Haben wir jetzt auch noch einen Mord verursacht?

Querdenker sind Terroristen. Querdenken tötet. Das konnte man unlängst überall lesen. War der Mann, der in Idar-Oberstein einen Mitarbeiter einer Tankstelle erschoss, weil er keine Maske tragen wollte, überhaupt ein Querdenker? Ist der Einfluss der Bildzeitung, Heribert Prantls oder Leuten wie uns daran schuld, dass der Mann mordete?

Ja, wir haben oft und laut die Maskenpflicht hinterfragt. Besonders dort, wo sie uns völlig überzogen vorkam. An der frischen Luft zum Beispiel. Oder stundenlang auf Arbeit oder in Schulen. Und wie die Deutsche Bahn annehmen kann, dass nichts dabei sei, mit einer FFP2-Maske von München nach Hamburg zu fahren, haben wir auch nie verstanden. Wir haben immer noch Bedenken – und ja, wir tragen die Maske noch immer nicht gerne. Und wenn, dann bloß als Notbehelf und nicht, weil wir einem neuen Corona-Lifestyle verfallen wären. Leute wie wir, so Maskendefätisten eben, haben sich nun moralisch für den Vorfall in Idar-Oberstein zu verantworten.

Ihr erinnert euch, vor zwei Wochen etwa hat in der rheinland-pfälzischen Stadt ein Mann einen Kassierer erschossen, weil der ihn auf die Maskenpflicht aufmerksam machte. Noch am selben Abend stürzten sich die Social Justice Warriors in den Netzwerken auf dieses Ereignis: Die Querdenker hätten einen schlechten Einfluss auf diesen Mann gehabt, schrieben sie, sie wären daher für den Mord verantwortlich. (Mein geschätzter Kollege berichtete mehrfach darüber.) Einen Tag später stimmten Politiker in diesen Chor mit ein – und wieder mal konnte man erkennen, wie die Akteure aus der Politik auf die Netzwerke schielen. Dort ermessen sie Stimmung und Zeitgeist. Hat Gerhard Schröder noch »Bild, BamS und Glotze« zu Regieren gebraucht, begnügen sich Regierende heute mit Twitter, Facebook und Instagram.

Marilyn Manson, Hendryk M. Broder und »die Menschenverachter« Hendrik Streeck und Alexander Kekulé

Die Bildzeitung ist heute jedoch kein Regierungsinstrument mehr. Im Gegenteil, die Empörten machten auch Bild und dem WDR – warum genau, weiß ich gar nicht – für den Vorfall verantwortlich. Überhaupt alle, die ständig zweifeln und schlechte Stimmung machen. Lanz, weil er Hendrik Streeck und Alexander Kekulé einlädt, ohne das vorher mit Jan Böhmermann abgesprochen zu haben. Heribert Prantl, weil er sich dauernd über die Zustände beschwert. Die AfD und Kassenärzte-Chef Andreas Gassen seien ohnehin ganz besonders negativ aufgefallen. Außerdem seien Politiker schuld, die nicht hart genug gegen Querdenker vorgehen ließen und total tolerant gegenüber diesen Menschen seien, die von der Polizei nur gestreichelt würden.

All diese Beschuldigten seien quasi Querdenker. Wir inklusive. Der Begriff hat sich verselbständigt, alle die am Narrativ zweifeln, gelten heute als Querdenker. Vor der Pandemie war der Begriff noch positiv konnotiert, der Deutschlandfunk feierte das Einstein-Jahr 2005 noch mit einem Feature, das sich »Der Querdenker« nannte und natürlich Einstein meinte. Aber selbst innerhalb der Pandemie hat das Wort neuen Sinn erhalten. Anfangs war damit eine bestimmte Gruppe von Skeptikern gemeint. Später wurden alle Skeptiker und Kritiker als Querdenker gelabelt. Wir waren zum Beispiel nie Querdenker, hatten aber auch nie große Lust, diese Leute irgendwie vorzuführen oder anzufeinden – auch dann nicht, wenn sie offenbaren Unsinn verzapften. Es gibt nun mal auch ein Recht darauf, eine Krankheit verleugnen zu dürfen. Fast jede Patientengeschichte kennt so ein Verhalten.

Und nun sind die Querdenker, alle Querdenker von Bild bis Lanz mitschuldig geworden an Mord an einem jungen Mann. Kann man das leugnen? Ja, das muss man sogar. Dieser schnell gefasste Beschluss, jemanden nur deshalb moralisch zur Verantwortung ziehen zu wollen, weil er was gesagt, gemeint oder geschrieben hat, das einem anderen animiert haben könnte, ist ein intellektueller Offenbarungseid. Menschen sind für ihre Handlungen selbst verantwortlich. Man muss nicht zum Mörder werden, weil man irgendwo etwas gelesen oder gehört hat. Wenn wir nur noch ein bisschen an den freien Willen der menschlichen Kreatur glauben wollen, kann man so einen Unsinn nicht als Tatsache hinstellen wollen. Marilyn Manson ist nicht am Massaker von Columbine schuld. Man hat ihm das mehrfach unterstellt. Und Hendryk M. Broder oder Thilo Sarrazin haben nicht den Massenmord in Utoya zu verantworten.

Es fühlt sich doch so gut an, wenn man sagen kann: »Ich hab’s doch immer gesagt!«

Denen hat man diese tragischen Vorfälle seinerzeit auch in die Schuhe geschoben. Aber sie haben wohl nirgends eindeutig gesagt, dass man sich eine Waffe kaufen und morden soll. Sie haben von ihrem Recht auf Kunst- und Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Das muss nicht jedem gefallen, aber dagegen einzuwenden ist nichts. Wenn Menschen daraus etwas ableiten, was tragische Konsequenzen hat, dann ist das traurig – aber nicht die Verantwortung derer, die falsch verstanden oder interpretiert werden. Den Vorwurf kann man ihnen nun wahrlich nicht machen. So ein Vorwurf ist auch totalitär und antidemokratisch.

Oh ja, ertappt! Wer mich schon seit Jahren kennt, der weiß auch, dass ich seinerzeit demselben Irrtum aufsaß, wie die Netzwerkkrieger heute. Ich ging hart mit Broder und Sarrazin ins Gericht. Beide wurden nämlich im Pamphlet von Anders Breivik namentlich genannt. Broder offenbar an mehreren Stellen. Seine Islamkritik war Aufhänger. Ein Umstand übrigens, der einige Jahre später auch Michel Houellebecq ereilen sollte. Dem Künstler machte man zum Vorwurf, dass er den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo herbeigeführt und provoziert habe durch die Darstellung des Islamismus in seinen Werken. Jedenfalls habe ich nach Utoya auch die Verantwortung bei Broder und Sarrazin gesucht. Ihre Meinung war mir vorher schon nicht lieb, ich hätte sie lieber schweigend erlebt. Im Grunde kam so ein Vorfall gerade richtig, um ihn zu instrumentalisieren.

Was war ich doch empört über diesen Sarrazin damals. Mehr als zehn Jahre ist das her. Heute wäre ich da gelassener. Ich muss nicht richtig finden, was er da geliefert hat – aber dass er es liefern kann, das fühlt sich heute für mich wichtiger an, als meine Befindlichkeit. Man muss Meinungsfreiheit aushalten können. Damals konnte ich das nicht. Und da trat plötzlich dieser Breivik auf die Weltbühne, zitierte Leute, denen ich ihren Blick auf die Welt und die Gesellschaft ohnehin vorwarf: Irgendwie fühlte ich mich bestätigt. Ich hatte offenbar immer recht gehabt: Im Gedankengut solcher Leute schlummert die Gewalt. Wer Sarrazin liest, der tötet – nicht grundsätzlich, aber ein bisschen bereiter als vorher. Denn im Anfang war das Wort. Es formt die Tat. Und damit konnte ich diesen Herren so schön die Verantwortung zuschieben und mir selbst einflüstern, dass ich es doch immer gesagt hätte.

Jeder trifft seine Entscheidungen selbst

Irgendwie fühlte sich das gut an – es gibt also ein gutes Gefühl im schlechten. Selbst im Massenmord schlummerte für Leute wie mich anno 2010 noch eine Chance. Man konnte instrumentalisieren. Den Umstand nutzen, um sich aufzuhübschen, sich zur intellektuellen Leuchte zu mausern. War es die Wahrheit, die mich antrieb? Sicherlich war es meine damalige Wahrheit. Selbstgerecht ausgeformt. Aber was ist schon Wahrheit? Wo war denn die Wahrheit, als in den ersten Momenten nach dem Massenmord bekannt wurde, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handelte? Für diese Spekulation entschuldigte sich doch später auch niemand. Jeder warf eben die Schwerpunkte in die Diskussion, was ihn gerade antrieben. Die ihre, der seine und ich meine.

War das überhaupt ein Querdenker, der in Idar-Oberstein mordete? Er mag die Maßnahmen nicht, soll er danach gesagt haben. Ich auch nicht alle. Jan Josef Liefers mochte die Mutter aller Maßnahmen auch nicht: Den Lockdown. Ist er ein potenzieller Mörder? Vielleicht wollte der Idar-Obersteiner die Maske ja nicht tragen, weil er als doppelt Geimpfter einfach nicht einsieht, sich noch an die Maßnahmen zu halten. Ich spekuliere nur – warum soll meine Spekulation so viel abwegiger sein? Wenn man wenig bis nichts weiß, machen viele Interpretationen Sinn. Dann heißt es abzuwarten. Wer das nicht tut und überdies eine Gruppe auf Spekulationsbasis stigmatisiert: Also als Menschen mit ausgeprägtem Sinn für die Wahrheitsliebe würde ich solche Leute nicht gerade bezeichnen.

Am Ende ist das ganze Spekulieren aber doch Quatsch, dient nur der Instrumentalisierung und dem Bauchpinseln des eigenen Weltbildes. Entscheidungen treffen Menschen immer selbst. Niemand der Sarrazin liest, muss daher junge Sozialisten erschießen. Und nur weil einer Querdenken gut findet, muss er nicht zum Tankstellenmörder mutieren. So geht das nicht, so funktionieren Menschen nicht. Wer das glaubt, hat keine Ahnung was Menschen antreibt. Weiß nichts über den freien Willen, den es ja, allen Debatten über Determinismus zum Trotz, ja doch noch auf die eine oder andere Weise gibt. Und er weiß nichts darüber, dass sicherlich auch psychische Vorerkrankungen nötig sind, um so und nicht anders zu reagieren. Darauf kann man aber als Publizist und Mensch mit Meinung keine Rücksicht nehmen – täte man das, wäre auch die Restmeinungsfreiheit tot. Was viele sicherlich sehr begrüßen würden.

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Jens
Jens
10 Monate zuvor

Die Organisation Querdenker hat nie „Corona geleugnet“.

niki
niki
Reply to  Jens
10 Monate zuvor

Stmmt… Der Begriff „Coronaleugner“ ist ja eigentlich nur ein Framing und Menschen zu diskreditieren die die Maßnahmen der Regierung für vollkommen überzogen halten…

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Jens
10 Monate zuvor

Für Menschen die nur schwarz oder weiss denken können ist „anzweifeln“ gleich „leugnen“. Das digitale Denken lässt keine Zwischentöne zu. Skepsis, Zweifel und Ungewissheit sind für die Gegner der Querdenker der Horror, damit können sie nicht umgehen, das zieht ihnen den Boden unter den Füssen weg. Ich weiss, dafür können die Querdenker nichts, aber so sieht es halt nach aussen hin aus.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Percy Stuart
10 Monate zuvor

Der Fluch digitale Logik: Ja oder Nein! Eins oder Null! Wir haben hier aber keinen digitalen Vorgang. Wir haben hier Statistik. Die Fragen müssen also z.B. lauten: Wie gefährlich ist hCoV-2019? Die Frage ist SARS-CoV-2 (hCoV-2019) ein Killervirus oder kuschelig harmlos ist daher vom Ansatz her falsch. Andere wichtige Fragen wie die nach der Saisonalität wurden auch vom Viehdoktor und seinem Volldrosten weggeschwurbelt, -gekreischt und -gehüpft.

Spätestens im April 2020 konnte man sich ziemlich sicher sein: hCoV-2019 ist ein stark saisonaler Virus und seine Gefahren in etwa im üblichen Bereich der saisonalen Grippe, also noch normales Lebensrisiko. Es gab damals schon keine wissenschaftliche Begründung für die Maßnahmen. Und die Schäden der Maßnahmen an der Gesellschaft sind auch nicht so gering, wie es uns die systemrelevanten Medien vorschwurbeln, -kreischen und -hüpfen. In gewisser Weise kann die Tat auch als durch diese Maßnahmen begünstigt eingestuft werden. Ich nehme mir zumindest die Frei- und Frechheit heraus dies zu tun.

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Uwe Borchert
10 Monate zuvor

Spätestens im April 2020 konnte man sich ziemlich sicher sein: hCoV-2019 ist ein stark saisonaler Virus und seine Gefahren in etwa im üblichen Bereich der saisonalen Grippe, also noch normales Lebensrisiko.

Also wenn ich mir die Zahl der positiv Getesteten anschaue, da die Zahl der Infizierten oder gar die der Erkrankten nicht vorliegt, sehe ich das selbst diese Zahl weit unter dem normalen Grippegeschehen liegt. Aktuell ist laut Rki diese positiv Getesteten Inzidenz von Corona bei 60, die Inzidenz aller grippeähnlichen Erkrankungen bei 1000 und die aller Atemwegserkrankungen bei 4700.

ChrissieR
ChrissieR
10 Monate zuvor

Guuude!
Der Vogel von Idar-Oberstein war also doppelt gepimpft, schreibst Du?
Na, dann ist der Fall ja wohl klar: Ne verstopfte Ader im Steuergerät !
…wäre die adäquat dämliche Gegenargumentation von der „Gegenseite“…

Spass beiseite:
Kann man z.B. mit der gleichen Logik Carl Benz für Millionen von Strassenverkehrstoten verantwortlich machen ?
Ich lese sehr gerne Krimis, bin Fan von Klaus-Peter Wolf, wäre der nun verantwortlich, wenn ich jemanden ermorden würde? Immerhin hätte ich ja genügend „Gebrauchsanweisungen“ gelesen…

Mensch
Mensch
10 Monate zuvor

Sorry, dieser Artikel ist in meiner unmaßgeblichen Sicht reichlich daneben. Zudem enthält er Andeutungen, die mich hellhörig machen.

Er mag die Maßnahmen nicht, soll er danach gesagt haben. Ich auch nicht alle.

Wenn Du, lieber Roberto schreibst, nicht alle Maßnahmen zu mögen, dann ließt sich das so, als ob Du zumindest einige für gerechtfertigt hältst, ja eigentlich sogar magst. Welche genau sind das denn?

Dann diese Mutmaßung:

Vielleicht wollte der Idar-Obersteiner die Maske ja nicht tragen, weil er als doppelt Geimpfter einfach nicht einsieht, sich noch an die Maßnahmen zu halten.

Soll das „Vielleicht“ das Doppeltgeimpftsein als eine Mutmaßung hinstellen, oder lediglich nur das Maskenichttragenwollen im Bezug auf ein Doppeltgeimpftsein des Täters, wovon Du gesichert Kenntnis hast?

Die beiden Dinge machen mich dann doch neugierig. Zwar sind das im Grunde auch nur zwei völlig legitime Meinungen, die mich allerdings hellhörig machen, weil mich das dabei nicht eindeutig gesagte näher interessiert.

Was ich ganz und gar unnachvollziehbar finde, ist der zugrunde liegende Vergleich der Querdenker mit welchen Hetzern auch immer. Sarrazin bleibt zumindest trotz der ihm sicherlich auch weiterhin zustehend bleiben sollenden Meinungsfreiheit ein unangenehmer Hetzer, der nun einmal wirklich mit krudesten Rassentheorien Stimmung gegen Muslime gemacht hat.

Wenn Du, lieber Roberto, sowas mit den Querdenkern vergleichst, zeig mir doch bitte auf, wo Querdenker-Offizielle übelste Hetze begangen haben sollten und gegen wen genau eigentlich?

Über aufklärende Worte würde ich mich freuen, denn ich vermute zumindest, dass es nicht Deine Absicht ist, Querdenker mainstreamgleich in die menschenverachtende, rechte Hetzerecke stellen zu wollen.

Eine Tat, wie die in Idar Oberstein in Bezug mit den niederträchtigen Gräueltaten des A. Breiviks, der Zeit seines Lebens von seinen Opfern nie persönlich behelligt wurde, die nur wegen der Werte, für die diese Oper Einstanden, von ihm hingerichtet wurden, zu setzen, hilft aus meiner unmaßgeblichen Sicht auch eher der Gegenseite, die an dieser Verflechtung Freude haben werden.

Ich persönlich Frage mich bei dem Täter aus Idar Oberstein eher, ob er nicht am ehesten durch die Corona-Maßnahmen-Politik, die nun Mal alles Andere als von Logik getrieben ist, getrieben wurde?

Der Mann ist ganz sicher nicht der Einzige, bei dem sich in den letzten 1,5 Jahren der Maßnahmenpolitik wegen, bei denen allen Menschen massiv Grundrechte eingeschränkt und bei Verstoß gar dicke Strafen in unzähligen Fällen verhängt wurden, viel Wut angestaut hat, die dann zu Gewalttaten führten. Die Meisten davon, dürften sich innerhalb von Familien in ihren Wohnungen abgespielt haben. Bei einigen wird sich die Gewalt gegen sich selbst gerichtet haben. Für all diese Opfer interessiert sich leider kein Schwein.

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Mensch
10 Monate zuvor

@Mensch

Ja, bei mir hat sich auch viel Wut angesammelt…zunächst Wut auf die Regierenden, dann Wut auf die Drahtzieher (Gates,Schwab etc.) und jetzt….Wut auf die grenzenlos brunzdummen Leute, die auch im Freien oder alleine im Auto Maske tragen und sich für die 3. oder drölfzigste „Impfung“ vordrängeln würden! Und ja, da bin ich froh, keine Waffe zu besitzen…

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

@ ChrissieR: Einschließlich mir selbst, dürfte es sehr, sehr viele Menschen geben, die der Maßnahmen wegen zumindest zeitweilig wütend sind. Gar nicht so wenige, werden sich auch durch Gewalttaten Luft verschafft haben.

Ein Lauterbach und ein Drosten, die beide mehrfach nachweislich mit unwahren Behauptungen Panik schürten und das auch weiterhin tun, sodass im Zusammenspiel mit den Medien, die Panik lieben, weil es ihnen Aufmerksamkeit verspricht, immer wieder gar völlig blödsinnige Maßnahmen beschlossen wurden und auch weiterhin werden, haben sich in meinen Augen durchaus schuldig gemacht. Beiden sind sogenannte Kollateralschäden, die durch ihre Panikmache verursacht wurden auch völlig scheißegal. Sie haben durch ihr Handeln eine Mitverantwortung für jeden der an oder mit Vereinsamung gestorbenen Menschen in Pflegeheimen. An leider nie gezählten Suiziden der Maßnahmen wegen und eben auch an Wutausbrüchen die eskaliert sind, nicht minder.

Gerade der unsägliche Lauterbach hat mehrfach andere, die nach geltendem Recht gelockert haben, als Menschen hingestellt, die mit diesen Entscheidungen den Tod vieler Menschen verursachen werden.

Wenn übrigens krampfhaft was geleugnet wird, dann sind es „Komplikationen“ im Zusammenhang mit den Coronaschutzimpfungen. Wer das wohl sein mag?

Das Querdenker zu Gewalt aufrufen, ist mir nicht bekannt. Dass zur Gewalt gegen Querdenker aufgerufen wird, hingegen leider schon.

Statt immer wieder in die Falle zu tappen, sich von diesen Unmenschen auf deren Querdenkerbashing einzulassen, halte ich es für ratsamer ohne Umwege die Verantwortung derer, die krampfhaft mit diesen Nebelkerzen von dem was sie mit ihren Panikschürereien und den darauf fußenden Maßnahmenbeschlüssen angerichtet haben ablenken wollen, immer wieder herauszustellen. Ganz nüchtern und sachlich.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

Bei den Injektionsvordränglern würde ich das entspannter sehen und auf Darwin warten. Wer sich vordrängelt gönnt den Anderen nichts und daher nicht mal den ersten Schuss. Jaja … Und so stehen die armen Unbehandelten traurig am Rand und klagen: Die Injektionsvordrängler haben sich unsere Schüsse unter die Nadel gerissen … oder so ähnlich … Nicht nur blöde sonder auch gefährlich sind aber die Maskenfetischisten die so beeinträchtigt Verkehrsmittel führen. Von denen geht wirklich eine Gefahr für die Umwelt aus.

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

@Chrissie
Geht mir ähnlich…
Und ich befürchte, daß sich das irgendwann entladen wird, zumal unsere lieben
Verantwortlichen keinerlei Regungen zeigen, ihre Richtung in irgendeiner Weise
zu ändern (wie auch, ist ja viel zu viel Geld, Macht und Kontrolle im Spiel).
Ich kann’s nur wiederholen : das ist immer weniger meine Welt. Vor allem, wenn
man sich vor Augen hält, daß dieser Zustand hauptsächlich der Dumm- und
Dumpfheit der Menschen geschuldet ist.

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

@ ChrissieR: Leider ist meine Antwort an Dich im Nirvana gelandet 😓

Nur soviel: Mir geht’s ähnlich, was ich angesichts der Verbote der letzten 1,5 Jahre für nicht wirklich ungewöhnlich halte.

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

Und ja, da bin ich froh, keine Waffe zu besitzen…

Hattest Du nicht mal erwähnt, im Besitz einer Ente zu sein ? 😉

Pen
Pen
Reply to  Brian
10 Monate zuvor

:- )

Last edited 10 Monate zuvor by Pen
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian
10 Monate zuvor

@Brian

Kein Grund, das gute Stück zu demolieren. 🙂

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Robbespiere
10 Monate zuvor

@Brian

jo..die Ente werde ich dann brauchen, wenn ich irgendwann die Flucht nach Dänemark oder ein ähnlich coronabefreites Land ergreifen muss…

Atalante
Atalante
10 Monate zuvor

Daran zeigt sich doch sehr gut, wie das ständige Einimpfen (pun intended ;))von wegen „Maskennichttragenwoller sind Querdenker und die sind gefährlich“ gewirkt hat.
Unter anderen Vorzeichen wäre es nach meinem Dafürhalten wohl nicht zu einem derartigen Medienecho gekommen…ich meine, jeden Tag werden Menschen getötet, aus mehr oder weniger nichtigen Gründen und sei es nur weil einer den anderen „dumm angemacht“ hat. Es ist natürlich schrecklich für die jeweils Hinterbliebenen und das nähere Umfeld, wenn sowas passiert…*
Aber dieser Fall liegt etwas anders. Allein dieses „weil er ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hat“ triggert die Leute schon.
„Früher“ hätte man die Reaktion „Ich wollte ein Zeichen setzen“ als das behandelt, was es ist: Nämlich die Tat eines EINZELNEN, möglicherweise psychisch gestörten, der leider in seinem Wahn einen Menschen getötet hat. Man hätte es erwähnt, auch in den (lokalen) Medien, der Täter wird seiner Strafe zugeführt, that’s it.

Aber hier gleich bundesweiter medialer Aufschrei, und gleich „Das war ein Querdenker, das sind alles Terroristen!“
Kommt mir irgendwie bekannt vor, läuft ähnlich wenn ein (arabischstämmiger) „Ausländer“ hier irgendwas anstellt…das hat nicht zuletzt auch was mit der ich sag mal „medialen Konditionierung“ zu tun… wenn ständig eingetrichtert wird, Gruppe XY ist gefährlich und man mehr oder weniger undifferenziert alle möglichen Leute, die auch nur winzigste „Gemeinsamkeiten“ (wenn sie zum Beispiel zufällig bei der gleichen Demo mitlatschen) haben, mit dieser Gruppe XY gleichgesetzt werden, dann ist es irgendwie eine logische Konsequenz, dass so mit Einzeltätern verfahren wird.
Was war? Der Typ wurde auf eine geltende Regel hingewiesen, wollte sich partout nicht dran halten und sah als einzige Möglichkeit, den Verbietenden zu töten…abgesehen davon, dass es generell zu verurteilen ist, jemanden umzubringen, zumal wegen einer solchen Lappalie, aber darum sollte sich dann die Justiz kümmern und nicht ein geifernder, durch die Medien aufgestachelter Mob, der dann gleich mal alle Menschen, die „irgendwie“ (s.o.) was mit „Querdenkern“ zu tun haben, am liebsten gleich lynchen würde.

*Mal angenommen, der Angestellte an der Tanke hätte den Zugang verweigert, weil der Kunde rotzbesoffen (im Laden, wo ich arbeitete, hatten wir auch entsprechende Vorgaben, dass offensichtlich stark alkoholisierte Menschen des Ladens verwiesen werden können, eben wegen der Sicherheit der anderen Kunden im Ladengeschäft) da aufgeschlagen wäre, der Typ dann später mit der Wumme zurückgekehrt wäre und den Angestellten umgebracht hätte und dann im Suff/Wahn was von „Wollte ein Zeichen setzen“ geblubbert hätte, hätte es dann auch einen bundesweiten medialen Aufriss gegeben?

ICH glaube nicht…

Last edited 10 Monate zuvor by Atalante
JW
JW
10 Monate zuvor

Zum einen: Der kritische Geist ist unerwünscht. Gestern klang das so
(Zitat A. Merkel 03.10.2021):
Demokratie ist nicht einfach da. Sondern wir müssen immer wieder für sie arbeiten, jeden Tag. Manchmal gehen wir mit den demokratischen Errungenschaften, so fürchte ich, etwas zu leichtfertig um.
Frei übersetzt: „Bleibt also gefälligst fein gehorsam, ihr lieben Trottel“.
Den hier hätte ich uns allen zwar gerne erspart, aber:
https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/10/211001-Ordensverleihung-TdDE.html
Das führt leicht –
zum anderen: Dem Spiel mit der Aggression. Der Präsident gebraucht hier wieder große Worte (Respekt), die leider im großen Kontrast zu seinen bisherigen Taten stehen. Nicht glaubwürdig, sondern ein weiterer rhetorisch-heuchlerischer Ansatz, Spaltung und eben auch Aggression zu etablieren. Was ich persönlich in meinem Umfeld so erlebe, ist allerdings überwiegend Auto-Aggression. Das ist auffällig und beängstigend! Man könnte meinen, dass jede natürliche Form des Umgangs mit seiner eigenen Aggressivität von hanebüchenen Verhaltens-Regeln bestimmt oder unterdrückt wird. Oder anders: Wo, bitte, soll man sich denn noch körperlich abreagieren? Die Wut wurde (zumindest) mir keinesfalls in die Wiege gelegt.
PS. An dem C-Thema kommt man ja nicht vorbei. Es gibt eine neue Plattform mit allen aktuellen Zahlen:
https://corona-reframed.de/
PPS. Muss gleich zum Job und wünsche daher allen „Rebellen“ einen regen Diskurs und einen schönen Oktober. Hier in OL ist herrliches Wander-Wetter. Bis die Tage.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  JW
10 Monate zuvor

Danke für den Tip mit Corona-Reframed.
Wird gleich abgespeichert.

Rudi K
Rudi K
10 Monate zuvor

Zu der Ausgangsfrage im Titel antworte ich mit einem klaren „Nein“, denn dieser Mann hat in erster Linie diese Tat selber zu verantworten. Mir ist auch nicht bekannt, daß ein Redner auf einer der Demos dazu aufrief:

Leuten, die auf die Maske bestehen für immer das Maul zu stopfen

Das wäre klar eine Aufforderung zum Mord. Aber vermutlich war die Frage von Roberto eher rhetorisch gemeint.

Brian
Brian
10 Monate zuvor

Das ist wieder einer dieser Artikel, die mich ein bißchen ratlos zurücklassen.
Vielem kann ich zustimmen, aber so manche Grundannahme, die als selbstverständlich
(?) dargestellt wird, teile ich nicht. Da ist zum einen wieder der Gebrauch des P-Wortes,
der mich – ehrlich gesagt – deutlich stört. Du (Roberto) hattest zwar mal erklärt, warum Du diesen Begriff weiter benutzt, aber für mich verfestigt man mit einer solchen Vorgehensweise das offizielle Narrativ. Genauso mit der Erklärung, nicht alle ‚Maßnahmen‘ für sinnvoll zu halten, was m.E. impliziert, daß Du andere durchaus für
angebracht hältst. Das hat für mich einen sehr unangenehmen Beigeschmack.
Und bei einer Tat wie in Idar-Oberstein anzumerken, daß dafür eine ‚psychische Vorerkrankung nötig‘ sei, finde ich völlig daneben. Zack, Schublade, und weg.
Ganz klar, der Typ hat ’ne Meise und deswegen hat er sich so grauenvoll verhalten
(überspitzt ausgedrückt).
Nein, das ist genau das, was uns als Gesellschaft fehlt, das ehrliche Auseinandersetzen
auch mit nicht so schönen Dingen und die Suche nach den Ursachen.
Und da sind wir u.a. nicht so weit entfernt von unseren Polit- und Mediendarstellern.
Wenn eine BKin Kritiker als psychisch durchgeknallt diffamiert und ein Hunnenpräsident
Kleinmeier ins gleiche Horn bläst, darf man sich über gewisse Auswirkungen nicht mehr
wundern.
Und was den Begriff ‚Querdenker‘ betrifft, der ist für mich nach wie vor positiv konnotiert,
egal wieviel und in welche Richtung da geframed wird. Für mich stellt er auch keine
Bezeichnung irgendeiner Gruppe dar, sondern viel eher eine Art des Denkens.

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Brian
10 Monate zuvor

Auch wenn mir der Artikel etwas konfus erscheint verstehe ich schon was gemeint ist. Aber ich glaube das wir zwar nicht für die Tat verantwortlich sind aber das wir, als Gesellschaft, mit daran Schuld sind. Wir haben uns irgendwie einlullen lassen von unserer Kanzlerinnen-Schlaftablette. Dann hat man uns den Demokratieteppich langsam unter den Füssen weggezogen während wir uns weiter zu Tode amüsieren und langsam verblöden. Das Bildung Bürgerpflicht ist haben ja nicht nur unsere Politiker geschickt ignoriert sondern auch zusehens wir Bürger. Deswegen sind ja Denker auch so suspekt, die brauchen gar nicht mal quer zu denken.

Zum Attentat würde mich mal interessieren ob der Täter vielleicht depressiv war und dementsprechend Antidepressiva bekommen hat. Da gab es ja schon unter dem resignierenden Gesundheitsminister Seehofer einen Sieg der BigPharmafia die ihre Antidepressiva in Deutschland an den Mann bringen durfte trotz berechtigter Bedenken.

Pen
Pen
Reply to  Percy Stuart
10 Monate zuvor

Die meisten jugendlichen Amokläufer in den US waren auf Antidepressiva.

Und Merkel gehört vor Gericht.

http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=48400

Last edited 10 Monate zuvor by Pen
Lamperl
Lamperl
Reply to  Brian
10 Monate zuvor

Wasn das P-Wort?

Brian
Brian
Reply to  Lamperl
10 Monate zuvor

Ernstgemeinte Frage ?

Brian
Brian
Reply to  Roberto J. De Lapuente
10 Monate zuvor

Für diese defätistische Antwort bekommst Du von mir ein 😛
😉

Gaby
Gaby
10 Monate zuvor

Nein, nein und nochmals nein. Andersdenkende kollidieren mit Andersdenkenden. Und dann gibt es noch die, die nicht wissen was sie denken sollen – die kollidieren dann auch wieder mit den anderen zwei Gruppen. Letztlich kann niemand darüber entscheiden für welche der genannten Gruppierungen sich jeder Einzelne entscheidet. Überhaupt erstmal zu einer Entscheidung zu kommen (gilt für jene die nicht wissen was sie denken sollen) erfordert querlesen, querhören – also sich mehrere Dinge anschauen, den Versuch der Differenzierung zu wagen, abzuwägen. Daraus resultiert aber auch nicht notwendigerweise eine Positionierung.

Es bleibt verzwickt und spannend.

Last edited 10 Monate zuvor by Gaby
Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Gaby
10 Monate zuvor

Hmmm, also die Andersdenkenden kollidieren mit anderen Andersdenkenden die aber anderser denken ? Willst du die Gruppe der Andersdenkenden spalten ?

Die Gedanken sind doch frei (noch), nur was wir sagen nicht mehr so. Dummerweise haben die die nicht wissen was sie denken sollen und dafür Berater und Coaches brauchen trotzdem Gedanken, sie denken sie nur nicht weiter, nicht zu Ende, oder nur eindimensional, aber sie denken. Weil nicht denken geht ja eigentlich nicht, auch wenn wir als Andersdenkende das den Nicht-Andersdenkenden gerne unterschieben. Das Dumme ist nur das die Entscheidungsfindung beim betreuten Denken meistens vorgegeben ist, man denkt dann halt das es schon irgendwie gut so ist und Änderungen nur stören, alternativlos halt, aber einfach. Mit sowas Banalem haben wir Andersdenkenden und notorischen Skeptiker ein Problem, das sollte uns zu denken geben ! 😉

Jau
Jau
Reply to  Percy Stuart
10 Monate zuvor

Mit sowas Banalem haben wir Andersdenkenden und notorischen Skeptiker ein Problem, das sollte uns zu denken geben !

Ja. 😀

Sehr erbaulich dazu:
https://www.rubikon.news/artikel/der-gemutliche-ungeimpfte
_________

Letzte Woche urlaubte ich bei meiner Schwester in Calbe, das angehängte Foto zeigt die Gierseilfähre vor der Insel Gottesgnaden.

30-09-21b.jpg
Last edited 10 Monate zuvor by Jau
Jau
Jau
Reply to  Jau
10 Monate zuvor

Inmitten der Saale.

30-09-21a2.jpg
Jau
Jau
Reply to  Jau
10 Monate zuvor

Ein Parallelweg zur Saale.

28-09-21f.jpg
ShodanW
ShodanW
10 Monate zuvor

Im Groben kotzt mich ja doch sehr an, dass man sich vor allem in den assozialen Medien so bequemen konnte, eine sarkastische Bemerkung wie „Der ist ja psycho“ heute so unironisch zu schreiben und auch so zu deuten. Die Leute haben keinen Sinn für die Zwischentöne mehr. Ich kann hier auch nur für mich sprechen, aber ich musste eine harte Schule durchlaufen, mich da nicht allzu sehr hineinzusteigern. Man will immer normal diskutieren, Dinge ergründen, andere Meinungen hören. Aber egal wie man Kontroverses auch formulieren will, es wird immer welche geben, die Dinge viel zu ernst nehmen.

Die Definition von „ernstnehmen“ geht mir schon lange viel zu weit. Schlimmstenfalls hängt das auch noch bei Journalisten im Kopf, und zusammen mit der Sensations-, Klick- und Quotengier ist das ein Eintopf geworden, wo man sich nur noch die Zunge daran verbrennen kann. Ich mag´s ja scharf, aber ich will danach nicht unter Schmerzen in der Kimme auf der Schüssel hocken…