Norbert Häring im Interview: Der „Great Reset“ als Instrument der Ablenkung

In letzter Zeit ist häufig vom „Great Reset“ die Rede. Doch was steckt hinter diesem vermeintlichen großen Neubeginn? Darüber habe ich mit dem Journalisten Norbert Häring gesprochen.

Der Begriff „Great Reset“ geht zurück auf Klaus Schwab, den Gründer des Weltwirtschaftsforums, der in seinem Buch „Covid-19: The Great Reset“ ganz offen über den Neubeginn nachgedacht hat.

Ist dieser große Neuanfang tatsächlich eine neue Form des Kommunismus, wie man oft liest? Oder doch eher ein Instrument des Kapitalismus, um eine neue Gesellschaft zu gestalten, in der die Wirtschaft das Sagen hat, nicht die Politik?

Und: Kann womöglich ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ der Ausweg aus der wirtschaftlichen Krise sein?

Der Podcast befindet sich unter den weiterführenden Links.

YouTube 

Weiterführende Links:

Rezension von “Covid-19: The Great Reset” von Klaus Schwab und Thierry Malleret

Great Reset: Das Weltwirtschaftsforum plant den Großen Neustart, um ihn zu verhindern

Rückkehr zur Normalität darf es nicht geben, weil das Weltwirtschaftsforum den Großen Neustart will

Norbert Häring zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“

Imagefilm des Weltwirtschaftsforums

Interview mit Paul Schreyer über die Hintergründe der Corona-Krise

Diesen Beitrag ausdrucken

Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

Unterstütze uns und hilf dabei, die neulandrebellen besser und wirkungsmächtiger zu machen
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

34 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Franz Schneider
Franz Schneider
1 Jahr zuvor

In den folgenden Ausführungen stelle ich Überlegungen an, die nicht jedem gefallen werden.
 
Die Anregungen habe ich einerseits durch die Lektüre des Buches von Höfgen („Mythos Geldknappheit“) und andererseits durch kritische Ausführungen von Josef Huber (Vordenker des Vollgeldansatzes) zur MMT gewonnen. Ich mache damit aber weder den einen noch den andern zum Garanten dessen, was ich behaupte. Die Ausführungen betrachte ich als ein ausgesprochen idiosynkratisches Produkt.
 
Meine Grundthese: die MMT ist ein stromlinienförmiges Produkt innerhalb weltweiter Prozesse auf den Geld- und Finanzmärkten. Merkwürdig ist, dass die Vertreter selbst diese Gefährlichkeit nicht erkennen wollen oder vermögen.
 
Die MMT geht in bestimmter Hinsicht über zwei einflussreiche wirtschaftliche Theorien hinaus und erhält dadurch eine besondere Brisanz.
 
Der Neoklassik kann man trotz „Geldschleier“ noch zugutehalten, dass sie in starkem Maße um Gleichgewichte bemüht ist. Geldmengen, Preis- und Inflationskontrolle spielen eine wesentliche Rolle. Die Knappheit der Ressourcen ist konstitutiv.
 
Der Keynesianismus bemüht sich trotz einer gewissen Sorglosigkeit um Geldmengen um eine enge Zusammenschau von Geld-/Fiskalpolitik und Realwirtschaft.
 
Die MMT schenkt der Inflation nur wenig Beachtung. Das ist eher verräterisch. Denn riesige Geldmengen spielen eine wesentliche Rolle. Steuern als reines Einsammelinstrument von vorher herausgegebenen Geldmengen (Staatsschulden) sind als äußerst zweifelhaftes Instrument zur Inflationsbegrenzung zu betrachten. Von der grundsätzlichen Inflationsgefahr durch Außengeld sei hier abgesehen. Der Begriff der Ressourcenknappheit wird durchaus aufrechterhalten. Wird aber eher als „Anlass“ genommen, um ihr durch „unendliche“ Geldproduktion des Staates zu „begegnen“ Die Gefahr, die ich in der MMT sehe, besteht darin, dass sie Geld in ihrer Funktion als Zahlungsmittel verabsolutiert. Sie macht Geld zu einem „Wert an sich“. Damit gerät sie in eine gefährliche Nähe zur Marxschen Formel G – G‘. Sie würde sich damit geradezu „ideal“ in die seit vielen Jahrzehnten zunehmende Finanzialisierung der gesamten Welt (Karl Polanyi) einfügen. Die Unterbelichtung der Gefahr, die von Geldschöpfung der Geschäftsbanken ausgeht, macht sie empfänglich dafür. Die vielleicht größte „Sünde“ der MMT, besteht darin, dass sie den grundlegenden sozialen Zusammenhang zwischen der Ebene von Geld als Zahlungsmittel und der Ebene von Geld als sozialer Verpflichtungsbeziehung (je nach Perspektive eine Schuld- oder Forderungsbeziehung) negiert / ausblendet / unterbewertet / verkennt. Eine entscheidende Ursache hierfür dürfte in den von der MMT vorgenommenen Aggregierungen liegen. Um es salopp auszudrücken. Sie wirft Regierung/Zentralbank/ Steuerzahler („staatlicher Sektor“) einerseits und Haushalte/Unternehmen/Geschäftsbanken („privater Sektor“) in einen Topf. Die Staat und Gesellschaft werden damit in ein Teflon-Gebilde transformiert. Alle gesellschaftsinternen Konflikte werden neutralisiert. Hierin dürfte auch eine Erklärung dafür zu suchen sein, warum die MMT sich um die Frage, wer die Schulden zurückbezahlt, herumdrückt. Dabei geht es nämlich darum, wer der sozialen Verpflichtung, die zwischen Gläubiger und Schuldner besteht, nachkommt. Sehr wahrscheinlich werden es während der nächsten 50 Jahre die braven! Steuerzahler sein.
 
Letztlich wird sogar der Staat selbst aus dem Netz seiner sozialen Verflechtung herausgelöst. Gesellschaftliche Steuerungsmöglichkeiten durch die Steuern werden ihm quasi abgesprochen, da Steuern von ihm nicht mehr als Finanzierungsmittel eingesetzt werden (können). Auch die Staatsanleihe erfährt dadurch, dass sie nicht mehr als Finanzierungsinstrument des Staates eingesetzt wird, eine soziale Neutralisierung. Sie dient nur noch als reines Steuerungsinstruments des Zinses, um zu verhindern, dass dieser auf Null fällt, indem er selbst Zinsen zahlt. An wen wohl!
 
Der Eindruck drängt sich auf, dass wir eine Entwicklung erleben, in der der Staat vom Privatkapital noch mehr als bisher in Beschlag genommen wird, eine Komplizenschaft, für die man bei der MMT auf einen bezeichnenden Begriff stößt. Höfgen spricht von der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft zwischen Bank(en) und Staat (216 etc.). Nachtigall, ick hör dir trapsen.
 
Umverteilungsprozesse und Vermögenskonzentration werden weiter zunehmen. In MMT-kaschierter Fortsetzung neoliberaler Ambitionen.
 
Franz Schneider, Saarbrücken, 22.12.2020

niki
niki
Reply to  Franz Schneider
1 Jahr zuvor

Zuviel Markus Krall gelesen?

Erika Maier
Erika Maier
Reply to  niki
1 Jahr zuvor

Lieber Niki, nutze die viele freie Zeit für Spaziergänge, mehr als notwendig

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Erika Maier
1 Jahr zuvor

Mach du doch welche – wenn du sie nicht freiwillig machst, helfe ich bald nach.

Franz Schneider
Franz Schneider
Reply to  niki
1 Jahr zuvor

Ich denke, der Diskussion wäre gedient, wenn Du das ein wenig genauer ausführen würdest. Ich danke Dir schon mal im voraus.

niki
niki
Reply to  Franz Schneider
1 Jahr zuvor

Robbespiere hat es meiner Meinung nach bestens erklärt, warum eiune Hyperflation NICHT droht und warum Svchulden im Endeffekt vollkommen egal sein könne, wenn man es richtig macht.
Markus Krall ist einer der prominentesten Typen die immer eindringlich vor Hyperinflation und Überschuldung warnen… Nur mal Nebenbei: Er betreibt einen Goldhandel und profitiert persönlich von der Angst der Menschen vor Hyperinflation und Co…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Franz Schneider
1 Jahr zuvor

Schneider

Die MMT schenkt der Inflation nur wenig Beachtung. Das ist eher verräterisch. Denn riesige Geldmengen spielen eine wesentliche Rolle. Steuern als reines Einsammelinstrument von vorher herausgegebenen Geldmengen (Staatsschulden) sind als äußerst zweifelhaftes Instrument zur Inflationsbegrenzung zu betrachten.

Ich habe mich zwar mit MMT nur äußerst rudimantär beschäftigt, aber das grundsätzliche Problem der Inflation liegt doch in eines das Angebot an Waren und Dienstleistungen entsprechend mitwächst.
!922/23 kam es nur deshalb zur Hyperinflation, weil die Regierung nach der Besetzung des Rheinlandes zum Streik aufrief, dem unter dem Versprechen der Lohnfortzahlung gefolgt wurde.
Eine wachsenden Geldmenge stand einfach kein entsprechendes Warenangebot mehr zur Verfügung.

Es liegt allein an der Verwendung der geschöpften Mittel, ob es zu einer hohen Inflation kommt oder nicht.Die Höhe spielt erstmal keine Rolle.
Wenn Staat und Wirtschaft sinnvoll inverstieren, gibt es überhaupt keine Probleme.
Geld in Infrastruktur, Bildung und Forschung und Entwicklung zu stecken, schafft sogar Wettbewerbsvorteile.

Eine andere Frage ist die, woher der Staat das Geld nimmt.

Er könnte es sich ja direkt von der eigenen Zentralbank holen, sogar zinsfrei und ohne die gierige Finanzwirtschaft mit im Boot.
Damit wäre er Gläubiger und Schuldner in Persona und müsste nicht einen Teil seiner Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden, wie das derzeit bei der Finanzierung über den Sekundärmarkt der Fall ist.

Auf diesem Weg hat sich Japan nach dem Krieg in seine spätere Spitzenposition gebracht.
Die damals entstandene Bilanzsumme muss auch nicht zurückbezahlt werden, sondern wird einfach immer wieder auf das folgende Jahr übertragen.
Dem steht ja ein realer Wert ggü., weil das Geld investiert statt verkonsumiert wurde.

Die Steuern haben dann ihre ursprüngliche Funktion zurück, nämlich die Akzeptanz der Währung durch die Bürger, die in dieser ihre Schuld ggü. dem Staat begleichen müssen und als Instrument der Umverteilung.
Zur Finanzierung braucht der Staat sie nämlich als Emmitent des Geldes über seine ZB überhaupt nicht.

Ziel einer verantwortungsvollen Politik müßte es sein, die Finanzwirtschaft wieder in den Dienst des Staates und seiner Bürger zu stellen, statt sich immer mehr von ihr abhängig und beeinflussbar zu machen.

Leselotte
Leselotte
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Er könnte es sich ja direkt von der eigenen Zentralbank holen, sogar zinsfrei und ohne die gierige Finanzwirtschaft mit im Boot.

Damit wäre er Gläubiger und Schuldner in Persona und müsste nicht einen Teil seiner Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden, wie das derzeit bei der Finanzierung über den Sekundärmarkt der Fall ist.

Ja, das wär mal was.

Dirk Müller denkt bei Maybritt Illner einen Schritt weiter
https://www.youtube.com/watch?v=96DhpjyZzJ4
Vom 09.11.2011; fast zwei Minuten

Passend zum Thema eine Glosse von Wiglaf Droste
Geld oder Gelder?

droste3.jpg
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Leselotte
1 Jahr zuvor

@Leselotte

Müller hat vollkommen recht.

Die Zentralbank gehört dem Staat bzw. den Mitgliedsstaaten der Eurozone und muss am Ende des Geschäftsjahres ihre Überschüsse sowieso an den Staat übeweisen. Ergo kann man gleich auf Zinsen verzichten.

Auf alle Fälle hat man damit den Einfluss der Banken auf die Politik beseitigt.

Forderungen nach Deregulierungen oder Rettungen sind dann obsolet.

Leselotte
Leselotte
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Zweites Blättchen zur Glosse

droste4.jpg
niki
niki
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Danke für den Beitrag! Ich sehe schon, du nutzt die gleichen Quellen um dir Wissen anzueignen. Nur fällt es mir echt schwer das dann auch so gut zusammengefasst wiederzugeben.

(Außerdem hat mir das einen Haufen Arbeit abgenommen, wofür ich im Moment einfach leider keine Zeit für habe… )

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
1 Jahr zuvor

Ja, Flassbeck und Häring sind recht gute Quellen zum Thema, aber nicht die Einzigen.

Richtiges „Wissen“ habe ich allerdings auch nicht, dazu bin ich nicht tief genug in die Thematik eingedrungen.
Für ein Grundverständnis reicht es aber allemal.

Gerade zum Thema Japan und wie die ihren Aufbau nach dem Krieg finanziert haben, hatte ich auf meiner Suche nach der Enstehung des Geldes mal eine astreine Doku gsehen, mir die aber blöderweise nicht abgspeichert.
Jetzt finde ich die im Wust der Informationen nicht wieder und seit NetzDG bekommt man bei der Internetsuche meißt nur Blödsinn serviert.

Franz Schneider
Franz Schneider
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Ich zitiere nachstehend Josef Huber (Vollgeldkonzept), der zu diesem wichtigen Diskussionspunkt klarstellt. Ein anderer Blick auf vergangene Inflationen ist sehr notwendig:

Die politisch-ökonomische Begründung für das Verbot jeglicher Staatsfinanzierung durch Zentralbankkredit nach Art. 123(1) wurzelt in der historischen Bankinglehre und neoklassischen Produktionsmodellen. Die inzwischen zum Stereotyp gewordene Meinung lautet, (a) staatliche Kontrolle über das Geld führe zu Misswirtschaft und Inflation, während (b) Bankengeldschöpfung am realen Investitionsbedarf orientiert sei und damit realem nicht-inflationärem Wachstum diene. Beide Teile dieses Stereotyps halten den Erfahrungen der Praxis und den empirischen Tatsachen in keiner Weise stand.
 
Tatsächlich verhält es sich so, dass (a‘) Episoden staatlicher oder staatlich kontrollierter Geldschöpfung eine durchwachsene, teils respektable, teils schlechte Performance aufweisen, während (b‘) Zeiten einer von Banken bestimmten Geldschöpfung stets in Inflation, Asset Inflation (Blasenbildung), in Übersteigerung von Konjunktur- und Börsenzyklen und die Heraufbeschwörung von Banken-, Finanz- und Wirtschaftskrisen münden.[3]
 
Ausschließen muss man aus einer solchen Betrachtung Inflationen im Zusammenhang mit Nachkriegs-Konversionskrisen. Fast jedes größere Kriegsgeschehen geht mit staatlicher Überschuldung einher und die Kapazitäten sind auf Kriegsproduktion ausgerichtet. Daraus ergibt sich nach dem Krieg mehr oder weniger Geldüberhang, strukturell ungedeckte Friedensnachfrage und also Inflation. Es ist in diesen Fällen gleichsam egal, ob das Geld für die Finanzierung des Kriegs vom Staat selbst geschöpft wurde oder von den Banken per Primärkredit.
 
Andere Inflationsgeschehnisse werden unzutreffend dargestellt, zum Beispiel der Verfall der Continental Currency, des staatlichen Geldes zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, oder die Weimarer Hyperinflation. Ohne die Sachlagen hier näher darstellen zu können, sei doch gesagt, dass in solchen Fällen jeweils unterstellt wird, Inflation und Währungsverfall seien einem inkompetenten und verantwortungslosen Gelddrucken der Regierung geschuldet. In Wirklichkeit waren jeweils andere Gründe bestimmend, im Fall des Continental vor allem eine massive Papiergeldfälschung als Mittel der britischen Kriegführung. Im Fall der Weimarer Hyperinflation war es die Erzwingung der maßlosen Reparationszahlungen in Gold, Industriegütern, Pfund und Dollar bei gleichzeitiger von den Alliierten erzwungener Duldung und Zentralbank-Finanzierung einer massiven Währungsspekulation gegen die Mark. Das kam einer Fortsetzung des Krieges mit finanziellen Mitteln gleich. 
Gewiss kann man deshalb im Umkehrschluss nicht Regierungen als beste Währungshüter hinstellen. Die Fälle, in denen durch Regierungen oder auf ihr Betreiben im Übermaß Geld gedruckt wurde, sind durchaus zahlreich, gerade auch unter den heutigen Industrieländern. Dabei sind jedoch Fälle exzessiven Geldruckens selten und zuletzt nur für bestimmte Entwicklungsländer charakteristisch gewesen.
 
Während bisherige staatliche Geldpolitik eine durchwachsene Performance aufweist, fällt die monetäre Performance der Banken durchweg schlecht aus. Wo immer Banken Kontrolle über die Geldschöpfung erlangten, verlief diese überschießend, das heißt weit über das Wachstumspotenzial der Wirtschaft hinaus. Zum Beispiel betrug in Deutschland im Zeitraum von 1992 bis Einsetzen der Krise 2008 das reale Wirtschaftswachstum 23%, das nominale Wachstum (mit Verbraucherpreisinflation) aber 51%, und der Geldmengenzuwachs von M1 sogar 189%. Das bedeutet, dass nur rund ein Achtel der Geldmengenausweitung per Bilanzerweiterung der Banken in reales Wachstum geflossen ist, aber ebenso viel in Inflation. Der große Rest, ungefähr drei Viertel, befeuerte direkt oder indirekt Finanzmarktblasen. In anderen Ländern zeigten sich diese Proportionen nicht dermaßen ausgeprägt, aber doch sinngemäß ähnlich
 
(Huber, Das Verbot der direkten Staatsfinanzierung)

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Franz Schneider
1 Jahr zuvor

Schneider

Wie bereits gesagt,habe ich mich mit MMT, aber auch mit dem Thema Vollgeld bzw. Monetative bisher nur sehr wenig beschäftigt.

Seit ich aber eine Doku zum Thema japanische, direkte Staatsfinanzierung zum Wiederaufbau nach1945 gesehen habe, beschäftigt mich die Frage, warum in dn meißten Staaten der Erde private Finanzinstitute als Gläubiger zwischengeschaltet sind.

Damit gibt man dieser Lobby einen immensen Einfluss auf politischer Ebene, der ihnen als Dienstleister der Gesellschaft gar nicht zusteht.

Nur diesem Einfluß ist es geschuldet, dass es unter Schröder/Eichel zu einer Bankenderegulierung kam, in deren Folge die Banken mit hochspekulativen Papieren in Schieflage gerieten und mit aberwitzigen Summen auf Kosten der Allgemeinheit gerettet werden mussten, weil sie auf politischer Ebene offensichtlich eine Bankentrennung mit der Folge von Insolvenzen verhindert werden konnte.

Das Ignorieren der Erfahrungen mit dem Glass-Steagall-Act nach der Weltwirtschaftskrise kann seine Ursache nur in der Macht der Banken haben.
Direkte Staatsfinanzierung wäre ein erster Schritt, diese zu brechen.
Eine Zerschlagung der Universlbanken in den wirtschaftlich wertvollen Teil des Zahlungsverkehrs und der Kreditvergabe, sowie eeine Abspaltung der Spekulation ein weiterer.

Ersteres darf nicht dur die hochriskanten Geschäfte des Letzteren in Mitleidenschaft gezogen werden.
Wer mit seinem Geld oder auf Kredit spielen möchte, soll das nicht auf Kosten der ganzen Gesellschaft tun dürfen und das Risiko gefälligst allein tragen.

Es ist nicht einzusehen, warum Banken nicht pleite gehen sollen, wenn sie in Folge unsoliden Managements in Schieflage geraten.
Das Risiko gehört schließlich zum Wirtschaften mit dazu, so wie der Gewinn im Erfolgsfall.

niki
niki
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Es ist nicht einzusehen, warum Banken nicht pleite gehen sollen, wenn sie in Folge unsoliden Managements in Schieflage geraten.

Banken sollten nicht in privater Hand sein… Das Sparkassen- bzw. Genossenschaftsmodell alleine reicht vollkommen aus… Dieser extrem kostspielige Scheiß mit den Pleitebanken wäre uns erspart geblieben!
Aber das nur am Rande…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
1 Jahr zuvor

Daran liegt es nicht.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind ja ebenfalls über Deka und Union Invest an den Börsen aktiv, villeicht nicht im gleichen Ausmaß wie die privaten, aber dennoch unterdem Dach der Stammhäuser.
Das ist der entscheidende Punkt.
Nur, wenn es zwischen Kreditinstituten und Investmentbanken eine klare Trennung gibt, ist die Gesellschaft aus der Haftung raus.
Dann trifft es nur die Gläubiger ( Inhaber und Kunden ) der Zockerbuden, wenn es zu Fehlspekulationen kommt.

niki
niki
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Doch doch… Ich bin mir da ziemlich sicher! Gäbe es diesen private Abzocker nicht, täten die Sparkassen und Genossenschaftsbanken überhaupt nicht auf die Idee sich mit diesem Grundübel zu befassen… Und wenn ich dann noch diese Schwachköpfe bei einigen staatlichen Landesbanken sehe, die einen Haufen Geld VERZOCKT haben, weil sie bei den großen „Vorbildern“ mitspielen wollten… Nochmals: Ohne das sehr zweifelhafte Vorbild der Privaten gäbe es diesen Scheiß nicht!

Jetzt mal Butter bei den Fischen: Diese Zockerei mit den Investmentdreck sollte von vornherein an die Kandare gelegt werden.,.. So ist es pures mafiöses Verhalten dieser Privatbanken… Nach dem Motto: Ich habe in der Krise natürlich alles Verzockt: Rettet mich! Sonst reiße ich die Weltwirtschaft in den Abgrund!
Auf gut Deutsch: Die verantwortlichen Führungskräfte dieser Banken müssten für immer eingesperrt und die Banken ENTEIGNET werden. Wesentliche Anteile sollten dann die Sparkassen und Genossenschaftsbanken übernehmen.. Dieser Finanzmarkt ist eines der Grundübel auf diesen Planeten und gehört in dem Müllhaufen der Geschichte!

Last edited 1 Jahr zuvor by niki
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
1 Jahr zuvor

Doch doch… Ich bin mir da ziemlich sicher! Gäbe es diesen private Abzocker nicht, täten die Sparkassen und Genossenschaftsbanken überhaupt nicht auf die Idee sich mit diesem Grundübel zu befassen…

Schwer zu beurteilen.
Es gibt ja auch immer Anleger, die mit Dollarzeichen in den Augen auf die Börsenkurse schielen und mitspielen wollen und die Banken reizen die Provisionen.

Und wenn ich dann noch diese Schwachköpfe bei einigen staatlichen Landesbanken sehe, die einen Haufen Geld VERZOCKT haben, weil sie bei den großen „Vorbildern“ mitspielen wollten…

Ganz so war es nicht.
Bis 2001 haben die Landesbanken recht solide im Bereich Finanzierung von Großprojekten gearbeitet.
Bis dato hatten sie auch die Bürgschaft der Länder im Rücken und damit eine hohe Bonität, sprich niedrige Zinsen bei der Refinanzierung.
Diese Bürgschaft hat die EU-Kommision dann auf Betreiben der Geschäftsbanken als unlauteren Wettbewerb unterbunden und Schröder hat keinen Finger für die LB’s gerührt.

Ohne die Bürgschaft sank die Bonität und die Landesbanken mussten sich teurer am Markt refinanzieren, was zum Ksuf der bekannten US-Kreditbriefe mit ensprechendem Risiko führte.

Des Dramas zweiter Teil war, dass die Führungspositionen dort mit abgehalfterten Ex-Politikern besetzt waren, die vom Bankgeschäft weniger Ahnung hatten als der Filialleiter einer Sparkasse, aber über große Summen entscheiden durften.

Das war quasi das Belohnungssystem für verdiente Partei-Aparatschiks, die in der freien Wirtschaft nicht gefragt waren.

Jetzt mal Butter bei den Fischen: Diese Zockerei mit den Investmentdreck sollte von vornherein an die Kandare gelegt werden

Eine Bankentrennung reicht völlig aus, damit die Zocker mit dem Risiko nicht mehr die gesamte Wirtschaft infizieren können.
Wer mit seinem Geld spielen möchte, soll das ruhig tun, aber dann auch den Schaden alleine tragen.

Norbert Piechotta
Norbert Piechotta
1 Jahr zuvor

ein bisschen Metaebene: Die Corona-Religion – die neue Weltreligion
In 2020 hat die neue Corona-Virus- Angst-Religion die christliche Hölle-Fegefeuer-Angst-Religion abgelöst. Die Leitfigur Papst hat sich am Karfreitag und zu Ostern der Angst-Priesterschaft der Virologen ergeben; auch der Islam hat sich unter der Virenpeitsche geduckt. Zu den Oberpriestern haben sich die Polit-Marionetten hochgedient und haben aktuell den gleichen Rang wie die Banken-Hedgefonds-Mafia, die 1800-Milliarden-Rüstungsindustrie und die Relotius-Medien. Unangefochtener Corona-Gott ist der Mann, der 7,8 Milliarden Menschen impfen will …
Wieso dieser Erfolg? Antwort: Seit vielen Jahrzehnten wurde darauf hingearbeitet durch eine psychopathische „Elite“ namens MIMBK (Militärisch-Industrieller-Medien-Banken-Komplex) zur absoluten Sicherung ihrer Macht. (In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war. Franklin D. Roosevelt)
Tittytainment durch Fernsehen, mediale Verblödung, Zerstörung der Familie, Zerstörung der Gewerkschaften, Zerstörung der Religionen, Angstproduktion durch Kriege, durch Terrorismus (Abschaffung der Grundrechte in den USA nach 9/11), Materialismus, Junk food, Konsum statt Sinn, Angstproduktion durch prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Arbeitslosigkeit, Angstproduktion durch Klima/Erderwärmung, … alles Vorbereitungen für den finalen Schlag mit der Virus-Keule, die via ID2020, Corona-App, Bargeldabschaffung der sichere Weg in den Totalitarismus und die Versklavung sein wird. Abwegig? Nein – der Beweis sind die aktuellen Gesichtsmaskenträger … (Zwischenruf – Stand 14.5.2020, 10h)
https://www.rubikon.news/artikel/die-corona-religion
https://www.youtube.com/watch?v=MYWJ5vxbmBg&feature=youtu.be
https://www.rubikon.news/artikel/120-expertenstimmen-zu-corona
https://www.youtube.com/watch?v=Rer1dKvll9s&app=desktop
https://www.nachdenkseiten.de/?p=60944
https://www.youtube.com/watch?v=0JM73Uf835w
UND: irreversibler Impf-mRNA-Genozid, Bargeldabschaffung, Polizeistaat und Totalüberwachung sind nahe …

wolli
wolli
1 Jahr zuvor

Ist dieser große Neuanfang tatsächlich eine neue Form des Kommunismus

Ich denke es ist eine neue Form vom Feudalismus geplant.

Oder doch eher ein Instrument des Kapitalismus,um eine neue Gesellschaft zu gestalten

Das könnte die Überlegung sein, ganz Oben und ganz Unten, dazwischen ist fast nix.

in der die Wirtschaft das Sagen hat, nicht die Politik

Dieser gesellschaftliche Umbruch kann nur in einer Demokratie, mit einer käuflichen Politikerkaste realisiert werden. Ein Monarch, bzw. ein Diktator würde die Überlegungen dieser Protagonisten mit „tödlicher“ Sicherheit unterdrücken.
Herrsche und Teile hat auch Grenzen.

Marla
Marla
Reply to  wolli
1 Jahr zuvor

‚Ich denke es ist eine neue Form vom Feudalismus geplant.‘
Ich denke, wir sind seit Kohl aufm neofeudalen Weg!

‚Das könnte die Überlegung sein, ganz Oben und ganz Unten, dazwischen ist fast nix.‘
Auch hier sind wir schon längst auf dem Weg!
(Es gab mal ne Zeit da dachte ich Millionär ist viel, heute wird Milliardär ’normal‘ – bei gleichzeitigem, das 5 Euro für manche immer noch lebenswert ist!)

‚ Ein Monarch, bzw. ein Diktator würde die Überlegungen dieser Protagonisten mit „tödlicher“ Sicherheit unterdrücken.
Herrsche und Teile hat auch Grenzen.‘
Naja kommt darauf an wie du einen Monarch geboren siehst! König Zuckerberg, Kaiser Gates, Papst Bezos warum nicht? Unsere rotweißschwarzen sind ja auch nicht vom Himmel gekommen!
Der Witz ist: die jetzt noch wichtigen Hilfsschranzen Politiker, Berater, Bürokraten, Bullshitjobber, Journalisten u.u. werden dann überflüssig!
Die breite Mitte braucht eine Demokratie, die breite Mitte sind für König, Kaiser und Papst unnötige Kosten!
(Ich habe es schon mehrfach Mittigen gegenüber erwähnt, aber die sägen lieber fleissig an ihrem Ast, haben nur geantwortet ich würde schwurbeln 😉

Last edited 1 Jahr zuvor by Marla
Heldentasse
Heldentasse
Reply to  wolli
1 Jahr zuvor

Ich denke es ist eine neue Form vom Feudalismus geplant.

M.E. planen/ marschieren sie einen faschistoiden Totalitarismus, und das ist was grundsätzlich anderes als der Feudalismus.

Last edited 1 Jahr zuvor by Heldentasse
Karin Lucassen
Karin Lucassen
Reply to  wolli
1 Jahr zuvor

Richtig!

Der Soziologe hans Jürgen Krysmanski sprach von Refeudalisierung mit einem soften Faschismus!

Erika Maier
Erika Maier
1 Jahr zuvor

Grundeinkommen und weniger Staat und Staatspersonal,gilt es zu prüfen

Robbespiere
Robbespiere
1 Jahr zuvor

Hallo Tom,

In jedem Nordlicht steckt wohl ein Werner drin.

Was dem Einen das Plopp der Flasche Flensburger, ist dem Anderen das Klingen des Weizenbier-Glases mit anschließender Genuß-Expiration. 😀

Toll, dass ihr den Norbert Häring als „Pod-Gast“ gewinnen konntet.
Dessen Blog lese ich schon länger, insbesondere wg. seinem Kampf gg. die Abschaffung des Bargeldes.

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Wäänäää for President!
Gratis-Bölkstoff für alle! Verbot von E-Scootern und Chopper-Zwang!!
Da wär ich voll dabei!
Haut wech die Kacke!!

20201223_093958~2.jpg
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Tom J. Wellbrock
1 Jahr zuvor

@Tom Wellbrock

Ich muss dich enttäuschen 😉 Tatsächlich handelt es sich nicht um Weizenbier.

Hättste jetzt nicht verraten müssen, dass du „Unvergorenes“ zu dir genommen hast, sonst setzt du dich em Ende noch dem Vorwurf aus, dass du den echten Stoff durch Vermeidung völlig unvorbereiteten Jugendlichen überläßt und die uns nachahmen. 😀

Last edited 1 Jahr zuvor by Robbespiere
Brian
Brian
Reply to  Tom J. Wellbrock
1 Jahr zuvor

Bei mir ist es umgekehrt…;-)

Heldentasse
Heldentasse
1 Jahr zuvor

Das ist im Prinzip wie damals mit dem Fööhrer. Der hat ja auch vorher das wesentliche aufgeschrieben was er gedenkt in Zukunft schlimmes zu bewerkstelligen, wenn er denn die Macht dazu hat.

Auch sehe ich im nachfolgenden Zitat eine Analogie zur Gegenwart, die Schwerpunkte und Inhalte zwar sind andere, aber es fällt auf fruchtbaren Boden der barbarischen Spießer:

Das Wort von Karl Kraus, dass aus dem Volk der Dichter und Denker eines der Richter und Henker geworden sei, stimmt zwar nicht in Gänze – denn die Deutschen waren als Gesamtheit nicht herausragende Kulturbürger, und nicht alle Deutschen waren in den Verbrecherstaat involviert –, ist aber in der Tendenz richtig: Es ereignete sich in Deutschland ein „Zivilisationsbruch“, der selbst von größten Kulturpessimisten für unmöglich erachtet wurde: die Mutation des Bildungsbürgers zum servilen Untertan und schließlich zum brutalen, gewissenlosen und unbarmherzigen „Volksgenossen“. Bewirkt hatten dies die „Agenturen“ des Staates und der Gesellschaft (Universität, Militär, Verwaltung, Kirche, Parteien, Organisationen, Vereine, Verbände, „schwarze Pädagogik“[4]). Sie zerstörten den deutschen Geist beziehungsweise „entkernten“ ihn und füllten die verbleibenden leeren Hülsen mit gegenteiligen „verkehrten“ Inhalten.

Mutation des Bildungsbürgers
Ansonsten und nicht OT:

Bleib tapfer – Andrea Stefanie Traber

Pen
Pen
1 Jahr zuvor

Tom,

danke für den Podcast. Schöne Tage! 🙂

epikur
1 Jahr zuvor

Sehr gut, dass dieses Thema endlich mehr in den Fokus gerückt wird!

Ich habe mich hier (leider) noch nicht genug eingelesen. Die nächsten Monate werden hoffentlich jedem zeigen, warum Corona so unendlich groß aufgeblasen wird. Der „Great Reset“ ist das Ziel. Bargeld-Abschaffung und/oder das digitale Zentralbankgeld. Mehr Überwachung. Mehr Kontrolle. Grundrechte wurden schon sturmreif geschossen. Politische Opposition ausgeschaltet. Medien gleichgeschaltet. Bundeswehr agiert zunehmend im Innern.

Wer tatsächlich glaubt, nach der Impfung sei alles wie vorher, wird ein böses Erwachen erleben. Ich vermute, viele denken leider immer noch so. Vielleicht gibt es bald das nächste Virus, um die Coronoiker bei Laune zu halten und im Windschatten die Krise weiter politisch auszunutzen. Hat Bill Gates quasi schon vor einem Jahr im Interview „angekündigt“.

Ich bin gespannt, wie das mit den zahlreichen Landtagswahlen sowie der Bundestagswahl 2021 laufen wird. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages diskutiert bereits eine Wahlverschiebung. Natürlich nur wegen Corona.