Dionysos – Selbstberauscht in den Abgrund

In einem frühen Werk entwirft Friedrich Nietzsche den Gegensatz von Dionysisch und Apollinisch. Zwei widerstreitende Kräfte hätten die antike griechische Kultur bestimmt, so ist Nietzsches zentrale These. Beide sind für sich genommen schöpferisch. Das Apollinische schafft das Helle, Vernünftige und Klare, das Dionysische erschafft das Tragische.

Als Europäer stehen wir in der Tradition des Apollinischen, denken wir. Wir sind der Gegenentwurf zum Slawen, der ein anderes Verhältnis zur Gewalt und zum Tod hat, wie wir erst neulich wieder unterrichtet wurden. Diese Ansicht hat Tradition. Wir halten uns für eine rationale Gesellschaft. Unsere Wurzeln liegen in der Epoche der Aufklärung. Dort entstand die Idee des Bürgertums, der liberalen demokratischen Gesellschaft, die sich die Regeln und Gesetze nach denen sie organisiert ist, selbst gibt. Hell, klar, apollinisch.

Dialektik der Aufklärung

Doch der Weg zur Verwirklichung dieser aufgeklärten Idee von Staat und Gesellschaft trägt in sich sein eigenes Gegenteil. Die Dialektik der Aufklärung führt auch in den dunklen Rausch, den Wahn, ins Manische, in die Zerstörung und den Untergang. Von dieser Dialektik kann der europäische Kontinent gleich mehrere Lieder singen. Die Überheblichkeit mit der wieder auf Russen hinabgeblickt wird, ist Ausdruck dieser rauschhaften Lust am eigenen Untergang. Was heute in deutschen Talkshows wieder sagbar ist, ist Ausdruck von Wahn.
Das Problem am Wahnsinn, ist, dass derjenige, der davon befallen wird, sich nicht als wahnsinnig erlebt. Der Wahnsinnige hält sich für klar im Denken. Lediglich seine Umgebung, das soziale Gefüge bemerkt das Verrückte. Es ist die Sprache, die sich verschiebt. Sie verliert die Anbindung an Welt.

Auch bei uns, in der EU und in Deutschland geht die Anbindung der Sprache an die Welt verloren. Unsere Gesellschaften verfallen dem Wahn. Immer schneller. Das Dionysische hat sich durchgesetzt. Die Mänaden führen den Zug des Dionysos an. Frauen, beseelt vom Willen zur Zerstörung und Vernichtung, rasend vor Wut, alles einreißend, was Vernunft und Rationalität errichtet haben. Angeführt wird der Zug der orgiastischen Raserei von Bacchantinnen, den berauschten Dienerinnen des Gottes der Entgrenzung. Es sind Frauen wie Baerbock und von der Leyen, wie Lambrecht und Strack-Zimmermann – Protagonistinnen des Irrationalen. Sie sind Demagoginnen des Wahns, die nicht die Umwertung der Werte anstreben, das wäre noch vertretbar. Sie betreiben weit mehr die Auflösung unserer Zivilisation im Chaos. Sie errichten keine neue Ordnung, sie bauen nicht auf, sondern vernichten alles, was nach dem Zweiten Weltkrieg an diplomatischer Kultur errichtet wurde. Vernunft ist ihr Feind, der Dialog ist ihnen zuwider, der Kompromiss verhasst. Sie sind völlig entgrenzt in ihrem Furor. Der Wahnsinn gestaltet jedes ihrer Worte. Wer ihre Forderungen hört, erahnt den Blutrausch, der ihnen den ohnehin schon gering ausgeprägten Verstand zusätzlich vernebelt. Sie führen uns in den Untergang.

Am Ende des Regenbogens …

Der Weg dorthin ist bunt, wild, orgiastisch. Dionysos ist nicht nur der Gott des Rausches und der Ekstase. Er ist auch der Gott der Verkleidung, des Drag, des Täuschens. Männer in Frauenkleidern begleiten ihn, Mischwesen wie die Satyrn, deren Lebenszweck das Ausleben von Lust und Begehren ist. Sie verlachen die Vernunft und die Tradition. Dem Apollinischen, das dem Individuellen und Persönlichen den privaten Raum zugestanden hat, setzt das Dionysische die Öffentlichkeit entgegen. Jede Erregung, jede Spielart der Lust hat sich öffentlich zu präsentieren. Alles ist verpflichtet zur Sichtbarkeit, zur Selbstpräsentation, zum Exibitionismus. Es darf keine Privatheit mehr geben, keine Intimität, kein Geheimnis. Wer nicht alles von sich zeigt, hat etwas zu verbergen. Dem Dionysischen wohnt unter dem Deckmantel der Freizügigkeit der Totalitarismus inne. Unser Fokus auf Identitätspolitik ist kein Zufall, sondern die Folge einer seelischen Erkrankung an der unsere Gesellschaften leiden.

Man muss sich zeigen, man muss alles zeigen, aber man darf nicht argumentieren. Man muss auf sich selbst und die eigene Sicht bestehen. Das Ich ist alles, der andere nichts.

… liegt Elend

Das Bemühen um Verstehen ist apollinisch. Es hat in der dionysischen Welt keinen Platz. Verstehen, argumentieren, sich austauschen sind die Grenze des Dionysischen. Und das ist auch aktuell unsere Grenze. Deutschland und die EU haben die Diplomatie abgeschafft. Wie wilde Bestien haben sie jeden Gesprächsfaden zerbissen. Sie brüllen, sie fauchen, sie fletschen die Zähne, schneiden Fratzen, aber sie reden nicht. Sie berauschen sich an sich selbst, an ihren Werten und den daran angeklebten Phrasen. Sie berauschen sich an ihrer vermeintlichen Macht und ihrem Einfluss. Wer sich ihrem Rausch entgegenstellt, dem droht die Zerfleischung – allerdings nur bis die Manie abklingt. Dann kommt die Bitterkeit nach der schlichten Regel: je höher die Wogen des Rausches schlugen, desto tiefer das folgende Elend. Und mit dem Elend kehrt die Klarheit wieder. Und in den selbst verschuldeten Trümmern stehend greift sich ein Gedanke raum – Welch Tragödie! Nie wieder! Nie wieder – bis zum nächsten Mal.

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Gert-Ewen Ungar

Gert Ewen Ungar legte sich kurz nach dem Abi sein Anagramm zu. Er und seine Freunde versprachen sich damals bei einem Kasten Bier, ihre Anagramme immer für kreative Arbeiten zu verwenden. Dass sein Anagramm jemals mehr als zehn Leuten bekannt werden würde, war damals nicht abzusehen und überrascht ihn noch heute. Das es dazu kam, lag an seinem Blog logon-echon.com. Mit seinen Berichten über seine Reisen nach Russland stiegen die Zugriffszahlen und es entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit RT DE. Anfang 2022 stieß er zu den neulandrebellen und berichtet über Russland, über Politik, über alles Mögliche.

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Christa Meist
5 Monate zuvor

Danke vor allem für den Hinweis auf die zahlreichen angeblich befreiten Frauen, die gegenwärtig dem Wahn verfallen sind. Schon immer mache ich mich unbeliebt mit dem Hinweis darauf, dass weder Mütterlichkeit noch Friedensliebe, Fürsorglichkeit, oder Einfühlungsvermögen… Geschlechtsmerkmale sind. Es gab Frauen, die Indira hießen, Golda oder Maggie. Jetzt gibt´s davon unzählige. Eine schlimmer als die andere. Ergänzt wird das Personaltableau von Männern, die nicht davor scheuen, sich trotz zahlreich vorliegender Nachweise ihrer Bestechlichkeit, Raffgier, Dummheit um Führungspositionen zu bewerben. Es ist leider so: alle vorteilhaften Charakterzüge sind genauso wie die gefährlichen unter den Menschen nicht geschlechtsspezifisch verteilt.

Last edited 5 Monate zuvor by Christa Meist
Clarisse
Clarisse
Reply to  Christa Meist
5 Monate zuvor

Einen schönen Artikel der das u.a. aufgegriffen hat gibts hier : https://ansage.org/krieg-in-europa-wettlauf-gegen-die-zeit/

„Im Zusammenhang mit der Entwicklung im Ukrainekrieg erweisen sich „erstaunlicherweise“ gerade Frauen als vollkommen sorglose Kriegshetzerinnen, während es altgediente Militärs mit Durchblick sind, die vor einer katastrophalen Entwicklung warnen, namentlich die Herren Brigadegeneral a.D. Erich Vad und der deutsche General der Luftwaffe a.D., Herr Harald Kujat. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag hingegen, Frau Marie-Agnes Strack-Zimmermann, kann sich vor lauter Wut über Wladimir Putin kaum noch beherrschen, Frau Annalena Baerbock plädiert für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine, Frau Katrin Göring-Eckardt plädiert für noch schärfere Sanktionen als dem Mindesten, Frau Christine Lambrecht braucht gar keine abschließenden Ergebnisse hinsichtlich der Täterschaft beim Massaker von Butscha, um dennoch sofort Reaktionen gegen Russland zu fordern, Frau Marie-Luise Beck von den Grünen träumt von einer Flugverbotszone über der Ukraine, ersatzweise von der Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine – und statt weiblicher Empathie und Zurückhaltung ist bei den Damen eine Kriegsgeilheit zu beobachten, die von extrem abstoßender Widerwärtigkeit ist.“

Der Vergleich mit den Generälen ist natürlich irreführend, ein Vergleich mit Habeck oder Scholz zeigt das es eben keinen Unterschied mehr gibt, eine feministische Aussenpolitik existiert schlicht nicht, noch nicht.

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Clarisse
5 Monate zuvor

Frauen sind sicher nicht per se bessere Menschen, sie sind halt auch mal endlich verstärkt an der Macht zu beteiligen,nicht mehr, nicht weniger!
Frau Beck und ihr Gatte sind besonders krass

Christa Meist
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Es gibt für meine Wahlentscheidung eine Vielzahl von Kriterien. Zu Zeiten vielfältigster Identitätspolitiken wähle ich die Person, die in aller Deutlichkeit sagt, dass am Krieg verdient wird und man aktiv Friedenspolitik betreiben muss. Egal wes Geschlechts die Person ist, wo sie geboren wurde oder welchem Glauben sie anhängt. Ohne Wenn und Aber hat Frieden die höchste Priorität. Wenn es eine solche Person nur in männlicher Ausgabe gibt, werde ich die wählen und ganz bestimmt keine kriegshetzende Frau. Auch keine, von der ich weiß, dass sie im Unterschied zur Kassiererin im Supermarkt auf Minijob-Basis von Geburt an materielle Privilegien nutzen konnte ohne Ende, wie z. B. die Umweltdamen aus dem Hause Reemtsma.

Last edited 5 Monate zuvor by Christa Meist
Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Clarisse
5 Monate zuvor

Starker Artikel.
@Clarisse
Die aggressiven Frauen fallen in der Tat auf, was wohl in erster Linie ein Systemproblem ist. Seit vielen Jahren werden viele Frauen durchgewunken und bevorzugt wegen ihres Geschlechts und das wissen sie natürlich auch.
Also verhalten sie sich als Mietmäulerinnen des Systems und beten dessen Dogmen brav herunter, wohl wissend, daß sie an dessen Tropf hängen und ihre Position nicht ihrer Kompetenz verdanken.
Und natürlich hat das auch mit den veränderten Rollen zu tun- früher hat der dümmere Teil der Frauen die Männer in den Krieg geschickt und den Helden bewundert (wenn er zu den Siegern zählte), heute hetzt dummfrau einfach selber.
K.Barley, SPD, hat übrigens abgelehnt, das Prinzip „Handel durch Wandel“ gleich komplett als gescheitert zu betrachten, Schlagzeilen machen klügere Frauen also nicht so sehr, was sicher auch ein Teil des Problems ist.

Rudi K
Rudi K
5 Monate zuvor

Also die Tatsache, daß das Leben eines Soldaten nicht viel ert war (oder ist), ist bekannt.

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2015/31122/warum-haben-die-russen-den-zweiten-weltkrieg-gewonnen

Daraus folgendes Zitat:

Was folgte, war das pure Grauen. Die Infanteristen wurden an die Front geschickt, ohne dass Flugzeuge sie gedeckt hätten, ohne dass sie angemessen bewaffnet gewesen wären, ohne dass sie durch Luftaufklärung überhaupt gewusst hätten, wo gerade welche Einheiten sind. Folge: Die Truppen wurden oft in wenigen Stunden „aufgerieben“, wie das in Militärsprache heißt.

Christa Meist
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Aber doch nicht nur bei den Sowjetsoldaten, oder? In Kriegen wird gestorben. Nicht allein bei der Infanterie, sondern auch in U-Booten, Flugzeugen oder an Fallschirmen. Man wird nie wissen, wieviele ukrainische Zivilisten an den Waffen gestorben sind, die man großzügig an sie vereteilt hat.Schon mal von den deutschen Luftlandetruppen (Fallschirmjägern) in der Soudabucht (Kreta) gehört? Soldaten werden immer „verheizt“, wenn ein Oberst oder General von altem soldatischem Adel es für ehrenhaft hält. Ganz egal ob er seine Ausbildung in Westpoint oder an einer Hochschule der Bundeswehr gemacht hat.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Christa Meist
5 Monate zuvor

Aber doch nicht nur bei den Sowjetsoldaten, oder?

Ich denke nicht so krass. Das zeigt sich schon am Verhältnis der toten Soldaten auf beiden Seiten.

Christa Meist
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Ich verstehe Ihre Art Zusammenhänge herzustellen nicht. Deshalb frage ich nach längerem Überlegen zu ihrem Hinweis zurück. Haben die fortlaufend modernisierten Techniken der Kriegführung an den Opferzahlen etwas geändert? Wenn ja, was? Ich gehe ausführlich auf Ihren Beitrag ein, weil mir chrismon als evangelische Beilage von Tageszeitungen bekannt ist und ich manchmal von kirchlich bzw. religiös engagierten Mitmenschen darauf verwiesen werde.
Wir konnten als Zeitgenossen beobachten, dass eine Enter-Taste – in Ramstein, also auf sicherem Terrain betätigt – innerhalb kürzester Zeit eine Hochzeitsgesellschaft in Afghanistan mit mehr als 100 Menschen tötet. Das Versehen des deutschen Kommandierenden, der den Knopfdruck bestellt hatte, wurde strafrechtlich nicht verfolgt. Ist es „eigentlich“ in Deutschland nicht Sache von Gerichten darüber zu entscheiden, ob fahrlässig oder absichtlich oder in Notwehr berechtigt gehandelt wurde? Vom Besteller der militärischen Dienstleistung, vom Knopfdrücker, von den zuständigen Verteidigungsministern in Deutschland oder den USA? Vom deutschen oder US-Regierungschef?
In der Ukraine zählt seit Ende Februar jeder Kopf, denn vorher war dort angeblich kein Krieg. Die Toten ab dem Maidan 2014 zählen nicht. Ob es für die Verletzten und Toten in den Sezessionsgebieten eine Rolle spielt wovon sie getroffen wurden? Von einem gezielten Schuss von ???, Mörserbeschuss von ???, Boden-Boden-Raketen von ??? oder vorrückenden russischen Panzern? Bei den drei Fragezeichen ist bisher ungeklärt ob die ukrainische Regierung verantwortlich ist, die Asow-Bataillone und ihre rassistischen Sympathisanten aus fremden Ländern oder auf eigene Kosten übenden selbständigen Söldner aus aller Welt. Vor dem Februar 2022 waren die Toten in der Ukraine politisch nicht bedeutsam. Die wegen anderer Haut- und Haarfarbe oder anderen Gesichtsschnitts Menschen fremder Weltgegen waren es noch nie. Für das Römische Imperium nicht, auch nicht für das Britische oder Amerikanische. Während zivilisierte Soldaten immer besser geschützt werden, sind Flächenbombardements von Wohngebieten oder ganzen Städten spätestens seit Guernica an der Tagesordnung. Seitdem wurde der professionelle Arbeitsschutz von Soldaten und Söldnern immer besser. Die Auslöschung der Zivilbevölkerung – obwohl widerrechtlich – wird hingenommen. Krieg ist Krieg, war schon immer Krieg und wird es bleiben, wenn es uns Menschen nicht gelingt, die gewaltsame Machtausübung in rechtlich möglichst engen Grenzen zu halten. Das wäre für mich im Interesse der Völker der Welt.
Die Nürnberger Prozesse haben versucht staatlich organisierte Machtausübung zu untersuchen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Gelungen ist es nicht. Die deutschen Kriegsprofiteure waren nach spätestens 2 Jahren wieder frei, die britischen und US-amerikanischen wurden nicht belangt. 1936 wurden die Möglichkeiten von BP den Treibstoff für die Legion Condor zu liefern nicht beschnitten. Auch während des folgenden Krieges wurde weiterhin alles Nötige – auch aus dem Ausland – geliefert. Nicht allein deutsches Zyklon B von Bayer. Die Porzellanisolatoren konnte Deutschland selber machen, mit dem Stacheldraht allerdings haperte es. Denn musste man weiterhin in England kaufen.
Ob die Herren Lieferanten freitags zum großen Gebet gehen, samstags oder sonntags ist in allen Kriegen unerheblich. Gesegnet werden die Waffen aller beteiligten Staaten. Endlich leistet sich die Bundewehr jetzt auch einen obersten jüdischen Militärseelsorger.
Die wirtschaftlichen Aspekte von Kriegen, Kriegsgewinnen und -verlusten welcher Menschen und Organisationen hingegen sind nur selten Gegenstand kritischer Überlegungen. Meistens werden die moralischen, religiösen und machtpolitischen Erwägungen in den Vordergrund gestellt. Gegenwärtig können die Vereinigten Staaten sich vollumfänglich Untersuchungen, Verfahren und Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofs entziehen.Globale Rechtsordnung?
Weil Sie eingangs den Schutz der Soldaten im Einsatz angesprochen haben: Als Gewerkschafterin halte ich Arbeitsschutz für sehr wichtig. Aber was nützen z. B. FFP-2 Masken für die Beschäftigten in der Chemie-Industrie und in der Verarbeitung von Granulaten, wenn wir so weit gekommen sind, dass – so war es kürzlich zu lesen – jeder Mensch wöchentlich ca. 1 Esslöffel Kunststoffabrieb in Form von Nano-Partikeln aufnimmt, weil genau genommen nichts mehr auf dem Planeten sauber ist – weder das Wasser, die Erde noch die Luft? Was Sei nützt es Soldaten im Einsatz zu schützen und medizinisch bestmöglich zu versorgen, wenn ihr Tun darin besteht Tausende von Zivilisten auszulöschen und die von verwendeten Waffen mit ihrer Munition und ihren Sprengstoffen in einem nicht abzuschätzenden Ausmaß Menschen, Erde, Wasser und Luft massiv in Mitleidenschaft ziehen? So viele SUVs kann man gar nicht verkaufen, dass man solche Umsätze an Material erreichte. Wurde Sir Arthur Harris zur Verantwortung gezogen? Vielleicht wäre es ihm sogar gelungen sein Tun zu rechtfertigen, denn die zeitlich nachgeordnete Konstruktion des Begriffs von der Kollektivschuld hat vielerlei militärische Maßnahmen politisch und juristisch gerechtfertigt. „der deutsche Soldat“ als solcher soll ja auch ziemlich anständig gewesen sein, behaupten manche, die bemüht sind, Kriege zu rechtfertigen – natürlich nur die „guten“, die „gerechtfertigten“.
Seit etwa 1965, ich bin Jhg. 50, habe ich höchstens eine Handvoll Ostermärsche versäumt. So lange ich laufen kann, werde ich das so halten.Nicht weil ich Gewaltlosigkeit als herausragende Tugend schätze. Ein hochgezogenes Knie ist in manchen Situationen wirksamer als ein Hinweis auf die Gleichberechtigung. Ein Krieg ist etwas anderes als individuell durchgesetzte Autonomie. Zwischen organisierten Menschengruppen ist immer Vernunftanwendung gefragt.

Brian
Brian
Reply to  Christa Meist
5 Monate zuvor

Wirklich guter und treffender Kommentar !

Aline.Bill
Aline.Bill
5 Monate zuvor

Russland ist kein Vorbild
Seine Softpower ist nicht berauschend

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Natürlich ist es Selbstüberschätzung , sich so offen in der Ukraine oder Georgien einzumischen, frei nach Helmut Schmidt— geschenkt, aber Einmischungen in westliche Wahlen sind es auch, Hauptsache kein Krieg mit Russland.
Ein zollfreier Handel von Lissabon bis zum Pazifik wäre ratsam gewesen!
Es geht um Business, nicht Moral. Dies wird weder von der Exlinken hier noch vom Identitätsliberalen Bekenntnisschwulen verstanden!
Mehr Kerneuropa wird USA England teilweise ersetzen können

Rudi K
Rudi K
5 Monate zuvor

Das Bemühen um Verstehen ist apollinisch. Es hat in der dionysischen Welt keinen Platz. Verstehen, argumentieren, sich austauschen sind die Grenze des Dionysischen. Und das ist auch aktuell unsere Grenze. Deutschland und die EU haben die Diplomatie abgeschafft.

Nein das hat Russland mit seiner „Spezialoperation“. Hier ist der Wahn beheoimatet. Sehen sich die Bilder aus der Ukraine an. UNd dieser Wahn ist schon so krass, daß man schon Witze auf FB darüber macht.

Christa Meist
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Ist schwer den Beginn des Irrsinns zu finden. Die Spezialoperation war es sicher nicht. Ich verlinke ungern Fremdsprachiges. Hiervon „Vladimir Pozner: How the United States Created Vladimir Putin“ gibt es leider keine Übersetzung.
Zur Frage der Glaubwürdigkeit von Bildern verlinke ich einen eigenen Text.

Last edited 5 Monate zuvor by Christa Meist
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

@Rudi K

Der Wahn besteht darin, dass man das Pfund, welches sich nach dem Zerfall der UDSSR für das US-Lakaien-Europa bot, nicht nutzte.

Du erinnerst dich an das unverdiente Geschenk der Wiedervereinigung durch Gorbatschow?

Du erinnerst dich an die Rede von Putin vor dem Bundestag, wo er auf die historischen Gemeinsamkeiten unserer Länder verwies und eine Kooperation anbot?

Man stelle sich vor, europäische Technologie und Kapital hätten sich mit den immensen russischen Rohstoffen zu einem riesigen Wirtschaftskomplex in Eurasien verbunden, Rohstoffe seien nicht mehr in Dollar, sondern in den nationalen Währungen gehandelt worden.
Wer denkst du, hätte da Etwas dagegen?

Schau dir dieses Viedeo mal aufmerksam an:

https://www.youtube.com/watch?v=lvEgfpe7pNY

Warum wurde die NATO nich wie der Warschauer Pakt aufgelöst, sondern gg. alle Zusagen erweitert?
Gibt es etwa eine Pflicht der NATO, jedes Land, dem danach ist, aufzunehmen?

Warum haben die USA die Sicherheitsverträge ABM und INF einseitig gekündigt und dann Raketen-Abschussrampen MK41 in Rumänien und Polen aufgestellt?

Was hatten westliche Politiker auf dem Maidan zu suchen, als die Ukrainer noch friedlich gg. die Korruption im Land demosnstrierten?

Warum hat der Westen Oligarchen wie Poroschenko und Nationalisten wie Jazenjuk unterstützt, warum der Ukraine Waffen und NATO-Ausbilder geschickt?

Wofür bekommt die marode Ukraine Milliarden aus den USA, der EU und vom IWF, wenn dort faktisch nichts zu holen ist undsomit dieses Geld nie zurückgezahlt werden kann?

Wieso hat die EU ihre Zahlungen nicht mit der Erfüllung des Minsker Abkommens verknüpft, welches sich die Ukraine weigerte zu erfüllen?

Warum spendiert unser Scholz gerade wieder 2 Mrd.€ an die Ukraine, während unsere Mitbürger im Ahrtal nach der Flutkatastrophe immer noch in Provisorien leben?

Was soll das jetzt bringen, Geld an einen Staat für Waffenkäufe zu geben, wenn der mit Sicherheit bald kapitulieren muß?
Will man mit aller Gewalt im Westen noch größere Opferzahlen, anstat nach Beendigung des Krieges Geld für den Wiederaufbau zu geben?

Bilder:

Von welchen Bildern sprichst du?

Etwa die von ausgebrannten Gebäuden, von denen aus die Asov-Nazis auf die Russen schießen, während sich die Bewohner im Keller verstecken?

Sollen sich die Russen nicht wehren, wenn sie von Wohnhäusern aus beschossen werden?
Was du nicht siehst und was wir von den Kriegen der US-NATO bestens kennen, sind Bombardements auf zivile Einrichtungen.
Ein Novum, aber Tatsache, sonst wäre dieser Krieg schon lange vorbei.

Die Bilder, die du in unseren Medien nicht zu sehen bekommst, sind z.B. die Misshandlungen und Tötungen russischer Gefangener durch die ukrainischen Freiwilligen-Bataillone, trotz Genfer Konvention.

Was du nicht siehst, sind deren Plünderungen vor ihrem Rückzug.

Was du nicht siehst, ist die sofort nach Besetzung anlaufende Versorgung der Menschen aus den Kellern mit Lebensmitteln.

Du siehst nur das, was hier die gleichgeschaltten Medien erlauben zu sehen.

Geh mal auf die Seite des Anti-Spiegel von Thomas Röper oder auf die Telegram-Seite „neuesausrussland“ von Alina Lipp, die beide immer wieder aus dem Donetzk und den gerade eroberten Gebieten berichten.

Von unseren „Qualitärsmedien“ findest du da keinen einzigen Reporter.
Die berichten lieber aus dem fernen Hotel das, was ihnen die Ukrainer ins Ohr flüstern.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

@Rudi K

Verdammt, habe ich wieder eine Antwort für die Tonne geschrieben?

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Eure Moral ist für die Tonne
Ihr macht es liberalkonservativen Kriegstreibern leider zu einfach

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

@Aline.Bill

Bei Geopolitik ist Moral fehl am Platz, du Ladenhüter.

Wer damit argumentiert, muss sich die Frage gefallen lassen, wo denn diese Moral seit 9/11 und den zahlreichen, mörderischen US-Kriegen danach Urlaub gemacht hat.

Es stinkt gewaltig nach Rassismus, wenn jetzt ein paar Tausend europäische Leben wertvoller sein sollen als das von über einer Million Orientalen.

Dann sind wir wieder ganz schnell bei der Einteilung in Herren- und Untermenschen, in lebenmswertes und lebensunwertes Leben, wie unter den Nazis.

Wer sich einen derartigen Selektiv-Pazifismus zu Eigen macht bedient, sollte besser schweigen.

Last edited 5 Monate zuvor by Robbespiere
Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Da sind wir nicht nur auseinander
Der Irakkrieg 2003 war absolut falsch, der Krieg in der Westukraine auch

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

@Robbespiere:
Wieso für die Tonne? Hat Dir denn Ricarda Lang ne Frage gestellt?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

LOL 😀

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Dick oder dünn ist doch egal

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

@Aline.Bill

Stimmt, aber Oliver Hardy und Stan Laurel in einer Person ist Mist.

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

😂😃

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
5 Monate zuvor

Chrissie, das war jetzt nicht wirklich nett… 😄

Thom Ram
5 Monate zuvor

Lieber Gert-Ewen. Du stellst den Wahnsinn / die Wahnsinnigen in gleißendes Licht. Ich unterschreibe und verbreite weiter 🙂
https://bumibahagia.com/2022/04/16/selbstberauscht-in-den-abgrund/

Rotewelt
5 Monate zuvor

Es sind zwar nicht allein die Frauen, die uns mutwillig oder zumindest sehenden Auges (oder sind sie einfach nur alle grenzenlos dumm, die Männer eingeschlossen – ist es Dummheit, die den Wahn erst ermöglicht?) in den Abgrund reißen, aber es erschreckt mich zutiefst, wie aggressiv und absolut unempathisch sich meine Geschlechtsgenossinnen neuerdings gebärden. Keine Hoffnung mehr, nirgends. Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass die Menschheit sich überlebt hat und den Untergang verdient.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rotewelt
5 Monate zuvor

@Rotewelt

Ja, man ist völlig konsterniert, dass Frauen, denen man die zentrale Schöpfung neuen Lebens zuschreibt, sich derart der Vernichtung des selbigen verschreiben können, so als lebten sie in einer Parellellwelt.

Ob das wohl einem Neid auf die Stehpinkler geschuldet ist?
Ich befürchte, das mündet in nasse Waden. 🙂

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Ja, man ist völlig konsterniert, dass Frauen, denen man die zentrale Schöpfung neuen Lebens zuschreibt, sich derart der Vernichtung des selbigen verschreiben können, so als lebten sie in einer Parellellwelt.

Vor einigen tausend Jahren hätte dieses Verhalten auch ohne Professor Grzimek recht einfach erklärt werden können: die Weibchen der Spezies wurden von den Männchen befruchtet und brüten nun in der Höhle die Nachkommen aus, und zum Schutz der Brut schicken sie die Männchen vor die Höhle zur Abwehr aller Gefahren und zur Vertreibung von Konkurrenten um die Höhle. Sollte das eine oder andere Männchen dabei draufgehen – was soll’s! Es wird zur Aufzucht der Nachkommen nicht benötigt, und zur Zeugung weitere Nachkommen werden auch nicht alle Männchen benötigt!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

@Wütender Bürger

Sollte das eine oder andere Männchen dabei draufgehen – was soll’s! Es wird zur Aufzucht der Nachkommen nicht benötigt

Das ist jetzt aber eine sehr vereinfachte Darstellung.

Immerhin waren die Männer ja auch für die ständige Protein-Versorgung zuständig, ohne die eine Aufzucht gar nicht möglich gewesen wäre.

Zudem dürfte das eine oder andere „Cave-Women“ durchaus Gefallen an ihrem persönlichen „Tarzan“ gefunden und in der kalten Höhle das Brustfell des Homo-Sapiens-Männchens sehr geschätzt haben. 😀

Brian
Brian
Reply to  Rotewelt
5 Monate zuvor

 aber es erschreckt mich zutiefst, wie aggressiv und absolut unempathisch sich meine Geschlechtsgenossinnen neuerdings gebärden

Ich denke, daß das weniger mit dem Geschlecht als vielmehr mit der absoluten Konformität, der Geld-, Macht und Kontrollgeilheit und der Wahrung der eigenen Pfründe
zu tun hat. Man schaue sich einfach mal nur eine Florence Gaub (unterirdischer geht’s
wohl nicht mehr), eine A. Spiegel (über 100 Tote zählen nicht mehr, auch bei der sogenannten ‚Entschuldigung‘, das Image ist wichtiger), das völlig infantile und dummdreiste Verhalten einer Emilia und Ricarda an (auch diese Liste ist wieder einfach nur endlos…) und man bekommt einen Eindruck über den Zustand unserer derzeitigen
Gesellschaft. Aber es wäre unfair, meine ‚Geschlechtsgenosssen‘ außen vor zu lassen.
Würde ich den ganzen Mist von Typen wie : Bundes-Eule Steingeier, ‚Blackrock‘ Merz,
dem abgrundtief gestörten Lallerbach, A……..rn wie Wüst, Dahmen, Kretschmann, Södolf
und Konsorten hier aufführen müssen, könnte man Bibliotheken damit füllen.

 (oder sind sie einfach nur alle grenzenlos dumm, die Männer eingeschlossen – ist es Dummheit, die den Wahn erst ermöglicht?)

Klare und einfache Antwort : ja !

Pen
Pen
5 Monate zuvor

Guter Artikel von Eurem Neuzugang, danke. Muß ihn allerdings noch einmal lesen.

Sind Annalena, Ursula, Madeleine vom Wahn berauschte Frauen?
Sind sie Mars, dem Gott des Krieges verfallen? Annalena will mal eben „Rußland ruinieren“, haha. Und Habeck… lassen wir das.

Last edited 5 Monate zuvor by Pen
Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Pen
5 Monate zuvor

Auch PEN mag Russland lieber als Spanien

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Oma Antonaldo:

LÖS DICH IN LUFT AUF !!!!

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
5 Monate zuvor

Ihr Spinner seid Sukram gleich, nur andersherum
Obwohl, selbst er ist differenzierter

Brian
Brian
Reply to  Aline.Bill
5 Monate zuvor

Gähn

Last edited 5 Monate zuvor by Brian
Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Es gibt keine Kohle und Du wirst geimpft

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
5 Monate zuvor

@Pen

Guter Artikel, danke.

Das Titelbild erinnert mich an die Schlußszene in „Planet der Affen“.

Andrea_Zett
Andrea_Zett
5 Monate zuvor

Pazifismus wird derzeit häufig als unrealistisch und irrational diffamiert, Pazifisten als Träumer oder Drückeberger beschimpft.

Als realistisch und rational gilt es hingegen, einen großen Krieg bis hin zu einem Atomkrieg, der alles Leben auf diesem Planeten auslöschen würde, in Kauf zu nehmen, um es Putin mal so richtig zu zeigen.

Ich kann dazu nur sagen: Kriege fallen nicht vom Himmel, auch sog. „Aggressoren“ nicht.
JEDER KRIEG in der Geschichte der Menschheit hatte eine Vorgeschichte und bei dieser Vorgeschichte setzt der Pazifismus an, nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Man kann Politik so betreiben, dass man nur die eigenen Interessen wahrnimmt und Staaten mit anderen Interessen als feindliche Staaten begreift. Wer andere zu Feinden macht, der wird irgendwann Krieg führen, das ist eine einfache Logik.

Frage: wenn Pazifismus so unrealistisch ist: warum ist es inzwischen eine völlig absurde Vorstellung, Frankreich und Deutschland, die früheren „Erbfeinde“, könnten miteinander Krieg führen?

Weil wir gute Nachbarn geworden sind, deshalb. Weil nicht mehr der eine auf Kosten des anderen die eigenen Interessen mit der Reitpeitsche durchsetzen will, darum.

Wieso ist es so undenkbar, man auch eine gute Nachbarschaft zu Russland haben könnte?

Krieg ist die „Lösung“ nachdem die Politik Fehler um Fehler um Fehler begangen hat. Eine falsche Entscheidung nach der anderen. Die eigenen Interessen (die in der Regel übrigens nicht den Interessen derer entsprechen, die im Kriegsfall den Kopf hinhalten müssen) gnadenlos durchboxen, auf Teufel komm raus.

Und der kommt dann auch irgendwann raus.

Putin ist seit seiner Rede im deutschen Bundestag von einer Wand gegen die nächste gelaufen. Das hätte nicht sein müssen.

Den Leuten, die sich zu Hitler-Vergleichen versteigen, sei gesagt: auch ein Hitler hätte nicht sein müssen. Wenn Deutschland durch den gnadenlosen Versailler Vertrag nicht vollständig wirtschaftlich an die Wand gedrückt worden wäre, wenn Deutschland nicht so massiv abgezockt und gedemütigt worden wäre (ein für die damals noch patriotisch sozialisierte Bevölkerung ein großer nagender Schmerz), wenn es nicht idiotische Zwangsabtretungen deutscher Gebiete gegeben hätte, wenn die deutschen Minderheiten in Polen und in Tschechien nicht so drangsaliert worden wären, wenn man Hitler-Deutschland nicht als Bollwerk gegen Stalin hätte einsetzen wollen, dann wäre es gar nicht erst zum 2. Weltkrieg gekommen!

Es reihte sich Fehler an Fehler an Fehler!

Hitler ist nicht 1939 plötzlich vom Himmel gefallen und es ist eine LÜGE, dass die Appeasement-Politik der 30er Jahre den 2. Weltkrieg samt seiner Greuel möglich gemacht hätte. Die Saat für den 2. Weltkrieg wurde de facto schon weit vor 1939, weit vor dem Münchner Abkommen, weit vor der Machtergreifung Hitlers, schon zu Weimarer Zeiten gesät! Und diese Saat ging auf.

Wer Wind sät, wird Sturm ernten! Und wer aggressive Politik betreibt, der soll nicht behaupten, er wolle keinen Krieg und müsse sich nur verteidigen. Das ist eine LÜGE!
Es ist vollkommener Schwachsinn so zu tun, als würden sich politische Fehler nicht vermeiden lassen und nach einer Kette dieser Fehler müsste dann zwingend ein Krieg geführt werden.

BULLSHIT!

Ein echter Pazifismus der 20er und 30er Jahre hätte ein Land wie Deutschland nicht so an die Wand gedrückt, dass eine derart ungute politische Stimmung entsteht, wie sie zum Aufstieg der Nationalsozialisten führte!

Wie Erich Kästner mal schrieb: man hätte den Schneeball, der zur Lawine wurde, schon spätestens 1928 zertreten müssen und zwar durch eine kluge, eine vorausschauende, durch eine empathische Politik, die nicht nur auf die niederen Instinkte zielt (die Rache an den Deutschen für die angeblich alleinige Schuld am 1. Weltkrieg).

Die Rachegefühle der ehemaligen Ostblockstaaten werden doch schon wieder instrumentalisiert und gegen den Nachfolgestaat der Sowjetunion in Stellung gebracht. Als wäre in den letzten 30 Jahren nichts passiert. Als hätte nicht Gorbatschow friedlich und ohne Waffen Glasnost und Perestroika eingeläutet.

Man zielt auf die niederen Instinkte und diffamiert dann die, die zivilisiert sind und Krieg ganz grundsätzlich ablehnen? Und wagt es dann, zu behaupten, diese zivilisierten Menschen wären das Problem?

Man muss nicht eskalieren, man muss nicht demütigen, man muss nicht abzocken, man kann sich auch einigen und zwar bevor so viel passiert ist, dass die gegenseitigen Verletzungen einem den Verstand vernebeln und nur noch der Hass übrig bleibt.
Aggression fällt nicht vom Himmel, Kriege passieren nie einfach so, das ist ein verdammtes Märchen!

Es ist NICHT Aufgabe von uns Bürgern, die Fehler der Politik auszumerzen und unser Leben für deren Unvermögen zu riskieren, sich zu einigen.

Ein Krieg wird nie nur von einer Partei begonnen, das ist völliger Blödsinn. Es gibt überhaupt keinen Grund, Kriege zu führen, wenn man einigungsbereit ist. Kein sog. „Aggressor“ könnte seinen Bürgern einen Krieg verkaufen, wenn die Gegenseite verhandlungsbereit ist.

Russland wollte mal Mitglied der NATO werden. Russland wollte ein gemeinsames europäisches Haus errichten. Es war die NATO, die diesen Wunsch ablehnte, die Russland demütigte, die Russland an die Wand drückte und es ist die NATO, die nun den Pazifismus diffamiert, der dafür gesorgt hätte, dass dieser ganze Konflikt gar nicht erst entstanden wäre.

Der Pazifismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung! Immer noch! Man muss nur endlich aufhören in Sieger-und-Verlierer-Kategorien zu denken und stattdessen eine gute Nachbarschaft anstreben!

In einer globalisierten Welt sind wir alle Nachbarn!

Die Alternative dazu ist das Ende der Menschheit.

Was für ein großartiger Sieg, so unfassbar intelligent für ein Wesen, das sich für die „Krone der Schöpfung“ hält. Man hat sich vermeintlich durchgesetzt, liegt aber genauso tot herum wie alle anderen auch und wer dieses Szenario verhindern will – dass am Ende alle verlieren – ist ein Phantast und Träumer und nur zu doof und zu drückebergerisch, um den Sinn von Kriegen zu verstehen.

Ernsthaft?

Christa Meist
Reply to  Andrea_Zett
5 Monate zuvor

So lange es Macht gibt, bleibt die Frage, wer Macht ausüben darf eine Frage, die notfalls durch das Recht des real Stärkeren beantwortet wird. Es sei denn wir begegben uns in eine beinahe außerweltliche Gemeinschaft, die gemeinsame Machtausübung zur frei gewählten Bedingung der gemeinsamen, täglichen Lebenspraxis macht. Insofern hat sie eine religiöse Komponente.
Die etablierten, bestimmenden Teile der monotheistischen Religionen akzeptieren keine Vorstellung von einer Dialektik des Seins, des inneren Zusammenhangs zwischen Schwarz und Weiß, Gut und Böse. Deshalb müssen sie sich den einleitend genannten Vorwurf machen lassen. Es gibt auf dieser Schiene der Friedensbewegung einen religiös motivierten Pazifismus, der anders begründet ist als durch die vor etwa 200 Jahren entwickelte materialistisch-dialektische Denkweise . Es gibt Ansätze einer materialistischen Philosophie, die versuchen dieses Dilemma zu lösen. Vielleicht klappt´s. Ich hoffe es. Dass es über die Schiene der Revolutionstheorie klappt, würde ich bezweifeln. Ohne eine Phase mit MG, Fallbeil oder Strang hat es bisher keine revolutionäre Bewegung geschafft praktische Alternativen durchzusetzen.
Es ist ein Irrtum anzunehmen, die „globalisierte Welt“ mache aus allen Menschen Nachbarn. Mit meinem Nachbarn spreche ich über den Zaun, „leihe“ ihm ein Ei und ich kann damit leben, dass es ein ewig nörglerischer, in sich unzufriedener Mensch ist. So jemand ist ein Nachbar. Ein Nachbar zu werden dauert lang! In Dörfern kann man es spüren. Mindestens ein Elternteil muss schon lange auf dem Friedhof liegen, bis aus den Zugezogenen Heimische werden. Die Integration der zur Moblität gezwungenen Lohnabhängigen dauert 2-3 Generationen – mit und ohne multikulturelles Gehabe. Dass nicht ausgerechnet der Bewohner des Appartements Nr. 437, gleich neben meinem zu meinem Nachbarn wird, wissen alle, die sich in solchen Umwelten um eine nachbarschaftliche Praxis bemühen. Da gibt es Reibungsflächen, die erst einmal gemeinsam geglättet werden müssen, so lange bis das Streichholz kein Feuer mehr fängt. Das braucht Geduld, Vernunft, und Rücksichtnahme. Ratgeber-Neuhochdeutsch „Resilienz“. Toleranz beinhaltet Duldsamkeit gegenüber anders gearteten, evt. schwer erträglichen Mitmenschen. Der Kreis in dem mensch sie aufbringen kann, ist nicht sehr groß. Anthropologen reden von max.100 -150 Mitgliedern einer Gruppe. Er darf auch nicht zu klein sein. Das belegen die Zahlen zur Gewaltkriminalität in Familien. Vorübergehende Fluchten sind nötig.

Last edited 5 Monate zuvor by Christa Meist
Robbespiere
Robbespiere
5 Monate zuvor

OT…Der Corona-Beschiss geht weiter:

„Booster“ oder Lohnausfall: Seit Freitag erhalten nur noch Drittgeimpfte Lohnfortzahlung bei Corona
auf RT

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Und spätestens im Dezembers wird es dann Lohnfortzahlung nur noch für vierfach Gespritzte geben, im Mai 2023 nur noch für die Fünffachen, usw, usw.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

@Wütender Bürger

Na, mal sehen , wieviele sich dann sagen:

Jetzt bin ich den Ersten Schritt gegangen, da kommts auf die weiteren auch nicht mehr an.

So wie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=bxSuFpDoZUc

https://www.youtube.com/watch?v=uqRaAfVryRA

Last edited 5 Monate zuvor by Robbespiere
Brian
Brian
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Jetzt bin ich den Ersten Schritt gegangen, da kommts auf die weiteren auch nicht mehr an.

Wie wär’s mit : euer Schwachsinn und eure Pseudo-‚Maßnahmen‘ haben mich
bisher nicht interessiert und sie werden es auch weiterhin nicht tun ?
Leute, ist euch eure eigene ‚Macht‘ eigentlich bisher immer noch nicht klar geworden ? Diese ganzen Flachpfeifen können entscheiden, was sie wollen, und sie können auch versuchen, uns zu drangsalieren, wie sie wollen, es wird
ihnen nichts nützen. Foxtrott Unicorn Charlie Kilo you… 😈

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

@Brian

Leute, ist euch eure eigene ‚Macht‘ eigentlich bisher immer noch nicht klar geworden ?

Scheinbar nicht.

Auf RT waren vor Kurzem Bilder von Demos zu sehen. Mit dabei ein Plaket mit folgendem Text:

„Du gehorchst, weil du willst, dass es endet.
Dabei ist es dein Gehorsam, der es nie enden lässt“.

Treffender kann man das Elend in manchen Köpfen nicht beschreiben.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Lohnfortzahlung bei Corona: wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gilt das aber nur, wenn jemand als Kontaktperson in Quarantäne geschickt wird.

Wer selber erkrankt, bekommt vom Arzt einen gelben Schein, und alles ist gut.

Und es soll sogar Arbeitnehmer geben, die als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten und dann urplötzlich an irgendetwas erkrankten, so daß sie auch einen gelben Schein bekamen…

Robbespiere
Robbespiere
5 Monate zuvor

Frohe Ostern euch Allen.

Gruß Rob

Aline.Bill
Aline.Bill
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Ein frohes und gesundes Osterfest

Milch
Milch
5 Monate zuvor

Ein fantastischer Entwurf, bildgewaltig, wahr. Fasst meine Empfindungen u Ahnungen in Worte. Danke, Milch

Cetzer
Cetzer
5 Monate zuvor

Den Titel aufgreifend:

Gefangenentransport: Von Berauschten in den Abgrund gefahren

Ich fühle mich als gefesselter Gefangener in einem klapprigen Bus, der vom sturzbesoffenen Fahrer eine gefährliche Küstenstraße entlang geschaukelt wird, neben ihm fuchtelt der genauso besoffene Beifahrer/Wärter mit seiner Pistole rum, immer wieder auf den Fahrer zielend. Die meisten meiner Mitgefangenen¹ scheinen begeistert und gröhlen:

Schieß doch endlich!

Vielleicht haben sie nicht begriffen, dass es durch die Fesseln für alle Gefangenen nicht mal eine theoretische Chance auf Überleben, geschweige denn Freiheit gibt, wenn wir im Meer landen.

¹Nur ein gewisser Michael Myers bleibt stumm und füllt gewissenhaft seinen SPD-Aufnahmeantrag aus

Last edited 5 Monate zuvor by Cetzer