Nach der Krise ist in der Krise ist vor der Krise

Im Zuge der Corona-Krise werden Defizite im Pflegebereich deutlich. Es mangelt an Personal. Daher rufen die ersten schon, dass nach Corona alles anders sein sollte: Man muss wieder mehr Pflegekräfte einstellen. Geht das?

So weit hat es also tatsächlich kommen müssen: Erst eine Krise nötigt der Gesellschaft Demut in Bezug auf bestimmte Berufsgruppen ab. Wann haben denn Angestellte eines Supermarktes vorher Anerkennung erhalten? Soviel Dank für zugestellte Pakete und gelieferte Pizzen war selten. Wurden Pflegekräfte je beklatscht, weil sie zum Dienst eilten? Plötzlich ist man froh, dass man sie alle hat. All die »Hilfskräfte«, für die man sonst keine Sympathie, meist aber viel Ignoranz erübrigte. Nun weiß man was man an ihnen hat. Jedenfalls für den Augenblick.

Eine Krankenschwester aus Berlin hat bei Facebook rege Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ihr Post, in dem sie sich auskotzt über die Arbeitsverhältnisse grundsätzlich und jene, die jetzt speziell durch den Ausnahmezustand nochmals verschärft werden, wurde zu dem, was man heute einen »viralen Hit« nennt: Er wurde über 60.000 Mal geteilt. Das Klatschen für die »Pflegehelden« könnte man sich sonst wo hinstecken, findet sie. Überhaupt sollten »genau jetzt alle Pflegekräfte ihren Job kündigen« – aus Protest darüber, vorher nie gehört worden zu sein.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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28 Gedanken zu „Nach der Krise ist in der Krise ist vor der Krise

  • 2. April 2020 um 10:22
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    Eine der vielen Paradoxien unserer Zeit. Die Nachfrage bzgl. Pflege steigt. Es gibt nicht genügend Personal. Die Kosten (Löhne) und Budgets steigen dazu nicht angemessen. Es muss zusätzlich noch mehr dokumentiert werden. Es versickert ohne Ende Kohle bei KK MDK und weiß der Teufel wo auf dem Weg zwischen Patient und Pfleger. Roboter gibbet nicht, weil zu teuer. Pfleger gelten momentan als Stütze der Gesellschaft. Usw. Usf.
    Passt alles nicht wirklich zusammen oder?

    Antwort
  • 2. April 2020 um 15:05
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    Ich glaube ich hatte meine Gedanken zu Pflegerobotern schon einmal geteilt…

    Kurzfassung: ich halte diese ebenso für notwendig!
    Nicht um das Pflegepersonal zu ersetzen, sondern um es zu entlasten… Gerade wenn es ums Heben und Umlagern des Patienten geht! Vielleicht kann man mit den Pflegerobotern gar die Privatsphäre der Patienten etwas erhöhen… Ich würde mir auch lieber beim „Kacken“ lieber vom „Robbi“ helfen lassen, als von einem Pfleger…

    Antwort
    • 2. April 2020 um 19:08
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      Der Roboter kann schwer tragen, er kann keine menschliche Zuwendung ersetzen, obwohl er humaner seine dürfte, als es bei den Sukrams dieser Welt der Fall ist!

      Antwort
      • 2. April 2020 um 19:39
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        Och..Heike

        ich bin auch kein Sukram-Fan, aber sinnfreies Sukram-Bashing finde ich auch sehr daneben! Er hat wie wir alle hier das Recht, sich zu äussern…immerhin ist er kein Troll wie diverse hier..

        LG

        Christine

        Antwort
        • 2. April 2020 um 19:44
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          Naja,, ein Menschenfreund ist er nicht, schönen Abend

          Antwort
        • 3. April 2020 um 17:26
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          Er mag und setzt sich für Transgender usw. ein

          Antwort
          • 3. April 2020 um 23:11
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            Hast du ein Problem mit denen? Oder warum erwähnst du das laufend?

          • 3. April 2020 um 23:57
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            Ja und?

      • 2. April 2020 um 21:52
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        Ich glaube du hast mich nicht verstanden. Es geht nicht darum die Pfleger zu ersetzen, sondern denen die schwere körperliche Arbeit zu erleichtern… Vor allem das die dann mehr Zeit und Kraft für das soziale Interagieren haben… Einem Pfleger dem der Rücken nicht schmerzt, hat sicherlich auch bessere Nerven für so manchen aufreibenden „Spezialfall“ unter den Patienten!

        Antwort
        • 2. April 2020 um 22:03
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          da liegen wir nicht weit auseinander, Niki

          Antwort
  • 2. April 2020 um 19:06
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    Klatschen ist nett, mehr Gehalt wäre angemessen und richtig! Es geht mir übrigens irgendwo vorbei, was der antisoziale Identitätsheini aus Bonn dazu meint!!

    Antwort
    • 2. April 2020 um 21:23
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      Wer ist der Heini aus Bonn?

      Antwort
          • 4. April 2020 um 10:27
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            Dieser Mann sprengt jede Debatte und ist stolz .darauf

          • 4. April 2020 um 11:37
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            Ein Troll eben, der den Volltrottel spielt und sich an den Reaktionen darauf erfreut. Was er schreibt ist so haarsträubend dumm, dass man ihm am liebsten die vermeintliche Dämlichkeit aus dem Schädel prügeln würde. Dazu provoziert er, indem er alle vernünftigen Argumente als Spinnerei abtut und sich noch darüber lustig macht.

            Da er hier nicht gesperrt wird, sollte man ihn ignorieren. Dass Du gezeigt hast, dass er Dich nervt, war auch ein Fehler, Heike, denn darüber freut er sich.

            Er wurde bereits als Dumpfbacke, Vollidiot etc. bezeichnet und kommt trotzdem immer wieder. Jeder normale Mensch würde hier doch an seiner Stelle überhaupt nicht mehr auftauchen. Aber ihm macht es Spaß wenn sich die anderen über ihn aufregen.

            Und er findet immer wieder Unbelehrbare, die versuchen, ihn zu überzeugen, dabei weiß er selber, dass er Schwachsinn schreibt.

          • 4. April 2020 um 13:49
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            Hast recht Professor

          • 4. April 2020 um 12:07
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            Ach, so ist das, na dann!

            Sicher schreibt er einfach gern, und sicher mag er, was er schreibt.

  • 2. April 2020 um 21:42
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    Es wäre Zeit mal aufzuarbeiten, wer in Sache Pflege alles Dreck am Stecken hat. Mein Weib war 25 Jahre bei der AWO als examinierte Altenpflegerin tätig. In dieser Zeit ist das Unternehmen aus den Tarifverträgen ausgestiegen. Die neuen Arbeitsverträge sahen 25 % weniger Gehalt und fünf Tage weniger Urlaub vor. Als die Ziwis nicht mehr kamen, wurden von der ArGe Personen mit, ich sag´s vorsichtig: speziellen Vorstellungen von Pflege eingestellt. Da bekam die Bewohnerin auch schon mal einen auf die Backe, wenn sie nicht zügig auf das Kommando reagierte.
    Die Stammbelegschaft wurde so zusätzlich mit Betreuungsaufgaben an den Neu-Mitarbeitern befasst.
    Die nächste Aktion: Küche zu und Catering-Fraß. Der Laden war aus Personalmangel nicht in der Lage, die 5,5-Tage-Woche einzuhalten. Und die ist schon schei$$e.
    Der Betriebsrat hat es in 10 Jahren nicht geschafft, mal eine Gewinn- und Verlustrechnung des Betriebes zu erhalten. Begründung: die Caritas muss das auch nicht.
    Der medizinisch-/pflegerische industrielle Komplex gehört gründlich aufgeräumt. Pillen-Jens kann das nicht und bei den politischen Parteien ist das Thema nicht aktuell und nach Corona geht der Trott weiter. Wetten?

    Antwort
    • 3. April 2020 um 17:46
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      Die neuen Arbeitsverträge sahen 25 % weniger Gehalt und fünf Tage weniger Urlaub vor.

      So ähnlich sah es hier bei der Privatisierung im hiesigen Krankenhaus aus. Und gleichzeitig wurden auch jede Menge Stellen gestrichen. Und wer auf den alten Vertrag bestand, wurde oft genötigt zu kündigen.
      Dazu wurde noch eine Außenstelle ein paar Straßen weiter dicht gemacht.

      Antwort
      • 3. April 2020 um 17:53
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        Aber Niki, es zählt heute doch nur 150 Geschlechter, Homo, und andere Identitätsthemen!

        Antwort
        • 3. April 2020 um 22:34
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          Als Themen für sich durchaus wichtig, aber eben nicht als Ersatz r andere Fragen!!

          Antwort
        • 3. April 2020 um 23:03
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          WTF! WAS SOLL DAS!?!
          Was zur Hölle hat denn das damit zu tun? Hast du einen Knoten im Hirn? Oder willst du nur provozieren?

          Antwort
          • 4. April 2020 um 10:28
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            Heute und morgen wird es warm, gehe mit der Freundin an die frische Luft

          • 4. April 2020 um 11:26
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            Wenn diese mal gehen könnte… Im Moment nur mit dem Rollator 🙁
            Vielleicht 50m am Stück…

          • 4. April 2020 um 11:50
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            Sorry, wusste ich nicht! Vielleicht immer mal wieder kurz, die frische Luft tut gerade jetzt so gut!

          • 4. April 2020 um 12:17
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            Hallo Niki

            Deine Freundin muß unbedingt raus, auch wenn’s nur kurz und mit Rollator ist! Möglichst gegen Mittag wegen der Sonne. Wir brauchen Vitamin D, was nur durch Sonnenlicht gebildet wird. Hier im Norden haben wir im Frühjahr alle viel zu wenig davon Müdigkeit und Depressionen sind die Folge, u.a.

            15 bis 20 Min tgl. genügen. Auf dem Rollator kann man auch einfach in einer geschützten Ecke in der Sonne sitzen. Aber nicht zu lang. Von unten wirds schnell kalt. 🙂

            Wünsche alles Gute!

          • 4. April 2020 um 13:43
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            Das haben wir vor, danke…

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