Notstandserkenntnisse

Vor diesen Zeilen habe ich mich etwas gescheut. Denn sie beinhalten für mich bittere Erkenntnisse – und die Einsicht, dass ich mich getäuscht habe und künftig etwas weniger Dünkel an den Tag legen sollte. Die Corona-Krise hat diese Einsichten verursacht. Fünf Erkenntnisse aus dieser Zeit.

Nach Corona wird die Welt nicht mehr so sein, wie sie vorher war: Diese Einschätzung hat man recht früh gelesen, schon im April 2020 wussten Qualitätsjournalisten damit zu bestürzen. Diese Erkenntnis war natürlich eine Binsenweisheit. Egal, was geschieht, die Welt ist danach nie mehr dieselbe – die Frage ist nur: In welchem Maße? Dass der heutige Journalismus mit solchen Prognosen punkten konnte, die schon vor 2.500 Jahren mindestens einem Griechen, nämlich Heraklit bewusst waren (Stichwort: Panta rhei), sagt viel über die Originalität unserer Zeit aus.

Natürlich hat sich auch für mich die Welt verändert. Einiges sehe ich heute anders als noch Anfang 2020. Nur hat sich für mich die Welt nicht so verändert, wie das unsere Meisterdenker in den Redaktionsstuben meinten. Nach wie vor gebe ich Leuten die Hand, umarme sie, wasche mir auch nicht etliche dutzendmal die Hände. Ich habe keine Angst, die mich lähmt und mich von Menschen forttreibt. Und nein, ich trage auch keine Maske, wo immer mir das möglich ist. All das meinten die Medienvertreter ja, als sie von der Veränderung der Welt fabulierten. Was sich allerdings für mich verändert hat, sind ganz andere Themen. Man könnte sagen: Ich habe mich vorher in einigen Personen oder Zeitungen getäuscht. Gewissheiten, die ich vormals pflegte, sind mindestens aufgeweicht. Die Corona-Krise hat mich Demut gelehrt.

1. Die Bildzeitung ist nicht schlechter als andere Zeitungen!

Was habe ich diese Bildzeitung verabscheut. Die Otto Brenner Stiftung analysierte vor Jahren, dass die Bildzeitung die Standards für eine Zeitung gar nicht erfülle. Diese Erkenntnis teilte ich. Was konnte ich die jungen Leute verstehen, die 1968 vor dem Springer-Gebäude randalierten. Im Grunde dachte ich, genau so müsse es wieder kommen. Die Bild habe es doch nicht anders verdient, wie sie gegen Arbeitslose und Griechen und arbeitslose Griechen hetzte: Widerlich!

Und ja, es war wirklich widerlich. Keine Frage, das Springer-Medium ist kein Ruhmesblatt des deutschen Journalismus gewesen – und ist es sicher noch immer nicht. Aber schlechter als andere Medien ist diese Tageszeitung nun auch nicht. In der Corona-Krise war sie es, die freiheitliche Werte vertrat, nach Angemessenheit fragte und die Politik für ihren Größenwahn schalt. Wenn man heute Bild TV einschaltet und dort über Corona debattiert wird, spürt man diesen Geist des Widerstandes gegen einen Staat und seine Büttel noch, die völlig maßlos und überzogen Bürgerinnen und Bürger verfolgungsbetreuen und belästigen wollen. Es gibt wenige Massenmedien, die sich das in dieser Deutlichkeit trauen.

Natürlich nimmt die Bildzeitung in Sachen Russland und Putin wieder eine ganz andere Rolle ein. Bei diesem Thema kann ich ihr nichts abgewinnen. Aber in der Corona-Zeit habe ich gelernt, dass ich nicht so überheblich sein sollte, in der Bildzeitung ein minderwertigeres Druckerzeugnis zu sehen, das sich mit den großen Magazinen im Land nicht messen kann. Doch, die Bild kann sich mit dem Spiegel oder der FAZ durchaus messen: Und in dieser Pandemie war sie eine Stimme der Vernunft, des Anstandes und des kritischen Zeitgeistes. Das rechne ich ihr hoch an. Das heißt nicht, dass ich nun Abonnent werde: Aber jemanden unterstellen, er würde hier auf »Bildzeitungsniveau argumentieren« oder dergleichen, das werde ich nicht mehr – denn Bildzeitungsniveau hieß in den letzten zwei Jahren auch, widerständig gegen ein Heer von Apparatschiks, Bürokraten und Opportunisten zu sein. Wer was anderes behauptet, argumentiert auf Spiegelniveau oder noch grottiger.

2. Die Liberalen haben recht: Der Staat ist nicht immer die Lösung!

Was habe ich doch den Liberalismus noch kurz vor dieser Krise kritisiert: Dieses »Alles kann, nichts muss« hielt ich für eine falsche Grundeinstellung, die nicht dazu geeignet ist, die Krise des Gemeinsinns zu meistern. In wesentlichen Punkten bin ich zwar weiterhin der Meinung, dass mit dem Liberalismus kein Staat zu machen ist, aber eine Parole, die ich früher ebenfalls ablehnte, würde ich heute nicht mehr so einfach wegwischen: Nämlich jene, dass der Staat nicht immer für alles eine Lösung parat haben sollte.

Nun war ich auch vorher nicht der Ansicht, dass der Staat und damit die Gesellschaft für jede Lebenslage eine Antwort anbieten muss. Aber wenn ich hörte, dass jemand mit dieser Erkenntnis argumentierte, schien mir das dennoch verdächtig: Da wolle doch nur jemand den schlanken Staat verteidigen, Probleme privatisieren, wo man sie auch sozialisieren könne. Heute finde ich den Einwand nicht mehr ganz abwegig. Man sollte zwar immer genau schauen, wer ihn bei welchem Thema wie anbringt. Aber die Erfahrungen der letzten Jahre zeigt: Zu viel Staat ist tatsächlich nicht bekömmlich.

In Wirtschaftsfragen halte ich es immer noch für zielführend, dass es ein Mindestmaß an staatlicher Kontrolle gibt – keine Frage. Wobei man auch da vorsichtig sein muss. Ein Beispiel: Neulich sah ich ein kurzes Feature zu Capri-Sonne. Eine Ernährungswissenschaftlerin forderte dazu auf, dass man die bunte Verpackung des zuckerhaltigen Getränks per Gesetz regulieren, d.h. verbieten sollte, damit das Gebräu Kinder nicht so sehr anspricht. Mir geht das zu weit: Familien aufzuklären über schlechte Produkte ist eines. Einen Hersteller zu verpflichten, sein Produkt unattraktiv anzubieten, widerspricht dem Leitgedanken, dass Menschen selbst für sich sorgen und auf sich achten können. Diese Einsicht zur Selbstverantwortung hätte uns in der Corona-Krise nun wirklich nicht geschadet.

3. Die Linken haben als Staatsbürger versagt!

Das ist nun tatsächlich kein überraschender Punkt. Ich habe ihn schon mehrmals thematisiert. Im August 2020 warnten die Bundes-Linken vor sogenannten Querdenkern. Mit ihnen sollte man nicht gegen die Allmachtsphantasien der Bundesregierung demonstrieren. Die Linken nannten es freilich nicht Allmachtsphantasien: Sie hielten den Großteil der Maßnahmen für angebracht. Wer dagegen anschrieb, wer das hinterfragte, musste sich gefallen lassen, als rechtsoffen diskreditiert zu werden. Linke Abgeordnete waren ganz vorne dabei, Andersdenkende an den Pranger zu stellen.

Das ist besonders beschämend, denn so lange ist es nun noch nicht her, dass es linke Politikerinnen und Politiker waren, die als nicht konsensfähig diffamiert wurden. Vor zehn Jahren waren sie die Schmuddelkinder. Das alles scheint vergessen zu sein. Diese Pandemie hat den Linken die Chance gegeben, als schrecklich staatstragend rüberzukommen. Diese Chance hat die Partei genutzt – und dabei Wählerschaft verloren, denn so eine Linke braucht keiner.

Klar haben immer wieder linke Köpfe auch darauf aufmerksam gemacht, die Folgen der Krise sozialverträglich zu gestalten. Aber das war eindeutig zu wenig. Die Koordinaten linken Denkens sind eben nicht Sozialverträglichkeit und Wokeness, wie heute suggeriert wird – sie Eckpfeiler sind die soziale Frage und die Kontrolle staatlicher Macht. Letzterer Punkt ist eigentlich ein klassisches linkes Thema: Ein Staat, der zur Übergriffigkeit neigt, das wäre eigentlich ein Thema für die Linke. War es aber nicht. Die Linken haben bewiesen, dass sie keine kritischen Staatsbürger sind, sondern biedere Mitläufer, die eigentlich Grüne sein wollen.

4. Nena, Til Schweiger und Jan-Josef Liefers: Einst von mir belächelt, jetzt respektiert!

Ja, ich habe einige Filme mit und von Til Schweiger gesehen. »Meisterwerke«, die man als deutscher Zuschauer unbedingt gesehen haben muss. Gefallen hat mir da kaum was. Die Schnitte saßen nicht, die Stories hielt ich für Kitsch und die Komik, nun ja, wem es gefällt. Ich hielt den Mann für überambitioniert. Bei Nena war es so, dass ich sie für so ein Relikt aus den Achtzigern hielt, das irgendwie in die Emo-Ecke und Esoterik-Abteilung gewechselt ist: Nicht meine Welt. Mit Liefers verhielt es sich so, dass ich schon seine Art des Sprechens nicht leiden konnte. Das wirkte auf mich immer gekünstelt, als spiele er sich, den Jan-Josef, dauerhaft selbst.

Sicher werde ich kein Fan dieser drei Künstler, die ich jetzt hier exemplarisch auch für andere ihrer Zunft herausgehoben habe. Aber eines muss ich zugeben: Sie haben mich überrascht, weil sie nicht den einfachsten Weg wählten. Ihre Kunst ist nicht das, was ich gerne sehe oder höre: Aber ich sollte Menschen, die mir künstlerisch nicht zusagen, die ich vielleicht auf den ersten Blick auch sonst nicht sonderlich sympathisch finde, nicht im Bausch und Bogen verdammen und ausblenden. Denn auch in solchen Leuten steckt vielleicht etwas, was man sich zunächst nicht vorstellen kann.

Nun muss ich ja nicht einstimmen in die emotionale Energie- und Liebesrhetorik einer Nena. Aber dass auch in dieser mir fremden Betrachtungsweise von Welt und Mensch etwas steckt, was uns verbindet, nämlich ein Sinn für die Menschlichkeit: Danke, Corona – ohne dich hätte ich das vielleicht nie gelernt!

5. Hubert Aiwanger, Boris Reitschuster und Co.: Konservative sind besser als ihr Ruf!

Vor der Krise habe ich mich mal via Twitter mit Hubert Aiwanger, dem Chef der bayerischen Freien Wähler, angelegt. Nichts besonderes, ich pflaumte ihn von der Seite an, weil er irgendwas mit einem Messer sagte, das jeder Mann im Lande mittlerweile in der Tasche mitführen müsse. Das kann man sagen – muss man aber nicht. Grundsätzlich hat er ja vielleicht sogar ansatzweise recht. Darum geht es mir an dieser Stelle jedoch nicht. Aiwanger ist ein Konservativer alter Schule, kommt vom Land, ist sturer Niederbayer: Wer hätte gedacht, dass er Widerrede leistet?

Oder Reitschuster: Auch er eher konservativ. Phasenweise war er der einzig kritisch berichtende Journalist im Lande. Klar, seine Ansichten in anderen Bereichen teile ich nicht. Aber innerhalb der Corona-Episode hat er gute Arbeit geleistet. Seine Kritiker sagen, er sei zu schrill, zu laut, zu sehr auf Skandal ausgerichtet gewesen. Kann alles sein: Aber vermutlich konnte man sich in dieser Hysterie nur so Gehör verschaffen.

Im eigenen Umfeld habe ich natürlich auch konservativ tickende Menschen. In der Krise waren sie es, die gelassener und sortierter waren, als jene, die sich eher als progressiv sehen. Vielleicht hat das auch was mit der Erdung im Traditionalismus zu tun. Eventuell steckt auch ein christliches Fundament dahinter, das die eigenen Werte auch in harten Zeiten hochhält. Die Kabarettistin Monika Gruber, die aus einem eher konservativen Milieu stammt, sagte in einem Interview, dass sie sich in dieser Zeit immer wieder die Frage stellte, wer sie sei und woher sie komme – das habe ihr geholfen, gelassen zu bleiben und nicht in den Panikmodus umzuschwenken. Ob Armin Laschet wohl gesagt hätte, er kenne keine roten Linien mehr? Konservative sind nicht einfach bloß biedere Besitzstandswahrer: Sie haben offenbar auch eher ein Gespür für Ordnung und das, was den Zusammenhalt eigentlich ausmacht. Den heutigen Progressiven fehlt offensichtlich ein Kompass.

Fazit: Die Corona-Krise hat mich Demut gelehrt

In der Corona-Krise habe ich viel gelitten. Meine Kräfte waren teilweise erschöpft. Ich fragte mich, ob es sich noch lohnt zu leben. Ob der Tod nicht eine Alternative sein könnte. Wir verloren Freunde, wurden ausgegrenzt und wie Hunde vor der Ladentür angebunden. Aber wir lernten neue Leute kennen, übten uns in Solidarität und Zusammenhalt. Protestierten. Sicher fehlt mir heute eine höhere Begabung für den Gemeinsinn, die ich vor der Krise immer mal wieder hatte. Zu viel ist zwischen mir – zwischen uns – und der Gesellschaft zerbrochen. Aber ganz verloren bin ich nicht, denn mir hat die Situation auch Demut gelehrt.

Auch jene, die die Welt anders, vielleicht sogar völlig anders sehen als ich, haben Qualitäten, die man nicht einfach ignorieren darf. Vorher tat ich solche Leute gerne ab, winkte ab und hielt sie für indiskutabel. Was hat mir eine Nena schon zu sagen? Einer wie Aiwanger ist mir doch fremd! 

Und ja, sicher stimmt das. Nena ist kein 44-jähriger Blogger mit bayerischen Akzent und spanischem Hintergrund. Sie ist nicht so taktlos wie ich es zuweilen bin, wahrscheinlich ist die emotional intelligenter, in einem Maße, dass sie gleich von energetischer Liebe und so Zeug spricht. Damit kann ich gar nichts anfangen, für mich ist das so, als würde sie mir sagen, sie sehe meinen Schutzengel. Aber es gibt noch eine andere Ebene, die uns dennoch verbindet. Und Corona hat das aufgezeigt. Ähnlich bei der Bildzeitung, den Liberalen, ja sogar bei den Unaussprechlichen im Bundestag. Es gibt Schnittmengen, die man erkennen, die akzeptieren muss. Daher lohnt es sich mit allen zu reden, Kontaktschuld abzuschütteln. Denn mit denen, die mir vorher nahe waren, hätte ich in der harten Zeit lieber keinen Kontakt gehabt.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Frust
Frust
1 Monat zuvor

In Wirtschaftsfragen halte ich es immer noch für zielführend, dass es ein Mindestmaß an staatlicher Kontrolle gibt – keine Frage.

Das Problem dabei ist, wer legt fest was das Mindestmaß ist? Wie definiert man das Mindestmaß?
Ist es nicht so, dass eine staatliche Intervention immer in eine Interventionsspirale führt? Hat der Staat an einer Stelle eingegriffen, hat dieser Eingriff auch meist Folgen die nicht beabsichtigt oder vorhersehbar waren und deshalb muss er wieder eingreifen. Und so geht es dann immer weiter.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Frust
1 Monat zuvor

Wie definiert man das Mindestmaß?

Im Grunde hat der Staat den ordnungspolitischen Rahmen vorzugeben, der garantiert, dass sich der Wohlstand der gesamten Gesellschaft gleich und stetig verbessert und dessen Einhaltung zu überwachen.

Frust
Frust
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Was verstehtst Du unter „ordnungpolitischen Rahmen“? Das man keinen anderen Menschen ermorden oder überfallen soll? Das wir kein Fleisch mehr essen sollen? Bis 70 Jahre arbeiten? Die Bundeswehr nach Afghanistan schicken? Das wir unseren Nachbarn wenn er in Not gerät helfen sollen? …

Also ich persönlich möchte nicht, das z.b eine Emila Fester irgendetwas vorgibt. Sei es für mich oder für irgendein Wirtschaftunternehmen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Frust
1 Monat zuvor

Nein, der ordnungsplitische Rahmen setzt die ( fairen ) Bedingungen fest, unter denen die Wirtschaft eines Landes zu funktionieren hat, damit der freie Wettbewerb gewährleistet ist.
Da wäre z.B. das Kartellrecht, welches verhindert, dass einzelne Konzerne zu groß und damit zu mächtig, bzw. marktbeherrschend werden.
Ein anderes Beispiel wären Importzölle, die die Einfuhr von Produkten zu Dumpingpreisen durch Verteuerung daran hindern, einheimische Unternehmen in die Insolvenz zu konkurrieren, also das Gegenteil von Freihandelsverträgen a la CETA, TTIP und Co..

Steuern wären auch so ein Thema, siehe Luxembourg.

Last edited 1 Monat zuvor by Robbespiere
Frust
Frust
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Da muss ich noch einmal nachfragen:

  • wer ist der ordnungpolitische Rahmen genau?
  • was ist fair?
  • und wie kann es ein freier Wettbewerb sein, wenn einer einen Rahmen gesetzt hat?

Wenn ein Unternehmen durch ein Produkt welches es in guter Qualität zu einem vernünftigen Preis groß, mächtig und marktbeherrschend geworden ist, ist dagegen nichts einzuwenden.
Nutzt es seine Macht nun aus und wird qualitativ und preislich immer schlechter, wird es nicht lange dauern bis sich wieder neue Anbieter zeigen werden.

Bei Unternehmen wird immer gerne auf die Marktmacht geschaut und Monopole verteulfelt, aber das der Staat das Geldmonopol hat wird als gottgegeben hingenommen. Warum gibt es beim Geld keinen freien Markt? Bitcoin lässt grüssen!!!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Frust
1 Monat zuvor

wer ist der ordnungpolitische Rahmen genau?

Das Parlament, im Idealfall mit Beteiligung der Bürger in einer direkten Demokratie.

was ist fair?

Was dem Wohl aller Bürger nützt und nicht nur Partikularinteressen dient.

und wie kann es ein freier Wettbewerb sein, wenn einer einen Rahmen gesetzt hat?

Gegenfrage:
Wie kann Wettbewerb frei sein, wenn für einige Marktteilnehmer kein begrenzender Rahmen existiert?
Denk z.B. mal an die wettbewerbsverzerrung durch Kartelle oder Lobbyismus.

Wenn ein Unternehmen durch ein Produkt welches es in guter Qualität zu einem vernünftigen Preis groß, mächtig und marktbeherrschend geworden ist, ist dagegen nichts einzuwenden.

Du findest also Marktdominanz gut?
Liegt nicht die Gefahr darin, dass dadurch Konkurrenz verhindert wird, die vielleicht sogar ein besseres Produkt anbieten könnte und zerstört das nicht die Vielfalt im Markt auf der Angebotsseite?

Bei Unternehmen wird immer gerne auf die Marktmacht geschaut und Monopole verteulfelt, aber das der Staat das Geldmonopol hat wird als gottgegeben hingenommen.

Da stimmt nur teilweise.
Der Staat hat insofern das Geldmomopol, weil err auch will, dass die zu seinem Erhalt notwendigen Steuern in seiner einheitlichen Währung geleistet werden.
Stell dir mal vor, man könnte seine Steuerschuld in jeder beliebigen Währung begleichen, bei all den Wechselkursschwankungen.
Auch Bitcoin ist extrem volatil.
Das wäre das reinste Chaos.

Andererseits hat der Staat nicht das Monopol, solange er sich nicht direkt über seine Zentralbank verschulden darf.
Das hätte zur Folge, dass Schuldner und Gläubiger identisch wären und auch auf Zinsen verzichtet werden könnte, da die Zentralbank ihre Überschüsse am Ende des Jahres alsOrgan des Staates sowieso an die Staatskasse überweisen muss.
In der Praxis darf sich der Staat aber nur Geld auf dem Sekundärmarkt beschaffen, Bei Banken, Versicherungen oder Fonds-Gesellschaften, die seine Anleihen akzeptieren.

Damit haben diese natürlich auch Einfluss auf die Finanzierung des Staates und wollen bei dessen Projekten mitreden.

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Daß das alles nur so vor Widersprüchen strotzt, weißte aber selbst. 😉

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

@Horst Kevin

Inwiefern?

Wo ist da ein Widerspruch, wenn allen Marktteilnehmern di gleichen Chancen eingeräumt werden, oder worauf beziehst du das sonst?

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Jede Subvention, „Strafzölle“, gestaltende Besteuerungen und wie die staatlichen Eingriffe auch gerade heißen, stellen einen Eingriff in den „freien Markt“ dar.
Es gibt ihn also nur in der Theorie.
Abgesehen davon, reißt so ziemlich jede Subvention an anderer Stelle ein mindestens ebenso großes Loch.

Wenn sich Geflügelhaltung in afrikanischen Staaten nicht wirtschaftlich betreiben lässt, weil es billiger ist, europäische Schlachtabfälle tiefgekühlt dort hin zu kutschieren, was stimmt dann nicht?

Ich kenne auch kaum eine untätigere, sinnlosere Einrichtung als das bunte Kartellamt.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

@Horst Kevin

Jede Subvention, „Strafzölle“, gestaltende Besteuerungen und wie die staatlichen Eingriffe auch gerade heißen, stellen einen Eingriff in den „freien Markt“ dar.

Unter der Bedingung, dass diese nicht gleichnäßig Verteilt/erhoben werden, stimmt das.

Wenn sich Geflügelhaltung in afrikanischen Staaten nicht wirtschaftlich betreiben lässt, weil es billiger ist, europäische Schlachtabfälle tiefgekühlt dort hin zu kutschieren, was stimmt dann nicht?

Dann wurde diese afrikanischen Staaten über erpresserische Freihandelsabkommen zu niedrigen Importzöllen gnötigt, die es ihnen verunmöglicht, zumindest eine Preisparität herzustellen.
Deswegen kommt die afrikanische Landwirtschaft nicht zu lohnenden Erträgen.
Sollten dieAfrikanischen Staaten die Bedingungen der westlichen Staaten nicht akzeptieren, verweigert man ihnen den Zugang zu unseren Märkten.

Schau dir mal in einer ruhigen Stunde diese Doku an:

https://www.youtube.com/watch?v=nsCBN4sHHSA

Ich kenne auch kaum eine untätigere, sinnlosere Einrichtung als das bunte Kartellamt.

Was hast du denn?
Daimler-Chrysler und Bayer-Nonsanto haben die doch ganz doll hingekriegt. 😉

Last edited 1 Monat zuvor by Robbespiere
Frust
Frust
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Fair ist für mich nur ein Wieselwort, genau so wie Solidarität. Jeder verwendet es, aber für jeden hat es eine andere Bedeutung.
(Und was soll fair genau sein? Bayern München ist jetzt zehn Mal hintereinander Meister geworden. Ich fände es fair, wenn sie diese Saison nur mit zehn Spielern spielen dürfen 🙂 )

Wie kann Wettbewerb frei sein, wenn für einige Marktteilnehmer kein begrenzender Rahmen existiert?

Wettbewerb kann nur frei sein, wenn für alle Marktteilnehmer kein begrenzender Rahmen existiert. Jede Regulierung stärkt den einen und schwächt den anderen: große Unternehmen können sich die Kosten leisten, kleine müssen die Segel streichen.

Du findest also Marktdominanz gut?

Da halte ich es mit Ron Paul: „In einer freien Marktwirtschaft ermöglichen Unternehmensfusionen den Konsumenten, von neuen Produkten und gesenkten Preisen zu profitieren. Jedes Unternehmen, das hohe Preise verlangt oder ein minderwertiges Produkt anbietet, wird sich bald der Konkurrenz von Unternehmen ausgesetzt sehen, die den Konsumenten niedrigere Preise und/oder höhere Qualität offerieren.“

und: „Monopole und Kartelle sind Geschöpfe des Staates, nicht die von Märkten.“

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Frust
1 Monat zuvor

Fair ist für mich nur ein Wieselwort, genau so wie Solidarität.

Dann ersetze Fair durch „Chancengleichheit“.

Wettbewerb kann nur frei sein, wenn für alle Marktteilnehmer kein begrenzender Rahmen existiert. Jede Regulierung stärkt den einen und schwächt den anderen: große Unternehmen können sich die Kosten leisten, kleine müssen die Segel streichen.

Ganau das Gegenteil ist der Fall.
Das Fehlen von Grenzen bzw. die Auflösung derselben schafft den Raubtierkapitalismus mit den von dir genannten Symptomen.

Warum zahlen z.B. Konzerne wie Google oder Amazon dort keine Steuern, wo die ihre Umsätze generieren?
Weil man ihnen keine Grenzen setzt, deshalb.

Und wenn sich große Konzerne Kosten leisten können und kleiner Unternehmen nicht, dann liegt das daran, dass diese Nachterile politisch gewollt geschaffen wurden, zu Gunsten der Großen.
Aber das ist eben kein ordnungpolitischer Rahmen, der Gleichheit schafft.

Da halte ich es mit Ron Paul: „In einer freien Marktwirtschaft ermöglichen Unternehmensfusionen den Konsumenten, von neuen Produkten und gesenkten Preisen zu profitieren. Jedes Unternehmen, das hohe Preise verlangt oder ein minderwertiges Produkt anbietet, wird sich bald der Konkurrenz von Unternehmen ausgesetzt sehen, die den Konsumenten niedrigere Preise und/oder höhere Qualität offerieren.“

So einfach ist die Sache aber nicht, denn niedriger Preis bedeutet allzu oft auch entsprechende Qualität, weil zwangsläufig am Material und der Verarbeitung gespart werden muss.
Ein gewisser Herr Lopez hat das mal auf die Spitze getrieben.
Qualität hat nunmal ihren Preis und ein hoher Preis geht meißt mit einer höheren Nutzungsdauer einher, was ein Produkt oft am Ende sogar preiswerter macht als der Billigkauf, den man mehrfach tätigen muss.

Warum verkauft sich z.B. ein Porsche in den USA so gut, wo man doch einen Ford weit günstiger bekommen könnte?

und: „Monopole und Kartelle sind Geschöpfe des Staates, nicht die von Märkten.“

Wie das?
Sagt etwa der Staat zu den Oligopolisten, sie sollten Gebiets- und Preisabsprachen treffen, um die Kunden zu bescheißen?

Frust
Frust
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Das Fehlen von Grenzen bzw. die Auflösung derselben schafft den Raubtierkapitalismus mit den von dir genannten Symptomen.

Ob die Menschen in Nordkorea sich freuen das der Wirtschaft so klare Grenzen gesetzt sind die sie vor dem Raubtierkapitalismus (noch so ein Wieselwort) schützen?

zu Monopolen: surft Du noch mit dem Netscape Navigator?
und Fotos machst Du noch mit Kodakfilmen? 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by Frust
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Frust
1 Monat zuvor

Ob die Menschen in Nordkorea sich freuen das der Wirtschaft so klare Grenzen gesetzt sind die sie vor dem Raubtierkapitalismus (noch so ein Wieselwort) schützen?

Du kennst woh auch nur Schwarz oder Weiß, Kapitalismus oder Staatssozialismus, was?

Es gibt aber dzwischen noch ganz viel Grautöne, nur werden die von den Vertretern beider Ideologien nicht in Betracht gezogen, weil es ihre Machtposition deutlich schmälern würde.

Wie würdest du denn den Finanzkapitalismus definieren, wenn nicht als Raubtierkapitelismus, bei dem es nicht um die Versorgung der Menschen mit den notwendigen Gütern, sondern um immer höhere Profite und Marktmacht geht?

Zitronenpresse klingt vielleicht angenehmer, so nach Bio, ist aber nichts Anderes.

zu Monopolen: surft Du noch mit dem Netscape Navigator?

und Fotos machst Du noch mit Kodakfilmen?

Bedingen Innovationen Monopole?

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Hab ich schlecht gelesen oder hast Du gerade beschrieben, wie der Staat seiner Aufgabe nicht nachkommt?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

@Horst Kevin

Du hast es erfasst.

Jau
Jau
1 Monat zuvor

Sinn für Menschlichkeit – ja, das ist´s.
Vielen Dank für diesen Text, lieber Roberto.

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Pen
Pen
1 Monat zuvor

Das Gute an Corona ist, daß man viel über sich selbst erfährt.

Ist man ein Kandidat für eine Massenpsychose oder ruht man soweit in sich selbst, daß man keine Ängste entwickelt, und sich von der Pharmaindustrie seine Geundheit und sein Immunsystem ruinieren läßt, und diesen Schurken und Weltbeherrschern auch noch die Kassen füllt.

Die Voraussetzungen für eine Massenpsychose hat Mattias Desmet für alle verständlich aufgezeigt. Leider sind es sehr wenige, die sich von dieser Psychose nicht mitreißen lassen.

1.Einsamkeit, d.h keine stabilen Kontakte zu anderen Menschen und

2. irrrationale und unbestimmte Ängste, die gern einen willkommenen Grund finden, an dem sie diese Ängste festmachen können, gehören zu den Voraussetzungen, anfällig für eine Massenpsychose zu sein.

Den dritten Grund erinnere ich jetzt nicht.

https://rumble.com/v18t85q-mattias-desmet-and-the-psychology-of-totalitarianism.html

Der Erfolg jedes totalitären Systems beruht auf den gleichen Voraussetzungen, denn totalitäre Systeme sind Massenpsychosen.

s.auch Hannah Arendt

Das Buch gibt es auf Hölländisch, Englisch bei amazon, und sicher auch bald auf Deutsch.

Wir müssen uns zusammentun und mit einander REDEN.

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Rotewelt
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Der dritte Grund, den Desmet erwähnt, ist nach meiner Erinnerung fehlender Sinn im Leben.
Ich habe auch viel über mich gelernt, wobei ich eher sagen würde, dass ich viel über die Menschen gelernt habe – mehr als ich hätte wissen wollen. Ansonsten kann ich vieles von dem unterschreiben, was in diesem Artikel steht, in mehrerlei Hinsicht musste ich meine bisherigen Ansichten revidieren oder durfte es, denn ich bin aufgeschlossener geworden, was ich als positiv betrachte.

Pen
Pen
Reply to  Rotewelt
1 Monat zuvor

das stimmt. danke.

viele Menschen sind durch das Corona Narrativ wacher geworden und kritischer.

Ganz wichtig ist auch der Corona Ausschuß, da wird diese Lüge so richtig zerpflückt.

Immer Freitags.

https://corona-ausschuss.de/sitzungen/

LG

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Ich muss da leider widersprechen:

Das Gute an Corona ist, daß man viel über sich selbst erfährt.

Ist man ein Kandidat für eine Massenpsychose oder ruht man soweit in sich selbst, daß man keine Ängste entwickelt, und sich von der Pharmaindustrie seine Geundheit und sein Immunsystem ruinieren läßt, und diesen Schurken und Weltbeherrschern auch noch die Kassen füllt.

Ich habe aus der Coronoia gelernt, dass meine Kenntnisse in Medizinmeteorologie, Bioklimatologie sowie meine Erfahrungen in der Auswertung statistischer Daten inkl. Plausibilitätsüberprüfungen auf einen hohen Niveau sind. Das war es bei mir. Hätten unsere Herrchen besser gelogen, dabei Märchen die nicht in unserer real existierenden Atmosphäre stattfinden verbreitet, dann hätte das nicht gegriffen. Auf das nächste Märchen falle ich vielleicht auch rein? OK, das mit der Ukraine ist eher nicht der Fall. Da habe ich die Entwicklung seit dem Putsch Anfang 2014 auf dem Maidan beobachtet. Ich habe da sogar Gegenüberstellungen von Unruhen und Aufständen bzgl. Witterung und Finanzierung von Außen gemacht. Clothing Index nach dem australischen Meteorologen Richard Steadman und Zusammenbruch von Unruhen und Aufständen bei Ansteigen dieses clo >> 1 durch nasskalte Witterung bei nicht gelenkten Unruhen. Der Maidan 2014 war eindeutig gelenkt und finanziert. Bei einem clo von bis zu 4 braucht es umfangreiche Logistik und Unterstützung für die Aktivisten. Das ist Bioklimatologie für Anfänger … und Militärs.

Aber nur weil ich zufälligerweise in diesen beiden Fällen – OK, und dem Klimawandel – das wissenschaftliche Fachwissen habe um die Narrative damit zu detektieren bin ich nicht immun gegen einen anderen, besseren Angriff. Bisher hatte ich einfach das Glück die richtige akademische Ausbildung zu haben und diese auch anwenden zu können.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Pen
1 Monat zuvor

Das Gute an Corona ist, daß man viel über sich selbst erfährt.

Ja, das stimmt. Aber noch besser an Corona war, daß es uns geholfen hat, besser zwischen echten und falschen Freunden unterscheiden zu können.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Wütender Bürger
1 Monat zuvor

@Wütender Bürger

Dafür lernt man ganz ohne Tanzschule den Eiertanz…..um brisante Themen herum.
Leider bin ich ein miserabler Tänzer. 😉

Uwe Borchert
Uwe Borchert
1 Monat zuvor

Da habe ich aber sehr viel Glück in der Coronoia gehabt. Ich habe zwar sehr ähnliche bis identische Beobachtungen gemacht, bin davon aber nicht überrascht, da ich diese Erfahrungen schon länger immer wieder machen musste. Das sind bei mir mindestens 5 Jahre seit denen ich diese Beobachtungen nicht mehr ausblenden konnte.

Für mich war einer der interessantesten Punkte das Auslöschen von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus vielen Dekaden. Behüllte ARE-Viren (ARE=akute respiratorische Erkrankung) sind recht gut untersucht, wenn auch der Schwerpunkt auf Influenzaviren liegt und die vielen anderen behüllten und damit saisonalen ARE-Viren stiefmütterlich behandelt wurden. Meine auf alten Studienwissen Medizinmeteorologie und Bioklimatologie sowie einiger Dekaden privatem Interesse aufgebauten „Prognosen“ wichen von Anfang an vom offiziell lizensierten Narrativ extrem ab … und traten dann trotzdem recht genau ein. Trotzdem wurden diese Fakten extrem schnell und zuverlässig unterdrückt …bis diese dann sich doch in der Realität durchgesetzt haben und nicht mehr zu verheimlichen waren, trotz kreativstem Umgang mit Messwerterfassung und -auswertung. Aber da sehen wir erst die Spitze des Eisberges.

Was aber auch noch sehr auffällig war, das war die Intoleranz und Militanz mit der die Hinweise auf wissenschaftliche Fakten in der öffentlichen Diskussion zum Schweigen gebracht wurde. Aber auch das war in einer geraden Linie der Entwicklung. So habe ich auf Heise meinen langjährigen Account verloren. Gelöscht mit herbeigeschwurbelt, -gekreischt und -gehüpften Scheinargumenten für das Bringen von anerkannten Fakten. Ähnliches fand aber breits vorher statt. Da waren es die Klimawandelisten der Holy Church of Climatology die den erlaubten Meinungskorridor bestimmt haben. Fakten die da nicht reingepasst haben führten bei einigen anderen Diskutanten und -onkels zum Verlust des Accounts. Aus dieser Erfahrung heraus sah ich erst mal Parallelen und war daher gar nicht so überrascht.

Die aktuell in den virtuellen Klärbecken des intellektuellen Dünnpfiffs hochgespülten Woko Haram und Transgendergagaisten sind für mich daher auch wenig überraschend oder gar unerwartet. Das ist alles das gleiche Schema: Extremistische Religioten, deren geistige Entwicklung im Mittelalter stehengeblieben ist, bekämpfen Aufklärung und Wissenschaft mit totalitären Methoden. Dabei richten diese massive Schäden an, die dann mit etwas Glück diesen Bewegungen schwer schadet oder noch besser zu deren Auslöschung führt. Auch da gab es einiges an Beispielen in der Geschichte.

Rudi K
Rudi K
1 Monat zuvor

Danke für den interessanten Arikel. Zum Thema „Bildzeitung“ ist meine Meinung, daß die „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel heute „regierungsfreundlicher“ sind als vor 30 Jahren. Ich hatte den Eindruck, daß dies mit der Regierung von Schröder/Fischer begann. Helmut Kohl und seine Politik wurden wesentlich schärfer kritisiert als die von Schröder und sogar seiner Nachfolgerin Angela Merkel.

Ingo Rademacher
Ingo Rademacher
1 Monat zuvor

Die Liberalen haben recht: Der Staat ist nicht immer die Lösung!

Die Liberalen, die christlichen Demokraten und viele andere geben sich gerne schöne Bezeichnungen. Leider sind die Liberalen alles andere als liberal. Hier winkt die Knechtschaft, BlackRock & Co. lassen grüßen.

Die Linken haben als Staatsbürger versagt!

Die linken Parteien wurden doch im Vorfeld übernommen. Hält noch jemand die SPD für links? Haben schon alle vergessen, dass fast alle Gründungsmitglieder der Grünen damals angewidert ausgetreten sind? Dass die Linke nicht links ist, dafür sorgen schon der Verfassungsschutz und die Presse. Klaus Ernst ein Linker? *lol*

Boris Reitschuster und Co.: Konservative sind besser als ihr Ruf

Reitschuster ist für den Verfassungsschutz unterwegs. Er ist nicht konservativ, er ist ein dienlicher Hund. Sein Forum wird vom Verfassungsschutz kuriert. Dort erscheinen hauptsächlich fiktive Kommentare ganz oben. Solche, die seine Leserschaft beeinflussen sollen. Kritik wird mit Shadow-Banning geahndet. Hier wird dann auch für die letzte Trantüte die Heuchelei offensichtlich, beschwert sich RS doch über selbiges.

Vorsicht vor falschen Freunden! Die haben schon den Umsturz der DDR für sich vereinnahmen und an die Wand fahren können. Das Endergebnis hat nichts mit dem gemein, was die einstigen Protestler wollten. So wird es auch mit den Corona-Protesten laufen, wenn man sich von den Maulwürfen leiten lässt.

loco
loco
1 Monat zuvor

Danke für diese Zeilen Roberto!
Du drückst aus, wie ich mich schon seit längerer Zeit fühle. Das Fremdeln mit ehemaligen politischen Gefährten und Freunden, sowie die Erkenntnis, dass Liberale und Konservative in dieser forcieren Krise mir häufig näher waren.
Im Moment fremdele ich wirklich mit meiner politischen Heimat und doch fühle ich mich immer noch als Linker.
Mir ist soziale Gerechtigkeit immer noch wichtig, Umverteilung – besser gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums ist für mich ebenfalls ein Muss genauso wie der Ruf nach Solidarität, aber es sind auch der Wunsch nach Freiheit und freier Meinungsäußerung, welche mir deutlich wichtiger geworden sind.
Es ist wirklich alles seltsam geworden… 😞

spartacus
spartacus
1 Monat zuvor

Im Grunde hat mich vieles, was Du anführst, nicht sonderlich überrascht. Die BLÖD ist halt die BLÖD und schießt quer, wenn gemeinschaftliches aufkommt, das nicht auf vaterländischer oder kapitalistischer Ideologie beruht. Der Spiegel heißt bei mir schon lange „die Bild-Zeitung für Brillenträger“ und es gilt das Motto „Spiegel-Leser glauben mehr“. Mit aufrechten Konservativen habe ich im Laufe der Zeit immer wieder mal Übereinstimmungen gefunden, wenn sie die Dinge ehrlich analysieren wie sie sind. Die Linke wurde solange diffamiert, bis sie sich angepasst hat, das Spiel kennen wir ja schon von den Grüninnen. Wobei letztere eh einen inneren Drang zur Anpassung haben, denn Bourgeois bleibt oft eben Bourgeois. Da kann man dann gerne mal spätpubertär randalieren, aber am Ende will man dann doch an die (ererbten) Fleischtöpfe. Und dazu muß man nichtmal seine totalitären Tendenzen abstreifen, nur einfach die Inhalte wechseln (s. Kretschmann). Und Schauspieler sind halt Schauspieler und viele eben auch nur Menschen. Da gibts solche und solche.

Was mich bei der ganzen Gemengelage am meisten irritiert, ist die Frage „Was macht eigentlich die deutsche Wirtschaft?“ Früher war bei jedem noch so kleinen Versuch eine soziale oder ökologische Maßnahme durchzusetzen, ein vielstimmiges Gebrüll zu hören von „international nicht mehr konkurrenzfähig“ bis „Kommunismus“. Und heute, wo sie bis auf einige Profiteure tatsächlich den Bach runter zu gehen droht, höre ich – nichts. Niemand malt den Kommunismus an die Wand, der mögliche Untergang wird höchstens wehmütig in Aussicht gestellt.
Was ist denn da los?

Last edited 1 Monat zuvor by Spartacus
jjkoeln
jjkoeln
1 Monat zuvor

Corona hat mich gelehrt wesentlich verständliger gegenüber meinen Großeltern zu sein. Es ist auf einmal vorstellbar, wie eine Gesellschaft „gemanaged“ werden kann.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  jjkoeln
1 Monat zuvor

Da habe ich mehr Glück gehabt. Ich habe bereits in der Schule gewusste, dass ich nicht weiß auf welcher Seite ich im III.-Reich gestanden hätte, da ich damals nicht gelebt habe und auch nicht die damaligen Erfahrungen und Wissenslücken hatte, und war von den selbsternannten Widerstandkämpfern schwer genervt. Mich hat die arrogante Überheblichkeit dieser Widerstandskämpfer einfach angekotzt.

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Uwe Borchert
1 Monat zuvor

Es gab da einen kleinen Jungen. Der kam in die Schule und auch in den Hort. Nur an einem Tag in der Woche ging er nicht dorthin, sondern zur Christenlehre.
Die gute Hortnerin bedauerte ihn daraufhin und erklärte ihm, daß diese Kirchenleute gewiss nichts Gutes im Sinne hätten.
Gleiches, nur umgekehrt, verkündeten sofort auch die christlich Lehrenden.

Der kleine Junge stand hilflos da und befragte seine Institution für alles Wichtige – seinen Vater. Der meinte, daß er seinem Sohne diese Entscheidung nicht abnehmen könne, gab ihm aber den Rat, sich das alles ganz genau anzusehen und seine eigenen Schlüsse zu ziehen.

Da stand er da, der kleine Sechsjährige, und fühlte sich zunächst von seinem Vater im Stich gelassen.
Das dauerte zum Glück nicht lange und er dachte sich, daß sie sich ihre -Ismen mal sonstwohin stecken können.

Danke Papa!

Rudi K
Rudi K
1 Monat zuvor

Zum Thema Liefers noch eine kleine Anmerkung. Dieser Mann ist nun mal wegen der Häufigkeit seines Auftretens im Tatort eher in der Rolle des Professor Dr. Börne bekannt. Er spielte aber auch etwa im „Untergang der Parmir“ eine ganz andere Perosn (1. Offizier).

Horst Kevin
Horst Kevin
1 Monat zuvor

Mir brachte der ganze Mist vor allem eine (schreckliche) Erkenntnis.

Die Frage, „wie das damals hat möglich sein können“ ist wohl geklärt.
Noch schlimmer ist nur die Erkenntnis, daß es offensichtlich immer wieder möglich ist.

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

Mir ist noch eine Folge aufgefallen:

Die Aussicht, irgendwann zu sterben, verliert immer mehr an Schrecken und scheint, trotz gepflegtestem Atheismus, immer mehr wie eine Erlösung.

Ich ertappe mich bei Todesmeldungen immer öfter dabei zu denken: Der/die hats gut, weil hinter sich.
Wenn da nur der Kinder große Schar nicht wär…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

@Horst Kevin

Es gibt Nichts, was man sich mit Macht und Geld nicht kaufen kann.
Kapitalismus, gepaart mit parlamentarischer ( Pseudo ) Demokratie, ist wie ein Schalraffenland für Oligarchen mit totalitärer Gesinnung.
Eben Jene, von diesseits und jenseits des Atlantiks, haben bereits den GröFaZ in den Sattel gehoben und sich mit desen Hilfe die Taschen noch weiter vollgestopft.

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Robbespiere
1 Monat zuvor

Auch der Herr Владимир Ильич Ульянов wäre 1917 nicht ohne Zutun der OHL aus der Schweiz nach Russland gekommen.

spartacus
spartacus
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

So gesehen gibts ja doch noch eine minimale Resthoffnung. 🙂

trotz gepflegtestem Atheismus

Na also, klappt doch mit nem Ismus. 😉

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  spartacus
1 Monat zuvor

Touché!

Danke! 🙂

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  spartacus
1 Monat zuvor

Ich nannte meinen Ausweg damals übrigens den „Horstismus“, halt nur mit meinem mir angestandesamteten Namen.