Die gute alte Zeit von neulich

»Neue Normalität«: In der leben wir jetzt angeblich – um uns nach der alten Normalität zu sehnen. Weder ist ein solches Zurück verlockend noch war das, was wir vorher hatten, auch nur irgendwie normal.

Seid ihr schon in der »neuen Normalität« angekommen? Die wird uns ja nun alle naselang an die Backen gerieben dieser Tage. Wegen Corona – natürlich. Schreibt man bei Google dieses Schlagwort zur Suche aus, finden sich, speziell in den letzten Monaten, schier unzählbare Einträge. Jede große deutsche Tageszeitung befasste sich in den letzten Wochen mit jenem neuen Normalen oder wahlweise normalen Neuen; etliche Nachrichtenplattformen machten sich darüber Gedanken.

Wer nun Masken und Abstandhalten für nicht normal erachtet, sondern für einen ausgesprochenen Ausnahmezustand, hat wohl die Krux dieses Begriffes erkannt: Er verklärt und klittert, macht eine außergewöhnliche Situation zu einem gewöhnlichen Szenario. Schnell liegt da die Erkenntnis nahe, dass es womöglich immer so oder mindestens so ähnlich bleiben wird – was oft von Journalisten in ihrer Gier nach der »Kollapsologie« auch genau so in Aussicht gestellt wurde. Dabei wollen wir doch alle wieder zurück, oder?

Volle Kraft weiter so? Volle Kraft weiter so!

Da möchte man entgegensetzen, dass es irgendwann wieder eine alte Normalität geben wird, das was wir schon kennen. Quasi als Kontrapunkt zur kruden Faszination für die Abweichung von dem, was vorher war. Dabei gibt es nur ein Problem: Diese alte Normalität ist kein Ideal. Ganz im Gegenteil. Sie zurückhaben zu wollen ist geradezu faktenvergessen. Und außerdem eigentlich die Beschwörung einer «Normalität«, die auch nichts anderes als eine Ausnahme sein sollte. Es leider aber nicht war.

Dabei zeichnet sich ab: Die neue Normalität wird eine altbekannte sein. Was man mit dem Kollaps nicht alles verband: Er würde den Kapitalismus abwürgen, mindestens aber die Klimapolitik verändern. Ach ja? Die Abwrackprämie ist trotz der neulichen Absage ganz nahe, selbst der zuletzt ergrünte Markus Söder spricht sich lautstark dafür aus. Im Land wo Honig und Milch fließen, wo Audi und BMW sprießen, muss eine solche Forderung zwangsläufig kommen, will man sich politisch halten. Das Primat der Politik, in der Hochzeit der Corona-Krise als Wiedergänger etabliert, scheint sich nicht längerfristig halten zu können. Da ist nichts mit neuer Klimapolitik, wir werden unsere altbackenen Karren subventionieren, ganz egal was sie schlucken. Verbrenner sollen wohl definitiv in den Genuss kommen.

Gleichzeitig sprechen sich Wirtschaftspolitiker der Union, nicht näher namentlich genannt, wahrscheinlich handelt es sich aber um irgendwelche Minions des Herrn Merz aus der Mittelschicht, für eine Beschneidung des Mindestlohns aus. Überhaupt sollten alle Betriebe, nicht nur systemrelevante die Freuden der Notstandsarbeitszeit genießen dürfen. Scheiße, dass ausgerechnet die Figuren aus dieser Partei momentan das Rennen machen würden, wäre am Sonntag Bundestagswahl.

Das klingt alles gar nicht so verdammt neu oder gar nach neuer Weltordnung. Mensch, das kennen wir doch alle! Hat der werte Leser das neulich auch gelesen, wonach die Bundesregierung plant, die Kosten für die Krise per Steuererhöhung den Vermögenden aufzulasten? Nein, nicht gelesen? Dann ist ja gut: Ich nämlich auch nicht! Würde die Welt nach Corona eine andere sein, müsste es mindestens so ein Vorhaben geben. Es müsste die Bereitschaft herrschen, der Politik auch in Wirtschaftsfragen mehr Kompetenz an die Hand zu geben und sie nicht dem Markt zu überlassen.

Die alte Normalität: Eigentlich auch ein Ausnahmezustand

Aber nichts davon zeichnet sich ab. Die neue Normalität wird demnach die sein, die wir schon hatten. Nur noch etwas schlimmer, um mit Houellebecq zu reden. Sie wird den Status quo ante wiederherstellen – modifiziert zwar, ganz sicher nicht im gleichen Maßstab, aber mit der gleichen Stoßrichtung ausgestattet wie jener Zustand, den wir vor der Corona-Krise schon kannten. Es wird um Schuldenabbau gehen, um Sparauflagen und letztlich um eine Variante dessen, was als »Weiter so!« die letzte Dekade prägte.

Spiegel Online träumt sich derweil die Verkehrswende herbei, weil in Berlin coronabedingt provisorische Radwege entstanden sind. Kann man machen – muss man aber nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man kurz mal verinnerlicht, was sich jetzt schon zwischen den Zeilen buchstabiert: Die Wiederherstellung des alten Kurses. Von tiefgreifenden Veränderungen keine Spur. Im Gegenteil, die können wir uns doch jetzt gar nicht mehr leisten, denn zunächst brauchen wir schließlich das, was wir früher als alte Stabilität missverstanden haben.

Nämlich den Ausnahmezustand von damals. Machen wir uns doch nichts vor, die alte Normalität, die wir uns immer dann herbeisehnen, wenn man uns die neue Normalität als Zukunftsmodell vorsetzen will, war doch kein normaler Zustand. Sie war eine Ausnahme. Eine Notsituation. Aber eine, die wir zur Normalität haben werden lassen. Wir haben gespart, nichts mehr investiert, Innovationen verschleppt, Infrastruktur zerschossen, verscherbelt oder einfach nur verfallen lassen. Ganz normal war das nicht. Unnormal geradezu – auch in psychischer Hinsicht. Denn wer, der halbwegs bei Trost ist, glaubt ernsthaft, dass Verfall Fortschritt sein könnte?

Der Status quo ante war so ein Ausnahmezustand wie diese neue Normalität, wie die Corona-Schutzmaßnahmen. Nur eben von zu vielen akzeptiert, zum Alltag geworden. Er hat sich eingeschleift, wir kannten es gar nicht mehr anders. Dass überall Personalknappheit, defektes Material und undurchsichtige Strukturen herrschen: Das war keine Normalität – man hat uns das nur als Normalität verkauft. Was wir jetzt erleben ist, dass wir als Gesellschaft wieder auf dem Weg in diesen Ausnahmezustand sind. Die gute alte Zeit von neulich, sie war halt nur eine andere Art Ausnahmesituation als Corona es war.

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Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

Solche kleinen Erschütterungen wie die Corona-Pandemie sind doch Treibstoff für einen anders nicht mehr rund laufenden Kapitalismus. Gesellschaftliche Großveränderungen finden in unseren Übergesellschaften nur sehr langsam oder unter totalen Zusammenbrüchen statt. Das letzte Großereignis dieser Art war die Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes nach Tschernobyl und Afghanistan (nein, nicht wegen). Die Folgen waren stellenweise fürchterlich und sind immer noch nicht ausgestanden.

Anders ist völlig egal, besser wird es nicht.
Nicht von selbst. Man muss schon tätig werden, Und da liegt der Hase im Pfeffer!

Pen
Pen
2 Jahre zuvor

„Of course humanity is capable of a transformative leap into health and maturity. Of course it is. The only people who doubt this are those who haven’t yet made such a leap in their own lives.“

https://caitlinjohnstone.com/2020/06/10/police-protests-and-human-transformation-notes-from-the-edge-of-the-narrative-matrix/

Und da liegt der Hase im Pfeffer.

niki
niki
2 Jahre zuvor

Der Ausnahmezustand heißt: Erhebliche Ausbeutung von Mensch und Natur zu Gunsten besonders gieriger Zeitgenossen… Dazu der Zeitgeist dass man ja doch jeden Tag (lohn-)arbeiten müsse, „Was will man denn sonst tun?“, was für erbärmlich geistig arme Zeitgenossen!
Das System dabei ist so sehr auf Kante genäht, dass sobald auch nur irgendetwas aus diesem Rahmen läuft es zu einer Krise kommt, wo die absolute Mehrheit der Menschen und Umwelt noch mehr drunter leiden als es in „normalen Zeiten“.
Und nun kommt das noch größere Problem: Es ist gar nicht möglich das System Dauerhaft in diesem Rahmen zu lenken, weil es halt auf Wachstum und daher auf Ausbeutung von Mensch und Natur basiert. Beides ist mit den beschränkten menschlichen Verstand, inklusive der größten menschlichen Schwäche, GIER, schlicht inkompatible mit unseren Planeten.
Die Hoffnung ist, dass man durch schwere Krisen etwas lernt ist doch sehr begrenzt, da sich die Mehrheit doch nach den Zeiten vor der Krise zurückwähnt… Problem dabei: Zurück zu vor der Krise gibt es nicht… Die Verwerfungen sind so schlimm, die Schäden dauerhaft und irreperable, dass es schlicht ausgeschlossen ist.

P.S.:
Ich habe den Begriff Kapitalismus mal weggelassen, weil jeder etwas anderes darunter versteht…

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Wioeso? Was verstehen Sie denn darunter?

Dass hier Einige ‚Demokratie‘ mit ‚Anomie‘ velwechsern und lechts mit rinks – geschenkt! Aber Kapitalismus?

niki
niki
Reply to  Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

was anderes als DU… Du verstehst ja sowieso nur Bahnhof. Beziehungsweise du WILLST es nicht verstehen.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Aber immerhin! Auch Bahnhof will im Kapitalismus erst mal verstanden sein!
Ich verstehe erheblich mehr, als Sie mir nicht zugestehen wollen, das dürfen Sie mir glauben! Ich verstehe sogar Ihre geballte Ablehnung, auch wenn ich sie nicht toll finde. Aber Sie sind es ja, die sie brauchen, nicht ich. Insofern halte ich auch dieses ‚ich wolle nicht verstehen‘ aus – es entsteht nur leider nichts daraus, weder im Guten noch im Schlechten. Es ist einfach die Stagnation der Crowd.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

Du hast ne ganz schöne Meise.

Detlef Schulze
Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

… selbst der zuletzt ergrünte Markus Söder spricht sich lautstark dafür aus.

Die CSU war schon immer konservativ und Auto-freundlich. Die Forderungen Soeders verwundern daher nicht. Verwundern tut da schon eher die gruene Regierung in BW.

Aber es ist ja nicht so, dass die Buerger keinen Einfluss darauf haben. Man muss einfach einen netten konstruktiven Brief an den zuständigen Bundestags-Abgeordneten schicken, in dem man klar macht, dass ein Abwrackpraemie nicht nur oekologischer Unsinn ist, sondern auch voellig ungerecht denen gegenueber, die sich kein Auto leisten koennen oder wollen. Vielleicht waeren Touristen-Gutschein fuer den Harz oder das Elbsandsteingebirge bessere Alternativen. Den Einfluss solcher Briefe sollte man im Uebrigen nicht unterschaetzen.

Pen
Pen
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

Hast Du gut geschlafen? Wo sind denn die Grünen noch „grün“? Und wo haben die Bürger noch Einfluß auf die Politik?

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Pen
2 Jahre zuvor

Vielleicht sind die Grünen in BW ja deshalb so Wirtschafts-freundlich, weil die Bürger Einfluß auf die Politik haben. Vielleicht haben die Grünen Angst vor dem Machtverlust, wenn Sie eben nicht auch die Menschen umwerben, die für die Autozulieferer arbeiten. Der Veggie-Day-Vorschlag war ja auch schnell vom Tisch, als sich die Bevölkerung hinreichend stark beschwert hat.

Pen
Pen
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

Na klar haben die Angst vor Machtverlust! Ihr einziges Programm ist die Regierungsfähigkeit. Dafür haben sie alles verraten, wofür sie einst gewählt wurden.

Und nicht nur das. Seit Cem Özdemir in den US vorstellig geworden ist, und man ihm dort seine Schulden bezahlt hat, sind die Grünen trans-trans-trans-atlantisch, und zwar so sehr, daß sie versucht haben, Nordstream2 zu boykottieren, damit ihre Freunde aus Übersee uns ihr dreckiges Frackinggas andrehen können.

Auch bei der Putinhetze sind sie ganz vorne dabei, um den US zu gefallen. Krieg gegen Rußland wollen die! Wie kann man das den jungen Wählern bloß klarmachen?!?

https://deutsch.rt.com/international/103439-fur-menschenrechte-neue-transatlantische-parlamentarierallianz/

Heiner
Heiner
Reply to  Pen
2 Jahre zuvor

Pnen, der normale Wähler interessiert sich auch für Euer Russlandthema

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

@Detlef Schulze

Vielleicht sind die Grünen in BW ja deshalb so Wirtschafts-freundlich, weil die Bürger Einfluß auf die Politik haben.

Dann müßten diese Bürger aber auch per se annehmen, dass wirschaftsfreundliche Politik immer auch arbeitnehmerfreundlich ist.
Das wäre aber nach den „Reformen im Arbeitsmarkt“, an denen die Grünen kräftig mitgewirkt haben, eher unwahrscheinlich.
Auch der immer wieder gemeldete Stellenabbau und die Produktionsverlagerung in Billiglohnländer sprechen dagegen.

Es ist ja nicht so, dass es in BW keine Betroffenen gäbe, aber vielleicht sind die Leute ja froh, dass es trotz steuerlicher Unternehmensförderung auf ihre Kosten ( dire natürlich aus Unternehmersicht immer zu gering ist ), überhaupt noch Arbeit im Ländle gibt.
Die schwäbische Hausfrau kriegt das schon hin, denn so eine Wespentaille durch „Gürtel enger schnallen“ hat ja auch was Ästetisches.

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Robbespiere
2 Jahre zuvor

Entweder verstehe ich Sie nicht oder Sie widersprechen sich.

Dann müßten diese Bürger aber auch per se annehmen, dass wirschaftsfreundliche Politik immer auch arbeitnehmerfreundlich ist.

Wieso müssen das die Bürger annehmen? Wirtschaftsfreundlich bedeutet z.B. gute Ausbildungsbedingung und laxer Umweltschutz. Beides tangiert Arbeitnehmer wenig, spielt aber fuer die Waehlerschaft ein wichtige Rolle. Und wie Sie natuerlich auch richtig schreiben sind viel Arbeitnehmer froh überaupt Arbeit zu haben.

Das wäre aber nach den „Reformen im Arbeitsmarkt“, an denen die Grünen kräftig mitgewirkt haben, eher unwahrscheinlich.
Auch der immer wieder gemeldete Stellenabbau und die Produktionsverlagerung in Billiglohnländer sprechen dagegen.

Die Abwanderung sollte ja mit den „Reformen im Arbeitsmarkt“ gestopt werden. Ich bezweifle, dass es viele Leute gibt, die beides den Grünen gleichzeitig anlasten.

Die Grünen sind in BW beliebt und werden einen Teufel tun der so wichtigen Automobilbranche Steine in den Weg zu legen, oder diese durch an Auflagen gebunden Abwrackprämien reformieren zu wollen. Das wäre zwar sicherlich im „grünen“ Sinne, aber die Grünen im BW müssen natürlich auch die Interssen des Landes und der Wähler vertreten.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

@Detlef Schulze

Wieso müssen das die Bürger annehmen? Wirtschaftsfreundlich bedeutet z.B. gute Ausbildungsbedingung und laxer Umweltschutz. Beides tangiert Arbeitnehmer wenig, spielt aber fuer die Waehlerschaft ein wichtige Rolle.

Das war meine Antwort auf ihre Vermutung:

Vielleicht sind die Grünen in BW ja deshalb so Wirtschafts-freundlich, weil die Bürger Einfluß auf die Politik haben.

Sind denn Bürger und Arbeitnehmer zwei von einander getrennt existierende Gruppen, dass Sie da differenzieren?

Und wie kommen Sie darauf, dass „wirtschaftsfreundlich“ mit guten Ausbildungsbedingeungen einhergeht, wo doch deutsche Unternehmen zunehmend dazu tendieren, sich am europäischen Arbeitsmarkt zu bedienen und Ausbildung als Kostenfaktor immer mehr zurüch geht?

Die Abwanderung sollte ja mit den „Reformen im Arbeitsmarkt“ gestopt werden. Ich bezweifle, dass es viele Leute gibt, die beides den Grünen gleichzeitig anlasten.

Das mag sein, wenn man sich eintrichtern läßt, Lohnsenkungen seien alternativlos der einzige Weg, Unternehmen im Land zu halten.
Dem ist aber nicht so und wenn es so wäre, müßten wir die Spirale nach Unten so lange weiterdrehen, bis wir auf indischem Niveau gelandet sind.
Das wird besonders Diejenigen freuen, die zu deutschen Preisen investiert haben un die ihre Amortisation auf Generationen verschieben müssen, die sie nie kennenlernen werden.

Die Abwanderung jedenfalls wird das nicht stoppen, denn wenn hier nichts mehr aus Staat und Bürgern herauszupressen ist, zieht die Karawane weiter.

Die Grünen sind in BW beliebt und werden einen Teufel tun der so wichtigen Automobilbranche Steine in den Weg zu legen, oder diese durch an Auflagen gebunden Abwrackprämien reformieren zu wollen. Das wäre zwar sicherlich im „grünen“ Sinne, aber die Grünen im BW müssen natürlich auch die Interssen des Landes und der Wähler vertreten.

Wie bewahrt man denn die Interessen eines Landes und seiner Wähler, wenn man mit der Förderung einer über 100 Jahre alten Technik des Verbrennungsmotors oder der evolutionären Sackgasse des Elektroautos Innovationen verhindert, die den Standort zukünftig sichern?

Die Automobilindustrie wird sich in puncto Entwkclung nicht von der Stelle bewegen, wenn der Geldzufluss aus Steuermitteln gesichert wird.

Wie wärs denn alternativ mit einem Ausbau des öffentlichen, effizienten Verkehrssystem nebst Investitionen in das Radwegenetz?
Das wäre genuin grüne Politik, die Sinn macht und nicht FDP-Politk mit Sonnenblümchen.

Heiner
Heiner
Reply to  Robbespiere
2 Jahre zuvor

Wer glaubt, dass man die gesamte Parteipolitik mit Volksentscheiden ohne Berufspolitiker ersetzen kann, natürlich nie einen Autor nennen würde, der genau dies ausgearbeitetem hat, der ist hier natürlich im Vorteil
Die Grünen gewannen in den letzten 2 Jahren an Unterstützung dazu, mal sehen, ob dies so bleibt, der Trend geht schon etwas nach unten!
Hier möchte man keine Unternhehmer oder Berfispolitiker, ob gut oder schlecht , man will nur den angeblich freien Abstimmer und die als einmalig angesehene Verwaltung, welche hier nie kritisiert würde!

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Robbespiere
2 Jahre zuvor

@Robbespiere

Was ich meine ist, dass wirtschaftsfreundliche Politik nicht zwangslaeufig Arbeitnehmer-feindlich ist. Arbeitnehmer haben zumindest ein Interesse daran, dass das Unternehmen nicht pleite geht, bzw. abwandert, genau wie „die Wirtschaft“. Desweiteren sind die meisten Bürger erstmal nicht von Arbeitnehmer-feindlichen Massnahmen betroffen, besonders nicht in BW wo es sehr viele mittelstaendische Unternehmen gibt. Viele Arbeitnehmer in diesen Unternehmen sind eben keine klassischen Fabrikarbeiter, die über Subfirmen verliehen sind, wie das bei großen Autobauern oft der Fall ist. Das sind in der Regel gut bezahlte Facharbeiter, Ingenieure oder sowas, die eben nicht vom Mindestlohn leben muessen und auch nicht arbeitslos sind. Eine Veränderung der HARTZ-4-Sätze betrifft die gar nicht. Wenn sie aber in Kurzarbeit müssen, weil das Unternehmen seine Einspritzdüsen nicht mehr verkaufen kann, weil der Automarkt zusammenbricht, ist das in der Tat ein Problem.

Und wie kommen Sie darauf, dass „wirtschaftsfreundlich“ mit guten Ausbildungsbedingeungen einhergeht, wo doch deutsche Unternehmen zunehmend dazu tendieren, sich am europäischen Arbeitsmarkt zu bedienen und Ausbildung als Kostenfaktor immer mehr zurüch geht?

Wieso nicht? Die Ausbildung an Fachhochschulen und Universitäten ist für die Unternehmen kostenlos. Die Fachausbildung kostet die Unternehmen ebenfalls fast nichts, bzw. wird durch die geleistete Arbeit der Azubis wieder erwirtschaftet. Es ist viel schwieriger gute Leute aus dem Ausland zu bekommen, als aus Deutschland. Eine gut Bildungslandschaft ist ein Standortvorteil, wenn es darum geht Technologie-Unternehmen anzuwerben.

Die Automobilindustrie wird sich in puncto Entwkclung nicht von der Stelle bewegen, wenn der Geldzufluss aus Steuermitteln gesichert wird.

Da bin ich ja bei Ihnen. Aber man kann auch nicht einfach einen Wirtschaftzweig absterben lassen an dem jeder 7. (oder so) Arbeitsplatz hängt ohne eine Alternative zu haben. Und ja, Fahrradwege sind super, aber kein alternativer Wirtschaftszweig.

Heiner
Heiner
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

Detlef, für Rob, Rudi und die anderen Vordenker hier zählt nur der Staatsdienst als wichtige Arbeit, noch nicht begriffen!?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

@Detlef Schulze

Was ich meine ist, dass wirtschaftsfreundliche Politik nicht zwangslaeufig Arbeitnehmer-feindlich ist. Arbeitnehmer haben zumindest ein Interesse daran, dass das Unternehmen nicht pleite geht, bzw. abwandert, genau wie „die Wirtschaft“.

Was das Inteesse der abhängig Beschäftigten betrifft, gebe ich Ihnen recht.
In Bezug auf die Wirtschaft würde ich trenne zwischen Betrieben, die auf den Binnenmarkt angewiesen sind und den Glbal Playern, die gerne jeden Vorteil nutzen, den Investitionen in „billigere“ Standorte bieten.
Die gehen dann auchnicht pleite, sondern verlagern ihren Standort.

Desweiteren sind die meisten Bürger erstmal nicht von Arbeitnehmer-feindlichen Massnahmen betroffen, besonders nicht in BW wo es sehr viele mittelstaendische Unternehmen gibt.

Nun, Arbeitnehmerfeindliche Maßnahmen sind immer Einkommens-wirksam und es ist eben mal eine Tatsache, dass deseEinkommen wo anders ausgegeben werden, was wiederum zu Einnahmen Anderer führt.
Zudem müssen Menschen und ihre Familien, wenn das Einkommen wegfällt ja trotzdem versorgt werden und das belastet wiederum die Gesellschaft.

Wieso nicht? Die Ausbildung an Fachhochschulen und Universitäten ist für die Unternehmen kostenlos.

Nicht gänzlich, aber den Hauptteil der Kosten trägt die Masse der Steuerzahler, welche keine Möglichkeit zur „Steueroptimierung“ hat.

Die Fachausbildung kostet die Unternehmen ebenfalls fast nichts, bzw. wird durch die geleistete Arbeit der Azubis wieder erwirtschaftet.

Das kommt auf den Beruf an.
Ein Mechaniker z.B. im Industriebetrieb verbringt erstmal ein Jahr in der Laehwerkstatt, wo er unter Anleitung eines Ausbildungsmeisters die Grundfertigkeiten seines Berufs lernt.
In dieser Phase bringt er erstmal keinen Gewinn für das Unternehmen.
Erst im Zweiten Lehrjahr darf er mit einem Gesellen raus in den Betrieb als Helfer.

Es ist viel schwieriger gute Leute aus dem Ausland zu bekommen, als aus Deutschland.

Trotzdem reißt das Gejammer der Wirtschaft über Fachkräftemangel und notwendigen Zulauf von Außen ( beispiel Greencard ) nicht ab und in den europäischen Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit sind Sprachkurse sehr nachgefragt.

Da bin ich ja bei Ihnen. Aber man kann auch nicht einfach einen Wirtschaftzweig absterben lassen an dem jeder 7. (oder so) Arbeitsplatz hängt ohne eine Alternative zu haben. Und ja, Fahrradwege sind super, aber kein alternativer Wirtschaftszweig.

Interessant ist , dass die Wirtschaftszweige, die vom Staat durch Steuersenkungen und Eingriffe in die Löhne zu Lasten der Beschäftigten über Jahre massiv profiteirt haben, jetzt wieder nach dem Staat und damit nach der Unterstützung durch den Steuerzahler rufen.

Was haben die denn mit ihren Gewinnen angestellt?
Warum ging trotz guter Gewinnlage die Inverstitionsquote permanent zurück?

Warum fließt da zu wenig Geld in Forschung und Entwicklung, wärend fette Boni für die Vorstände und satte Dividenden für die Anteileigner ausgezahlt, oder hirnrissige Aktienrückkäufe getätigt wurden, um die Kurse zu puschen?

Ist es die Aufgabe des Staates, solche Unternehmen zu retten, die Privaten gehören und wo er kein Mitspracherecht hat?
Soll er nicht eher Bereiche fördern, die innovativ sind und zukünftige Vorteile für den Wirtschaftsstandort versprechen?

Es liegt doch auch an den Unternehmen selbst, ob sie Zukunftsaussichten haben oder nicht und das unternehmerische Risiko ist die Kehrseite des Gewinns.
Es hat immer Firmen gegeben, die vom Markt verschwunden sind, weil sie die Entwicklung verschlafen haben und man würde doch Heute nicht einen Hersteller von Pferdedroschken staatlich fördern.

Die einseitige Fixierung auf den Individualverkehr war von Anfang an eine Fehleintscheidung und es rächt sich nun, dass allzu viel staatliche Unterstützung ob der garantierten Einnahmen mit Hilfe des Steuerzahlers die Unternehmen bräsig gemacht hat.

Die grundsätzliche Aufgabe des Staates in punkto Wirtschaft ist doch, optimale Bedingungen für die Entwicklung von Unternehmen zu schaffen, für Vielfalt zu sorgen und dabei sowohl die Bedürfnisse der Bürger/Arbeitnehmer als auch der Unternehmen in Einklang zu bringen, sowie sich selbst in die Lage zu versetzen, all das zu finanzieren.

Heiner
Heiner
Reply to  Robbespiere
2 Jahre zuvor

Du gehst nicht einmal wählen, da ist fordern natürlich ein heiliger Akt!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heiner
2 Jahre zuvor

Hugh, der König der Einzeiler hat gesprochen.

Heiner
Heiner
Reply to  Robbespiere
2 Jahre zuvor

Seit Jahren macht der Rob viele Worte, nie gibt es eine Überraschung, man weiß immer im voraus , wer angegriffen wird!Seinem Vorgesetzten brav ergeben, spielt der Rob hier den großen Revolitionär, herrlich

Heiner
Heiner
Reply to  Detlef Schulze
2 Jahre zuvor

Detlef, die Grünen sind ich bereit, über dien Verkauf der staatlichen Telekomanteile zu reden, deshalb mir näher als die Linkspartei

Heiner
Heiner
Reply to  Pen
2 Jahre zuvor

Pen geht nicht i mehr wählen

Christ343
2 Jahre zuvor

Corona ist nur für Menschen gefährlich, die nicht gesundheitsbewusst leben. Der Mindestlohn kann erhöht werden, wenn z. B. Managergehälter und die Rüstung begrenzt werden. Es sollte eine Regierungskoalition aus ÖDP und Bündnis C geben. Zudem muss die Kirche charismatisch erneuert werden. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
Reply to  Christ343
2 Jahre zuvor

Ich sag mal so: Wenn Esoterik die Lösung unseres Problems sein soll, dann haben wir echt keine Aussichten mehr.

Christ343
Reply to  Roberto De Lapuente
2 Jahre zuvor

@ Roberto
Ich sage nicht, dass durch Esoterik alle Probleme gelöst werden können, aber einige. Im Übrigen gibt es Überschneidungen zwischen Esoterik und Psychologie.

Rudi
Rudi
Reply to  Christ343
2 Jahre zuvor

@ Christ 343

Übrigen gibt es Überschneidungen zwischen Esoterik und Psychologie.

Du solltest dich in therapeutische Behandlung begeben, damit die Psychologie dich von deiner Esoterik befreit. Die Krankenkasse übernimmt. Willst du dieses Blog tatsächlich für deinen Kram benutzen? Du wirst kaum jemanden missionieren können. Ausnahmen könnten Drunter & Drüber, Detlef Schulze oder Anton mit seinen diversen Nicks sein. Ich war jetzt ganz antitherapeutisch zu dir. Soll nicht mehr vorkommen, habe ich mir vorgenommen. Man kann nicht jeden Schotter als weiterbringenden Beitrag behandeln. Es gibt 1000 Gründe, die Zeit besser zu verbringen als mit christlicher Esoterik.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Rudi
2 Jahre zuvor

Weshalb um alles in der Welt sollte ich ‚Ausnahme‘ sein können? Wieso sollte ich mich esoterisch beeinflussen lassen? Wissen Sie da was, etwas, das mir bei der Lektüre von Gurdjieff entgangen sein könnte? Soll ich mal nachschauen?

Und sonst so? Glaskugel poliert, Vorurteile gesäubert? Meine Güte! Sie sind ja wirklich fürchterlich verbohrt, alle miteinander.

Rudi
Rudi
Reply to  Drunter & Drüber
2 Jahre zuvor

@Drunter&Drüber

Sie sind ja wirklich fürchterlich verbohrt, alle miteinander.

Du kannst doch von mir nicht auf andere schließen. Niemand hier, die in deinen Augen „alle miteinander“ sein sollen, kann für meine Äußerungen verantwortlich gemacht werden. Das ist eines deiner sich stets wiederholdenden untauglichen Mittel, Argumente vorzubringen.

Übrigens habe ich dir nicht das Sie angeboten. So weit sind wir noch nicht, dass ich dir diese Ehre gewährte.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Rudi
2 Jahre zuvor

Sie müssen mir da nichts anbieten. Wussten Sie das nicht? Das sind klassische menschliche Umgangsformen, derer ich mich bediene. Das darf ich üblicherweise, ohne jemanden zu fragen. Und das ändert sich auch nicht in absehbarer Zeit. Das ist so eine Art Gesellschaftsvertrag oder allgemeine Übereinkunft. Die existiert schon eine ganze Weile.

Heiner
Heiner
Reply to  Rudi
2 Jahre zuvor

Rudi, mit der normalen Krankenkasse hast Du eh nichts zu schaffen! Seit Jahren willst Du andere. User mit Dinem Staatsfimmel bekehren, also nicht zu hart zu anderen Personen

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Roberto De Lapuente
2 Jahre zuvor

Guude, Roberto!

Das seh ich als “ Pastafari“ genauso!

Nur das Nudelsieb auf dem Kopf schützt vor Corona!

Marle
Marle
2 Jahre zuvor

Wow!
Eine der besten Texte die ich las…… Von dir Roberto 😉
aber auch der anderen Quellen!
Danke