Infantile Politik: Eine deutsche Regierung gefangen im Jetzt

Wirft man einen Blick auf die Bewertungen und Handlungen der Politik, kommt man nicht drumherum, ein verheerend eingeschränktes Sichtfeld zu erkennen. Gelebt und entschieden wird anhand der Gegenwart, und zwar nur der Gegenwart.

Einem unter vier Jahre alten Kind zu erklären, dass es morgen in den Zoo geht oder das Abendessen in fünf Minuten auf dem Tisch steht, ist ein ziemlich sinnloses Unterfangen. Da Kindern dieser Altersgruppe das Zeitgefühl noch fehlt, können sie mit solchen Aussichten – und seien sie noch so reizvoll – wenig bis gar nichts anfangen. Bis etwa zum vierten Lebensjahr können Kinder ihre Bedürfnisse nicht hintanstellen. Aus ihrer Sicht ist eine sofortige Erfüllung derer der einzig gangbare Weg.

Schwenken wir jetzt zur Politik unserer Bundesregierung herüber, stellen wir geradezu erschreckende Parallelen zu Kleinkindern fest.

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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Horst Kevin
Horst Kevin
1 Monat zuvor

Lieber Tom, sehr schön geschrieben.

„Moderator der politischen Spiele-Shows“ zwang mir ein glückliches Lächeln ins Gesicht.

Was hältst Du, und selbstverständlich anwesendes Kommentariat, von meiner These, daß niemand wirklich so blöde sein kann und die Darsteller schlicht erpressbar sind und/oder vorgefertigte Texte/Textbausteine rezitieren?

Dieses Gefühl, des Gebrieftseins, beschlich mich schon immer bei der Merkelin. Das mache ich daran fest, daß sie in offensichtlich unvorbereiteten Situationen gern heftigst ins Schlingern geriet. Ihre zum Markenzeichen stilisierte Raute ordne ich auch eher so ein, daß ihr das als Ersatzhandlung antrainiert wurde, weil es doch hätte peinlich wirken können, wenn sie öffentlich an ihren Nägeln geknabbert hätte.

Fast egal scheint mir die offensichtliche Auswahl der Darsteller aber, wenn ich mir die Absenz der korrigierenden Macht im Staate, der Presse, so ansehe.

Ob wir vielleicht doch die Geisterfahrer sind? 😉 (zugegeben, eine meiner steilsten Thesen)

Uwe Borchert
Uwe Borchert
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

Ich betrachte das Schlingern bei überraschenden und unerwarteten Ereignissen eher als ein Kollaps das Wunsch- und Wahnvorstellungen von der gefühlten Gegenwart. Da hat die Realität einfach erbarmungslos zugeschlagen und die heile Welt unserer Politdarsteller zerstört, was diese dann aus der Fassung gebracht hat. Da aber die Auffassungsgabe dieser Politdarsteller sehr begrenzt istm konnten diese die Probleme nicht ansatzweise erfassen und haben mit inhaltsleeren Riten und Symbolen darauf reagiert … und typischerweise damit die Probleme noch vergrößert.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

Ja, die These klingt sehr plausibel. Es gibt noch weitere Indizien, die sie stützen:

– Die fehlende politische Erfahrung der Damen und Herren Minister.

– Die völlige Sachfremdheit der Minister (m/w/d) in ihren Ressorts.

– Die beliebige Austauschbarkeit der Minister (m/w/d)

Dazu kommen Momente, in denen Du schiere Panik in den Gesichtern siehst, wenn ihnen Fragen gestellt werden, in denen sie nicht geschult wurden, oder in denen sie verzweifelt auf die Stimme im Ohrhörer warten, die ihnen den Text vorgeben soll. Besonders deutlich war dies letztens bei Haahrbeck(*) zu sehen, ich muss die entsprechende Stelle noch mal raussuchen.

In Übrigen zähle ich auch Seeleensky(*) und sogar Beiden(*) in diese Kategorie „Laiendarsteller“.

(Die Rechtschreibfehler in den Namen sind absichtlich, weil sie bei korrekter Schreibweise die Filtert von WP auslösen.)

Nachtrag: nein, die erwähnten Namen waren es nicht, die den Zensurfetisch von WP befriedigt haben. Es müssen andere Worte gewesen sein. Das macht es noch schlimmer!

Last edited 1 Monat zuvor by Wütender Bürger
Jo_seph
Jo_seph
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor

Die Darsteller ist treffend formuliert. Hinter diesen Darstellern: Regie, Drehbuch, Produktion, Maske und Technik usw., die die sie gekonnt in Szene setzen.
Was haben sie gemeinsam? Sie sind young political leaders, Jünger des great reset – stolz darauf, bei der Neugestaltung der Welt dabei zu sein, sie mit anzuführen!
Für uns, die Bevölkerung, sind sie einfach nur gefährlich, zerstören unsere Gesellschaft und ihre Errungenschaften. Wir passen nicht in ihre Utopien, sind verzichtbar – ein eher unangenehmes Gefühl im Hintergrund, ein Störgeräusch – zwar übertönt vom Marschtritt der ‚Qualitätsmedien‘ – aber doch beunruhigend.
Eine Gefahr, auf die man sich vorbereiten muss! Verfassungsschutz, Bundes- und Landeskriminalämter, Bundespolizei, Heimatschutz und natürlich die ‚Qualitätsmedien‘ werden sensibilisiert, vorbereitet und instruiert!
Sollen sie kommen, die Querdenker, Impfpflichtgegner, Schwurbler, Rechtsradikale, Neonazis und die Neue Rechte! Nancy’s Truppen sind bereit!
Leider können wir nicht auf die nächste Wahl warten, wir müssen jetzt protestieren, sonst gibt es keine nächsten Wahlen mehr!
Die Zeit ist knapp: der U.S. Regierung entgleitet die Regie. Wenn die Wahlen ungünstig für die Demokraten laufen, ist die Mehrheit in beiden Häusern weg. Und das, obwohl die Niederringung des Agressors China noch nicht begonnen hat. Die Polen wollen sich die Westukraine einverleiben. Der Präsident der Ukraine versucht sein Land, angesichts der zunehmend unwilligeren Zahlungen des Westens, den Chinesen anzubieten. Italien wählt vielleicht eine nationale Regierung usw. = die Zeit wird knapp! Die großen ‚Lenker‘ im Background sind fast alle SEHR alt, und würden gerne noch ihre Ernte einfahren, bevor der ‚Schnitter‘ zu ihnen kommt…
Aber wahrscheinlich bin ich nur ein durchgeknallter Schwurbler und nächstes Jahr lache ich über meinen depressiven Kommentar – wär‘ schön! 🙂

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Horst Kevin
1 Monat zuvor
Uwe Borchert
Uwe Borchert
1 Monat zuvor

Hier ein Zitat: „Gelebt und entschieden wird anhand der Gegenwart, und zwar nur der Gegenwart.“ Aber das Zitat enthält einen fetten Fehler. Es ist nicht die Gegenwart im Sinne von Realität. Es ist das verzerrte Bild der Gegenwart, das dabei auch noch die Auffassungsgabe unserer allerwertesten Politdarsteller vollkommen übefordert. Oder anders ausgedrückt es ist Wunsch und Wahn wie die Gegenwart auszusehen hat. Ich schlage als Kompromis die Formulierung „gefühlte Gegenwart“ vor. Das ist zwar ein Euphemismus, deutet aber das Problem dezent an.