Haben wir jetzt auch noch einen Mord verursacht?

Querdenker sind Terroristen. Querdenken tötet. Das konnte man unlängst überall lesen. War der Mann, der in Idar-Oberstein einen Mitarbeiter einer Tankstelle erschoss, weil er keine Maske tragen wollte, überhaupt ein Querdenker? Ist der Einfluss der Bildzeitung, Heribert Prantls oder Leuten wie uns daran schuld, dass der Mann mordete?

Ja, wir haben oft und laut die Maskenpflicht hinterfragt. Besonders dort, wo sie uns völlig überzogen vorkam. An der frischen Luft zum Beispiel. Oder stundenlang auf Arbeit oder in Schulen. Und wie die Deutsche Bahn annehmen kann, dass nichts dabei sei, mit einer FFP2-Maske von München nach Hamburg zu fahren, haben wir auch nie verstanden. Wir haben immer noch Bedenken – und ja, wir tragen die Maske noch immer nicht gerne. Und wenn, dann bloß als Notbehelf und nicht, weil wir einem neuen Corona-Lifestyle verfallen wären. Leute wie wir, so Maskendefätisten eben, haben sich nun moralisch für den Vorfall in Idar-Oberstein zu verantworten.

Ihr erinnert euch, vor zwei Wochen etwa hat in der rheinland-pfälzischen Stadt ein Mann einen Kassierer erschossen, weil der ihn auf die Maskenpflicht aufmerksam machte. Noch am selben Abend stürzten sich die Social Justice Warriors in den Netzwerken auf dieses Ereignis: Die Querdenker hätten einen schlechten Einfluss auf diesen Mann gehabt, schrieben sie, sie wären daher für den Mord verantwortlich. (Mein geschätzter Kollege berichtete mehrfach darüber.) Einen Tag später stimmten Politiker in diesen Chor mit ein – und wieder mal konnte man erkennen, wie die Akteure aus der Politik auf die Netzwerke schielen. Dort ermessen sie Stimmung und Zeitgeist. Hat Gerhard Schröder noch »Bild, BamS und Glotze« zu Regieren gebraucht, begnügen sich Regierende heute mit Twitter, Facebook und Instagram.

Marilyn Manson, Hendryk M. Broder und »die Menschenverachter« Hendrik Streeck und Alexander Kekulé

Die Bildzeitung ist heute jedoch kein Regierungsinstrument mehr. Im Gegenteil, die Empörten machten auch Bild und dem WDR – warum genau, weiß ich gar nicht – für den Vorfall verantwortlich. Überhaupt alle, die ständig zweifeln und schlechte Stimmung machen. Lanz, weil er Hendrik Streeck und Alexander Kekulé einlädt, ohne das vorher mit Jan Böhmermann abgesprochen zu haben. Heribert Prantl, weil er sich dauernd über die Zustände beschwert. Die AfD und Kassenärzte-Chef Andreas Gassen seien ohnehin ganz besonders negativ aufgefallen. Außerdem seien Politiker schuld, die nicht hart genug gegen Querdenker vorgehen ließen und total tolerant gegenüber diesen Menschen seien, die von der Polizei nur gestreichelt würden.

All diese Beschuldigten seien quasi Querdenker. Wir inklusive. Der Begriff hat sich verselbständigt, alle die am Narrativ zweifeln, gelten heute als Querdenker. Vor der Pandemie war der Begriff noch positiv konnotiert, der Deutschlandfunk feierte das Einstein-Jahr 2005 noch mit einem Feature, das sich »Der Querdenker« nannte und natürlich Einstein meinte. Aber selbst innerhalb der Pandemie hat das Wort neuen Sinn erhalten. Anfangs war damit eine bestimmte Gruppe von Skeptikern gemeint. Später wurden alle Skeptiker und Kritiker als Querdenker gelabelt. Wir waren zum Beispiel nie Querdenker, hatten aber auch nie große Lust, diese Leute irgendwie vorzuführen oder anzufeinden – auch dann nicht, wenn sie offenbaren Unsinn verzapften. Es gibt nun mal auch ein Recht darauf, eine Krankheit verleugnen zu dürfen. Fast jede Patientengeschichte kennt so ein Verhalten.

Und nun sind die Querdenker, alle Querdenker von Bild bis Lanz mitschuldig geworden an Mord an einem jungen Mann. Kann man das leugnen? Ja, das muss man sogar. Dieser schnell gefasste Beschluss, jemanden nur deshalb moralisch zur Verantwortung ziehen zu wollen, weil er was gesagt, gemeint oder geschrieben hat, das einem anderen animiert haben könnte, ist ein intellektueller Offenbarungseid. Menschen sind für ihre Handlungen selbst verantwortlich. Man muss nicht zum Mörder werden, weil man irgendwo etwas gelesen oder gehört hat. Wenn wir nur noch ein bisschen an den freien Willen der menschlichen Kreatur glauben wollen, kann man so einen Unsinn nicht als Tatsache hinstellen wollen. Marilyn Manson ist nicht am Massaker von Columbine schuld. Man hat ihm das mehrfach unterstellt. Und Hendryk M. Broder oder Thilo Sarrazin haben nicht den Massenmord in Utoya zu verantworten.

Es fühlt sich doch so gut an, wenn man sagen kann: »Ich hab’s doch immer gesagt!«

Denen hat man diese tragischen Vorfälle seinerzeit auch in die Schuhe geschoben. Aber sie haben wohl nirgends eindeutig gesagt, dass man sich eine Waffe kaufen und morden soll. Sie haben von ihrem Recht auf Kunst- und Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Das muss nicht jedem gefallen, aber dagegen einzuwenden ist nichts. Wenn Menschen daraus etwas ableiten, was tragische Konsequenzen hat, dann ist das traurig – aber nicht die Verantwortung derer, die falsch verstanden oder interpretiert werden. Den Vorwurf kann man ihnen nun wahrlich nicht machen. So ein Vorwurf ist auch totalitär und antidemokratisch.

Oh ja, ertappt! Wer mich schon seit Jahren kennt, der weiß auch, dass ich seinerzeit demselben Irrtum aufsaß, wie die Netzwerkkrieger heute. Ich ging hart mit Broder und Sarrazin ins Gericht. Beide wurden nämlich im Pamphlet von Anders Breivik namentlich genannt. Broder offenbar an mehreren Stellen. Seine Islamkritik war Aufhänger. Ein Umstand übrigens, der einige Jahre später auch Michel Houellebecq ereilen sollte. Dem Künstler machte man zum Vorwurf, dass er den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo herbeigeführt und provoziert habe durch die Darstellung des Islamismus in seinen Werken. Jedenfalls habe ich nach Utoya auch die Verantwortung bei Broder und Sarrazin gesucht. Ihre Meinung war mir vorher schon nicht lieb, ich hätte sie lieber schweigend erlebt. Im Grunde kam so ein Vorfall gerade richtig, um ihn zu instrumentalisieren.

Was war ich doch empört über diesen Sarrazin damals. Mehr als zehn Jahre ist das her. Heute wäre ich da gelassener. Ich muss nicht richtig finden, was er da geliefert hat – aber dass er es liefern kann, das fühlt sich heute für mich wichtiger an, als meine Befindlichkeit. Man muss Meinungsfreiheit aushalten können. Damals konnte ich das nicht. Und da trat plötzlich dieser Breivik auf die Weltbühne, zitierte Leute, denen ich ihren Blick auf die Welt und die Gesellschaft ohnehin vorwarf: Irgendwie fühlte ich mich bestätigt. Ich hatte offenbar immer recht gehabt: Im Gedankengut solcher Leute schlummert die Gewalt. Wer Sarrazin liest, der tötet – nicht grundsätzlich, aber ein bisschen bereiter als vorher. Denn im Anfang war das Wort. Es formt die Tat. Und damit konnte ich diesen Herren so schön die Verantwortung zuschieben und mir selbst einflüstern, dass ich es doch immer gesagt hätte.

Jeder trifft seine Entscheidungen selbst

Irgendwie fühlte sich das gut an – es gibt also ein gutes Gefühl im schlechten. Selbst im Massenmord schlummerte für Leute wie mich anno 2010 noch eine Chance. Man konnte instrumentalisieren. Den Umstand nutzen, um sich aufzuhübschen, sich zur intellektuellen Leuchte zu mausern. War es die Wahrheit, die mich antrieb? Sicherlich war es meine damalige Wahrheit. Selbstgerecht ausgeformt. Aber was ist schon Wahrheit? Wo war denn die Wahrheit, als in den ersten Momenten nach dem Massenmord bekannt wurde, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handelte? Für diese Spekulation entschuldigte sich doch später auch niemand. Jeder warf eben die Schwerpunkte in die Diskussion, was ihn gerade antrieben. Die ihre, der seine und ich meine.

War das überhaupt ein Querdenker, der in Idar-Oberstein mordete? Er mag die Maßnahmen nicht, soll er danach gesagt haben. Ich auch nicht alle. Jan Josef Liefers mochte die Mutter aller Maßnahmen auch nicht: Den Lockdown. Ist er ein potenzieller Mörder? Vielleicht wollte der Idar-Obersteiner die Maske ja nicht tragen, weil er als doppelt Geimpfter einfach nicht einsieht, sich noch an die Maßnahmen zu halten. Ich spekuliere nur – warum soll meine Spekulation so viel abwegiger sein? Wenn man wenig bis nichts weiß, machen viele Interpretationen Sinn. Dann heißt es abzuwarten. Wer das nicht tut und überdies eine Gruppe auf Spekulationsbasis stigmatisiert: Also als Menschen mit ausgeprägtem Sinn für die Wahrheitsliebe würde ich solche Leute nicht gerade bezeichnen.

Am Ende ist das ganze Spekulieren aber doch Quatsch, dient nur der Instrumentalisierung und dem Bauchpinseln des eigenen Weltbildes. Entscheidungen treffen Menschen immer selbst. Niemand der Sarrazin liest, muss daher junge Sozialisten erschießen. Und nur weil einer Querdenken gut findet, muss er nicht zum Tankstellenmörder mutieren. So geht das nicht, so funktionieren Menschen nicht. Wer das glaubt, hat keine Ahnung was Menschen antreibt. Weiß nichts über den freien Willen, den es ja, allen Debatten über Determinismus zum Trotz, ja doch noch auf die eine oder andere Weise gibt. Und er weiß nichts darüber, dass sicherlich auch psychische Vorerkrankungen nötig sind, um so und nicht anders zu reagieren. Darauf kann man aber als Publizist und Mensch mit Meinung keine Rücksicht nehmen – täte man das, wäre auch die Restmeinungsfreiheit tot. Was viele sicherlich sehr begrüßen würden.

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Jens
4. Oktober 2021 8:17

Die Organisation Querdenker hat nie „Corona geleugnet“.

niki
niki
Reply to  Jens
4. Oktober 2021 8:39

Stmmt… Der Begriff „Coronaleugner“ ist ja eigentlich nur ein Framing und Menschen zu diskreditieren die die Maßnahmen der Regierung für vollkommen überzogen halten…

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Jens
4. Oktober 2021 10:49

Für Menschen die nur schwarz oder weiss denken können ist „anzweifeln“ gleich „leugnen“. Das digitale Denken lässt keine Zwischentöne zu. Skepsis, Zweifel und Ungewissheit sind für die Gegner der Querdenker der Horror, damit können sie nicht umgehen, das zieht ihnen den Boden unter den Füssen weg. Ich weiss, dafür können die Querdenker nichts, aber so sieht es halt nach aussen hin aus.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Percy Stuart
4. Oktober 2021 18:33

Der Fluch digitale Logik: Ja oder Nein! Eins oder Null! Wir haben hier aber keinen digitalen Vorgang. Wir haben hier Statistik. Die Fragen müssen also z.B. lauten: Wie gefährlich ist hCoV-2019? Die Frage ist SARS-CoV-2 (hCoV-2019) ein Killervirus oder kuschelig harmlos ist daher vom Ansatz her falsch. Andere wichtige Fragen wie die nach der Saisonalität wurden auch vom Viehdoktor und seinem Volldrosten weggeschwurbelt, -gekreischt und -gehüpft. Spätestens im April 2020 konnte man sich ziemlich sicher sein: hCoV-2019 ist ein stark saisonaler Virus und seine Gefahren in etwa im üblichen Bereich der saisonalen Grippe, also noch normales Lebensrisiko. Es gab damals… Weiterlesen »

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Uwe Borchert
4. Oktober 2021 20:12

Spätestens im April 2020 konnte man sich ziemlich sicher sein: hCoV-2019 ist ein stark saisonaler Virus und seine Gefahren in etwa im üblichen Bereich der saisonalen Grippe, also noch normales Lebensrisiko.

Also wenn ich mir die Zahl der positiv Getesteten anschaue, da die Zahl der Infizierten oder gar die der Erkrankten nicht vorliegt, sehe ich das selbst diese Zahl weit unter dem normalen Grippegeschehen liegt. Aktuell ist laut Rki diese positiv Getesteten Inzidenz von Corona bei 60, die Inzidenz aller grippeähnlichen Erkrankungen bei 1000 und die aller Atemwegserkrankungen bei 4700.

ChrissieR
ChrissieR
4. Oktober 2021 9:59

Guuude!
Der Vogel von Idar-Oberstein war also doppelt gepimpft, schreibst Du?
Na, dann ist der Fall ja wohl klar: Ne verstopfte Ader im Steuergerät !
…wäre die adäquat dämliche Gegenargumentation von der „Gegenseite“…

Spass beiseite:
Kann man z.B. mit der gleichen Logik Carl Benz für Millionen von Strassenverkehrstoten verantwortlich machen ?
Ich lese sehr gerne Krimis, bin Fan von Klaus-Peter Wolf, wäre der nun verantwortlich, wenn ich jemanden ermorden würde? Immerhin hätte ich ja genügend „Gebrauchsanweisungen“ gelesen…

Mensch
Mensch
4. Oktober 2021 11:20

Sorry, dieser Artikel ist in meiner unmaßgeblichen Sicht reichlich daneben. Zudem enthält er Andeutungen, die mich hellhörig machen. Er mag die Maßnahmen nicht, soll er danach gesagt haben. Ich auch nicht alle. Wenn Du, lieber Roberto schreibst, nicht alle Maßnahmen zu mögen, dann ließt sich das so, als ob Du zumindest einige für gerechtfertigt hältst, ja eigentlich sogar magst. Welche genau sind das denn? Dann diese Mutmaßung: Vielleicht wollte der Idar-Obersteiner die Maske ja nicht tragen, weil er als doppelt Geimpfter einfach nicht einsieht, sich noch an die Maßnahmen zu halten. Soll das „Vielleicht“ das Doppeltgeimpftsein als eine Mutmaßung hinstellen,… Weiterlesen »

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Mensch
4. Oktober 2021 11:56

@Mensch

Ja, bei mir hat sich auch viel Wut angesammelt…zunächst Wut auf die Regierenden, dann Wut auf die Drahtzieher (Gates,Schwab etc.) und jetzt….Wut auf die grenzenlos brunzdummen Leute, die auch im Freien oder alleine im Auto Maske tragen und sich für die 3. oder drölfzigste „Impfung“ vordrängeln würden! Und ja, da bin ich froh, keine Waffe zu besitzen…

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
4. Oktober 2021 15:48

@ ChrissieR: Einschließlich mir selbst, dürfte es sehr, sehr viele Menschen geben, die der Maßnahmen wegen zumindest zeitweilig wütend sind. Gar nicht so wenige, werden sich auch durch Gewalttaten Luft verschafft haben. Ein Lauterbach und ein Drosten, die beide mehrfach nachweislich mit unwahren Behauptungen Panik schürten und das auch weiterhin tun, sodass im Zusammenspiel mit den Medien, die Panik lieben, weil es ihnen Aufmerksamkeit verspricht, immer wieder gar völlig blödsinnige Maßnahmen beschlossen wurden und auch weiterhin werden, haben sich in meinen Augen durchaus schuldig gemacht. Beiden sind sogenannte Kollateralschäden, die durch ihre Panikmache verursacht wurden auch völlig scheißegal. Sie haben… Weiterlesen »

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  ChrissieR
4. Oktober 2021 18:39

Bei den Injektionsvordränglern würde ich das entspannter sehen und auf Darwin warten. Wer sich vordrängelt gönnt den Anderen nichts und daher nicht mal den ersten Schuss. Jaja … Und so stehen die armen Unbehandelten traurig am Rand und klagen: Die Injektionsvordrängler haben sich unsere Schüsse unter die Nadel gerissen … oder so ähnlich … Nicht nur blöde sonder auch gefährlich sind aber die Maskenfetischisten die so beeinträchtigt Verkehrsmittel führen. Von denen geht wirklich eine Gefahr für die Umwelt aus.

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
4. Oktober 2021 18:41

@Chrissie
Geht mir ähnlich…
Und ich befürchte, daß sich das irgendwann entladen wird, zumal unsere lieben
Verantwortlichen keinerlei Regungen zeigen, ihre Richtung in irgendeiner Weise
zu ändern (wie auch, ist ja viel zu viel Geld, Macht und Kontrolle im Spiel).
Ich kann’s nur wiederholen : das ist immer weniger meine Welt. Vor allem, wenn
man sich vor Augen hält, daß dieser Zustand hauptsächlich der Dumm- und
Dumpfheit der Menschen geschuldet ist.

Mensch
Mensch
Reply to  ChrissieR
4. Oktober 2021 21:41

@ ChrissieR: Leider ist meine Antwort an Dich im Nirvana gelandet 😓

Nur soviel: Mir geht’s ähnlich, was ich angesichts der Verbote der letzten 1,5 Jahre für nicht wirklich ungewöhnlich halte.

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
4. Oktober 2021 22:16

Und ja, da bin ich froh, keine Waffe zu besitzen…

Hattest Du nicht mal erwähnt, im Besitz einer Ente zu sein ? 😉

Pen
Pen
Reply to  Brian
4. Oktober 2021 23:37

:- )

Last edited 12 Tage zuvor by Pen
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian
5. Oktober 2021 1:31

@Brian

Kein Grund, das gute Stück zu demolieren. 🙂

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Robbespiere
5. Oktober 2021 13:25

@Brian

jo..die Ente werde ich dann brauchen, wenn ich irgendwann die Flucht nach Dänemark oder ein ähnlich coronabefreites Land ergreifen muss…

Atalante
Atalante
4. Oktober 2021 14:21

Daran zeigt sich doch sehr gut, wie das ständige Einimpfen (pun intended ;))von wegen „Maskennichttragenwoller sind Querdenker und die sind gefährlich“ gewirkt hat. Unter anderen Vorzeichen wäre es nach meinem Dafürhalten wohl nicht zu einem derartigen Medienecho gekommen…ich meine, jeden Tag werden Menschen getötet, aus mehr oder weniger nichtigen Gründen und sei es nur weil einer den anderen „dumm angemacht“ hat. Es ist natürlich schrecklich für die jeweils Hinterbliebenen und das nähere Umfeld, wenn sowas passiert…* Aber dieser Fall liegt etwas anders. Allein dieses „weil er ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hat“ triggert die Leute schon. „Früher“ hätte man die… Weiterlesen »

Last edited 12 Tage zuvor by Atalante
JW
JW
4. Oktober 2021 16:22

Zum einen: Der kritische Geist ist unerwünscht. Gestern klang das so (Zitat A. Merkel 03.10.2021): Demokratie ist nicht einfach da. Sondern wir müssen immer wieder für sie arbeiten, jeden Tag. Manchmal gehen wir mit den demokratischen Errungenschaften, so fürchte ich, etwas zu leichtfertig um. Frei übersetzt: „Bleibt also gefälligst fein gehorsam, ihr lieben Trottel“. Den hier hätte ich uns allen zwar gerne erspart, aber: https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/10/211001-Ordensverleihung-TdDE.html Das führt leicht – zum anderen: Dem Spiel mit der Aggression. Der Präsident gebraucht hier wieder große Worte (Respekt), die leider im großen Kontrast zu seinen bisherigen Taten stehen. Nicht glaubwürdig, sondern ein weiterer rhetorisch-heuchlerischer… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  JW
4. Oktober 2021 17:15

Danke für den Tip mit Corona-Reframed.
Wird gleich abgespeichert.

Rudi K
Rudi K
4. Oktober 2021 18:17

Zu der Ausgangsfrage im Titel antworte ich mit einem klaren „Nein“, denn dieser Mann hat in erster Linie diese Tat selber zu verantworten. Mir ist auch nicht bekannt, daß ein Redner auf einer der Demos dazu aufrief:

Leuten, die auf die Maske bestehen für immer das Maul zu stopfen

Das wäre klar eine Aufforderung zum Mord. Aber vermutlich war die Frage von Roberto eher rhetorisch gemeint.

Brian
Brian
4. Oktober 2021 19:18

Das ist wieder einer dieser Artikel, die mich ein bißchen ratlos zurücklassen. Vielem kann ich zustimmen, aber so manche Grundannahme, die als selbstverständlich (?) dargestellt wird, teile ich nicht. Da ist zum einen wieder der Gebrauch des P-Wortes, der mich – ehrlich gesagt – deutlich stört. Du (Roberto) hattest zwar mal erklärt, warum Du diesen Begriff weiter benutzt, aber für mich verfestigt man mit einer solchen Vorgehensweise das offizielle Narrativ. Genauso mit der Erklärung, nicht alle ‚Maßnahmen‘ für sinnvoll zu halten, was m.E. impliziert, daß Du andere durchaus für angebracht hältst. Das hat für mich einen sehr unangenehmen Beigeschmack. Und… Weiterlesen »

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Brian
4. Oktober 2021 20:36

Auch wenn mir der Artikel etwas konfus erscheint verstehe ich schon was gemeint ist. Aber ich glaube das wir zwar nicht für die Tat verantwortlich sind aber das wir, als Gesellschaft, mit daran Schuld sind. Wir haben uns irgendwie einlullen lassen von unserer Kanzlerinnen-Schlaftablette. Dann hat man uns den Demokratieteppich langsam unter den Füssen weggezogen während wir uns weiter zu Tode amüsieren und langsam verblöden. Das Bildung Bürgerpflicht ist haben ja nicht nur unsere Politiker geschickt ignoriert sondern auch zusehens wir Bürger. Deswegen sind ja Denker auch so suspekt, die brauchen gar nicht mal quer zu denken. Zum Attentat würde… Weiterlesen »

Pen
Pen
Reply to  Percy Stuart
4. Oktober 2021 23:43

Die meisten jugendlichen Amokläufer in den US waren auf Antidepressiva.

Und Merkel gehört vor Gericht.

http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=48400

Last edited 12 Tage zuvor by Pen
Lamperl
Lamperl
Reply to  Brian
4. Oktober 2021 21:03

Wasn das P-Wort?

Brian
Brian
Reply to  Lamperl
4. Oktober 2021 21:39

Ernstgemeinte Frage ?

Brian
Brian
Reply to  Roberto J. De Lapuente
4. Oktober 2021 22:40

Für diese defätistische Antwort bekommst Du von mir ein 😛
😉

Gaby
Gaby
5. Oktober 2021 9:34

Nein, nein und nochmals nein. Andersdenkende kollidieren mit Andersdenkenden. Und dann gibt es noch die, die nicht wissen was sie denken sollen – die kollidieren dann auch wieder mit den anderen zwei Gruppen. Letztlich kann niemand darüber entscheiden für welche der genannten Gruppierungen sich jeder Einzelne entscheidet. Überhaupt erstmal zu einer Entscheidung zu kommen (gilt für jene die nicht wissen was sie denken sollen) erfordert querlesen, querhören – also sich mehrere Dinge anschauen, den Versuch der Differenzierung zu wagen, abzuwägen. Daraus resultiert aber auch nicht notwendigerweise eine Positionierung.

Es bleibt verzwickt und spannend.

Last edited 12 Tage zuvor by Gaby Peschel
Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Gaby
6. Oktober 2021 8:51

Hmmm, also die Andersdenkenden kollidieren mit anderen Andersdenkenden die aber anderser denken ? Willst du die Gruppe der Andersdenkenden spalten ? Die Gedanken sind doch frei (noch), nur was wir sagen nicht mehr so. Dummerweise haben die die nicht wissen was sie denken sollen und dafür Berater und Coaches brauchen trotzdem Gedanken, sie denken sie nur nicht weiter, nicht zu Ende, oder nur eindimensional, aber sie denken. Weil nicht denken geht ja eigentlich nicht, auch wenn wir als Andersdenkende das den Nicht-Andersdenkenden gerne unterschieben. Das Dumme ist nur das die Entscheidungsfindung beim betreuten Denken meistens vorgegeben ist, man denkt dann… Weiterlesen »

Jau
Jau
Reply to  Percy Stuart
6. Oktober 2021 9:59

Mit sowas Banalem haben wir Andersdenkenden und notorischen Skeptiker ein Problem, das sollte uns zu denken geben !

Ja. 😀

Sehr erbaulich dazu:
https://www.rubikon.news/artikel/der-gemutliche-ungeimpfte
_________

Letzte Woche urlaubte ich bei meiner Schwester in Calbe, das angehängte Foto zeigt die Gierseilfähre vor der Insel Gottesgnaden.

30-09-21b.jpg
Last edited 11 Tage zuvor by Jau
Jau
Jau
Reply to  Jau
6. Oktober 2021 10:00

Inmitten der Saale.

30-09-21a2.jpg
Jau
Jau
Reply to  Jau
6. Oktober 2021 10:01

Ein Parallelweg zur Saale.

28-09-21f.jpg
ShodanW
ShodanW
5. Oktober 2021 16:59

Im Groben kotzt mich ja doch sehr an, dass man sich vor allem in den assozialen Medien so bequemen konnte, eine sarkastische Bemerkung wie „Der ist ja psycho“ heute so unironisch zu schreiben und auch so zu deuten. Die Leute haben keinen Sinn für die Zwischentöne mehr. Ich kann hier auch nur für mich sprechen, aber ich musste eine harte Schule durchlaufen, mich da nicht allzu sehr hineinzusteigern. Man will immer normal diskutieren, Dinge ergründen, andere Meinungen hören. Aber egal wie man Kontroverses auch formulieren will, es wird immer welche geben, die Dinge viel zu ernst nehmen. Die Definition von… Weiterlesen »

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