Amoklauf ohne Waffen

Nach den zwei Amokläufen in den USA, scheint der Schuldige gefunden: Hasspräsident Donald Trump. Dabei gab es vor Trump schon viele solcher Taten. Das liberale Amerika macht es sich (wieder einmal) zu leicht.

Schnell war klar, wer für die beiden letzten Attentate in der gesammelten Chronik solch trauriger Ereignisse in den Vereinigten Staaten, als Schuldiger in Frage kommen könnte: Der amtierende Präsident. Im ersten Moment einleuchtend, dass Taten des Hasses irgendwie in Verbindung stehen müssen mit jenem Mann, der wie keiner zuvor aus dem Oval Office heraus dem Hass frönt. Und nicht etwa mit dem Besitz von Waffen. Ganz auszuschließen ist ja auch nicht, dass an der These was dran sein kann. Aber so eindeutig, wie das Demokraten und Teile der demokratischen Presselandschaft nun sehen, ist die Theorie trotzdem nicht.

Schon vor Donald Trump gab es eine ganze Menge ähnlicher Vorfälle. Ja, man könnte sagen, dass die US-amerikanische Geschichte eine Geschichte voller Attentate sei. Dem zweiten Zusatzartikel der Verfassung sei Dank. Vor Trump hat die Öffentlichkeit auch gerne auf diesen verfassungsrechtlichen Ursprung solcher Aktionen verwiesen. Das Recht Waffen am Leib zu tragen, so hieß es gemeinhin, sei Ursache solcher Gewalttaten. Nicht etwa ein wütender, rassistischer, sexistischer Politiker.

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Sukram71
Sukram71
2 Jahre zuvor

Natürlich ist Donald Trump nicht direkt für Amokläufe verantwortlich und selbst wenn man umgehend die Waffengesetze ändern würde, dann gäbe es immer noch Amokläufe.

Aber dennoch muss man doch wenigstens das Allernötigste tun, um zukünftige Taten zu erschweren. Wer das nicht tut, der macht sich mitverantwortlich.

Dazu gehört natürlich mindestens ein Verbot von Kriegswaffen mit großen Magazinen und der Rückkauf aus Privathänden durch den Staat. Ähnlich, wie man das zuletzt in Neuseeland gemacht hat.

Im Zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung steht kein Wort von Sturmgewehren, mit denen man – ohne nachzuladen – 20 Menschen am Stück umbringen kann.

Von Donald Trump zu verlangen, dass er seine bis an die Zähne bewaffneten Fans nicht mehr gegen Migranten und Minderheiten aufhetzt ist vermutlich zuviel verlangt.
Bloß wenn dann einer seiner Fans den Präsidenten beim Wort nimmt und gegen die „Invasoren“ zur Tat schreitet, dann ist er selbstverständlich mitverantwortlich.

Sukram71
Sukram71
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Ja. Noch im vorletzten Absatz heißt es:

Dass Trumps Auftritte nicht zur Deeskalation beitragen, ist bekannt. Dass er aber verantwortlich dafür sein soll, ist nichts als die demokratische Strategie, Trump hier und jetzt für alles und jeden verantwortlich zu machen. Amokläufe gab es auch unter Obama.

Obama und die Demokraten wollen die Waffengesetze schon lange ändern, sind aber regelmäßig an den Republikaner gescheitert.

Selbstverständlich ist insbesondere Trump für die Amokläufe (mit)verantwortlich, weil er sich einer besseren Waffenkontrolle konsequent verweigert und seine Anhänger mit allen Mitteln und regelmäßig gezielt gegen Minderheiten und Migranten aufhetzt.

Übertrieben verteufeln können das die Demokraten gar nicht, weil Trump an Schäbig- und Gewissenlosigkeit gar nicht zu überbieten ist. Das sollten und müssen die Demokraten natürlich anprangern.

Obama hat die allgemeine Krankenversicherung eingeführt und Hillary Clinton hätte die verbessert. Kompetenz und politische Erfahrung müssen kein Nachteil sein.

Trump dagegen hat schon zu Obama-Zeiten seine Anhänger gegen Migranten und den schwarzen Präsidenten aufgehetzt.

Trump hat sogar schon 1989 in ganzseitigen Zeitungsanzeigen die Todesstrafe für jugendliche schwarze Angeklagte gefordert, die sich später als unschuldig herausgestellt haben.
https://www.tagesspiegel.de/politik/yusef-salaam-sass-zu-unrecht-in-haft-trump-hat-damals-ein-kopfgeld-auf-uns-ausgesetzt/24438748.html
Das muss man sich nur mal kurz vorstellen!

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Man hätte wissen können und müssen, was für ein Typ Trump ist. Und dieser ultra-gewissenlose Rassist und Psychopath ist nun US-Präsident.

Sukram71
Sukram71
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Die Demokraten wollen schon seit mehr als 10 Jahren den Waffenbesitz einschränken und scheitern an den Republikanern und der NRA.

Als man 1791 den zweiten Zusatzartikel in die Verfassung aufgenommen hat, wurden Gewehre und Pistolen noch einzeln und von vorne geladen. Den braucht man gar nicht ändern, um Besitz und Handel einzuschränken und deutlich zu erschweren.

Sukram71
Sukram71
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Sicher.

Aber man kann doch nicht die Verantwortung Tumps kleinreden, wenn Trump regelmäßig von „Invasion an den Grenzen“ spricht, gegen Migranten hetzt, sich gegen strengere Waffengesetze wehrt und dann einer seiner Anhänger mit dem Argument „Invasion“ und einer frei-verkäuflichen AK-47 mit großem Magazin 20 Migranten umbringt.

Musil
Musil
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Ja klar, Putin ist ja schon seit Mai 2000 im Amt.

Heldentasse
Heldentasse
2 Jahre zuvor

Nur meine zwei Pfennige: Die Opfer von Amokläufen werden z.Z. in den USA so instrumentalisiert, damit die eine oder andere politischen Seite daraus möglichst großen Vorteil ziehen kann. Über die wahren psychologischen Gründe der Täter, und z.B. auch die Mitschuld der Medien die den Amokläufern eine Plattform bieten, wird kaum diskutiert.

Auch ist es objektiv ganz klar, dass wie auch im Artikel steht, es immer schon Amoktaten gab, und, was nicht im Artikel steht, im Vergleich zur Vergangenheit ein sehr(!) geringes Risiko haben Ermordet zu werden. Diesbezüglich ist die Welt so friedlich wie noch nie, wenn man den Statistiken glauben schenkt, was ich machen.

Beste Grüße

Pen
Pen
2 Jahre zuvor

Das Verhalten der Demokraten seit der verlorenen Wahl kann man wohl auch als „Amoklauf ohne Waffen“ bezeichnen. Sie erfanden Russiagate und verschwendeten drei Jahre und viel Geld mit sinnlosen Untersuchungen, nur weil Killary ihre Niederlage nicht verknusen konnte. Da liegt es natürlich nahe, Donald Trump auch für die Amokläufe verantwortlich zu machen.

Seit in den neunziger Jahren die Psychopharmaka auf den Markt gekommen sind, häufen sich dort die Suicide und Massaker.

Fast alle Amokschützen wurden mit diesen legalen Drogen behandelt, denn auffällige Kinder bekommen dort schon früh Antidepressiva
– mit fatalen Nebenwirkungen. Man weiß zwar um den Zusammenhang von frei erhältlichen Waffen , Psychopharmaka, Suiciden
und Massakern, aber die Geschäfte gehen nun einmal vor.

http://amokantidepressiva.blogsport.de

https://www.heise.de/tp/features/Amok-Der-ausschlaggebende-Ausloeser-Antidepressiva-3375200.html?seite=all

Donald Trump die Schuld an den Massakern zu geben ist bekloppt und bequem, aber für die Eliten der US und deren Vasallen ist er nun mal der Buhmann, wenn er nicht gerade andere Länder (Syrien) bombadiert.

Es ist schon beängstigend, daß eine derart neurotische Gesellschaft bzw. deren Eliten so viel Macht über die Welt haben, denn nichts berechtigt zu der Annahme, daß ausgerechnet die Militärs keine legalen Drogen nehmen.

musil
musil
Reply to  Pen
2 Jahre zuvor

Wenn du in den USA keine Psychopharmaka nimmst, dann giltst du als krank.