Selbstkritisches Sintflutorakel

Ein Gastbeitrag von Dadalus Uggla.

Zwar haben Politik und Wirtschaft für die meisten der heutigen Probleme in unserem Lande erst die Infrastruktur geschaffen.

Doch das traditionelle Vorbild unserer Regierenden, sich statt um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern, lieber in nationaler Hybris mit erhobenem Zeigefinger den sauberen Rasen der europäischen Nachbarn und den der Freunde in aller Welt kontrollieren zu wollen, hatte im Laufe der Jahrhunderte (!) auf die staatsbürgerliche Charakterbildung unserer Bevölkerung durchaus seinen Einfluss.

(Wer sich schon einmal intensiver mit z.B. Heinrich Heines, Kurt Tucholskys, Heinrich Manns, Bert Brechts oder Heiner Müllers Werken beschäftigt hat, wird den historischen Kontext leicht durchschauen.
Und auf die unheilvollste Spitze getrieben, steht immer noch die Schreckensherrschaft des Dritten Reiches Pate für diese Philosophie nationaler Insolenz).

So ist eine der Hauptursachen für alle sozialen, gesellschaftlichen und infrastrukturellen Verwerfungen in unserem Lande letztendlich die perfekt darauf konditionierte Mentalität der Bürger, sich ausschließlich über politische Missstände (am Liebsten in anderen Ländern) zu empören, von denen jedoch die eigene Existenz nicht tangiert wird.

Für letzteren Fall wird eine bequeme Gleichgültigkeit aktiviert, die dem eigentlichen Souverän im Lande, nämlich dem Volke strikt verbietet, sich (sogar sehenden Auges in einer Katastrophe, wie z.B. einer Pandemie) selbst gegen den absurdesten Wahnsinn aufzulehnen, den ihm die regierenden Kasten in deren eigenen ökonomischen und machtpolitischen Interessen aufbürden und abverlangen.

Schließlich bedeuten der (schon von Heinrich Mann in seinem ‚Untertan treffend beschriebene) Kadavergehorsam und das Duckmäusertum gegenüber einer manchmal schon fast faschistisch anmutenden Bürokratie mit ihren Schreibtischtätern (zumindest immer noch) einen zuverlässigen Schutz für den Genuss des wochenendlichen Bundesligafußballspieles und der samstagsabendlichen Volksverblödung im großformatigen UHD-Fenster der bewegten Bilder.
Tucholskys berühmter Satz über das Ideal hinter einem Schreibtisch zu sitzen und dem Schicksal vor diesem zu stehen, besitzt somit immer noch eine allumfassende Evidenz.

Die Leidtragenden eines Systems der ‚trainierten Gleichgültigkeit sich selbst gegenüber‘ und damit auch der praktisch protestfreien Akzeptanz einer menschenunwürdigen Agenda 2010, mit dem Ziel der totalen Entwertung der Arbeit, waren schon lange vor Corona Millionen von Menschen mit Niedriglöhnen und prekären Arbeitsverhältnissen, Arbeitslose, hunderttausende Kinder und Senioren in Armut. Alle Zahlen diesbezüglich mit ungehemmt steigender Tendenz.

Auch die Zerschlagung von Gesundheits-und Pflegesystemen und deren Umwandlung in ausschließlich profitgesteuerte Privatunternehmen wurde mit demselben uninteressierten Gleichmut hingenommen, wie die systematische Vernachlässigung der Bildung, der Abbau immer mehr künstlerischer Institutionen und der zunehmenden Zensur, bis hin zur Verleugnung eines jahrhundertealten Kulturkanons.

Mit der Pandemie addierten sich nun nochmals Millionen ökonomisch gebeutelte Kleinunternehmer, Künstler, Selbstständige und Mittelständler mit ihren Familien dazu. Menschen in Not, die bis heute in unerschütterlicher Geduld auf versprochene staatliche (und ihnen zu keinem Zeitpunkt wirklich zugedachte) Hilfen warten und seitens der Politik mit immer abenteuerlicheren Ausreden abgespeist werden.

Die Folgen der aktuellen Hochwasserkatastrophe wären durch funktionierende, (aber leider dem üblichen Rotstift zum Opfer gefallene) Vorwarnsysteme in ihren Ausmaßen sehr viel weniger monströs ausgefallen. Wahrscheinlich hätten letztere sogar viele Menschenleben retten können. Doch auch hier wäre als Voraussetzung wieder ein höheres Bewusstsein der Bevölkerung nötig gewesen, unsere ‚Volksvertreter‘ endlich zu dem von ihnen zwar im Wahlkampf stets propagierten, aber selten danach auch vollzogenen verantwortungsvollerem Handeln zu zwingen. Ein politisches Handeln, welches der Sicherheit und dem Wohlergehens der Bevölkerung gilt und das nicht lobbyistischen Überlegungen oder der Austerität des Staates auf dem Rücken der Bevölkerung verpflichtet ist.

(Stichwörter bezüglich der Hochwasserkatastrophe: Seit mehreren Jahrzehnten (!) allerorten angemahnter, aber nie umgesetzter Deichbau, Cell Broadcast statt Warnapps, zügiger Ausbau der digitalen Infrastruktur, Sirenenwartung, Versiegelungsstopp, Ablaufwiesen, Knickpflege, Bebauungsstopp in gefährdeten Gebieten etc.)

Aber so steht zu Erwarten, dass die regierungsseitig angekündigten Hilfen für die Hochwasseropfer dasselbe Lippenbekenntnis darstellen werden, wie schon die ausgebliebenen Coronahilfen davor, mit der politischen Gewissheit, dass sich auch hier wieder die Betroffenen in gewohnt stoischen Fatalismus üben werden.

Nicht unerwähnt bleiben als positive Nachricht dabei natürlich die enormen und kaum hoch genug einzuschätzenden Nachbarschafts-und privaten Hilfen der Bürger untereinander (!) in den betroffenen Hochwassergebieten, welche – entgegen medial gerne so dargestellt – auf keinem politischen Verdienst unserer gummibestiefelten Wahlkampfdarsteller beruhen.

Als Fazit bleibt:

‚Alternativlos‘ muss ein völlig neues politisches System etabliert werden, in dem nicht mehr Wirtschaftslobbyismus und Austerität sondern die Interessen der Bevölkerung die Priorität des politischen Handelns besitzen.
Schaffen wir es als Bürger nicht, die über Generationen (grundlos) antrainierte Angst vor der Obrigkeit zu überwinden und unser, von fachlich unfähigen mit und fast von aller Moral befreiten Wohnungsverwaltern politisch besetztes Haus aufzuräumen, ist mittlerweile nicht nur der soziale und gesellschaftliche Frieden in unmittelbarer Gefahr.

Dann dürften über unseren Oblomowismus in absehbarer Zeit auch die von uns in allen Belangen gerne belehrten europäischen Nachbarn nicht mehr nur lachen sondern uns zu Recht in unserem selbstverschuldeten Unglück bemitleiden. Und die absehbar nächsten Sintfluten und Naturkatastrophen werden immer schwieriger zu bewältigen sein.

(© by Dadalus Uggla, 2021)

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Cetzer
Cetzer
11 Monate zuvor

Insolenz

Inpertinenz, Insolvenz, Inkontinenz…

„Bebauungsstopp in gefährdeten Gebieten“

Die Hunde bellen, die Bagger ziehen weiter. Die Kraft des Einfamilienhauses¹ (im Grünen) ist erstaunlich; Das habe ich vor einiger Zeit am Rande mitbekommen, als sich ein Naturschutzgebiet erbarmungslos über Schwarzbauten² und Ferienhauswohnungen³ in eine HäuschenSavanne zersiedelte.

¹In every dream home a heartache, Roxy Music
²Alles legalisiert bis auf Cannabis-Plantagen im Keller
³Mit DauerAbo des örtlichen Käseblattes und regelmäßigen Wohnpausen von mindestens 3 Stunden.

Last edited 11 Monate zuvor by Cetzer
Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Cetzer
11 Monate zuvor

Hmm, Insolenz und Insolvenz oder Inkontinenz passen irgendwie nicht zusammen, steckt da eine geheime querdenkerische Message dahinter ? Oder was mit Monty Phyton ?

Cetzer
Cetzer
Reply to  Percy Stuart
11 Monate zuvor

Sollte sich auf eine Punkband namens ZZZ Hacker beziehen, von wegen der Zs am Wortende. Nachdem dieser Ansatz grandios gescheitert war, habe ich es stehen lassen, weil die vier In…zs auch als Kapitel-Überschriften eines im Altersheim (Inkontinenz) endenden Lebens, beginnend mit jugendlicher Insolenz, dienen könnten.
Geheime Botschaften würde ich natürlich steganographisch in einer Bombenbauanleitung verstecken.

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Cetzer
11 Monate zuvor

Hab ich mir schon gedacht, Inkompetenz führt halt schnell in Insolvenz und das erzeugt die Inkontinenz des Kontos. Muss nich sein.

Percy Stuart
Percy Stuart
11 Monate zuvor

Wie heisst es doch so richtig, jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient. Die Regierung hat kein Interesse an ihrem Volk, das Volk hat kein Interesse an der Arbeit der Regierung, passt scho.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Percy Stuart
11 Monate zuvor

Wen das so einfach wäre, und sie einen komplett in Ruhe ließen, wären viele Probleme gar nicht da. Aber sie formen die Kinder, kassieren Steuern, unterstützen Kriege usw., und aktuell die heilige Sumpfung, inkl. voraussichtlicher Diskriminierung derer, die das nicht wollen.

Last edited 11 Monate zuvor by Heldentasse
Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Nuja, ich gehe von der Mehrheit der Bevölkerung aus die das nicht interessiert was ihre Führer machen, und die Mehrheit der Politiker die es herzlich wenig interessiert was ihre Untertanen machen. Das es auf beiden Seiten sicherlich trotzdem viele gibt die das anders beurteilen kann man ja sehen, aber die sind nunmal in der Minderheit auch wenn sie die Moral und hoffentlich auch den Humanismus auf ihrer Seite haben. Freiheit ist halt nicht jedermanns Sache, besonders wenn sie mit Eigenverantwortung verbunden ist, da ist so eine Diktatur schon praktischer.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Percy Stuart
11 Monate zuvor

Das stimmt, eine gepflegte Ignoranz gibt es auf beiden Seiten. Wobei die Mächtigen sich die leisten können, und die Ohnmächtigen eher nicht, m.E.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Wen das so einfach wäre, und sie einen komplett in Ruhe ließen, wären viele Probleme gar nicht da.

Geht ja gar nicht.

Wenn man zum Ziel hat, wenige Amigos ( und natürlich sich selbst ) aus begrenzten Resourcen stärker zu bedienen, muss man Vielen auf die Zehen treten, dass es schmerzt.
So geht nunmal Kapitalismus bzw. Neofeudalismus.

Last edited 11 Monate zuvor by Robbespiere
Wolfgang Seidel-Guyenot
Wolfgang Seidel-Guyenot
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Sie sind einfach nur aufdringlich. Geradezu widerwärtig aufdringlich!

Zeugen Jehovas oder Versicherungsvertreter, die einem den Schuh in die Türschwelle schieben und ein „Nein Danke!“ einfach nicht akzeptieren sind geradezu Waisenknaben im Vergleich zu deren penetranter unerträglicher Aufdringlichkeit.

Ich würde es derzeit noch nicht einmal Diktatur nennen, aber sie sind so aufdringlich, dass es kaum noch auszuhalten ist.

Sie reden mit den Bürgern wie mit Kleinkindern, infantilisieren die Menschen, haben keinen Respekt mehr vor der Privatsphäre, beharren auf das Privileg der „Allwissenheit“, wollen jeden impfen unter dem Vorwand es ‚gut‘ zu meinen.

Möglicherweise ist ein derart aufdringlicher Staat die Vorstufe eines totalitären Staates oder einer Diktatur. Auf jeden Fall aber die Vorstufe eines autoritären Staates.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Wolfgang Seidel-Guyenot
11 Monate zuvor

Diese Analyse kann ich fast zu 100% teilen. Das „Möglicherweise“ im letzten Absatz finde ich als zu optimistisch, man kann getrost davon ausgehen das wir uns wieder mal, und das nicht ohne Teilschuld, in dunklen Zeiten befinden.

Wenn man übrigens ganz direkte Vergleiche zu damals zieht, wird man offensichtlich mittlerweile verfolgt.

Ist wie bei mir Zuhause, wenn hier einer sagt ich wäre brutal, wird dieser Unverschämte umgehend den Krokodilen zum Fraße vorgeworfen.

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Dem kann ich nur zustimmen, eine Diktatur haben wir doch schon lange, und zwar eine Diktatur der Bürokratie; in Kafka’s „DerProzess“ sehr schön beschrieben. Dazu braucht es nichtmal einen bösen Führer, eine kleine Gruppe von Menschen die jedwede Änderung des Systems verhindert reicht vollkommen aus da das Volk diese „unsichtbare“ Diktatur nicht hinterfragt … weil dann wäre man ja ein Querdenker, und das geht gar nicht.

Heldentasse
Heldentasse
11 Monate zuvor

Ich denke das dies ein guter Betrag mit erheblichem Tiefgang ist, vielen Dank dafür.

Kritik üben kann man m.E. am vorherrschenden Konjunktiv, was denn gemacht werden müsste, um Menschen zu befreien bzw. zu emanzipieren von Herrschaft, oder besser, wie die Menschen sein sollten damit dies geschehen kann?

An dieser Stelle mussten schon größerer Geister scheitern*, denn wenn die vielen kleinen Lichter nicht verstehen können oder wollen, was ihr Recht ist m.E., geht gar nichts!

Womöglich ist es bei uns wie bei Drogensüchtigen, die auch erst eine Chance auf Besserung erhalten, wenn sie verstehen was sie kaputt macht, und sie sterben werden, wenn sie weiter so weiter machen wie bisher.

Der zweite Kritikpunkt ist ein wenig die Bauchnabelschau auf unsere Gesellschaft, und das ausblenden der Folgen den unserer Lebenswandel auf andere Menschen, besonders die ärmsten, hat.

P.S.: *Herrn Dutschkes Rede mal im Lichte der Corona- Maßnahme zu betrachten, dass wäre ja mal was sehr Interessantes, m.E.

P.P.S.: Die monströse Katastrophe an der Ahr hat, glaubt man den pösen alternativen Kanälen, nicht wenigen Menschen vor Ort die Augen geöffnet. Wer war zuerst vor und hat wirksam geholfen? Die Bauern und der Mittelstand, also die Zivilgesellschaft. In Folge könnte man auf den Trichter kommen, dass wir diese Herrschaften gar nicht brauchen, wenn es hart auf hart geht, und sonst auch nicht.

Heiko
Heiko
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Ach weisst du,
ich glaube, am meisten hat unsere Volkstreter an der Katastrophe geärgert, dass ihre schöne Corona-Panik für 3 Tage unliebsam unterbrochen wurde.
Tatsächlich mal ein „Brennpunkt“ nach gefühlten 10 Jahren ohne Inzidenzwerte…obwohl, war da nicht was mit Maskenpflicht für nicht autorisiertes Helferpack?

Egal, Lachsack Laschet konnte selbst das die gute Laune nicht verderben.
Oder hat er gerade die „anpackende“ RTL-Moderatorin beobachtet, die sich schön Dreck in Fresse schmierte?

Ob ich da gelacht hätte, weiss ich jetzt nicht genau….

Last edited 11 Monate zuvor by Heiko
Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Heiko
11 Monate zuvor

Mir fällt es auch schwer bei diesen Bildern nicht persönlich zu werden, aber mal so unter uns, sind wir nicht alle an bisschen wie Herr Laschet oder die Dame von RTL?

Darüber hinaus könnte es auch so sein, wenn man sich an so relativen Nichtigkeiten hochzieht, das Wesentliche aus den Augen verliert, wenn man sich darüber zu sehr empört?

Heiko
Heiko
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Liebe Heldentasse,

um darauf antworten zu können brauche ich ein wenig mehr Infos.

Sind wir Laschet oder TV-Tussi?

Soll das heissen: karrieregeil, verlogen, egomanisch oder einfach nur bescheuert?

Was genau meintest du damit?

PS: Höchsten Respekt, dass du Laschet noch mit Herr und die Trulla mit Dame anreden kannst.
Das schaffe ich nicht mehr.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Heiko
11 Monate zuvor

Ich verurteile diese mediale Tiefschläge in beide Richtungen, zumal es immer Menschen sind, um die es geht, und nur weil z.B. diese Reporterin macht, was alle Kriegsreporter machen, nämlich simulieren, dass sie an der Front sind, oder Herr Laschet lacht, worüber wir nicht wissen warum, macht es sie nicht zu Unmenschen.

Es gilt zudem immer, wenn alle wären so wir sein müssten, ja dann wäre Die Welt in Ordnung. LG

Heiko
Heiko
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Liebe Heldentasse,

die Typen sind alles andere als Unmenschen, es sind leider Menschen.
Menschen, denen ich viel zu oft begegne.

Ich möchte nicht ins Detail gehen was ich von diesen Leuten denke, aber ich habe einen tiefen Ekel vor Personen wie diesen.

Deine Argumentation „mediale Tiefschläge in beide Richtungen“ verstehe ich leider nicht. Welche zwei Richtungen meinst du da?

Danke aber für die schnelle Antwort 😀


Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Heiko
11 Monate zuvor

@Heiko

Mal nicht so durch die Blume gesagt, ich bin es leid mich über das zu empören was sie uns vorsetzen! Das meiste davon ist eine durch mächtige Interessengruppen zu ihrem Vorteil konstruierte mediale Pseudo-Realität, über die natürlich auch dem System nahe stehende Menschen stolpern können, und auch sollen, wenn sie in Ungnade fallen.

In dieser Realität werden Menschen fertig gemacht, für kleinste „Vergehen“, die sie notfalls auch an den Haaren herbei ziehen, oder komplett konstruieren.

Uns Ohnmächtigen lassen sie in Ruhe, aber nur weil wir zu unwichtig für sie sind. Was passieren kann wenn die Ohnmächtigen eine gewisse Schwelle der Wirksamkeit erreichen, und dabei nicht auf Linie sind, die negativen medialen Beispiele dazu sind Legion.

Da das der tiefere Grund ist, warum ich im breiten Strahl immer wieder kotze, und zutiefst angeekelt bin.

Auf den Punkt gebracht, dass ist für mich das Böse, egal welche Menschen davon betroffen sind.

Der erste Schritt zur Besserung Bestände darin erst mal die Kritik auf die Inhalte, und nicht auf die Person zu beziehen, als hier konkret:

Hat diese Reporterin wahrhaftig über die Katastrophe berichtet?
Ist der Ministerpräsident seinen Verpflichtungen im Kontext Katastrophenschutz nachgekommen?

Mensch
Mensch
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Womöglich ist es bei uns wie bei Drogensüchtigen, die auch erst eine Chance auf Besserung erhalten, wenn sie verstehen was sie kaputt macht, und sie sterben werden, wenn sie weiter so weiter machen wie bisher

Na ja, sehr wahrscheinlich frühzeitigeres Versterben kann vom Einzelnen durchaus gewollt sein und sollte meiner unmaßgeblichen Meinung nach auch weiterhin gedurft werden.

Deshalb macht mir Dein Vergleich ein wenig Bauchschmerzen.

Wer sich damit befasst, wie schnell Menschen als Drogensüchtige eingestuft werden – völlig wurscht welche Drogen es sind, Alkohol, illegale Substanzen oder Medikamente – kommt nicht drum herum, sich mit den sogenannten hochfunktionalen Süchtigen zu befassen, von denen es mehr gibt, als den meisten bewusst bzw anderen, die es gern unter den Teppich kehren, lieb sein wird.

Wenn alles nur noch nach der scheinbar optimalen gesundheitlichen Verfassung der Menschen ausgerichtet wird, sind wir am Anfang des Endes der Menschlichkeit angelangt.

Wir sind ja jetzt schon auf dem Weg, wo die Umkehrung wer wem zu dienen hat, nicht mehr zu leugnen ist. Das erschaffene Gesundheitssystem hat in erster Linie nicht mehr allen Menschen gleich zu dienen, sondern die Menschen haben dem Gesundheitssystem durch vorgeschriebene Verhaltensweisen zu dienen. Wer dem nicht Folge leistet wird benachteiligt.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mensch
11 Monate zuvor

Deshalb macht mir Dein Vergleich ein wenig Bauchschmerzen.

Ich habe den Vergleich bewusst gewählt, weil wir auch schon vor Corona auf dem Holzweg waren, und m.E. die Freiheiten von 2019 für viele auch nur auf dem Papier standen. Jetzt ist alles überspitzt und sehr beschleunigt, aber die Welle hat spätestens seit dem Krieg gegen Jugoslawien sehr an fahrt aufgenommen, und ist jetzt ein Tsunami! Ist halt wie bei Drogensüchtigen die sich sehr lange ihre Misere schön reden und denken, bis es zu spät ist, oder auch nicht weil sie im letzten Moment erkennen, dass es um ihr Leben geht.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

„Drogensüchtigen“

Süchtige einer akzeptierten Droge(=Alkohol), schön reden unter gesellschaftlichem Schutzschirm.

Komm doch auf den Underberg! … Doch dafür hilft er dir schnell über die Klippe!

Letzte Hoffnung:
Auf meinem Balkon landet ein kleines UFO, aus dem zwei intergalaktische Heinzelmännchen steigen. Ich sag‘ nur: Mensch, gut dass ihr kommt! Wir haben den Karren total in den Dreck gefahren!
Die intergalaktischen Heinzelmännchen schauen auf ihren hypersensitiven Messinstrumenten nach und stöhnen erschrocken: Ach herrje, Ihr habt den Karren total in den Dreck gefahren, da brauchen wir jede Menge Verstärkung!
Und so landen überall kleine UFOs mit intergalaktische Heinzelmännchen, die Tag und Nacht heinzeln, bis nach 10 Jahren alles wieder halbwegs im Lot ist. Beim Abschied winken alle Menschen glücklich: Danke, liebe Heinzelmännchen, Danke! Manche rufen auch leiser: Bis zum nächsten Mal!
Nur Zollinspektor Müller von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit schaut den Sozialabgaben hinterziehenden Fremdarbeitern verbittert hinterher und beschließt, sich ein Bein auszureißen und zwar das mit dem Rheuma.

Last edited 11 Monate zuvor by Cetzer
Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Cetzer
11 Monate zuvor
Cetzer
Cetzer
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Ja, hoffentlich muss ich nie irgendeinem Alien erklären, was auf Erden abgeht.

Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Was den ersten Teil deines Kommentars betrifft, da stimme ich dir zu.
Was ‚die‘ Drogensüchtigen betrifft, schießt Du m.E. allerdings ziemlich am Ziel vorbei. Ist zwar schon ein Weilchen her, aber ich habe mal in einer Einrichtung für Drogensüchtige gearbeitet. Denen ging es i.d.R. nicht darum, sich irgendwas
’schönzureden‘, sondern um ganz banale Dinge wie Essen, Trinken, Duschen,
Schlafplatz finden und irgendwie über den Tag kommen. Und natürlich ging es
auch um Drogen. Da ist dann nicht mehr viel Platz, sich um sein Leben viele
Gedanken zu machen.
Natürlich gibt es einen Grund, warum Menschen dort landen (sehr berührend
war damals eine Situation, in der mir eine ‚Kundin‘ auf der Straße begegnete
und – den Tränen nahe – einfach nur mal in den Arm genommen werden wollte).
Aber ab einem gewissen Punkt in der ‚Karriere‘ geht’s auch manchmal nur noch
ums Überleben, so paradox sich das auch anhört.
Mir ist schon klar, was Du mit deinem Beispiel ausdrücken wolltest.
Es war nur etwas unglücklich gewählt.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Brian
11 Monate zuvor

Ich bleibe dabei, unserer Gesellschaft hängt an der Nadel des Konsumismus, und beziehe mich da auf Herrn Fromm, wobei dass was gerade passiert u.a. auch Maßnahmen sind, dass dieses System was wegen gewisser natürlicher Grenzen eigentlich fertig ist, für einige ohne Machtverlust aufrecht zu erhalten, Zitat:

(5) Der Konsumismus führt zu einer eingeschränkten und entfremdeten Erfahrung und
Sicht der Welt. Mit der Hilfe des Konsums tritt der Menschen auf eine entfremdete
Weise in Kontakt zu der Welt der Menschen und Dinge. Dabei reduziert er die Welt auf
Objekte, die zu seinen Begierden passen, um sie zu benutzen, ohne ein tieferes Inte-
resse an ihr zu finden. „Die Konsumhaltung ist die entfremdete Weise, mit der Welt in
Kontakt zu sein, weil die Welt zu einem Gegenstand der Gier gemacht wird, statt daß
der Mensch an ihr interessiert und auf sie bezogen ist.“ (1990a, S. 76.)

…..
(8) Der Konsumismus wirkt wie eine Droge, obwohl er – im Gegensatz zum Miss-
brauch von Alkohol und anderen stofflichen Drogen – im Allgemeinen weder die Ar-
beitsfähigkeit der Menschen noch die sozialen Verpflichtungen einschränkt. Während
der Konsumismus lediglich ein kompensatorisches Kaufen bewirkt, ist seine Steigerung
in der Kaufsucht als eine stoffungebundene Sucht zu betrachten.

Quelle

Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Ich glaube, wir reden gerade aneinander vorbei.

Heldentasse
Heldentasse
11 Monate zuvor
Brian
Brian
11 Monate zuvor

Ich kann – ehrlich gesagt – mit diesem Artikel nur bedingt etwas anfangen.
Den Abschnitten zu Kadavergehorsam, Duckmäusertum und Gleichgültigkeit stimme ich
größtenteils zu. Auch daß beim Hochwasser mal wieder echte Solidarität aufblitzte.
Aber was soll mal wieder das Nachbeten des P-Worts ? Es wird nicht wahrer dadurch,
daß man es auch hier immer wiederholt. Heißt das, der Autor glaubt daran, daß wir uns in der größten Seuche aller Zeiten befinden und die Politiker und Medien schießen mit
ihren Maßnahmen nur ein bißchen über’s Ziel hinaus ?
Und ich glaube auch nicht, daß bezüglich des Hochwassers die Vorwarnsysteme dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Wenn ich richtig informiert bin, sind beim Bund mehrere
und rechtzeitige Warnungen eingegangen, die man offensichtlich ignoriert hat. Ob bewußt und absichtlich – so unmöglich sich das auch anhört – oder aus anderen Gründen, sei einmal dahingestellt. In dem Zusammenhang finde ich den Artikel „Die
Wunschkatastrophe“ von Nicolas Riedl beim Rubikon sehr lesenswert.
Und was das Fazit betrifft : sorry, wenn ich das so deutlich schreibe, aber das ist eine
Binsenweisheit.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Brian
11 Monate zuvor

„Nachbeten des P-Worts“

Wer Pandemie sagt, ohne dass der Zeigefinger die Schläfe berührt, muss bei McDonald’s einen pangalaktischen Donnergurgler bestellen und solange lautstark darauf bestehen, bis die Polizei eintrifft, schneller als der Imbiss erlaubt.

„die man offensichtlich ignoriert hat“

Die hatten alle CoronaPax in den Ohren.
Sind so kleine Hirne, sind mit einer Panik voll ausgelastet.

Last edited 11 Monate zuvor by Cetzer
Brian
Brian
Reply to  Cetzer
11 Monate zuvor

Den pangalaktischen Donnergurgler könnte ich selber gebrauchen.
Um all die Vogonen um mich rum zu ertragen…

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Brian
11 Monate zuvor

Oh zerfrettelter Grunzwanzling
dein Harngedränge ist für mich
Wie Schnatterfleck auf Bienenstich.
Grupp, ich beschwöre dich
mein punzig Turteldrom.
Und drängel reifig mich mit krinklen Bindelwördeln
Denn sonst werd ich dich rändern in deine Gobberwarzen
Mit meinem Börgelkranze, wart’s nur ab!

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Oh, eine Eigenkreation ? Bist du ein Poetryslammer ?

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Ach so, ich habe das deutsche Anhalterbuch nur angelesen, fand es aber zu albern. Deshalb habe ich mich lieber der Originalversion zugewandt auch wenn dort die Gefahr besteht das man Wortwitze oder Redewendungen manchmal nicht versteht.

Mensch
Mensch
Reply to  Percy Stuart
11 Monate zuvor

Zu albern?

Im Original hingegen eine intellektuelle Offenbarung 🤣😂

Hauptsache, Du weißt stets wo Dein Handtuch ist🤔😉

…ach so, wann der Corona-Spuk vorbei ist, ist auch klar. September 2023.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mensch
11 Monate zuvor

Man braucht unterwegs im Universum immer ein Handtuch, und das bekannte Handbuch!

Das gibt es auch für Zeitreisende.

Mensch
Mensch
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Alles richtig Heldentasse👍

…und was war beim Anhalter wirklich wichtig – neben dem Wissen wo sein Handtuch ist natürlich 🤔😉

Genau: „Don’t panic“🤟

Brian
Brian
Reply to  Heldentasse
11 Monate zuvor

Und ein Raumschiff mit dem Unwahrscheinlichkeits-Drive…
…und eventuell noch einen depressiven Roboter namens Marvin.