Ein Land, in dem Kriminalität attraktiv und befreiend wirkt

Vor einigen Wochen ging es wieder um Clans. Der Bundesjustizminister würde gerne härter gegen sie vorgehen. Vernünftig wäre das im Sinne des Gemeinwohls schon. Andererseits fällt es einem immer schwerer, nicht doch gewissen Sympathien für Menschen zu hegen, die sich dem Staatszugriff entziehen.

Neulich hat Marco Buschmann – darf man das noch sagen? –, seines Zeichens Justizminister dieser kleinen Bananenrepublik, kriminelle Clans für sich entdeckt. Jene nämlich, die deutsche Großstädte belagern und ja – ganze Stadtteile übernehmen. Endlich!, möchte man da welche ausrufen. Was hat man über Jahre genau das gefordert. Neukölln war ja quasi verloren. Offiziell leben diese Clans, meist libanesische, von der Stütze. Sie fahren aber große SUVs und besitzen ganze Häuserzeilen, haben die Finger in den Geschäften des Kiezes und darüber hinaus und leben in einer Parallelgesellschaft, die die Polizei eine No-go-Area nennt.

Endlich also! Man darf das freilich nicht überbewerten, die Ampel muss so tun, als packe sie an. Dieselbe Ampel, als sie noch gar keine Lichtsignalanlage war, hat solche Entwicklungen vormals klein geredet und teilweise sogar als multikulturelle Bereicherung gefeiert. Meiner Meinung nach war die Gleichgültigkeit gegenüber diesen Clans ein exemplarisches Zeichen für das systemische Staatsversagen. Aber wenn ich heute, nach drei Jahren Corona und anderthalb Jahren Ukrainismus darüber nachdenke, bin ich plötzlich gar nicht mehr so versessen darauf, dass man was gegen diese Leute tut.

… ich wär‘ so gern wie duhuhu …

Denn eigentlich beneide ich sie sogar. Sie leben ohne den Staat. Mal abgesehen von der Sozialhilfe, die sie kassieren. Keiner sagt ihnen, was sie tun, wie sie zu denken, was sie auf keinen Fall zu sagen oder zu lassen haben. Wer das versucht, wird ausgelacht und aus dem Kiez geworfen. Und das ist noch das freundliche Verfahren. Staatsverdrossenheit kennen sie nicht, weil sie sich von der Idee staatlicher Unterwerfung längst verabschiedet haben.

Ich verstehe ja, dass das eine schlechte Entwicklung war und ist, dass das dem Gemeinwohl schadet, wenn es solche Gruppierungen gibt – zumal wenn sie unbehelligt bleiben. Aber wie gesagt, mir stecken die letzten Jahre in den Knochen. Ich habe während jener Zeit, die sie die Pandemie nennen, gelegentlich an diese Clans und andere Parallelgesellschaften gedacht. Manchmal gab es Berichte, ich entsinne mich an eine Beerdigung eines Clan-Mitgliedes, alle ohne Masken, die Presse tobte. In mir zwei Stimmen: Die dürfen das, warum macht da keiner was? Wenn ich das mache, führen sie mich ab! Und die andere Stimme: Schön, dass sie es dürfen und keiner macht was! Unsereiner hätte die ganze Härte irgendeines Blockwartstaatsbediensteten abbekommen …

Oft dachte ich mir, ich wäre so gerne wie sie. Irgendwo eingebettet in eine andere Ordnung. In eine, die dir nicht mit der vollen Allmacht seiner Machtbefugnisse Vorgaben macht. Weder physisch, durch Verordnungen von Masken oder Abständen, noch psychisch, durch Verordnen von dem, was gesagt werden darf und was man verschweigen muss. Ich wäre gerne wo aufgehoben gewesen, wo ich von diesem Krieg gegen die Vernunft verschont gewesen wäre. Bewahrt und ausgenommen quasi.

Der Chic des Untergrundes

Freilich, ob es dann so ein Clan sein muss, bleibt natürlich fraglich. Aber andererseits, in diesen Unterweltstrukturen steckt ja so viel mehr, was attraktiv ist. Zumal dann, wenn ein Staat ganz deutlich macht, dass er eher machtlos ist gegen kriminelle Vereinigungen. Dann fragt sich der unbescholtene Bürger, warum bei ihm jede noch so kleine Verfehlung Konsequenzen haben muss, während die Staatsmacht devot den Schwanz einzieht, wenn es um die schweren Jungs von der Straße geht. Die ganz schweren Jungs aus Versicherungstürmen oder Bankpalästen gibt es ja dann auch noch. Bei denen ist der Staat nicht ohnmächtig, sondern Komplize.

Der Untergrund, die Schattenwelt, wie immer man das nun auch nennen will, entwickelt sich zu einem Sehnsuchtsort. Und zwar durchaus auch für Menschen, die eher der bürgerlichen Lebenswelt zugetan sind. Hat man einst noch mit Argwohn auf die Unterwelt geblickt, so spürt man heute Neid. Einmal sich nicht von unreflektierten, maschinenhaften Staatsbediensteten das Leben diktieren, den bürokratischen Wahnsinn aufdrücken lassen! Ein Kilo Steak fressen, wo dir Systemlinge einreden wollen, mit zehn Gramm Fleischeslust am Tag sei das höchste Glück auf Erden erlangt. Einmal man selbst sein, frei sein, der leidigen Debatten, mit denen man berieselt wird, ledig sein!

Die halbseidenen Kreise haben einen Chic entwickelt, der nicht gut sein kann für die Gesellschaft. Natürlich muss man ihnen den Kampf ansagen – tut man es nicht mit aller Härte, hat ein Land keine Zukunft mehr. Jedenfalls keine mehr, in der Demokratie überhaupt noch etwas bedeutet. Ob nun die Clans in Neukölln, Bremen, Duisburg oder jene in Frankfurter Versicherungstürmen: Wer sie gewähren lässt, hat das staatliche Machtmonopol längst aufgegeben und damit auch den Anspruch, dass man eben vor diesem Staat auch nur ein Fünkchen Respekt zeigen müsste.

Ich hätte gerne den Charme von Vito Corleone

Mir scheint es, dass diese Parallelgesellschaften so viel weniger auf das schauen, was eine verkorkste Politik mit diesem Land anstellt. Warum auch? Sie sind das Land, ihr eigenes Land im Land, sie machen ihr Ding. Ich verstehe, dass sie nicht gerecht sind, Raubzüge starten und sich unangemessen benehmen – schlimmste Gewalt inklusive. Aber in den letzten Jahren stelle ich mir das als eine Art von Notwehr vor. Das ist fatal, denn Sozialrevolutionäre sind diese Clans ganz sicher nicht. Dennoch spüre ich eine Form von Eifersucht. Die haben sich mit ihrer Totalverweigerung eine Position geschaffen, in der sie ein Staat im Staate sind.

Wenn ihnen einer mit einer Verordnung kommt, drehen sie sich um, lachen laut und fahren weg. Wenn ich lache, kriege ich eher noch ein Bußgeld. Ist das gerecht? Kann man es mir, kann man es anderen verübeln, wenn sie auch gerne den Charme der Unterwelt hätten?

Na gut, den Charme eines libanesischen Clans hätte ich nun wirklich nicht gerne. Aber den von Vito Corleone durchaus. Ehre, Anstand, Moral: Wie die Cosa Nostra. Nun ja, schon wieder so ein Irrtum, all das war und ist dort nicht zu finden. Nur im Kino war mancher Mobster ein vornehmes Gemüt, so weitsichtig, klug und strategisch denkend wie jener Vito Corleone. Die Verherrlichung der Unterwelt, sie ist immer ein Produkt der Verdrossenheit, egal ob ein Mario Puzo einen Roman darüber schreibt oder jemand wie ich sehnsuchtsvoll in die Schattenwelt blickt. Beides ist die Konsequenz staatlichen Totalversagens bei gleichzeitiger staatlichem Anspruchsdenken, die totale Kontrolle erlangen zu wollen. Sie stattet uns alle mit gefühlter krimineller Energie aus.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Amlinger/Nachtwey
Amlinger/Nachtwey
9 Monate zuvor

q.e.d: Der libertäre Autoritarismus ist halt auch nur Autoritarismus gemäss F-Skala.

Lasse Machen
Lasse Machen
9 Monate zuvor

Nein, Roberto, mit diesem Kommentar – auch wenn er sarkastisch daher kommt – bin ich nicht einverstanden. Ich erkläre kurz warum:

Wenn der Staat, auch ein kapitalistischer, gegen eventuell kriminelle Clans/Bürger vorgehen wollte, er könnte es problemlos. Das er es nicht tut hat Gründe.
Wenn wir täglich von diesen kriminellen Strukturen in den Clans, oder bei ausländisch/seltsam anmutenden Menschen, die auch noch „unsere“ Sozialsysteme plündern, lesen, dann wird unterschwellig ein Ausländerhass aufgebaut, der für eine kapitalistische Gesellschaft von großem Vorteil ist. Es wird ein Sündenbock für alle Widerlichkeiten, die diese Regierung der arbeitenden Bevölkerung zumutet, gebraucht. Stell dir vor, der Staat greift durch, keine Clans mehr im Land, der deutsche Philister wüsste doch gar nicht mehr an wem er seine Wut auslassen soll. Jeder vernünftig denkende Mensch weiß doch, dass bei knapp 10 Millionen Menschen, die keinen deutschen Pass haben, vielleicht 2% in kriminelle Aktivitäten verstrickt sind. Und gegen die soll sich ein Staat nicht zur Wehr setzen können? Doch, könnte er, aber er will nicht. Aus den von mir angegebenen Gründen.
Die Clans werden zur Spaltung der Arbeiterklasse gebraucht. Und genau wie du schreibst: bei kleinsten Vergehen wird der Deutsche zur Rechenschaft gezogen, aber die Clans, sorry, da können wir nichts machen. Personalmangel!? Der Deutsche ist sauer. Auf wen? Logisch, auf diese Fremdländer, nur nicht auf das kapitalistische System.
Das hat System.
Liebe Grüße.

AusdieMaus
AusdieMaus
Reply to  Lasse Machen
9 Monate zuvor

Das ist auch meine These. Warum werden kriminell gewordene Ausländer nicht abgeschoben, während man gut integrierte Menschen, ja teils Familien mit kleinen Kindern, die sich finanziell selbst über Wasser halten können, brutal im Morgengrauen abschiebt? Das lässt nur zwei Schlüsse zu: man braucht die Kriminellen als Sündenbock fürs eigene Scheitern und als Projektionsfläche, um die Integrationswilligen nicht wirklich in die „Volksgemeinschaft“ aufnehmen zu müssen…

Last edited 9 Monate zuvor by AusdieMaus
Andre
Andre
Reply to  Lasse Machen
9 Monate zuvor

Mein voller Zuspruch. Und das kapitalistische System, sprich das vom Westen etablierte und erzwungene wirtschaftliche Ponzi-System, sorgt wiederum als „Pumpe“ für den Sog, um uns weiterhin mit genügend Migranten zu „überfluten“, als Folge der durch dieses Schema unweigerlich erzeugten Fluchtursachen.

Und dies wiederum sorgt dann für die Spaltung der Bevölkerung in links und rechts – beides dient wiederum der Kontrolle der Bevölkerung. Die einen hassen die Flüchtlinge, die anderen diejenigen, die die Flüchtlinge hassen usw. usf.

Innerhalb dieses Rahmen darf man sich dann auch durchaus politisch in fast allen Extremen von weit links bis weit rechts ausprobieren, solange nicht an den Grundfesten des Ponzi-Systems gerüttelt wird.

Wichtig ist, dass weder links noch rechts jemals eine sog. „Root Cause Analysis“ durchführen, als herausfinden, was ist die echte Wurzel des Problems. Und hier spielen dann klassischer Weise Vorurteile, Angst, Manipulation, Halbwahrheiten, Lügen und Lösungen eine Rolle, die nie die Ursachen des Problems angehen (sollen), sondern immer nur die Folgen etwas abmildern (sollen), und da immer auf Kosten der Bevölkerung.

Also ich darf schon seit Merkel und heute unter Habeck meinen „Gürtel“ enger schnallen, um die armen Flüchtlinge zu unterstützen, während Habeck und Co. sich selbst schnell eine Erhöhung ihrer Diäten nach der anderen bewilligen, da man ja zumind. die Inflation ausgleichen muss.

Und unter Habeck dürfen wir dann auch unseren „Gürtel“ noch etwas enger schnallen, um den gebeutelten Industrieunternehmen einen einigermaßen ertragbaren Strompreis zu subventionieren.

Ich hoffe, dass den Politikern irgendwann bewusst wird, dass, wenn der „Gürtel“ irgendwann zu eng wird, man diejenigen über die Wupper gehen lässt, die einem selbst den fetten Wanst garantieren. Ich glaube jedoch, dass ein Habeck und überhaupt so gut wie alle innerhalb unserer heutigen Regierung inkl. der CDU und in Teilen der Linken dafür einfach zu dumm sind. Und bei der AfD bin ich mir sicher, dass sie zwar eine Alternative sind, aber an den wahren Ursachen auch niemals rütteln werden, dürfen oder können.

flurdab
flurdab
Reply to  Andre
9 Monate zuvor

Hallo Andre,
ich möchte auf einen Artikel eines mir völlig unbekannten Autors bei RTde verlinken.
Der hat da einen beunruhigenden Gedanken formuliert.

https://gegenzensur.rtde.live/meinung/176423-bundesregierung-nicht-gekommen-um-zu/

Berthold Kogge
Berthold Kogge
Reply to  Lasse Machen
9 Monate zuvor

Lasse lasse diskutieren sein

marie
marie
9 Monate zuvor

sehr schöner artikel jenseits von pop und mainstream***

ich sprach neulich mit einen italiener über die mafia … er hatte ähnliche argumente wie du

ja schon die piraten wollten ja nach anderen = ihren gerechtigkeitsprinzipien von reich > zu arm verteilen

diese idee entsteht ja unwillkürlich bei gravierender ungerechtigkeit eines staates …und ALLES risiko trägt der „täter“selbst >>> ob nun WOHL -oder ÜBELTÄTER >>> er hat sich frei entschieden

flurdab
flurdab
9 Monate zuvor

Natürlich muss man ihnen den Kampf ansagen – tut man es nicht mit aller Härte, hat ein Land keine Zukunft mehr. Jedenfalls keine mehr, in der Demokratie überhaupt noch etwas bedeutet. Ob nun die Clans in Neukölln, Bremen, Duisburg oder jene in Frankfurter Versicherungstürmen: Wer sie gewähren lässt, hat das staatliche Machtmonopol längst aufgegeben und damit auch den Anspruch, dass man eben vor diesem Staat auch nur ein Fünkchen Respekt zeigen müsste.

Ich unterstelle Absicht und Kooperation.
Vor 3 oder 4 Jahren gab es ein Strafverfahren gegen eine Senatorin des Berliner Senats, in dem sich diese Person von einem Strafverteidiger vertreten ließ, der einschlägig bekannt war. Ich fand das Arragement bemerkenswert.

Du musst dem Staat ebenfalls keinen Funken Respekt zollen.
Den verlangt nicht der Staat, sondern die „Organisation“ die sich dieses Staates bemächtigt hat.
Dein Problem ist das man weiß wo dein „Haus“ wohnt und du nicht mit einer SMS 200 Kumpels zum Spontan- Flash Mob mobilisieren kannst.

„Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“
―Augustinus von Hippo

Das ist der aktuelle Zustand.

Bernie
Bernie
9 Monate zuvor

Lieber Roberto J. de Lapuente, eines haben die Clans, die Mafia etc., uns voraus – der Familienzusammenhalt ist einfach besser.

Ich weis von was ich schreibe, da ich mich von meiner eigenen Familie – ebenso wie von der Regierung – verarscht vorkomme.

Seit meine Mutter, die schwerst pflegebedürftig war, und wir kaum finanzielle Hilfe erhielten, vor 3 Jahren gestorben ist – ohne erblich irgendwas regeln zu können, ein Schicksal, dass sie mit ihrem Mann teilte, der selbständiger Unternehmer war – sind wir am A…h.

Wir planten den Umbau des Elternhauses – der Traum ist seit der Nordstream-Sabotage, und dem Krieg in der Ukraine, ausgeträumt – da alles teurer wird soll der Umbau des ehemaligen Elternhauses gestoppt werden, und es, obwohl ich, mitsamt meiner jüngsten Schwester, noch darin wohne verkauft werden. Das also ist der dank dafür seine Angehörigen zu pflegen – im besten Deutschland aller Zeiten!

1 Jahr habe ich Zeit, und als vollständig Erwerbsgeminderter Rentner kein Geld…..tja, wohl demnächst sehe ich mich auf der Straße? Oder im Ausland? Egal, die Probleme, die ich habe – seit 3 Jahren, und davor schon, wünsche ich keinem…..niemand hat je geholfen…..im Gegenteil man bekommt ständig Klötze zwischen die Beine geworfen…..kein wunder, dass ich wegen Depressionen vollständig erwerbsgemindert bin.

Manchmal denke ich es ist besser tot zu sein als zu leben…..aber egal, ich wünsche allen ein schönes Leben in diesem Sch….land……

Ich hätte besser planen können hätte ich längst gewußt, dass nun doch alles umsonst ist – seit heute bin ich schlauer und Familie? Vergiß es?! Das ist nur ein schöner, unrealer, Traum!

Zynische Grüße
Bernie

PS: Erbengemeinschaft eben, und ich rate allen die etwas vererben wollen, im Sinne ihrer Kinder, alles vorher genauestens testamentarisch zu regeln – meine Eltern konnten das krankheitsbedingt beide nicht mehr, und so ist es eben wie es ist *daumenrunter*

Last edited 9 Monate zuvor by Bernie
Einzelmeinung
Einzelmeinung
9 Monate zuvor

Nun ja. Man kann es ihnen insofern gleich tun als das man selber auch keine Reibungskante mit dem Staat hat. Der Staat stört sich nur daran wenn er angegriffen wird.
Die Regierung ist nicht der Staat, was die tut, ist die Menschen beschäftigen und auf das Unvermeidliche vorbereiten. Mich interessiert, was das mit der AFD werden soll, ein interessanter Schachzug.

Last edited 9 Monate zuvor by Einzelmeinung
Juergen Wehrse
Reply to  Einzelmeinung
9 Monate zuvor

Und ich verstehe diesen Ansatz von Roberto sehr, sehr gut.

Die kapitalistischen Eliten machen es doch genau so: Sie bilden Clans und leben unter sich. Natürlich im materiell totalen Überfluss. Allerdings: Unfrei. „Schwer reinzukommen – schwer rauszukommen.“ Für alle Zeiten.
Warum, sagen sich diese überbezahlten Lakaien, soll es dem Pöbel besser gehen als uns?
Und so beschlossen sie eine restriktive Maßnahme nach der anderen – und fanden plötzlich diebisch große Freude daran. Hey, MACHT, Bussi, Bussi! „Sie haben alle nach meiner Pfeife getanzt“ und sich sogar – kreativ – an abstrusesten Maßnahmen beteiligt. Niemand spielt mehr, sie sind alle nur noch kleine Möchte-Gern-Schiedsrichter mit großer Triller-Pfeife im Maul. „Maske Auf!“, „Halten Sie Abstand!“, „Sind Sie geimpft?“ . . .

Die soziale Verantwortung und das Gemeinwohl sind uns wohl irgendwie abhanden gekommen, abgelegt worden oder sogar massiv lächerlich gemacht worden. Leider auch durch Vertreter des „politischen Kabaretts“. Ein kulturelles Desaster, seufz, seufz, seufz!

Das Symbol der – noch – neoliberal Herrschenden, der überall geflaggte Regenbogen, ist die Kulisse einer zutiefst reaktionären Inszenierung geworden. Mit, hoffentlich, langsam bröckelnder Fassade. Denn: die Kapitalisten interessieren sich doch einen Dreck um die Rechte von Minderheiten (auch LGBTQ). Das muss man doch irgendwann mal kapieren . . .

flurdab
flurdab
Reply to  Juergen Wehrse
9 Monate zuvor

Denn: die Kapitalisten interessieren sich doch einen Dreck um die Rechte von Minderheiten (auch LGBTQ)

Minderheiten?
Es gibt dieses Jahr 120 CSD- Umzüge in der Republik.
Mich beschleicht der Verdacht das da irgend ein Ministerium als Reiseveranstalter auftritt und aus einem Pool von „Festangestellten“ diese Veranstaltungen mit Protagonisten beschickt.
„The flying Homo Circus“ oder so.
Ein Heer aus Berufs- Schwuppen auf Steuerzahlerkosten. Alles andere lässt sich mit meiner Alltagserfahrung nicht in Deckung bringen.
Ähnlich wie die TransAtlantifa.

Die verarschen uns doch…

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/csd-termine-2023-alle-daten-fur-deutschland-im-uberblick-9877049.html

Eiforbibbsch
Eiforbibbsch
Reply to  flurdab
9 Monate zuvor

„Berufs-Schwuppen“ und „TransAtlantifa“ – mein Tag ist gerettet… Herrlich

Christa Meist
Christa Meist
9 Monate zuvor

„Dann fragt sich der unbescholtene Bürger, warum bei ihm jede noch so kleine Verfehlung Konsequenzen haben muss…“
Ich frage mich, ob es den wirklich gibt. In meinem persönlichen Bekanntenkreis gibt es niemanden, der nicht von Zeit zu Zeit gescholten werden müsste:Schwarzarbeit („Sterla“); absichtliche Geschwindigkeitsüberschreitung in der verkehrsberuhigten Zone („Der erste Gang kostet so viel Sprit und im 2. rollt man halt zu schnell.“); Bruch des Eheversprechens („Wie kommen andere überhaupt dazu, sich über meine meine Affären das Maul zu zerreißen?“); Korruption ( „Natürlich darf ich als Gemeinderat der Besetzung eines Verwaltungspostens durch mich selbst zustimmen“); kleinere Unwahrheiten beim Ansatz der Kilometerpauschale („Wenn ich den kürzesten Weg nehmen würde, wäre ich ja Stunden unterwegs!“) …
Der unbescholtene Bürger ist ein Konstrukt, das glücklicherweise in der Lebenspraxis nicht existiert. 😃 😃 😃 😃 Man kann das auch religiös ausdrücken: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“ (Mt 7,3)

Last edited 9 Monate zuvor by Christa Meist
flurdab
flurdab
Reply to  Christa Meist
9 Monate zuvor

Man sollte aber die Maßstäbe im Blick behalten.
Es ist schon ein Unterschied ob ich im Rahmen der praktizierten Nächstenliebe einer bedürftigen, anderweitig gebundenen Frau Trost, Wärme und körperliche Nähe spende. Oder in einem LKW 20 Ukrainerinnen von Puff zu Puff karre.
Oder auch Treffen mit Bankern im Zusammenhang mit CumEx vergesse.

Christa Meist
Christa Meist
Reply to  flurdab
9 Monate zuvor

Der sprichwörtliche „kleine Mann“ hat halt kleine Maßstäbe.
Wer moralisch argumentiert statt politisch,hat die A-Karte gezogen. Große, lukrative Schweinereien sind nur mit viel Geld möglich.Was war ein Astlochgucker in der hölzernen Bade-Umkleide des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu Epstein u. a.?
Moralische Argumentation führt geradewegs zur Gerichtsverhandlung über unterschlagene Kassenbons.
Ich beharre darauf, dass es den früher links genannten Menschen um eine Verbesserung der materiellen Grundlagen gehen muss – nicht um einen moralischen Wettstreit. Das Beschwerdeführen über böse Menschen mit viel Geld reicht nicht hin, Veränderungen zu erzwingen. Es führte z. B. in einer Phase der Französischen Revolution zwar zur Ausrottung der Reaktionäre, befreite aber nicht von den Ursachen der Armut.
Jacobiner sein macht nur Sinn mit einer besseren, beispielhaften Praxis gegen die Armut. Das haben aus meiner Sicht u. a. Robespierre und Stalin gezeigt. Längerfristig hat die Reaktion in beiden Fällen gewonnen. Oder sind US-amerikanische, spanische, französische, ukrainische oder russische Oligarchen, die sich zu Philanthropen stilisieren prominente Kämpfer gegen Hunger und Krieg?

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  Christa Meist
9 Monate zuvor

Das mit den „kleinen Maßstäben“ des „kleinen Mann/Frau/irgendwas“ halte ich für Quark. Der „kleine“ mit den 2 Kilometern zuviel in der Steuererklärung würde überwiegend bei Gelegenheit keine CumEx Geschäfte durchführen, weil er eben in der Regel kein skrupelloses Parasitenschwein ist und er das moralisch nicht für sich verantworten könnte.

flurdab
flurdab
Reply to  Schwitzig
9 Monate zuvor

Er würde auch nicht annehmen mit der Nummer durch zu kommen.
Ihm mangelt es an Chuzpe und Skrupellosigkeit.

flurdab
flurdab
9 Monate zuvor

Im Bundesetat sind in diesem Jahr insgesamt 23 Millionen Euro für Bewirtung und Ähnliches vorgesehen, fast doppelt so viel wie 2019. Der Löwenanteil des Zuwachses entfällt auf Baerbocks Auswärtiges Amt, das 15,7 Millionen Euro für „Kosten der dienstlichen Kontaktpflege und repräsentativen Verpflichtungen der Beschäftigten an den Auslandsvertretungen“ veranschlagt; wofür genau, will man nicht mitteilen, was nicht nur den viel Kummer gewohnten Bund der Steuerzahler ärgert.

(Quelle: https://www.achgut.com/artikel/chronik_des_irrsinns_der_juli_2023)

15.700.000 € : 54 Wochen = 29.0740 €
Was treiben die da?

flurdab
flurdab
9 Monate zuvor