Gil Ofarim: Von Tätern und Opfern

Ja, was denn nun? Wurde Gil Ofarim Opfer einer antisemitischen Attacke oder nicht? Seit zwei Wochen wird darüber diskutiert, einmal rauf, und dann noch einmal runter. Dabei wäre es viel wichtiger, sich mit den Begriffen Täter und Opfer einmal zu befassen. Wenn es möglich ist, gern vorurteilsfrei.

Ich schreibe diesen Text bewusst erst jetzt. Nach dem vermeintlichen antisemitischen Vorfall kochten die Emotionen so hoch, dass ich mich zur Ruhe überredete. Was – und das kann ich wahrlich nicht immer von mir behaupten – eine gute Idee war. Denn inzwischen hat Ofarims Geschichte sichtbare Risse bekommen. Trug er überhaupt den Davidstern, um den es ging? Wenn man aktuellen Bildern glaubt, wohl eher nicht.

Auch seine Erklärungsversuche bei BILD sind nicht unbedingt überzeugend, wenngleich für mein Empfinden immer noch unklar ist, ob er seine Kette irgendwie, irgendwo an seinem Hals trug, und zwar so versteckt, dass man sie einfach nicht auf den Videoaufnahmen des Hotels entdecken konnte. Ich neige zwar mittlerweile dazu anzunehmen, dass Ofarim sich die Geschichte – zumindest in dieser Form – nur ausgedacht hat, aber da ich nicht sicher bin, halte ich mich zurück und versuche nicht, hier die absolute Wahrheit zu verkünden, sondern lediglich meine Eindrücke zu schildern.

Opfer bleibt Opfer

In einem Kommentar auf t-online.de ist nachzulesen:

Plötzlich sind die Zweifel da. Hat es sich so zugetragen oder nicht? Die Beweislast liegt jetzt offensichtlich beim Geschädigten – Gil Ofarim. Vom Opfer zum Täter in zwei Wochen, so schnell kann es gehen.

Und der trifft das Dilemma recht gut, abgesehen davon, dass die Beweislast tatsächlich bei dem liegt, der etwas behauptet. Weiter schreibt die Autorin:

Auf Videoaufnahmen, die die „Bild“-Zeitung am Sonntag veröffentlicht hat, ist Ofarim vor dem Hotel und im Hotel ohne sichtbare Kette zu sehen. Er behauptet, er habe sie getragen, er sei sich aber nicht mehr sicher, ob über oder unter dem T-Shirt. Der antisemitische Vorfall habe sich unabhängig davon so zugetragen, wie er es bei Instagram bekannt machte.

Die Autorin sieht das genauso, ist der festen Überzeugung, dass Ofarim ein Opfer sei, daran sei nichts zu ändern. Und das, obwohl die Sichtbarkeit der Kette eine durchaus wichtige Rolle bei Ofarims Version der Geschichte spielt.

Wenn dann aber plötzlich ein Jude kommt und sich wehrt, muss er mit scharfem Gegenwind rechnen. Und egal wie sich die Sache weiterentwickelt, an Gil Ofarim wird ein Makel haften bleiben. Wie sollen weniger prominente Juden in Deutschland noch den Mut finden, antisemitische Straftaten anzuzeigen oder öffentlich zu machen, wenn ihnen am Ende doch nicht geglaubt wird?

Man könnte erwidern: Wie sollen weniger prominente Juden in Deutschland antisemitische Straftaten öffentlich machen, wenn zuvor ein anderer Jude sich eine solche Tat nur ausgedacht hat? Und warum soll man Ofarim ohne Wenn und Aber glauben, obwohl doch seine Geschichte auf mehr als tönernen Füßen steht? Eine solche Erwiderung wäre nicht weniger gerechtfertigt (oder eben nicht weniger ungerechtfertigt) als die Stellungnahme der Autorin.

Wie schon oben erwähnt, geht es mir hier nicht um die Frage, ob Ofarim gelogen hat oder nicht, ich weiß es ja nicht mit Sicherheit. Die Autorin allerdings auch nicht, daher ist ihre Parteinahme mehr als merkwürdig.

Und zwar aus einem einfachen Grund: Nehmen wir einmal hypothetisch an, Ofarims Geschichte stimmt tatsächlich nicht. Was folgt daraus?

Täter bleibt Täter

Angenommen also, Ofarims Story entsprang ausschließlich seiner Fantasie. Vielleicht hatte er Ärger im Hotel (wahrscheinlich sogar), aber die Sache mit der Kette ist ausgedacht. In diesem Fall hätten wir ein anderes Opfer, nämlich den Hotelangestellten, dem eine antisemitische Scheußlichkeit unterstellt wurde, genauer: angedichtet wurde.

Glaubt man einfach aus Prinzip Ofarim und verfolgt die Sache nicht weiter, weil er ja ein Jude und Antisemitismus in Deutschland ohnehin ein Problem ist (was fraglos stimmt), hat das für den Hotelangestellten mit Sicherheit fatale Konsequenzen. Antisemitismus gehört zu Recht zu den übelsten Dingen, die einem vorgeworfen werden können, ohne hier konkrete Vergleiche mit anderen Straftaten anzustellen.

Wir alle nehmen Ofarim also jetzt hypothetisch seine Version der Geschichte ab. Der Hotelangestellte hat garantiert die längste Zeit als Hotelangestellter gearbeitet. Und wer weiß, was ihm noch alles droht, da der Fall ja auch öffentlich wurde. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis irgendwie herauskommt, wie der Hotelangestellte heißt, wo er wohnt und wer seine Familie ist.

Den Rest können wir uns ausmalen. Wenn er Glück hat, wächst Gras über die Sache, vielleicht findet er einen neuen Job. Wenn er Pech hat, steht ihm seine „Tat“ groß auf die Stirn geschrieben, was seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich verschlechtert. Wenn er noch mehr Pech hat, muss er mit öffentlichen und nicht-öffentlichen Anfeindungen rechnen, und wenn es richtig übel kommt, wird er angegriffen, verletzt oder gar getötet.

Das sind denkbare Szenarien, die kaum zu leugnen sind.

Gut im Geschäft?

Es ist natürlich reine Spekulation, dass Ofarim womöglich nur eine Nummer abgezogen hat, um an Aufmerksamkeit zu gewinnen. Mir persönlich jedenfalls war er vorher nicht bekannt, jetzt aber wird es wohl kaum jemanden geben, der seinen Namen nicht kennt.

Doch bleiben wir bei der guten, alten Ermittlungsarbeit (manche nennen sie auch „Verschwörungstheorien“), nach der man in einem solchen Fall alle Möglichkeiten durchspielen muss, um am Ende das zu erhalten, was als einzige Option für den Tathergang übrigbleibt. So sollte man vernünftigerweise vorgehen, denn letztlich handelt es sich hier um einen klassischen Fall dessen, was man „Aussage gegen Aussage“ nennt.

Gepaart wird die Ermittlungsarbeit durch Videoaufnahmen, Zeugenaussagen, den Aussagen der Betroffenen und Fotos, die das Bild vervollständigen. Nehmen wir also zusammen, was wir bisher haben, ist die Geschichte zumindest nicht aufgeklärt. Und so lange das so ist, wäre es sowohl gegenüber Ofarim als auch dem Hotelangestellten nicht fair, ein verfrühtes Urteil zu fällen.

Im Falle des Hotelangestellten ist dies aber in der breiten Öffentlichkeit eben doch geschehen. Politik, Medien und sämtliche „Ermittler“ der sozialen Medien hatten den Fall schnell aufgeklärt. Und wo der alte Trenchcoat-Fan Columbo noch „eine letzte Frage“ gehabt hätte (die Älteren werden sich erinnern), hat der Freizeit-Kommissar des Jahres 2021 den Fall längst aufgeklärt.

Bloß nichts durcheinanderbringen!

Es geht hier nicht in erster Linie um Antisemitismus, sondern um eine Tat, von der die eine Seite behauptet, sie habe stattgefunden, während die andere genau das vehement abstreitet. Wer nun auf dem Standpunkt steht, die Wahrheit könne nur die Version von Gil Ofarim sein, der begibt sich auf dünnes Eis. Hätten wir es statt mit den beiden Beteiligten Ofarim und dem Hotelangestellten mit zwei hochintelligenten Pinguinen zu tun, die einen ähnlichen Konflikt austragen würden, wäre unsere erste Reaktion wohl die, dass man erst einmal klären muss, wessen Geschichte stimmt. Zunächst einmal würde man aber naturgemäß (hoffentlich!) beide Pinguine gleichbehandeln.

Es ergibt keinen Sinn, in diesem Fall anders zu verfahren. Es besteht die Möglichkeit, dass Ofarims Fassung des Vorfalls stimmt, es besteht aber für Außenstehende die ebenso große Wahrscheinlichkeit, dass die Gegenseite die Wahrheit sagt. Wir haben hier also eine ausgeglichene Situation.

Oder eben doch nicht. Weil der Vorwurf des Antisemitismus scheinbar meist reflexartig eine Parteinahme zur Folge hat, die man jedoch losgelöst von den Fakten bewerten muss. Wenn der eine von zwei Kontrahenten mir sympathisch ist oder ich aus anderen Gründen in seine Richtung tendiere, kann ich nicht neutral beurteilen, wer von beiden recht hat. Agiere ich vernunftgeleitet, halte ich mich in diesem Fall besser raus. Daher bleibe ich auch bei meiner Annahme, dass beide Versionen stimmen könnten. Aufgrund der Entwicklung der letzten zwei Wochen neige ich zwar inzwischen eher zur Ansicht, dass Ofarim zumindest nicht die ganze Geschichte erzählt hat, aber das ist das höchste der Gefühle, und es steht mir nach wie vor nicht zu, den Fall abschließend zu bewerten.

Die Autorin, die bereits oben zitiert wurde, schließt ihren Artikel (der vom 18.10.21 stammt) übrigens mit einem Satz, zu dem ich sehr wohl eine sehr konkrete Meinung habe:

Am Ende ist die Causa Ofarim ein Lehrbeispiel in Sachen Antisemitismus in Deutschland. Und das zeigt eines deutlich: Wir haben aus der Geschichte offenbar nichts gelernt.

Ohne Frage ist der Antisemitismus nach wie vor ein Problem in Deutschland, auch befeuert von Seiten, die sich gern als Kämpfer gegen Antisemitismus sehen wollen.

Meine Schlussfolgerung ist aber in diesem speziellen Fall eine andere: Wenn wir nur aufgrund einer Behauptung Menschen schuldig sprechen, ohne dafür Belege zu haben, wenn wir also vorverurteilen ohne jeden Beweis, dann haben wir tatsächlich aus der Geschichte nichts gelernt.

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niki
niki(@niki)
19. Oktober 2021 9:21

Und wieder was gelernt… Wieder vorschnell ganz schnell woke vorverurteilt im Namen des Guten ™ mit einem Haufen Kollateralschäden. Diese hysterisch geführte Antisemitismusdebatte fällt uns natürlich auf die Schnauze. Und da macht es Merkels Kommentar zur Staatsräson bezüglich Israel, welche per se absolut antidemokratisch ist und mit einem Rechtsstaat nichts mehr zu tun hat, noch viel schlimmer. Und nun auch noch der erbärmliche Versuch den Ofraim nach wie vor als Opfer dastehen zu lassen. Da werden die abenteuerlichsten Dinge fabuliert um zu beweisen, dass es um etwas höheres geht und im Kampf gegen den Antisemitismus selbst übelste Lügen und Verbrechen… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by niki
ChrissieR
ChrissieR
19. Oktober 2021 9:30

Guude…jetzt hab ich aber nen Ohrwurm von Ofarim..“ Cinderella-Rockefeller..“
Mama und Papas Prominenz aus den 60ern langt ja nimmer, da muss man sich ja mal wieder ins Gespräch bringen..
“ in the morning of my life..“

Und nee, das war jetzt net antisemitisch..ich hab ja auch nix gegen Chinesen, wenn bei denen mal ein Sack Reis umfällt..

Rudi K
Rudi K
19. Oktober 2021 9:39

Es ist natürlich reine Spekulation, dass Ofarim womöglich nur eine Nummer abgezogen hat, um an Aufmerksamkeit zu gewinnen. Mir persönlich jedenfalls war er vorher nicht bekannt, jetzt aber wird es wohl kaum jemanden geben, der seinen Namen nicht kennt.

Diese Vermutung könnte man haben. Er soll ja Sohn von Abi und Esther Ofarim sein, die im vorigen Jahrhundert bekannte Musiker waren. Also von daher ist diese Vermutung plausibel. Ansonsten stimme ich dem Text zu. Mal sehen, ob der Hotelangestellte mit seiner Anzeige Erfolg hat. Dann ist aber sein Name bekannt, wenn es zu einer Verhandlung kommt.

ChrissieR
ChrissieR
19. Oktober 2021 9:42

Nochmal Guude..

Hätte, hätte, Davidkette!
Dem Hotelboy hat wohl dem Gil seine Nase net gepasst…😊

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  ChrissieR
19. Oktober 2021 9:54

Hätte, hätte, Davidkette!

Liebe ChrssieR,

nun haste es geschafft! Mein gezuckerter und schon ein wenig mit Speichel durchsetzter Milchkaffee hat nun meine Tastatur verkleistert😱

Unschön aber trotzdem Danke für den feinen Humor 👍

…nur beim Kaffeeeschlürfen werde ich Deine Beiträge nicht mehr lesen😉

Jau
Jau
19. Oktober 2021 10:22

@ Tom Dabei wäre es viel wichtiger, sich mit den Begriffen Täter und Opfer einmal zu befassen. Wenn es möglich ist, gern vorurteilsfrei.…Hätten wir es statt mit den beiden Beteiligten Ofarim und dem Hotelangestellten mit zwei hochintelligenten Pinguinen zu tun, die einen ähnlichen Konflikt austragen würden, wäre unsere erste Reaktion wohl die, dass man erst einmal klären muss, wessen Geschichte stimmt. Zunächst einmal würde man aber naturgemäß (hoffentlich!) beide Pinguine gleichbehandeln.Aufgrund der Entwicklung der letzten zwei Wochen neige ich zwar inzwischen eher zur Ansicht, dass Ofarim zumindest nicht die ganze Geschichte erzählt hat, aber das ist das höchste der Gefühle,… Weiterlesen »

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ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Tom J. Wellbrock
21. Oktober 2021 9:15

Zwei Brote?
….und dazuuu…eisgekühlter Bommerlunder, Bommerlunder eisgekühlt..

Der Ohrwurm für heut

Brian
Brian
Reply to  Jau
19. Oktober 2021 14:35

Besser als zwei Rottweiler aus…ach, lassen wir das… 😉

Jau
Jau
Reply to  Brian
19. Oktober 2021 20:24

Möhö.

ChrissieR
ChrissieR
19. Oktober 2021 11:08

Eben gefunden…

Capture+_2021-10-19-11-04-20.png
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
19. Oktober 2021 12:22

@ChrissieR

Darauf ein Winterbock ( gibts jetzt wieder bei Aldi ). 🙂

Schnoerch
Schnoerch
Reply to  ChrissieR
19. Oktober 2021 13:51

Da ist er ja in guter Gesellschaft. Seit 19 Monaten an der Tagesordnung.

Flo
Flo
19. Oktober 2021 15:06

Moin. Obwohl es immer Menschen geben wird, die andere aus welchen Gründen verachten, denke ich nicht, dass wir in Deutschland ein riesen Problem mit Antisemitismus haben (vermutlich auch mit Fremdenhass nicht). Ich bin eher davon überzeugt, dass man uns das nur immer wieder eintrichtert. Induzierung von Schuldgefühlen, damit die „Staatsräson“ durchgezogen werden kann. Wir sollen Sühne leisten und uns schämen, damit wir bloß nicht auf andere Gedanken kommen. Diese Totschlagargumente sind immer wieder Antisemitismus, Verschwörungstheorie, Nazi usf. Das treibt ulkige Blüten: Allerletzt war ich in einen Verkehrunfall verwickelt, in dessen Verlauf ich von einer aufgebrachten Autofahrerin attackiert, bepöbelt (Wichser, Hurensohn)… Weiterlesen »

GRD30
GRD30
19. Oktober 2021 17:24

Als jemand, der sicher noch nicht zu den Älteren gezählt wird, kann ich versichern, dass es auch noch Jüngere gibt, die Columbo kennen.

Art Vanderley
Art Vanderley
19. Oktober 2021 19:13

„Wenn wir nur aufgrund einer Behauptung Menschen schuldig sprechen, ohne dafür Belege zu haben, wenn wir also vorverurteilen ohne jeden Beweis, dann haben wir tatsächlich aus der Geschichte nichts gelernt.“ Auf den Punkt gebracht. Die Autorin, und alle anderen eifernden „Guten“, haben nichts gelernt, im Gegenteil. So widerlich Antisemitismus ist, weitaus gefährlicher ist heute der „gute“ Prosemitismus, der sich ständig fanatisch an alles ranhängt, was man irgendwie als Opfer ausschlachten könnte. Wehe, das Opfer sieht sich dann gar nicht als solches, was hier nicht der Fall ist, aber öfter mal vorkommt bei den geistigen Verwandten der Prosemiten, den Profeministen, den… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse(@heldentasse)
Reply to  Art Vanderley
19. Oktober 2021 19:34

Richtig gefährlich ist die Einteilung der Welt in „schwarz“ und „weiß“, und ein Pöbel der der voll drauf abfährt. Was „schwarz“ und „weiß“ ist bestimmen natürlich immer die Guten(tm), und nach machtpolitischen Vorlieben.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Heldentasse
19. Oktober 2021 19:52


Eben. Auch die Nazis hielten sich für die „Guten“. Denkstrukturen sind oft gefährlicher als Inhalte.

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Art Vanderley
19. Oktober 2021 20:31

Auch die Nazis hielten sich für die „Guten“.

…was in der Natur der Sache bei „Überzeugungstätern“ liegt.

Entscheidender war die Propaganda, mit der es gelungen war, dass auch das gemeine Volk die Nazis für die Guten halten konnte.

Dass die Propaganda so gut funktionierte, lag auch daran, dass Teile der Intellektuellen und der Wissenschaft „Argumente“ auf die sich ein jeder berufen konnte und auch
sollte, beitrugen.

Zudem war gerade der Antisemitismus kein deutsches Alleinstellungsmerkmal.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Mensch
19. Oktober 2021 20:37

@Mensch
„dass Teile der Intellektuellen und der Wissenschaft „Argumente“ auf die sich ein jeder berufen konnte und auch
sollte, beitrugen.“
Wichtiger Punkt. In den Zwanzigern (19…) waren Teile der deutschen Unis oft im Griff von nationalsozialistischen Studenten, die auch schon Druck auf Andersdenkende ausübten. Wer da an die heutigen Zustände denkt, die diesmal von links kommen, dem werde ich nicht widersprechen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
19. Oktober 2021 21:34

@Mensch

Zudem war gerade der Antisemitismus kein deutsches Alleinstellungsmerkmal.

Stimmt, es ist ein christliches Problem, sich von den eigenen Wurzeln zu trennen.
Schließlich waren Jesus und seine Anhänger allesamt Juden.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Art Vanderley
19. Oktober 2021 21:29

@Art Vanderley Und irgendwie hat man ständig das Gefühl, daß die „Guten“ über Nacht bereit wären, wieder zu den finstersten Antisemiten zu werden, wenn sich der Wind entsprechend drehte. Du sprichst mir aus der Seele. Meine These ist ja, dass der Prosemitismus nur dazu dient, die Waagschalen der historischen Verbrechen zum Ausgleich zu bringen. Schließlich waren gerade Union und FDP nach dem Krieg regelrecht von NSDAP-Mirgliedern durchseucht. Wer glaubt, dass mit der Kapitulation der heilige Geist in die gefahren sei, ist recht naiv. Alles, was der moderne Staat Israel so anstellt, wird deswegen positiv bewertet, weil es die eigene historische… Weiterlesen »

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Robbespiere
20. Oktober 2021 20:44

@Robbespierre „Union und FDP“ Naja, in den linken Parteien siehts jetzt auch nicht besser aus. Eine Kontinuität seit dem Krieg sehe ich nicht, der Prosemitismus feiert seinen Aufstieg erst seit den 90ern, parallel zum Aufstieg des Neoliberalismus. „Meine These ist ja, dass der Prosemitismus nur dazu dient, die Waagschalen der historischen Verbrechen zum Ausgleich zu bringen.“ Meinst du Relativierung? Wenn ja, Zustimmung. Diese Leute haben wahrscheinlich sozialdarwinistische Denkstrukturen und wenden sie jetzt „für“ die Juden an, weil es umgekehrt nur noch in der extremen Rechten geht. Eine auffällige Gemeinsamkeit: Juden stehen sowohl bei den „Woken“ als auch bei Rechtsextremen ganz… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse(@heldentasse)
19. Oktober 2021 19:26

Ich verorte das Problem „Gil Ofarim“ im Grunde darin, dass in unserer Gesellschaft was fundamental falsch läuft. Wenn es richtig läuft, ist so ein Vorfall, egal ob real oder fiktiv und einfach behauptet, erst mal ein Belang der Staatsanwaltschaft, oder auch nur des Ordnungsamt. Darüber stehen Geschädigten auch die zivile Gerichtsbarkeit offen.Wenn Herr Ofarim diese rechtsstaatlichen Wege beschritten hätte, wäre das Problem keines, und man müsste halt nur abwarten was die Ermittler und nachher evtl. die Gerichte herausfinden und urteilen. Bis dahin gilt für alle Seiten die Unschuldsvermutung, und in einem Zivilprozess sogar die Beweislastumkehr, hier muss der Geschädigte beweisen,… Weiterlesen »

Robert
Robert
19. Oktober 2021 19:30

Der beschuldigte Angestellte hat schon verloren. Egal ob er so handelte, wie man es ihm vorwirft. Er Kommt da nicht unbeschadet raus, auch wenn er verleumdet wurde. Vorab: der Angestellte wusste, das die Kameras ohne Unterbrechung liefen. Der Sänger hätte es ahnen können, musste es aber nicht wissen. Sollten die da an der Rezeption nicht vollkommen enthirnte Trottel arbeiten lassen, denen der tief sitzende Judenhass alle Sicherungen durchbrennen lässt, dann ist die Erzählung des Barden in jeder Hinsicht unglaubwürdig. Nebenbei bemerkt handelt es sich um ein Hotel mit mehr als 400 Zimmern. Da dürfte es keine Nation, keine Ethnie, keine… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse(@heldentasse)
Reply to  Robert
19. Oktober 2021 19:37

Moin Rob,

Der beschuldigte Angestellte hat schon verloren.

Ja durchaus! Aber nur weil wir ein perverses Verhältnis zu Recht und Gesetz haben. Was viele dabei übersehen ist, dass die dabei auch ganz schnell selber unter die Räder kommen können.

Pen
Pen
Reply to  Heldentasse
20. Oktober 2021 12:39

Die dummen Deutschen verfolgen den Antisemitismus heute mit der gleichen Gründlichkeit, mit der sie damals die Juden verfolgt haben.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
20. Oktober 2021 14:27
Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
20. Oktober 2021 18:13

Die Betonung liegt auf Business.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
20. Oktober 2021 20:12

@Pen

Man kann Alles missbrauchen, aber damit schadet man dem echten Anliegen nur.

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Robert
19. Oktober 2021 20:18

Presstituierten 😱😱😱🤣🤣🤣🤣👍👍👍 …wobei ich für den … war’s nicht gar der Manager?, nicht ganz so pessistisch in die Zukunft schauen möchte. Da mag bei mir der Wunsch der Vater des Gedanken sein. Klar. Mein Fünkchen Hoffnung begründet sich allerdings zusätzlich mit meinen Erfahrungen, die ich in Sachsen – u.a. in Leipzig – machen durfte. Ich hatte es dort stets mit sehr entspannten, liebenswerten Leuten, deren Heimat und Mitmenschen gerade von den Presstituierten des bestimmenden Westens als eine… nein gar „die“ Brutstätte für faschistisches Gedankengut hingestellt wurden, zu tun. Die entspanntesten und freisten Tage der völlig irren letzten 1,5 Jahre, habe… Weiterlesen »

Corinna
Corinna
Reply to  Mensch
19. Oktober 2021 23:42

Ganz genau. 🙂
Hier wurde von den meisten (also Normalbürgern) der Vorfall sofort skeptisch gesehen. Scheint sich ja nun zu bestätigen.

Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass der Antisemitismus eingetrichtert wird. Und man darf auch nicht vergessen, dass schon jede kritische Äußerung an Israels Politik als Antisemitusmus gilt.

Ichiban_kawaii_otoko
Ichiban_kawaii_otoko
Reply to  Robert
19. Oktober 2021 20:21

Ganz exquisiter Kommentar, Chapeau!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Robert
19. Oktober 2021 21:12

@Robert So ist es. Der Mann ist gebrandmarkt, egal wie die Nummer ausgeht. Ebenso allerdings die deutschen bürger jüdischen glaubens, wenn sich herausstellt, dass Offarim gelogen hat. Wer käuft denen dann noch ab, dass sie Opfer von Antisemitismus geworden sind, selbst wenn dem so ist? Sollte der Sänger, aus welchen Gründen auch immer, hier eine falsche Nummer abgezogen haben, hat er den Juden in Deutschland einen Bärendienst erwiesen, zumindest in der öffentlichen Meinung. Ein dämpfendes Statement des Zentralrats wäre hier vonnöten, erstmal die Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Nichts kann fataler sein, als hier sofort Partei zu ergreifen. Das spielt rechtslastigen Spinnern voll… Weiterlesen »

Roberto J. De Lapuente
Admin
Reply to  Robert
20. Oktober 2021 7:45

Ich widerspreche: Wenn es dem Angestellten gelingt, möglichst wenig Medienpräsenz zu erlangen, wird ein etwaiger Freispruch sein weiteres Arbeitsleben nicht belasten. Wenn er die Medien mit an Bord holt, hat er jedoch keine Chance.

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Roberto J. De Lapuente
20. Oktober 2021 9:03

Sehe ich ähnlich.

Bleibt nur zu hoffen, dass er, wenn er sich nicht aus freien Stücken an die Medien wendet, von eben diesen auch in Ruhe gelassen wird.

Roberto J. De Lapuente
Admin
Reply to  Mensch
20. Oktober 2021 21:20

Das wird wohl die größte Schwierigkeit.

A.F.
A.F.
20. Oktober 2021 9:22

Um ehrlich zu sein, als ich dieses Video schlechter Schauspielerei mit dem theatralischen Tremolo sah, zweifelte ich sofort an der Wahrheit dieser Geschichte. Inzwischen nach mehreren Artikeln gewinnt man eher den Eindruck, hier meinte jemand, wie wohl schon mal „unser Bobbele“, er bräuchte als „Prommi“ eine Extra-Behandlung. Und was bringt mehr Aufmerksamkeit als ein antisemitischer Vorfall. Vor Jahren hat Stefan Kramer ja auch mal bei einem solch angeblich antisemitischen Vorfall sogar die Waffe gezückt. Er hatte behauptet, dieser Mann hätte die hebräische Schrift auf seinem Buch als eben hebräisch/jüdisch erkannt. Ja, klar Normaldeutsche erkennen sofort den Unterschied zwischen kyrillischer, griechischer,… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by A.F.
Pen
Pen
20. Oktober 2021 11:22

Ot

«Eine geimpfte Person ist eine asymptomatische Person, die im Besitz eines auf sie ausgestellten Impfnachweises ist.»

https://corona-transition.org/mit-welchem-juristischen-trick-die-pandemie-der-ungeimpften-herbeigelogen-wird

Last edited 1 Monat zuvor by Pen
Tom Winter
Tom Winter
20. Oktober 2021 15:29

Der Ofarim, das habt ihr doch wohl alle mittlerweile erkannt, hat neben einer schweren Kindheit auch nen Dachschaden bzw. das Gehirn geschmolzen während seiner Zeit im Scheinwerferlich. Er wollte als Opfer/Täter mal wieder in die Schlagzeilen, seine Karriere voranbringen. Das ist doch idiotisch diese Anschuldigung!!

SanctusDominus
SanctusDominus
20. Oktober 2021 15:33

Um den Fall mal aus anderer Richtung zu beleuchten. Ich war jahrelang im Schlagermilieu als Kleindarsteller unterwegs. Mit den großen Namen konntest Du auch mal problemlos ein Bierchen an der Bar trinken und ein Schwätzchen halten. Schlimm waren die Newcomer und Möchtegern-Stars. Arrogant bis zum umfallen, so richtig „Gott hat MICH ausgeschissen“. Ähnliches sehe ich auch hier. Vielleicht ist ja der ach so gute Gil nach dem Motto aufgetreten „Hier komm ich, der Superstar“, hat vom Personal ne Abfuhr bekommen (ich kann mir schon vorstellen, dass im Westin regelmäßig diverse Wohlhabende und Stars residieren) und weint sich hinterher das Mimimi… Weiterlesen »

Juvo
Juvo
20. Oktober 2021 17:21

Wir laufen Gefahr schon in Kürze eine gespaltene Gesellschaft zu haben. Auf der einen Seite die moralisch erhabenen und guten, die Klimaschützer, die Antirassisten, die Philosemiten, die politisch Korrekten, die „korrekt“ Sprechenden, die Zuwanderungsbefürworter. Sie alle maßen sich das Recht an, alle anderen zu kontrollieren, zu beschimpfen und sie generell als „rächts“ einzuordnen. Der Angeklagte ist generell schuld, eine Unschuldsvermutung, ja nur ein Bemühen um sachliche Aufklärung, gilt schon als Zeitverschwendung. Eine solche Gesellschaft ist nichts anderes als Orwell in Neuauflage, nichts anderes als ein neuer Faschismus, in dem nicht mehr die Kolonnen marschieren, sondern eine gegenseitige Kontrolle alles Getanen… Weiterlesen »

Brian
Brian
Reply to  Juvo
20. Oktober 2021 20:01

Wir laufen Gefahr schon in Kürze eine gespaltene Gesellschaft zu haben.

Die haben wir doch schon längst. Und das, was sich sozialer Zusammenhalt schimpft,
war m.E. regelmäßig nur oberflächlich einer.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Juvo
20. Oktober 2021 20:48

@juvo
Volle Zustimmung. Insbesondere die kackdreiste Mißachtung rechststaatlicher Prinzipien fällt schon längere Zeit auf und ist ein typisches Merkmal für totalitäres Denken.

Robert
Robert
20. Oktober 2021 19:55

„Vorhersagen sind schwer – besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ soll Mark Twain einst gesagt haben. Ich mache es trotzdem mal. Man blamiert sich halt so gut man kann. Wenn der erhobene Vorwurf stimmen sollte, was -ungeachtet der Tatsache, dass ich so gar nicht daran glaube- möglich ist, hat er kein Mitleid verdient. Schätze, dass sieht hier keiner anders. Wenn der Vorwurf nicht stimmt, wird es kein Verfahren geben und die Sache läuft so, wie von mir beschrieben. Klar, vielleicht kann er seinen Arbeitsplatz retten, wenn er im Interesse seines Hotels die Füße stillhält. Vielleicht werden sie ihm eine Brücke… Weiterlesen »

OH
OH(@oh)
21. Oktober 2021 3:56

Hm. Da sich sonst nichts tut, kommentiere ich mal diese Meldung, auch wenn sie vollkommen irrelevant ist, just nur so eine von etwas, das „viral“ geht, also Gequake in den „Sozial“-Kanälen. 1. Drei Sätze „Ich wusste, was das für Wellen schlägt“, sagte er am Montag im TV-Sender Bild. „Dass ich vielleicht vom Opfer zum Täter gemacht werde und dass ich angeblich gelogen haben soll, darum habe ich mir keine Gedanken gemacht und ganz ehrlich, das hätte ich auch nicht gedacht.“ „Ich wusste …“ „… hätte ich nicht gedacht“. Irgendwelche Logiker hier? 2. Eine Frage an alle, die mal von irgendwem… Weiterlesen »

Rudi K
Rudi K
Reply to  OH
21. Oktober 2021 9:20

Ein guter Kommentar von dir. Nur Folgendes sehe ich anders:

Dieses ganze Medien-Geblubber von Antisemitismus in Deutschland – den es in nicht von den Medien thematisierter Weise fraglos gibt, bei all den Nazis, die nach wie vor in Ämtern hocken (dank Parteibüchern der CDSU, SPD, Grünen …) 

Welche „Nazis“ meinst du denn? Die „alten Nazis“, die bis 1945 „dabei waren“, sind wohl entweder in Rente oder tot aber sitzen nicht mehr in Ämtern. Die „Neonazis“ sind eher rar und kaum in den Ämtern zu finden.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
21. Oktober 2021 10:03

@Rudi K

Welche „Nazis“ meinst du denn? Die „alten Nazis“, die bis 1945 „dabei waren“, sind wohl entweder in Rente oder tot aber sitzen nicht mehr in Ämtern.

Stimmt, aber man kann wohl annehmen, dass sie zuvor „Missionsarbeit“ geleistet haben.
Es ist kaum zu vermuten, dass die nach 1945 komplett „umprogramiert“ wurden.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Robbespiere
21. Oktober 2021 10:52

Sicher stimmt das für die Zeit kurz nach dem Krieg. Aber spätestens in den 1970ern gab es auch 1968er als Lehrer etc.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
21. Oktober 2021 11:00

@Rudi K

Sicher stimmt das für die Zeit kurz nach dem Krieg. Aber spätestens in den 1970ern gab es auch 1968er als Lehrer etc.

Die Haupt-Wiederaufberitungsanlage für Altnazis waren CDU und FDP.
Die 68’er sind eher der SPD zuzuordnen oder noch weiter links, was aber im Schulbetrieb wg. des Radikalenerlasses keine Auswirkung hatte.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Robbespiere
21. Oktober 2021 12:39

Also bei mir in der Schule hatte ich den Eindruck, daß manche jüngere Lehrer 68er waren. Allerdings kann es sein, daß diese Leute nicht in der DKP oder ähnlichen Parteien waren.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
21. Oktober 2021 12:57

@Rudi K

Den Eindruck hatte ich auch, allerdings hat der Radikalenerlass allzu linke Lehrer ausgesiebt.

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Rudi K
21. Oktober 2021 10:06

Die „alten Nazis“, die bis 1945 „dabei waren“, sind wohl entweder in Rente oder tot Die Entweder-Fraktion sollte vernachlässigbar gering sein. Menschen, die mit Fug und Recht als Nazis bezeichnet werden können, sollten 1945 mindestens 20 Jahre alt gewesen sein. Ich tät sogar sagen, eher 25 Jahre. Im Jahr 2021 müssten diese Menschen mindestens 96 Jahre alt sein, so wie ich das sehe gar eher 100 Jahre alt sein. Diejenigen, die heute 80 bis 90 Jahre alt sind, waren zwischen 1933 und 1945 (Klein)Kinder. Diese Menschen, nur weil sie in dieser Zeit als Deutsche aufgewachsen sind, als Nazis zu bezeichnen,… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
21. Oktober 2021 10:54

@Mensch

Diejenigen, die heute 80 bis 90 Jahre alt sind, waren zwischen 1933 und 1945 (Klein)Kinder. Diese Menschen, nur weil sie in dieser Zeit als Deutsche aufgewachsen sind, als Nazis zu bezeichnen, halte ich für völlig absurd.

Sehe ich auch so, allerdings sind wohl eher die NSDAP-Mitglieder gemeint, die nach dem Krieg wieder in politische Verantwortung und damit in Machtpositionen kamen, also Leute wie Globke und Co., evtl. auch höchste Amtsvertreter wie Juristen etc.

https://www.staatenlos.info/images/viertes_reich/02/Liste_politisch_aktiver_NSDAP_Mitglieder_in_der_BRD.pdf

Anhand der Geburtsdaten kann man Denen unterstellen, dass sie wußten, was sie taten.

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Robbespiere
21. Oktober 2021 12:12

@ Rob: Was in der Nachkriegszeit bis in die 70er hinein an Nazis in Amt und Würden war, war mit ein wenn nicht gar der Grund für die Studentenproteste der 68er und gar für die Entstehung der RAF. Die Judikative war voll von alten Nazis. Bei den heute etablierten Parteien war die FDP der Nachkriegszeit die wohl von Altnazis durchseuchteste Partei. Schau Dir Mal: „Der Fall Collin“, an. Als ich den Film sah, war ich entsetzt. All das ist mir selbstverständlich schon sehr lange bekannt und war in meinen jungen Jahren der Grund, warum ich Union und FDP für unwählbar… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
21. Oktober 2021 12:53

@Mensch Mir persönlich macht der Neofaschismus wesentlich größere Sorgen. Den kriegst Du nicht mit alten, politischen Verortungen wie Links, Mitte, Rechts zu packen. Den findet man leider überall. Gegen das Virus gibt es auch leider keinen Impfstoff. Genau das. Nationalismus ist eher eine Randerscheinung, aber Faschismus gibt es überall. Die enge Verknüpfung zwischen Politik und Wirtschaft/Finanzwirtschaft kennt keine Parteigrenzen. Die Vertreter des Kapitalismus sind da sehr flexibel, denn Alles und Jeder hat seinen Preis. Gier und Eitelkeit ( mit den „großen Hunden“ pissen gehen zu dürfen, sich bedeutend zu fühlen ) sind der fruchtbare Boden, auf dem der Faschismus prächtig… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
21. Oktober 2021 12:57

Nanu, wo ist mein Kommentar abgeblieben?

OH
OH(@oh)
Reply to  Rudi K
21. Oktober 2021 12:34

 Gut, diese im Überschwang geschriebene Pauschalisierung sollte ich wohl zum Teil zurücknehmen oder spezifizieren. Auch wenn nur noch wenige Altnazis leben: im Lauf ihrer bundesrepubkikanischen Karrieren nahmen die Altnazis erheblichen Einfluss auf die Geschicke des Staates. Einige Beispiele: Kiesinger war bis 1980 Abgeordneter. Filbinger trat 1978 als Mini-präs zurück, stand dann dem Studienzentrum Weikerheim vor, war zum Schluss Ehrenpräsident bis 2007, seit 1993 gibt es die „Hans-Filbinger-Stiftung“. Zu seinem 90. Geburtstag (2003) empfing er laut Wikipedia „fast das ganze CDU/FDP-Kabinett und die ihm nachfolgenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Die Vertreter der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen blieben aus Protest fern. Die… Weiterlesen »

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  OH
21. Oktober 2021 14:56

@ OH: So ist es aus meiner unmaßgeblichen Sicht schon bedeutend korrekter. Auch wenn’s Dir (und gar mir, zumindest pauschal) nicht passt, kommt hinzu, dass sich zwar jeder mit NSDAP-Parteibuch mitschuldig gemacht hat, aber zum einen sich nicht jeder in gleichen Maßen schuldig machte und zum anderen in einem Rechtsstaat jedem nicht Verurteilten zugestandenen werden muss, sein Leben unbehelligt leben zu dürfen. Selbst Verurteilten muss nach der Verbüßung ihrer Strafe zugestanden werden, wieder ein Leben mit allen Rechten leben zu dürfen. Anders sieht’s momentan nur bei Ungeimpften aus. Das große Problem war, dass viel zu wenige Nazis überhaupt angeklagt wurden.… Weiterlesen »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
21. Oktober 2021 16:44

@Mensch Selbst Verurteilten muss nach der Verbüßung ihrer Strafe zugestanden werden, wieder ein Leben mit allen Rechten leben zu dürfen. Anders sieht’s momentan nur bei Ungeimpften aus. Ganz so ist es aber nicht, zumindest was die Ausübung eines öffentlichen Amtes betrifft: http://www.rechtslexikon.net/d/aberkennung-der-b%C3%BCrgerlichen-ehrenrechte/aberkennung-der-b%C3%BCrgerlichen-ehrenrechte.htm Nachkriegsdeutschland war bei der Vergangenheitsaufarbeitung völlig absurd und zum Himmel schreiend verlogen. An echte Aufarbeitung der Nazi-Zeit, war mit dem Personal nicht zu denken. Es hat nicht nur am Personal gelegen,. Wg. des kalten Krieges hatten die USA bedarf an Leuten mit kriegsbedingter „Osterfahrung“ und ließen Gras über so Manches wachsen. Wer das mit der Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit… Weiterlesen »

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Robbespiere
22. Oktober 2021 8:48

Moin Rob: Ganz so ist es aber nicht, zumindest was die Ausübung eines öffentlichen Amtes betrifft: Klar, so ist es. Schön, dass Du das angefügt hast. Was mit ein Grund gewesen sein dürfte, dass es in der Nachkriegszeit sehr wenige Amt- und Würdenträger mit Nazivergangenheit gab, die angeklagt wurden. Juristische Tricksereien, siehe den Fall Collini, kamen noch dazu. Dafür, dass dieser Blog, samt seinen Lesern und Kommentatoren, also wir alle hier, auf Teufel komm raus in die recht(soffen)e Ecke gestellt werden, ist das was hier gelesen werden kann, nicht damit in Einklang zu bringen. BTW: Gestern las ich von ungewöhnlich… Weiterlesen »

ShodanW
ShodanW
22. Oktober 2021 7:10

Ich würde mir Texte wie diese mal gerne wieder von den großen Medien wünschen, aber da ist heute irgendwie nichts mehr zu machen. Dieses Austarieren und die Darlegung aller Möglichkeiten bei einer Thematik würde eigentlich in jeden Artikel gehören, stattdessen muss man sich immer selbst bremsen, die Lesart und Moralisierung vieler Texte nicht ungefiltert zu übernehmen. Man muss dann in mühsamer Weise zwei ideologisch gefärbte Medien durchforsten, um dann zwei Versionen zu erhalten und kommt meist dadurch zur Erkenntnis, dass alles ergebnisoffen ist (wie du das prima auf den Punkt bringst). Und gerade Juden oder Davidsterne sind oft zu stark… Weiterlesen »

Stas
Stas(@stas)
Admin
24. Oktober 2021 10:11

hallo

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