Land der Starköche, Land der Sparfüchse

Wenn Julia Klöckner nicht so unglaublich miserable Politik machen würde, käme das, was sie über die Zahlungsbereitschaft der Deutschen in puncto Lebensmittel gesagt hat, vielleicht besser an. Den ganz falsch liegt sie damit ja nicht.

Ja, ja, ja, ich weiß schon was gleich kommt. Jemandem wie Julia Klöckner, der Unfähigkeit in Weinköniginnenperson, die der Lebensmittelindustrie alles durchgehen lässt und sie zur Selbstverpflichtung verpflichtet (und damit also zu gar nichts), kann man nicht recht geben. Auch dann nicht, wenn sie vielleicht doch mal was sagt, was nicht ganz falsch ist. Der beste Weg wäre es, in den Chor der Empörten einzustimmen. Der hatte freilich wieder Chorprobe, nachdem sie kundtat, dass die Menschen in Deutschland zu wenig für Lebensmittel ausgäben.

Sie hat ja leicht reden. Kann ja nicht jeder bei Grace am Kurfürstendamm essen. In diesem Nobelschuppen lief sie mir vor vier Jahren über den Weg. Jedenfalls glaube ich bis heute, dass sie es war. Wir hatten ein Abendessen in dem Laden gewonnen. Anders hätte es unser Budget weit überstiegen. Das Essen war vorzüglich – wenn auch weit überteuert. Die Klientel dort war zum Kotzen. Die Kellnerinnen leisteten fachliche Arbeit, aber sie wurden von den Feinkostjunkies arrogant behandelt – anderes Thema. Klar ist also, dass nicht jeder Hartz-IV-Empfänger einfach mal tiefer in die Tasche greifen kann. Aber es sind ja gerade nicht die ganz Armen, die Pfennigfuchser spielen.

Deutsche Tradition günstiger Verköstigung: Freibank, Discounter, Abendbrot

Man muss nur schauen, wer da bei Aldi und Lidl einkauft. Das kommt die Mittelschicht in ihrer Mittagspause angestürmt – und zu guten Teilen auch die gut verdienende, die obere Mittelschicht. Leute also, die sich auch bessere Lebensmittel leisten könnten. Sie greifen aber auf Discounterware zurück. Günstige Speisen haben in Deutschland Tradition.

An anderer Stelle äußerte ich mich mal dazu. Mein spanischer Vater wunderte sich zeit seines Lebens darüber, wie die Deutschen viel Geld in Außenfassaden ihrer Häuschen oder neue Autos steckten, sich abends, nach einem schweren Tag auf Arbeit, allerdings nur ein kaltes Abendbrot gönnten. Ein »Onkel« der deutschen Familienseite lobte Gasthäuser wegen ihrer tellerfüllenden Sättigungsbeilagen und die güstigen Preise – über die Qualität des Essens hat er sich jedoch nie geäußert. Mein deutscher Großvater, nicht schlecht verdienender Arbeiter in der Auto-Union, den heutigen Audi-Werken, kaufte Fleisch nur bei der Freibank. Da konnte er einige Mark sparen. So waren sie gestrickt.

Mein Vater war Gastarbeiter, er kam aus dem an sich armen Spanien der Franco-Ära. Aber gutes, warmes Essen: Das vermisste dort keiner. Deshalb ja dieser Kulturschock, der ihn ereilte. Natürlich hatte das auch was mit dem mütterlichen Teil seiner Familie zu tun, die Árgotes waren berühmt für ihren Hunger – als sich dieser Familienzweig mal zu einer letzten Wiedervereinigung in einem Restaurant traf, haben sie den Laden leergefressen. Da weiß ich wenigstens, woher ich es habe. Kein Wunder, sie stammten ja aus dem spanischen Baskenland – und baskische Küche, man munkelt ja, die hochgelobte französische Küche blickt neidvoll in deren Töpfe. Wer einmal die Raffinesse von Bacalao al Pil Pil genossen hat, weiß was Kochkunst bedeutet. Dort lässt man sich Essen was kosten – auch wenn man weniger hat. Ja, es ist gewissermaßen das Wichtigste im Leben. Lieber spart man am Haus oder am Auto. Sie sind Lebensmittel – und Lebensmittelpunkt.

Hierzulande hangelte man sich teilweise mit Graubrot und blassen Aufschnitt durch die Woche. Sicher gesünder als das, was wir aus dem Land meines Vaters kannten. Aber halt auch langweilig. Diese spartanische Speisemoral hat sich bis heute gehalten. Nur kauft man das Brot nicht mehr beim Bäcker und die Wurst nicht mehr beim Metzger. Man geht dorthin, wo es preiswert zu haben ist. Und es kümmert auch nur wenige, warum diese Sachen so kostengünstig sind. Für alle die rätseln: Es könnte was mit der Qualität zu tun haben.

Nicht zu viel Geld in die leibliche Versorgung zu stecken: Das ist in deutschen Landen quasi Tradition. Sicherlich hat es was mit den Weltkriegen zu tun – und ganz sicher auch mit dem kollektiven Schock des Dreißigjährigen Krieges, als man in diesen Breitengraden auch Hunde oder tote Menschen verspeiste. Man hatte nichts, musste es sparsam halten, wenn es doch mal was gab außer ein frommes Gebet.

Wertigkeit der Lebensmittel: Fast nirgends so günstig wie im reichen Deutschland

Die Sparsamkeit hat sich erhalten. Und die Versorgungsbetriebe reagieren darauf – Discounterpreise bestimmen den Lebensmittelmarkt. Wenn ich im Ausland in einen Supermarkt gehe, ereilt mich ein ähnlicher Schock wie meinen Vater seinerzeit. Kulinarisches vom Tier ist zum Beispiel in Belgien sehr teuer. 150 Gramm Schinken, abgepackt und mit der Abpackware vergleichbar, die wir hier so kennen, kosteten dort 3,33 Euro. In Spanien sieht es nicht anders aus, speziell Fleisch ist dort teurer als in Deutschland. Selbst Chorizo oder Jamón Serrano bekommt man in Deutschland günstiger als im Ursprungsland.

Ich staunte nicht schlecht, als ich einen bulgarischen Supermarkt betrat. Dort herrschen Preise wie hier – und das bei einem viel niedrigeren Durchschnittseinkommen. Auf Sizilien dasselbe: Fleisch ist da nicht für Discounterpreise zu haben. Nicht mal im Discounter. Meine Einschätzung ist natürlich nur subjektiv: Aber überall sah die Ware besser aus, als das Zeug, das man uns so unterbreitet. Ich bilde mir ein, das liegt an der Kundschaft. In Spanien oder Italien würden sie einem den Ramsch von hier um die Ohren schlagen.

Natürlich sind die Deutschen Billigheimer. In vielen Dingen, günstig ist schließlich schwarze Null und Geiz ist ohnehin seit Jahrzehnten das geilste Lebensgefühl im Lande. Aber nirgends spürt man das so sehr, wie beim Thema Lebensmittel

Die Wertigkeit spielt dabei nur eine zweitrangige Rolle. Und das eben nicht nur beim Sozialhilfeempfänger, bei dem man es verstehen kann und muss. Sondern in jeder Gesellschaftsschicht. Auch bei denen, die sich was Besseres leisten könnten. Und das ist erstaunlich, denn ich kann mir kaum ein Land denken, in dem Köche so in den Unterhaltungsbetrieb eingebunden werden, wie es in Deutschland seit einigen Jahren der Fall ist. Dort predigen sie Nachhaltigkeit, Qualität und Respekt vor dem Produkt.

Zugegeben, manche dieser Zunft kochen abgehoben und für normale Leute wie dich und mich viel zu Chichi. Aber man kann mit einfachen Zutaten Gutes zubereiten: Das zeigen diese Köche auch hin und wieder. Nur die Qualität muss stimmen. Und die kostet nun mal was. Man muss sie sich leisten können, schon klar. Aber man muss sie sich auch leisten wollen. Und da hapert es. Der Erfolg der Discountkultur legt davon Zeugnis ab. In dieser einen Sache hatte Klöckner recht. Im Übrigen bin ich aber der Meinung, dass Klöckner entlassen werden muss.

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ChrissieR
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ChrissieR

Morsche, lieber Roberto! Ich lass mal die Weinkönigin aussen vor, da wäre jeder Kommentar überflüssige Vergeudung von Zeit und Tipperei… Was die Preise betrifft, sehe ich das in meinem Teilzeit-Heimatland Frankreich auch so: Voele Franzosen kaufen dort auch bei Aldi und Lidl…aber Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse ist dort teurer als hier. Die Auswahl ist grösser, die Qualität schaut auch recht gut aus. Leider bewirken die Discounter aber auch in Frankreich das Aussterben kleiner Bäckereien, Metzger und Fischläden in kleineren Städtchen oder Gemeinden! Ich habe aber in Frankreich gelernt, lieber bessere teure Ware vom Metzger/Bauern/Winzer zu kaufen und davon kleinere… Weiterlesen »

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Lieber gescheites Wildfleisch vom Jäger kaufen, nen guten Rotwein dazu…

Japp! 👍
Seit gut zwei Jahren kommt bei mir nur noch Wildschwein zum Einsatz und das auch nur 4-5 mal im Jahr – ansonsten gibbet G’müs, Kräuter, Pilze und Obst (das Wenigste davon gekauft); getrunken wird nur noch Hafermilch und Leitungswasser. Selbst an meine Haare kommen nur noch Kräuter. Wenn ich mal irgendwo eingeladen bin, kommt etwas Ruß (kein Witz!) auf die Lider und gut ist.
Jetzt laber ich mich wieder fest… Ok, ich lass‘ es 😂

Grüßle

Frau Wirrkopf
Gast

HI! 🙂 Das stimmt komischerweise nur für Fleischwaren. (Mein subjektiver Eindruck.) Zum Glück kann ich mir – dank Minijob zur Mickerrente – derzeit Fisch und Fleisch auf dem Markt oder im Hofladen des Bauern leisten. Da ist die Qualität eindeutig besser als im Supermarkt. Aber bei Obst und Gemüse sieht das m.E. anders aus. Da ist die Qualität auf dem Markt oft nicht erkennbar besser als beim Diskounter aber wesentlich teurer. Warum das so ist – hab ich mir noch keine Gedanken drum gemacht aber ich staune oft. Zur Kernaussage „der Deutsche ist zur geizig für gute Lebensmittelqualität“ würde ich… Weiterlesen »

Pen
Gast
Pen

Was Obst und Gemüse aus Spanien betrifft: seit Jahren schon geht die mindere Qualität nach Deutschland, denn dort will man es billig, egal wie es schmeckt. Auf die gummiartigen, an Plastik erinnernden Gurken aus Spanien, die auch merkwürdig riechen, verzichte ich solange, bis es hier regional frische Gurken gibt. Eingemachte, saure Gurken sind ein guter Ersatz.

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Auch ich stimme dir zu, Roberto.
Dazu noch: auch in Dänemark sieht es (für mich) nicht so aus wie Hierzulande. (Wobei, Dänemark muss anders gewertet werden: der Dänen Einkommen liegt höher als unseres und sie haben z. T. auch verschiedene Erleichterungen (Krankenkasse wird vom Staat übernommen, kostenlose Bildung, ect – dafür allerdings eine Mehrwertsteuer von 25%) – wie viel Fleisch die Dänen konsumieren ist mir nicht bekannt)

LG
Gaby

Alter weiser Mann
Gast
Alter weiser Mann

Ich tu mich ja immer bissl schwer mit solchen Vergleichen… 🤔 Ja, sicher haben andere Länder andere Preise. Aber hat das zwingend immer nur mit der Qualität zu tun??? Oder spielt da vielleicht doch auch das Lohnniveau eine Rolle? Subventionen? Traditionen? Ich weiß nicht, was Schinken in Belgien kostet oder in Bulgarien. In Polen dienen solche Supermärkte wie hier jedenfalls hauptsächlich zum Touristen abzocken. Der indigene Pole geht da so oft hin, wie Du zum Käfer. Auch wenn er reich ist und es sich leisten könnte ist das eher eine Form von Dekadenz – eingekauft wird traditionell auf dem Markt… Weiterlesen »

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Holã Ich kenne in meinem Umfeld auch „Kleinst-„Höfe die mehr als knallharten Gesetzen folgen. Die haben eine komplett andere Einstellung in Bezug auf den Umgang mit Tieren – sind allerdings auch keine Produzenten oder Nahrungsverwahrer. Mein großer Fleisch- und tierische Produkte-Verzicht hat nicht sehr viel (zwar auch, aber nicht ausschließlich) mit der Haltung und dem Umgang, oder Preisen zu tun. Davon habe ich mich frei gemacht. Zuguter Letzt, weil mir das angebotene Fleisch einfach nicht mehr (nach Fleisch) schmeckt, sondern maximal nach Wasser. Das sieht mit dem Wildschwein vom Jäger definitiv anders aus, aber auch da halte ich mich dezent… Weiterlesen »

Drunter & Drüber
Gast
Drunter & Drüber

Natürlich, das deutsch naturbelassene Wild und die Bestandsregulierung. Am Schönbuchsüdhang ist ein Wildgehege für die Kinder des akademischen Nachwuchses und IT-Mittelstandes. Das kann man bedauern, aber es ist zu spät! Daneben jedoch, hinter Hohenentringen, beginnt württembergischer Staatsforst mit ca. 2,5 m hoher Einzäunung und daneben alle 200 m ein Hochsitz für die Bestandsregulierung an Hirsch auf dem Tisch und Schwein muss sein. Natürlich gibt es noch viel mehr solcher romantischen Vorstellungen, wie vom Bauer, der seine Kuh melkt und nur 30 Cent für einen Liter Milch erhält – weil Sie zu geizig sind! Wie soll man von 30 Cent leben?… Weiterlesen »

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Ich bestreite nicht, dass es auch bei der Jagd schwarze „Schafe“ gibt. Für meinen Teil (hier im Forst) kann ich jedoch nicht die von Dir beschriebenen Umstände sehen, da so nicht existent. Wäre dem so, würde ich ebenfalls darauf verzichten.

Drunter & Drüber
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Drunter & Drüber

Schwarze Schafe will keiner bestreiten, nirgendwo! Die gehören einfach dazu, wie das goldene Korn zum blinden Huhn. Doch wie bei den Körnern geht es auch bei den Schafen um das Verhältnis zum Rest. Und glauben Sie mir, der Schönbuch ist noch der schönere Teil unserer filettierten Welt. Selbstverständlich kann hier Pleti nicht einfach auf die Jagd gehen! Wo kämen wir da hin! Doch die, die es können und nie auf die Idee kämen, Kreti zu fragen, haben mit Bestandsschutz weniger zu tun als Pinochet (der Herr sei seiner Seele gnädig) mit F.J. Strauß selig. Will sagen, Bestandsschutz ist das PR-Feigenblatt… Weiterlesen »

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Ich verstehe. Nun, ich hätte kenntlich machen sollen/müssen, dass sich meine Aussage auf den mir bekannten und hiesigen Forst bezieht.

Danke

Drunter & Drüber
Gast
Drunter & Drüber

Alles gut… Mir ging es nur um diese plakative Vorstellung einer „gesunden“ Land- bzw. Forstwirtschaft vs. „ungesundem“ Konsumverhalten. Da findet eine Verschiebung statt, die ich so nicht stehen lassen wollte. Darum habe ich einfach mal kräftig mitgeschoben. Ihre persönliche Erfahrung mit Jagdrevieren kann und will ich nicht beurteilen.

Ich bin im Internet, ich bin informiert

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Drunter & Drüber Will sagen, Bestandsschutz ist das PR-Feigenblatt einer rechts-reaktionären Freizeitvergnügung. Dass Jagd ein teures Vergnügen besser Betuchter ist, stimmt durchaus, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Durch viel zu milde Winter und das Fehlen von natürlichen Feinden ist beim Wildschwein die natürliche Auslese obsolet und sie vermehren sich wie die „Wutz“. Ein Bauer, dessen Feld von so einer Rotte umgepflügt wurde, ist alles Andere als glücklich über deren Besuch. Die Tiere kommen mittlerweile in die Vorstädte, um Mülltonnen nach Freßbarem zu durchwühlen. Nach Aussage eines Jägers schwimmen manche Exemplare sogar über den Rhein, um sich in BW… Weiterlesen »

Drunter & Drüber
Gast
Drunter & Drüber

Wer hätt’s geahnt…

Auch Ihre persönliche Erfahrung mit Jagdrevieren kann und will ich nicht beurteilen. Im Übrigen bricht der Wolf (DER WOLF!!!) jetzt auch schon durch bis nach Mainz. Da staunen Sie, was?

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Drunter & Drüber

Im Übrigen bricht der Wolf (DER WOLF!!!) jetzt auch schon durch bis nach Mainz. Da staunen Sie, was?

Na wenn er da mal nicht den „Blauen Bock“ reißt. 😀

Die Rückkehr des Wolfes begrüße ich übrigens, auch wenn es sich bei so manchem gesichteten Exemplar eher um illegale, freigelassene Wolfshund-Mischungen aus Osteuropa handeln dürfte, mit denen die Besitzer wg. ihrer Wildheit nicht klar kamen.

Pen
Gast
Pen

Na wenn er da mal nicht den „Blauen Bock“ reißt. 😀

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Die Tiere kommen mittlerweile in die Vorstädte, um Mülltonnen nach Freßbarem zu durchwühlen.

Nicht nur das, Robbespiere. Sie sind gekommen um zu bleiben. In Berlin ferkeln sie bereits in Gärten ab und der Nachwuchs bleibt dann in diesem Gebiet, weil sicherer für sie als der Wald. Früher, so wird erklärt, war kein reinkommen in die Städte, weil jede Stadt durch eine Mauer geschützt war.

Das war jetzt auch nur eine wiedergegebene Information – „niemand will eine Mauer bauen“ (ich auch nicht, gegen Brücken habe ich jedoch nichts; anderer Kontext)

LG

Pen
Gast
Pen

Das wäre doch die Lösung, Ferkel im Garten und frisches Fleisch auf dem Tisch. :- ))

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Pen

Gute Idee, wäre da nicht der mörderische Instinkt der Bachen.

Als Wildschweine noch mit der Saufeder erlegt werden mußten, gabs öfter mal Verlierer unter den Jägern. 🙂

Bauer Grundmann
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Bauer Grundmann

Zustimmung. Die Jagd macht durchaus Sinn. Ein Vergnügen ist das nicht immer, da man als Jagdpächter auch eine Menge Verpflichtungen übernimmt. Die Jägerschaft ist, so wie die Bauern, nicht homogen und es werden teilweise recht kontrovers unterschiedliche Sichtweisen auf Arten-, Umwelt- und Naturschutz vertreten. Stichworte sind Wolf, Treib/Drückjagd und Wildscheine. Ganz ungefährlich ist es auch nicht. Eine Bekannte hat erst vor kurzem ein Wildschwein auf fünf Meter erschossen welches aus dem Unterholz zum Angriff übergegangen ist. Kopfschuss, das Tier war sofort tot. Wild ist aus Tierschutzsicht (tot sind die Tiere natürlich am Ende schon) das beste Fleisch. Bis zu ihrem… Weiterlesen »

Alter weiser Mann
Gast
Alter weiser Mann

Ja, und der Bäcker kriegt nur 15 Cent für das Brötchen! Wie soll man von 15 Cent leben?
Und der Bauer hat ja nur eine einzige Kuh und die gibt ja nur einen Liter, das ist ’ne ganz kleine Kuh, die kann man nachts mit ins Bett nehmen, da spart man den Stall und kann Morgan V8 fahren… 🤡

Drunter & Drüber
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Drunter & Drüber

Ne, der ist in Polen auf dem Markt. Da kriegt man noch echte Złoty für. Gold für Abgasschleudern!

Rainer N.
Gast
Rainer N.

nun, ich bin zwar Grusiempfänger, aber mein Brot kaufe ich beim Bäcker. Leider wurde vor einiger Zeit meine LIeblingssorte eingestellt – Sojabrot – und Kürbisbrot gibt es nicht immer. Und der Satz – der Mensch lebt nicht vom Brot alleine – so kommt auf mein Brot zwar was drauf, aber eher ungesund – Nuss-Nougat-Creme – keine Wurst, keine Butter oder Margarine. Wurst – da bin ich bei vielen unten durch – Rossgriller – wie kann man Pferdefleisch essen. Hab ich gelernt – von meinem „Opa“ – der war Soldat im Krieg und die waren froh die „gefallenen Pferde“ als Nahrungsquelle… Weiterlesen »

ChrissieR
Gast
ChrissieR

@Rainer..

Pferd ess ich auch gern…bekomme ich aber fast nur noch in Frankreich!

Pen
Gast
Pen

Für die leckeren Pferdewürstchen hab ich früher meine 50 Pfennig Jahrmarktsgeld ausgegeben. Kein Karussel, keine Zuckerwatte, aber Rostbratwürstchen. Sehr schade, daß es die nicht mehr gibt.

Aber in diesem verlogenen Land quält man lieber massenhaft Tiere in Zuchtanstalten, stopft sie mit Hormonen voll und vergiftet sie mit Antibiotika, und erst in der Pfanne hat dann deren Leiden ein Ende. Der Verbraucher freut sich.

Wie sinnvoll wäre es dagegen, das Fleisch von glücklichen, freilaufenden Pferden zu essen, die nichts als Gras und Hafer gegessen haben, und deren duftende Ausscheidungen von ihrem sauberen Innenleben zeugen. Die Moral halt.

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Pen

Wie sinnvoll wäre es dagegen, das Fleisch von glücklichen, freilaufenden Pferden zu essen, die nichts als Gras und Hafer gegessen haben, und deren duftende Ausscheidungen von ihrem sauberen Innenleben zeugen. Die Moral halt.

Naja, die meißten Pferde zu Schlachtzwecken kommen aus Polen Richtung Frankreich.
Polen würden diese „edlen Tiere“ niemals essen.
Mag sein, dass die ein besseres Leben hatten als die Tiere hier aus der Massenzucht, aber der lange Transport dürfte auch eine Quälerei sein.

Ganz abgesehen davon hat Pferdefleich einen ganz eigenen Geschmack, so wie Schaf oder Ziege auch.
Das muss man mögen, auch wenn das Pferd extrem sauber ist und wenig Cholesterin enthält.

Drunter & Drüber
Gast
Drunter & Drüber

Richtig. Die Polen essen so ein Fleisch nicht. Die essen Mastgans, oder Kartoffelsuppe. Nur wir, wir essen Verdener Spargel. Ach ja, wer erntet denn dieses Jahr unseren guten niedersächsischen Sumpflandspargel? Die Polen ja angeblich nicht. Die sollen zu teuer sein. Ukrainerinnen? Moldavierinnen? Ja richtig, die könnten als Bulgarinnen getarnt, oder so. Aber die Bulgaren und überhaupt alle da unten, die wissen ja gar nicht, was sie an ihren ureigensten (französischen?) Supermärkten haben. Da ist alles frisch und bunt und wert und voll – nicht wie bei ALDI. Nehmen Sie noch eine Keule, es ist genug da.

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Drunter & Drüber

Aber die Bulgaren und überhaupt alle da unten, die wissen ja gar nicht, was sie an ihren ureigensten (französischen?) Supermärkten haben.

Auf dem Balkan zieht man sich,soweit wie möglich, sein Essen selber heran.
Da weiß man noch, was auf dem Teller liegt.

Rainer N.
Gast
Rainer N.

Auf „unserem“ Wochenmarkt steht jeden Samstag ein Pferdemetzger – und dann – 12 Griller – ja so verrückt bin ich – mit diesen Milchbrötchen (12er-Pack) dann „Hothorse“ kein Hotdog – lach.

R_Winter
Gast
R_Winter

Natürlich sind die Deutschen Billigheimer.

Diese Feststellung ist sehr oberflächlich. Wenn in anderen Ländern die Angebotspreise niedriger wären, würden dort die Kunden „Billigheimer“ werden.
Im übrigen bezieht das „Preiswerte“ nicht nur auf Fleischprodukte. Ich habe in Osteuropa gesehen, dass in Deutschland unverkäufliches Obst zu deutschen Preisen vom Hamburger Großmarkt verkauft wurde (bei dort 30% Einkommenshöhe deutscher Beschäftigter).

Nein, es liegt nicht an „deutsche Billigheimer“, sondern an
– Verbraucher-Prioritäten
– Stand der Volkswirtschaften (Fresswelle-Einrichtungselle-Bekeidungswelle-Urlausbswelle-Vergnügungswelle/Internet) usw. usf.
– Logistik/Anzahl der Kunden/Monopolstellungen usw.

Es lohnt sich etwas tiefer einzusteigen.

R_Winter
Gast
R_Winter

Die Deutschen sind keine geborenen Billigheimer, sondern sie sind das Produkt des ungezügelten Kapitalismus = Neoliberalismus.
Das gleiche Problem ist in allen Kontinenten zu finden.
In Südeuropa spielt der warme Sommerabend ein Rolle – oder besser gesagt: „spielte“.

Das Einkommen ist viel zu niedrig.

Bauer Grundmann
Gast
Bauer Grundmann

Naja, alle können sich die schöne gesunde und nachaltige Küche einfach nicht leisten. Es ist einfach eine Vernebelungstaktik zu sagen das die Deutschen gutes Essen und Tierwohl einfach nicht schätzen würden und quasi die armen Landwirte zwingen umweltschädigend und tierquälend zu produzieren. Erstens, Menschen in Ländern in denen beispielsweise 60 Prozent für Nahrung ausgegeben wird machen das nicht, weil die eine so hohe Wertschätzung für gutes Essen an den Tag legen, sondern weil die so arm sind. Zweitens, auch Normal- bis hin zu Gutsverdienern in Deutschland geben teilweise unverhältnismäßig viel Geld fürs Wohnen aus was dann beispielsweise beim Essen nicht… Weiterlesen »

Jane Doe
Gast
Jane Doe

Diese Bauern würden sich eine Änderung der Agrarförderung wünschen die bisher Großproduzenten bevorzugt.

Es haben, wie so oft, die Politiker das Heft in der Hand, und nicht der Endverbraucher. Durch Bekannte weiß ich, dass Kredite/ Fördergelder für deren Höfe nur bewilligt wurden, wenn sie die Stallung samt Viehbestand erheblich ausbauten und erhöhten – sonst gab es das benötigte Geld nicht. Die Politiker und deren Politik haben damit maßgeblich zu den ganzen Hochleistungs-Fleischproduzenten und -Schlachtereien beigetragen. Dazu beigetragen ist zu wenig, geradezu gezüchtet trifft es besser.

Folkher Braun
Gast
Folkher Braun

Hier fehlt ein Argument: Des Bauers Gülle infolge intensiver Viehwirtschaft. Es gibt nicht wenige Regionen, wo die Wasserwerke die Nitratbelastung nicht mehr ausfiltern können. Zum Beispiel im Raum Cloppenburg. Nun gibt es einen ausgedehnten Gülletourismus. Hervorgerufen durch das „meststoffenwet“ in den Niederlanden. Dort muss an jedem Gülletanker eine Probe gezogen werden, die wird via GPS an das zuständige Ministerium verschickt, und das entscheidet, ob die Brühe überhaupt in den Niederlanden injiziert (unter Druck in den Boden verpresst) werden darf. Als Alternative bietet sich an, die Gülle in den Nachbarländern auszubringen. Die seinerzeit aktive Landwirtschaftsministerin, Frau Ilse Aigner, hat das NL-Kontrollsystem… Weiterlesen »

Robbespiere
Gast
Robbespiere

@Folkher Braun

Die Agrarindustrie möchte halt für die Durchseuchung des Grundwassers nicht bezahlen. Deswegen waren sie in Berlin so zahlreich mit ihren Ackerschleppern protestierend anwesend.

Bist du sicher, dass das Vertreter der hochsubventionierten Großbetriebe waren?

Irgendwer
Gast
Irgendwer

@Roberto Du wirfst aber gründlich verschiedene Zeiten und verschiedene Länder durcheinander. Die Freibank gab es vor Aldi, man hat dort gutes Fleisch bekommen, nur weil sich das Vieh die Knochen gebrochen hat und nicht mehr in normalen Fleischereien verwurstet werden durfte. Das Schwein wurde in einem Verschlag gemästet und im Spätherbst/Winteranfang wurde geschlachtet. Karnickel und Hühner hatten auch nur winzige Stallungen. Rind- und Pferdefleisch über die Freibank, das konnte sonst keiner bezahlen. Ein Auto konnte sich auch nicht jeder Leisten, dafür fuhren Werksbusse. Gemüse gab es von April bis Oktober, Kohl auch noch im November. Danach gab es nur das,… Weiterlesen »

Pen
Gast
Pen

Wintergemüse gibt es bis ins Frühjahr, wenn es richtig gelagert wird, d.h. in der Erde, kühl, feucht, geschützt vor Frost. Die Erde verhindert. daß es schimmelt, weil sie antibakteriell ist. Auf meinem Balkon halten sich ungewaschen Sandmöhren den ganzen Winter, in einer belüfteten, mit einer Plane zugedeckten KIste, die Möhren bedeckt und geschützt mit einem alten Pullover aus Wolle, der genau die Feuchtikeit anzieht, die das Gemüse braucht. Aus Weißkohl wird ein Holzfaß voll Sauerkraut gemacht, das ewig hält und roh gegessen gesund ist. Es ist das Beste für Verdauung, weil die Milchsäure Millionen verschiedener Stämme von Probiotika enthält. Täglich… Weiterlesen »

niki
Mitglied
niki

Puh…. Da ich Fleisch allgemein schon fast 10 Jahre keines Blickes mehr würdige, kann ich auch nicht die Qualität mehr beobachten und beurteilen. Laut einigen Aussagen aus meiner Verwandtschaft, soll die Qualität noch weiter abgenommen haben. Aber da viele von denen eine schwäbische Erziehung genossen haben, fressen sie den Billigscheiß trotzdem (und wundern sich dass sie krank werden…) Lediglich das die Preise immer noch auf extrem niedrigem Niveau zu sein scheinen… Ein Kilo Hack für unter 3 Euro wird in den Werbenprospekt angekündigt… Ich habe gestern mit einem ehemaligen Biobauern (im Ruhestand, sein von ihm aufgebauter Betrieb existiert allerdings noch… Weiterlesen »