Schuldenbremse: Wenn alle sparen, gehen alle kaputt

Bei Lichte betrachtet hätte die Schuldenbremse nicht ins Grundgesetz, sondern wegen ihrer religiösen Anmutung in die Bibel geschrieben werden müssen. Die Rubrik der „10 Gebote“ wäre aber unpassend gewesen. Eher hätte sie zu den „sieben Todsünden“ gepasst.

Dreiviertel der Deutschen hält die Schuldenbremse für sinnvoll. Der deutsche Finanzminister betet sicher jeden Abend für sie seinen neoliberalen Gott an und die Stimmen, die sich kritisch der Schuldenbremse gegenüber äußern, sind nicht weit entfernt vom Image der Querdenker und Schwurbler. Doch das schon pathologisch wirkende Festhalten am Schuldenverbot ist hochgradig zerstörerisch.

Wo bleibt die Dummheitsbremse?

Deutschlands Wirtschaft geht am Stock, und selbst der zeigt Risse und ist brüchig. Doch die Bundesregierung schafft immer neue Mittel und Wege, um das Desaster noch eine Spur schlimmer zu machen.

Da sind zunächst einmal die Sanktionen gegen Russland zu nennen. Als Außenministerin Baerbock (die Grünen) davon sprach, Russland ruinieren zu wollen, hatte sie womöglich mal wieder einen verbal-intellektuellen Aussetzer und meinte Deutschland, nicht Russland. Einmal abgesehen davon, dass Baerbocks Ansatz ohnehin dem infantilen Wunsch einer Hüpfsportlerin entsprach, ging er auch noch komplett nach hinten los. Die Weigerung, billiges russisches Gas zu kaufen, hat die deutsche Wirtschaft in eine gefährliche Schieflage gebracht. Die wird nicht besser dadurch, dass über teure Umwege eben doch russisches Gas nach Deutschland kommt.

Eine Wirtschaft wie die deutsche künftig durch das Pusten in Pfützen (Wind- und Wasserkraft) und den Blick ins Licht (Sonnenenergie) am Laufen halten zu wollen, zeugt von Inkompetenz und Realitätsferne, sicher auch von Skrupellosigkeit.

Die steigenden Energiepreise werden ergänzt durch gestiegene Zinsen, beides in Kombination ist eine wirksame Giftpille, um Wachstum, Wohlstand und Standortstärken in die Tonne zu treten. Die Folge: Es wird gespart, bis der Arzt kommt, zumindest, wenn er die Zeit dazu findet und das Quartal noch recht jung ist, sodass er seine Behandlung sogar abrechnen könnte. Sahra Wagenknecht sagte es ja bereits vor einiger Zeit, doch man muss es wiederholen: Wir haben die dümmste Regierung in Europa, vermutlich die dümmste seit Bestehen der Bundesrepublik oder gar seit der Kreuzigung eines Mannes, der heute sicherlich einer Bande woker Wahnsinniger zum Opfer fallen würde.

Wer gibt Geld aus?

Derzeit offenbar fast niemand, alle haben Angst oder leere Portemonnaies oder beides. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts macht die Sache natürlich auch nicht leichter. Und während kurz nach deren Verkündigung bei Teilen der Bevölkerung noch eine gewisse Häme zum Vorschein kam, wird nun immer klarer, dass der Spott zu früh ausgeschüttet wurde. Denn die Verfassungsfeinde in Berlin haben nun den Taschenrechner rausgeholt und hoffen, das eine oder andere Loch (oder besser: den einen oder anderen Krater) über Einsparungen im sozialen Bereich stopfen zu können.

Allerdings hatten wir schon vorher ein massives Problem mit dem Binnenmarkt. Während Deutschland noch den Titel des Exportweltmeisters trug, konnten Politik und Unternehmen dieses jedoch elegant ignorieren, es kam ja genügend Geld vom Ausland rein. Da inzwischen aber vornehmlich Unternehmen sich selbst exportieren, weil Deutschland zu teuer geworden ist, bleiben den Hiergebliebenen zahlreiche Kunden am unteren Limit, die sich zweimal überlegen, ob sie in den Konsum investieren oder lieber nicht. Die Antwort auf diese Frage dürfte noch eindeutiger ausfallen, wenn nun auch noch im sozialen Bereich gespart wird. Der Binnenmarkt ist also auf der nächsten Stufe dessen, was man als Verödung durch Verblödung bezeichnen könnte, angekommen.

Die Not der Notlage

Laut des biblischen Grundgesetzes können staatliche Schulden nur noch in sehr übersichtlichem Maßstab gemacht werden, es sind 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das sind ca. 13,5 Milliarden Euro. Wenn mehr Geld aufgenommen werden soll, muss eine Notlage ausgerufen werden. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Denn was genau soll das eigentlich sein, eine Notlage? Corona? Der Ukraine-Krieg? Ein inkompetenter Wirtschaftsminister oder ein hilfloser Bundeskanzler? Antisemitismus? Kopfschmerzen? Ohne Frage zeichnet sich Deutschlands größte Notlage dadurch aus, von der jetzigen Bundesregierung gequält zu werden. Doch kein Verfassungsrichter wird dies akzeptieren, um neue Schulden aufzunehmen.

Eindeutig befindet sich die Wirtschaft in einer Notlage, aber ist das auch eine, die das Aufnehmen neuer Schulden rechtfertigen kann? Schließlich wurde diese Situation politisch herbeigeführt. Dennoch ist die Aussicht auf den Weg in eine Rezession von großer Tragweite, die dazu führen kann, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland sich in eine Ruine verwandelt, auf deren Baracken arme Bürger krabbeln, um die Reste ihres Wohlstands zu suchen, faktisch eine Notlage, und zwar eine sehr ernste.

Weg mit der Schuldenbremse!

Wissen Sie, warum Christian Lindner (FDP) an der Schuldenbremse festhält? Er wird Ihnen etwas von nachfolgenden Generationen erzählen, die die Schulden von heute bezahlen müssen. Das stimmt, aber nicht in Euro und Cents, sondern in Form maroder Infrastruktur, zusammenbrechender Schulen und dem Abschmieren der Daseinsvorsorge. Wenn wir in Zukunft lauter Dummköpfe von kaputten Brücken stürzen sehen wollen, können wir die Praxis mit der Schuldenbremse so weiterführen. Wenn nicht, sollte sie dringend weg.

Das kostet auch weniger als uns täglich eingetrichtert wird, zumindest wenn die Europäische Zentralbank (EZB) mal vom wahnsinnig gewordenen Pferd der hohen Zinsen absteigt. Wir hatten ja sogar eine Nullzinsphase, in der man hätte investieren können wie verrückt. Allein die Instandhaltung oder -setzung maroder Brücken hätte dem Arbeitsmarkt gutgetan, Unternehmensgewinne generiert und daraus folgend zu Steuereinnahmen geführt.

Das Brücken-Beispiel lässt sich auf zahlreiche andere Bereiche übertragen, etwa den Wohnungsbau oder auch den Umwelt- und den Klimaschutz. Unterm Strich führen Investitionen durch Schulden also zu Mehreinnahmen, steigenden Unternehmensgewinnen und Wohlstandssteigerung.

Und überhaupt: Was hat die Schuldenbremse im Grundgesetz zu suchen?

Die Idee, per Grundgesetz Schulden zu verbieten oder zu begrenzen, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Um sich das bewusst zu machen, reicht ein Blick ins „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF):

Das Grundgesetz ist die Verfassung von Deutschland. Dort stehen die Grundrechte für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Das Grundgesetz regelt die wichtigsten Rechte und Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern. Zum Beispiel: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Was zum Teufel hat also die Schuldenbremse im Grundgesetz zu suchen? Ist sie ein Grundrecht für die Bürger? Sind alle Schulden vor dem Gesetz gleich? Was für ein Unsinn!

Die Tatsache, dass den Menschen die Schuldenbremse als Segen verkauft wird, der die folgenden Generationen schützt, ist schon dumm genug. In einer Phase, in der fast alle sparen, in diesen Chor mit einzustimmen, ist Doppel Wumms-dumm, denn wenn alle sparen, rutscht man in die Krise.

Doch das Schlimmste an dieser ganzen Debatte ist die Inkompetenz der Bundesregierung, die zu einem Debakel für Deutschland führt und fast nebenbei den Euroraum spaltet. Denn die Freude am besinnungslosen Sparen wird in den wenigsten Ländern geteilt. Zumal ein Blick in die USA zeigt, dass massives Investieren auch massive Auswirkungen positiver Art hat. Die Amerikaner können sich zusätzlich darüber freuen, dass Deutschland seine Abhängigkeit zu den USA auf geradezu suizidale Art und Weise gesteigert hat, nachdem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Nord Stream-Pipelines unter US-amerikanischer Regie in die unterirdische Luftlosigkeit gejagt wurden.

Vermutlich würde selbst die vielzitierte schwäbische Hausfrau unter den derzeitigen Bedingungen sagen: Schluss mit der Schuldenbremse!

 

 

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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N.B.
N.B.
2 Monate zuvor

Dreiviertel der Deutschen hält die Schuldenbremse für sinnvoll. Der deutsche Finanzminister betet sicher jeden Abend für sie seinen neoliberalen Gott an und die Stimmen, die sich kritisch der Schuldenbremse gegenüber äußern, sind nicht weit entfernt vom Image der Querdenker und Schwurbler. Doch das schon pathologisch wirkende Festhalten am Schuldenverbot ist hochgradig zerstörerisch.

Es hat sich in vielen Köpfen manifestiert, dass Schulden immer etwas schlechtes sind.

In der Tat die Dauerpropagandaberieselung der neoliberalen Mainstreammedien war es die dieses komplett wirre Zeugs in die Gedanken der Menschen infiltrierte!

Dabei braucht man eigentlich nur ein klitzeklein bisschen Keynes (VWL) als Grundkenntnis um zu begreifen, dass es kompletter Wahnwitz eine Schuldenbremse im Staat zu haben. Das heißt freilich nicht dass man das Geld einfach frei herauswerfen sollte.

Schwäbische Hausfrau? Bleib bitte in Schwaben… In der VWL hast du nichts zu suchen!

(ich habe schwäbische Wurzeln…)

flurdab
flurdab
Reply to  N.B.
2 Monate zuvor

Um die Schuldenbremse zu umgehen gibt es ja „Sondervermögen“.
Der Michel denkt, geil das Schuldenmachen ist „verboten“, und hinterrücks werden doch Schulden gemacht. Damit das nicht auffällt nennt man sie „Sondervermögen“.
Klingt gleich viel seriöser. 😉

n.b.
n.b.
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Die Sondervermögenkacke ist so eine Sache um windigen Mist durchzudrücken, wenn es bswp. Rüstung und Krieg gegen Russland geht. Und wer bis drei zählen kann, wusste von vornherein das eine Klage bei den wirklich sinnvollen Dingen dagegen problemlos durchgehen täte.
Gefic*t eingeschädelt…. Die wollen unbedingt noch höhere Energiepreise, und dadurch eine Deindustrialisierung des Landes erreichen.
Ob die deutsche Regierung erpressbar, verrückt, oder einfach nur noch amihörig ist entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht auch alles drei zusammen.

Bernie
Bernie
2 Monate zuvor

Eine Wirtschaft wie die deutsche künftig durch das Pusten in Pfützen (Wind- und Wasserkraft) und den Blick ins Licht (Sonnenenergie) am Laufen halten zu wollen, zeugt von Inkompetenz und Realitätsferne, sicher auch von Skrupellosigkeit.

Lieber Tom J. Wellbrock,

danke für den Text und was Skrupellosigkeit angeht, da kann ich dir nur Recht geben, es wäre mal interessant – dort wo Windräder gebaut werden sollen, und dort wo LNG-Terminals hochgezogen werden sollen – nach grünem Greenwashing von mit den Grünen verbundenen, und davon profitierenden Unternehmern zu recherchieren.

nur ein Beispiel, dass mir im Alltag vor die Nase gestellt wird, da ich ab und an im Nachbarort beim REWE einkaufen gehe, dort steht ein Anhänger mit Werbeplakat einer Solar- und Windkraftfirma mit der – meines Erachtens sehr frechen, und „volksverblödenden“ (Zitat mein vor 18 Jahren verstorbener Vater) Werbeparole – wie die heißt?

Der Schwarzwald stirbt Windräder schützen

Also, da ich weis, dass

Windräder keineswegs so umweltfreundlich sind, wie behauptet ist das schon ein starkes Stück so einen Werbe-Anhänger wochenlang vor einem REWE-Markt aufzustellen. Muss für den Bau von Windrädern eine gewaltige Schneise in den Wald geschlagen werden, wie mir der gesunde Menschenverstand sagt müssen dafür ja Bäume gefällt werden.“Der Schwarzwald stirbt“? Ich dachte, dass Waldsterben ist längst Geschichte – seit der „saure Regen“ im Jahr 2000 des Herrn keineswegs zu einem versteppten Schwarzwald geführt hat, die Bäume stehen noch, und gibt schöne neue, junge Bäume dazu.

Das mehr Menschen das merken weis ich – mangels Nachfragen bzw. Kontakten – momentan nicht, aber ich vermute einmal, dass die es schon so sehen wie ich, aber, eben typisch deutsch, dass besser nicht öffentlich zu sagen wagen – soviel zu unserer angeblichen „Meinungsfreiheit“ in Deutschland.

Übrigens, auch von Journalisten weis ich gerade nicht, ob die das zunehmende Greenwashing der Grünen, und der mit ihnen verbundenen Unternehmen bzw. Mitmenschen, mal nachrechchieren – wenn nicht würde es mich nicht wundern, da Journalist ja bekanntlich nicht in die Hand beißt, die ihn füttert.

Schöne Zeit noch in Ungarn, und hoffe bist gut angekommen, und auch sonst geht alles voran lieber Tom J.Wellbrock.

Gruß
Bernie

Last edited 2 Monate zuvor by Bernie
flurdab
flurdab
2 Monate zuvor

Du unterstellst Dummheit als Motiv.

Doch das Schlimmste an dieser ganzen Debatte ist die Inkompetenz der Bundesregierung, die zu einem Debakel für Deutschland führt und fast nebenbei den Euroraum spaltet.

Was wenn es genau so geplant ist?

Es gibt eine grobe Blaupause dafür, die irische Hungerkatastrophe von 1847.

https://www.youtube.com/watch?v=xNXkv6P0LEM

Ab Minute 46 wird aufgezeigt wie die Hungersnot dazu genutzt wurde Besitzverhältnisse zu verändern.
Insgesamt ist die Doku sehenswert, da die Menschenfeindlichkeit des Kapitalismus, des unregulierten Marktes aufgezeigt wird.
Nutznießer des irischen Elends waren Englands Reiche.

Die, und ihre Freunde in den USA sind die Nutznießer eines europäischen Niedergangs.

Ein funktionierender Binnenmarkt ist gut für eine Gesellschaft, er erzeugte aber nicht genug Profit um die Zinsen der Shareholder zu bedienen.
Weshalb es ja zur Abtrennung des Finanzkapitalismus von der Realwirtschaft kam.
(Aufhebung des Glass Steagle Act durch Bill Clinton 1999)

Das sind alles keine Zufälle oder dumme Politiker die Dummes machen…

Lasse Machen
Lasse Machen
2 Monate zuvor

Ich könne sehr viel zu diesem Artikel schreiben, beschränke mich aber auf folgende Sätze:
Großartig, Herr Wellbrock. Weiterhin eine schöne Zeit in Ungarn. Wären meine Frau und ich nicht schon jenseits der 75…….. wir würden Ihnen folgen.

Andre
Andre
2 Monate zuvor

Der deutsche Finanzminister betet sicher jeden Abend für sie seinen neoliberalen Gott an und die Stimmen, die sich kritisch der Schuldenbremse gegenüber äußern, sind nicht weit entfernt vom Image der Querdenker und Schwurbler. Doch das schon pathologisch wirkende Festhalten am Schuldenverbot ist hochgradig zerstörerisch.

Die Gleichen feiern es übrigens immer wieder, wenn die USA noch ein paar 100 Milliarden Dollar an Schulden machen.

Die Schulden sind auch nicht das Problem, sondern die Zinsen, die auf den Schulden lasten. Daher war es dem Volk Israel auch verboten Zinsen untereinander zu nehmen; und Christen sollen eigentlich laut Jesus Christus gar nichts von ihrem Überfluss verleihen sondern verschenken.

Schulden können in ihrer Gesamtheit immer zurückbezahlt werden, aber die Zinsen sind das, was das Reale umverteilt und regelrecht wegfrisst. Zinsen können in ihrer Gesamtheit niemals zurückbezahlt werden – Zinsen sind der reale Wert oder das reale Geld wenn man so will.

Man muss einfach nur einmal in einem Gedankenexperiment alle Schulden tilgen, jegliches Geld vernichten, einmal das Geldsystem komplett zurücksetzen und die Bevölkerung auf 3 Personen (eine Person als Zentralbank und 2 weitere Teilnehmer) reduzieren.

Wenn jetzt eine Zentralbank an 2 Personen jeweils 100 Euro zu einem Zinssatz von 5% als Schuld ausgibt, damit diese untereinander statt durch Waren mit Geld handeln können, dann sind 200 Euro als reales Zahlungsmittel im Umlauf.

Die 2 Personen schulden jedoch der Bank 210 Euro. Und diese fehlenden 10 Euro sind nicht als reales Zahlungsmittel im Umlauf.

Beide Personen können also niemals mehr ihre Schuld über das Zahlungsmittel an die Bank vollständig zurückzahlen. Es kommt sogar noch schlimmer, denn nachdem beide über das Geld miteinander Handel getrieben hat, hat eine Person vielleicht 215 Euro (und damit einen Gewinn von 10 Euro) während die andere Person nun nur noch 95 Euro hat und damit bei der Bank automatisch 10 Euro Schulden – d.h durch den Umverteilungseffekt übernimmt eine andere Person oft die Schulden des anderen. Selbst ohne Zinsen würde es diesen Effekt geben, d.h. Einzelpersonen könnten auch ohne Zinssystem ihre Schulden vielleicht nicht zurückzahlen, aber in der Gesamtheit wäre es ohne Zinsen möglich.

Die Zurückzahlung des Zins ist nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht gewollt, denn damit die 2 Personen die Schulden aufnehmen konnten, mussten sie mit ihrem Haus, Grundstück und sonstiges bürgen.

Diese Dinge werden dann über den Zins von der Bank enteignet – denn Geld ist nichts, es geht bei unserem zinsbasierten Schuldgeldsystem nur um die Umverteilung von realen Gütern.

Haben die Schuldner keine realen Werte mehr, die sie der Bank für ihre Schulden anbieten könnten, dann besteht die Schuld in der eigenen Arbeitskraft (das ist übrigens die Situation, in der sich mittlerweile 99,99% der Weltbevölkerung befinden).

Und wenn man diesen Betrug über das zinsbasierte Schuldgeld nun über Milliarden von Menschen bringt, dann fällt es auch niemanden mehr auf und man macht Milliarden zu Arbeitssklaven, ohne dass es diese Milliarden jemals merken…

Last edited 2 Monate zuvor by Andre
N.B.
N.B.
Reply to  Andre
2 Monate zuvor

Das heutige System basiert auf der Geldmehrung durch Zinsen/Mehrwert. Wer da eine Schuldenbremse für den Staat einbaut, dreht durch die dauernde Umverteilung von Unten nach oben, zuerst der Unterschicht, dann den Mittelstand schlicht einen Strick.

Natürlich wird mit dem Finger nach unten gezeigt, während die Ultrareichen endgültig ihre faschistische Weltordnung etablieren.

Und wenn man diesen Betrug über das zinsbasierte Schuldgeld nun über Milliarden von Menschen bringt, dann fällt es auch niemanden mehr auf und man macht Milliarden zu Arbeitssklaven, ohne dass es diese Milliarden jemals merken…

Genau das ist das Ziel!

Nun ist die Frage, wie man da wieder herauskommt! Einfach kollabieren lassen? Denn das wird es früher oder später!

Vielleicht wurden deswegen ganz schnell das Freigeld von Wörgl und ähnliche Sachen ganz schnell wieder abgesägt!

Heribert
Heribert
Reply to  N.B.
2 Monate zuvor

Zinssystem= unchristlich. Vor lauter Angst als Antisemit bezeichnet zu werden, diskutieren wir nicht darüber

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Andre
2 Monate zuvor

@Andre

Um dein Thema zu vervollständigen:

Jedes Unternehmen, vom Rohstoffförderer über Produktion, Dienstleistung bis zum Einzelhandel, arbeitet mit Krediten.

Am Ende landen die Zinsen in Summe beim Endverbraucher
und machen locker ein Drittel des Kaufpreises aus.
Auf diese Zinsen kommt dann auch noch anteilig die MwSt.

Reiner
Reiner
2 Monate zuvor

Finde den gesamten Ansatz verkehrt. Die Schulden als politisches Mittel verpuffen und erzeugen die Problematiken mit denen wir gerade Bergab rasen. Einzig die skrupellosen und kriminellen Elemente profitierten von der leistungslosen Luftschlosswirtschaft die diese Schuldenberge auftürmten.
Im Klartext bei 3,3 Billionen €uronen, die so um 2210 beglichen sein dürften, also eine Neu- und Weiterverschuldung klar den Willen zum Betrug manifestiert, ist das die Fortführung der Sklaverei. Statt Ketten und Peitsche nur die Psychopeitsche für humane Sklaverei.

Last edited 2 Monate zuvor by Reiner
n.b.
n.b.
Reply to  Reiner
2 Monate zuvor

Schulden sind vom Staat nicht zu begleichen, sondern lediglich die Zinsen. Nur bei großen Überschüssen ist eine Rückzahlung sinngemäß.

Nun kann man das Zinssystem kritisieren, aber wenn es darum geht zu investieren kommt man ohne Kredit keinesfalls aus.

Das was du ansprichst ist eher das Problem des hochkorrupten antidemokratischen Systems selbst.
Die Machtverhältnisse und damit auch die Verteilungsfrage sind einfach komplett außer den Fugen.

Natürlich beschleunigt die Schuldenbremse den Niedergang massiv.
Ich sehe das eher so, dass es vielleicht 20-30 Jahre zuspät ist, dass aus dem Niedergang etwas neues kommen kann.
Wir sind auf den schnellsten Weg in einen totalitären Faschismus. Nicht so wie den wir 33-45 erlebt haben.
Dieser wird viele ausgeprägt durch Transhumanismus und Totalüberwachung und KI die letzter dienen. Kaum ein Chance zu entkommen.
Orwell und Huxley waren Optimisten.

Einzige Chance: der Untergang des westlichen System geht sehr schnell innerhalb dieses Jahrzehnts mit einen großen Knall, aber ohne den Einsatz von Atomwaffen, unter…

Schwitzig
Schwitzig
2 Monate zuvor

Die meisten wissen nicht, dass es ohne Schulden kein Geld gibt.

N.B.
N.B.
Reply to  Schwitzig
2 Monate zuvor

Da hat jemand zugehört in VWL…

Cetzer
Cetzer
2 Monate zuvor

½ OT: Auch im Landkreis Stendal wird gespart, was das Zeug hält: „Der Kreistag von Stendal hat beschlossen, das Deutschlandticket ab 2024 nicht weiter zu bezuschussen. Ab Januar gilt das eigentlich deutschlandweite Ticket deshalb in Bussen des Landkreises Stendal nicht mehr.“ [via fefe]
Verkehrsminister Volker „Siegfried“¹ Wissing plant dem Vernehmen nach schon eine Umbenennung seines allerliebsten Kindes (Deutschland-Ticket) in:

Deutschland exklusive Busse im Landkreis:Stendal-Ticket, kurz DEBIL:S-Ticket,

dabei hat der Doppelpunkt fast nichts mit der Genderei zu tun, sondern soll als Einladung/Platzhalter für weitere Kreise dienen, sich der Stendaler Avantgarde anzuschließen. Wenn also z.B. der Landkreis Uckermark den Spar-Großmeistern in Stendal folgen würde, könnte man den Namen einfach verlängern: DEBIL:SUCKER-Ticket.
Natürlich freut sich die Lebenshilfe Stendal unbändig über den Großauftrag, Millionen von Prospekten bzw. Flyern liebevoll mit handgeschnitzten Stempeln („gilt nicht für Busse im Landkreis Stendal“) auf den neuesten Stand zu bringen; Genau wie die Kinder der dortigen Grundschulen, die statt der langweiligen Weihnachts-Bastelei mit Fingermalfarbe auf die Busse schreiben dürfen: DEBIL:S-Ticket böse, Einzelfahrschein gut.
Verständlicherweise haben einige Busfahrer Angst vor disharmonischen Diskussionen voller Hassrede mit uneinsichtigen (ehemals) Deutschland-Ticket-Besitzern und der konkreten² Abwicklung von (erzwungenen) Einzelfahrschein-Käufen, doch der Landkreis Stendal hat bereits einen großzügigen Etat für den Einsatz von Security-Personal beschlossen.
In Wissings Ministerium wird übrigens mit Hochdruck an der dringend nötigen, zeitlichen Begrenzung des ehemaligen Deutschland-Tickets gearbeitet, der sogenannten
Werwolf-Klausel:

Das DEBIL:S-Ticket gilt nicht an den Tagen vor Vollmond³ ab 18.00 Uhr und an den darauf folgenden Tagen erst ab 9.00 Uhr. Diese Einschränkungen gelten nicht für die Silber-Edition des DEBIL:S-Tickets, die nur an Inhaber eines Jagdscheins nach § 15 BJagdG oder einer Kopfgeldjäger-Lizenz des US-Staates Texas gegen entsprechenden Nachweis vergeben wird.

Dann spart mal schön…

¹Unverwundbar seit seinem Vollbad in 64l Superbenzin (Tankinhalt eines Porsche 911 GT3 RS) nach seinem heroischen Sieg über das schreckliche Tempolimit-Monster

²Aus den Beförderungsbedingungen:
§ 7 Zahlungsmittel
(1) Das Fahrgeld soll abgezählt bereitgehalten werden. Das Fahrpersonal ist nicht verpflichtet, Geldbeträge über 5 € zu wechseln und Ein- und Zwei-Cent-Stücke im Betrag von mehr als 10 Cent sowie erheblich beschädigte Geldscheine und Münzen anzunehmen.
(2) Soweit das Fahrpersonal Geldbeträge über 5 € nicht wechseln kann, ist dem Fahrgast eine Quittung über den zurückbehaltenen Betrag auszustellen. Es ist Sache des Fahrgastes, das Wechselgeld unter Vorlage der Quittung bei der Verwaltung des Unternehmers abzuholen. Ist der Fahrgast mit dieser Regelung nicht einverstanden, hat er die Fahrt abzubrechen.
(3) Beanstandungen des Wechselgeldes oder der vom Fahrpersonal ausgestellten Quittung müssen sofort [und nachdrücklich !] vorgebracht werden.
[(4) Kreditkarten, Pfandgutscheine, auf Christian Lindner ausgestellte Wechsel oder Wertmarken des Feuerwehrfestes werden nicht als Zahlungsmittel angenommen.]

³Festgelegt durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). Gilt nicht an sogenannten Blaumonden (Blue Moon) in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einem Anteil von mehr als 10% hochgradig Mondsüchtigen in der erwerbstätigen Bevölkerung (ohne Studenten und Briefträger mit weniger als sieben Hundebissen in den letzten fünf Jahren)

flurdab
flurdab
Reply to  Cetzer
2 Monate zuvor

Das muss man verstehen.
Die Prioritäten liegen eben anders.

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/stendal/erstaufnahme-fluechtlinge-zast-frueher-in-betrieb-102.html

Da muss der Sachsen.- Anhaltiner eben mal zu Fuß gehen, ist ja auch viel gesünder…

N.B.
N.B.
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Und noch früher aufstehen… Machen die schließlich sehr gern…

https://www.deutschlandfunkkultur.de/umstrittenes-motto-von-sachsen-anhalt-des-fruehen-100.html

Und die ausgeschlafene Katz frisst den frühen Vogel…

flurdab
flurdab
Reply to  N.B.
2 Monate zuvor

Ich halte es mit den Politikerschranzen.
Die sprechen immer vom „hart“ arbeiten und vom aufstehen um 7.00 Uhr Morgens.
Es ist eine andere Welt.

Frnkie
Frnkie
2 Monate zuvor

Phantastisch formuliert und ich habe mich beim Lesen auch verhalten amüsiert, nur leider ist es schon traurig, das wir inzwischen die schlechteste Regierung seit dem Mauerfall haben.

N.B.
N.B.
Reply to  Frnkie
2 Monate zuvor

Mauerfall? Wohl eher seit Gründung der Bundesrepublik…

Frankie
Frankie
2 Monate zuvor

Gibt es hier ganz bestimmte Anforderungen, damit der gesendete Kommentar auch angezeigt wird?Ich bin da leider jetzt etwas ratlos.

flurdab
flurdab
2 Monate zuvor

Har, har, har
Die Geschichte ist so absurd. Passt aber zur Schuldenbremse. 🙂

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/superreiche-steuern-tricks-opposition-reaktionen-100.html?utm_source=pocket-newtab-de-de

Und nun wird sich empört.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/superreiche-steuern-tricks-finanzen-100.html

Natürlich über die Beamtin, nicht über die „Steuerschlupflöcher“.

Das ZDF- Video in voller Länge.

https://www.youtube.com/watch?v=RHc_PI9k-uY