Ohne Donald, wärt ihr gar nicht hier!

Bloomberg also. Er ist der neue Shooting Star in der Anti-Trump-Phalanx. Er ist nicht die Lösung des Problems, sondern die Wurzel. Die Esel von der demokratischen Partei haben nichts gelernt. Sie wollen keine Alternative zu Trump sein – der ja leider an sich auch keine Alternative für irgendwas ist.

Vielleicht also dann doch nicht Oprah Winfrey oder Dwayne Johnson, den sie »the Rock« nennen. Bitte nicht verwechseln mit BlackRock, denn das wäre dann der Fritze Merz – seines Zeichens auch Schauspieler, aber in viel schlimmeren Schmierenstücken als jener Actionheld. Man setzt also bei den US-amerikanischen Demokraten vermutlich doch auf die seriöse Schiene, ein alter Sozialist und Figuren aus der Flitterwelt haben da keine Chance mehr. Wenn ein mehrfacher Milliardär antritt, um die Vereinigten Staaten zu retten, fällt die Entscheidung nicht mehr ganz so schwer.

Michael Bloomberg tritt also an. Er will es machen. Die US von der Knechtschaft erlösen, Donald Trump aus dem Amt fegen und nebenher die Demokraten aus der Krise manövrieren. Wenn der Superreiche ins Weiße Haus kommt, so wird man das bei der Democratic Party wohl sehen, dann ist das Hillary-Desaster endlich vorüber, die Talsohle durchschritten. Die Demokraten führen nicht umsonst einen Esel als inoffizielles Logo. Sie sind mindestens so störrisch wie so ein Vieh. Manche nennen diese Sturheit auch Dummheit. Was aber nur den Demokraten, nicht aber den Unpaarhufern gerecht wird.

Ohne Trump, hätten sie kein Programm

Mittlerweile kriegt man ein Bild davon, wie die Democrats die Ära des US-Präsidenten Trump wirklich werten: Sie sehen sich nämlich als Rettungsanker. Hätten sie im November 2016 gegen einen halbwegs »seriösen« Kontrahenten die Wahl verloren, sähe die Welt der Donkey Party anders aus. Schlechter. Denn das hätte sie nicht in die Rolle des vermeintlich besseren Amerika gerückt – sie hätten sich eventuell überlegen müssen, wie sie die Krise meistern. Aber wenn die Staats- und Regierungskrise größer ist, als die im Vergleich viel kleinere Parteikrise, kann man sich bequem zurücklehnen. Denn neben einer regelrechten Katastrophe sieht man selbst dann noch gut aus, wenn man kriselt.

Donald Trump ist das demokratische Parteiprogramm. So doof das klingen mag: Aber ohne ihn wären die Democrats gar nicht hier – hier als »besseres Amerika«, als Licht in Dunkel-USA. Kaum jemand würde auch nur eine Sekunde darauf verwenden, diese Esel als Alternative zu diesem Präsidenten zu betrachten.

Weil es den Duckfacing-President gibt, hat eine an sich genauso tote Partei wie es die republikanische Konkurrenz ja auch ist, nochmal Oberwasser gekriegt. Die mauen Touren, die halbgare Rhetorik, die radikalgespielte Radikalopposition: Das gründet in Trump, im wirklichen wahrsten Programm der vermeintlich Progressiven. Warum sie die Wahlen verloren haben: Scheißegal. Das schieben sie mal ganz weit weg – man muss schließlich nach vorne blicken.

Neben der gescheitelten Staatskrise aus Manhatten scheint der inhaltliche Exkurs gar keine Rolle mehr zu spielen. Man bietet einfach hanebüchene Kandidaten auf, schiebt Donald Trump jedes Desaster, Chaos und jede Ungerechtigkeit in die Schuhe und hofft, möglichst wenig ohne inhaltliche Aufarbeitung zurück ans Ruder zu gelangen.

Die kleinen Leute und Bloomberg

Die Demokraten haben für sich entdeckt, dass der Vorwurf an Trump, alleine für den Niedergang des Landes verantwortlich zu sein, eine Art Abgrenzungsstrategie zu einer Entwicklung ist, die schon weit vor dem aktuellen Präsidenten existierte – und an der die Demokraten mindestens so beteiligt waren wie die Republikaner. Indem man so tut, als sei der US-Präsident das Einfalltor des Bösen in eine vormals gute US-amerikanische Welt, wollen sie sich als Gegenentwurf zu ihm zu stilisieren.

Aber es ist letztlich so, wie Michael Moore es in seinem Film »Fahrenheit 11/9« dokumentiert hat: Die demokratische Arroganz hat sich Trump selber eingebrockt. Über Jahrzehnte hat man mit dem Big Business gekuschelt und Elitenpolitik betrieben. Moore erzählt von seiner Heimatstadt Flint in Michigan, die in einem Prozess des Niedergangs steckt. So wie viele ehemalige Industriestädte im Rust Belt, im Rostgürtel, wie man die strauchelnde Industrieregion im Nordosten nennt. Und was trieb Hillary Clinton im Wahlkampf um? Nickligkeiten mit Donald, eigentlich einem Freund der Clintons – und natürlich Putin und die Ukraine.

Die wahren Sorgen ganz normaler Amerikaner, der Arbeiter und Arbeitslosen, der Rentner und Veteranen: Das kam bei den Eseln der demokratischen Partei gar nicht mehr vor. Und tut es auch jetzt kaum. Statt einem New Deal für diese Weltmacht, die im Inneren zu einem Entwicklungsland schrumpft, gibt es nur recht billigen Antitrumpismus, der keine eigenen Akzente setzt, der nur reagiert, wo er selbst handeln müsste. Man kokettiert mir kuriosen Kandidaten aus der Glitzerwelt und jetzt schwingt sich auch noch ein Superreicher auf, die US zu retten. Alles ganz normal, bei diesen Eseln.

Man darf befürchten, dass dieser Präsident namens Trump noch nicht die unterste Latte beim Verfallslimbo dieses Landes darstellt. Die Demokraten unterbieten ihn demnächst. Darauf darf man wetten – und gewinnen.

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Juergen
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Juergen

Die wahren Sorgen ganz normaler Amerikaner, der Arbeiter und Arbeitslosen, der Rentner und Veteranen: Das kam bei den Eseln der demokratischen Partei gar nicht mehr vor.

Nun, das zieht sich ja wie ein roter Faden durch alle verlorenen Wahlen der westlichen Irgendwie-Linken in diesem Jahrzehnt: die Irgendwie-Linke verachtet die Wähler die sie braucht um Wahlen gewinnen zu können. Nämlich die ganz normale Arbeiterklasse, den Otto Normalverbraucher eben.

Ronaldo
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Ronaldo

Naja, ist wohl was dran, aber: Selbst die Grünen, schon seit Beginn im Kampf gegen Altersarmut, bestehen- selbst in der Wählerschaft nicht, mehrheitlich aus Sukrams Fair soll fair bleiben, in England, USA scheinen Sozen noch stärker einseitig auf Identitätspolitik, Frauen, Homos, Multikulti zu setzen als hierzulande die alte Tante SPD Natürlich soll dich auch für Homos, Flüchtlinge. In begrenzter Zahl usw eingesetzt werden, aber soziale und innere Sicherheit, Bürgerbeteiligung, Umwelt erscheinen mir wichtiger, gerade als die ungeliebte Masseneinwanderung, ein Luxusthema vor dem Herrn! Die Sozen in Dänemark setzen auf Soziales, moderne und liberale Gesellschaft, strenge Ausländerpolitik, durchaus mit Erfolg Es… Weiterlesen »

niki
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niki

Und was hat Bloomberg und die US-Amerikanischen Demokraten mit Linken zu tun, wenn man von wenigen Ausnahmen wie Bernie Sanders ausklammert?
Bloomberg ist wohl für einen Linken ein Ziel zur Enteignung… Das ist widerlich so viel Vermögen anzuhäufen und gehört ganz schnell rückgängig gemacht und abgestellt!

Juergen
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Juergen

@Niki

Und was hat Bloomberg und die US-Amerikanischen Demokraten mit Linken zu tun

Eigentlich nichts, da hast Du natürlich recht. Das Gleiche gilt auch für H. Clinton und B. Obama. Trotzdem waren viele Leute, die sich selbst links nennen, von denen begeistert. Und ich vermute das wird auch bei Bloomberg passieren falls er in den Vorwahlen gut abschneidet.

Die antideutsche „Linke“ wird schnell ihre Sympathien für Bloomberg entdecken und Bloomberg-Kritiker wird dann Antisemitismus vorgeworfen werden.

Sukram71
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Sukram71

Ohne Donald Trump würde Präsidentin Clinton zB versuchen, die von Obama eingeführte allgemeine gesetzliche Krankenversicherung in den USA zu verbessern und auszubauen und zB den Besitz und Erwerb von Kriegswaffen etwas einzuschränken.

Das betrifft ganz sicher die Sorgen und Nöte der ganz normalen Amerikaner. Schon alleine das entlarvt den Artikel als Unsinn.

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

@Markus
Schon vergessen was „Kill“ary Clinton mit Lybien zu tun hatte?

Sukram71
Mitglied
Sukram71

Gaby: Argh!

Gaby Peschel
Mitglied
Gaby Peschel

Nur mal damit Du eventuell nachvollziehen kannst, warum ich auf Lybien hingewiesen habe :
Ich vertraue absolut niemandem der andere in Kriege drängt, anstiftet, führt, oder sie legitimiert – dabei ist der Name der Person oder die Parteiangehörigkeit völlig irrelevant. Wer dies tut, macht sich unglaubwürdig in Puncto „wir wollen Menschen was Gutes tun“.

Heldentasse
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Heldentasse

Also jetzt mal ehrlich, ist es nicht im Prinzip egal von welcher Oligarchen- Fraktion wir vermarktet (gelinde gesagt) werden? Und wer glaubt noch daran, das die oder der POTUS wirklich die Zentrale Figur ist, die die Geschicke des Imperiums maßgeblich bestimmt?

Ich nicht, und da ich darauf Null Einfluss habe, und auch vermute das vieles alles eine große Show ist für das Wahlvolk in US, empöre ich mich nicht über Mr. Trump & Co. oder Miss Clinton. Die Energie kann man sinnvoller verwenden.

Beste Grüße

Serienfan
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Serienfan

Der Hass auf Trump scheint tatsächlich der einzige gemeinsame Nenner der demokratischen Wähler und der demokratischen Partei zu sein. Aus der Labour-Pleite in England sollte man lernen, dass das nicht reicht. Man braucht selbst klare politische Positionen und klare, politische Ziele. Ein „Trump muss weg“ reicht nicht. Wollen die Demokraten wirklich die Superreichen besteuern? Wollen sie wirklich die Finanz-Industrie und den Bankensektor reglementieren? Wollen sie wirklich eine staatliche Krankenversicherung? Wollen sie sich wirklich geopolitisch neu aufstellen? Wollen sie wirklich mehr in die Infrastruktur und weniger in Kriege investieren? Wollen sie wirklich die Rechte der Arbeitnehmer stärken? Wollen Sie wirklich einen… Weiterlesen »

Pen
Gast
Pen

Der Hass auf Trump scheint tatsächlich der einzige gemeinsame Nenner der demokratischen Wähler und der demokratischen Partei zu sein.

Guter Beitrag, vielen Dank. Die Demokraten unterscheiden sich in nichts von den Reps und von Trump. Im Grunde habe die dort ein Einparteiensystem.

Durch das idiotische Impeachmentverfahren zeigen die Dems , worum es ihnen wirklich geht, und sorgen dafür, daß Trump eneut gewählt werden wird. Langsam begreifen das auch die Wähler. Die werden ihre Waffen nicht abgeben, wenn es dort zu Aufständen kommt.

https://www.zerohedge.com/political/10-self-evident-truths-we-people-have-spontaneously-come-realize

aquadraht
Gast
aquadraht

Ich stimme völlig zu, was die Demokraten angeht. Selbst Sanders faselt vom „Tyrann Putin“ und hat keine grundsätzlich anderen Vorstellungen zur US-Aussen- und Militärpolitik. Warren ist da eher noch schlimmer. Sozialpolitisch bieten Warren und Sanders durchaus Vernünftiges, aber leider ohne viel Chance, dass es durchkommt.

Wo ich widerspreche, ist beim UK-Wahlergebnis. Neben den recht guten Anallysen von Jens Berger noch die ganz ausgezeichnete Auswertung von Alexander Mercouris https://consortiumnews.com/2019/12/17/letter-from-britain-why-labour-lost/ .

Juergen
Mitglied
Juergen

@aquadraht

Danke für den Link, kannte ich noch nicht. Ich sehe die gegenwärtige Situation von Labour ähnlich wie der Autor in dem Beitrag in Consortium News.

Allerdings teile ich nicht seinen Optimismus über die zukünftige Entwicklung. Das ist auch der schwache Punkt seiner Analyse, nämlich dass er die Niederlage von Labour allein auf dem Hintergrund der Entwicklungen in den UK analysiert obwohl die Sozialdemokratie in vielen anderen europäischen Ländern genau die gleichen Zerfallserscheinungen zeigt.

aquadraht
Gast
aquadraht

Es ist etwas daneben, wenn man die Unterschiede zwischen Labour und den kontinentalen Sozialdemokratien ausblendet. Die italienische und französische Sozialdemokratie sind praktisch ausgelöscht, die vormals führende deutsche Sozialdemokratie krebst vor dem einstelligen Bereich (den schafft sie auch noch). Dagegen hat Labour trotz des krachenden Verlusts von 8% der Wähler immer noch gut 32%, soviel wie die SPD nicht in den letzten 3 Wahlen, und wohl nie mehr wieder. Bis er den Riesenfehler mit dem Brexit-Lavieren machte, hat Corbyn es recht gut geschafft, die „urban-modernen“ und „industriell-traditionellen“ Labourmilieus zusammenzuhalten. Hätte er Mays „Deal“ durch Enthaltung durchkommen lassen, wäre ihm das weiter… Weiterlesen »

Pen
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Pen

@aquadraht

Danke für den link. Ich kann den Optismus des Autors auch nicht teilen. Die Briten wollen Labour auf gar keinen Fall, obwohl viele Boris Johnson schlecht finden. Die werden sich schwer wundern, wenn die USA ihr gutes, altes National Health System privatisieren. Selbst Schuld muß man hier wirklich sagen.

Sukram71
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Sukram71

Man braucht selbst klare politische Positionen und klare, politische Ziele. 

Die bei den USA Demokraten wären:
– Wiederherstellung und Verbesserung der allgemeinen gesetzlichen Krankenversicherung (ObamaCare)
– Einschränkung des Erwerbs und Besitzes von Schusswaffen zur Senkung der Opfer von Schussverletzungen und Amokläufen.
– Teilrücknahme von Trump Steuerreform zur Rettung der Staatsfinanzen
– Wiederherstellung von internationalen Regeln und der außenpolitischen Bundnisfähigkeit
– Retten, was nach Trump noch zu retten ist
– Investitionsprogramm für die verottete Infrastruktur in den USA
– Militärische Anektion von Grönland. 🙂

Pen
Gast
Pen

Wers glaubt…Alles Versprechen vor der Wahl!

Sukram71
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Sukram71

Na das sind aber eben gemeinsame Ziele. Und keine die besonders bescheiden sind. Ohne Mehrheit in beiden Kongresskammern wird die Umsetzung schwierig. Es hängt halt von den kommenden Wahlen ab.