

Wenn man nur unsere MSM liest, muß man wohl so denken. Traurig ist das.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Mordred
Mordred
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Nene. Das geht auch hierzulande mit linken. Frei nach Volker Pispers:“Die Wähler bringen Merkel mit der Regierung garnicht in Verbindung.“

ChrissieR
ChrissieR
1 Jahr zuvor

Guude!

Mogugge, ob die bleed kinstlisch Indelligens aach Meenzer Gebabbel kapiern duut! Wann isch dann saach: Die Merkel is e doll Dunsel un de Spahn en Dollbohrer oddä de Klabauterbach is en elendische aale Hutsimbel…donn steht der Stasi-Kombjuder erst emol voll uffm Schlauch dät isch saache!

Jau
Jau
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Tähtsch och meene.

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Grandios ! 😄

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

donn steht der Stasi-Kombjuder erst emol voll uffm Schlauch dät isch saache!

Der is platt wie nooch vier Bembel. 🙂

Pen
Pen
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Bravo Chrissie, kannst Du uns einen Kurs in Meenzer gebabbel geben?

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Ei freilisch, mei Meedsche! Dodenach biste reif fer e Büttered se schreiwe!!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

LOL 😀

Pen
Pen
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

@Chrissie

Toll, danke, bis zum.nächsten Karneval, spreche ich fließend Meenzerisch. 😉

Brian
Brian
1 Jahr zuvor

Tja, wird wohl Zeit, daß wir wieder analoger werden…
Und was diese Scheiß-Algodingsdabums angeht, ich kriege ja jetzt schon einen Rappel,
wenn ich bei irgendeinem Unternehmen anrufe und erstmal einer künstlichen Nicht-Intelligenz 20 Fragen beantworten muss, bevor ich einen Menschen aus Fleisch und Blut an die Strippe bekomme…

zoppo trumq
zoppo trumq
1 Jahr zuvor

„Wir werden umschreiben müssen, lernen Signalwörter wegzulassen, um sie durch paraphrasierende, unverdächtige Worte zu ersetzen.“
„Stattdessen benötigen wir mehr Poesie.“

Das wird ein Wettlauf Mensch gegen Maschine:
wie schnell wird die KI die paraphrasierenden, unverdächtigen Worte und Poesie ebenfalls erkennen und wegfiltern?
wie schnell muss das Unverdächtige noch unverdächtiger werden, bis die KI wieder gelernt hat und die unverdächtig unverdächtigen Worte noch unverdächtiger werden müssen?
ensteht dann eine neue Form Sprache?
wer wird dies noch verstehen, schon jetzt ist der Anteil der Verstehenden sehr gering.

zoppo

Spartacus
Spartacus
Reply to  zoppo trumq
1 Jahr zuvor

Tja, da kann man mal sehen. In Orwells Wahrheitsministerium mußten noch Menschen Texte im nachhinein umschreiben.
Jetzt ist es schon so weit, daß Firmenalgorithmen verhindern, das mißliebige Texte überhaupt publiziert werden.
Da kann man dann auch alle 10 Jahre mit einem Filterupdate durchkehren und die Reste der Geschichte umschreiben.

Pen
Pen
Reply to  Spartacus
1 Jahr zuvor

Es gibt aber noch Bücher und Leute, die Bücher lieben.
Sie können nicht ALLE Bücher verbrennen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Brian
Brian
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Siehe Fahrenheit 451 😊

Tv
Tv
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@ Pen: Ihr Wort in Gottes Ohr 🙂

ShodanW
ShodanW
1 Jahr zuvor

Vielleicht braucht es ja solche Filter, bis auch die sonst so regierungsfreundlichen Nerds mal merken, was da gerade klammheimlich eingeführt wird. Corona war doch ein prima Vorwand, um sich hinter den Kulissen um neue Befugnisse zu kümmern.

https://netzpolitik.org/2021/ohne-staatstrojaner-polizei-und-geheimdienste-koennen-whatsapp-mitlesen/

Der große Aufschrei war auch nur ein mal passiert, daraus entsprang die Piratenpartei

https://netzpolitik.org/2021/urheberrechtsreform-uploadfilter-werden-gesetz/

Pen
Pen
1 Jahr zuvor
Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Hallo Pen, danke für den Link!

Ist halt ein Krieg. Und die Eliten gewinnen den m.E. gerade. 🙁

Tv
Tv
Reply to  Heldentasse
1 Jahr zuvor

Eliten? Oder nur „Machteliten“?

SCNR

Cetzer
Cetzer
1 Jahr zuvor

Der geschlagene Rebell schwenkt poetisierend die weiße Fahne und dichtet aus ihr einen KapitulierAmboss.
Nichts gegen DDR-Musik, aber ich empfehle eher die Flucht ins Reich Beethovens…

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Cetzer
1 Jahr zuvor

Es gibt diesbezüglich schon richtig prothetische Mucke

Extrabreit – Der Führer schenkt den Klonen eine Stadt
Und wenn man den ollen Ludwig van bemüht, es nachfolgendes geeignet eine schöne passende Stimmung zur Pandemie zu generieren.

Clockwork Orange (1971): Aversion Theraphy
Bzw. es wäre ja auch gut, so die Covidioten und Impfverweigerer zu überzeugen. Ist ja nur zu ihrem besten!

Last edited 1 Jahr zuvor by Heldentasse
Pen
Pen
1 Jahr zuvor

BERTOLT BRECHT – Lob der Dialektik

Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt.
Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre.
Die Gewalt versichert: So, wie es ist, bleibt es.
Keine Stimme ertönt außer der Stimme der Herrschenden.
Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut:
Jetzt beginne ich erst.
Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt:
Was wir wollen, geht niemals.
Wer noch lebt, sage nicht: niemals!
Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.
Wenn die Herrschenden gesprochen haben,
Werden die Beherrschten sprechen.
Wer wagt zu sagen: niemals?
An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.
An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird?
Ebenfalls an uns.
Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich!
Wer verloren ist, kämpfe!
Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?
Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen,
Und aus Niemals wird: Heute noch.

via 2020 news

Mordred
Mordred
1 Jahr zuvor

Dazu was artverwandtes via fefe:
https://www.patrick-breyer.de/beitraege/nachrichtendurchleuchtung/
Upsala. Hat Thomas Dose schon gepostet.

Last edited 1 Jahr zuvor by Mordred
jj
jj
1 Jahr zuvor

Gelernte DDR-Bürger haben endlich einen großen Vorteil.

Naja, wir müssen uns halt damit anfreunden, dass Abweichung keine Meinung mehr ist sondern als asozial oder gar antisozial gewertet wird.

Wolfgang Seidel-Guyenot
Wolfgang Seidel-Guyenot
1 Jahr zuvor

Hatte heute übrigens so etwas wie eine „unheimliche Begegnung der dritten Art“. Ich bin zufällig über einen Bericht über einen Wissenschaftler namens J. Bart Claasen gestoßen. Dieser hatte wohl in einem Journal (welches inzwischen im Internet als „unseriös“ klassifiziert wurde) etwas darüber geschrieben, dass durch die covid-19 Impfungen eventuell autoimmune neurodegenerative Erkrankungen ausgelöst werden könnten (wohlgemerkt alles nur im Konjunktiv!). Es handelt sich wohl um möglicherweise „prionenartige“ Strukturen im SARS-CoV 2 Spike Protein, bzw. in dem durch die mRNA-Impfstoffe codierten aber auch in der durch rekombinante adenovirale Vektoren wie das ChadOx (AstraZeneca) im Körper von Geimpften entstehende Fragmente von Spike. Ich bin selbst Biologe und mich interessierte das einfach mal. Ich lese so etwas übrigens immer sehr kritisch, und wollte auch das paper von Claasen sehr, sehr kritisch lesen. Weil ich weiß, dass bezüglich Nebenwirkungen von SARS-CoV2-Impfstoffen auch gelegentlich der letzte Mist behauptet wird. Aber es gab und gibt auch sehr rationale und wissenschaftlich einwandfreie Bedenken ggü. den Vakzinen von sehr guten und seriösen Wissenschaftlern. Als ich versucht hatte ein paper von Claasen aufzurufen, ist unmittelbar danach mein Internet „kollabiert“ und ich hatte keinen Netzzugriff mehr. Ich hab dann den PC komplett runtergefahren, eine Systembereinigung durchgeführt, sogar das Modem ausgeschaltet und dann wieder eingeschaltet, aber nichts ging. Erst nach ein paar Stunden konnte ich wieder ins Netz. Dies hat sich nicht nur einmal, sondern insgesamt viermal hintereinander (mit Pausen. Wenn ich nicht nach Claasen googelte passierte nichts) so ereignet. Ich konnte problemlos im Netz surfen, solange ich nicht nach J. Bart Claasen gesucht habe, aber sobald ich dies tat!!! Immer wieder die selbe Sch****. Ich will jetzt nicht paranoid werden, und ich komme mir jetzt selbst etwas „merkwürdig“ vor, wenn ich das hier schreibe. Ich weiß auch, dass Netzschwierigkeiten immer wieder mal vorkommen können. Aber viermal das gleiche Szenario, und immer „post-J. Bart Claasen“??? Seitdem ich im Google nicht mehr nach J. Bart Claasen suche habe ich wieder einwandfreien Netzzugang. Vielleicht war’s ja auch wirklich nur ein dummer Zufall.

Last edited 1 Jahr zuvor by Wolfgang Seidel-Guyenot