Einsteins Albtraum – miss oder stirb: Im Gespräch mit Alexander Unzicker

Was unterscheidet den amerikanischen und den deutschen naturwissenschaftlichen Ansatz voneinander? Dieser Frage ist Alexander Unzicker in seinem aktuellen Buch „Einsteins Albtraum – Amerikas Aufstieg und der Niedergang der Physik“ nachgegangen.

Wir haben mit Alexander Unzicker über das Buch gesprochen.

Hier geht es zur Langversion auf rumble.

Inhalt:

00:55 Amerikaner und Amerikaner: Eine Einordnung
04:00 Denker und Macher
06:00 „Es scheint alles erforscht.“
08:00 Was hat es eigentlich mit Schrödingers Katze auf sich?
12:30 Europäische Forschung und die Atombombe
18:00 Militär und Wissenschaft
21:30 Wen interessierte in den USA Einstein?
28:00 Im Teilchenzoo
34:30 Vom Mond zum Mars
37:30 Von Computern als Gegenstück der Grundlagenforschung
42:00 Das Problem des wissenschaftlichen Gruppendenkens
45:00 Unüberprüfbare Behauptungen
49:00 Bewiesene unüberprüfbare Behauptungen
52:30 Das Rätsel der Doppelspalttheorie
56:00 Wissenschaft ist kein Gewerbe, sondern braucht Idealismus
01:01:00 Bezahlt die Nerds und lasst sie arbeiten!
01:03:00 Die Mehrheit hat nicht immer recht

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Physis
Physis
5 Monate zuvor

Bin selber Physiker. Unzicker argumentiert trotz besseren Wissens nicht selten auf populistische Art und Weise. Passt zu Deinem Duktus, Tom. Immer schön Gebiete in Deinen kleines REICH rücken, die in Fachkreisen längst durchdekliniert sind. In der Physik wird wirklich viel gestritten. Das ist völlig normal. Und es gibt reichlich Zündstoff z.B. zwischen eher mathematischen Theorien und angewandter Physik. Das will ich hier nicht vertiefen. Alexander Unzicker ist fernab des wichtigen Streits keine Stimme von Gewicht im Kanon des guten und wichtigen Streits, in dem es auch um Geld geht.

Physis
Physis
Reply to  Physis
5 Monate zuvor

Eine kurze Ergänzung: Alexander Unzicker legt durchaus an einigen Stellen die Finger in die Wunde. Aber das verstehen meist nur Mathematiker und Physiker, die sich auf den jeweiligen Gebieten auskennen. Die Kritik an Unzicker zielt also eher in die Richtung, was er davon wie ins Populäre übersetzt. Aber da steht er nicht allein. Sabine Hossefelders Kritiken an gegenwärtiger Physik halte ich persönlich für beachtenswerter als Unzicker. Hoffentlich holst du dir mit Unzicker nicht die ganze telepolis-Forumsblase hier her. Das wäre dann wirklich erbämlich.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Physis
5 Monate zuvor

Sabine Hossefelders Kritiken an gegenwärtiger Physik halte ich persönlich für beachtenswerter als Unzicker.

SIe ist ja auch auf diesem Gebiet „tätig“ während er „nur“ Physiklehrer ist. Die Vorstellung, daß die Physik oder andere Naturwissenschaften das Ergebnis von Überlegungen „einsamer Genies“ bestimmt ist, ist auch eher unrealistisch.

Brian
Brian
Reply to  Physis
5 Monate zuvor

Na, ist da wieder einer mit der einzig wahren Meinung/Ahnung ? 🥱😴

Rudi K
Rudi K
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Ich denke, daß Physis dies nicht vertritt. Er hat ja selber geschrieben, daß es Kritik ab der Stringtheorie b.z.w. Alternativen (Schleifenquantengravitation) gibt. Mir fielen auch in dem Interview Aussagen auf, die mich stutzig machten. Seine Erklärung der Renormierung weicht etwa von der Beschreibung in WIKIPEDIA ab. Und dsa mit der Elektronenmasse kann ja mit dem „klassischen Elektronenradius“ dadurch erklärt werden, daß das Elektron eine endliche Größe hat.

Brian
Brian
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Darum geht es nicht. Es gibt wohl kaum ein Thema, über das man nicht diskutieren kann. Mir geht nur diese ewige ad-hominem-Scheiße unglaublich auf den Sack.

 Immer schön Gebiete in Deinen kleines REICH rücken

Hoffentlich holst du dir mit Unzicker nicht die ganze telepolis-Forumsblase hier her. Das wäre dann wirklich erbämlich.

Mal ganz abgesehen davon, daß das auch grammatikalisch ziemlich fragwürdig ist (man könnte fast meinen, Suckie gibt sich jetzt als Wissenschaftler aus; an
Hybris hat es ihm ja noch nie gemangelt).

 weicht etwa von der Beschreibung in WIKIPEDIA ab. 

Dein Ernst ? Du nimmst WB als Referenz ??
Was viele ‚Wissenschaften‘ gerade in unserer heutigen Zeit leider immer wieder
machen : sie bewegen sich in konzentrischen Kreisen. Dadurch entsteht eine
ewige Selbstbestätigung. Kaum ein Spähen über den Tellerrand (von Ausnahmen abgesehen), kein sich-befruchten-lassen von anderen Disziplinen,
sondern z.T. vehementes (manchmal schon fast hysterisches) Verteidigen der
eigenen Ansichten. Was dann häufig viel mehr über den Menschen als über seine Äußerungen aussagt.
„Vereinfacht gesagt herrscht das folgende Credo in den Köpfen vieler Wissenschaftler und ihrer Adepten und Bewunderer : Was rechnerisch stimmt und was technisch funktioniert, muss wahr sein.“
„Die Subjektblindheit der Naturwissenschaft (…) ist zugleich Bewußtseinsblindheit, ist die Reduzierung der Innenwelt (…) auf die dann notwendig absolut gesetzte Außenwelt.“

Last edited 5 Monate zuvor by Brian
Rudi K
Rudi K
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Dein Ernst ? Du nimmst WB als Referenz ??

Wenn du eine bessere Stelle, weisst, dann nur zu. Ich kannte diesen Begriff aus früheren Vorlesungen mit einer anderen bedeutung. Nach dieser Quelle

https://www.spektrum.de/lexikon/physik/renormierung/12343

hat Herr Unzicker wohl nicht ganz unrecht.

Vereinfacht gesagt herrscht das folgende Credo in den Köpfen vieler Wissenschaftler und ihrer Adepten und Bewunderer : Was rechnerisch stimmt und was technisch funktioniert, muss wahr sein.

Nun damit ist man für „praktische Zwecke“ der Wahrheit nahe genug dran.

„Die Subjektblindheit der Naturwissenschaft (…) ist zugleich Bewußtseinsblindheit, ist die Reduzierung der Innenwelt (…) auf die dann notwendig absolut gesetzte Außenwelt.“

Gerade das Beispiel mit Schrödingers Katze zeigt doch, daß aus der Sicht der modernen Physik der Meßprozess selbst „fehlbar“ ist. Die Unschärferelation von Heisenberg zeigt doch, daß bestimmte Größen nicht gleichzeitig beliebig genau gemessen werden können.

Rudi K
Rudi K
5 Monate zuvor

Was die Atombombe als „zwangsläufige Folge“ der Forschung der Radioaktivität angeht, so sehe ich dies etwas anders. Sicherlich gilt dies für die Kernspaltung. Aber man stelle sich mal vor, nicht Hitler sondern Adenauer wäre der Reichskanzler gewesen. Dann wäre sicherlich man eher an der Entwicklung von Atomkraftwerken als Atombomben interessiert gewesen.

Brian
Brian
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Sicher ?

Rudi K
Rudi K
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Nun zuerst hätte Einstein dann weniger Grund gehabt, aus Deutschland auszuwandern. Denn er lehrte dort und war im Wissenschaftsbetrieb aktiv. Von Adenauer sind auch kaum Aussagen bekannt, daß er Krieg führen will oder Juden diskriminieren will.

Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Um Gegnern die Zerstörungskraft der Atombombe zu demonstrieren, hätten die US-Amerikaner sie weit vor der japanischen Küste oder in unbewohntem Gebiet abwerfen können. Will man aber wissen, was genau die Bombe in bewohntem Gebiet mit Haus, Mensch und Vieh anrichtet, wirft man sie eben auf Nagasaki und Hiroshima. Ich befürchte, die Motivation, sie genau dort abzuwerfen, war nicht der pure Zerstörungswahn. Es war wohl „wissenschaftliche“ Neugier.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Ich denke nicht, daß es „wissenschaftliche Neugier“ war. Einstein selber stand ja hinter diesem Projekt und ihm wäre es lieber gewesen, wenn sie über Deutschland abgeworfen wäre.

Daniel D. Dietze
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Einstein hatte in diese Entscheidungen sicher keinen Einblick, geschweige denn Einfluss darauf. Und Einstein war nicht der einzige Mitwirkende mit großer Neugier. Die „wissenschaftliche“ Neugier, die ich meine, geht eher von Militärangehörigen aus, die sich für andere Ergebnisse dieses Ersteinsatzes interessieren als der Physiker. Was war denn deiner Meinung nach die Motivation?

Last edited 5 Monate zuvor by Daniel D. Dietze
Rudi K
Rudi K
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Was Einstein angeht,so ist dir doch sicher der Brief an Roosevelt bekann, an dem Einstein mitgewirkt hatte.

Ich denke die Motivation war für die Atombomben dieselbe wie für die Bombadirungen deutscher Städte. Man hatte ja vorher schon in der Wüste die Atombomben getestet und konnte sich dann die Wirkungen vorstellen. Mit Wissenschaft hatte dies nichts zu tun.

Daniel D. Dietze
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Der Brief ist mir bekannt, aber ich möchte ihn nicht überbewerten. Ein von einer handvoll Wissenschaftler unterzeichneter Brief, fordert den Präsidenten auf, eine Bombe zu bauen. Der wird sich wohl nicht sonderlich geziert haben. Aber es ist eine schöne Geschichte. Ein filmreifes Narrativ. Ich sehe diesen Brief eher im Genre Weltkriegs- oder Wissenschaftsromantik.
Mit dem ersten Test konnte man sich die Wirkungen vorstellen, soweit ganz richtig. Mit dem ersten Einsatz brauchte man es sich nicht mehr nur vorzustellen. Man wollte und konnte es dann wissen.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Und warum wurde dann das Manhattan-Projekt durchgeführt? Der Aufwand war ja nicht unerheblich.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

@Rudi K

wenn sie über Deutschland abgeworfen wäre.

Da hat nicht viel gefehlt:

https://www.weltderwunder.de/artikel/projekt-manhattan-wie-knapp-entging-deutschland-einem-atombombenabwurf

Daniel D. Dietze
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

„Einige Städte wurden in Japan extra ausgespart, damit man sehen kann, was passiert, wenn man eine Atombombe abwirft.“ – Dirk Pohlmann

Vortrag von Dirk Polhmann: Der Hiroshima Mythos
https://www.youtube.com/watch?v=ftYaBKA7Nkg

Last edited 5 Monate zuvor by Daniel D. Dietze
Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Daniel D. Dietze
5 Monate zuvor

Hiroshima und Nagasaki waren die offiziellen „Feldtests“. Gummipuppen, Filmkulissen und Hausschweine hatten die Amis zuvor genug vernichtet, es mussten Versuche an Menschen her.

Rudi K
Rudi K
5 Monate zuvor

Nun fällt mir folgender Punkt auf. Was hinderte denn die Staaten „hinter dem Eisenen Vorhang“ eine andere Physik als die „amerikanische“ Physik zu entwickeln? Denn die Russen, Polen oder Ostdeutschen mussten sich ja nicht an die Physik der USA richten.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

@Rudi K

Möglicherweise die Erkenntnis, dass man das Spielzeug, welches die USA in Hiroshima vorgeführt hatten, auch haben mußte, wollte man es nicht im eigenen Territorium getestet wissen.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

Mir geht es eher um die „Große Vereinheitlichung“ der Naturkräfte wie Gravitation und Elektrodynamik. In der Physik dreht sich nicht alles um die Atombombe.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

@Rudi K

In der Physik dreht sich nicht alles um die Atombombe.

Sicher nicht, aber in der damaligen Situation mit dieser Bedrohungslage kann man es den Sowiets schlecht verdenken, dass sie ihr Defizit ausgleichen wollten.
Der anschließende Rüstungswettlauf hat dann ebenfalls Kräfte gebunden, die man anders hätte einsetzen können.

Wehrlos zu sein ist nun mal kein schöner Gedanke.

Last edited 5 Monate zuvor by Robbespiere
Rudi K
Rudi K
Reply to  Robbespiere
5 Monate zuvor

So einfach ist dies sicherlich nicht. Es gab z.B. ein Gegenstück zu CERN, mit dem an anderen Themen geforscht wurde. Hier ein Artikel dazu:

https://www.derstandard.de/story/2000093788022/russlands-neuer-teilchenbeschleuniger-ist-dem-urknall-auf-der-spur

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

@Rudi K

Natürlich gab es auch das, aber du kannst dir sicher vorstellen, was Alles möglich gewesen wäre, wenn nicht massenhaft Forscher und Gelder in dem Programm für Kernwaffen und Rüstung allgemein zwangs-gebunden gewesen wären.

Selbst bei uns bindet der von den USA geforderte Rüstungsetat wertvolle Resourcen, die in Forschung und Entwicklung ( z.B. in grüne Energie ) besser angelegt wären.
All der technische Firlefanz wird für teures Geld auf dem Kasernenhof verrotten, weil ein Krieg definitiv der letzte wäre.
Dabei haben wir es noch nicht mal geschafft, die brisante Munition aus zwei Weltkriegen unschädlich zu machen.

Brian
Brian
5 Monate zuvor

Habt ihr euch mit dem Rubikon abgesprochen ?
Dort gibt es nämlich einen interessanten Artikel von einem meiner Lieblingsautoren (ich glaube, ich habe das schon das ein oder andere Mal erwähnt… 😉 ) : Jochen Kirchhoff ‚Die Wiederbeseelung der Welt‘, in dem er Herrn Unzicker erwähnt und auf seine eigene
Interpretation verschiedener Phänomene eingeht (wobei die ausführliche Fassung in seinem Buch ‚Räume, Dimensionen und Weltmodelle‘ zu finden ist).
Ein kleines bißchen OT, dennoch unbedingt erwähnenswert : auf der gleichen Seite der
Artikel ‚Das kreative Universum‘ von Roland Rottenfußer.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

Nach diesem Artikel sind die Naturwissenschaften seit Galilei auf dem Holzweg. Nur wundert es mich, daß unsere technische Zivilisation, mit der wir uns austauschen auf diesen Fehlannahmen beruht. Sicher stimmt es, daß „Schwarze Löcher“, wenn es sie gibt, recht weit weg sind. Sie erklären aber auch gut die Quasare und die Bewegung der Sterne im Zentrum unserer Galaxie.

Brian
Brian
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Nach diesem Artikel sind die Naturwissenschaften seit Galilei auf dem Holzweg. 

Nein, woraus liest Du das ? Daß er Galilei kritisiert, heißt nicht, daß er jegliche
‚Naturwissenschaft‘ in Gänze über Bord schmeißt.

Sie erklären aber auch gut die Quasare und die Bewegung der Sterne im Zentrum unserer Galaxie.

Mag sein, mag auch nicht sein. Letzten Endes bleibt es pure Spekulation. Wirklich nachprüfbar ist nichts davon. Und insofern stellt sich die Frage, welche
Relevanz solche Spekulationen haben, außer ein Heer von ‚Wissenschaftlern‘
zu beschäftigen ?

Brian
Brian
Reply to  Brian
5 Monate zuvor

„Daß die technisch-abstrakte Naturwissenschaft mittlerweile nicht nur religiöse Züge trägt (…), sondern selbst die Zentralreligion dieser Erdlinge darstellt, quer
durch alle anderen Ideologien hindurch, wird von Jahr zu Jahr augenfälliger.“
Wer hat da gerade ‚Corinna‘ gerufen ?
„Viele Menschen, die den Religionen, der Spiritualität überhaupt gegenüber sich als Skeptiker geben, glauben sich bei den Naturwissenschaften auf sicherem
Boden.“
„Nur den Naturwissenschaften traut man fast alles zu, nimmt ihnen auch die
schlechteste Metaphysik ab, wenn sie mathematisch-technisch daherkommt.“
„Naturwissenschaft ist Religion, Heilsversprechen, Messianismus, sie besetzt das von den traditionellen Religionen hinterlassene Vakuum.“
Nicht, daß der Eindruck entsteht, ich hätte etwas gegen Naturwissenschaft.
Ich wehre mich nur gegen jede Form von Dogmen. Und vieles, was heute i.B.
der ‚Wissenschaft‘ betrieben wird, verdient diesen Namen nicht.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Gleich zu Anfang gibt es eine Passage, der ich widersprechen muss:

Soweit ich weiß, waren nur die wenigsten Einwanderer in „der neuen Welt“ im 17. Jahrhundert Abenteuer, „Anfasser“ und „Macher“. Der überwiegende Anteil war das, was wir heute Wirtschafts- und Kriegsflüchtlinge nennen. Europa war gerade durch den längsten Krieg in der Geschichte verwüstet, die Bauernhöfe wurden immer kleiner, weil das gepachtete Land unter den Erben immer weiter geteilt werden mussten, in Ländern, in denen der Landadel radikal abgeschafft wurde, verloren Bauern plötzlich alles, und in den Städten wurde es immer enger und viele, die vom Land in die Städte zogen, blieben auf der Strecke und wurden durch die Aussicht auf „eine neue Welt“ in die Ferne gelockt.

Nicht wenige der Einwanderer zogen eine Seereise ins Unbekannte einer Verurteilung wegen Straftaten vor.

Dazu kamen dann eine Menge Sklaven aus aller Herren Länder, die ganz und gar nicht aus ihrer Heimat „ausreisen“ wollten.

Die heutigen Einwohner der USA sind also mehr oder weniger Nachkommen von europäischen Flüchtlingen und Sklaven.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Europa war gerade durch den längsten Krieg in der Geschichte verwüstet, die Bauernhöfe wurden immer kleiner, weil das gepachtete Land unter den Erben immer weiter geteilt werden mussten,

Die „Pilgerväter“, die mit der Mayflower kamen aus Großbritannien und waren eher eine dort verfolgte religiöse Minderheit. Mit dem Dreissigjährigen Krieg hatten sie nichts zu tun.

Die heutigen Einwohner der USA sind also mehr oder weniger Nachkommen von europäischen Flüchtlingen und Sklaven.

Das stimmt vor allem für die Einwanderungswellen aus Europa im 19. Jahrhundert. Allerdings war eine „pragmatische Mentalität“ dort dann für das Überleben hilfreich.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Mit dem Dreissigjährigen Krieg hatten sie nichts zu tun.

Das habe ich auch nicht behauptet. Aber sie waren gewissermaßen Kinder und Enkel dieses Krieges und wurden auf einem verwüsteten Kontinent geboren.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Dieser Krieg betraf aber eher Mitteleuropa und lag 200 Jahre zurück. Dazu kamen auch Migranten aus Irland (Kartoffelfäule). In Mitteleuropa gab es ausserdem Folgen der kleinen Eiszeit.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Da bist du aber zeitlich nicht auf dem Laufenden: der dreißigjährige Krieg endete 1648, Entdeckung Amerika 1492. Die ersten Auswanderer verließen Europa schon um 1500.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Welche Auswanderer denn? Um 1500 sind doch eher Soldaten etc aus Spanien und Portugal nach Amerika gereist. Was ich als Auwanderer kenne, sind die Leute, die sich in Amerika und Südafrika (Buren) amsiedelten.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
5 Monate zuvor

Was den „Teilchenzoo“ und die unvorstellbar kleine Zeiteinheit von 10^-35 Sekunden angeht: ich finde es gleichzeitig beruhigend als auch beängstigend, daß Physiker kleinste Teile und Zeiten und ihr Verhalten berechnen können, aber gleichzeitig nicht die Existenz eines einzigen Teilchens überhaupt erklären können. Gäbe es das Universum nicht, gäbe es nur das absolute Nichts. Dann wäre alles prima. Aber selbst die Existenz eines einzelnen Quarks ist nicht wirklich erklärbar. Klar: man kann sagen, woraus das Quark besteht, welche Eigenschaften es hat. Aber WARUM es existiert, kann niemand erklärten.

Von der Existenz von Raum und Zeit ganz zu schweigen!

Wie sagte einst der großartige und viel zu früh verstorbene Douglas Adams:

„Es gibt eine Theorie, die besagt, sobald jemals jemand herausfindet, warum das Universum existiert, wird es sofort durch etwas noch bizarreres ersetzt.

Es gibt eine andere Theorie, die besagt, daß das bereits geschehen ist.“

Mordred
Mordred
5 Monate zuvor

Warum wurde das Video denn auf youtube zensiert? Copyright-Verstoß?

Maitre Caron
Maitre Caron
5 Monate zuvor

Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur – Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten (Westend-Verlag 2019)

Was aber macht der Verstand, wenn der Physiklehrer nicht mehr ins Gymnasium darf, weil dort durch „Pandemie“-bedingte Maßnahmen der Unterricht ausfällt.
Er nutzt die gewonnene Tagesfreizeit, um bei Telepolis vom 4. März bis 3. April 2020 jeden zweiten Tag seine Panik in Text zu fassen (15 Artikel).
https://www.heise.de/tp/autoren/?autor=Alexander+Unzicker&seite=2
Bis zum 14. Mai folgen dann „nur“ noch weitere 5 Artikel, um Deutschland vor der kommenden Apokalypse zu warnen. Ob sich die Panik in diesen 10 Wochen zwischen März und Mai von selbst gelegt hat, ob die Telepolisredaktion ihm geraten hat etwas kürzer zu treten, ob er einen Artikel von einem der Maßnahmenkritiker gelesen und verstanden hat – nach einer Kreativpause von vier Monaten hat er erstmals wieder über Physik geschrieben. Von November 2020 bis heute folgen nur noch vier Artikel über Corona, die nach Titel und Teaser wirken, als hätte sie ein kritischer Mahner geschrieben.

Ob ein Autor ein Wissenschaftsjournalist ist oder doch nur ein Oberlehrer, zeigt sich vielleicht am besten, wenn er wissenschaftlich und analytisch ein Thema bearbeitet, das nichts mit seinem ursprünglichen Studium zu tun hat. Ich empfehle einen Blick auf seine Autorenseite bei Telepolis.

Ich hatte das oben genannte Buch auf Empfehlung im Februar 2020 gekauft.
Nach den ersten beiden seiner dystopischen Coronaartikel bei Telepolis habe ich das Interesse an seinem Buch verloren, das Interesse an Telepolis übrigens auch.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Maitre Caron
5 Monate zuvor

Die Missmut verstehe ich. Andererseits bin ich dazu geneigt, niemanden für die ersten Analysen der Corona-Zeit zu arg zu schelten. Wir wussten auch nicht genau, wie man damit umgehen soll. Ich erinnere mich, dass ich mit meiner Frau im Park saß und sinngemäß meinte, dass man halt mal zwei, drei Wochen alles zusperren sollte – das Wort Lockdown war noch nicht im deutschen Sprachraum derart verankert -, das wäre doch eine Maßnahme. Wir wussten doch nichts. Nach und nach wurde mir dann auch klar, dass hier etwas ziemlich schief lief. Im Mai 2020 war ich schon weg vom Narrativ. Es war für alle von uns ein Prozess. Das gestehe ich Menschen zu. Denn das gehört auch zum Menschsein dazu.

Rudi K
Rudi K
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

Wenn man nach dem Namen Unzicker mit GOOGLE oder WIKIPEDIA sucht, dann findet man schon Verweise auf Kritik an seinen Werken zur Physik. Eine etwas „konventionellere“ Kritik der Fragestellungen ist in diesem Link zu finden.

https://scilogs.spektrum.de/hyperraumtv/tv-doku-abbild-oder-erkenntnis/

IN dieser Interviewreihe von Frau Paech kommt auch die in der Diskussion genannte Sabine Hossenfelder zu Wort.

Maitre Caron
Maitre Caron
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

Hallo Nachbar,
ich verstehe den Einwand. Ich habe auch Verständnis für alle die, die am Anfang mehr oder weniger stark verunsichert waren. Ich mache auch niemandem einen Vorwurf, nur weil ich nicht in Panik geraten bin.
Von einem Physiklehrer, der sich als Wissenschaftler sieht, als Physiker und Philosoph, der eine Reihe populärwissenschaftlicher Bücher veröffentlicht hat, erwarte ich, daß er auch mal Dinge in Frage stellt. In der ersten Panik einen, zwei oder gar drei unsachliche Artikel hätte ich inzwischen vergessen oder verdrängt – aber in 30 Tagen 15 Panikartikel und in den folgenden sechs Wochen fünf weitere …
Als Drosten Anfang 2020 seine ersten Schwarzmalereien verbreitete, fiel mir sofort die Schweinegrippe 2009 ein. Damals gab es schon den Rat an die älteren und chronisch Kranken, sich auf jeden Fall gegen Grippe impfen zu lassen. Mein Hausarzt hat mir von der Grippeimpfung abgeraten.
Von EHEC 2011 war ich selbst betroffen und bin nicht in Panik geraten.

Deine Aussagen: „Wir wussten auch nicht genau, wie man damit umgehen soll“ … „Wir wussten doch nichts“ … „Es war für alle von uns ein Prozess“ gestehe auch ich jedem zu – aber zwischen Unsicherheit und Panik liegen Welten. Ich kann nur raten, sich die gesammelten Beiträge auf seiner Autorenseite anzusehen. Für die gesammelten Titel und Teaser braucht man nur Minuten.

Ich hatte mich auf sein Buch „Wenn man weiß, wo der Verstand ist …“ gefreut, es hatte gute Rezensionen. Der letzte Absatz auf dem Rücktitel des Buches lautet:
„Der Physiker, Jurist und Kognitionsforscher Alexander Unzicker analysiert die Herausforderungen für unser Denken im postfaktischen Zeitalter und schafft Orientierung im großen Durcheinander. Vor allem aber fordert er von uns allen den Mut, selbstbewusst und frei den eigenen Verstand zu gebrauchen.“
Ich kann seine Veröffentlichungen nicht mehr unbefangen lesen.

p.s. Ich habe eine ungelesene Ausgabe seines Buches zu verschenken – von Schwanheim zum Gallus ist es auch mit dem Fahrrad nur ein Katzensprung

Rudi K
Rudi K
Reply to  Maitre Caron
5 Monate zuvor

Von einem Physiklehrer, der sich als Wissenschaftler sieht, als Physiker und Philosoph, der eine Reihe populärwissenschaftlicher Bücher veröffentlicht hat, erwarte ich, daß er auch mal Dinge in Frage stellt.

Im Prinzip kann jemand der Sorte „Nebenberufsphysiker“ schon Wichtiges zur Physik beitragen. Beispiele dafür ist neben Einstein selber auch Balmer, der in dem Gespräch erwähnt wurde.

Ich habe eine ungelesene Ausgabe seines Buches zu verschenken – von Schwanheim zum Gallus ist es auch mit dem Fahrrad nur ein Katzensprung

Fährt da nicht auch eine S-Bahn entlang?

Maitre Caron
Maitre Caron
Reply to  Rudi K
5 Monate zuvor

Da fährt auch eine S-Bahn entlang – teilweise.
Ich müßte 7 Stationen mit der Straßenbahn nach Niederrad fahren, kann dort umsteigen in die S-Bahn zum Hauptbahnhof, kann dort umsteigen in eine S-Bahn zur Gallus-Warte: 9 Haltestellen und zweimal umsteigen. Dafür müßte ich einen Fahrpreis entrichten. Entweder 360 € für das Rentnerticket oder zweimal 2,75 für Einzelfahrten.
Mit dem Fahrrad fahre ich etwa 2 km den Mainuferradweg bis zur Autobahn (A5), knapp 1 km den Radweg entlang der Autobahn bis zur Kleyerstraße, knapp 2 km durch die Kleyerstraße bis zur Galluswarte, auf der ganzen Strecke Radwege, fast kreuzungsfrei, 2 Bedarfsampeln an Haltestellen, die erste richtige Verkehrsampel ist an der Gallus-Warte.
Der ÖPNV ist in Frankfurt keine Alternative zwischen benachbarten Stadtteilen. Dazu zähle ich auch das Gallus-Viertel, obwohl es auf der anderen Mainseite liegt.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Monate zuvor

Wir wussten doch nichts.

Da muss ich dir etwas widersprechen.

Ja, dieser Virus war neu.

Aber: es ist nicht der erste hoch ansteckende Atemwegs-Virus auf diesem Planeten!

Es gab schon sehr früh zu Beginn der „Pandemie“ kritische und mahnende echte Fachleute abseits der Politik, die vor einer kollektiven Panik und Hysterie gewarnt und erklärt haben, wie sich solche Viren verbreiten, was nötig ist, um sie zu bremsen¹ und wie sich davor geschützt werden kann.

FFP2-Masken unter freiem Himmel, „Verweil-Verbote“ und das Verbieten jeglichen kulturellen, sportlichen² und privaten Lebens waren und sind NIE ein Mittel zur Eindämmung.

Das wussten wir von Anfang an. Wer Ohren hat, konnte es hören.

Nur gab und gibt es eben in der Politik sehr viele „Hör-Verweigerer“, die zwar nicht hören wollen, dafür aber um so größere Mäuler zum Brüllen haben.

_____________

¹ Solche Viren sind nur zu bremsen. Ausrotten können wir sie nicht, weder mit Desinfektionsmitteln noch durch eine „Impfung“.

² Ausgenommen waren „natürlich“ die Profi-Fußballer, denn die machen ja keinen Sport, sondern <del>das große Geld</del> ihre Arbeit.

Last edited 5 Monate zuvor by Wütender Bürger