Wohnst du noch oder stirbst du schon?

Vermieter legen weiterhin darauf Wert, dass die von ihnen verlangte Miete nicht mehr als 30 Prozent des Lohnes des Wohnungssuchenden ausmacht: Wohnungssuche ist damit mehr denn je eine Klassenfrage.

16 Prozent der 19,9 Millionen Haushalte in Deutschland weisen eine extrem hohe Mietbelastung auf. So lautet jedenfalls ein recht aktueller Bericht des Statistischen Bundesamtes. Extrem hoch bedeutet: Mindestens 40 Prozent des Einkommens werden für die Miete aufgebracht. Als Richtschnur gilt für Vermieter in Deutschland gemeinhin, dass nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens für die Miete aufgebracht werden sollen.

Dass es nur 3,1 Millionen Haushalte sein sollen, die eine weitaus höhere Belastung aufweisen, überrascht eigentlich. Denn ein Blick in die Wohnungsanzeigen legt nahe, dass die Misere auf dem Wohnungsmarkt viel schlimmer ist als man gemeinhin, als sesshafter Mensch ohne Wohnungswechselambitionen, annehmen möchte. Bereits kleine Wohnungen unter 40 Quadratmeter sind im städtischen Raum selten unterhalb einer Kaltmiete von 800 Euro zu haben.

Phantasiegehälter und andere Bittstellereien

War es vor einigen Jahren noch üblich, seine Gehaltsunterlagen erst bei ernstlichem Interesse vorzulegen, schreiben Anbieter heute bereits im Vorfeld, was sie sich wünschen: Ein Einkommen von 3.000 Euro netto sollte vorzuweisen sein – Lohnabrechnungen sind schon bei Kontaktaufnahme vorzulegen. Für Alleinstehende ist die Forderung nach einem derart hohen Nettoeinkommen kaum einzuhalten. Der durchschnittliche Nettolohn in Deutschland lag im Jahr 2022 bei 2.265 Euro – auch das laut Statista. 2021 gaben knapp 35 Prozent aller sozialversicherten Vollzeitbeschäftigen in Deutschland an, mehr als 4.000 Euro zu verdienen, brutto allerdings – eine Tendenz, die übrigens seit etwa einer Dekade sinkt.

Für viele Wohnungsanbieter reicht auch keine einfache und einmal im Jahr kostenfreie Schufa mehr aus. Sie fordern die kostenpflichtige und detailliertere Version. Außerdem ist es für etliche Anbieter üblich geworden, eine Art Empfehlungsschreiben vom Vorvermieter zu verlangen. Alternativ dazu kann man auch einen sogenannten Mieterpass einreichen.

So einen Pass kann man sich online bei Anbietern gegen eine Gebühr ausstellen lassen. Immobilien Redaktion erklärt zum Beispiel ganz lapidar, dass ein Mieterpass »analog zum Arbeitszeugnis« zu betrachten ist, denn: »In der Berufswelt ist das ein ganz alltäglicher Vorgang« – warum also nicht bei der Wohnungssuche auch?

Liebe VermieterIn (m, w, d) …

Dieser Erklärungsversuch hinkt, denn ob Mieterpass oder Empfehlungsschreiben des Vorvermieters: Diese Praxis erinnert viel eher an das Dienstbuch, das in der wilhelminischen Ständeordnung vom Gesinde vorgezeigt werden musste, wenn man den Dienstherrn wechselte. Dort verzeichnet waren neben den Dienstzeiten und dem Lohn – auch das Betragen. Und genau darauf zielt die Zertifizierung potenzieller Mieter ab.

Während er – der potenzielle Mieter – durchleuchtet werden soll, während er sein Benehmen dokumentieren, seine gute Führung nachweisen muss, legt man natürlich äußersten Wert auf Freundlichkeit. Der Schein ist alles: Eine geschlechterneutrale Sprache in der Wohnungsanzeige soll Wertschätzung und Zugewandtheit simulieren – wie mittlerweile üblich im Geschäftsleben. Wer dann noch 3.000 Euro oder mehr monatlich auf sein Konto überwiesen bekommt, den schätzt man freilich so sehr, dass man ihn überhaupt auch nur in Betracht zieht als Mieter.

Vermutlich ist die Lächerlichkeit des identitätspolitischen Versprechens, wonach mit der Sprache und den Begriffen eine bessere Welt beginne, nirgends so augenfällig, wie im Falle einer Wohnungssuche. Achtsam hält man die Gendergerechtigkeit ein, während man Menschen, die kein fürstliches Monatssalär vorweisen können, weit von sich weist. So weit, dass sie bitte nicht mal bei einem wohnen, ja noch nicht mal zu einer Wohnungsbesichtigung aufkreuzen sollen: Armut kotzt Vermieter nämlich an. Selbst dann, wenn sie gar keine Armut ist, sondern nur ein ganz normales Durchschnittsgehalt.

Wer nicht reich ist, ist direkt arm

Heute eine Wohnung zu finden: Das ist eine Frage der Klasse. Der Klassenkampf hat sich aus dem gewerkschaftlichen Bewusstsein längst verabschiedet, er schlägt sich jetzt im Privaten nieder: Städtische Mieter werden ihm ausgesetzt – was Bauministerin Klara Geywitz dazu verführte, Städter ein Landleben anzutragen.

Dort könne man, so die Ministerin der warmen Ratschläge, recht günstig leben. Was sie nicht sagte: Man kann dort auch pendeln ohne nennenswerte Anbindung, Ärzte besuchen ohne ausreichende ärztliche Versorgung und gleichzeitig auf das Auto verzichten ohne sich diesen Verzicht leisten zu können. Hans-Dieter Rieveler berichtete neulich darüber. Selbst in Städten hat man diese Probleme ja. Aber auf dem Land erst recht. Und selbst dort suchen Vermieter Mieter nach ganz bestimmten fiskalischen Kriterien aus: Wohnen ist nicht nur mehr für arme Menschen, sondern eben auch für jene, die ganz normalen Jobs mit ganz normalen Lohnzahlungen nachgehen, das reinste Glücksspiel, das reinste Wohnopoly geworden.

Und das Ende ist längst nicht erreicht, die Grünen haben die nächste Stufe bereits initiiert: Wärmepumpen und dazugehörige Sanierungsnotwendigkeiten werden Mieten nochmal in die Höhe schnellen lassen. In diesem Land ist vieles von dem, was selbstverständlich sein sollte, zumal in einem modernen Land, zu Luxus geworden. Viel fehlt nicht mehr und wir werden Zustände erleben wie in den ärmsten Gegenden Los Angeles‘, dort wo Menschen in Zeltstädten mitten in der Stadt hausen.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Schwitzig
Schwitzig
9 Monate zuvor

Prinzipiell skizziert der Artikel korrekt das Machtgefälle zwischen Mieter und Vermieter, allerdings meiner Ansicht nach mit dem falschen Adressaten als Schuldigen: Es gibt schlechte Vermieter, als auch schlechte Mieter. Der Vermieter ist ersteinmal jemand, der etwas besitzt und die Nutzung des Besitzes als Dienstleistung anbietet. Da erstellt er ein Angebot, das jemand anderes annehmen kann oder nicht. Dass er die Bedingungen definiert, ist normalerweise einfach sein Recht, zumal ein schlechter Mieter durchaus ein teurer Spaß für den Vermieter werden kann.
Dabei gibt es zwei Probleme:
1) Die Wohnungsnot, welche durch die Verweigerung des „demokratischen“ Feudalregimes, im Rahmen der Daseinsfürsorgepflicht ausreichenden Wohnraum aus öffentlichen Mitteln bereitzustellen, erzeugt wurde.
2) Die Verarmung der eigenen Bevölkerung durch das Feudalregime seit Kohl.
Dies führt zu der Notsituation und dem Machtungleichgewicht.
Darüber hinaus ist mittlerweile dringend eine Bonitätsausweispflicht auch für den Vermieter angesagt, denn es sollte ja auch garantiert sein, dass der Vermieter seinen Erhaltungspflichten nachkommen kann.

Mordred
Mordred
Reply to  Schwitzig
9 Monate zuvor

Stimme den beiden Punkten voll zu.
Als ehemaliger Vermieter einer Wohnung, welche wir dann verkauft haben, weil vermieten wegen der Eigentümergemeinschaft und der Mieter zu blöd war:
Man muss da ähnlich wie bei den privaten Unternehmen die Größenordnungen mitbedenken. Kleinunternehmen und Einzelvermieter sind nicht das Problem…Kunde / Mieter sind da für gewöhnlich einigermaßen gut rechtlich gegen gewappnet. Problematisch sind vor allem Wohnungskonzerne, weil die u.a. monetär den längeren Atem haben.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Schwitzig
9 Monate zuvor

@Schwitzig

Prinzipiell skizziert der Artikel korrekt das Machtgefälle zwischen Mieter und Vermieter, allerdings meiner Ansicht nach mit dem falschen Adressaten als Schuldigen:

Grundsätzlich hast du recht damit, dass es auf beiden Seiten Solche und Solche gibt, aber die gewollte Verknappung von Wohnraum neoliberaler Politik incl. der Privatisierung öffentlich geförderten Wohnraumes hat doch viele Vermieter Blut lecken lassen, sprich gierig gemacht.

Für Mieter führt kein Weg an einer Bleibe vorbei, was logischerweise die Vermieter in eine komfortable Situation bringt.

Auch die genannten Gründe 1 und 2 sind korrekt benannt, wenn auch nicht die einzigen.

Da wäre z.B. noch die Arbeitsmigration vieler Osteuropäer zu nennen, die trotz EU-Mitgliedschaft in ihren Ländern keine Fortschritte erleben, weil sie für die reichen Mitgliedsstaaten ein willkommenes „Sklavenpotential darstellen, welches zudem di eLöhne der Einheimischen drückt.
Auch die müssen ja irgendwo wohnen.

Dann die Migranten aus Kriegsgebieten oder aus durch die EU wg. unfairer Freihandelsverträge verarmter Regionen aus Afrika.

Automatisierung führt ebenfalls zu Verarmung, die dann auf knappen, bezahlbaren Wohnraum trifft.

Das mindeste, was der Staat tun müßte, wäre die Wiedereinführung der Unterstützung von Bau-Genossenschaften, statt immer mehr Wohnraum in private Hände zu geben.

Mordred
Mordred
Reply to  Robbespiere
9 Monate zuvor

Wie ich oben schon anriss: Das gilt nur bedingt für Einzelvermieter. Das Mieterrecht ist in den letzten Jahrzehnten gestärkt worden. Das können die heutigen Riesenkonzerne mit zig 1000en Wohneinheiten aber dadurch kompensieren, dass sie sich eine Armada aus Juristen und Lobbyisten halten. Beispiel: Wenn ein Mieter berechtigt/unberechtigt die Miete kürzt, hat der Einzelvermieter auf jeden Fall zeitlichen und monetären Mehraufwand. Der Konzern hat das sozusagen schon eingepreist bzw. o.g. Armada, die sowieso den ganzen Tag nix anderes macht.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mordred
9 Monate zuvor

Wie ich oben schon anriss: Das gilt nur bedingt für Einzelvermieter.

Dessen bin ich mir bewusst.

Das können die heutigen Riesenkonzerne mit zig 1000en Wohneinheiten aber dadurch kompensieren, dass sie sich eine Armada aus Juristen und Lobbyisten halten

Klar, das läuft bei denen nicht anders als bei Versicherern.
Ein privater Vermieter hat da das Nachsehen.

Kohl hat mit der Veräußerung öffentlich geförderten Wohnraums Investoren eine wahre Goldader zur Kapitalverwertung offeriert und seine Nachfolger wollen daran nichts ändern.
Im Gegenteil erschließt man ihnen jetzt mit der energetischen Sanierung gerade einen neuen ergiebigen Claim.

Mordred
Mordred
Reply to  Robbespiere
9 Monate zuvor

Ach noch ganz vergessen, weil mich das selbst ja zum Glück nicht mehr betrifft: Diese ganzen Nummern von Habeck mit den Wärmepumpen etc. werden natürlich auch dafür sorgen, dass immer mehr Einzelvermieter ihre Objekte an größere Gesellschaften verticken, weil Du fürs sowas keine Rücklagen gebildet hast oder gar bilden konntest…geh mal als ChrissieR mit 60+ zu ner Bank und sag Du willst nen Kredit über 20.000€. Oo

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mordred
9 Monate zuvor

Diese ganzen Nummern von Habeck mit den Wärmepumpen etc. werden natürlich auch dafür sorgen, dass immer mehr Einzelvermieter ihre Objekte an größere Gesellschaften verticken, weil Du fürs sowas keine Rücklagen gebildet hast oder gar bilden konntest

Sicher und dazu kommt noch, dass Viele, die in den letzten Jahren teuer eine Immobilie per Fremdfinanzierung erworben haben, zwangsweise verkaufen müssen, wenn sie dank Deindustrialisierung ihr Einkommen verlieren und nach Ablauf der Zinsbindung höhere Kosten auf sie zukommen.

Da es gar keine Lohn-Preis-Spirale gibt, wg. der die Zentralbank die Zinsen zur Bremsung der Konjunktur anheben müßte, beschleicht mich der Verdacht, dass hier die Masse der Gesellschaft gezielt enteignet werden soll, für irgendeine spinnerte NWO.

Carlo
Carlo
Reply to  Robbespiere
9 Monate zuvor

Robbes,
Du hast vergessen, darauf hinzuweisen, wo der „Hase im Pfeffer liegt“.

Seit dem 1. Januar 1990 gehört die gesetzliche Wohnungsgemeinnützigkeit der Vergangenheit an. Die ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen wurden mit diesem Datum voll steuerpflichtig.

Weil die Wohnungsbaugenossenschaften den am „Markt notierten Privaten“ gleichgestellt sind, dürfen sie auch die Mieten alle 3 Jahre um maximal 15 % anpassen……..

Dorten müßte angesetzt werden.

Last edited 9 Monate zuvor by Carlo
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Carlo
9 Monate zuvor

@Carlo

Seit dem 1. Januar 1990 gehört die gesetzliche Wohnungsgemeinnützigkeit der Vergangenheit an. Die ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen wurden mit diesem Datum voll steuerpflichtig.

Genau das wollte ich mit meinem Kommentar zum Ausdruck bringen.
Das waren ja die Baugenossenschaften, bei denen man mit dem Erwerb von Anteilen einen Anspruch auf eine gemeinnützige, preiswerte Wohnung bekam.

Mit der Abschaffung der Steuerprivilegien hat Birne dem sozialen Wohnungsbau den Rest gegeben.

Mordred
Mordred
9 Monate zuvor

Dass es nur 3,1 Millionen Haushalte sein sollen, die eine weitaus höhere Belastung aufweisen, überrascht eigentlich. Denn ein Blick in die Wohnungsanzeigen legt nahe, dass die Misere auf dem Wohnungsmarkt viel schlimmer ist als man gemeinhin, als sesshafter Mensch ohne Wohnungswechselambitionen, annehmen möchte.

Ist doch klar: Wenn Du Dir 40% Deines Einkommens dafür nicht leisten kannst, bleibst Du halt da wohnen, wo Du gerade bist. Bspw. wohnen doch heutzutage viel mehr junge Menschen viel länger bei ihren Eltern als noch vor 20 Jahren.
Oder wie sieht es mit WGs aus? Ist da nicht auch ne Steigerung in jeder Altersklasse zu verzeichnen? Dadurch fallen diese Personen auch nicht in besagte Haushalte.

ChrissieR
ChrissieR
9 Monate zuvor

Guude!
Tja, es sind nicht nur die Vermieter, die die Mieten bestimmen, das Finanzamt ist irgendwie auch Preistreiber!
Wir haben von der Schwiegermutter eine Eigentumswohnung geerbt, die wir schön renoviert haben und an eine sehr sympathische Frau vermietet haben…zu einer Miete am untersten ortsüblichen Level, wir müssen ja schliesslich keinen Kredit tilgen und wollen eigentlich nur unsere Unkosten gedeckt haben.Eigentlich wollten wir noch günstiger vermieten, was die Steuerberaterin aber nicht gut fand..das Finanzamt zweifelt dann wohl an der ganzen Sache…
Wenn nicht sentimentale Gründe im Spiel wären würden wir die Wohnung wohl lieber verkaufen…die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bekommen wir als Rentner nämlich voll versteuert – würde ich für 450 Euro irgendwo im Supermarkt jobben könnte ich das Geld behalten!
Eigentum macht leider nur noch Arbeit aber keinen Spass mehr!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

Schon krass, wie man vom Staat behandelt wird, wenn man sich sozial verhält und dreist, dass es zwischen privaten und gewerblichen Vermietern solche Unterschiede in der Behandlung gibt.
Da, wo die Gewinnerzielung im Vordergrund steht, gibt es ganz andere Möglichkeiten der Versteuerung.
Grundsätzlich sollte es ja auf jede Art von Einkommen eine Steuerpflicht geben, aber eben verhältnismäßig, so dass nicht die Schwächsten am stärksten belastet werden.

würde ich für 450 Euro irgendwo im Supermarkt jobben könnte ich das Geld behalten!

Auch so eine Fehlentwicklung, weil es nur den Unternehmen nützt, die dann keine regulären Arbeitsplätze schaffen müssen.
Leben kann davon Niemand.

Last edited 9 Monate zuvor by Robbespiere
Mordred
Mordred
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

Wenn nicht sentimentale Gründe im Spiel wären würden wir die Wohnung wohl lieber verkaufen…die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bekommen wir als Rentner nämlich voll versteuert

Und dann muss man ja auch für Instandsetzungen noch Rücklagen bilden.

spartacus
spartacus
Reply to  ChrissieR
9 Monate zuvor

das Finanzamt zweifelt dann wohl an der ganzen Sache…

Das ist wohl tatsächlich so, daß das Finanzamt als Mietpreistreiber agiert. Habe mal einen Bericht über einen Münchner Unternehmer gesehen, der auch Mietshausbesitzer war. Der hat günstig vermietet, z.T., nicht nur, an eigene Mitarbeiter. Das Finanzamt hat dann einen Strick aus geldwerter Leistung und Steuerhinterziehung gedreht. Da fällt einem glatt die Kraft aus dem Gesicht.

Für den von den Olivinnen betriebenen Great Reset werden die auf die ein oder andere Art anstehenden Enteignungen ein Traum sein. Dieses ganze individuelle, schwer regierbare Geschwerl wird dann durch Großkonzerne übernommen. Dann ist Schluß mit günstiger Vermietung und die Kontrolle/Strangulierung der Masse wird erleichtert. Die Immobilienblase wird eingehen, wodurch eine Menge Eigenheimbesitzer auf der Straße stehen werden, weil sie ihre Kredite nicht mehr tilgen können. Neue Wohnungen werden nicht gebaut, weil unrentabel.

Seit einiger Zeit gibt es schon Werbung für ein Modell, bei dem man sein Haus verkauft, aber bis zum Lebensende drin wohnen bleiben kann. Habe keine Ahnung von dem Geschäft, falls seriös, könnte das eine Alternative für Leute wie Bernie sein. Aber es riecht natürlich danach, daß die Aasgeier schon kreisen.

Carlo
Carlo
Reply to  spartacus
9 Monate zuvor

spartacus,
das gleiche Problem haben die ehemals gemeinützigen Wohnungsbaugenossenschaften.
Warum die Abschaffung der Wohnungsgemeinützigkeit geradezu pünktlich vor dem Beitritt der DDR zur BRD erfolgte, darüber darf ehrlich böse spekuliert werden….

Bernie
Bernie
9 Monate zuvor

Und das Ende ist längst nicht erreicht, die Grünen haben die nächste Stufe bereits initiiert: Wärmepumpen und dazugehörige Sanierungsnotwendigkeiten werden Mieten nochmal in die Höhe schnellen lassen. In diesem Land ist vieles von dem, was selbstverständlich sein sollte, zumal in einem modernen Land, zu Luxus geworden. Viel fehlt nicht mehr und wir werden Zustände erleben wie in den ärmsten Gegenden Los Angeles‘, dort wo Menschen in Zeltstädten mitten in der Stadt hausen.

Lieber Roberto, dazu kommt noch, dass man die normalen Lebensrisiken, eben Alter und Pflegebedürftigkeit, davon sogar noch explizit ausschließt.

Ich wohne, noch, nicht zur Miete, aber bei uns stehen, seit dem Tod meiner schwerst pflegebedürftigen Mutter, die zu Hause gepflegt wurde, weil meine Geschwister, die nicht in ein Heim bringen wollten, aus verständlichen Gründen – Pflegemisere, gravierende Veränderungen an.

Das Haus gehört der Bank, ich selbst bin vollständig erwerbsgemindert und Rentner, meine Geschwister alle berufstätig, aber nicht reich, eine davon jetzt in Rente, nachdem sie jahrelang als Sekretärin gearbeitet hat.

Wir planen den Umbau des nun ehemaligen Elternhauses, in dem ich, und eine Schwester, derzeit noch wohnen, ist noch nicht gestartet, und wir haben jemanden damit beauftragt, dass alles zu planen – als „Erbengemeinschaft“.

Das Wohnhaus soll später einmal von allen Geschwistern, samt Partnern, und einer Nichte mit Mann und Kindern, bewohnt werden – gestern kam die Hiobsbotschaft: Es wird „alles teurer“ – ich sehe die Zusammenhänge klar in Berlin, aber meine Geschwister „interessieren sich nicht für Politik“. Auch der „Umbauplaner“, den wir beauftragt haben, sieht die Probleme wie ich – die tollen „Reformpläne“ der Bundesregierung verteuern alles, und seit gestern hängt alles wieder in „der Schwebe“, und der „Nervenkrieg“, der mich krank gemacht hat, fängt von vorne an…..wir wissen nicht ob, und wann der Umbau des Elternhauses startet, oder ob wir das Haus (in dem ich, und eine Schwester bis dato noch leben) verkaufen müssen, um die aufgenommenem Bankkredite für den Umbau zurückzubezahlen (?) – kein Witz.

Tja, da ich eine relativ geringe Erwerbsminderungsrente erhalte weis ich natürlich nicht wie ich mir eine Wohnung leisten soll, ich soll so lange zu einer Schwester ziehen, die mich, so lange der Umbau dann laufen würde, bei sich zu Hause aufnimmt – sonst wäre ich wohl auch obdachlos, und das alles nur weil meine Eltern beide schwerst Pflegebedürftig waren, und mein Vater, ebenfalls ohne Testament, vor nunmehr 17 Jahren an Krebs verstarb.

Das ist das „Deutschland, in dem wir alle gut und gerne leben“ – Übrigens, da ich, trotz meiner miesen Lage, auch die Situation anderer Betroffener verfolge ist es ein Problem, dass auch grenzübergreifend – hier zur Schweizer Grenze – greift. Österreich weis ich nicht, ob es besser ist, aber ich schreibe das hier mal um darauf hinzuweisen, dass Mensch auch durch unverhoffte schwerst Pflegebedürftigkeit, und das Nichtregeln von Nachlassdingen, in schwerste Nöte geraten kann – etwas das jeden treffen kann.

In der Schweiz weis ich von einem Fall, wo die Frau auf Schweizerische Sozialhilfe angewiesen ist, und zu einer Art Schweizer „Tafel“ für Bedürftige muss, weil die ihren eigenen schwerst Pflegebedürftigen Mann, denn sie sehr geliebt haben muss, bis zum Tode gepflegt hat. und ihr das Geld für das Essen kaufen fehlt, weil das für die Miete draufgeht und sonstige andere Kosten, die sie jetzt hat…

Ich denke so Fälle gibt es viele, und es ist einfach eine Schande, dass Mensch für eine Tat der Nächstenliebe an seinen geliebten Angehörigen auch noch finanziell bestraft wird.

Übrigens, bei mir wird die Sache noch besser, und ist geeignet mich noch verbitterter zu machen, denn mein Vater hat vor seinem Ableben als Selbständiger seine geschäftlichen Angelegenheiten über einen Steuerberater regeln lassen, und auch da kommen noch finanzielle Belastungen durch ihn auf uns zu – er konnte nichts mehr regeln, und meine Mutter führte sein Geschäft, bis sie Pflegebedürftig wurde noch fort – als „Strafe“ kommt eben nun das Finanzamt mit ungeregelten Sachen auf seine Nachfahren zu…..und die Nachfahren seiner Frau, meiner Mutter, die eben auch nichts Geschäftliches mehr regeln konnte….

Wie schon gesagt, wie’s mit mir weiter geht weis ich nicht, steht in den „Sternen“, wie es so schön heißt, und kein Wunder, dass ich dadurch schwerst depressiv geworden bin, und es nicht geeignet ist meine Zukunftsaussichten rosig zu sehen 🙁

Zynischer Gruß
Bernie

Last edited 9 Monate zuvor by Bernie
Bernie
Bernie
Reply to  Bernie
9 Monate zuvor

Meine Lebensumstände habe ich hier ja an anderer Stelle bereits geschildert, daher will ich hier nicht näher wieder darauf eingehen – sorry, hab’s nur kurz angerissen.

Wegen dem Geld das meine nunmehr schon seit Jahren tote Eltern, als Kleinstunternehmer und Selbstständige als Steuern dem Finanzamt schulden nur noch kurz eine Äußerung meiner nun seit kurzem auch verrenteten Schwester, die sie, so teilte es sie uns gestern mit eigenen Worten mit dem ehemaligen Steuerberater meiner Eltern an den Kopf warf, aber leider seine Antwort darauf verschwieg:

„Jetzt holt das Finanzamt das Geld auch schon bei den Toten ab?!“

Ich dachte nur, willkommen in der Realität des Deutschland – nicht erst seit 2023 unter Cum-Ex-Bk- Scholz – Ich weiß ja schon länger schon wie unsozial, oder besser noch gesagt asozial (?), schon seit BK Kohls Zeiten Deutschland tickt , aber gesagt habe ich es, des lieben Familienfriedens Willen, nicht – hab’s für mich behalten 😥

Trauriger Gruß
Bernie

Last edited 9 Monate zuvor by Bernie
Mordred
Mordred
Reply to  Bernie
9 Monate zuvor

Ich weiß nicht wo Ihr wohnt und wie da die Mieten etc. sind. Aber grundsätzlich würde ich zumindest in Betracht ziehen, die Bude zu verkaufen und lieber zur Miete zu wohnen. Selbst drin wohnen ist auf Dauer seltenst günstiger, vom körperlichen / zeitlichen Aufwand hinsichtlich Instandhaltung mal ganz abgesehen.

Bernie
Bernie
Reply to  Mordred
9 Monate zuvor

Kann sein, dass du recht hast, aber ich entscheide ja nicht allein – siehe mein Hinweis „Erbengemeinschaft“ – wie schon gesagt meine Eltern starben ohne irgend etwas testamentarisch regeln zu können, und wir Kinder hängen allesamt am alten ehemaligen Elternhaus, samt Grundstück, dass früher einmal Teil des Geschäfts meiner Eltern war. ;-(

Und was die Mieten, und Wohnungssuche, angeht, die sind hier auch nicht so rosig, habe ich mir hier schon sagen lassen müssen – dumm wenn man in einer viel gefragten Gegend wohnt, ich weis es ja auch 🙁

Gruß
Bernie

Last edited 9 Monate zuvor by Bernie
Bernie
Bernie
Reply to  Bernie
9 Monate zuvor

Vielleicht noch zum besseren Verständnis, das ehemalige Elternhaus ist auch das Haus des Vaters meines Vaters, und dessen Vaters Vater Vater..Väter….usw. bis weit in ferne Zeiten zurück….

Was eben erklärt warum es für uns alle so schwer ist sich davon endgültig zu trennen, und wie schon gesagt meine Geschwister wollen das Haus renovieren, und allesamt – samt Nichte mit Kindern und Mann – in das ehemalige Eltern- und Großeltern, und deren..Eltern und Großelternhaus….einziehen….ja, Nostalgie, ich weis es selber. Na ja, vielleicht haben wir ja noch einmal Glück, und es klappt doch noch mit der Hausrenovierung…..::-)

Gruß
Bernie

Last edited 9 Monate zuvor by Bernie
Wütender Bürger
9 Monate zuvor

„Vermieter legen weiterhin darauf Wert, dass die von ihnen verlangte Miete nicht mehr als 30 Prozent des Lohnes des Wohnungssuchenden ausmacht“

Schön formuliert. Doch diese Denkweise auf Seiten der Vermieter ist eine Perversion des menschlichen und sozialen Miteinanders. Korrekt wäre es, wenn diese 30%-Regelung gesetzlich zugunsten der Mieter gölte. In einem wirklich sozialdemokratischen Land sollte es nicht nötig sein, Gesetze wie eine „Mietpreisbremse“ und einem Mindestlohn erlassen zu müssen, denn es würde jeder genug verdienen, so daß die Miete keinen zweiten Job nötig macht.

Aber wir leben in Deutschland, und da haben Parteiprogramme, gleich welcher Couleur, nichts mit der Realität der „unteren“ 90% der Bevölkerung zu tun.

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
9 Monate zuvor

Vermieter legen weiterhin darauf Wert, dass die von ihnen verlangte Miete nicht mehr als 30 Prozent des Lohnes des Wohnungssuchenden ausmacht…“

Dann verwundert es mich aber schon, dass sich die Vermieter mit Gehaltsbescheinigungen von läppischen 3000€ netto zufrieden geben sollen – ich hätte anhand der Mieten, die inzwischen real aufgerufen werden, da dann eher das doppelte und mehr erwartet.

Robert-B.
Robert-B.
9 Monate zuvor

Ich habe mir als Alterssicherung eine kleine Wohnung in einer kleineren Stadt Sachsen Anhalts zugelegt.
Ich glaube, nach Steuern und Verwaltungskosten bekomme ich um die 100€ Gewinn raus. Lächerlich.
Dafür muß ich aber jederzeit das Geld bereit halten, falls mal was ist und bei den Mietern, die ich habe, ist ungefähr alle drei Monate was.
Insofern schätze ich, ist das für mich ein Nullsummenspiel.

Für die Mieter ist die Sache trotzdem teuer, zumal für die Gegend, auch, weil erstens dort keine guten Gehälter gezahlt werden und zweitens, weil die Nebenkosten in der letzten Zeit natürlich brutal angestiegen sind.

Wenn jetzt der Wärmepumenwahnsinn dort einzieht, bleibt mir sowieso keine andere Wahl, als meine Alterssicherung zu verkaufen und mich auf meine zu erwartende Rente (bis dahin vermutlich ab 70) zu verlassen. Denn eine Sanierung – egal ob ich sie umlegen dürfte oder nicht – kann ich nicht stemmen.

Also für den kleinen Krauter ist Vermieten tatsächlich keine gute Sache (mehr). Das mag bei großen Gesellschaften und in Ballungszentren ganz anders aussehen. Aber die obige Abrechnung mit den Vermietern im Allgemeinen ist nicht wirklich zutreffend.

flurdab
flurdab
9 Monate zuvor

Nur als kleiner Einwurf nachdem die „Aufsicht“ zuschlug:

Freedom’s just another word for nothin′ left to lose

Nothin‘ don′t mean nothin‘ hon′ if it ain’t free, no no

And feelin‘ good was easy, Lord, when he sang the blues

You know, feelin′ good was good enough for me

Good enough for me and my Bobby McGee

(Me and Bobby McGee Songtext von Janis Joplin)
„Ihr werdet nichts besitzen und glücklich sein“ der Davos Mann.