Wie könnte ich Covid leugnen?

Nun ist es passiert: Im unmittelbaren Bekanntenkreis gab es einen Covid-Todesfall. Besonders tragisch in seiner Art: Die Person war nicht sonderlich alt und es ist nicht bekannt, dass sie vorerkrankt war. Was heißt das jetzt für mich als Kritiker der Corona-Maßnahmen? Muss ich umdenken? Mich nun doch für den Lockdown engagieren?

Wie fängt man das am besten an? Mit einem lauten Ausruf: Scheiße! Wir haben jemanden aus dem unmittelbaren Bekanntenkreis verloren. Covid-19 – an den Diagnose gibt es keinen Zweifel. Ein atypischer Fall. Zu jung, nicht bekannt vorerkrankt. Das hat uns zuletzt sehr mitgenommen. Tut es noch. Wie schwer müssen erst die zwei minderjährigen Kinder leiden? Die Nachricht vom Tod war ja für uns schon bitter. Scheiße. Das Wort ist viel zu mild.

Nach dieser traurigen Bewandtnis grübelt man natürlich. Hat man es zu leicht genommen? Die Pandemie unterschätzt? War man den Querdenkern zu nahe? Argumentierte man fahrlässig? Soll jetzt der Hyperlockdown kommen? Solche Zweifel sind menschlich. Man darf sie nicht wegschieben, man muss sie prüfen und abwägen. Und neu einordnen. Die Gefahr ist dabei groß, sich im Subjektiven zu verstricken. Gesellschaftliche Debatten brauchen allerdings einen objektiven Blick.

Tränen und Realismus

Man hat im letzten Dreivierteljahr viele solcher persönlicher Erfahrungsberichte gelesen. Da wurden etliche von Saulus zum Paulus, weil sie es mit der Krankheit zu tun bekamen. Entweder selbst oder in ihrem Umfeld. Jetzt würden sie die Sache anders sehen, nicht mehr so locker. Nun ist ihnen klar: Es müsse alles getan werden, um Covid-19 zu vereiteln. Diese Erweckungsgeschichten fanden Anklang bei den Falken der Corona-Politik. Mit schlimmen Schicksalsschlägen lässt sich jede noch so aktionistische Maßnahme moralisch integer darlegen. Sie werden also instrumentalisiert. Und jeder, der freundlichst nach seinen Grundrechten fragt, wird als kalt, gleichgültig und menschenverachtend interpretiert.

Der Verlust in unserem persönlichen Umfeld war keine Marginalie. Er hat mir uns was gemacht. Aber trotz rinnender Tränen versuchten wir uns am Realismus zu orientieren: Man kann nämlich persönlich traurig sein und die gesamte Gemengenlage dennoch nicht auf rein persönlicher Ebene betrachten. Das ist sogar dringend nötig. Beides schließt sich nicht aus. Für uns stellt sich seit langem eines als ungesagte Wahrheit dar: Das Pandemie-Management wird von einer Antriebsfeder des Unrealistischen angezogen. Man kann Infektionsgeschehen nicht verwalten, deckeln oder wie einen Dackel Gassi führen.

Die meisten Infektionen geschehen im privaten Bereich. So auch bei unserer Freundin. Das ist ein Raum, der unregulierbar ist. Man kann sicherlich temporär dringend empfehlen, die Kontakte zu beschränken. Aber ein Jahr lang? Oder länger? Das ist aussichtlos und unrealistisch – und es beschwört das Elend herauf, wenn man dort grundsätzliche Kontrollen zulässt. Mit diesen Worten hat der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier die Kanzlerin vermahnt, als sie Wohnungskontrollen etablieren wollte – er sah das als viel zu weitreichend an. Dass ausgerechnet ein knochentrockener Konservativer wie Bouffier immer mal wieder als Vernunftsstimme auftritt, sagt viel über das Problem dieses Lockdownismus‘ ohne Realitätssinns aus.

Ein im Grunde philosophischer Streit

Man muss es also in gewissen Sinne hinnehmen, muss es den Menschen selbst überlassen, wenn man nicht nachhaltig einen Polizeistaat etablieren möchte. Und diese Haltung führt geradewegs zur Einsicht, dass es Schicksalsschläge geben wird, ja geben muss. Eine Pandemie ist eine Naturkatastrophe – das hat selbst Drosten in einem lichten Moment mal betont -, man muss sie aushalten. Manchmal unter Tränen. Aber stoisch. Panik hilft nicht. Hysterie noch weniger. Was wäre denn die Lösung gewesen für unsere Freundin? Ihr Kinder meiden über Monate? Die Kinder einsperren über einen ähnlich langen Zeitraum? Ist das alles menschlich? Entspricht das den realistischen Umständen des Menschseins?

Es ist ein bisschen verwunderlich, dass eigentlich noch niemand festgehalten hat, dass diese Spaltung zwischen Lockdownbefürwortern und Lockerern, zwischen strikter Verbotspolitik und laxen Geboten, ein Streit der Lebenseinstellungen oder Lebensphilosophien ist. Ja, er ist fürwahr ein im Kern philosophisches Ringen darum, wie man die Welt sieht und wie man sich in ihr bewegt: Hat der Mensch grundsätzlich die Kontrolle oder redet er sich das ein? Muss man aktiv werden oder aushalten können? Wie Blaise Pascal häuslich das Unglück vor der Türe meiden oder die Welt und ihre Gefahren annehmen? Ist der Cartesianismus mit seinem methodischen Zweifel und seinem Rationalismus zielführender – oder der Stoizismus mit seiner Nüchternheit und seinem Determinismus?

Dass man den Stoikern nun medial immer wieder laute Vorwürfe macht, halte ich nicht für geboten. Nehmen wir nur Hendrik Streeck: Er ist ein Stoiker, denn er legt nahe, dass man mit dem Determinanten namens Corona-Virus leben werden müsse. Der Preis seiner Aussage ist hoch. In den Netzwerken wirft man ihm unter #SterbenMitStreeck vor, er würde den Nihilismus seines Großvaters reanimieren, der weilandt an der Planung von Konzentrationslagern beteiligt gewesen sein soll. Dabei ist die stoische Haltung nur eine Möglichkeit, mit dem Leben und seinen Fährnissen zurechtzukommen. Wieso sollte diese innere Haltung nicht mindestens so berechtigt sein, wie der hysterische Aktionismus, der der Debatte den Stempel der Kopflosigkeit aufdrückt?

Wer mich nochmals Leugner nennt, dem knall ich eine!

Und wieso unterstellt man dem Stoiker eigentlich, er sei im Grunde seines Wesens ein Leugner? Das trifft in keiner Weise zu. Der Leugner wiegelt ab, guckt der Wahrheit nicht ins Gesicht. Der Stoiker guckt aber genau dort hin: Und lächelt. Er ist das Gegenteil eines Menschen, der die Realität verdrängt. Aber wie immer in dieser entkontextualisierten Zeit hat man alle, die nicht für diese hysterische Corona-Politik sind, zusammengefasst und über einen Kamm geschert. Vereinfachung ist schließlich wichtig, will man den Überblick nicht verlieren.

Mit dem Vorwurf im Lager der Leugner zu stecken, haben wir es als Blogger seit Monaten zu tun. Just in dem Moment, da wir aufgehört haben, uns diese politisch-mediale Überrumpelungstaktik gefallen zu lassen, fing es damit an. Ob Kritik an der Maskenpflicht im Freien, an Mund-Nase-Prüfdienstlern, Alkoholverboten, Ausgangssperren oder Platzverweisen, an der Nachfrage, wie es mit den Grundrechten aussieht: Wir ernten abschätzige Reaktionen. Stets schwingt bei denen, die dagegenhalten ein Vorwurf mit, der da lautet: Ihr nehmt es nicht ernst, ihr seid Leugner! Der Corona-Leugner ist ja ein nicht zufällig gewählter Begriff. Man denkt automatisch an den Holocaust-Leugner. Und in der Artverwandtschaft zu diesem Typus wird man gerückt. Nicht umsonst werden Covidioten, wie man sie auch nennt, inhaltlich unter Nazis verbucht.

Eine Sache muss ich aber anmerken: Nie habe ich das Virus geleugnet. Nie war ich der Ansicht, dass eine wirkliche Infektion – nicht nur der positive Test – eine sehr schlimme Lebenserfahrung sein kann oder dass man nicht daran sterben könnte. Wie man mit der Krise umgeht, dass es eine Krise in der Krise gibt, Überdrehungen, zu viel Panikmodus, falscher Hurra-Bürgersinn, der zum Beispiel die Versäumnisse von früher ignoriert, also die Mangelwirtschaft im Gesundheitswesen: All das war und ist mein Thema. Wie könnte ich denn die ganze Geschichte leugnen? Wer das nochmal behauptet, dem knall ich eine. Ich kann mindestens so gefährlich sein wie das Virus.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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51 Gedanken zu „Wie könnte ich Covid leugnen?

  • 9. Februar 2021 um 9:45
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    Online als Leugner und als Nazi beschimpft zu werden, habe ich mich fast gewöhnt…
    Aber nur fast. Bis jetzt hatte keiner den Mumm mich persönlich so zu nennen…
    Na dann gäbe es tatsächlich aufs Fressbrett und nicht zu knapp!
    Aus den gleichen Gründen wie im Artikel genannt!

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 11:57
    Permalink

    An dieser Stelle mein herzliches Beileid für den Verlust eines geliebten/geschätzten Menschen. Aber auch: danke für den Appell sich nicht verbiegen zu lassen. Die Krankheit und das Vitus sind nämlich immer noch eine andere Kragenweite wie Maßnahmen und deren Folgen.

    Antwort
    • 9. Februar 2021 um 12:12
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      Sorry…ich wollte nicht herzlos sein..
      Natürlich auch von mir herzliches Beileid…nur…Leben ist halt immer auch…Sterben. Und ich hatte mir damals auch ein Motorrad gekauft, obwohl auch in der näheeren Bekanntschaft tödliche Unfälle passiert waren…
      Und ich hatte liebe Arbeitskollegen, die von jetzt auf gleich an Herzversagen gestorben sind…einer sogar auf Linie..der konnte noch die Feststellbremse reinreissen…gestorben mit 53 Jahren, ein 2 meter Mann, nebenbei Jäger Naturbursche…Kondition….man weiss nie, wann der Sensenmann ( oder Frau/diverse) anklopft…

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 13:29
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      @Shodan

      Dem schließe ich mich an.
      Wenn man mal ein paar Jahrzehnte hinter sich gebracht hat, blickt man auf einige solcher Fälle zurück, ganz ohne Corona.

      Jeder einzelne Verlust an Leben ist tragisch für den Verstorbenen wie für die Partner, Angehörigen, Freunde und ganz besonders für Kinder, wenn vorhanden.
      Trotzdem geht das Leben weiter, wenn auch mit anderem Verlauf, als ursprünglich gedacht.

      Mein herzliches Beileid zu deinem Verlust, Roberto.

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 13:34
      Permalink

      Es ist schlimm, einen mir nahestehenden, geliebten Menschen durch eine Krankheit zu verlieren. Noch schlimmer aber wäre, wenn jemand, dessen Existenz durch die Maßnahmen zerstört ist, Selbstmord begeht, was leider immer häufiger vorkommt.

      Antwort
      • 9. Februar 2021 um 17:23
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        Ganz ehrlich, den langsamen Tod zu sterben ist schlimmer. Wenn man seinen eigenen Zerfall beobachten und sich da nicht selbst wieder herausarbeiten kann, vielleicht von anderen da hineingetrieben wurde, dann finde ich das schlimmer als „nach kurzer Krankheit“. Auch wenn kein Tod wirklich schön ist.

        Antwort
    • 9. Februar 2021 um 13:29
      Permalink

      Irgenwie hab ich heut wohl das Talent, mich unbeliebt zu machen…

      Ich kann dich beruhigen, kenne Roberto gut genug, um zu wissen, dass du dich bei ihm sicher nicht unbeliebt gemacht hast.

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 15:33
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      Tom hat recht. Ich bin nicht so kleinlich.

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 20:49
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      @ChrissieR

      Zuckerschneckchen,

      Es ist wahrhaft ein Talent, der Versuchung zu widerstehen, sich an jede „Polonaise“ hinten anzuhängen.

      Bleib so! 😉

      Antwort
  • 9. Februar 2021 um 13:08
    Permalink

    Tut mir wirklich leid, Roberto. Und danke für den Artikel.

    Wir werden mit dem Virus leben müssen. So, wie wir gelernt haben, mit anderen Krankheiten zu leben.

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 13:47
    Permalink

    Trotz der Tragik in einem solchen Fall, wenn ich überlege, wie ich selbst damit umgehen würde – ich denke, ich würde trotzdem kritisch bleiben. Fragen und versuchen zu klären, ob die vermeintlich kerngesunde Person wirklich an und nicht mit COVID-19 verstorben ist, ob da nicht vielleicht doch eine bisher unentdeckte, schlummernde Vorerkrankung eine Rolle gespielt haben könnte. Und wenn nicht – ja, auch Kerngesunde können offensichtlich daran sterben. Das macht so einen atypischen Fall eben aus. Ihn zu Generalisieren wäre aber ein fataler Schluss und würde der Realität nicht gerecht werden.

    Mein Beileid auch an dieser Stelle.

    Das Problem beim Corona-Skandal ist: Es herrscht zu viel Schwarz-Weiß-Denken bzw. Darstellung. So nach dem Motto: Entweder, du glaubst an das Virus, oder du leugnest es. Dass es der Mehrheit der angeblichen Leugner eigentlich nicht um Leugnung, sondern nur um Verhältnismäßigkeit, Vernuft und Sachlichkeit in der Handhabe der Situation und den Entscheidungen geht, wird verkannt und ist so ja auch nicht gewollt. Denn so eine Gesundheitsbedrohung ist natürlich das perfekte Machtinstrument zur Angsterzeugung. Kein Wunder, dass die elitären Kreise es für ihre Zwecke auskosten wollen, so gut es geht.

    Verluste werden wir immer erleiden – aber unnötig Opfer zu bringen, um diese zu vermeiden, ist nicht der richtige Weg.

    Antwort
    • 9. Februar 2021 um 14:18
      Permalink

      Ja, genau! Sonst müsste man auch Haushaltsleitern verbieten, weil man da ja auch beim Fensterputzen runterfallen und sich das Genick brechen kann!

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 15:25
      Permalink

      Das macht so einen atypischen Fall eben aus.

      Eben. Seit ich die 29 Sitzung des C. A. mit Dr. Füllmich gesehen habe, der unerschroken sein Publikum mitteilte, dass er Beweise dafür hat, dass 95% aller angeblich in Italien und den USA verstorbenen an Corona eben nicht an oder mit den Löffel abgegeben haben. Seit dem kann mich das Virus am Arsch lecken.

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 16:51
      Permalink

      @FS

      Trotz der Tragik in einem solchen Fall, wenn ich überlege, wie ich selbst damit umgehen würde – ich denke, ich würde trotzdem kritisch bleiben. Fragen und versuchen zu klären, ob die vermeintlich kerngesunde Person wirklich an und nicht mit COVID-19 verstorben ist, ob da nicht vielleicht doch eine bisher unentdeckte, schlummernde Vorerkrankung eine Rolle gespielt haben könnte.

      Dazu müßte man obuzieren, um dem auf die Spur zu kommen.

      Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, nämlich auf mehrere Viren zu testen.
      Laut Dr. Wodarg bei der letzten Sitzung des Corona-Ausschusses besiedeln nicht nur Corona-Viren in der Wintersaison unseren Körper, sondern unzählige andere Arten, die sich z.T. als gefährlich erweisen können.
      Getestet wird aber nur auf Covid19.

      In Thailand z.B. wird auf mehrere Viren getestet was, lt. Dr. Wodarg, auch hier problemlos möglich wäre, gerade weil wir nicht zu den armen Ländern zählen.

      Warum sich Politik und „ausgewählte Wissenschaftler“ ausschließlich in Covid19 verbeißen, darüber kann sich Jeder selbst so seine Gedanken machen.

      Mit echter Anstrengung, die Bürger zu schützen, hat das wohl nichts zu tun.

      Antwort
  • 9. Februar 2021 um 14:40
    Permalink

    Die Frage, die bleibt ist doch: Wie wollen wir künftig leben? Zu Hause & auf der Arbeit eingesperrt, mit der Ausnahme des lustigen Einkaufens? Wollen wir das jetzt künftig so mit jedem Virus durchexerzieren? Jeden Tag ne Packung Sagrotan auf die Straße schmeißen?

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 15:40
    Permalink

    Deine Worte gehen unter die Haut, Roberto. Puh. Aufrichtig, einfühlsam und dennoch differenziert und leidenschaftlich beschrieben. Ganz schwer, das jetzt angemessen zu kommentieren – merke ich gerade . . .

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 17:21
    Permalink

    Kleiner Nachtrag dazu und bezugnehmend zu eurem vorherigen Podcast. Ja, es ist tragisch, wenn man den Tod erleben muss, auch auf diese Weise. Aber mal ehrlich: ist jetzt Krebstod weniger wert? Autounfall? Mord? Manchmal denke ich, es gäbe so eine Art Ranking für die schlimmsten Tode, und dann kommt die Schuldsuche. Corona radikal ausmerzen, wie Nazis, wie Chauvisten, wie keine Ahnung was ihnen noch so gegen den Strich geht.

    Antwort
    • 9. Februar 2021 um 17:47
      Permalink

      Erstmal herzliches Beileid.

      Wenn man bei z.B. bei ZON so etwas schreibt wie das sich die breite Masse an Dinge wie Krebstote gewöhnt hat kann es sein das jemand schreibt das Krebs nicht ansteckend sei. Und dann soll man nicht wie der große Philiosoph Loddar Maddäus so schön sagte den Sand nicht in den Kopf stecken.

      Antwort
    • 9. Februar 2021 um 18:09
      Permalink

      Sterben gehört zu Leben! Und nicht sterben können, obwohl man es doch will wenn das Leben keinen Sinn mehr macht oder nur noch würdelos ist, ist schlimmer als der Tod, m.E.

      Antwort
      • 9. Februar 2021 um 19:11
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        Ich habe mich immer mal wieder mit dem Sterben beschäftigt und bin zu diesem Schluß gekommen: Wenn man innerlich bereit zum Sterben ist, hat man keine Angst mehr vor dem Tod.

        Antwort
      • 11. Februar 2021 um 17:45
        Permalink

        Das käme auf die Art an. Pento Barbital bekommst Du auch im Darkweb schwer.

        Antwort
        • 11. Februar 2021 um 19:43
          Permalink

          @Defi Brillator

          Eion Freund von mir, ein Diabetiker, hat Angst vor Unterzuckerung, weil es den Tod bedeutet, wenn mehr Insulin im Körper vorhanden ist, als es Kohlenhydrate zu verarbeiten gibt.
          Ihm dräut, er könne nach einer Spritze in Ohnmacht fallen und nie mehr aufwachen.

          Antwort
          • 11. Februar 2021 um 22:46
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            Das funktioniert bei mir nicht. Aber friedlich einzuschlafen, scheint immer noch die beste Option zu sein. Ein bisken Vomex, 100 ml PB, dazu nen ordentlichen Single Malt und fertig ist die Laube.

          • 12. Februar 2021 um 0:34
            Permalink

            @Shodan

            Das sollte jetzt keine Anleitung sein. 🙂
            Was ist Pb?
            Single Malt klingt schonmal nicht schlecht. Am Besten ein Islay, damit man sich an den Erdgeschmack gewöhnt. 😀

          • 12. Februar 2021 um 1:25
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            Wie o. a. Pento Barbital. Ist wirksam und erprobt. Rohypnol gänge zwar auch, da braucht man aber mehr.

  • 9. Februar 2021 um 18:05
    Permalink

    Wie fängt man das am besten an? Mit einem lauten Ausruf: Scheiße! Wir haben jemanden aus dem unmittelbaren Bekanntenkreis verloren. Covid-19 – an den Diagnose gibt es keinen Zweifel.

    Roberto, mein Beileid zu diesem menschlich tief traurigen Fall.

    Ohne den Verlust zu relativieren, ist es doch so, dass die die trauern für sich daraus Konsequenzen ziehen können bzw. sollten, wenn die notwendige Trauerarbeit funktioniert, aber bitte immer darauf achten, dass die persönlichen Entscheidungen nicht in die Grundrechte anderer eingreifen. Bzw. geeignet sind den schlimmen Fingern Vorschub zu leisten, die m.E. aus einer (mehr oder wenigen) freiheitlichen Land ein faschistoides Gebilde machen wollen, und es leider zum Teil auch schon geschafft haben.

    Auch ist es so, dass nach dem Grundgesetz die Würde des Menschen sogar noch über dem hohen Gut des menschlichen Lebens steht, und von daher könnte man auch auf den Gedanken kommen, dass der mögliche Preis der Freiheit, nämlich schlimmstenfalls, auch das Risiko eines früheren Todes beinhaltet.

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 18:56
    Permalink

    Hallo Roberto. Das tut mir sehr leid… Aber… Das ist das Leben. In den letzten 5 Jahren ist der Vater einer Mitarbeiterin mit 66 gestorben und die Mutter einer anderen Mitarbeiterin mit 48. Beide an Krebs. Meiner Schwiegermutter wurde die linke Brust abgenommen und mein Schwiegervater hatte zwei Mal eine Kopf OP wegen eines Hirntumors. Ein guter Freund von mir hatte vor 7 Jahren Hodenkrebs.
    Meine Frau ist Krankenschwester. Sie hat mehr junge Frauen und Kinder sterben sehen, als irgend ein Mensch sehen sollte. Wer einmal ein Sternenkind für die Eltern herrichten musste, der hat kein Verständnis für die Aufregung, wenn in einem Heim Menschen am Ende ihres Lebens an einer Viruspneumonie sterben. Jeder Tod ist tragisch, aber er gehört zum Leben dazu. Es wird Zeit, dass wir diesen Spuk beenden und uns unser Leben zurückholen… Auch mit dem Risiko, dass wir sterben können.

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 21:13
    Permalink

    Sehr stark! Ein Stück zeitgeschichtlicher Journalismus. Vielen tausend Dank für die Offenheit und differenzierte Klarheit.

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 21:30
    Permalink

    Für die Anteilnahme und die freundlichen Worte danke ich herzlich.

    Antwort
    • 10. Februar 2021 um 15:08
      Permalink

      Auch von mir natürlich Anteilnahme….

      Antwort
  • 9. Februar 2021 um 22:49
    Permalink

    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte und dass du diesen Schicksalsschlag geteilt hast mit der Öffentlichkeit, meinen großen Respekt!
    Schon lange denke ich über „ohne Vorerkrankungen“ nach und frage mich, ob jemand da draußen eigentlich weiß, dass ich eine Vorerkrankung habe?
    Bei allem Stress im Alltag durch den ganzen Mist merke ich, dass ich mich im letzten Jahr viel mit dem Tod beschäftigt habe und dazu gelernt habe. Ich habe wichtige Gespräche geführt und Vorbereitungen getroffen. Der Tod hat einiges an Schrecken verloren für mich, dafür bin ich tatsächlich irgendwie dankbar.

    Antwort
  • 9. Februar 2021 um 23:43
    Permalink

    Hat mir sehr gefallen was Du da geschrieben hast Roberto.

    Ich und meine Partnerin hatten keine Angst vor Corona trotz Vorerkrankungen. Fanden das der Popanz Covid zu sehr aufgeblasen wurde, haben uns allerdings auch von Anfang an informiert.

    Nun liegt meine Süsse hier neben mir und vergeht langsam, da vor 3 Wochen Krebs unheilbar festgestellt wurde. Sie hat nur Angst das ich sie „weggebe“, was ich niemals machen würde.

    1 Woche war sie im Krankenhaus und ich durfte nur anrufen, das hat sie noch mehr runtergezogen. Jetzt muß ich ihr beistehen und hoffe, das ich die Kraft dafür habe.

    Durch die Lockdowns wurde sie aber schon vorher depressiv, kam mit dem Maske tragen nicht klar, konnte nicht auf Flohmärkte und Konzerte gehen, das hat sie fertig gemacht.

    Denke mit knapp 62 hätte sie noch viel länger leben dürfen/sollen. Schon mein Bruder ist mit 30 tödlich verunglückt, das Leben kann schon ziemlich scheiße sein.

    Muß man halt das beste draus machen, was bleibt einem auch übrig.

    ThinMan

    Antwort
    • 10. Februar 2021 um 6:30
      Permalink

      Das Thema Krebs wollte ich auch hier ansprechen, denn ich habe vor einigen Jahren eine sehr gute Freundin viel zu früh an diese Krankheit verloren (sie war unter 50).
      Darf ich aus der Rückschau eine persönliche Empfehlung geben?
      Bemühen Sie sich um einen Platz in einem würdevollen Hospiz, vermeiden Sie dagegen irgendmöglich, dass Ihre Partnerin die letzten Wochen, Tage, Stunden in einem Krankenhaus zubringen muß.
      Sie werden vermutlich ein wenig um den Platz kämpfen müssen, aber glauben Sie mir, es lohnt sich.
      Ich habe damals mit Entsetzen miterleben müssen, wie meine Freundin auch noch in den letzten Lebenswochen zum Experimentalobjekt für eine angeblich „ganz tolle, neue Therapie aus den USA“ gemacht wurde. Und welche/r Todkranke würde sich nicht daran klammern?
      Mit nachträglich angeeignetem Wissen und Berichten von anderen Betroffenen muss ich aber zu der Erkenntnis kommen, dass man meiner Freundin damals nie wirklich helfen wollte. Sie war schlicht degradiert worden zu einem „Mittel zum Zweck“. Lassen Sie das nicht für sich beide zu. Ich wünsche Ihnen nur das Beste!

      Antwort
      • 10. Februar 2021 um 13:16
        Permalink

        Niemals nicht würde ich sie irgendwo hin geben, das ist ja ihre größte Angst.

        Habe jetzt eine Palliativ-Ärztin und einen Pflegedienst, die kommen nach Hause.

        Sie wird bei mir sterben und wenn es das Letzte ist, was ich tue.

        Wir werden sogar noch schnell heiraten, hab jetzt alle Unterlagen zusammen und die Trauung kann zu Hause stattfinden, das Standesamt war da extrem schnell und sehr verständnisvoll.

        Ich schaff das, ich muß einfach, sie war auch immer für mich da und hat gut für mich gesorgt, alle meine Marotten unterstützt und sich nie beklagt.

        Bin zwar nicht gläubig und das System „Kirche“, egal welche lehne ich ab, aber irgendwann sehen wir uns als Energieteilchen wieder oder sitzen vielleicht als Amseln nebeneinander, wer weiß das schon.

        Gruß ThinMan

        Antwort
    • 10. Februar 2021 um 8:37
      Permalink

      @ThinMan

      …ich suche nach Worten…aber was Du gerade erleben musst in diesen Zeiten…bleib ausreichend stark für Deine Partnerin!
      Ohne meine Partnerin würde ich sehr wahrscheinlich versuchen, mein Leben zu beenden, da ich durch die Massnahmen und den Verlust der Lebensfreude ziemlich depressiv geworden bin. Aber ich will ihr kein ungeordnetes Chaos hinterlassen. Auf ein Leben in totaler Überwachung und Unfreiheit habe ich keine Lust und würde das Ableben vorziehen! Noch vor einem Jahr war ich lebensfroh und hatte gute Ideen, was ich in der Rente jetzt so machen will. Jetzt liege ich lange im Bett und wünsche mir morgens schon den Abend herbei, wieder ein Sch****-Tag abgehakt.
      Die Sinnlosigkeit des Daseins…was ist das Leben? Momentan nur Fressen und pennen…toll….
      Mir tut es nur leid für unsere Töchter, die mitten im Leben stehen…hoffentlich setzen die niemals Kinder in diese immer bekloppter werdende Welt!

      Antwort
      • 10. Februar 2021 um 21:46
        Permalink

        Momentan nur Fressen und pennen…toll

        Quatsch, du kannst immer noch genug Dinge machen die Spaß machen, und sei es nur vögeln.

        Und wer deine Beiträge seit Jahren verfolgt, weiß genau, dass du keine Frohnatur warst sondern schon immer mit deinem Schicksal haderst. Ich kenne keinen der so oft öffentlich vom Suizid schreibt, ist schon ungerecht deiner Partnerin gegenüber.

        Antwort
        • 10. Februar 2021 um 23:02
          Permalink

          Was bist du denn für ein gefühlskaltes Subjekt..? Geh sterben echt mal!

          Antwort
          • 11. Februar 2021 um 6:35
            Permalink

            Was bist du denn für ein gefühlskaltes Subjekt..?

            Und das aus deinem Munde😅
            Wenn ich so eine Kacke wie nur pennen und fressen lese und alles wegen dem bösen lookdown, dann haue ich mir vor Lachen halt auf die Schenkel. Du kannst den ganzen Tag spazieren, Rad fahren,die Natur geniessen, überall bekommst essen, trinken to go, statt Flohmarkt gibt es genug schöne Wochenmärkte. Statt Kino halt Netflix oder you tube, Bücher lesen, an einer Ente schrauben,fic. en, Massagen, der Tag kann gar nicht lang genug sein, für all die schönen Dinge des Lebens,und das trotz des grausamen, bösen lookdown. Da brauch ich nicht den ganzen Tag nur fressen und pennen, will gar nicht wissen, wie so ein Mensch nach 10 Wochen so aussieht. Die gute PEN schreibt ja immer was von der fetten Merkel.
            Und ihre Hilfeschreie seit Jahren, das ewig gleiche., ich will nicht mehr, dafür gibt es professionelle Hilfe.

          • 11. Februar 2021 um 6:47
            Permalink

            Was soll das… ? Du bist schon widerwärtges Subjekt.

          • 11. Februar 2021 um 7:26
            Permalink

            @Johnny

            Spar dir deine Ratschläge.

            Es entscheidet immer noch Jeder für sich, was hm oder ihr Spaß macht oder auch nicht, nur dass diese Freiheit der Entscheidung seit fast einem Jahr von Oben herab massiv beschnitten wird.

            Leute mit deiner Lehrer-haften Gesinnung haben schon Millionen Menschen mit Hartz4 auf unterstes Niveau gesetzt und sie anschließend mit tollen Ernährungstips für flache Geldbeutel bespaßt, während sie sich selbst das beste Futter leisten konnten.

            Für mich sind das Empathie-lose, selbstgefällige Arschlöcher.

    • 11. Februar 2021 um 7:45
      Permalink

      Danke, liebe ChriessieR.

      Zu Deinen „dunklen“ Gedanken möchte ich Dir gern einen Schubs geben, damit Du Dir echte Hilfe angedeihen lassen kannst.
      Für eine „Schnupperstunde“ bekommst Du sicher bei zahlreichen Psychotherapeuten einen Termin und musst nicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten. Die Chemie muss einfach stimmen.

      Ob nun die nach der Freudschen Art arbeiten die Richtigen sind – keine Ahnung.
      In der Serie >In Therapie<, die Du Dir per Mediathek von arte reinziehen kannst, bekommst Du einen ausgiebigen Einblick.

      Eine meiner Freundinnen lernte bei ihm
      https://franz-ruppert.de/de/
      wendet das Wissen aber nicht für andere an sondern ist weiterhin im Austausch hier
      http://www.detlev-blechner.de/

      Dir ist bekannt, dass wir als Kriegkinder oder Kriegsenkel Traumata unserer Eltern aufhuckten?
      https://www.sabine-bode-koeln.de/

      Alles Gute!!!

      Falls Bedarf: Über meine Homepage findest du meine private Mail-Adresse.

      Antwort

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