Die Bürde des Menschen

Dass man die Unantastbarkeit der menschlichen Würde im Zuge der Corona-Krise mit dem Credo gleichsetzt, alles sei dem Schutz des Lebens unterzuordnen, entspricht durchaus unserer etablierten Auffassung, wonach es nichts würdevolleres als eine hohe Lebenserwartung gibt.

Natürlich haben sich 2003 viele mit vollem Recht über den mittlerweile verstorbenen Philipp Mißfelder aufgeregt. Der damalige Vorsitzende der Jungen Union machte seinerzeit klar, dass er nichts davon halte, »wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen« würden. Der damals 24-Jährige hatte offenbar vergessen, dass es sich dabei besonders auch um jene Senioren handelte, die seiner Partei zu Mandaten verhalf – und noch immer verhilft. Ein so junger Mensch hat überdies derart laxe Erkenntnisse nicht anzubringen. Das ist respektlos.

Bei allem Ärger über die Aussage sollte man jedoch nicht den Kern einer möglichen Wahrheit, die darin steckt, im moralischen Eifer wegschieben. Mit der Solidargemeinschaft hat der ganze Komplex nichts zu tun – wohl aber mit Ethik: Ist das die Umsetzung von Würde nach medizinischen Kritierien? Sicher: Jeder Mensch, gleich wie alt er ist, hat zwar kein Recht auf Gesundheit, wohl aber auf medizinische Hilfe. Da aber unser medizinischer Betrieb, die westliche Medizin grundsätzlich, Würde stets mit Lebensverlängerung und -erhaltung gleichsetzen, bleibt sie – die Würde – oft nicht weniger als die Konjunktivform von werden.

Leben und sterben lassen?

Wir haben uns dazu verleiten lassen, Würde immer zugleich mit einem Lebensrecht, mit dem Schutz des Lebens gleichzusetzen. Und oft trifft das ja auch zu. Was wäre die Würde des Menschen denn ohne Lebensbejahung? Ohne die Garantie, sein Leben würdevoll, das heißt als nicht unterdrücktes, beschämtes Wesen leben zu können? Gleichwohl gehört eine Größe zum menschlichen Leben dazu, eine Größe, die wir in unserer Hochglanzgesellschaft gerne verschleiern und wegklicken: Das Sterben. Es ist auch ein Teil dessen, was wir Leben nennen. Und damit auch ein Bereich, der unseren Würdebestrebungen zufällt.

Dabei ist natürlich darüber zu sinnieren, wo Sterben beginnt und wo Leben aufhört. Ist damit nur der wirklich letzte Akt gemeint, die letzten Tage auf Erden? Oder kurz bevor man »auf den letzten Gang« zusteuert? Reicht schon eine schwere ärztliche Diagnose aus, um in den Sterbemodus eingeordnet zu werden? Oder nehmen wir bereits den Verfall des Körpers im Alter als Weg hin zur Endlichkeit wahr?

Diese Frage kann in erster Linie nur individuell beantwortet werden. In jedem Falle geht es aber darum, dass Menschen auch diesen Weg hin zum Verfall der eigenen Körperlichkeit würdevoll erleben möchten. In den Pflegeheimen ist das nicht immer der Fall. Die Wirklichkeit zeigt sich dort im Allgemeinen als würdelos. Es fehlt an Personal, an Geldern, in gewissen Sinne auch an starken Familienbanden, wenn erstmal jemand ins Heim gegeben wurde. Alte Menschen werden sediert, schnell abgefüttert, oft fehlt ihnen die Ansprache. Man wirbt aber mit einer Parole laut und deutlich: Bei uns leben Senioren gerne!

Unsere alltägliche Würde im Alter

Hauptsache leben. Irgendwie. An Weihnachten und Ostern, immer dann, wenn auch in Pflegeheimen die Personaldecke dünn wird, häufen sich im Regelfall die Verlegungen in örtliche Krankenhäuser. Der schlechte Allgemeinzustand gibt immer mal einen solchen Aufenthalt her. Dekubiti verschlechtern, Stürze häufen sich. Und wenn es geht, operieren wir natürlich auch sehr alte Menschen. Um deren Lebensqualität zu verbessern. Eine Peg-Sonde hat noch keinem geschadet. Ob die das wollen, ist nicht immer zu ermitteln. Man setzt es voraus, die Familie, im Regelfall sehr fürsorglich aus der Ferne, würde nie einer Qualitätsverbesserung im Wege stehen. Sie stimmen also zu. Ist das Würde? Haben sich diese Menschen, als sie jünger waren, so ihre letzten Jahre vorgestellt?

Nein, ich sage mitnichten, dass man alte Menschen sterben lassen soll. Was ich sage ist: Es ist eine Einzelfallentscheidung, ob man Würde durch Tun oder durch Unterlassen herstellt. Und damit gehe ich mit Wolfgang Schäubles Auffassung konform: Der Würdebegriff unseres Grundgesetzes, als oberster Wert überhaupt, beinhaltet durchaus, dass man sterblich ist. Sie so zu interpretieren, als heiße Würde nur, man müsse alles für den Lebensschutz und zum Weiterleben zur Verfügung stellen, ist eine eindimensionale Sicht auf die Verfassungswirklichkeit – und grundsätzlich auch eine gefährliche, weil radikale und zugleich an unrealistischen Zielen festhaltende Entwicklung.

Patienten mit heftigem Verlauf von Covid-19 werden oft auf dem Bauch liegend beatmet, Angehörige haben keinen Zutritt, es sei denn, es geht wirklich dem Ende entgegen. Wir ließen über Wochen keine Menschen zu Hospizpatienten, zu alten Menschen generell. Alles nur, um das Leben zu schützen. Mit einem würdevollen Leben oder anders gesagt, mit einer würdevollen Gestaltung der Lebensplanung von Menschen, die an ihrem Lebensende stehen, hat das alles nichts zu tun. Eher im Gegenteil: Hier wurde die Würde mehrfach aberkannt.

Abwegige Vollkaskomentalität

Die Würde ist eine Bürde. Und zwar immer dann, wenn sie an Grenzerfahrungen stößt. Wenn alles gut läuft, in dem was wir »normale Zeiten« nennen, kann man sie gut deichseln. Diese Sonnenschein-Würde kann jeder taxieren. In schwierigen Zeiten ist sie jedoch ein Balanceakt. Eine Abwägung zwischen dem Klaren und dem Vagen, in dramatischer Formulierung: Zwischen Leben und Tod. Sie kann nicht einfach dem Lager der Lebenden zugeschlagen werden, weil auch die Sterbenden noch am Leben sind. Man verdrängt das nur gerne, gibt sie dem Unausweichlichen preis.

Hinter der Floskel, die in den letzten Wochen, ja mittlerweile Monaten so oft zu vernehmen war, nämlich dass es jetzt nur noch um »den Schutz des Lebens« oder besser ausgedrückt um den »Vorrang des Lebens« gehen müsse, verbirgt sich eine Radikalität. Eine, die man mit einem Wort auf den Punkt bringt, das in den vorangegangenen Jahren oft aus dem Munde neoliberaler Reformer zu vernehmen war: Vollkaskomentalität.

Dieses obskure Lebensgefühl, wonach jeder Mensch ein Anrecht auf Absicherung in jeder Lage hat. Dass man abgesichert sein will, wenn man alt, krank und arbeitslos ist: Geschenkt – natürlich, der Sozialstaat hat diese Verpflichtung. Aber der Rundumschutz in jeder Lage, nicht bei einem Unfall, bei einem Anschlag, bei einer Pandemie beeinträchtigt zu werden: Das etabliert nur radikalste Maßnahmen, die obendrein auch nicht hundertprozentig sein können.

Das Leben: Tödlich!

Restrisiko: Ein Wort, das heute nicht so gerne verwendet wird. Denn es macht deutlich, dass der Mensch auch Unabwägbarkeiten ausgeliefert ist. Er ist nur sehr bedingt Herr seines Handelns – obwohl er sich von der Natur emanzipiert zu haben scheint, eine neue Spezies geworden, laut Yuval Noah Harari der »Homo Deus« geworden ist, bleibt er in der Naturwelt verankert. Als Tier, das sich anzieht und kämmt: Eigentlich keine bombastische Erkenntnis. Aber genug verdrängt, um immer mal wieder daran erinnern zu müssen.

Wir sind überdies Tiere, die selbstreflektiv sind, sich Narrative konstruieren – und eines davon ist es, dass wir in allen Individuen unserer Spezies ganz besondere Würdenträger erkennen wollen. Diese Geschichte ist nicht immer ganz einfach zu beantworten. Denn wenn die Würde des Menschen in alle Bereiche des menschlichen Kosmos hineinwirken soll, so eben auch dort, wo das Ende des menschlichen Daseins gegen natürliche Determinanten verhandelt wird. Das Leben mag zwar tödlich sein – die Würde ist es nicht. Und sie bleibt auch über den Tod hinaus bestehend, ansonsten wären Beerdigungsrituale, pietätsvolles Auftreten gegenüber Hinterbliebenen und das Erinnern an einen lieben Menschen keine Konstanten menschlicher Trauerkultur.

Natürlich bedarf es diverser Schutzmechanismen in der aktuellen Situation. Auch das ist Anspruch der menschlichen Würde, eben dass man Menschen nicht in ihr Unglück rennen lassen darf. Soweit ist das richtig. Aber ein Regime teils unangemessener Beschränkungen und Verbote, speziell auch die soziale Ausgrenzung kranker, älterer und sterbender Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft, widerspricht mehr dem obersten Gebot unseres grundgesetzlichen Gemeinwesens: Würde als unantastbar gestalten. Sollte das Schule machen, setzt sich diese Auffassung des »Vorrangs für Leben« auch auf lange Sicht durch, wird es eng. Für all jene, die sich dem Ende zuneigen.

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Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
12. Mai 2020 9:10

Meine erster Gedanke dazu rührt aus meinem Umgang mit inzwischen drei Hunden: Ich will, dass sie schmerzlos, ihrem altersgerechten Verfall sterben. Und das möchte ich für mich selbst auch. Mein erster Hund wollte niemals auf Steine kacken. Der drehte völlig am Rad, wenn er kein Gras unterm Hintern hatte zu dem Zweck. Und der Stress auf der Suche nach wenigstens einem einzigen Grashalm, machte ihm prompten Durchfall. Ich möchte nicht im Bett liegend in Windeln kacken müssen und warten, bis mich jemand neu „wickelt“. Mit Würde hat das nichts mehr zu tun. Der Zweite war so von Angst überwältigt, dass… Weiterlesen »

niki
niki
Reply to  Frau Wirrkopf
12. Mai 2020 11:48

Würdevoll sterben möchte ich. Hauptsache ohne Schmerzen. Und wenn die Schmerzfreiheit und die Würde nicht mehr zu garantieren sind, dann möchte ich einfach eine allerletzte Spritze bekommen. Dann unterhalte dich mal am besten mit meiner Lebensgefährtin… Sie hat fiese und immer schlimmer werdende Dauerschmerzen, Stichwort Schmerzgedächtnis, seit ihrem Unfall im 7. Lebensjahr… Trotzdem lebt sie sehr gerne und in Würde… Manche Tage mal weniger Schmerzen manche Tage richtig schlimm! Und ja… Sie bekommt BTMG-Medikamente verschrieben. Inklusve THC… Letzteres hilft als Nebenwirkung deutlich um die Oxycodon-Dosierung niedrig zu halten. Trotzdem hat sie Dauerschmerzen. Nur einmal nebenbei bemerkt… Mit Schmerzen kann man… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
12. Mai 2020 12:09

Mit Schmerzen kann man in Würde leben, wenn man mit diesen Umgehen kann…

Das ist aber keine leichte Übung, wenn man permanent gepiesackt wird und nicht weiß warum.
Dass da bei Manchem der Wunsch entsteht, das Leiden abzustellen, ist nachvollziehbar, wenn die Hoffnung auf Verbesserung schwindet.
Da braucht es schon starke Motive, nicht zu kapitulieren.
In Eurem Fall mag das eine starke und erfüllende Partnerschaft sein, die hat aber nicht Jeder.

niki
niki
Reply to  Robbespiere
12. Mai 2020 12:44

Da braucht es schon starke Motive, nicht zu kapitulieren.

Das ist in der Tat so… Wichtig ist, dass man nach wie vor einen Sinn im Leben sieht… Aber das gilt auch für Menschen ohne Schmerzen…

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  niki
12. Mai 2020 12:17

Das ist eine sehr individuelle Sache. Jedermann geht anders damit um, Schmerzen zu haben und auszuhalten. Ich kenne auch Menschen, die alles Mögliche ausgehalten haben, weil sie Leben wollten. Sie hatten auch einen Grund zum Leben. Nicht jeder hat den im Alter noch. Außerdem: Ich spreche vom Alter, dem Zustand, in dem man in der Regel zu nicht viel anderem mehr fähig ist, als auf den Tod zu warten. Früher saßen diese Alten vorm Haus auf der Bank und warteten dort auf den Tod. Heute liegen oder vegetieren sie in speziell dafür vorgesehenen „Verwahrungsanstalten“, genannt Alten- oder Seniorenheim.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Frau Wirrkopf
12. Mai 2020 12:38

@Frau Wirrkopf

Dem stimme ich zu.
Oft gibt es da aber einen Zusammenhang, weil gerade im Alter die Bezugspersonen oft bereits verstorben sind und man zusätzlich zu den körperlichen Gebrechen auch noch an Einsamkeit leidet. Dann geht da leicht die Luft aus.

niki
niki
Reply to  Frau Wirrkopf
12. Mai 2020 12:43

Okay… Ich habe es verstanden…
Es ging mir nur aufzuzeigen, dass Schmerzen nicht unbedingt der alleinige Grund sind abhängig zu machen ob man in Würde lebt oder nicht…
Aber Grundsätzlich sollte jeder einen „Aus-Knopf“ haben, sobald man wirklich denkt, dass es so weit sein sollte.
Btw: Sterbehilfe ist in Deutschland seit ein paar Monaten nicht mehr verboten…

Pen
Pen
Reply to  niki
12. Mai 2020 17:15

„Sterbehilfe ist in Deutschland …nicht mehr verboten.

Gilt das generell oder nur bei Corona? Hast Du da einen Link?

Hut ab vor Deiner Lebensgefährtin und gute Wünsche. Spricht auch für Dich und für Eure Beziehung. Alles Gute!

niki
niki
Reply to  Pen
12. Mai 2020 17:19

?!

Pen
Pen
Reply to  niki
12. Mai 2020 18:12

meinst Du mich? Und wenn ja, was verstehst Du nicht?

niki
niki
Reply to  Pen
12. Mai 2020 19:57

meinst Du mich? Und wenn ja, was verstehst Du nicht?

Da stand vorher noch was anderes… mit einem Link zu Norbert Häring’s Webseite (wo ich nichts hinzufügen möchte, denn die Befürchtungen sind ja real)… Ich hatte den Zusammenhang nicht verstanden…

Gilt das generell oder nur bei Corona? Hast Du da einen Link?

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/02/rs20200226_2bvr234715.html
Gilt wohl im Allgemeinen…

Hut ab vor Deiner Lebensgefährtin und gute Wünsche. Spricht auch für Dich und für Eure Beziehung. Alles Gute!

Danke!

Pen
Pen
Reply to  niki
12. Mai 2020 21:45

@Nike

Danke für den Link.

LG Pen

bienenchrischan
bienenchrischan
Reply to  Roberto J. De Lapuente
12. Mai 2020 21:55

Das wäre auch meine persönliche Antwort auf Boris Palmer gewesen.Oder auf die Schlagzeile“Wir verschleppen unsere Toten in die Zukunft“.Aus schwedischen Medien zitiert.Na klar.Das tun wir .Und zwar ein ganzes Leben lang .Und das ist gut so.Solange,bis derjenige entscheidet,das er des Lebens überdrüssig ist,leidet.Man sagt auch lebensmüde.Was für ein schönes Wort,wenn man es selbst zum Ausdruck bringen darf.

anonym
anonym
Reply to  Frau Wirrkopf
12. Mai 2020 13:39

Oliver Flesch empörte sich auf 19vierundachtzig.com noch darüber, was hier in bemüht gehobener Sprache raunend (und erst durch die Klartextwortwahl von “Frau Wirrkopf” dechiffriert) in Tat und Wahrheit empfohlen wird:

Was für ein Endzeithorror! Corona: Ab 80-Jährige werden in Frankreich eingeschläfert

Die Tage der Coronakrise werden gern mit Spielfilmgenres verglichen. Wahlweise Endzeit, Science-Fiction oder Horror. Die aktuelle Meldung, die uns aus Frankreich erreicht, lässt sich getrost in alle drei Genres einordnen: Menschen, die sich das Virus eingefangen haben und über 80 sind, werden eingeschläfert.

Frau Wirrkopf
Frau Wirrkopf
Reply to  anonym
12. Mai 2020 13:57

Ich weiß nicht, ob es Roberto hier im Beitrag so speziell um coronakranke alte Menschen ging. Ich glaube nicht. Eher um die Würde und das würdevolle Sterben und die Frage, wo dabei die Würde aufhört oder was Würde im Alter überhaupt bedeutet. Jedenfalls hab ich ihn so verstanden. Meines Erachtens ist das näher an der Frage „Sterbehilfe ja oder nein“ dran, als an Corona.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  anonym
12. Mai 2020 13:59

@anonym

Oliver Flesch empörte sich auf 19vierundachtzig.com noch darüber, was hier in bemüht gehobener Sprache raunend (und erst durch die Klartextwortwahl von “Frau Wirrkopf” dechiffriert) in Tat und Wahrheit empfohlen wird:

Wie kommst du dazu, die Empfehlung für verordnete Eutanasie zu attestieren, wo es um das Selbstbestimmungsrecht über das eigene Leben geht?

Robbespiere
Robbespiere
12. Mai 2020 11:56

OT aber nicht unpassend, der Punkt 14 der NDS von Heute, 12.05.

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesundheit/Alle-Corona-Patienten-mit-Blutverdunnern-behandeln

Detlef Schulze
Detlef Schulze
12. Mai 2020 13:14

Dem Artikel kann man in weiten Teilen zustimmen. Nur verstehe ich nicht, wie das Missfelder Zitat hier passt. Mal davon abgesehen, dass es damals darum ging Geld zu sparen, sind doch gerade Hüft-Operationen, etwas was alten Leuten Mobilität, Lebensqualität und Würde wieder gibt. Absolute Pfelgefaelle bekommen sicher keine künstlichen Hüften mehr. Patienten haben das Recht in Wuerde zu sterben und Lebenserhaltende Massnahmen abzulehnen. Dem Gesetzgeber stehen solche Entscheidungen aber in der Regel nicht zu (Ausnahmen sind Organstransplantationen, oder andere exotische Therapie-Ansaetze). Wie sollte das auch aussehen? Will man eine fixe Altersgrenze einführen, oder geht es nach Pflegestufe? Manche 80-Jaehrigen sind… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
Reply to  Detlef Schulze
12. Mai 2020 17:41

Missfelder war ein reaktionäres Arschloch, er war auch für Rente mit 70 oder später, und schwafelte als aussenpolitischer Sprecher von der „russischen Diktatur“.

Es hat ihn ja ziemlich früh erwischt, und Lungenembolie ist kein schöner Tod (falls es sowas gibt). Aber trauern tu ich nicht um ihn, das ist Sache seiner Familie.

Davon abgesehen, ja. Ich stimme da auch weitgehend zu.

a^2

ert_ertrus
ert_ertrus
12. Mai 2020 15:15

Eine Peg-Sonde hat noch keinem geschadet.

Yo, als Plugin für Flüssignahrung + Neuroleptika …

aquadraht
aquadraht
Reply to  Roberto J. De Lapuente
12. Mai 2020 17:43

Naja, zur Automatisierung der Altenpflege ist sie praktisch, kann ein Roboter die ganze Station bedienen. Aber ok, sicher gibt es sinnvolle Indikationen.

ChrissieR
ChrissieR
12. Mai 2020 17:22

Guude!

Ja..Mystik und Würde..

Was müsst ick alles machen, wenn ich Bock dazu haben würde…

Marla
Marla
13. Mai 2020 0:26

Warum der Schäuble überhaupt zitierfähig ist, ist mir ein Rätsel! Der hat doch die Würdelosigkeit vieler Menschen mitverschuldet und wenn der jetzt so quarkt, dann schrillen eher Alarmglocken (auch bei einigen Anderen denen plötzlich selbstbestimmtes Ableben so über die Lippen kommt, da wo ich aus den dunklen Ecken raunen höre: zu teuer, lohnt nicht!) Die ganze Diskussion ist verquer! Leute seit Kohl haben wir die Alten Überfall herausgedrängt, die Unterschichtsalten…. und nun säuselt alle Welt es ginge um Würde? Was wissen wir über Heime (in denen weltweit am meisten sterben. Übrigens, wo Alte tagelang allein herumvegetierten, weil den homeoffice Kontrolletis… Weiterlesen »

DasKleineTeilchen
DasKleineTeilchen
13. Mai 2020 3:15

Wir ließen über Wochen keine Menschen zu Hospizpatienten, zu alten Menschen generell. Alles nur, um das Leben zu schützen (grundgütiger, echt jetzt, roberto?!?). Mit einem würdevollen Leben oder anders gesagt, mit einer würdevollen Gestaltung der Lebensplanung von Menschen, die an ihrem Lebensende stehen, hat das alles nichts zu tun. Eher im Gegenteil: Hier wurde die Würde mehrfach aberkannt.

2 monate. zwei. fucking. monate. nicht 2 jahre. 7500 tote bis jetzt. und nicht 75.000.

meine. fucking. fresse.

und ja, ich bin für ein recht auf den eigenen tod unter bestimmten voraussetzungen.

Robbespiere
Robbespiere
13. Mai 2020 23:06

Hat Jemand von Euch das hier gelesen…….

https://www.heise.de/tp/features/Datenerfassung-von-Gesunden-Lambrecht-gegen-Kelber-4719716.html

oder das hier gesehen…..

https://kenfm.de/positionen-extra/

Auch in Verbindung mit diesem Artikel…….

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesundheit/Alle-Corona-Patienten-mit-Blutverdunnern-behandeln

…verstärkt sich der Verdacht, dass die Corona-Massnahmen ganz anderen Zwecken dienen als der Sorge um die Volksgesundheit.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Robbespiere
13. Mai 2020 23:21
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Drunter & Drüber
14. Mai 2020 3:15

@Drunter & Drüber

…..und trifft prompt auf Ihren unwiderstehlichen Drang. 🙂

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 6:50

Sie merken’s nicht, ne? Sie werden es wohl auch nicht mehr merken. Tja…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Drunter & Drüber
14. Mai 2020 12:19

@Drunter & Drüber

Wie auch, wenn Sie sich hartnäckig weigern, die verbale Nebelzone zu verlassen.
Wenn Sie das beim Bäcker Ihres Vertrauens genau so handhaben, kriegen Sie nie das Brot, das Sie gerne hätten.

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 12:50

@Robbespiere

Gute Sendung, danke für den Link. Ist ja bezeichnend, wie focus sich jetzt auf Ken Jebsen eingeschossen hat.

https://www.focus.de/kultur/medien/aussagen-im-fakten-check-drei-millionen-menschen-sahen-es-doch-an-ken-jebsens-corona-video-ist-alles-falsch_id_11979155.html

Du darfst in diesem Land nichts anderes denken, als das, was alle denken. Das war schon immer so. Ja, und wozu die wohl die Daten von Gesunden brauchen? Einfach so. Nach dem Motto, wo wir schon einmal dabei sind.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
14. Mai 2020 13:55

@Pen Du darfst in diesem Land nichts anderes denken, als das, was alle denken. Leider und die Mainstreammedien, auch der Lokus, haben ihren Anteil daran, weil sie sich zum unkritischen Sprachrohr der Politik gemacht haben, was ihrer gesellschaftlichen Aufgabe völlig zuwidr läuft. Es fehlt zur Gänze der mediale Druck zur Transparenz, einer Grundbedingung für Demokratie. Da wundert es nicht, dass sich das Misstrauen der Bürger entsprechende Kanäle sucht. Manche davon sind schon recht abstrus, was ich bei Ken Jebsen so aber nicht sehe. Mit seiner Behauptung, dass Gates 80% der Gelder der Who kontrolliert, hat Jebsen rein nachZahlenlage übertrieben, aber… Weiterlesen »

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 14:04

@Robbespiere

Ken Jebsen hat sich einfach versprochen, als er die 80% an Spenden mit Bill Gates in Verbindung gebracht hat. Kein Wunder bei seinem Tempo.

Widerstand gibt es aber, und der hier z.B. sagt, daß alle Verantwortlichen bis in die höchtsen Stellungen hinein zur Verantwortung gezogen werden, egal wie lange es dauert. Ich glaube es ihm.

Es gibt auch eine neue Zeitung.

https://www.rubikon.news/artikel/die-angstmacher-2

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 14:18

Unzählige NGOs und ThinkTanks mit ihren Querverbindungen sind keine privaten Kaffekränzchen der Eliten, sondern dienen genau diesem Zweck und nicht ohne Grund strotzen die allesamt nur so von Intransparenz hinsichtlich der Vorgänge im Inneren ggü. der Öffentlichkeit.

Nicht alle NGOs und ThinkTanks sind transparent. Der Gates-Stiftung kann man Intransparenz aber nicht vorwerfen. Die veröffentlichen sogar ihre eigene Steuererklärungen (1400 Seiten).

NACHTRAG: https://www.gatesfoundation.org/Who-We-Are/General-Information/Financials

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Detlef Schulze
14. Mai 2020 14:46

@Detlef Schulze

Der Gates-Stiftung kann man Intransparenz aber nicht vorwerfen. Die veröffentlichen sogar ihre eigene Steuererklärungen (1400 Seiten).

Wie nett, dass Gates seinen Mitbürgern auch noch unter die Nase reibt, wie er seine Steuerlast optimiert, was die Mehrheit so nicht kann.

Beim Thema Intransparenz bezog ich mich aber nicht auf Steuern, sondern auf die Zielsetzungen mit entsprechenden Internas, also nicht das, was plakativ auf irgendwelchen Homepages veröffentlicht wird.
Man schottet sich ab und allein das erweckt schon Mißtrauen.
Wenn man dann noch diverse Querverbindungen ( z.B. zu Pharmaunternehmen ) und Beteiligungen betrachtet, sind Interessenkoflikte vorprogrammiert.

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 16:27

Wie nett, dass Gates seinen Mitbürgern auch noch unter die Nase reibt, wie er seine Steuerlast optimiert, was die Mehrheit so nicht kann.

Die Steuererklärung listet auf über 1400 Seiten sehr detailiert auf, welche Firma, Forschungseinreichung oder andere Institution wieviel Geld von der Stiftung bekommen hat und (zum Teil) zu welchem Zweck.
Solche Informationen helfen zu entscheiden, ob die Stiftung ihren Statuten entsprechend handelt oder nicht.

Was speziell soll die Stiftung sonst offenlegen, ihrer Meinung nach? Und wo genau gibt es denn Interessenskonflikte?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Detlef Schulze
14. Mai 2020 18:38

@Detlef Schulze

Und wo genau gibt es denn Interessenskonflikte?

Wenn Spenden z.B. an Unternehmungen erfolgen, an deren Gewinn man beteiligt ist. Dann ist die vorgebliche Wohltätigkeit nur Makulatur und dass Stiftungen regelmäßig zu Steuersparzwecken benutzt werden, ist auch kein Geheimnis.
Das Alles ist natürlich völlig legal, aber fernab von den hehren Zielen, die man sich auf die Fahnen schreibt.
Es gäbe ja immer die Möglichkeit, durch korrekte Zahlung der Steuerlast die sozialen Angebote des Staates zu sichern und da bliebe immer noch genügend Raum für private Initiative. Die USA sind ja schließlich nicht Skandinavien, was die Steuersätze betrifft.

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 22:09

Wenn Spenden z.B. an Unternehmungen erfolgen, an deren Gewinn man beteiligt ist. Dann ist die vorgebliche Wohltätigkeit nur Makulatur und dass Stiftungen regelmäßig zu Steuersparzwecken benutzt werden, ist auch kein Geheimnis. Das wäre dann aber doch eher im Interesse beider Seiten und kein Konflikt. Aber davon abgesehen, kann man ja solche Steuervermeidungs-Methoden an der Steuererklärung ablesen. Es steht ja sehr genau drin, wo die Stiftung wieviel investiert hat (z.B. 11 Mio Walmart-Aktien), und wo sie gespendet hat (z.B. Charite- Universitätsmedizin: 550.000 USD). Wo wirklich Interssenskonflikte (zumindest für die WHO) bei solchen Grossspendern entstehen können ist, wenn sie (die WHO) z.B.… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Detlef Schulze
15. Mai 2020 0:22

@Detlef Schulze Das wäre dann aber doch eher im Interesse beider Seiten und kein Konflikt. Aber davon abgesehen, kann man ja solche Steuervermeidungs-Methoden an der Steuererklärung ablesen. Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Die Stiftung ist die Steuervermeidung, allerdings vom Staat gefördert in der Annahme, dass diese das Stiftungskapital zum Wohl der Allgemeinheit gemeinnützig einsetzt. Grundsätzlich wäre das ja auch eine Entlastung des Staates, aber leider werden viele Stiftungen eben ausschließlich aus steuerlichen Aspekten heraus gegründet, weil man z.B. die Erbschaftssteuer sparen will. durch die Steuervorteile läßt sich ein größerer Kapitalstock aufbauen als bei reinem, zu versteuerndem Privatvermögen was ab… Weiterlesen »

Pen
Pen
Reply to  Detlef Schulze
14. Mai 2020 14:47

„Wer einmal im Leben 30.000 Thaler gestohlen hat, kann hinterher als anständiger Mensch durchs Leben gehen“.

(Hans- Christoph Lichtenberg)

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
14. Mai 2020 15:16

@Pen

Jo, je dreister der Raub, desto größer die Bewunderung.
Was für eine kaputte Welt.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 23:40

Der kriegt doch, was er will. Er will sich einen abwichsen (jedenfalls verbal) und das tut er auch. Ernsthaften Diskussionen, vor allem mit Diskussionspartnern, die „seine“ Diskurszusammenhänge kennen und seine Erbärmlichkeit vorführen könnten, vermeidet er wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser.

Sukram71
Sukram71
Reply to  Robbespiere
14. Mai 2020 22:04

Vielleicht handelt es sich aber halt um einen sehr gefährlichen Virus. Das wird von euch komplett ausgeblendet. 🙄🤗🤦‍♂️

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-uebertragung-aerosole-1.4907751

niki
niki
Reply to  Sukram71
14. Mai 2020 22:12

(Nach vermehrungsfähigen Viren hatten sie aber nicht gesucht.)

Und somit ist der Artikel wieder journalistischer Irrsinn… Nichts genaues weiß man nicht, aber Hauptsache irgendwas schreiben, was möglicherweise Panik verbreitet…
Die gleiche Scheiße wie mit der Studie von Aerodynamiker welche Radfahrer und Jogger als ultimative Virenschleudern gesehen haben. Da kann man echt nur noch den Stinkefinger zeigen!

Nichts gegen Pressefreiheit. Allerdings darf man das zumindest als verdammt schlechte Arbeit und verantwortungslos bezeichnen!

Sukram71
Sukram71
Reply to  niki
14. Mai 2020 22:22

Die SZ berichtet anhand diverser Beispiele darüber, dass sich die Indizien für eine Übertragung durch Aerosole in Raumluft mehren, das aber noch nicht bewiesen ist.
Möglicherweise ist es auch nicht ganz einfach vermehrungsfähige Viren in Luft (!) zu messen. 🙄

Aber beispielsweise haben sich offenbar bei nur einer Chorprobe von 60 Sängern 56 angesteckt, 3 mussten ins Krankenhaus und 2 sind gestorben.

Aber ich bin sicher, das hat Bill Gates organisiert, damit uns das Merkel-Regime versklaven kann. Ihr seid ja so klug. 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️

EOD

niki
niki
Reply to  Sukram71
15. Mai 2020 7:24

Aber ich bin sicher, das hat Bill Gates organisiert, damit uns das Merkel-Regime versklaven kann. Ihr seid ja so klug. WTF!? Ich habe angemerkt dass dieses ******* mir viel zu viel Macht auf dieser Welt hat und dass vollkommen undemokratisch… Wie wäre es wenn du endlich mal deine graue Masse zwischen deinen Ohren zu irgendwas gebrauchst und nicht so ein Sondermüll fabrizierst. Und zu Merkel? Die hatte in ihrer Zeit als Umweltministerin bei mir verschissen. Alleine für Asse II gehört diese lebenslang weggesperrt. Aber beispielsweise haben sich offenbar bei nur einer Chorprobe von 60 Sängern 56 angesteckt, 3 mussten ins… Weiterlesen »

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