Gedenken nur sonntags

Wie viele der Ministerpräsidenten, die am kommenden Mittwoch zusammensitzen, um Diskriminierung und Ausschluss zu beschließen, werden tags zuvor noch bei einer Gedenkveranstaltung laut »Nie wieder!« skandiert haben? Ich frage für einen, der den Anfängen wehren wollte …

Morgen ist der 9. November: Ein geschichtsträchtiger Tag in der deutschen Geschichte. An jenem Herbsttag jagte man einst den Kaiser zum Teufel. Viele Jahre danach fiel mit selben Datum die Mauer. Und ja, da war noch was anderes: Die Novemberpogrome nämlich, die man hierzulande besser unter dem Namen »Reichskristallnacht« kennt. Das Gedenken jenes Tages aus dem Jahre 1938 überlagert das Gedenken an all die anderen wegweisenden Ereignisse, die sich am 9. November, diesem deutschen Tag, ereigneten. Wir gedenken deshalb Jahr für Jahr des Ungeistes von damals und beteuern eifrig, dass sich das nicht wiederholen darf.

Am 10. November ist alles vorbei

Dieses Gedenken gehört zum Gründungsmythos dieser Republik. Man kennt das Erbe, das man angetreten hat und bekennt sich dazu. Dieses Bekenntnis macht sich durch Ablehnung der damaligen Geschehnisse und Wachsamkeit bemerkbar. Jedenfalls werden diese Werte rhetorisch bemüht. Diese Rhetorik hat sich aber freilich zu einem leblosen Ritual gemausert. In Sonntagsreden wird gemahnt wie eh und je, dass man aufpassen müsse, man dürfe nicht zu bequem werden, den Anfängen wehren und dürfe diesen Ungeist nie wieder auf die Sprünge helfen. In der Wirklichkeit kommen diese frommen Wachsamkeitswünsche aber nicht immer, ja immer seltener an.

Am kommenden Mittwoch – den 10. November – wollen sich die Ministerpräsidenten und die Geschäftsführerin dieses Landes nochmals zusammensetzen. Ministerpräsidentenkonferenz nennt sich dieses nicht verfassungsfeste Gremium, dass dann erneut Entscheidungen fällt. Eine soll sein, dass man eine Bevölkerungsgruppe ausgrenzt, sie in den Lockdown schickt und ihre Kontakte reglementiert. Die Bevölkerungsgruppe wird bekanntlich genannt: Die Ungeimpften. Nicht die ungeimpften Menschen. Oder etwa die ungeimpften Bürger. Nein, schlicht: Die Ungeimpften. Das ist ein Label, das gezielt das Menschliche aberkennt, sprachlich weglässt. Das Attribut wird zu einem »Gattungsbegriff«, der für sich alleine steht. Sie lassen die Stimmung wider aller Evidenz hochkochen, schüren die Wut, drängen zur Separation. Es wäre kein Wunder, wenn mancher Aufgepeitschter sich da nicht eine Bundeskristallnacht herbeisehnen würde. Das Gewaltpotenzial ist jedenfalls vorhanden.

Tags zuvor mag mancher von den Entscheidern in diesem grundgesetzwidrigen Gremium noch des Ungeistes von dunnemals gedacht haben. Unter Umständen sogar gemahnt haben, aus dieser Zeit seine Lehren zu ziehen: Lasst das nie wieder geschehen! Aber helfen wird dieser noble Gedanke nicht. Denn wir manövrieren uns zusehends in eine autokratische Gesellschaft hinein und die Mahner machen das, wovor sie uns sonst immer mal so sonntags in feschen Reden und feiertags bei Zeremonien gemahnt haben.

Die Singularität von damals: Freifahrtschein für heute

Ich möchte nicht sagen, dass all diese bundesrepublikanische Gedenkkultur für die Katz’ war. Aber ich muss es sagen. Welchen Wert soll das haben, wenn man schlimmer Verbrechen – und vor allem der Denke dahinter – aus der Vergangenheit gedenkt, sie zu einem Lehrstück pädagogisiert, aber dann an der Umsetzung des Gelernten im Alltag scheitert? So eine Gedenken ist ein totes Feld, wenn es überhaupt keinen Nutzen im Hier und im Jetzt hat, dann dient es nur der schönen Kunst, sich als besserer, aufgeklärterer Mensch zu fühlen; besser und aufgeklärter als unsere Großeltern es waren, versteht sich. Aber das ist alles nur in deren Kopf, in den Gehirnwindungen der Gedenkenträger. Für die Gegenwart, für das reale Leben, hat das gar keine Bedeutung.

Es ist zu befürchten, dass die Losung, die immer wieder bei diesen Gedenken zur Kenntnisnahme aufgetischt wurde, nämlich jene von der Singularität der damaligen Ereignisse, eine ziemlich bequeme Vermeidungsstrategie für jene darstellt, die Gedenken ritualisiert abspulen wollen. Denn diese Einzigartigkeit der damaligen Geschehnisse, angefangen bei der Diskriminierung und dem Ausschluss vom öffentlichen Leben, wurde von unseren Eliten dazu missbraucht, vergangenes Unrecht als gedenkwürdig zu deklarieren, als etwas, was nie wieder stattfinden dürfe, während sie gleichzeitig das aktuelle Unrecht als davon nicht betroffen betrachteten. Wenn nur das Singuläre, das Einzigartige gedenkwürdig ist, gibt es ja nichts, was dem gleichen, ähneln, ja womit man es vergleichen könnte. Einzigartiges passiert ja genau einmal – und nicht öfter. Dabei ist der Ungeist, der auf diese Weise antreibt, mitnichten einzigartig.

Alleine dass ich mich an dieser Stelle in solchen Gedanken übe, wird in jenen Kreisen, die jetzt Diskriminierung verordnen, als Frevel betrachtet. Sie haben mit damals nichts zu tun, sagen sie. Sie machen all das, weil sie das Gute wollen. Wer ihnen unterstellt, nichts aus der Geschichte gelernt zu haben, muss quasi ein Schwurbler, ein Querdenker, ja ein Rechter oder gar Nazi sein. Man kann demgemäß heute also Nazi sein, weil man vor dem totalitären Geist warnt, der damals das Land in den Griff nahm. Auch daran sieht man: Die haben nichts, wirklich gar nichts kapiert.

PS: Mittlerweile hat sich der Termin am 10. November offenbar zerschlagen. Als ich den Text schrieb, galt der 10. November noch als gegeben. Das ändert aber freilich wenig an dem, was der Text aussagen will.

Diesen Beitrag ausdrucken
Unterstütze uns und hilf dabei, die neulandrebellen besser und wirkungsmächtiger zu machen
Subscribe
Notify of
guest
45 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
GoAlive
GoAlive
8. November 2021 7:49

An jenem Herbsttag jagte man einst den Kaiser zum Teufel. 

Na ja. Etwas genauer kann man das hier nachlesen:

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/173925/ende-des-kaiserreichs-27-11-2013

GoAlive
GoAlive
Reply to  GoAlive
8. November 2021 11:01

Wilhelm II ist nicht Thema des Artikels und es wird viel Negatives über ihn geschrieben. Ich habe mich nie mit ihm selbst beschäftigt, bin aber 1. der Meinung dass JEDER eine faire Behandlung verdient und keine Aburteilung nach Hörensagen und weiß 2. doch, dass es die Bedingung der Amerikaner für den Friedensschluss war, ihn abzusetzen! Damit allerdings HABE ich mich beschäftigt und kann sagen, dass das dringliche Interesse der USA an der Weimarer Republik schon damals NICHTS damit zu tun hatte, die Deutschen von einem “bösen Kaiser” befreien zu wollen.

Das als Erklärung für den abstrafenden Foristen 😉

Last edited 2 months ago by GoAlive
Gaby
Gaby
8. November 2021 9:48

Die einen verstehen Gedenken als Aufforderung, im Sinne von “geh denken”. Andere gedenken dem Auswendiggelerntem. Letzteres erinnert mich tatsächlich an meine Schulzeit:
Viele lernten – für eine bevorstehende Klausur – alles wortgtreu im Kopf zu speichen, saßen wie der Ochs vor dem Berg und waren tief traurig (oder gar entrüstet) über ihr schlechtes Abschneiden, als dort eben nicht selbiges abgerufen wurde.
Schon irgendwie bezeichnend…

Gaby
Gaby
Reply to  Gaby
8. November 2021 11:36

.. Und wieder drückt sich mir Le Bons Abschnitt “Unterricht und Erziehung” in die Erinnerung.

Brian
Brian
Reply to  Gaby
8. November 2021 16:07

Und mir drückt sich immer und immer wieder ‘Idiocracy’ in Erinnerung… 😉

Gaby
Gaby
Reply to  Brian
8. November 2021 16:20

Eine durchaus nachvollziehbare und schlüssige noch dazu.

Jörg Hensel
8. November 2021 11:16

Diktatur in Deutschland liegt deshalb vor, da Beamte und Richter den Parteien und nicht mehr dem Staat dienen und die Medien gleichgeschaltet sind. – Hinzukommt ein weitreichender Verlust der Demonstrations- Kunst- und Meinungsfreiheit, exzessive Polizeigewalt gegenüber Andersdenkenden, sowie deren Verunglimpfung, Stigmatisierung und Diffamierung, eine – wie 1933 – fehlende Gewaltenteilung, insbesondere mit der Folge völkerrechtswidriger Gerichte (fehlende Unabhängigkeit), der Verlust des Grundgesetzes im Jahre 1990, als Folge des Art. 3 resp. Art. 4 Ziff. 2 EinigVtr., sowie eine breit angelegte Missachtung international gültiger Menschenrechte (bspw. ICCPR, EMRK, ICESCR, ESC, CRC, CEDAW, Charta der EU u.a.m.). – To be continued.

GoAlive
GoAlive
8. November 2021 11:46

Ich möchte Ihnen noch etwas erzählen, Herr De Lapuente: Bis zu den 80ern gab es den Begriff des Holocaust nicht. Man sprach von Judenvernichtung – was selbsterklärend ist – und von Auschwitz, dessen Funktion als Vernichtungslager ja durch die Erzählung und Anschauung greifbar und bekannt war. Juden nannten das Ereignis “shoah“, was “großes Unglück” bedeutet. Die Deutschen fühlten sich auch noch nicht “befreit”, sondern besiegt und gedemütigt durch den Sieg und das, was dadurch zutage kam: die industrielle Vernichtung von Juden und anderen. Dann geschah etwas Merkwürdiges: Anfang der 80er gab es eine Serie, die vom “Holocaust” handelte, einem vollkommen… Read more »

Last edited 2 months ago by GoAlive
Gaby
Gaby
Reply to  GoAlive
8. November 2021 12:34

Meinem Denken nach kann die Änderung mehrere Gründe haben.
1. Um andere, ebenfalls Opfer des damaligen Systems, nicht auszuschließen
2. Um das Geschehene “erträglicher” zu machen. (Von einem “Völkermord” zu sprechen, das stösst auf extremste Widerstände, die man schließlich nicht haben will)
3. Anderes (was mir vielleicht nicht einfällt)

Zusammengenommen ist diese Gedankenauflistung meinerseits im Prinzip nichts anderes als das, worüber ebenfalls Gustave Le Bon schon damals geschrieben hat.

Last edited 2 months ago by Gaby
GoAlive
GoAlive
Reply to  Gaby
8. November 2021 18:48

Ich hab’s geschrieben, damit sich Gedanken machen kann, wer mag. Derzeit sind Sie die einzige … die ihre Gedanken aufschreibt.

Zu 2. ein Tipp: Ist Verdrängen einer ja tatsächlich vorhandenen Schuld wirklich eine Lösung?

Gaby
Gaby
Reply to  GoAlive
8. November 2021 19:16

Zu 2. ein Tipp: Ist Verdrängen einer ja tatsächlich vorhandenen Schuld wirklich eine Lösung? Das sollten Sie jene fragen die es vielleicht tun. Meine Gedanken waren völlig wertfrei. Verdrängung kann Vorteil wie Nachteil sein, situationsbedingt. Wenn man zum Beispiel einen nahestehenden Menschen verliert, werden oftmals die Todesumstände oder andere negative Erinnerungen an Verstorbene verdrängt – das kann eine Art der Trauerbewältigung sein – auch eine Selbst-Schutzfunktion. Dieses hat natürlich nichts mit dem von Ihnen Genannten zu tun.. – fiel mir aber als erstes zur Begriffswahl “Verdrängung” ein. Vielleicht kommen mir später noch andere Gedanken, wir werden sehen. Ps: Schuld zu… Read more »

Last edited 2 months ago by Gaby
GoAlive
GoAlive
Reply to  Gaby
10. November 2021 9:39

Ich denke, man hat sie entlastet davon, sich für das Zusehen schuldig zu fühlen.

Damit bewirkt man, dass sie sich auch unschuldig fühlen, wenn sie erneut zusehen.

Das ist “böse” gedacht, aber warum eigentlich soll man davon ausgehen, dass es jemand immer “gut” mit uns meint, die Medien gar, die damals die Legenden und heute … die Legenden verbreiten?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  GoAlive
8. November 2021 19:15

@GoAlive Man hat nach dem Krieg in Nürnberg der ersten Garde der Nazis, soweit man ihrer habhaft wurde, den Prozeß gemacht. Deren Zuarbeitern aber, im Zuge des Antikommunismus, die Strafe erspart, weil sie sich für die Siegermachte mit ihren Kenntnissen und Verbindungen aus dem Krieg ( wie Gehlen und Co.) als ausgesprochen nützlich erwiesen. Wie wäre es unter diesen Umständen möglich gewesen, den Rest der Bevölkerung nicht zumindest teilweise von der moralischen Last zu befreien? Damit wurde eine echte Aufklärung und Bewältigung dessen, was unter der Nazi-Diktatur geschah, ad absurdum geführt. Die parlamentarische (Schein)-Demokratie führt den Obrigkeitsstaat ja nur fort… Read more »

GoAlive
GoAlive
Reply to  Robbespiere
9. November 2021 9:05

Man hat nach dem Krieg 

Wer ist “Man”?

soweit man ihrer habhaft wurde, den Prozeß gemacht.

Wieso glauben Sie, dass die “Habhaftmachung” das einzige Kriterium gewesen sein soll?

Wie wäre es unter diesen Umständen möglich gewesen, den Rest der Bevölkerung nicht zumindest teilweise von der moralischen Last zu befreien?

Dieser Zusammenhang ist schon sehr gedrechselt … die Medien als Samariter 😉

Damit wurde eine echte Aufklärung und Bewältigung dessen, was unter der Nazi-Diktatur geschah, ad absurdum geführt.

Sehe ich auch so.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  GoAlive
10. November 2021 11:18

@GoAlive Wer ist „Man“? Die Sieger, allen voran die USA, das geht doch aus meinem Kommentar hervor. Im Kampf gg. den Kommunismus waren die alten Strukturen, v.A. die geheimdienstlichen Quellen wertvoller als Gerechtigkeit. Auch technisches Know-How war (sieher Werner v.Braun ) wichtiger als Strafen für die Mittäter. Wieso glauben Sie, dass die „Habhaftmachung“ das einzige Kriterium gewesen sein soll? Wie soll ich das verstehen, Kriterium wofür? Dieser Zusammenhang ist schon sehr gedrechselt … die Medien als Samariter Wieso die Medien? Es war doch für Jedermann ersichtlich, dass die alten Gesichter weitgehend auch die neuen waren. Die Medien haben nicht sonderlich… Read more »

Last edited 2 months ago by Robbespiere
Doris
Doris(@doris)
Reply to  Robbespiere
10. November 2021 15:31

Ich habe das Kriegsende im Alter von 9 Jahren erlebt. Da kriegt man Einiges mit. Die meisten Leute waren früher noch weniger an Politik interessiert als heute. -Mit Hitler hat sich manches zum Besseren für die Menschen gewandelt, die Leute fanden das toll, keine Arbeitslosigkeit mehr, es ging vielen Leuten gut, bis das Desaster begann. Als ich 1942 einmal mit der Straßenbahn zur Schule fuhr zusammen mit einem Mädchen, deutete sie auf einen Mann darin, der in der Menge stand und einen gelben Stern trug, und sagte irgendetwas, was ich nicht verstand, weil ich von solchen Sachen nichts wußte. Ich… Read more »

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Doris
10. November 2021 17:17

@Doris Da muß noch einiges geklärt werden, auch was den 1. Weltkrieg anbetrifft und Kaiser Wilhelm. Die Wahrheit sickert langsam durch, wer es war, der den 1. Weltkrieg angezettelt hat und später Hitler das Geld gab für die Aufrüstung. Er war ein Dummkopf, der sich von fremden Interessen einspannen ließ, denen es gerade Recht war, wenn sich die Deutschen und die Russen gegenseitig die Köpfe einschlugen. Wer weiß schon, was es mit Halford Mackinder und seiner “Heartland-Theorie” von 1904 auf sich hat? Die Briten wollten unbeding jede Kooperation zwischen dem technisch erfolgreichen Deutschland und dem rohstoffreichen Russland verhindern. Das Nachfolge-Imperium… Read more »

Doris
Doris(@doris)
Reply to  Robbespiere
10. November 2021 17:51

Genau so ist es! – Das Buch “Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte” von Gerry Dochtery und Jim Macgregor sollte man unbedingt lesen. Wenn es nicht Briten sondern Deutsche geschrieben hätte, dann hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen, weil ich vermutet hätte, daß sie sich nur von einer Schuld reinwaschen wollten. Ein gut recherchiertes dickes Buch, das sich wie ein Krimi liest!

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
11. November 2021 19:11

Danke für die Schilderung!

Die Wahrheit sickert langsam durch, wer es war, der den 1. Weltkrieg angezettelt hat und später Hitler das Geld gab für die Aufrüstung. Er war ein Dummkopf, der sich von fremden Interessen einspannen ließ, denen es gerade Recht war, wenn sich die Deutschen und die Russen gegenseitig die Köpfe einschlugen.

So ist es. Auch wenn wir beide uns über das “wer” vermutlich nicht ganz einig sein würden … ich bin der Auffassung, dass es hier viele gleichgerichtete Interessen gab, nicht nur eines.

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
11. November 2021 19:50

Wer ganz am Ende dahinter stand, das läßt sich nicht so leicht klären. Es waren zwei Parteien, die sich ergänzten und sich gegenseitig brauchen konnten. Auf der einen Seite das Geld, auf der anderen Seite das Prestige, das viel Geld verschlang und dankbar für stetigen Nachschub war.
Das Buch ist Geschichtsunterricht vom Feinsten, sachlich, nüchtern, alles belegt, ohne Polemik.

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
11. November 2021 21:43

Es ist eine Ideologie, die sie alle teilen: die vom höheren Menschen – dem Transhumanen – die sie alle verbindet: die Wissenschaftler, die danach gieren, stets auch umzusetzen was ihnen möglich ist; die “Erfolgsmenschen” aus silicon valley, die alles an sich reißen in der Hybris, sie allein seien als Philanthropen in der Lage, das Ergaunerte nach materiellen Gesichtspunkten mit Hilfe der Wissenschaft “besser” zu ordnen als die Natur – die für sie wie auch für die beteiligten Wissenschaftler nur ein Zufall ist, dem keine Ordnung innewohnt; auch der “Erbadel”, der ja den Feudalismus in der Historie findet und wohl gerne… Read more »

GoAlive
GoAlive
Reply to  Robbespiere
11. November 2021 19:06

Wieso die Medien? Ich habe oben erklärt, dass der Begriff Holocaust nicht durch Tatsachen, sondern durch eine Fernsehserie der NBC erfunden (!) wurde. Sehr kurz danach haben deutsche Politiker aus diesem erfundenen Medienbegriff einen Gedenktag gezaubert. Warum? Wegen einer Serie, nicht wegen dem, was tatsächlich geschah – daher die Frage nach den “Medien als Samariter”. Die Medien, die das erfunden haben, waren amerikanische. Welchen Grund hatte diese PsyOp, als die ich das auffasse, Deutschland auf ein Symbol zu prägen, das – ein Film ist? Es war doch für Jedermann ersichtlich, dass die alten Gesichter weitgehend auch die neuen waren. Wenn… Read more »

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
11. November 2021 20:34

Danke für die klaren Worte. Vor einigen Jahren war ein jüdischer Mann aus den USA in Deutschland, um Vorträge zu halten. Er war, soweit ich mich erinnere, in Auschwitz im KZ. Ich habe im Radio davon gehört und fand seine Einstellung so gut, daß ich Kontakt mit ihm aufgenommen habe. Wir telefonierten und schrieben uns einige Male. Er war Ihrer Ansicht, daß Vieles ganz falsch wiedergegeben wird und daß viele Leute, besonders wohl in Amerika, nur Geld damit verdienen möchten und es gar nicht selbst erlebt haben. Ich will es damit absolut nicht klein reden. Er war etwa 15 Jahre… Read more »

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
12. November 2021 8:08

Ich lese gerade “War against the weak – Eugenics and Amerikas Campaign to create a Master Race”. Der Autor ist Edwin Black, über dessen Biografie man in Wikipedia lesen kann: Black stammt aus einer Familie polnischer Juden, die den Holocaust überlebten. Seine Mutter Ethel „Edjya“ Katz aus Białystok berichtete davon, wie sie knapp dem Tod entkam, indem sie im August 1943 als 13-Jährige mit Hilfe ihrer Eltern aus einem gedeckten Güterwagen auf dem Weg nach Treblinka heraus sprang. Auf der Flucht wurde sie von polnischer Miliz angeschossen und vergraben, konnte aber gerettet werden. Blacks Vater beschreibt, wie er seiner Ermordung durch eine Flucht in… Read more »

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
12. November 2021 9:25

Ich sehe es so: Wir sind in der Endzeit, einer Abrechnungszeit, da muß alles auf den Tisch kommen und geprüft werden. Die Rassenlehre darf man nicht einfach ablehnen. Schließlich entstammen wir verschiedenen Wurzeln. Ich gehe eigentlich immer davon aus, daß der einfache, ungebildete Mensch, der sich noch auf sein Bauchgefühl verläßt, mehr “weiß” als der “gebildete” Verstandesmensch. Als es einmal in einem TV-Bericht über die Problematik Juden, Isaelis und Palistinenser ging, und ich mitbekam mit welcher Überzeugung junge israelische Menschen davon ausgehen, daß sie das auserwählte Volk sind, da regte mich das zum Nachdenken an. Es muß etwas daran sein,… Read more »

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
12. November 2021 12:10

Ich unterscheide zwischen einer Unterscheidung von Rassen und den damit oft einher gehenden Beurteilungen von Wertigkeit und dem entsprechenden Hochmut.. Auch die heutige Forschung hantiert ganz selbstverständlich mit Rassen, weil es sie gibt. Die blinde Wokerei von “kein Unterschied” teile ich nicht, denn die ist gelogen. Selbstverständlich gibt es auch Mentalitäten – da genügt es schon, in Deutschland zu reisen, je nach Bundesland gibt es Unterschiede, und selbstverständlich ist es legitim und einfach eine individuelle Frage, welche einem mehr liegt: der eine “mag” Österreicher und Bayern lieber als Norddeutsche, bei anderen ist es umgekehrt. Man darf nur nicht den Fehler… Read more »

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
12. November 2021 17:21

Ich habe erst jetzt gelesen, was Sie zum Transhumanismus geschrieben haben. Dieser ist eine totale Selbstüberschätzung, die grandios scheitern wird, hoffentlich schnellstens. Um nochmal an meine Theorie anzuknüpfen, von den beiden Rassen, der weißen und der jüdischen, die sich um die Vorherrschaft streiten. Ich bin der Ansicht, daß die jüdische den Sieg davon getragen hat, muß sie ja auch, denn ich verbinde sie mit dem geistigen Prinzip. Die weiße Rasse, wenn man überhaupt von Rasse sprechen kann – „rassig“ sind ja im allgemeinen die Dunkelhaarigen – ist eher in sich gekehrt. Sie verkörpert den seelischen Bereich, ebenso wie das Christentum.… Read more »

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Doris
12. November 2021 17:36

*

Last edited 2 months ago by Brian DuBois-Guilbert
Doris
Doris(@doris)
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
14. November 2021 7:38

@Brian, Sie haben mir geantwortet, ohne etwas zu schreiben und Sie nannten sich Brian DuBois-Guilbert, ein Ritter der Tafelrunde. War das ein Versehen oder war das ein Wink, daß Sie das ganze Thema mit der König-Artus Sage verbinden? Das hat natürlich etwas damit zu tun, z.B. auch mit dem Orden zum Goldenen Vlies. Adlige, wie Prinz Philipp und Prinz Charles und andere europäische gekrönte Häupter sollen Mitglied dieses Ordens sein. Sie fühlen sich gewissermaßen als die Nachfolger der Tafelrunde. Auf http://www.atlantis-niniveta.de, der Unterseite “Atlantis entdeckt”, ganz am Ende, lesen Sie über das Goldene Vlies. Es handelt sich dabei nicht um… Read more »

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
12. November 2021 19:41

Danke dass Sie Ihre Gedanken dazu ausführen. Wie ich schon schrieb, sehe ich das Judentum nicht als geistige Kraft, sondern als jene, die die Aufgabe (bekommen) hatte und hat, der Materie gerecht zu werden mit Zugang zu einem Geist, der ihr nicht gehört – sie kann auch anderen “Geistern” folgen und so die Aufgabe veruntreuen. Das Christentum ist das seelische Prinzip, soweit scheinen wir derselben Auffassung zu sein. Aber auch dieses hat den Zugang zum Geist, wenn es sich darum ernsthaft bemüht – und Jesus ist (auch bei Schwarz) derjenige, der diesen Zugang eröffnet und den Weg weist – zur… Read more »

Last edited 2 months ago by GoAlive
GoAlive
GoAlive
Reply to  GoAlive
12. November 2021 20:22

Als Antwort noch – ich mag nicht ständig editieren, weil Sie es evtl. schon gelesen haben und dann die Änderungen nicht mitbekommen: m.E. sind die Veruntreuung der materiellen Aufgabe – die Nutzung der materiellen Grundlagen ohne sie auszubeuten und zu missbrauchen – und die Veruntreuung der seelischen Aufgabe, die in der Wahrhaftigkeit besteht, genau das, was in den Transhumanismus führen musste, der uns nun zum letzten Mal die Rechnung präsentiert: die Wahl des Geistes, dem Seele und Materie in Zukunft folgen wollen. Ich denke tatsächlich, dass das die letzte Wahl ist, die die Treuhänder von Materie und Seele – also… Read more »

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
13. November 2021 9:38

Wir stehen vor dem Untergang, das sehe ich auch so. Jesus übte Kritik an der damaligen Ausübung der Religion mit all den oberflächlichen und verkehrten Regeln und Praktiken. Obwohl er einräumte, daß es auch vernünftige Schriftgelehrte gibt, verurteilte er sie pauschal mit den Worten: “Weh euch, ihr Schlangengezücht, ihr werdet nimmer ins Himmelreich kommen und die, die hineinwollen, laßt ihr nicht hinein. Gottes Gesetze habt ihr außer Kraft gesetzt und an ihre Stelle habt ihr eure eigenen gesetzt.” Auch nach 2000 Jahren hat sich daran nichts geändert. Wenn nun wirklich seine Gegner, das sind diejenigen, welche Gottes Gesetze falsch auslegen,… Read more »

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
14. November 2021 6:57

Jeder hat seinen eigenen Weg, und das ist auch richtig so.

Dennoch und gerade deswegen finde ich es immer wieder interessant, sich mit den Auffassungen anderer auseinanderzusetzen. Ich denke, es ist ein wesentlicher Teil der menschlichen Aufgabe, die Welt, in der man lebt, aufrichtig zu begreifen und dann nach dem eigenen Verständnis der Dinge zu handeln.

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
14. November 2021 7:55

Der Meinungsaustausch mit Ihnen hat mich auch weitergebracht, besonders auch durch die Schriften von Günther Schwarz. Ich habe sie ausdrucken lassen. Die Worte, wenn man sie im Urtext liest, sind von einer solchen Erhabenheit.
Leider ist mein Kurzzeitgedächtnis nicht mehr das beste, dann schreibe ich etwas auf Zettel auf, die ich hinterher nicht mehr finde. Der Satz: “Wo mein Gesetz ist, enden eure Gesetze” hat es mir angetan. Ich versuche immer herauszufinden, wie er genau hieß, das Werk ist ja so umfangreich.

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
14. November 2021 8:23

Ja, die Übersetzungen von Schwarz sind beeindruckend. Er hat sich intensiv um das Thema gemüht. Abba halte ich für das Schlüsselwort…

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
14. November 2021 6:43

Ich weiß nicht, ob Sie es noch lesen werden. Ich habe natürlich alles von Ihnen gelesen. Ich bin ganz bei Ihnen, was Sie über Merkel und von der Leyen geschrieben haben. Für mich ist es auch kein Widerspruch, daß Sie das jüdische Volk mit der Aufgabe Gesetz, Recht verbinden, während ich ihnen die Bedeutung Geist zuordnete. Ich meinte damit, um es besser zu verstehen Jang im Gegensatz zu Jing, also das Aktive im Gegensatz zum Passiven. Zusammen bilden sie ein Ganzes. Die Beiden zusammen bilden dann das, was Sie Geist nennen.

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
14. November 2021 8:31

Die Beiden zusammen bilden dann das, was Sie Geist nennen.

Hier liegt unser Dissens: auch zusammen “bilden” beide keinen Geist. Aber vielleicht erbarmt sich der Geist beider, wenn sie sich mühen, gerecht und wahrhaftig miteinander umzugehen.

😉

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
14. November 2021 19:00

Man muß ja auch nicht immer übereinstimmen. Ich meine, wenn die beiden Seiten sich nicht nur mühen, sondern sich von der göttlichen Urkraft inspirieren lassen, dann ist “Gott auf Erden”. Ganz große Genies, Musiker, z.B. schöpfen aus dieser Quelle. Jesus sagte ja auch: “Der Vater und ich sind eins.” Warum soll Vollkommenheit nicht möglich sein?

GoAlive
GoAlive
Reply to  Doris
14. November 2021 19:41

Dissens ist völlig in Ordnung. Es wäre nur nicht ehrlich, Ihnen zuzustimmen, obgleich ich anderer Auffassung bin.

Wir schöpfen alle aus dieser Quelle. Aber vielleicht versiegt sie gerade, weil wir nicht dankbar sind und meinen, wir selbst, das kleine irdische Geschöpf, sei die Quelle?

Pen
Pen
Reply to  GoAlive
14. November 2021 20:15

Die Quelle versiegt nie. Sie ist ewig. Was versiegen kann, ist unser Zugang zu ihr. Das kann immer passieren, und das ist die tiefere Bedeutung des kranken Königs in der Gralssage. Aber der Zugang kann immer wieder neu erschlossen werden, wenn man sich bemüht, die Ursache zu finden. Das tut Parzifal, der einfach fragt, “was ist das?”

Doris
Doris(@doris)
Reply to  GoAlive
15. November 2021 9:54

Dissens ist nicht nur in Ordnung, Dissens ist nötig! Ich habe vor langer Zeit einen netten Artikel gelesen: In der Mitte eines Vortragssaals, an der Decke hing eine Kugel, die auf der einen Seite schwarz auf der anderen Seite weiß war. Der Redner fragte die Zuhörer nach der Farbe der Kugel. Die einen riefen schwarz, die anderen weiß, wieder andere schwarz-weiß. Jeder sah die Kugel von seiner Seite aus und hielt das für die allgemeingültige Wahrheit. Meine Lehre daraus war: Nimm es Ernst, wenn dir ein anderer widerspricht. Er sieht das, was Dir verborgen ist. Mit Ihrer Sicht sind Sie… Read more »

Bernie
Bernie
9. November 2021 5:51

“[…]Auch daran sieht man: Die haben nichts, wirklich gar nichts kapiert[…]” Wie immer voll getroffen, lieber Roberto. Übrigens Frau Von der Leyen scheint auch nichts aus der Geschichte gelernt zu haben – sie will Weißrussland mit Sanktionen belegen während Polen, Litauen und andere Staaten die an Weißrussland grenzen die Weiterreise von Flüchtlingen nach Deutschland verhindern helfen. Schande sag ich nur, ich war froh als die Mauer zwischen DDR und BRD fiel, aber hatte mir nie zu träumen gewagt, dass sich diese nur weiter an die Grenze zu Weißrussland bzw. Russland verschieben würde. Für mich geht der 09.11.2021 mit einer erneuten… Read more »

Defi Brillator
Defi Brillator
9. November 2021 18:06

” An jenem Herbsttag jagte man einst den Kaiser zum Teufel.” Statt ihn allerdings am nächsten Baum aufzuknüpfen, schickte man ihn ins Exilparadies, mit Gold, Diamanten und den Staatseinnahmen gleich mit.
Fein eskortiert natürlich.

Das ist mit das schlechteste Beispiel für eine Revolution, aber ganz sicher eines, was der Deutsche wiederholen wird, falls er vorher nicht eingeschlafen ist.

GoAlive
GoAlive
Reply to  Defi Brillator
12. November 2021 12:13

Sie können mir sicher weiterhelfen:

was hat der Kaiser verbrochen, dass er aus Ihrer Sicht die Todesstrafe verdient hätte?

Ich habe mich nie mit seiner Biografie beschäftigt und weiß es wirklich nicht.

Danke im Voraus für ihre Antwort.

GoAlive
GoAlive
10. November 2021 9:35

Anstatt über den Holocaust sollte man (endlich) über Eugenik sprechen, denn der “Holocaust” war der Betriebsunfall einer wissenschaftlichen Lehre von der “Verbesserung des Menschen”, die in Darwins Theorie ihren Ausgang nahm: … bezeichnet die Anwendung theoretischer Konzepte bzw. der Erkenntnisse der Humangenetik auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik bzw. den Gen-Pool einer Population mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern (positive Eugenik) und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern (negative Eugenik). Der britische Anthropologe Francis Galton (1822–1911) prägte den Begriff bereits 1869 und 1883 für die Verbesserung der menschlichen Rasse bzw. „die Wissenschaft, die sich mit allen Einflüssen befaßt, welche die angeborenen Eigenschaften… Read more »

45
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x