Starker Staat auf Zeit

Hat die Corona-Krise das Primat der Politik neu hergestellt? Auf den ersten Blick könnte man das meinen. Wenn man genau hinguckt, wird man den Eindruck nicht los, dass der Staat wieder nur als Übergangslösung fungiert.

Das Primat der Politik: Wir haben es nach langer Abwesenheit wieder. Schließlich kümmert uns als Gesellschaft gerade mal nicht, wie das Wachstum aussieht und wo man Profitraten steigern könnte. Im Gegenteil, die Politik fürchtet sich im Augenblick sogar davor, dass den Menschen ihre wirtschaftliche und damit ihre finanzielle Bredouille bewusst wird. Das könnte die Maßnahmen langsam aber sicher als inakzeptabel erscheinen lassen. Doch jetzt sei nicht wirtschaftliches, nein politisches Denken nötig, um die Pandemie einzudämmen.

Die ersten konservativen und libertären Beobachter warnen allerdings schon, man müsse jetzt genau aufpassen, dass uns am Ende nicht diese neue politische Omnipräsenz bleibt. Manche klagen sogar über die Rückkehr des Sozialismus – so wie Hendryk M. Broder, der unkt, der »Corona-Sozialismus« wolle »den Staat in Schlüsselpositionen« bringen. Olaf Gersemann von der »Welt« setzt indes auf die Bürger, denn nur sie werden »den Staat wieder entmachten können«.

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Heike
Gast
Heike

Danke für den Text! Die Helden der Krise arbeiten eben nicht nur oder auch nur führend beim Staat! Krankenschwestern, Verkäuferinnen wären nur bei manchen Usern hier als Beamtinnen einzustellen!
Unikliniken, Gesundheitsämter, Leistungsabteilungen Arbeitsverwaltung usw. da ist noch einmal gesondert hinzusehen bzw. sicher auch einzustellen bzw. Personal umzuschichten! Ich befürchte durch eine bestimmte Lobby eine gezielte Kampagne für eine generelle Einstellungswelle im Staatsdienst, was nicht notwendig und eher problematisch wäre!
Vorübergehend sind staatliche Bezeiligungen an Unternehmen kein Tabu, auch Debatten über die Alternative Gestaltung sozialer Sicherungssysteme wären jetzt reif und könnten sehr fruchtbar sein!
Ein Lob an die Helden dieser Zeit

Nashörnchen
Gast
Nashörnchen

Ich erinnere mich noch, als wär es gestern gewesen, als der starke Staat, als die Politik richtete, was dem Markt nie und nimmer gelänge. Da haben wir uns jeden Tag dreimal mit Champagner besoffen, wenn es mal nur kein Klopapier nicht gab…

aquadraht
Gast
aquadraht

Irgendwie finde ich den Artikel planlos. Distanzierung vom rechtsradikalen und marktgeilen Broder und vom Exmaoisten und Jugoslawien- und Irak-Mordhetzer Finkielkraut. Als wenn die Alternativen Handlungsmaximen zwischen einem französischen und einem deutschen Rechtsausleger lägen und man eine „mittlere Position“ bräuchte. Klar, dass AfD-Faschos nun geifern wie unser Haustroll Nashörnchen. Toxischer, faschistischer Antikommunismus wie beim nun aus vollen Rohren gegen China und die WHO geifernden Trump. Was an Robertos Artikel meiner Meinung nach schief ist, ist die Fixierung auf das Zurück. Es wird kein Zurück geben in die Zustände, die ohnehin schon am Rutschen und Zusammenbrechen waren, Nicht dass ich besonders auf… Weiterlesen »

Juergen
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Juergen

Durchaus möglich, dass der Wunsch Vater meiner Gedanken ist, vielleicht sogar wahrscheinlich. Trotzdem glaube ich, dass die Viruskrise mehr einen bleibenden Effekt haben wird als die Finanzkrise vor 12 Jahren. Gründe: – Der Liberalismus in allen seinen Formen wurde bereits vor der aktuellen Krise zunehmend kritisch gesehen, gerade auch weil der Liberalismus in den letzten 20 Jahren die treibende Kraft in den westlichen Gesellschaften war, sowohl wirtschafts- als auch gesellschaftspolitisch. – Die Finanzkrise hatte keine direkten Auswirkungen auf die Mehrheit der Bürger in den meisten westlichen Gesellschaften. Die Effekte der Finanzkrise trafen Otto Normalverbraucher nur indirekt, über Sparmaßnahmen und Nullzinsen,… Weiterlesen »