Heizen in Moskau

Die Heizsaison hat in Moskau begonnen. Es ist jedes Jahr das gleiche Ritual. Wenn die Temperatur an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 8 Grad fällt, beginnt die Heizsaison. Es gibt jedes Jahr die Diskussion darüber, wann es so weit ist. Es gibt kleine Fernseh-Dokumentationen, wie die Heizsysteme funktionieren. In Moskau wie in nahezu allen russischen Städten gibt es Fernwärme. Es gibt in jedem Raion, jedem größeren Wohnviertel ein Wärmekraftwerk, das sowohl Warmwasser bereitet und im Winter dann für beheizte Wohnungen sorgt.

Die wenigen Tage, in denen es in den Wohnungen ein bisschen kühler ist, nutzen Hersteller von Heizgeräten, um in dieser kurzen Zeitspanne möglichst viele ihrer Produkte an den Mann zu bringen. Auf allen Kanälen läuft plötzlich Werbung für Radiatoren und Heizlüfter. Ebenso plötzlisch verschwindet sie wieder. Meinem Freund Pawel war es auch an einem Abend etwas zu kühl. Statt eines Heizlüfters machte er einfach den Gasherd an. Das heizte die Küche auch gut auf. Wir zahlen laut Vertrag für den Gasherd eine Pauschale von 6 Rubel fürs Gas im Monat. Das sind nach aktuellem Kurs etwa 10 Cent.  Das ist erschwinglich.

Fenster auf bei hohen Temperaturen

Je nachdem, wo man wohnt, dauert es nach dem offiziellen Start immer noch ein bis zwei Tage, bis die Wohnung dann tatsächlich warm wird. Aber wenn sie dann warm wird, wird sie gleich richtig warm. Ich wohne mit meinem Freund in einem Haus, das in der Stalinzeit erbaut wurde. Eine sogenannte Stalinka. Sie sehen alle sehr ähnlich aus. So wie im Bild zum Beitrag.  Es gibt an den Heizkörpern hier weder ein Thermostat noch eine Heizkostenzähler. Das allerdings liegt nicht am Alter des Hauses. Es gibt auch in Häusern aus jüngerer Zeit keine Thermostate. Wenn es in der Wohnung zu warm wird, macht man das Fenster auf und heizt die Straße ein bisschen mit. Früher gab es kleine Fenster im Fenster, die diesem Zweck dienten. Diese Fenster haben sogar einen eigenen Namen. Sie heißen Fortotschka. In den wirklich ganz neuen haben die Heizungen Thermostate, aber Heizkostenzähler gibt es trotzdem keine. Man zahlt pauschal einen relativ geringen Betrag, denn Energie, insbesondere Heizenergie kostet hier in Russland kaum etwas.

Das wird in Deutschland vermutlich Empörung auslösen. Wie kann man so grob fahrlässig mit Energie umgehen? Nun, es ist einfach eine Frage des Preises. Anscheinend war die Lösung, Thermostate und Zähler einzuführen, im Vergleich zu den Kosten von Energie einfach zu teuer. Man heizt die Wohnungen auf über 25 Grad auf und wer es gern kühler hätte, der öffnet ein Fenster.

Russischer Reichtum und deutsche Armut

Ich weiß, die Diskussion läuft in Deutschland in eine ganz andere Richtung. Sparen, sparen, sparen. Sparen ist aber nur dann sinnvoll, wenn das Gut begrenzt ist. Hier in Russland hat man nicht das Gefühl, dass man später mehr haben könnte, wenn man jetzt etwas zurücklegt. Es ist eine deutsche Diskussion, die auch durch deutsche Politik und ihre Fehlentscheidungen noch einmal zusätzlich verstärkt wird.

Russland ist ein sehr reiches Land. Und Russland war bisher bereit, diesen Reichtum mit Deutschland und Europa zu teilen. Die politische Elite in Deutschland legt diese Bereitschaft aktuell als heimtückische Falle aus. Die Abhängigkeit von russischer Energie war ein Fehler, meint sie. Ich fürchte nur, man kann es von niemandem günstiger und zuverlässiger bekommen, als von Russland. Alle anderen Alternativen wirken im Vergleich absurd. Auch wenn es im Moment nicht danach aussieht, aber vielleicht nimmt deutsche Politik wieder Vernunft an. Und vielleicht ist Russland dann immer noch bereit, Energie nach Europa zu schicken, auch wenn die EU und Deutschland aus russischer Sicht extrem unzuverlässige und risikoreicher Partner sind.

Was ich nicht tun kann, ist die Wärme, die ich hier nicht brauche, nach Deutschland zu schicken, wo sie vielleicht dringend notwendig wäre. Ich muss sie auf die Straße lassen. Das geeignete Mittel für den Transport wäre übrigens eine Pipeline, mit der man das Gas transportiert, das die Wärme erzeugt, aber es scheint, als hätte jemand etwas dagegen, dass auch in Deutschland erschwingliche Energie zur Verfügung steht.

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Gert-Ewen Ungar

Gert Ewen Ungar legte sich kurz nach dem Abi sein Anagramm zu. Er und seine Freunde versprachen sich damals bei einem Kasten Bier, ihre Anagramme immer für kreative Arbeiten zu verwenden. Dass sein Anagramm jemals mehr als zehn Leuten bekannt werden würde, war damals nicht abzusehen und überrascht ihn noch heute. Das es dazu kam, lag an seinem Blog logon-echon.com. Mit seinen Berichten über seine Reisen nach Russland stiegen die Zugriffszahlen und es entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit RT DE. Anfang 2022 stieß er zu den neulandrebellen und berichtet über Russland, über Politik, über alles Mögliche.

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flurdab
flurdab
2 Monate zuvor

Das erinnert mich an einen „Plattenbau“ in Ostberlin, in dem ich kurzzeitig loggierte.
Da gab es auch kein Thermostat und entsprechend auch keine „Umleitungen“ fürs heiße Wasser. Die Heizkörper waren fest im Kreislauf eingebunden und konnten weder getrennt noch reduziert werden. Es sparte eine Menge Rohr.

Nachdem nun vermutlich „chinesische Wollhandkrabben“ die Pipelines geschädigt haben, ist die Hoffnung auf eine „deutsche Politik“ hinfällig.
Ich fürchte das die „Ordnung“ in diesem Land ihr Ende erreicht hat, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.
Eine oft gehörte Phrase lautet: „Der Firnis der Zivilisation ist dünn“.
In Europa wird der Firnis gerade delegitimiert.

Corinna
Corinna
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Ja, daran hab ich auch gleich gedacht. In den Plattenbauten in Leipzig, die mit der Fernwärme aus dem nahegelegenen Kohlekraftwerk versorgt wurden, gab es auch keine Möglichkeit, die Heizung runterzudrehen. Man musste das Fenster öffnen.

Allerdings bin ich kein Freund von sowas, ich sehe und sah das schon immer als Verschwendung an.

flurdab
flurdab
Reply to  Corinna
2 Monate zuvor

Ja sicher.
Nur im real exsistierenden Sozialismus mit Braunkohleförderung und Atomkraftwerken war es billiger so zu bauen. Denn es sparte eine Menge Material, zumal die Fernwärme ein Abfallprodukt der Stromerzeugung war.
Auch die elektrischen Anlagen in den Plattenbauten waren sehr anders, aber sie funktionierten.
Ich fand die Platte nicht schlecht für ein „Massenwohnkonzept“, besser jedenfalls als die Hinterhöfe im Wedding mit der Toilette auf halber Treppe, die es da noch zur Genüge gab.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Vor dem Krieg gab es keinen real existierenden Sozialismus in Berlin und natürlich kein Ostberlin, und danach wurde auch im Westen anders gebaut.

Aber gut, Argumentation läuft ja per se quer zu allen rationalen Kriterien oder so, da kommt es auf solche Kleinigkeiten nicht an.

flurdab
flurdab
Reply to  Suzie Q
2 Monate zuvor

Stimmt.
Im Westen wurde dann der Brutalismus gepflegt und solch schöne Ensemble wie den Kölnberg/ Köln und die Gropiusstadt/ Berlin aus dem Boden gestampft.
Leider hat jedoch die hehre Idee der „Sozialwissenschaftler“ ins Leere gegriffen.

Aber weder das Eine noch das Andere hat mit meinem Kommentar zu tun.
Außer vielleicht das man die Wohnungen in den Hinterhöfen Berlins bereits in der Zeit von 1965- 1990 hätte renovieren können, wenn man es gewollt hätte.

Last edited 2 Monate zuvor by flurdab
Suzie Q
Suzie Q
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Und im Osten wurde eben oft genug auch nichts renoviert. Ich habe mir 1992 Wismar, Rostock und Leipzig (und die Strecken dazwischen) ziemlich genau angeschaut, was die städtebauliche Situation betraf. Erzähl hier keinen Mist! Und in Gropiusstadt konnte man die Heizung anders als entweder mit Kohleofen oder eben mit Fenster auf und zu regeln! Und wenn wir schon von hehren Ideen und Realität schwafeln, dann nehmen wir eben auch gleich mal Lichtenhagen mit. Brauchst du Fotos? Musst du Internet!

Nein, es war nicht alles schlecht am Plattenbauwesen…

flurdab
flurdab
Reply to  Suzie Q
2 Monate zuvor

Ach Kind, was sollen wir mit dir nur tun?

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Es reicht doch völlig, wenn du deine eigenen Texte dort korrigierst, wo sie offensichtlich Blödsinn sind. Es ging nur um den letzten Satz.

flurdab
flurdab
Reply to  Suzie Q
2 Monate zuvor

Du bist immer so agro, wie kommt das nur?
Vermutlich biste auf halber Treppe im Weddinger Hinterhof aufgewachsen und schämst Dir deiner Wurzeln.

AusdieMaus
AusdieMaus
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Ich tippe eher auf nordatlantische Orcas, die sich in die Ostsee verirrt und die Rohre mit Tentakeln von Riesen-Tintenfischen verwechselt haben…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  AusdieMaus
2 Monate zuvor

@AusdieMaus

Es liegt einfach an der schlechten Qualitär des Russengases.
Das kommt sehr grobkörnig aus dem Boden und wenn es nicht vor der Einspeisung gefiltert wird, verschleißt es ruchzuck die Röhre. 🙂

Pentimento
Pentimento
2 Monate zuvor

OT

Warum helfen die beteiligten Kriegsparteien nicht beim Wiederaufbau in Afghanistan?

Erschütternde Kinderschicksale.

https://www.aljazeera.com/gallery/2022/9/26/photos-poverty-pushes-afghan-children-to-work-at-brick-kilns

Der sogenannte Wertwesten ist eine einzige, zum Himmel schreiende Schande.

Last edited 2 Monate zuvor by Pentimento
Pentimento
Pentimento
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

Was war es doch gleich, das die verlogenen, mörderischen Amis den Afghanen bringen wollten? Westliche Werte?

Demokratie? Brunnen? Bildung für Mädchen?

Und die beteiligten Deutschen? Wäre es nicht an der Zeit dort zu helfen, anstatt auf Befehl der Verbrecher in Übersee den Rüstungsetat mal wieder aufzustocken?

Last edited 2 Monate zuvor by Pentimento
Pentimento
Pentimento
2 Monate zuvor

Danke, Gert, guter Artikel.

Es sind die idiotischen Grünen, die uns das eingebrocht haben, obwohl Rußland sich IMMER an die Verträge gehalten hat. Selbst im kalten Krieg hatten wir es hier immer warm. Nun hat Rußland die Geduld verloren. Das ist verständlich.

Der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht.

#Neuwahlen! #NiewiederGrün!

Last edited 2 Monate zuvor by Pentimento
Pentimento
Pentimento
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

#BildungfürBärbock!

#BildungfürHabeck!

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

Du verlangst also, Perlen vor Säue zu werfen?

Pentimento
Pentimento
Reply to  Wütender Bürger
2 Monate zuvor

Ob die überhaupt lernfähig sind, bezweifle ich. Aber die haben m.E. in der Regierung nichts zu suchen, bis sie wenigstens das Nötigste über Wirtschaft und Diplomatie gelernt haben.

Last edited 2 Monate zuvor by Pentimento
Martina
Martina
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

Da stimme ich zu. Ich würde allerdings bei Frau Baerbock erst einen Intelligenztest empfehlen. Warum eine geistig Minderbemittelte quälen ?

flurdab
flurdab
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

Ich giess mal ein wenig Wasser in den Wein. 🙁

https://www.nachdenkseiten.de/?p=88549
„Auf dem Rücken unserer Kinder!“

Das erklärt manches.

Pentimento
Pentimento
Reply to  flurdab
2 Monate zuvor

Ja, danke. Hat die Politik endlich begriffen, daß gebildete Bürger schlecht für die Regierenden sind?

Jau
Jau
2 Monate zuvor

Vielen Dank für Deinen Bericht.

Ich fürchte nur, man kann es von niemandem günstiger und zuverlässiger bekommen, als von Russland. Alle anderen Alternativen wirken im Vergleich absurd.

Das geeignete Mittel für den Transport wäre übrigens eine Pipeline, mit der man das Gas transportiert, das die Wärme erzeugt, aber es scheint, als hätte jemand etwas dagegen, dass auch in Deutschland erschwingliche Energie zur Verfügung steht.

Jau, so ist´s leider.
Im Anhang Wilde Möhre, die fertig hat.

28-09-22b.jpg
Pentimento
Pentimento
2 Monate zuvor
Pentimento
Pentimento
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

Der sehr sehenswerte Film, und wurde von der englischen BBC gedreht, ist also mit Vorsicht zu genießen.

Es sind Originalaufnahmen vom Abzug der Amerikaner aus Afghanistan.
Was hatten die US überhaupt dort zu suchen?

flurdab
flurdab
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

Opium?
Nebenbei ist Afghanistan scheinbar für geopolitische Ränke sehr geeignet da es Grenzen mit Pakistan, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und China hat.
Da kann man mit wenig Aufwand ganze Volksstämme wild machen, was dann zu Problemen für z.B. Russland, China und Indien führt, die ganz zufällig Konkurrenten des Hegemons sind.
Und alles für „Nüsse“.

Es lohnt sich wirklich Karten/ den Atlas zu Rate zu ziehen um die Absichten verstehen zu können.

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Pentimento
2 Monate zuvor

„Was hatten die US überhaupt dort zu suchen?“

Vielleicht all die Waffen, die sie jahrzehntelang dort hin geliefert hatten?
Im Irak haben sie dann zwischendurch weitergesucht…

In Saudi-Arabien haben sie nicht gesucht.

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
2 Monate zuvor

„Wie kann man so grob fahrlässig mit Energie umgehen?“

Gegenfrage: Wie kann man in Deutschland so grob fahrlässig mit anderen Ressourcen wie Bildung und Infrastruktur umgehen, so das alles verkümmert (die Bildung) und verrottet (die Stätten der Bildung und andere Infrastruktur)?

Vladimir
Vladimir
2 Monate zuvor

Слава России!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Vladimir
2 Monate zuvor

@Vladimir

Mein Eindruck ist, dass sich Russland weit ehrenhafter verhält als der gesamte Westen.

Insbesondere das Verhalten deutscher Politik ist beschämend, wenn man bedenkt, dass es das Angebot gab, über Kooperation mehr Souveränität zu erzielen, statt immer stärke in die Abhängigkeit der USA zu geraten.

Das Pfund nicht zu nutzen, mit einem Präsidenten wie Vladimir Putin, den die Russen selbst „Nemec“ nannten, also den Deutschen, weil er an Deutschland sehr interessiert war, ist so dämlich, dass es dafür keine Worte gibt.

Zudem vermisst man jedes Anzeichen von Dank dafür, dass uns trotz der Hypothek von 27 Mio. ermordeter Menschen durch deutsches Militär die Wiedervereinigung zuteil wurde.

Vladimir
Vladimir
Reply to  Robbespiere
2 Monate zuvor

Geschichtlich, geografisch, kulturell, wirtschaftlich sehe ich mehr Gründe für Deutsch-Russische Kooperation als für Deutsch-Amerikanische oder sogar Deutsch-Britische. Deutschland liegt meistens im Westen aber sein Herz liegt im Osten, in Berlin 😊

Last edited 2 Monate zuvor by Vladimir
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Vladimir
2 Monate zuvor

@Vladimir

Deutschland liegt meistens im Westen aber sein Herz liegt im Osten, in Berlin

Naja, in Berlin liegt eher der deutsche Größenwahn, vom alten Fritz bis zum kahlen Olav.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  Robbespiere
2 Monate zuvor

Wow! Dass du auch mal recht hast…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Suzie Q
2 Monate zuvor

@Suzie Q

Auch ein blindes Suzie-Huhn findet mal ein Korn….Wahrheit….in meinen Kommentaren…..mit der geeigneten Brille. 😉

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  Robbespiere
2 Monate zuvor

Du musst jetzt nicht gleich überschnappen!

Carlo
Carlo
Reply to  Suzie Q
2 Monate zuvor

Suzie Q,
aber, aber, sowas sagt man nicht!
Du willst doch nicht etwa Deine Kundschaft verärgern?

Last edited 2 Monate zuvor by Carlo
aquadraht
aquadraht
Reply to  Suzie Q
2 Monate zuvor

Sicher, mit Nazienkel („auf den Schultern des Wehrmachtsgrossvaters“) Baerbocks „Russland ruinieren“ stimmt das gewiss. Aber Berlin, vom Spartakusaufstand bis zum Roten Wedding, hat auch andere Seiten als Deine oder die Deiner Freunde.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  aquadraht
2 Monate zuvor

@aquadraht

Aber Berlin, vom Spartakusaufstand bis zum Roten Wedding, hat auch andere Seiten als Deine oder die Deiner Freunde.

Das ist korrekt, aber wie tragisch die Versuche einer demokratischen Umgestaltung endeten, ist leider auch Realität.

Vladimir
Vladimir
Reply to  Robbespiere
2 Monate zuvor

In Moskau gab’s Iwan der Schreckliche und Stalin, für Russen ist es trotzdem kein Grund seine Hauptstadt als Großenwahn zu betrachten. Heimatliebe und Patriotismus sollte nicht unbedingt etwas negatives bedeuten, wenn man die Kultur und die Sprache seines Volkes gut kennt und liebt sagt das mir eher über die Empathie als über die Agression oder Hass.

Last edited 2 Monate zuvor by Vladimir
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Vladimir
2 Monate zuvor

@Vladimir

Die Stadt selbst und ihre Bewohner können nichts für die Historie, aber der Militarismus hat sich hier in die Erde eingebrannt wie das Dekor eines Römertopfs.

Frankfurt, als Stadt des ersten Parlamentes in der Paulskirche wäre für mich der symbolträchtigere Ort als neue Hauptstadt gewesen, was demokratische Wurzeln betrifft.

Was Moskau betrifft, so gingen von dieser Stadt eben nicht solche Agressionen aus, mal von Stalin abgesehen.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Vladimir
2 Monate zuvor

Das ist eine starke Vereinfachung, die der Diversität der deutschen Völker nicht angemessen ist. Ich bin bekennender Südländer. Ich komme aus Waschlappen-Württemberg und für mich ist alles nördlich des Main fremdländisch. Ich bin Richtung Alpen orientiert. Und ein bisschen nach Grande Est (F). Oder Bayern … Alles außer den fernen Osten und dazu gehört für mich auch Berlin. Die Berliner sind mir so was von fern und fremd …

Last edited 2 Monate zuvor by Uwe Borchert