Kommt, erzählt mehr von häuslicher Gewalt!

Bitte halten Sie Abstand zu mir. Ich bin ein »gefährlicher Mensch« und ein »Lebensrisiko«. Weil ich ein Mann bin. Hat neulich eine Expertin für häusliche Gewalt geschrieben. Unter uns, was das betrifft, bin ich auch Experte.

Nun habe ich einige Tage auf den #Aufschrei gewartet. Nichts. Überhaupt rein gar nichts! Ich indes will #metoo rufen. Schon wieder musste ich mich als Mann in eine Rolle drängen lassen, die ich nie in meinem Leben eingenommen habe. Weder bin ich je das Lebensrisiko einer Frau gewesen. Noch war ich für sie gefährlich. Für Dorothea Blunck vom hessischen Landespräventionsrat bin ich aber als Mann genau das: Das größte Risiko im Leben einer Frau. Ein Predator, wie man im Englischen zu so einem Typ Mann sagen würde – und was nichts anderes heißt wie »Raubtier«.

Kurz gesagt, es wurde mal wieder die ganze männliche Menschheit über einen Kamm geschert. Ganz unbeschwert und im Rahmen der von der Allgemeinheit finanzierten Hessenschau. Passend zum Weltfrauentag natürlich. Als Mann und Gebührenzahler wähne ich mich doppelt verunglimpft. Häusliche Gewalt kenne ich auch als Opfer: Daher muss ich feststellen, dass mich dieses Schurkinnenstück nochmals extra verunglimpft.

Wir sind die 99,7 Prozent – mindestens!

Der Partner bzw. der Ex-Partner: Das sei wie gesagt der gefährlichste Mensch im Leben einer Frau. Auch 2019 habe sich das wieder bewiesen. 15 Frauen sind in Hessen durch ihren Partner oder Ex getötet worden – 2018 waren es nur 7 Morde. Weitere 27 Mordversuche gab es – 2018: 28. Besonders Trennungsgeschichten seien der Auslöser. Dorothea Blunck kenne hingegen »keinen Fall, bei dem die Frau ihren Mann umgebracht hat, weil er sich trennen wollte«. Andersherum geschieht das allerdings schon. Was man durchaus glauben kann, wenn man Beziehungsdynamiken so betrachtet.

Ohne jetzt kleinkariert sein zu wollen, lohnt sich doch ein Blick auf die Zahlen: 11.949 Ehen wurden 2018 in Hessen geschieden. Die oben genannten Gewaltakte gegen Frauen in häuslicher Gemeinschaft 2018 (Tötungen und Versuche zusammen) – Trennungsgwalt laut Blunck – machen einen Anteil von nicht mal 0,3 Prozent aus. Eingerechnet sind noch gar nicht die außerehelichen Trennungen.

Man kann Mord bzw. Tötung freilich nicht kleinrechnen, aber man sollte eine Randerscheinung auch nicht dazu ausbeuten, um gegen eine Gesellschaftsgruppe aufzustacheln. Immerhin sind wir mindestens 99,7 Prozent Männer, die nicht morden oder einen Mord an ihrer Partnerin planen. Wir sind also besser, als dieser Ruf, den man uns als billige Wahrheit für den Frauenstammtisch andichten will. Der Mann ist eben nicht die schlimmste Gefahr, die es auf das Leben der Frau abgesehen hat. Er ist mitnichten ein höheres Risiko als Krebs, wie Blunck behauptet. Denn es sind etwa 12 Prozent aller Frauen in Deutschland, die statistisch gesehen irgendwann an Brustkrebs erkranken. Weitaus mehr als sich männliche Gewalt an Frauen abreagiert.

Aber Zahlen sind verpönt, wenn es darum geht, eine Botschaft zu vermitteln. Das Evangelium der Stunde wird frei von Fakten genährt, das Narrativ braucht eine toughe Story, nicht etwa sachliche Argumentation – sonst gibts Aufmerksamkeitsdefizite.

Oft wird häusliche Gewalt nicht angezeigt

Ich habe noch nie eine Frau ermordet – ich habe außerdem noch nie geplant, eine zu ermorden. Meine Beziehungen führte ich nie als gewaltbereiter Patriarch. Wie mir geht es sicherlich vielen, vermutlich annähernd allen Männern. Wir sind deswegen keine Heilige, aber wir sind nicht die Bestien, als die wir karikiert werden. Klar ist natürlich auch, dass häusliche Gewalt nicht immer angezeigt wird. Ja, es wird nicht mal darüber gesprochen. Und falls jemand blaue Flecken anspricht, verleugnet man es als Opfer gerne im Namen der häuslichen Zweckharmonie.

Übrigens wird häusliche Gewalt von Frauen an Männern viel öfter nicht thematisiert – geschweige denn angezeigt. Wobei sich da was bewegt, die Vorfälle häufen sich, Mediziner warnen vor einer hohen Dunkelziffer. Das dies nur schleppend beleuchtet wird, hat natürlich mit dem Männerbild unserer Gesellschaft zu tun. Das schwache Geschlecht kann doch nicht gewalttätig sein. Der Macho, der mit Muskeln Bevorteilten ist als Opfer schwer vorstellbar. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Aus persönlicher Erfahrung längst verblasster Tage kann ich da als Betroffener mitreden: #metoo damals.

War sie mein größtes Lebensrisiko? So reißerisch würde ich das nicht formulieren. Aber ja, sie machte mir das Leben ungenießbar, riss mich nach physischen Übergriffen in depressive Phasen, ließ mich an mir zweifeln. Natürlich hielt ich die Klappe, die Kratzer am Hals: Das war die Katze. Streit eskalierte schnell, bei mir als Meister der Worte, bei ihr als Meisterin physischer Argumente. Mann schämt sich, da geht man nicht eben zur Polizei oder spricht sich mit Bekannten aus. Das ist Demütigung, das tut man sich nicht an – der Schritt wäre natürlich wesentlich weniger ehrabschneidend, als man denkt. Aber man steckt halt in der Rolle, die man zugeteilt bekommt.

Kommt also nur her, ihr Experten für häusliche Gewalt und erzählt mir mehr. Mehr von dem, was ich weiß. Bei dem ich aber als Opfer nicht vorkomme, sondern nur als Tätergeschlecht. Als gefährlichste Stelle im Leben meiner heutigen Partnerin. Erzählt weiter davon, dass der Mann ein Raubtier ist, während wir die 99 Prozent sind, die nicht in diese Kategorisierung passen. Und erzählt mehr davon, dass ihr angeblich nur sachlich analysiert, während ihr nichts weiter als Ideologie verbreitet. Erzählt mehr, damit ich was habe, um bitter aufzulachen.

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Sukram71
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Sukram71

Habt ein Herz für weiße heterosexuelle Männer… Die haben es oft nicht leicht. 😌

Loco
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Loco

Warum habe ich das Gefühl, dass durch forcieren dieses „Männer sind Schweine“ Narrativs mal wieder Nebelkerzen gezündet werden sollen? Schließlich gibt es, grade in der letzten Zeit, einige gesellschaftliche Probleme, die sich nicht mit dem üblichen „Vertrauen“ auf die „Wundertätigkeit“ des Marktes wegwischen lassen… (Was ich darüber hinaus sehr interessant finde ist die Verwendung des Begriffs des „Predators“ also des Beutegreifers, der schon etwas biologistisches hat. Warum schießt mir grade jetzt die Tatsache durch den Kopf, dass viele die ihre überlegenen Werte mit Monstranz vor sich hertragen und sich als wahre Linke TM sehen den Konsum von Fleisch mit moralischem… Weiterlesen »

schröder
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schröder

Die Vorkämpferin für gleichen Rechte der Frauen in Deutschland,Clara Zetkin würde sich über den Mist der von den USA als Emanzipation seit Jahrzehnten verkauft wird im Grabe drehen. Sie würde heute für Männer-Rechte kämpfen

schröder
Gast
schröder

Das ist nur mal so als Anstoß zur BRD -Allgemeinbildung gedacht. Da dieser Name in keiner BRD Bildungseinrichtung aufgetaucht ist!!!

uepsilonniks
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Warum wurde mein Kommentar zensiert? Wegen dem Nazivergleich? Oder doch der Link? Ich bitte um eine Begründung, damit ich dem in Zukunft ausweichen kann.

Nashörnchen
Gast
Nashörnchen

Die allermeisten Menschen wußten es ja sowieso schon lange – und der Rest lernt in diesen Zeiten halt gerade, wer und was „systemrelevant“ und wer und was überflüssig oder gar schädlich ist, wenn eine Gesellschaft so halbwegs funktionieren soll. Da wird eine Dorothea Blunck genauso wie andere Luxus-HartzIVende wie eine Franziska Giffey, eine Meike Lobo, eine Jutta Ditfurth, eine Ferda Ataman und all die anderen Geschwätz-Prinzessinnen, die grad so gewaltig das Maul aufreißen, in den nächsten – ich schätze mal grob – 5 bis 10 Jahren schmerzhaft lernen, daß political correcte Sprücheklopperei und Genderklos eher werden zurücktreten müssen hinter Ärzten… Weiterlesen »

Matze
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Matze

Interessant ist ja, dass die Chance Opfer von häuslicher Gewalt zu werden für Frauen in lesbischen Beziehungen deutlich höher ist wie in heterosexuellen Beziehungen. Was natürlich für diejenigen, die Männer als das Allgemeinübel hinstellen wollen nicht die Bohne interessiert und einen daran zweifeln lassen kann, ob ihnen der Schutz von Frauen wirklich wichtiger ist, wie die Chance Männer als Monster hinzustellen.

Sukram71
Mitglied
Sukram71

Auf jeden Fall verunsichert mich das ganze Thema wirklich extrem und ich traue mich kaum noch Frauen anzusprechen. .. 😩
https://youtu.be/dv_lYK93YxM

Lena
Gast
Lena

Wegen akuter Corona Langeweile mal wieder in diesen anlog reingeschaut. Echt traurig Herr De Lapuente, was aus Ihnen geworden ist, seit sie mit diesem Wellbrock zusammenhängen.

C.W.
Gast
C.W.

„Schon wieder musste ich mich als Mann in eine Rolle drängen lassen, die ich nie in meinem Leben eingenommen habe.“ Selbst schuld, wenn Sie sich in diese Rolle drängen lassen. Ich war mein ganzes Leben auch nie gegen Frauen gewalttätig, also warum soll ich mich da angesprochen fühlen? „Kurz gesagt, es wurde mal wieder die ganze männliche Menschheit über einen Kamm geschert.“ Blödsinn! Warum lesen die da so etwas raus? „Übrigens wird häusliche Gewalt von Frauen an Männern viel öfter nicht thematisiert – geschweige denn angezeigt. Wobei sich da was bewegt, die Vorfälle häufen sich, Mediziner warnen vor einer hohen… Weiterlesen »

Frank Frei
Gast
Frank Frei

90% der Gewalt gegen Kinder wird von Frauen gemacht. Das wird häufig verdrängt, wenn man Beiträge zu diesem Thema schreibt, die Männern zeigen, die Kinder schlagen.