Mächtig ausgebeutet

Der Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel sollte eigentlich die Macht der Arbeitnehmer mehren. Das ist jedoch in unserem Jobwunderland nie geschehen. Dies wird besonders bei den Paketboten deutlich.

Beim Spiegel macht man sich Sorgen um die Konjunktur. Die fetten Jahre seien vorbei. Aber Entwarnung, liebe Arbeitnehmer: Für euch geht das Jobwunder weiter. Besser noch: »…         die Arbeitnehmer werden mächtiger denn je.« Wenn das mal nicht gute Aussichten sind. Mehr Zukunft wagen, möchte man da freudig ausrufen. Wenn sich dann der Freudenausbruch etwas legt, man wieder mit kühlem Kopf bei der Sache ist, stellt sich ja dann doch eine Frage: Für wen waren die Jahre fett? Und muss Arbeitskräftemangel zwangsläufig mit Machtzuwachs für Arbeitende einhergehen?

Es ist ja schon befremdlich, dass das Wochenmagazin vom Jobwunder schwafelt. Die Kennzahlen lassen nur den Schluss zu, dass der Wahlspruch »Hauptsache Arbeit«, den man im Zuge der Umsetzung der Agenda 2010 häufig hörte, zur bitteren Realität wurde. Anders gesagt: Quantität schlug Qualität. Der Niedriglohnsektor ist nach wie vor beispiellos in Europa. 7,2 Millionen Menschen haben einen Minijob – 4,8 Millionen Menschen sind reine Minijobber ohne eine andere, eine absichernde Beschäftigung zu haben. Langzeitarbeitslose sind in der Regel immer noch genau das: Langzeitarbeitslos.

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Kopfschüttel
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Kopfschüttel

Was ich damals schon dachte und sich heute bewahrheitet hat: Politiker (und sogenannte Arbeitsmarktprofis a la Gewerkschaften) sind einfach blödblind! Unter dem Motto privat ist besser als staat hatte sich ja auch das Märchen breit machen können: alle, die ne Firma leiten sind Unternehmer alle, die Unternehmer sind, haben eine soziale Ader alle mit ner sozialen Ader wollen natürlich das Beste für ihre Belegschaft (die Boschs 21) Dass viele Leiter nur hochbezahlte Angestellte auf Zeit sind, wurde verdràngt, dass es naturgemäß bei kapitalismus immer um Gewinnemaximierung geht, wurde weggelabert! (Die flächendeckende Einsàtze eines USA Ablegers gab mir dann die Bestätigung:… Weiterlesen »

Folkher Braun
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Folkher Braun

Das Fuhrgeschäft war und ist eine soziale Gosse. 1908 gründeten die Gewerkschaften die „Gewerkschaftliche Unterstützungseinrichtung für Verkehrsberufe“ (GUV). Die gibt es noch heute. Die dient dazu, Forderungen der Fuhrunternehmer wegen Schäden am Fuhrwerk abzuwehren, damit sich der Fahrer nicht ruiniert. Ich war 22 Jahre im schweren Bereich +/- 40 Tonnen tätig. Da gab es die Sozial-Dumper-Fraktion schon in den 70er Jahren (nachzulesen bei Günther Plänitz: Das bisschen Fahren. VSA 1982.) Jetzt ist die Fahrerlaubnisklasse B (ex FS Kl.3) eine „zivilisatorische Allerweltsqualifikation“. Man hat etwas anderes gelernt oder nichts gelernt, kann aber einen Transporter halbwegs fahren. Bei UPS kann man eine… Weiterlesen »

ChrissieR
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ChrissieR

Guude, Folkher, …damals gab’s auch noch das Kabotage- Gesetz, dass es ausländischen Spediteuren untersagte, rein innerdeutsche Transporte zu machen…. Mal von den sozialen Bedingungen ganz abgesehen….man hört jeden Tag von schweren LKW- Unfällen…aber das kann ja wohl kaum an mässig ausgebildeten, ausgebeuteten und entsprechend unmotivierten Fahrern liegen ?!? Ist ja in meinem Ex- Gewerbe auch schon so…die Unfallhäufigkeit mit Linienbussen hatte in letzter Zeit zugenommen, auch die von Busfahrern verschuldete! Ich hab noch aus Spass an der Tätigkeit die FSK CE und DE ( früher Kl. 2 plus Fahrgastbeförderung) gemacht, heute schickt das Arbeitsamt unmotivierte und zu Recht gefrustete Leute… Weiterlesen »

Rudi
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Rudi

Roberto: Einige Lieferanten nächtigen sogar in dem ihnen zugeteilten Lieferwagen. Andere fahren mit dem Privatauto Pakete aus.

Dazu passt die von Auto-Bild getunte Vorstellung des neuen E-SUVs von Mercedes in Las Vegas: der SUV EQC mit 408 PS, Einsteigerpreis 71.000 Euro. Und, so wird geworben, da der Netto-Einstiegspreis unter 60.000 Euro liegt, kann noch die Umweltprämie von 4.000 Euro abkassiert werden, die jeweils zur Hälfte vom Steuerzahler und von den Herstellern getragen wird. Für denjenigen, der seine Paketzulieferer im Niedriglohnsektor schuften lässt, ein doch akzeptables Angebot für sein imagebildendes Greenwashing.