Sonntags shoppen, brunchen, Klima killen

Hessens Bürgermeister wollen den verkaufsoffenen Sonntag flexibilisieren: Um gegenüber dem Onlinehandel zu punkten. Im Sinne des Klimaschutzes ist das nicht. Der braucht mehr Ent- und nicht etwa Beschleunigung.

Irgendwie scheint es einen festen Turnus für die Forcierung verkaufsoffener Sonntage zu geben. Alle zwei Jahre kommt das verstärkt aufs Tapet. Vor zwei Jahren habe ich an dieser Stelle darüber berichtet, wie die hessischen Liberalen Nachbesserungen beim Ladenöffnungsgesetz forderten. Und das, obgleich das schon ziemlich liberal – viel zu liberal! – ausgestaltet wurde. Wenn man noch zwei Jahre zurückblickt, berichtete ich vom Tag der Deutschen Einheit 2015, wie man ihn in Frankfurt, beim damals dort stattfindenden Deutschlandfest, zelebrierte. Mit Verkaufsoffenheit natürlich, damit auch zusammenkauft, was zusammenkonsumiert – oder so ähnlich.

Nun wird es also dringend Zeit, dass das Thema wieder stärkere Konturen annimmt. Und siehe da, hessische Bürgermeister sind stets zuverlässig: Sie haben sich just jetzt beschwert, weil sie es viel zu kompliziert finden, wie Kommunen den verkaufsoffenen Sonntag verwirklichen können. Die Hemmnisse seien zu hoch. Wohlgemerkt erlaubt das hessische Ladenöffnungsgesetz aber unbeschränkte Öffnungszeiten werktags – das reicht noch nicht, auch sonntags sollte der mündige Bürgerkonsument was zum Ausgeben haben.

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niki
niki
2 Jahre zuvor

Die Quintesenz ist:
Die Liberalen haben einen gewaltig an der Waffel…
Alles andere hast du bestens beschrieben…

Pen
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Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Die Liberalen haben einen gewaltig an der Waffel…

Volle Zustimmung.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Das ist nur die halbe Wahrheit, wir haben nämlich auch gewaltig einen an der Waffel, denn wir machen deren übles Spiel mit!

Pen
Pen
2 Jahre zuvor

Lieber Roberto,

danke für einen guten Artikel über ein wichtiges Thema.

Unsere regierenden Idioten könnten soviel tun, wenn sie denn wollten. Jeden zweiten Tag ohne Auto, abhängig von geraden und ungeraden Nummern und autofreie, statt verkaufsoffene Sonntage. (Natürlich mit Ausnahmen). Das ging 1973 während der Ölkrise doch gut. Den Onlinehandel zu beschränken wäre auch sinnvoll. Aber was sollen dann die Frustkäufer*Innen bloß tun? Verzicht ist out. Bis wir dazu gezwungen werden.

Nashörnchen
Nashörnchen
2 Jahre zuvor

Der verkaufsoffene Sonntag: Ein urdeutsches Sakrileg, das man auf der restlichen Welt wohl kaum jemandem schlüssig erklären kann. Nicht mal ein Provinz-Politiker. Ein bißchen so wie das Ding mit dem Tempolimit auf der Autobahn. Nun ja – dem „Klima“ ist das eine genauso wurscht wie das andere…

Interessanter (und „linker“) wäre vielleicht eine Herleitung über die schlimm ausgebeutete Verkäuferinnende (m/w/d) gewesen: Schließlich kann in fast ganz Schland seit Jahren jeder Laden 6x die Woche 24 Stunden rund um die Uhr plus auch noch tags und nachts öffnen, wie immer er will. Mal abgesehen von ein paar Schnapsläden auf größeren Bahnhöfen und Flughäfen (außer BER) macht das aber keiner. Nirgends. Lohnt sich einfach nicht. So quasi vollkommen ohne Umsatz ist da selbst ein Hungerlohn viel zu teuer. Am Sonntagnachmittag geht der Deutsche halt nicht einkaufen, sondern Kaffeetrinken bei den Schwiegereltern. Das ist Gesetz. Und sogar bei Amazon & Co. laufen die Bestellungen sonntags nur in einer simplen Datenbank auf, vor Montagmorgen schert sich da keiner drum und die geschröpfte Prime-Kundin wird ihr vollgekotztes DiscoQueen-Outfit dann eben erst am Dienstag ersetzen können. Allemal besser als sonntags zum Primark torkeln zu müssen und reicht ja auch zu bis zum nächsten Wochenende…

Juergen
Juergen
2 Jahre zuvor

Yupp!

Autofreie statt verkaufsoffene Sonntage! Für alle lebensnotwendigen Impulskäufe (Bier, Tabak, Kondome) gibt’s sowieso Automaten, Tankstellen und Spätis/Kioske/Buden. Wir können den Bürgermeistern ja den Vorschlag machen, dass sie ihre verkaufsoffenen Sonntage kriegen wenn sie die anderen Sonntage zu autofreien Sonntagen machen.

Gegen den Onlinehandel hilft das alles sowieso nicht. Das sind nur verzweifelte kommunale Versuche, das Ladensterben in den Innenstädten etwas zu verzögern. Aber selbst schuld: erst Bürohäuser noch und nöcher bauen wegen der schönen Gewerbesteuer und sich dann wundern, dass die Büroviertel am Wochenende ausgestorben sind.

Rudi
Rudi
2 Jahre zuvor

Die Kirchen und Verdi sind sich einig: Sonntags sind die Läden zu. Die ersteren wegen des geheiligten Tages, die letzteren wegen der Sonntagsarbeit. Eine Kombination, die eigentlich genügend Einfluss haben sollte, die Konsumausweitung zu verhindern.

Die Bürgermeister hoffen wahrscheinlich auf einen Zuwachs bei der Gewerbesteuer. Die Kommunalverwaltungen sind ja auch bei der Touristenfischerei mit extra Abteilungen im Rathaus vertreten. Das Verwalten einer Kommune wird zunehmend als privatwirtschaftliche Körperschaft gedacht. Keine andere Interessenvertretergemeinschaft hat größeren Einfluss auf die Kommunalpolitik als die Gewerbetreibenden.

Monika
Monika
Reply to  Rudi
2 Jahre zuvor

Die Kommune ist der demokratischste Teil des Staates

Monika
Monika
Reply to  Monika
2 Jahre zuvor

Fragen wir die Bevölkerung, ob sie offene Läden am Sonntag möchte!!

Monika
Monika
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Gerne

Alex
Alex
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Meine Zustimmung hat sie

Alex
Alex
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Okay, Du hast anscheinend das Hausrecht. Fand nur deine Antwort etwas an der Wahrheit vorbei. Immerhin zählen verkaufsoffene Sonntage zu den umsatzstärksten im Jahr. Und solche Tage sichern momentan keine Riesengewinne sondern die reine Existenz im Einzelhandel.
Die Bevölkerung stimmt also ab, nämlich mit den Füßen.

Alex
Alex
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Aber ich darf deine Antwort unfreundlich finden, oder? Ich kenne Monika nicht, fand ihren Einwand aber durchaus berechtigt. Da ich gerade an einem Kommentar schrieb (siehe unten) , hab ich also auch hier kommentiert.
Dass ich bei euch über RSS schon länger mitlese, musst Du nicht wissen. Dass ich vielleicht schon mal kommentiert habe, kann ich nicht mal sicher sagen, aber Du wirst meine E-Mail gecheckt haben.
Ehrlich gesagt habe ich aber auch keine Lust, hier zwei Jahre rumzuhängen, um als qualifizierter Kommentator wahrgenommen zu werden. Ihr könnt meine Kommentare löschen, wenn sie inhaltlich falsch sind, ihr könnt/sollt mir auch gern widersprechen. Aber sagen, dass ich erst nach zwei Jahren hier eine Meinung haben darf? Dass ich dann erst einer Meinung zustimmen darf?
Oder überinterpretiere ich gerade? Feedback wäre hilfreich.

niki
niki
Reply to  Alex
2 Jahre zuvor

Ist ja gut, lieber Alex…
Anscheinend kennst du die Vorgeschichte der derzeitigen Problematik im Blog mit div. Trollen/Dummschwätzern nicht!

Du wirst aber nicht gefragt. Nur Leute, die mindestens zwei Jahre hier sind, interessieren uns bei dieser Frage.

Für meinen Teil bin ich dafür abzuwarten, ob die Kommentatorin „Monika“ sich als ein alter Bekannter entpuppt, oder auch nicht… Noch ist das meines Erachtens nicht eindeutig feststellbar (ohne jetzt die IPs gesehen zu haben…)
Letztendlich ist es aber Toms und deine Sache, lieber Roberto!

Heiner Möller
Heiner Möller
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Über den groooßartigen Autor Lapuente

https://shop.falter.at/detail/9783864891991

🙂

Pen
Pen
Reply to  Heiner Möller
2 Jahre zuvor

Ja und? Was ist schon dabei?

Wenn Du „großartig“ mit nur einem ‚o‘ geschrieben hättest. könnnte man dies als sachlichen, Beitrag einordnen.

So kann man getrost davon ausgehen, daß du ein Troll bist, der sich – wie es bei Trollen üblich ist – auf ad hominem Kommentare spezialisiert hat, um seinen Frust loszuwerden.

Monika
Monika
Reply to  Alex
2 Jahre zuvor

Danke Alex

Alex
Alex
2 Jahre zuvor

Also nochmal, nachdem mein letzter Versuch irgendwie im Nirvana verschwunden ist:
Ich lebe in Schleswig Holstein; hier gibt es u. a. die Bäderregelung, die Orten an der Ost- und Nordsee erlaubt, zwischen März und Oktober ihre Läden zu öffnen. Diese Tage gehören zu den umsatzstärksten jeder Woche und ohne diese Tage müssten viele Einzelhändler an der Küste schließen.
Gleiches gilt für die Händler an den verkaufsoffenen Tagen. Hier werden die Umsätze getätigt, die wichtig für den Erhalt der Läden sind. Und zumindest von einigen Läden in Timmendorfer Strand und Travemünde weiss ich, dass die Angestellten gerne am Sonntag arbeiten, weil sie zum einen dafür in der Woche frei haben, was die Kinderbetreuung vereinfacht und zum anderen am Wochenende Zuschläge erhalten, auf die keine Angestellte im Einzelhandel verzichten möchte.
Und zu den sonstigen Öffnungszeiten. Hier im Norden sind die Kassiererjobs im Supermarkt nach 8 sehr beliebt bei Studenten, weil sie mit relativ wenig Aufwand und studienfreundlichen Arbeitszeiten viel Geld verdienen (immer vorausgesetzt, dass die Zuschläge auch gezahlt werden).
Zum Abschluss ein Zitat des örtlichen Karstadt Leiters, der hier wegen der Gewerkschaft um 19:00 Uhr statt um 20 Uhr schließen muss (btw haben sie ihre Fläche im Haus zugunsten EDEKA und ROSSMANN um etwas ein Viertel verkleinert sowie durch Flächenzusammenlegung ein weiteres Viertel gestrichen).
„Wenn es keine Abhängigkeiten zwishcen Öffnungszeiten und Einnahmen gäbe, würden wir Donnerstag Vormittag für zwei Stunden öffnen.“

Rudi
Rudi
Reply to  Alex
2 Jahre zuvor

@Alex
Das ist die heile Welt der Einzelhändler und jobbenden Studierenden, die du beschreibst. Allerdings: Nicht der gesamte Arbeitsmarkt besteht aus diesen beiden sozialen Gruppen. Du willst eine Gesellschaft gedacht als Individuen, die sich das Denken des Homo oeconomicus zueigen gemacht haben. Bei dieser Sicht auf die Gesellschaft ist das Streben nach Nutzenmaximierung auf der Seite des Konsumenten und der Gewinnmaximierung auf Händler- bzw. Produzentenseite die treibende Kraft. Dieses Denken spielt auch in der Wirtschaftsforschung zur Maximierung des Warenausstauschs eine wichtige Rolle. Die FDP-ler argumentieren in etwa gleich. Die Parteimitglieder streben nach Freiheit, gemeint ist allerdings die Freiheit des Marktes, der sich in jeder Nische, in jeder Ritze der Gesellschaft bilden können soll, ohne einschränkende Regelungen.

Das passt perfekt zu den sonntäglichen Öffnungszeiten der Läden, die mittels Salami-Taktik peu à peu ausgeweitet werden sollen. Irgendwann wird das Wochenende von sonstigen Arbeitstagen nicht mehr zu unterscheiden sein, weil sieben Tage zu ganz normalen Arbeitstagen werden. Aber was geschieht dann mit jener Lebenszeit, die außerhalb der Arbeitszeit liegt? Auch dort soll es ein Leben geben, das nicht nur auf dem persönlichen Eiland stattfindet: Treffen mit Freunden, Familienfeiern…

Folkher Braun
Folkher Braun
2 Jahre zuvor

Wenn ich mich nicht irre, sind die Reallöhne in Toitschland über 20 Jahre nicht gewachsen. Und wenn, dann nur bei den Flächentariflern. Und die sind gerade noch 25 % von allen Arbeitnehmern. Wenn ich jetzt die Ladenöffnungszeiten verlängere, passiert was? – Die Kaufkraft wird von sechs auf sieben Tage verteilt. Ich kann hier in des Dussels Dorf das Glas Einmachgurken beim Rewe in der Bruchstraße an sechs Tagen in der Woche von 7 bis 24 Uhr kaufen.
Jetzt kann man einwenden, die Zwei- oder Dreischichtdienstler könnten endlich ohne Stress sich ihre Brocken besorgen. Wie haben die das früher gemacht, als die Supermarkt-Buden am Samstag um 13:00h dicht waren? In Tourismus-Gegenden mag das anders sein. Ich habe mir das Problem vor +/- 20 Jahren mal in Sas van Gent in den Niederlanden angesehen. Damals gab es im Dorf unzähligen „winkels“, Lebensmittel, Textil, Getränke, Musik, Elektronik. Heute ist alles dicht. Ein Großmarkt auf der belgischen Seite, und der blies allen das Licht aus. Und der Laden ist nicht 24/7 auf.

Alex
Alex
Reply to  Folkher Braun
2 Jahre zuvor

Dass man 24/7 öffnen kann muss ja nicht heissen, dass man öffnen muss. Es geht nur um die Möglichkeit. Touristische Ziele werden eher öffnen, weil sie dann mehr Geld pro Stunde verdienen.
Und was Düsseldorf angeht. Ich hab damals viele Bücher im SternVerlag gekauft, weil ich da nach der Arbeit (nach 18:00 Uhr) immer noch durchlaufen konnte. Heute schaue ich im lokalen Thalia oder Hugendubel, weil die örtlichen Buchhändler die Bücher, die mich interessieren, für unter ihre Würde halten (Fantasy, Comics aka Graphic Novels) und bestelle doch bei Amazon, weil einfacher.
DIe Kaufkraft ist mit verkaufsoffenen Sonntagen größer, zumindest für die örtlichen Händler. Wer auch immer nun weniger verkauft, es ist niemand aus dem lokalen Bereich.
Und übrigens, um auf meine alten Düsseldorfer Zeiten zu kommen. Ich habe zeitweise meinen Lebensmittelbedarf an der Tankstelle gedeckt, weil alle Läden ab 18:30 geschlossen hatten.
Und spezielle Dinge wie besondere Musik, besondere DVDs, besondere Technik konnte man eben nicht kaufen. Ich hab 1998 in Ddorf für einen Freund eine Andrea Berg CD gekauft (was hab ich mich geschämt), weil er sie im Umkreis von 50 km nicht kaufen konnte (lebt auf dem Dorf, meine Heimat) .
Wenn Du Dich fragst, wie das früher ging, dann so, dass es eben nicht ging.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

J. De Lapuente

Genau, das ist die in der Politik so hochgelobte „freiwillige Selbstkontrolle“.

Pen
Pen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
2 Jahre zuvor

Man kann eigentlich sagen, nur wer in Armut lebt, lebt anständig. Shoppen, Brunchen? Mit dem Auto die Luft verrschmutzen? Ist doch gar nicht drin. Man kauft nur das, was man wirklich braucht, das, was auf dem Zettel steht. Strümpfe stopfen, statt sie wegzuwerfen, Gebrauchtes aus dem Seconhand Shop, usw.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich die Frauen mit dieser Art „Gleichberechigung“ einen Gefallen getan haben. Da sollte es eher um Bildung gehen, um gleiches Recht und ein Ansehen auf Augenhöhe. Wie lange hat es gedauert, bis Frauen wählen durften? Oder ohne die Erlaubnis des Ehemannes arbeiten durften? Arbeit neben Haushalt und Kindern sollte freiwillig sein, kein Muß. Der Kapitalismus hat sich halt auch das Thema Gleichberechtigung unter den Nagel gerissen und dem Nutzen und der Verwertung zugeführt.

Die Leidtragenden sind die Kinder, die mit einem Jahr in die KiTa kommen. Das Problem ist, daß Arbeit im Haus, Versorgung und Erziehung der Kinder nicht als Arbeit angesehen und nicht bezahlt wurde. Es gab viele Frauen, die, nachdem die Kinder aus dem Haus waren, und der Gatte. im „Zwoaten Saft“ stehend, sich eine Jüngere gesucht hat, ohne einen Pfennig dastanden.

niki
niki
Reply to  Folkher Braun
2 Jahre zuvor

Jetzt kann man einwenden, die Zwei- oder Dreischichtdienstler könnten endlich ohne Stress sich ihre Brocken besorgen. Wie haben die das früher gemacht, als die Supermarkt-Buden am Samstag um 13:00h dicht waren?

Wie haben die das Früher gemacht?
Oftmals waren viele Frauen in den Familien gar nicht oder nur halbtags arbeiten… Und dann ging das…!
Das ist nur eine Feststellung!
Ich wäre ja dafür dass dieses wieder so ist! Allerdings nur mit dem Unterschied dass dieses unabhängig von den Geschlechtern sein sollte…

PS. Als Jugendlicher ab 14J. hatte ich auch öfters mal einen Teil des Einkaufs der Familie im Supermarkt nach der Schule gemacht… Mit dem Fahrrad und Anhänger…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Wie haben die das Früher gemacht?
Oftmals waren viele Frauen in den Familien gar nicht oder nur halbtags arbeiten… Und dann ging das…!

Stimme dir voll zu.
Genau so lief das in unserer Familie damals auch. Die Mutter war zu Hause, hatte abends eine Putzstelle, später halbtags gearbeitet und der Lohn des Vaters war hoch genug, um davon gut (ohne Auto und teure Urlaubsreisen ) leben zu können.
Dass ich Samstag nach der Schule das bestellte Brot vom Bäcker holte oder sonst kleinere Einkäufe tätigte, war ganz normal.

Der Umstand, dass man Frauen zu Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt gemacht hat ( getarnt als Geleichberechtigung der Frau ), der die Löhne insgesamt niedrig hält und die fehlende Zeit für Einkäufe bringen erst diesen Rattenschwanz an Problemen mit sich und führen zu solchen abstrusen Ideen.
Am Ende kann man den Euro doch nur einmal ausgeben, egal zu welcher Zeit.

Warum kommen die Bürgermeister eigentlich nicht auf die Idee, ihre Ämter sonntags zu öffnen, damit die Bürger ihre Angelegenheiten regeln können?
St. Florians-Prinzip nennt man das wohl.
Die nehmen geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden für sich in Anspruch, aber Andere sollen darauf verzichten.
Über Ausnahmen in touristischen Gebieten kann man ja gerne reden, aber hier geht es um eine Veränderung, die pauschal alle Arbeitnehmer betrifft.

Pen
Pen
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Ich wäre ja dafür dass dieses wieder so ist! Allerdings nur mit dem Unterschied dass dieses unabhängig von den Geschlechtern sein sollte…

Unbedingt. Was das betrifft, so haben die Frauen mit der Gleichberechtigung nicht das große Los gezogen. Da fehlte oft die Veränderung in die andere Richtung. Gleiches Recht und gleiche Pflichten für alle.

Vielleicht müßte man eher von „Gleichverwertung“ sprechen. In Jahrzehnten haben sich die Frauen mühsam das Recht erkämpft, genau so ausbebeutet zu werden, wie Männer.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Folkher Braun
2 Jahre zuvor

Wenn ich jetzt die Ladenöffnungszeiten verlängere, passiert was? – Die Kaufkraft wird von sechs auf sieben Tage verteilt.

Ja natürlich! Aber was oft vergessen wird ist, dass viele kleine Geschäfte sich erweiterte Öffnungszeiten nicht leisten können, und es deshalb auch zu Kaufkraftverschiebungen kommt. Man kauft die Gurken dann halt beim REWE und nicht bei Tante Emma, weil die nicht geöffnet hat.

Beste Grüße

Heldentasse
Heldentasse
2 Jahre zuvor

Da ja alles und jedes vermarktet und kommerzialisiert wird, manche sagen sogar „werden muss“, ist nun auch der Sonntag dran, dass Hessen da Vorreiter ist, wundert mich persönlich gar nicht.

Ob dadurch das „Klima gekillt“ wird? Nein natürlich nicht, dass Klima kann nicht gekillt werden, sondern es killt uns, wenn wir nicht schnellsten eine ernsthafte ökologische Wende hinbekommen.

Dass das nichts wird mit dieser dringend notwendigen Wende, kann man auch an dem hier diskutierten Peanuts festmachen, in dem m.E. mal wieder Ursache mit der Wirkung vertauscht wird, denn der Mensch sägt sich gerade bewusst den Ast ab auf dem erst sitzt, und nicht der „Wirtschaftsliberalismus“! Was man sehr leicht auch daran ersehen kann, den falls in Hessen die Geschäfte am Sonntag dauerhaft geöffnet hätten, gehen Menschen freiwillig(!!!) „schoppen und brunchen“ und nicht der ominöse „Wirtschaftsliberalismus“.

Beste Grüße