Sterben: Auch eine Alternative

Den Pflegenotstand werden wir vermutlich nie in den Griff kriegen. Was also tun? Die US-amerikanische Bestattungsbloggerin und Autorin Caitlin Doughty glaubt, dass wir die künstliche Verlängerung des Lebensalters wenigstens überdenken sollten. Ja überhaupt sieht sie unsere moderne Haltung zum Tod problematisch.

Caitlin Doughty war schon immer ein morbider Charakter. Dass sie dann als junge Frau in der Bestattungsbranche landete, war nicht etwa konsequent, sondern einfach nur Zufall. Sie brauchte einen Job, um sich das Studium finanzieren zu können. Deswegen heuerte sie in einem Krematorium in Kalifornien an. Dort war sie dafür verantwortlich, die Leichname dem Feuer zu übergeben und die Verbrennung zu überwachen. Daher heißt das Buch, das ihren »nekrotischen Werdegang« beschreibt im englischen Original auch »Smoke Gets In Your Eyes & Other Lessons from the Crematory«.

In den deutschen Übersetzung heißt ihr Buch »Fragen Sie Ihren Bestatter. Lektionen aus dem Krematorium«das ist eigentlich der Name von Dougthys YouTube-Kanal (»Ask a Mortitian«). Der englische Buchtitel beschreibt zutreffender, wie es vonstattengeht im Bestattungswesen. Das ist Doughty ein Anliegen, sie findet es problematisch, dass in den Industrieländern der Tod ausgeblendet und hinter die aufgeräumten Fassaden von Sterbeplätzen wie Heimen und Krankenhäusern verbannt wird. Wie man sich zum Tod stellt, so glaubt sie, so lebt man auch.

Koa scheene Leich‘

Der Tod ist nicht schön anzusehen. Anders als im TV. Caitlin Doughty erzählt, dass die Leichen, die einem das Fernsehen vorsetzt, ja schon wesentlich realistischer aussehen wie früher. Aber im Vergleich dazu, wie ein toter Körper wirklich aussieht, sind sie immer noch adrett. Schonungslos erzählt sie den Lesern, wie die Haut schmierig wird oder sich das Gesicht schwarz verfärbt. Doughty berichtet vom Schrecken, von entstellten, von zerfetzten Leichen. Von Unfallopfern zum Beispiel. Aber besonders schlimm sind für sie jene Körperhüllen alter Menschen, die Dekubiti aufweisen, nekrotische Stellen also, die sich zu Lebzeiten tief wie Krater ins Fleisch gefressen haben.

Wenn Menschen bewegungsunfähig und bettlägrig werden, müssen sie regelmäßig umgebettet werden, um die Durchblutung zu gewährleisten. Leider geschieht das in den Altenheimen nicht immer zuverlässig. Stichwort: Personalmangel.

Die pure Häßlichkeit des Todes hat in den Vereinigten Staaten ein relativ neues Bestattungsritual entstehen lassen: Die Einbalsamierung. Seit dem Bürgerkrieg boomt die Branche. Die Eisenbahn wurde in jenem Krieg erstmals als Beförderungsmittel eingesetzt – man spricht daher auch vom ersten modernen Krieg der Menschhheitsgeschichte. Denn es war von da an möglich, Massenheere durch die Lande zu befördern. Und damit auch massenweise die Leichen der Gefallenen zurückzubringen. Die Züge, die in die amerikanischen Städten einrollten, sollen gotterbärmlich nach Verwesung gestunken haben.

Was so ein Anblick für die Hinterbliebenen bedeutete, kann man sich vorstellen. Findige Unternehmer kamen dann auf die Idee, den toten Körper mit chemischen Spezialmischungen zu fluten, um den Zersetzungsprozess zu verschleppen. Manche Balsamierer hätten sogar »Leichen von unbekannten Gefallenen als Kostprobe ihrer Künste vor ihren Zelten zur Schau« ausgestellt, berichtet Doughty. Heute werben Thanatopraktiker damit, dass sie ein wichtiges Kulturerbe pflegten. Schon die Ägypter hätten ja bekanntlich balsamiert. Sie ignorierten jedoch »vorsätzlich die Quantenlücke zwischen der Ära Tutanchamuns und den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts«, gibt die Autorin zu bedenken.

Die Kunst des Sterbens

Caitlin Doughty hatte als Mitarbeiterin in  einem Krematorium viel Zeit um nachzudenken. Über den Tod und darüber, wie die moderne Gesellschaft damit umgeht. Er ist zu einem Mysterium geworden. Nicht in der Art, dass keiner weiß, wie und ob es danach noch was gibt. Nein, sondern damit wie wir mit ihm umgehen. Oder besser gesagt: Wie wir nicht mit ihm umgehen wollen. Denn so ein Ritus wie das Einbalsamieren sei letztlich die letzte Handlung einer generellen Haltung, die sich dem Grundgedanken, dass jeder von uns sterblich ist, entzieht. Der Gedanke daran, dass wir alle in Fragmente zerfallen und Biomasse werden, hat eine Industrie entstehen lassen, die zwar einerseits beim Tod tätig wird, aber andererseits suggeriert, dass selbst der Tod noch lange nicht Verfall bedeuten muss.

Totenwachen sind zudem nicht mehr üblich. Der Akt des Sterbens wird ausgelagert – heute stirbt kaum noch jemand daheim unter der Fürsorge seiner Familie. Man hat das Sterben anonymisiert. Früher war das durchaus anders.

Den Menschen im Mittelalter, ja auch weit darüber hinaus, war der Tod ein zuverlässiger Begleiter. Noch im Biedermeier brachten Eltern, die fünf Kinder auf die Welt setzten, vielleicht zwei, unter glücklicher Fügung drei Kinder ins Erwachsenenalter. Die Lebenserwartung war gering, Krankenhäuser stellten noch nicht die Regelversorgung sicher. Natürlich starben die Älteren im heimischen Umfeld. Und blieben dort zunächst liegen. Seuchen raffte außerdem Verwandte und Bekannte dahin.

Selbstverständlich ist es erfreulich, dass wir diese Umstände nicht mehr ertragen müssen. Leider hat sich aber ein Bewusstsein entwickelt, das auf ein ewiges Leben schielt und damit eigentlich bloß einen verlängerten Sterbeprozess meint. Das Siechtum, so meint Doughty, gab es früher äußerst selten. Wurde man seinerzeit im Alter bettlägrig, galt es vielleicht noch ein, zwei Jahre Lebenszeit zu füllen. Heute verlängern wir die Lebenszeit oft ohne die Lebensqualität zu berücksichtigen: Ein moralisches Dilemma fürwahr. Alles der Angst, ja der gesellschaftlich gewollten Unzugänglichkeit zum Tod geschuldet.

Forever old

Es ist fast nicht nachvollziehbar, dass die Industriegesellschaften ständig Debatten zum Pflegenotstand führen, ohne auch eine offene Debatte über die Vergänglichkeit anzustreben. Was in früherer Zeit, als noch media vita in morte sumus (»wir mitten im Leben vom Tod umgeben«) galt, die Familie in ein, zwei Jahren intensiverer Pflege leisten konnte, wird heute zum familiären und gesellschaftlichen Kraftakt, der zwanzig, ja dreißig Jahre andauern kann. Nein, ich will damit nicht sagen, dass man Menschen sterben lassen soll oder schlimmer noch, sie einschläfern – das will auch Doughty nicht. Dass der moderne Mensch aber stur so tut, als gehöre der Tod nicht einfach zum Leben, eben weil in jedem neuen Mensch schon ein Sterbevorgang angelegt ist, stellt uns vor gewaltige Probleme.

Wir können nicht auf unsterblich machen und in Werbeversprechen und Marketing galant so tun, als würde jeder von uns alle Zeiten überstehen und gleichzeitig nichts weiter als Wesen sein, die die längsten Sterbeprozess kennen, den es in der Menschheitsgeschichte gab. Die Todesangst verschreckt, lässt uns reflexhaft werden und verweigert uns würdige Sterbeprozesse und Andenken.

Doughty berichtet von einem Gespräch mit einem Proktologen. Der schüttete ihr sein Herz aus. Die jungen Kollegen, so beklagte er sich, würden sich heute nicht mehr mit dem Tod auseinandersetzen. Dabei begleite er sie täglich bei der Arbeit. Manche jungen Ärzte bringen es nicht mal über sich, einen todgeweihten Patienten einfühlsam auf das einzustellen, was ihm droht. Sie verschweigen es, denn es ist ihnen unangenehm. Sie arbeiten als Sterbliche mit Sterblichen und weichen dem Metathema ihrer Arbeit aus. Das habe auch damit zu tun, dass die Leute der eigenen Sterblichkeit nicht mehr ins Auge sehen wollen. Auch Ärzte sind vor diesem Komplex nicht gefeit.

Selbst das Silicon Valley möchte ja mittlerweile den Tod überwinden. Google investiert nach wie vor Milliarden in Start-ups der Life Sciences. Als sei »für moderne Menschen […] der Tod vielmehr ein technisches Problem, das wir lösen können und lösen sollten«, um es mit den Worten des israelischen Historikers Yuval Noah Harari (»Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen«) zu sagen. Einen Unsterblichkeitsgläubigen kennt Doughty auch. Ein ihr bekannter Physiker, der glaubt, der Alterungsprozess sei aufhaltbar. Als sie ihn fragte, ob er glaube, dass Unsterblichkeit eine gute Idee für die Menschheit sei, antwortete er nur: »Es geht nicht um andere Leute [… ] Ich will ewig leben.« Und das alles, obwohl wir nur eine Erde haben.

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ChrissieR
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ChrissieR

Ei Guude!

Uff…das wär ja eher ein klassisches“November -Thema“ 😄

Sehr vielschichtiger Artikell, ich muss der Autorin in fast Allem zustimmen!

Ewiges Leben unter gegenwärtigen Bedingungen wäre wohl das Schlimmste, was uns passieren könnte!

Vielleicht hatte ja – ich glaube, es war dieser Mißfelder von der CDU -eine “ Vision“ als er damals vom „sozialverträglichen Frühableben“ salbaderte…

Am Besten direkt nach Renteneintritt mangels ärztlicher Grundversorgung den Löffel relativ zügig abgeben….für Merkels “ marktkonforme Demokratie“!

LG zum Totensonntag

Always look on The breit side of life..

Christine

Homo Ludens
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Homo Ludens

Welche Rente? Ich rechne gar nicht mehr mit sowas…

Molle Kühl
Gast
Molle Kühl

Thema nur mit Tunnelblick behandelt. Kein Wort über Kryonik.

http://www.kryonik.de/

Das passiert, wenn Du nur mit dem Inhalt eines kürzlich gelesenen Buches glänzen möchtest und Dich nicht grundsätzlich intellektuell mit dem Thema Sterben auseinandersetzt.

Ist aber legitim, Deine Leser zu manipulieren und auf Dein Pferd zu setzen.

Pen
Gast
Pen

Woran es wohl liegt, daß die Debatte um den Pflegenotstand ohne irgendeinen Erfolg kräftig angeheizt und unaufhörlich am Leben erhalten wird, währen Diskussionen und Aufklärung über Tod, Sterben und Sterbehilfe sowie die Hinweise auf eine Patientenverfügung ein Schattendasein in esoterischen Verlagen und Gesundheitsämtern führen? Ich tippe mal auf Pharmalobby, privatisierte Krankenhausindustrie und Versicherungen, die alle kräftig an der Diskriminierung eines zutiefst menschlichen Vorgangs verdienen. An jedemTag eines künstlich verlängerten Lebens klingelt bei denen die Kasse. Angstmache und von den Medien unterstützte Verbreitung von Panik ist deren Geschäft. Ein Artikel, den man ganz schnell vergessen sollte, denn er macht das Annehmen… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

@Pen

Die Sachlage ist m.E. doch ganz einfach, in einer artgerechen Gesellschaft mit artgerechter Pflege, möchte wohl fast jedeR möglichst alt werden, und gesund sterben!

In einer durch und durch Profit orientierten Gesellschaft, wird man als pflegebedürftigeR AllteR halt seiner letztendlichen Verwendung zugeführt, nämlich als Betriebsmittel um diesen Profit zu erwirtschaften.

Wirksame Abhilfe wird es wohl nur dann geben, wenn man versuchte die Gesellschaft grundsätzlich humaner zu gestalten, aber da gefriert wahrscheinlich eher die Hölle zu. 🙁

Beste Grüße

Pen
Gast
Pen

@Heldentasse

Danke, das ist jetzt kein Scherz, aber da bin ich echt nicht drauf gekommen.

Man denkt schon gar nicht mehr darüber nach, daß man die Ursache des Problems, diese verdammte Profitgesellschaft verändern könnte, und sie deshalb als gegeben und unabänderlich hinnimmt.

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

@Pen

Danke! Aber im Grunde liegt es an den Ausführungen von Herrn Mausfeld, der die Tricks der Machteliten erklärt, dass ich überhaupt darauf gekommen bin.

Hier speziell ist es m.E. die Fragmentierung von recht einfachen Sachverhalten.

Beste Grüße

Pen
Gast
Pen

@Heldentasse

Den Vortrag kenne ich, Du hast mich sogar darauf gebracht. :-))

Man muß sich das wirklich immer wieder klarmachen, deswegen danke für den Link zum dedruckten Vortrag.

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

1. Wer ist „man“?
2. Das mag arrogant klingen, aber mir war das, was Mausfeld – den ich sehr schätze – veröffentlicht hat, bereits als Kind klar. Je älter ich werde, um so klarer wird mir, dass ich nie richtig „zivilisiert“ wurde…
„Zivilisation“ = Domestikation von „Humankapital“…

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

@Homo Ludens

zu 2. Ich finde gerade die genaue Quelle nicht, aber m.W.n. der führte Herr Mausfeld bei KenFM mal treffend aus, dass Kinder oft noch unbelastet und nicht indoktriniert sind, und z.B. einen angeboren Sinn für die Gerechtigkeit haben.

Die kulturelle Leistung besteht wohl heute darin, nach Vorgabe des Neoliberalismus den Kindern diese Unmöglichkeit auszutreiben, und die Festplatte mit wirklich wichtigen Daten zu beschreiben.

Beste Grüße

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Was heißt da „heute“?
Die gesamte Geschichte der „Zivilisation“ ist so… der „Neoliberalismus“ ist nur die neueste Form des Feudalismus…

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Ohne Angst würde unsere gesamte „Zivilisation“ auseinander fliegen. Dann würde nämlich auch den Dummen klar, dass das letztlich nur Domestikation von „Humankapital“ ist…

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Den Pflegenotstand werden wir vermutlich nie in den Griff kriegen.

Was bitte was soll denn der menschenverachtende Käse? Alleine für die Knete die wir in Kriegswaffen und Kriege stecken, könnten wir uns alle, auch ohne Grund, in Vollzeitpflege begeben!

So etwas zynisches, pfui Teufel! Kommt demnächst hier die „Soylent Green“ Debatte?

ChrissieR
Gast
ChrissieR

@Heldentasse

Moin,

Wir würden das hinkriegen…Leider unsere „Elite“ nicht!

Eine automatische Lebenszeitbegrenzung für Superreiche und korrupte Politiker wäre ja mal was…so nach der Devise: Du gibst jetzt 99% deines Vermögens ab für die Allgemeinheit und für den Frieden – sonst Rübe ab!
Das wäre „sozialverträgliches Frühableben“!

Hat die Miß(felder)geburt garantiert nicht so gedacht…

LG

Christine

Rudi
Gast
Rudi

@ChrissiR

Diese Wortschöpfung „sozialverträgliches Frühableben“ wurde im Dezember 1998 vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Karsten Vilmar, geprägt.

Der Mißfelder war das mit den Hüftgelenken. Die Sozialsysteme seien „nicht dafür zuständig, dass jeder Senior „fit für einen Rentner-Adventure-Urlaub“ sei. „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“. Früher seien die Leute schließlich auch auf Krücken gelaufen.

Lebte er noch der Mißfelder, wäre er heute vielleicht Kanzlerkandidat. Denn er war auch ein großer Wirtschafspolitiker. Dies bewies er 2009, als er eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes als „Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“ bezeichnete.

ChrissieR
Gast
ChrissieR

@Rudi:

Danke für die Info! Aber zugetraut hab ich das dem Mißfelder…😊

Robbespiere
Gast
Robbespiere

Also ich finde den Artikel treffend, ist der Umgang mit dem Tod doch das Spiegelbild zu unserem Umgang mit dem Leben, das scheinbar für Viele darin besteht, sich für die Anschaffung unnützer Dinge auszubeuten bzw. ausbeuten zu lassen, ohne wirklich zu leben. Das Haben dominiert das sein und die Hoffnung, irgendwann genug zu „haben“ und dann endlich „sein“ zu dürfen schürt natürlich die Angst vor dem eigenen Ende. Da gab es mal ein Buch mit dem Titel „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“, in dem die Autorin ihr zeitweises Leben unter Indios im Dschungel Südamerikas beschreibt undwo sie kennenlernte,… Weiterlesen »

Knalle
Gast
Knalle

Das „Urbuch“ aller Ich-lebte-mal-in-der-Wildnis-Bücher dürfte „Walden“ sein

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Walden

„Deutschland Umsonst“ ist auch so ein sehr lesenswertes Buch.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutschland_umsonst

ES GIBT EIN LEBEN VOR DEM TOD !

Eher praktisch orientiert:

„Das neue Buch vom Leben auf dem Lande “ von John Seymour

Knalle
Gast
Knalle

„Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar.“ ( aus Walden )

Homo Ludens
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Homo Ludens

Die Suche nach einem „eigentlichen, wirklichen Leben“ ist leider eine Art von Wahn. Auf so einen Blödsinn kann nur jemand kommen, der/die gut domestiziert, äh „zivilisiert“ ist… Eben genauso, wie die Suche nach „Sinn“ letztlich nur ein Zeichen von Unfreiheit und dem daraus resultierenden Frust ist. Ich glaube, es geht auch um „Ekstase“, ein „Sein“ jenseits des kleinen, ängstlichen Egos. Da aber die gesamte Gesellschaft das Ergebnis einer bereits unzählige Generationen anhaltenden Unterwerfung ist, ist Ekstase von den Mächtigen nicht erwünscht. Kein Wunder, dass viele konsequenterweise nicht mal richtig orgasmusfähig sind… die Franzosen nennen den Orgasmus den „kleinen Tod“… Im… Weiterlesen »

Knalle
Gast
Knalle

Gehört da auch noch zu

Tom Hodgkinson
„Die Kunst, frei zu sein“

Pen
Gast
Pen

@Knalle und Rob,

herzlichen Dank Eure Kommentare, für die Lesempfehlungem und Links.

Knalle
Gast
Knalle

Die Leiden des jungen Werthers ( Goethe )
Homo Faber ( Max Frisch )
Der Steppenwolf ( Hermann Hesse )

Knalle
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Knalle

Nein

…eher „Der Mann mit der Ledertasche“

passt aber nicht wirklich in die Abteilung:
Weltschmerz und alternative Lebensentwürfe

Knalle
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Knalle

Oooh !

Knalle
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Knalle
Homo Ludens
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Homo Ludens

Und warum nicht einfach in denWald gehen und die Erde riechen? Geht alles nur noch durch die linke Hirn-Hemisphäre?
Die größte Freiheit ist die, frei von Illusionen und falschen Hoffnungen zu sein, getragen von Empathie und Naturverbundenheit…

Knalle
Gast
Knalle

Eigentumsfrage ? Verteilungsgerechtigkeit ?
Riechen lassen sie dich an allem !

Knalle
Gast
Knalle
Homo Ludens
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Homo Ludens

Ich will ja gar nicht die Ungerechtigkeit unserer profit-orientierten Gesellschaft ausblenden – im Gegenteil, die kotzt mich bereits seit meiner Kindheit an, genauso wie der Raubbau an der Natur…

Trotzdem fällt halt auf, dass die Empfehlungen allesamt quasi nur den Intellekt füttern. Wo bleiben Bauch, Nase,… der Rest vom Menschen?

Knalle
Gast
Knalle

Schlussendlich geht nichts um wohldosierte Gewalt, damit uns diese korrupten Dreckschweine nicht den nächsten Krieg aufzwingen. Bevor dies geschieht, müssen wir sie aus ihren Villen zerren und vermôbeln! Nie wieder Krieg, ihr Hurensôhne! Wir kriegen euch !

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Letztlich also Bürgerkrieg statt Weltkrieg… ist aber auch Krieg…

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Davon abgesehen: wo war da Deine Empathie, wo fütterst Du die Sinne, Knalle?
Gar nicht…
Kein Wunder, dass „linke“ Politik kaum Resonanz erzeugt, was Du transportierst, ist Aggression und Frust. Die kann ich zwar durchaus verstehen und auch mitempfinden – aber andere erreichen kannst Du damit NICHT!!

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

„Das Haben dominiert das Sein“… Mir fehlt bei diesen Polen das „Tun“. Sowohl „Haben“ als auch „Sein“ führen zu statischen Welt- und Menschenbildern, zu Narzissmus, Gier und dem ganzen Rest. Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass es nur „ein Leben“ und ein „Bewusstsein“ gibt und wir alle daran nur teilhaben… Es ist also im Grunde falsch, von „mein Leben“ zu reden. Mein Körper und selbst mein „Geist“ sind nur Hülle… Und die primäre Heimat des Menschen ist die Natur – in die wir auch „zurückkehren“. Leider sind die meisten „im Westen“ so entfremdet von allem Natürlichen, die kriegen sogar… Weiterlesen »

Robbespiere
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Robbespiere

@Homo Ludens „Das Haben dominiert das Sein“… Mir fehlt bei diesen Polen das „Tun“. Sowohl „Haben“ als auch „Sein“ führen zu statischen Welt- und Menschenbildern, zu Narzissmus, Gier und dem ganzen Rest. In Puncto Haben leuchtet mir das ja ein, aber warum Sein ein statisches Weltbild sein soll, welches zu Narzissmus und Gier führt, habe ich nicht verstanden. Nach dieser Logik wäre jedes Lebewesen, das einfach nur ist, narzisstisch und gierig, wo es doch vollends symbiotisch in das integriert ist, was du als „ein“ Bewußt-Sein bezeichnest. Es ist also im Grunde falsch, von „mein Leben“ zu reden. Mein Körper und… Weiterlesen »

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Weil ein „Sein“ sich immer an statischen Begriffen aufhängt und „Werden“ negiert, ist diese Option eben auch nur eine andere Form des Narzissmus. „Nach dieser Logik wäre jedes Lebewesen, das einfach nur ist, narzisstisch und gierig“. Nein, das geht nicht aus meinen Worten hervor. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Tiere nicht einfach nur „sind“. Die „tun“ immer was… Wieso siehst Du „Probleme“ mit dieser Zen-Haltung? Ich sehe lauter Probleme, die durch Gier und Narzissmus entstehen. Als „logisch“ verstehe ich Deine Ausführungen nicht. Und niemals käme ich auf die Idee, zu leugnen, dass unsere Gesellschaft das Ergebnis von Gewalt… Weiterlesen »

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Homo Ludens Weil ein „Sein“ sich immer an statischen Begriffen aufhängt und „Werden“ negiert, ist diese Option eben auch nur eine andere Form des Narzissmus. Natürlich geht dem Sein das werden voraus. Warum das Ergebnis, das Sein aber Nerzisstisch sein soll, habe ich immer noch nicht begriffen. Sein ist das integrieren in die Welt, ohne Dominanzanspruch und ohne Selbstgefälligkeit. „Nach dieser Logik wäre jedes Lebewesen, das einfach nur ist, narzisstisch und gierig“. Nein, das geht nicht aus meinen Worten hervor. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Tiere nicht einfach nur „sind“. Die „tun“ immer was… Selbstverständlich „tun“ Tiere immer… Weiterlesen »

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Das Handeln der Tiere lässt keine Wahl zu? Unsinn! Selbst „einfache“ Tiere haben durchaus schon individuelle Ausprägungen und „Launen“… das ist anthropozentrische Arroganz, die da durchscheint… aber letztlich auch kein Wunder, wer sich nach einem „Jakobiner“ nennt… offensichtlich meinst Du, es sei dein Auftrag, die „Menschheit“ zu „wahrer Zivilisation“ zu führen… „Möglichkeit der Umsetzung in der Breite“? ? ? Was gibt es „umzusetzen“? Wer missversteht da wen? Zen ist keine „Religion“… sorry, aber DEIN Schreiben trieft vor Missverständnissen. „Da gibt es kein Ego, das zwischen Innen und Außen trennt“… Ja und? Meinst Du, dieser Zustand ist Menschen nicht möglich? Das… Weiterlesen »

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Homo Ludens

Unsinn! Selbst „einfache“ Tiere haben durchaus schon individuelle Ausprägungen und „Launen“… das ist anthropozentrische Arroganz, die da durchscheint… aber letztlich auch kein Wunder, wer sich nach einem „Jakobiner“ nennt… offensichtlich meinst Du, es sei dein Auftrag, die „Menschheit“ zu „wahrer Zivilisation“ zu führen…

Wenn du glaubst, mir solche Attribute zuschreiben zu müssen, statt auf einer sachlichen Ebene zu bleiben, ist für mich die Diskussion hier am Ende.
Weder kennst du mich, noch den „Jakobiner“ den du offensichtlich rein auf die Endphase seines Wirkens reduzierst, ohne seinen Werdegang zu kennen.
Schade!

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Pah, ich beurteile Leute nach den Taten, nicht nach dem Geschwätz, das sie loslassen.
Die Jakobiner waren größenwahnsinnig und faschistisch – und nebenbei Freimaurer, also mit ziemlicher Sicherheit Agenten der City of London… daher ist auch das resultierende Blutbad pure Logik.
Wenn Du nach Jahrhunderten von „Ozeanien vs. Eurasien“ diese fanatischen Spinner immer noch für die „Guten“ hältst, zeigt das nur, dass bei Dir die „Zivilisation“ voll zugeschlagen hat…

Oder wird ein Hitler plötzlich zum „Guten“, weil ich evtl. „seinen Werdegang“ lese?
Was soll dieses zweierlei Maß?

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

„ist für mich die Diskussion hier am Ende“
Das ist völlig in Ordnung für mich, ich brauche keinen Konsens mit fanatischen Größenwahnsinnigen…

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Homo Ludens

„ist für mich die Diskussion hier am Ende“
Das ist völlig in Ordnung für mich, ich brauche keinen Konsens mit fanatischen Größenwahnsinnigen…

Gut so und prüfe bei der Gelegenheit auch mal deine eigenen Intentionen. 🙂

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Welche „Intention“ kannst Du denn erkennen?
Projektion ist ein typisches Zeichen von Narzissten…

Dein Verhalten zeigt auch, warum „links“ nie populär werden kann – mit solchen Figuren wie Dir: sobald ans „Eingemachte“ geht, mauert Ihr und seid überhaupt nicht selbst-kritisch, sondern betet lieber nach wie vor Idole an, die bei kritischer Betrachtung allesamt nur Nützlinge für spezielle Interessengruppen waren…

Wahrscheinlich glaubst Du sogar noch, dass die „Russische“ Revolution nicht von UK, D,… finanziert wurde – trotz verplombten Zug mit Lenin und zig Millionen Finanzierung…

Also bitte: bleib Du in Deiner Parallel-Welt ohne Geopolitik und langfristige strategische Überlegungen…

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Homo Ludens

Projektionen, Projektionen, Projektionen……am laufenden Band.

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Mimimi…
Und, wo war Robbespierre nicht ein Wahnsinniger, der ein Blutbad angerichtet hat und letztlich einen Diktator an die Macht gebracht hat?

Es ist mir völlig egal, wie Du dich autistisch vor der Wahrheit versteckst…

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Außerdem habe ich viel mehr geschrieben, auf was DU gar nicht reagierst… da interessiert mich Dein Mimosen-Gehabe gar nicht…

Robespierre war nicht besser als Hitler oder Stalin…

http://www.quotez.net/german/maximilien_de_robespierre.htm

Tolles Idol…

Homo Ludens
Gast
Homo Ludens

Und bezüglich „Sein“: die meisten sind irgendwas, identifizieren sich mit Attributen – genau das erzeugt den Narzissmus…
„ich bin links“, „ich bin emphatisch“, „ich bin moralisch“,…
Führt alles nur aus Dem Mit-Fühlen und Teilnehmen und Teilhaben weg…

Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass Du den Begriff „Sein“ geradezu mythologisch-metaphysisch auflädst…

ChrissieR
Gast
ChrissieR

Nochma Guude!

Eben seh ich grad arte journal…

Ein Bericht über alte Menschen in Japan, die, wegen Altersarmut kriminell werden um in den Knast zu kommen!!!

Das ist doch ne Alternative! Oder?

Es wird immer doller!!!

Zwickt mich mal wer, dass ich aus diesem Scheisstraum aufwache???

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Mönchengladbacher fährt Radfahrer an, um ins Gefängnis zu kommen

Könnte aber auch gut sein, dass die US- Amins uns in Bälde von den ganzen Elend erlösen, in dem sie in den Iran anstecken und damit wahrscheinlich auch die ganze Welt.

Beste Grüße

Habnix
Gast
Habnix

😀

Ja, es wird immer doller!

Habnix
Gast
Habnix

Überall klingeln die Kassen, ob es bei künstlicher Lebensverlängerung ist, oder bei Organspenden(Künstliche Lebensverlängerung mit Abo für die Pharma und Abo für Kliniken). Sicher andere wollen ja auch leben. Ist Geld der Lohnabhängigen einziger Lebensinhalt und Lebensantrieb?

Mordred
Mitglied
Mordred

Rezensionen kannst Du gerne öfter schreiben. Besten Dank für diese.

Frau Wirrkopf
Gast

Ich denke, wir wissen alle, wer an langem Siechtum, langem Altwerden, langen nicht enden wollenden Krankheiten etc. verdient. Und für diese ist es sehr „wertvoll“, alle diese Stadien möglichst lange zu erhalten und den Tod weit hinten raus zu schieben. Lieber langes, krankes Altwerden als den Tod. Entsprechend wird das lange Leben positiv vermartet und als erstrebenswertes Ziel propagiert. Dafür muss der Tod ausgeblendet werden. Und jetzt bin ich mal ganz böse: Der Pflegenotstand macht neue kranke, kaputte Menschen und das sogar ziemlich schnell. Und die müssen wiederum durch jüngere, gesündere ersetzt werden, die dann auch wieder ziemlich schnell kaputt… Weiterlesen »