Sommer, Sonne, Hitzetote

Altenpflegeheime sind eine Hitzefalle. Hat die Hitze, die besonders älteren Menschen schwer zusetzt, jemals den ganz großen Fürsorgeauftrag des Staates beschworen? Nicht? Und wir dachten, es gehe dieser Tage um das Leben der Alten.

Die ersten wirklich sehr heißen Tage sind vorüber, die Abkühlung kam schnell. In den Netzwerken wird indes gespöttelt, weil die Medien einen Hitzerekord nach den anderen herbeischreiben, wo wir doch wissen, dass Hitze kein aktuelles Phänomen ist. Das stimmt natürlich ein Stück weit: Heiße Tage gab es immer. Tropische Nächte mit über 20 Grad Celsius waren einst hingegen seltener. In den Wetteraufzeichnungen finden sich auch früher schon Ausreißer nach oben – sie kamen nur nicht so oft vor. Aber über den Klimawandel wollte ich hier und heute gar nicht schwadronieren. Über die Hitze wollte ich sprechen. Die gibt es nun mal, egal wie man zum Klimawandel steht. Schwer genug, ihr daheim zu entfliehen. Aber was machen Senioren in Heimen, die wenig Abkühlung bieten?

Hitze ist tödlich. 20.200 Todesfälle bei über 65-Jährigen soll es 2018 in Deutschland gegeben haben – jedenfalls laut Studien von »The Lancet«. Das ergibt einen Inzidenzwert von etwa 110 pro 100.000 Menschen über dem 65. Lebensjahr. Eine ältere Person von 1.000 stirbt demnach an der Hitze oder während einer solchen Periode. Nur in China und Indien sind 2018 mehr Menschen an den Folgen der Hitze verstorben – aber nur in relativen Zahlen, gemessen an der Gesamtbevölkerung lag Deutschland in dieser traurigen Statistik an der Spitze.

Weiterlesen in der Schwurbelpresse

 

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ChrissieR
ChrissieR
1 Monat zuvor

Guude!
Na ja, das wird sich ja im Winter relativieren, wenn die ersten Rentner wegen Gasmangels erfrieren werden…

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  ChrissieR
1 Monat zuvor

…weil sie ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen, wenn wieder das große Wegsperren der Bevölkerung (Neudeutsch: Lockdown) beginnt.

Um erneut solch restriktive Maßnahmen durchsetzen zu können, werden gerade in überfüllten Zügen mit Hilfe eines politischen Schnell- und Fehlschusses die nötigen Inzidenzen gezüchtet, die am Ende des Sommers als Begründung benötigt werden.

Mutant77
Mutant77
Reply to  ChrissieR
1 Monat zuvor

Dazu braucht es noch nicht mal Gasmangel. Es sterben immer mehr Menschen wegen Kälte.
https://www.univadis.de/viewarticle/schatzung-1-7-millionen-tote-im-jahr-2019-durch-nicht-optimale-temperaturen-749908

Carlo
Carlo
Reply to  ChrissieR
1 Monat zuvor

das was Roberto da schreibt ist schon ernst zu nehmen. Insbesondere wo er bemerkt, daß fast alle Altersheime aka „Seniorenresidenzen“ etc. keine Klimaanlagen haben und auch sonst keinerlei Maßnahmen für den Schutz der Alten vor Hitze vorhalten.
Er hat recht mit seinem Hinweis auf die Vollverglasung der Fassaden, welche das Hitzeproblem bis zur Unerträglichkeit verschärft. Dazu kommt noch die Styropor-Fassadenwärmedämmung welche das Elend sogar über die Nachtstunden abrundet.

Kann schon sein, wenn die Berliner Laienspieltruppe so weiter fuhrwerkt, tatsächlich im Winter die Gaszentralheizungen ausfallen. Na dann gute Nacht Marie!
Als alter Kommie zitiere ich mal den Spruch von Rosa L. „Sozialismus oder Barbarei?“. Eine Frage der Vernunft!
In der „Zeitenwende“ besser vielleicht der Kehre des Olaf S., sollte darüber mal nachgedacht werden.

Last edited 1 Monat zuvor by Carlo
Cetzer
Cetzer
Reply to  ChrissieR
1 Monat zuvor

Gas[+Strom]mangel

Unsere treusorgende Innenministerin Nancy Reagan¹-Faeser hat bereits vorausschauend in China 100 Millionen Kerzen² mit Umkipp-Automatik bestellt.

¹Trau keiner Frau ohne Doppelnamen
²Modell FallUm-Brand

Pentimento
Pentimento
1 Monat zuvor

Wir leben leider in einem Land, wo Kinder und Alte nicht wichtig sind; warum das so ist? Vermutlich weil sie nicht zum Bruttosozialprodukt beitragen. Und wählen tun sie auch nicht.

Dr. Wolfgang Wodarg, Mitglied im Corona Ausschuß, möchte die Verantwortung für die Versorgung der Kinder und Alten den Kommunen überlassen. Er möchte kleine Einheiten, die Dorfgemeinschaften ähneln. Jeder kennt jeden, jeder achtet auf den anderen, jeder hilft und ist für die Schwächeren mit verantwortlich. Alte werden von Fachkräften zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung und bei vertrauten Menschen versorgt und gepflegt.

Aber wie die unsinnigen Coronaregeln beweisen, geht es hier nicht um den Menschen, auch nicht um Gesundheit, sondern darum, Demokratie abzubauen und mit unsinnigen, und sogar schädlichen Masken Vermögen anzuhäufen.

Der Mensch ist dabei unwichtig. Millionen für Waffen, um Putin zu schaden, und der skrupellosen Weltmacht zu gefallen, stehen aber ganz oben auf der Liste.

Sehr guter Artikel, Roberto, danke dafür!

Last edited 1 Monat zuvor by Pentimento
flurdab
flurdab
1 Monat zuvor

„scheren uns, seien wir doch mal ehrlich, recht wenig um ein solch altes Leben“

Vieleicht könnte PETA ja heimlich Aufnahmen von der „Anbindehaltung“ machen.
Die üblichen Verdächtigen werden dann bestimmt eine Kampangne starten. Langstrecken- Luisa, Hirschhausen, Jauch etc.

Der Satz muss übrigens heißen:
„scheren uns, seien wir doch mal ehrlich, recht wenig um solch ein Leben“
https://tinyurl.com/2a6ruqrx

Mutant77
Mutant77
1 Monat zuvor

Was sind denn „exotische Nächte“? es gibt tropische Nächte, damit sind Temperaturen über 30° gemeint. Bei „exotischen“ Näächten, denkt man eher an Longdrinks und Baströckchen.
Das die Temperaturen steigen ist aber völlig normal, wir erleben seit Ende des 19. Jahrhundert das Ende einer kleinen Eiszeit. Was wir als Menschen eigentlich begrüßen müssten, den Kälte ist für weitaus mehr Tote verantwortlich als Wärme und auch fast alle anderen für uns relevanten Bedingungen verbessern sich bei warmen Temperaturen.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Mutant77
1 Monat zuvor

Tropische Nächte sind laut Definition Nächte, in denen es zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nicht unter 20°C abkühlt.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Mutant77
1 Monat zuvor

Das die Temperaturen steigen ist aber völlig normal, wir erleben seit Ende des 19. Jahrhundert das Ende einer kleinen Eiszeit.

Der jetzige Temperaturanstieg soll aber schneller sein als in früheren Epochen. Als Bezugszeitpunkt wird die Mitte des vorigen Jahrhunderts angesehen. Mässig höhere Temperaturen sollen sogar wegen des besseren Pflanzenwachstums besser sein als zu kalte Temperaturen wie etwa in der kleinen Eiszeit oder der Zeit nach dem Vulkanausbruch Anfang des 19. Jahrhunderts.

Carlo, der II. - nicht der I.
Carlo, der II. - nicht der I.
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Erst war Corona, nun Ukraine und wenn das eines Tages vorbei ist, wird der Klimawandel zur großen Maßnahmen-Dikatur und Verschwörung aufgebauscht.

Wenn Leuten künftig zu heiß ist, ist das wahrscheinlich ne Nachwirkung der Corona-Impfungen. Hinweise lassen sich da ganz bestimmt finden.

Die Querdenker brauchen ein Aufregerthema, sonst ist denen langweilig und Fans und Spender gehen von der Stange.
Da ist jeden Tag „Gegenteiltag“ und unter weltweiter New World Order machen dies nich … XD

Last edited 1 Monat zuvor by Carlo, der II. - nicht der I.
JaSicherDoch
JaSicherDoch
Reply to  Carlo, der II. - nicht der I.
1 Monat zuvor

Ajo Carlo, is klar ne? 😉

Wir sind halt n paar Spinner, die nicht wertschätzen können, das die totale Überwachung und Kontrolle bis hin zur Fremdbestimmung über den eigenen Körper nur zu unserem Besten ist. Wenn es genug „gute Bürger“ wie dich gibt, dann wird die Great Reset Agenda erfolgreich umgesetzt.

Früher nannte man solche Menschen Sklaven, aber diese unzutreffende Beschreibung wird zum Glück ja nicht mehr verwendet. Heute bilden solche Menschen eine solidarische Wertegemeinschaft. Schöne neue Welt, hurra..

Rudi K
Rudi K
Reply to  Carlo, der II. - nicht der I.
1 Monat zuvor

Erst war Corona, nun Ukraine und wenn das eines Tages vorbei ist, wird der Klimawandel zur großen Maßnahmen-Dikatur und Verschwörung aufgebauscht.

So unsinnig halte ich das nicht. Das Verbot von Verbrennungsmotoren für Neuwagen ist ja schon beschlossen. Und wenn es dann keine E-Autos in der Preisklasse der herkömmlichen Autos gibt, wird Autofahren dann zum Luxus. Ähnliche Überlegungen gibt es auch für tierische Produkte. Und das kann man auch in MSM finden. Es gibt sogar Pläne für eine Hauptverkehrsstraße in München, in der ich wohne, zu einer Fußgängerzone zu machen.

Carlo
Carlo
Reply to  Carlo, der II. - nicht der I.
1 Monat zuvor

Gibt es mich jetzt 2 mal? Meine Ansichten sind nicht die des obigen Carlo, mehr noch. Ich halte die Aussagen für so falsch, nicht einmal das Gegenteil wäre richtig. Mehr brauch ich gar nicht zu schreiben.

Eigentlich bin ich Carlo, seit Spiegelfechterzeiten. Ist das ein Fehler von WordPress? Dann führt das ja zu lustigen Verwirrungen….
Geh der Sache bitte mal nach, Tom!

Nebenbei bemerkt: Zur Zeit schwitze ich auch (31 Grad C), und das obwohl ich alt, nicht geimpft und auch kein eingefleischter „Querdenker“ bin. Aber ich weiß mir dagegen zu helfen. Paulaner hilft….;-)

Last edited 1 Monat zuvor by Carlo
JaSicherDoch
JaSicherDoch
Reply to  Mutant77
1 Monat zuvor

tropische Nächte, … Temperaturen über 30°

Sry fürs klugscheissen, aber in tropische Nächten bleiben die Temperaturen über 20°.

Stimmt aber, eigentlich wird es bei steigenden Temperaturen in vielen Bereichen besser. Die Probleme die wir mit der Umwelt haben, sind nahezu ausschliesslich durch uns verschuldet.

  • Instektenrückgang von über 80% (Glyphosat und Flächenverbrauch)
  • Probleme in den Wäldern dank „moderner“ Forstwirtschaft
  • Vermüllung der Meere
  • Vergiftung der Umwelt durch unzureichende Regulierung der Industrie
  • Überschwemmungen dank Flussbegradigung und Auen Zerstörung
  • Feinstaubbelastung (globale Todesursache #1)
  • Artensterben
  • Rückgang der Vogelpopulation (siehe Insektensterben..)

Diese Liste lässt sich sicherlich leicht erweitern.
Der Witz an der Sache ist, das die Schuld oft der Bevölkerung in die Schuhe geschoben wird, die auf die Politik und die Großkonzerne keinen Einfluss haben. Wir dürfen/sollen dann keine Steinvorgärten haben, obwohl 99% des Insektenrückgangs die Agrarindustrie zu verantworten hat.
Die Bauern nehm ich da ausdrücklich aus der Schuldfrage raus, denn die müssen sich an die (künstlich) geschaffenen Rahmenbedingungen der Globalisierung anpassen.

Last edited 1 Monat zuvor by JaSicherDoch
Christa Meist
Reply to  Mutant77
1 Monat zuvor

Nicht jede Kombination von Wörtern, die einem spanisch vorkommt ist falsch. Selbst Menschen, die tropische Nächte gewöhnt sind, halten auf Dauer 40 ° und deutlich mehr nicht aus, auf Dauer auch nicht weniger als meinetwegen 5, selbst wenn oberflächlich noch keine Erfrierungen auftreten. Wobei dazu auch die Feuchtigkeit der Atemluft zu berücksichtigen wäre. Jede Beeinflussung der individuell optimalen Wohlfühltemperatur nach oben oder unten verlangt vom Körper Anpassungsleistungen, denen geschwächte, kranke, ältere, untrainierte Menschen oft nicht gewachsen sind. Was ist wohl das zentrale Argument aller gerne Naturheilkundler genannten Ärzte? JEDER Mensch ist anders. Deshalb entscheide ich auch gerne selbst, ob ich eine Impfung brauche und wenn ja welche.

Rudi K
Rudi K
1 Monat zuvor

Danke für diesen Artikel. In BR24 gab es vor ein paar Wochen Berichte über Missstände in einigen Pflegeheimen. Aber bei diesem Artikel geht es wohl auch um „normale“ Pflegeheime. Gerade bei Bettlägerigen Patienten gibt es schon so Probleme.

Christa Meist
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

In ihrem Buch über das Alter ist Simone de Beauvoir auf die Problematik der Separierung der Generationen eingegangen. Altersheime sind nicht menschlicher als Waisenhäuser, sondern ein Notbehelf, der sich bei uns eingebürgert hat. Genauso eingebürgert hat wie alle anderen sozialen und medizinischen Leistungen, mit denen sich auf Grundlage höchstmöglicher Ausbeutung gutes Geld verdienen lässt. Es ist eine politische Frage, welche Konsequenzen man daraus zieht. Kasernierung jedenfalls halte ich nicht für eine mitmenschliche sondern für eine profitable Antwort auf das Problem „auf sich selbst gestellt noch nicht oder nicht mehr überlebensfähiger Mensch“.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Christa Meist
1 Monat zuvor

In ihrem Buch über das Alter ist Simone de Beauvoir auf die Problematik der Separierung der Generationen eingegangen. Altersheime sind nicht menschlicher als Waisenhäuser, sondern ein Notbehelf, der sich bei uns eingebürgert hat.

Nun ja bei meinem verstorbenen Mitbewohner war kurz vor seinem Tod das Thema Pflegeheim angesagt, weil er so schwach war, daß er ohne fremde Hilfe nicht mal unfallfrei aus dem Bett kam. Einige Tage später ist er dann im Krankenhaus verstorben. Ich hätte also für ihn den ganzen Tag da sein müssen.

Christa Meist
Reply to  Rudi K
1 Monat zuvor

Es ist zu unterscheiden zwischen einem altersentsprechenden Unterstützungsbedarf und Pflege. Das Gesetz unterscheidet beides relativ scharf. Menschen ohne Pflegebedarf müssen das Altersheim vollständig aus der eigenen Tasche bezahlen. „Eigene Tasche“ heißt, wenn die Pflegeversicherung in den Stufen 1, 2 und 3 nicht reicht, muss zusätzlich Sozialhilfe beantragt werden. Mehr als ein Taschengeld haben in der Folge die meisten Rentnerinnen, die in Heimen untergebracht sind, nicht zur Verfügung. Notfalls springen dann in aller Regel die berufstätigen Kinder mit laufenden Zuschüssen ein, obwohl sie es nach dem Gesetz evt. gar nicht müssten, denn es gibt Verdienst- und Belastungsgrenzen für unterhaltspflichtige Nachkommen. Deshalb wohnen die wenigsten älteren Menschen in „Heimen“. Sollte keine Demenz vorliegen, sind die notwendigen Unterstützungsleistungen entweder (noch) bezahlbar oder neben der Berufstätigkeit zu erbringen, ohne alte Angehörige in eine abhängige Lage zu bringen. Ins Heim gehen nur diejenigen, die sich keine „Residenz“ leisten können, betreutes Wohnen o. ä. und/oder diejenigen, die keine Angehörigen haben, die ab und zu mal „nach dem Rechten“ schauen, Putzdienste übernehmen und einkaufen, für frische Wäsche sorgen etc.
Ich selbst (72) bin weit davon entfernt mich aus Bequemlichkeit im Heim bevormunden zu lassen. Was zu erledigen ist, geht zwar langsamer, aber es ist machbar.
So lange ich entscheidungsfähig bin, möchte ich auch im Pflegefall nach Möglichkeit nicht an ungewohnte Orte verschafft werden, nur weil die rationalisierungsbedingte Spezialisierung und erwerbsgeprägte Organisation der Pflege mir nicht erlaubt, zuhause zu sterben. Ob ich mir das im Bedarfsfall werde leisten können, weiß ich nicht.

Atalante
Atalante
1 Monat zuvor

Gute Argumente, ich sag ja auch schon die ganze Zeit: Zum Beispiel die 15.000 bis 20.000 jährlichen Toten durch Krankenhauskeime (was nicht zuletzt Folge der „Spar“politik in dem Bereich ist + übermäßigem Antibiotikaeinsatz für jeden Quatsch+ eingestellte Forschung an neuen Wirkstoffen in dem Bereich, weil „lohnt nicht“) hat man nicht „zum Schutz der besonders Gefährdeten“ (was in dem Fall ja unter anderem auch immungeschwächte Personen aka Ältere wären) solche Maßnahmen ergriffen, denn dann hätte man sich ja eingestehen müssen, dass die seit Jahrzehnten verfehlte, weil auf „gute Quartalszahlen“ und „Rendite“(im Gesundheitsbereich*, perverser gehts wohl kaum) schielende Politik das selber verbockt hat.

Aber dieses „neue Virus“ war ja von niemandem verursacht, kam quasi „out of the blue“ und man konnte prima die eigene Schuld von jahrzehntelangem Sparzwang im Gesundheitsbereich kaschieren („Ist ja nicht unsere Schuld, wenn das pöööse Virus dafür sorgt, dass plötzlich so viele Menschen so schlimm krank werden und die ITS volllaufen, also liebe Bürger, schränkt euch ein, sperrt euch ein, lasst euch überwachen, damit das Ganze nich so auffällt!“Nebenbei erziehen wir euch dann noch bzu braven gläsernen Bürgern, die, um ein Paar Schlüpfer kaufen zu dürfen, Kreti und Pleti ihren Gesundheitsstatus offenlegen, und das freiwillig. Und hey, was im Laden um die Ecke funktioniert, könnte man ja auch auf Versicherungen, Banken, Arbeitgeber und und und ausweiten, so langsam gewöhnt ihr euch schonmal dran, eure Daten offenzulegen und komplett gläsern zu sein!)

Zu dem Bereich Altenheime empfehle ich diese Team-Wallraff-Sendung, auch wenn ich sonst kein RTL-Fan bin, aber DAS war mal wieder extrem erhellend, zum Thema, was passiert, wenn man Altenheime auf Gewinn trimmt, da fehlt es dann am Nötigsten (Inkontinenzunterlagen!, ein Cent-Artikel?), vom Umgang mit den Betreuten ganz zu schweigen und der Betreiber Alloheim so: „Das waren alles bedauerliche Einzelfälle“ (na aber sicher, alles Einzelfälle und nicht etwas das Resultat, wenn man Seniorenheime auf Gewinn trimmt, damit die Aktionäre anstrengungslos zweistellige Dividenden einheimsen können…)
Ich fand es erschreckend!
_______________________________________________________________________

OffTopic:

Es gibt IMHO einfach Bereiche, wo die (renditeorientierte)Privatwirtschaft die Dreckgriffel rauszuhalten hat und der ganze Bereich medizinische Versorgung gehört mMn dazu.
Ganz im Ernst, für Tötungsmaschinen ist jedes Jahr ein Haufen Geld da, aber für eine angemessene Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht? Sehr seltsame Fokuslegung, wenn man mich fragt.. und nun komme mir keiner mit dem „Gesundheitsfonds“, der mit Steuermitteln „gefüttert“ wird, DIESES Geld landet zu einem nicht unerheblichen Teil bei den Vorständen der >200 Krankenkassen hier, die Patienten (zumindest die gesetzlich Versicherten) haben davon eher nicht so viel, im Gegenteil, lebenswichtige Medikamente sind wegen irgendwelcher dubioser „Rabattverträge“ mit den Pharmafirmen teilweise nicht erhältlich, andere Patienten müssen Medikamente komplett selber zahlen. Also zahlt der Patient das auch noch selber, neben „Rezeptgebühren“, dem KK-Beitrag sowieso, sämtlicher „Vorsorge“, die es (bis zu einem bestimmten Alter) fast nur noch als selbst zu zahlende IGeL gibt usw usw

Aber auf der anderen Seite werden Globuli übernommen, was ich sowieso nicht verstehe, denn „über den Placebo-Effekt hinaus“ ist da doch keine Wirkung nachgewiesen?

Und überhaupt: Warum zum Teufel müssen Krankenhäuser (und eben auch Senioren- und Pflegeheime) „sich rentieren“ und „unrentable“ Häuser zumachen, auch wenn Patienten dafür kilometerweit fahren müssen, um ne Versorgung zu bekommen (richtig toll z.B. bei nem Schlaganfall, wo es doch um Minuten geht, dass die ersten Maßnahmen zur Stabilisierung eingeleitet werden. Mir ist auch klar, dass nicht jedes Dorfkrankenhaus ne Stroke Unit vorhalten muss, aber zumindest die Notfallgrundversorgung sollte nah an den Leuten sein.)
Noch extremer: Diese Gewinnorientierung hat dazu geführt, dass DE im Bereich Knie-, Hüft- und Wirbelsäulen-OPs weltweit führend (quantitativ!) ist, einfach, weil ne OP sich „lohnt“ für den Krankenhausbetreiber, und nicht etwa die konventionelle Behandlung mit KG usw, die im Zweifel für das Wohl des betroffenen Patienten besser wäre, kleine Anekdote dazu: Ein Bekannter von mir hat Medizin studiert, sein Praxisjahr in Deutschland gemacht und sagte dann nur so zu mir: „Also ich kann hier NICHT arbeiten, ich will den Menschen helfen, aber hier ist es tatsächlich so: Da kommt ein Patient rein und da wird dann gleich kalkuliuert, was man an dem-neben seinem eigentlichen Leiden- noch alles Behandlungsbedürftiges finden kann. Die Menschen werden wie Geldtaschen auf zwei Beinen behandelt!“ Konsequenz: Er ging ins Ausland, da, sagt er, behandelt man die Patienten besser und auch er selber wird besser behandelt als in Deutschland (Arbeitsbelastung, Gehalt usw…) und DE hat nen weiteren Arzt ausgebildet und weniger, tja, ins Knie geschossen, würd ich ma sagen. Und dann über Fachkräftemangel lamentieren, bekloppter gehts wohl nicht…

flurdab
flurdab
1 Monat zuvor

„Ich häng, ich häng, ich häng“
Ich ein ein Hängst!

Sieht so aus als ob auch ich kein Premium- Kommentator bin.
Das betrübt mich…

Last edited 1 Monat zuvor by flurdab
Christa Meist
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die nicht wissen, dass auch die Übermittlung digitaler Nachrichten Zeit braucht? Auch wenn´s sofort hell wird, die Zeit zwischen dem Umlegen des Schalters und dem Anspringen der Birne kann man messen.

Last edited 1 Monat zuvor by Christa Meist
flurdab
flurdab
Reply to  Christa Meist
1 Monat zuvor

Ach, ihr immer mit euren Verschwörungstheorien… 😉

Rudi K
Rudi K
Reply to  flurdab
1 Monat zuvor

Bei transkontinentalen Funkverbindungen sogar als Echo hören.

Cetzer
Cetzer
1 Monat zuvor

Hitzefallen

Zum Kontrast ein Artikel, der sich im Hauptteil mit einem neugebauten Krankenhaus im Senegal beschäftigt, das ohne Klimaanlagen auskommt: Keeping cool without costing the earth

großflächige Fensterfronten wirken wie Lupen, fluten die Räume zwar mit Licht

An der Stelle muss man vielleicht gewahr werden, dass es nicht nur um billiges/falsches Bauen geht, sondern auch um den nur schwer (teuer ?) aufzulösenden Gegensatz von Sommer und Winter; Die großen Glasfassaden schaffen eben auch eine Art von Wintergarten – Und versuchen möglichst wenig Gefängnis-Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Christa Meist
Reply to  Cetzer
1 Monat zuvor

Möglicherweise ist das Problem ein ideologisches oder eine Frage dessen, was man aktuell gerne Haltung nennt. Örtlich angepassten Techniken des globalen Südens, gelten nicht wenigen einfach als „zurückgeblieben“ – denn die Standards setzen „wir“. Dass das angesichts der vielfältigen klimatischen Bedingungen keinen Sinn macht, dazu muss man schon Materialist sein und nicht „Wohltäter“. Sonst müsste man ja zugeben, dass die Menschen aller Zonen fähig sind, sich ihrer Umwelt anzupassen. Die kapitalistische Ideologie setzt die monotheistische Version vom überlegenen Menschen voraus. In der realen Welt müssen sich alle Lebewesen anpassen, manchmal geht das nur unter Verlusten. Dass dies für Menschen nicht zutreffen darf, ist gleichzeitig Voraussetzung und Folge der Überheblichkeit von „G7“. Deshalb dürfen überlegene Menschen mit Waffengewalt überzeugen.Sie wollen nur vorgeblich „für alle“ das Beste.