Die Infantilisierung der Klimadebatte

Selbst in unserem postheroischen Zeitalter scheint es eine tiefe Sehnsucht nach einer Erlösergestalt zu geben. Anders ist nicht zu erklären, warum Greta, das It-Girlie des Klimaschutzes, zu einer Prophetin hochgejazzt wird.

An Heilige glauben wir schon lange nicht mehr. Ja, selbst Helden sind rar geworden in unserer Zeit. Die Protagonisten unserer modernen Geschichten sind oft zerklüftete Gestalten, ohne grundsätzliche Überzeugung, nicht unbedingt bereit sich für die falsche Seite zu entscheiden, aber eben auch nicht dazu in der Lage, auch nur mit halber Kraft auf der richtigen zu verweilen. Dafür wurde der Begriff des Anti-Helden konzipiert. Denen gucken wir gerne zu: Im Kino oder TV. Ihr Nihilismus ist unterhaltsam. Vielleicht übertreiben wir es als Gesellschaft auch mit der Unterhaltung durch nihilistische Akteure. Denn dann und wann bricht etwas hervor, was schon längst gebändigt schien: Die Sehnsucht nach einem blütenweißen Helden, einer Erlöser- und Rittergestalt.

Aktuell wird ein 16-jähriges Mädchen in diese Rolle gedrängt. Greta Thunberg heißt sie. Sie – was so viel heißt wie ihre Eltern – spielt munter mit. Für viele im Land ist dieser Teenager die frohe Kunde im Dunkeln klimatischer Gleichgültigkeiten. Während sich ein reißender Absatz von Büchern und Filmen über Pubertierende – also über das elterliche Leid mit angehenden Erwachsenen und ihren Eitelkeiten – verzeichnen lässt, lauschen Millionen dem Evangelium einer Pubertären ganz so, als sei diese jugendliche Lebensphase ein Kainsmal besonderer moralischer Reinheit. In den Augen von Katrin Göring-Eckardt von den Grünen ist Greta gar eine Prophetin.

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niki
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niki

Warum ausgerechnet Katrin Göring-Eckardt als Beispiel… Diese Frau ist für mich nicht zurechnungsfähig und gehört ganz schnell weggesperrt… Asozial (Hartz4-Befürworterin um jeden Preis), kriegsgeil (will alles mit Waffengewalt lösen, Putinhasserin!). Allerdings gilt das auch für eine Vielzahl andere Politiker…!
Wenn ich Greta Thunberg wäre, täte ich mich von den „Umarmungen“ der üblichen Politiker vollständig distanzieren und sämtliche Preise ablehnen! (Vielleicht hingehen zur Verleihung und dann unter scharfen Worten den Preis den Leuten vor die Füße schmeißen)

Andreas
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Andreas

Mal nebenbei: seit hier immer mehr Artikel hinter einer nachgelagerten Bezahlschranke auf Sekundärseiten verschwinden, haben sich die neulandrebellen für mich mehr oder weniger erledigt. Journalismus zu unterstützen, ist die eine Sache, aber hier zahlen zu müssen, dort zahlen zu müssen und woanders nochmal ein Abo abzuschließen, weil die Autoren „neulandrebellen.de“ zu einer Art Aggregationsseite für kostenpflichtige, „verteilte Artikel“ gemacht haben, das nervt nur noch.

Heldentasse
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Heldentasse

IMO ist der Drops geluscht, wir haben fertig! Und der Gedanke, das man Greta in Stellung gebracht hat, um von den Hauptverantwortlichen abzulenken erscheint mir nicht ganz so abwegig.

Beste Grüße

https://www.youtube.com/watch?v=4vuq_K6Cha4

Sukram71
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Sukram71

Natürlich braucht ein wichtiges Thema für die Medien ein Gesicht. Und wer könnte dazu besser geeignet sein, als eine Jugendliche aus einer Generation, die davon am meisten betroffen sein wird? Dass eine 16-jährige weder kompetente Wissenschaftlerin oder Politikerin sein kann, ist doch völlig klar. Davon gibt es aber ja bereits genug. Was es braucht ist ein junges Gesicht, der von Klimawandel und den kommenden weltweiten Verwerfungen am meisten Betroffen. Dafür ist Greta Symbol und Stimme und das ist sehr löblich und absolut berechtigt. Wie engstirnig muss man sein, um das auch nur ansatzweise anders zu sehen? Der Klimawandel ist Realität… Weiterlesen »

Drunter & Drüber
Gast
Drunter & Drüber

Bei dem Artikel scheint es ausschließlich darum zu gehen, ein reaktionäres Publikum zufrieden zu stellen. Es ist ein nahezu unerträglich vorurteilsbeladener Text.