Ein Symbol für rein gar nichts

Das wäre so ein tolles Zeichen gewesen, wenn man die Münchner Versicherungsarena in Regenbogenfarben ausgeleuchtet hätte. Nachdem die UEFA das verboten hatte, las man das allerorten. Zeichen: Nur darum geht es der Identitätspolitik.

Nachdem der europäische Fußballverband politische Statements beim Vorrundenspiel zwischen Ungarn und Deutschland verboten hat, die Regenbogen-Ausleuchtung des Stadions abgelehnt wurde, formierte sich bei vielen Zeitgenossen der Trotz. Sie ließen wissen: Das Spiel gegen Ungarn werde dennoch ein Schaulaufen der Toleranz. Die Münchner Grünen schwenkten bei Twitter Regenbogenfahnen, der Stern färbte seine Website bunt und Markus Söder gab sich enttäuscht. Er erschien dann zum Spiel mit einer FFP2-Maske in Regenbogenoptik. Sein Generalsekretär Blume tat es ihm nach – letzterer sprach sich noch vor vier Jahren gegen die Ehe für alle aus, weil sie christliche Werte angreife.

Selten zuvor wurde das Spiel einer Nationalmannschaft so weltanschaulich aufgeladen, wie in jenem Spiel. Mit einiger Berechtigung könnte man behaupten, dass das zuletzt 1942 geschah – beim letzten Länderspiel des DFB in jenen dunklen Jahren. Es gab immer streitbare Spieler, aber dass man ein ganzes Team als Repräsentant einer Weltanschauung deklarierte: Das hat bei dieser Europameisterschaft eine ganz neue Dimension angenommen. Sie ist bei allen spielerischen Defiziten, trotz phantasielosen Kicks von der Stange, zu dem mutiert, was in Zeiten von Identitätspolitik zur Normalität wurde: Zu einem Symbol.

Symbole, Zeichen und Sinnbilder

Exemplarisch ist dafür jenes Foto, das vor dem Turnier das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Abgebildet sind sämtliche Spieler, wie sie vor einem Monitor posieren, auf dem Angela Merkel zu sehen ist. Alle tragen vorbildlich FFP2-Maske. Dass das keine Statement sein soll, ist kaum zu glauben in diesen Zeiten. Dahinter steckt politisches Kalkül, »die Mannschaft«, wie sie sich einige Jahre lang nannte, wird mit mehr aufgeladen als mit fußballerischen Attributen. Sie soll Identifikations- und Integrationsbeauftragte sein, den politischen Kurs jener Frau stützen, die sie ab und an bei großen Turnieren in der Kabine besucht.

Sie greift dabei auf Symbolik zurück, lässt ihren Kapitän eine Regenbogen-Kapitänsbinde tragen oder ein Torschütze formt mit den Fingern ein Herz. Fußballerisch lässt das Team seit einigen Jahren zu wünschen übrig, man spielt taktisch relativ homogen, Individualisten gibt es jedoch keine. Angeboten wird ein uniformer Fußball vom Wühltisch, jener Weltfußball, den es mittlerweile überall gibt und der keinen Raum mehr für kreative Impulse lässt. Es ist ein bisschen so, als habe der DFB das Hauptaufgabenfeld eines Fußballteams verdrängt, um es zu einer Art Zeichen für Hehres zu stilisieren.

Damit spielt man den Zeichen der Zeit in die Hände. Symbole, Zeichen und Sinnbilder sind heute stetige Begleiter des politischen Diskurses, der recht billig auf kritisch und progressiv macht. Denn Toleranz gegenüber Trans- und Homosexualität zu betonen und irgendwelche Feindbilder anzugreifen, die mit jenen Formen der Sexualität auf Kriegsfuß stehen, kostet ja zunächst nichts. Tiefer als Zuspruch zu erteilen oder Solidarität zu betonen, geht man im Regelfall nicht. So geht Identitätspolitik: Sie will einschwören, suggerieren, aber nichts hinterfragen, verstehen und sachlich aufklären – und schon gar nicht an die Wurzel gehen.

Die Schaufenster-Politik der Selbstgerechten

Identitätspolitik packt jenes Instrument aus, das auch die Nationalmannschaft zuweilen benötigt: Die Brechstange. Der Identitätsdiskurs wird nicht zögerlich, nicht mit Demut geführt. Er will nicht aufklären, er will hineinhämmern, Andersdenkende ausgrenzen und Desinteressierte zu den eigentlichen Sündenböcken simplifizieren. Denn nur weil sie sich der Toleranz nicht annehmen, sie nicht in aller Welt verbreiten, bleibt die Welt ein dunkler Ort. Man müsse nämlich immer und überall Botschafter eines aufgewachten, dieses woken Geistes sein.

Man schmückt gewissermaßen das eigene Schaufenster aus, in dem man Befindlichkeit und Haltung ausstellt. Und das nicht nur ab und an, wenn es der Sache dienlich ist, sondern immer und überall. Ungefragt und penetrant. Die Apologeten dieser Wokeness modifizieren ihr Leben zu einem einzigen sichtbaren Zeichen gegen all jene, die Dinge anders sehen als sie. Sie bedienen sich dazu der Symbolik, schmücken sich mit Regenbogen-Fahnen, nutzen Gendersternchen und tragen neuerdings immer Maske, auch dann, wenn es besonders sinnlos erscheint. Das ist ja auch nicht als Beitrag zum Seuchenschutz gemeint, sondern als Sinnbild: »Wir sind die Guten.«

Die Politik hat dieses woke Schaufenster für sich entdeckt. Nicht aus Überzeugung. Noch nicht mal, weil man einen großen Bezug zu den Themen der Identitätspolitik aufweisen kann. Aber sie ist eben kostengünstig, ein Surrogat für Progressivität, für das man kein Geld, nur einige warme Worte aufbringen muss. Der Sozialpolitiker alten Schlages wollte dauernd an die Geldtöpfe, Programme auflegen, die benachteiligten Menschen helfen sollten. Der Identitätspolitiker ist ein Sparbrötchen. Er greift nur sehr selten nach dem schnöden Mammon: Er predigt einfach, findet immer Worte der Solidaritätsbezeugung und lässt es dabei bewenden. Mehr ist ja auch gar nicht vonnöten, das reicht ja zuweilen, um ein halbes Land in Regenbogen-Stimmung zu versetzen, um sich gegen den bösen Ungar zu formieren.

Toleranz als Exportschlager

Im Laufe der letzten Jahre hat sich in Deutschland eine recht arrogante Haltung gegenüber anderen Nationen etabliert. Ständig schielte man auf die politische Protagonisten anderer Länder, um sie wahlweise zu Diktatoren, Idioten oder Verbrechern zu erklären. Phasenweise schien es, als sei die Insel der Seligen, der Einfachheit halber Deutschland genannt, der letzte Platz auf Erden, wo noch aufrichtige, anständige Politiker die Geschicke des Landes steuerten. Aber im Rest der Welt, ob in Großbritannien, Polen, Ungarn, der Türkei, in Rußland, den Vereinigten Staaten, Italien oder Österreich: Nur Rechte, Spinner, Rückwärtsgewandte am Werk. Dann Kameraschwenk auf Deutschland: Ehrbare Leute machen hier Politik, Menschen, die ihren Wählern verpflichtet sind.

Die Selbstgerechten haben sich moralisch am Ausland schadlos gehalten. Trump oder Johnson sind der größte Segen für eine politische Kaste im Lande, die blaß, ahnungslos und dreist ist, diese Attribute aber gerne hinter Erbauungsgeschwätz versteckt. Die Toleranz ist ein Stilmittel dieser Kaste. Mit ihr kann man gegen illiberale Staatsmänner punkten. Sie ist der Exportschlager einer Politik, die sonst nichts mehr vorzuweisen hat. Einzig die moralische Überlegenheit gegen den Rest der Welt stellt noch etwas dar, was man ausstellen kann.

Wir haben es bei der Identitätspolitik mit der schlimmsten Art von Symbolpolitik zu tun, die überhaupt vorstellbar ist. Sie ist pedantische Befindlichkeitspolitik, die mit dem Anspruch über die Menschen kommt, sie zu erziehen, sie auf einen glatten Kurs zu bringen, bei dem es nicht mehr möglich sein soll, auch mal links oder rechts daran vorbeizudenken. Obwohl sie sich tolerant gibt, ist sie doch das Gegenteil davon. Sie ist ein Symbol für rein gar nichts: Nicht für eine bessere Welt, nicht für bessere Menschen. Diese Identitätspolitik steht für Einengung und sie erzeugt Diskurse, die Bekenntnisse einfordern, nicht aber Debatten. Und sie hat einen religiösen Kern und degradiert Institutionen zu Priestern – siehe Nationalmannschaft.

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Jau
Jau
5. Juli 2021 9:57

Diese Identitätspolitik steht für Einengung und sie erzeugt Diskurse, die Bekenntnisse einfordern, nicht aber Debatten. Und sie hat einen religiösen Kern und degradiert Institutionen zu Priestern – siehe Nationalmannschaft.

Stümmt, danké.

Im Anhang eine Alpendohle am Säntis.

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Mensch
Mensch(@nureinmensch)
5. Juli 2021 11:25

Mich bringt die an den Tag gelegte “ einzig richtige Haltung“, nicht nur bei Politikern und Promis regelmäßig auf die Palme. Ganz einfach deshalb, weil diese Bekenntnisse so gut wie nie im realen Verhalten dieser Menschen zu erkennen ist. Es geht dabei so gut wie immer nur darum, sich mit den angesagten Bekenntnissen, ohne benachteiligt zu werden, im großen Spiel um Vorteile halten zu können. Nicht selten erlebe ich Zeitgenossen, die sich z.B. über die AfD, wegen derer zahlreichen Nationalisten bis hin zu klaren fremdenfeindlichen Tendenzen, gern das Maul zerreißen und keine Gelegenht auslassen sich von der AfD zu distanzieren,… Weiterlesen »

Mordred
Mordred(@mordred)
Reply to  Mensch
5. Juli 2021 12:45

Mich bringt die an den Tag gelegte “ einzig richtige Haltung“, nicht nur bei Politikern und Promis regelmäßig auf die Palme. Ganz einfach deshalb, weil diese Bekenntnisse so gut wie nie im realen Verhalten dieser Menschen zu erkennen ist.

CDU. Christen. Lol.

Brian
Brian
Reply to  Mensch
5. Juli 2021 15:22

Jöp.
Vor allem, wenn mir gewisse Dinge/Werte wichtig sind, dann handle ich doch danach
und hänge das nicht an die große Glocke. Sonst ist es nichts anderes als Geltungssucht.
Und ich persönlich käme auch niemals auf die Idee, mich als tolerant zu bezeichnen.
Genausowenig möchte ich – in welchem Zusammenhang auch immer – den Kampfbegriff
‚Solidarität‘ benutzen (aber auch schon weit vor Banana). Der ist mittlerweile sowas von abgeschmackt.
PS : Sparbrötchen – den Begriff kannte ich noch nicht. Das ist doch das Ding, was Tom
bei seinem Gespräch mit Jens Berger auf dem Kopf hatte, nicht ? 😉

Cetzer
Cetzer
Reply to  Brian
6. Juli 2021 10:51

Sparbrötchen ~ Kleinstmögliches Brötchen, das ein Sparkassenfilialleiter nach seiner Umschulung zum Bäckergehilfen kneten muss, bis die Strafzinsen gesühnt sind.

Percy Stuart
Percy Stuart
5. Juli 2021 11:53

Schöner Artikel über Ideologie und Symbolpolitik. Für mich ist diese Politik eher eine Politik der es wohl nur darum geht das andere Menschen weniger Spass haben als man selber, ohne Grund. Die Ideologie des alternativlosen Weiter So. The best pflichtbewusste Deutschland ever, so müsst ihr Südeuropäer auch sein, dann gibts auch ein Leckerlie von der EU ! Wir sind sowas von tolerant das es schon fast auf die Intoleranz überspringt (Stichwort Hufeisentheorie) ! Wir schaffen das ! Dschörmany first … nein, das hat jetzt nichts mit Nationalismus zu tun, ehrlich. Interessanterweise gab es parallel einen laaangen Artikel im OffGuardian über… Weiterlesen »

Jau
Jau
Reply to  Percy Stuart
5. Juli 2021 12:17

Darauf ein Stück Schokolade

Yeah! 😀

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Jau
5. Juli 2021 14:35

Echt, Schokolade und keinen Cowboy 🤠🤔

Etwa weil Cowboys allesamt in Ungnade gefallene alte, weiße Männer sind🤔😂🤣😉

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mensch
5. Juli 2021 17:00

@Mensch

Schokolade am oder besser im Man toppt einen Cowboy als Mann allemal.
Schokolade mit Pferdeschweiß-Aroma hat sich am Markt einfach nicht durchgesetzt. 😀

Last edited 5 Monate zuvor by Robbespiere
Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Robbespiere
5. Juli 2021 19:36

Oh Mann oh Mann, ich glaube ihr Halbstarken bringt hier zwei Schlagerklassiker durcheinander, den wo sich die Sängerin einen Cowboy als Mann wünscht und den wo die Sängerin statt Schokolade lieber einen Mann will. Vielleicht bekommen wir zum Tode von Bill Ramsey noch was mit der Schokoladenpuppe aus der Cowboy-Bauchtanzgruppe dazu 😀

Micki
Micki
5. Juli 2021 16:26

Die Befindlichkeit und Haltung einer Gesellschaft ist für die Angehörigen einer Minderheit aber wichtig. Dazu gehören auch Symbole. Und Toleranz ggü Rassismus in andern Ländern geht auch nicht.

Brian
Brian
Reply to  Micki
5. Juli 2021 22:22

Sorry, aber das halte ich für eine ziemlich verkopfte Haltung. ‚Herrschende‘ (auch wenn man unsere Politikdarsteller nicht unbedingt so nennen kann) benutzen immer irgendwelche Symbole. Was ist denn ‚Gesellschaft‘ ? Eine Anzahl/Gemeinschaft verschiedenster Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen und Bedürfnissen. Die brauchen keine Symbole oder abstrakte Begriffe wie Toleranz oder (🤮) Solidarität. Sondern ganz konkrete Dinge wie Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Geselligkeit, Perspektiven (z.B. ihr Leben aus eigener Kraft zu gestalten), etc. Unsere Gesellschaft sieht doch nur deshalb so desolat aus, weil die Politik der mindestens letzten 30 Jahre immer abstrakter und menschen(oder bürger-)feindlicher und die Lebens- und Arbeitswelt… Weiterlesen »

Micki
Micki
Reply to  Brian
6. Juli 2021 8:55

Die gesellschaftliche Haltung zu traditionell eher diskriminierten Minderheiten hat extremen Einfluss auf deren Alltagsleben. Das ist nicht verkopft, sondern – ganz im Gegenteil – tägliche Praxis. Wird Alltagsrassismus unwidersprochen geduldet, dann fühlen sich die Diskriminierer bestärkt oder merken das gar nicht. Alle möglichen Leute trauen sich viel eher ihre versteckten Vorurteile auszuleben. Wird ab und an auch symbolisch auf bestehende Diskriminierung hingewiesen und wird ein deutsches Zeichen gesetzt, dass „die“ dazu gehören, dann fühlen sich die Minderheiten bestärkt, Durchschnittsmenschen achten etwas auf ihr Verhalten, das ihnen vielleicht gar nicht bewusst war, und Rassisten können schlechter von „schweigender Mehrheit“ fabuliern. Außerdem… Weiterlesen »

Mensch
Mensch(@nureinmensch)
Reply to  Micki
6. Juli 2021 10:23

Na ja, das ist die bei z.B. Dir gut gemeinte Theorie. Feministinnen, Klimaschützer und für freie sexuelle Orientierung Eintretende in einen Topf zu werfen, halte zumindest ich für unklug, bei den Klimaaktivisten gar für grundlegend falsch. Aktivisten nerven, was in der Natur der Sache liegt, denn das Nerven ist gewollt. Wer von denen ist denn Deiner Meinung nach radikal? Ich meine allerdings, dass es hier eh um was ganz anderes geht. Um die Verlogenheit derjenigen, die sich des Themas der freien sexuellen Orientierung zwecks sich in ein besseres Licht zu rücken nun so medienwirksam wie möglich annehmen. Das überzeugt niemanden… Weiterlesen »

Last edited 5 Monate zuvor by Nureinmensch
Brian
Brian
Reply to  Micki
6. Juli 2021 17:34

Die gesellschaftliche Haltung zu traditionell eher diskriminierten Minderheiten hat extremen Einfluss auf deren Alltagsleben. Das ist ja eine ganz neue Erkenntnis. Wird ab und an auch symbolisch auf bestehende Diskriminierung hingewiesen und wird ein deutsches Zeichen gesetzt, dass „die“ dazu gehören, dann fühlen sich die Minderheiten bestärkt, Durchschnittsmenschen achten etwas auf ihr Verhalten, das ihnen vielleicht gar nicht bewusst war, und Rassisten können schlechter von „schweigender Mehrheit“ fabuliern. Sorry, aber bei diesem Absatz musste ich schallend lachen. Den halte ich für so was von wirklichkeitsfremd. Einen Scheiss tun die Durchschnittsmenschen. Konnte man gerade in den letzten knapp 1,5 Jahren ziemlich… Weiterlesen »

Micki
Micki
Reply to  Brian
6. Juli 2021 9:51

Übrigens ist es bestimmt auch so, dass man mit „Identitätspolitik“ keine Wahlen mehr gewinnen kann, weil das Minderheitenthemen sind und die gröbsten Diskriminierungen beseitigt wurden. Damit wird aber ja auch gar kein Wahlkampf gemacht.

Wer versucht mit „Gender-Gaga“ und böser „Identitätspolitik“ ein Feindbild aufzubauen und auf Stimmen fang zu gehen, sind Rechtsradikale.
Alle andern stören sich nicht an ein paar Regenbogenfahnen im Stadion oder (m/w/d) in Stellenanzeigen und Web-Formularen.
Dass die UEFA sich nicht per Stadionbeleuchtung in den Streit mit Ungarn ziehen lassen wollte, kann ich etwas verstehen.

Brian
Brian
Reply to  Micki
6. Juli 2021 17:16

Übrigens ist es bestimmt auch so, dass man mit „Identitätspolitik“ keine Wahlen mehr gewinnen kann, weil das Minderheitenthemen sind und die gröbsten Diskriminierungen beseitigt wurden. Damit wird aber ja auch gar kein Wahlkampf gemacht. Darf ich mal fragen, wo Sie leben ? Es sei hier als Beispiel nur mal an Söder/ Blume/Schwesig (und viele andere) verwiesen. Symbolpolitik auf unterstem Niveau. Aber nein, damit wird ja kein Wahlkampf gemacht. Der Witz des Jahrhunderts. Die gröbsten Diskriminierungen beseitigt ? Das nennt man wirklich Leben in einer Blase. Wer versucht mit „Gender-Gaga“ und böser „Identitätspolitik“ ein Feindbild aufzubauen und auf Stimmen fang zu… Weiterlesen »

niki
niki(@niki)
Reply to  Micki
6. Juli 2021 11:29

Das Symbol ist die größte Heuchelei von den allermeisten in der Regierung! Wie viele von denen haben gegen die gleichen Rechte für Homosexuelle gestimmt?Hat Politik NICHTS, und nichts weiter ist das ganze, aber auch GAR NICHTS im Sport zu suchen. Auch nicht für noch so etwas GUTES(tm). Ansonsten ist es Legitim dass Sport auch von nicht so toleranten Ländern entsprechend missbraucht wird. Denn diese halten ihre Sache auch für das GUTE!

Schnoerch
Schnoerch
5. Juli 2021 17:26

Widerspruch: Ein Symbol dafür, daß im besten Deutschland aller Zeiten jede „Berichterstattung“ im Staatsfernsehen nur noch Regierungspropaganda ist.

Es reicht schon lange.

Bananita
Bananita
5. Juli 2021 19:13

Vollste Zustimmung! Eine kleine Bemerkung noch am Rande: Zur Zeit kann man den Werbespot von Liferando (Sponsor der EM2020) mit Manuel Neuer (Ja, genau. Der Kapitan mit der Regenbogenbinde) immer mal wieder irgendwo zwischendurch durch sehen, der in seiner Symbolik mehr über das Deutschland im Jahre 2021 aussagt als sämtliche dieser heuchlerischen Gesten zusammen. Da taucht der weisse und gut betuchte Fussballer auf, der sich von einem sichtlich gestressen dunkelhäutigen Rider sein Essen bringen lässt. Eine klare Ansage wer hier das Geld und das Ansehen hat und wer nicht Ich persönlich finde den Spot jedenfalls zutiefst rassistisch und klassistisch. Interessanterweise… Weiterlesen »

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Bananita
5. Juli 2021 20:15

War das nicht Podolski der sich von einem Bimbo, tschuldigung, einem Neger, tschuldigung, einem sonnengebräunten Lieferando Sklaven die Pizza bringen lässt ?

Bananita
Bananita
Reply to  Percy Stuart
5. Juli 2021 22:25

Das ist durchaus möglich, dass ich die beiden verwechselt habe (sie sind sich aber auch echt ähnlich…).
Es war jedoch exakt dieser Kontext, der mich so verstört hat.

Percy Stuart
Percy Stuart
Reply to  Bananita
5. Juli 2021 22:48

Hab das hier gefunden : https://m.youtube.com/watch?v=uXg1S5Y6aRM

Exakt das gleiche Video gibts auch in Italien nur diesmal öffnet der italienische Torwart demselben Lieferando Sklaven.

JW
JW(@jw)
5. Juli 2021 19:48

Ganz ehrlich? Mir geht der A…. auf Grundeis. Saugefährlich! Sowohl diese vom Kapitalismus geformte, leider primär von Linken praktizierte Wokeness-Sprache als auch die Instrumentalisierung „irgendwelcher“ Symbole durch Sportler/Akteure auf Grossveranstaltungen. Heuchelei! Mein Gott, Symbole sind jederzeit austauschbar, aus dem Regenbogen wird ganz schnell Blitz und Donner. Das hatten wir alles schon. Den Sportlern mache ich da gar keine Vorwürfe, denn: wer ist denn nicht gefangen in diesem kollektiven Korsett faschistischer Methoden und windet und windet und verbiegt sich auch mal? Was mir hilft, ist der Blick in Literatur und Geschichte, was mir ganz grosse Angst macht, ist die Respektlosigkeit. Ich… Weiterlesen »

Brian
Brian
Reply to  JW
5. Juli 2021 22:00

Angst macht mir das nicht unbedingt. Weitverbreitete Dummheit und Ignoranz gab es immer wieder. Es enttäuscht mich viel eher. Vor allem die Menschen um mich rum. Von denen ich einige mal für intelligent und kritisch gehalten habe. Und für diskursfähig. Pustekuchen.  Ich fürchte, das wird ganz schlimm enden. Vielleicht muss es das auch. Unsere Welt (und damit meine ich ausschließlich die Menschen) ist doch mittlerweise so dermaßen gestört, daß es ohne großen Knall vielleicht gar nicht mehr geht. Ich kann schon jetzt jeden Tag gar nicht mehr so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Und da helfen auch keine kleinen,… Weiterlesen »

Last edited 5 Monate zuvor by Brian
ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Brian
5. Juli 2021 23:27

@Brian

Da geh ich 100% d’accord mit Dir!

Brian
Brian
Reply to  ChrissieR
6. Juli 2021 0:29

Was irgendwie auch sehr schade ist. Weil ich uns beiden (und noch einigen
anderen) etwas Besseres wünschen würde.
Irgendwann (in einer fernen Zeit und in einer weit, weit entfernten Galaxis 😉)
müssen wir (und vielleicht noch ein paar andere…) mal zusammen ein Bierchen
trinken. Voraussetzung : Alles außer Astra ! 😄

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Brian
6. Juli 2021 10:25

@Brian

Lieber so eins…

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Jau
Jau
Reply to  Brian
6. Juli 2021 9:47

@ Brian

Weitverbreitete Dummheit und Ignoranz gab es immer wieder. Es enttäuscht mich viel eher. Vor allem die Menschen um mich rum. Von denen ich einige mal für intelligent und kritisch gehalten habe. Und für diskursfähig. Pustekuchen.

Heißt es zum Enttäuschen nicht, man lässt die Täuschung los? Darf und muss nicht jeder seine eigenen Erfahrungen machen? Erfahrungen, die durch nichts zu ersetzen sind?
Leider häufig auch schmerzhaft.

Im Anhang früsches Wasser.

a1a.jpg
Brian
Brian
Reply to  Jau
6. Juli 2021 17:47

Heißt es zum Enttäuschen nicht, man lässt die Täuschung los? Darf und muss nicht jeder seine eigenen Erfahrungen machen? Erfahrungen, die durch nichts zu ersetzen sind? Ich verstehe, ehrlich gesagt, nicht, was Du damit ausdrücken willst. Natürlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Aber wenn man relativ häufig enttäuschende Erfahrungen macht (und die gab es ja v.a. im letzten Jahr nicht zu knapp), was bringt mir dann ein Satz wie : man lässt die Täuschung los ? Gar nichts, im Gegenteil, ich fühle mich noch beschissener. Und wenn man sich bemüht, in seinem Leben Dinge/Ansichten o.ä. zu verändern und auch… Weiterlesen »

Jau
Jau
Reply to  Brian
6. Juli 2021 20:44

@ Brian
Oh, das war natürlich nicht meine Absicht.
Ich bin davon ausgegangen, dass, wenn man enttäuscht ist, ja vorher einer Täuschung aufgesessen haben muss.
Ist´s denn nicht gut, wenn man sich von Täuschungen verabschiedet?

Brian
Brian
Reply to  Jau
6. Juli 2021 22:08

@Jau

Ist´s denn nicht gut, wenn man sich von Täuschungen verabschiedet?

Ich würde das differenzieren. Grundsätzlich gebe ich dir recht. Aber was ist mit all den Situationen, in denen Du dir Hilfe/Unterstützung/Trost o.ä. von anderen
Menschen erhoffst und diese (ggf. wiederholt) nicht bekommst ? Und im
Zweifelsfalle sogar noch dumme Sprüche oder sonst eine unpassende Reaktion
erntest ? Dann ist das v.a. Dingen eins : ein Scheiß-Gefühl.
Von gewissen Menschen (und das betrifft einen Großteil der Politiker oder diversen Menschen aus Medien- und Finanzwelt) erwarte ich nichts anderes.
Die können mich auch nicht enttäuschen. Die finde ich einfach nur erbärmlich.

Last edited 5 Monate zuvor by Brian
Jau
Jau
Reply to  Brian
7. Juli 2021 9:43

Ja, das ist ein Scheiß-Gefühl. Ich kenne das aus meinen Zwanzigern, ich wurde von meiner Familie ´aussortiert´ und auch eine gute Freundin verabschiedete sich. Das hat alles reichlich weh getan.

Brian
Brian
Reply to  Jau
7. Juli 2021 14:48

ich wurde von meiner Familie ´aussortiert´

Das hört sich nicht gut an. Ist mir allerdings auch nicht ganz fremd.

Cetzer
Cetzer
Reply to  Brian
6. Juli 2021 11:54

„ohne großen Knall vielleicht gar nicht mehr geht“
Der große Knall (Kataklysmus) ist natürlich möglich (Atomkrieg…), aber auch eine psychologische Falle bzw. Schutzmechanismus: Es geht alles so weiter wie gewohnt, oder es hört alles auf, auch Schmerz, Verantwortung, Vergnügungssteuer usw. Der ablenkende Blick auf den – hoffentlich fernen – großen Knall bewirkt Weitsichtigkeit, so dass die Details des Long Descent** gnädig verschwommen bleiben.
Mutti Merkel, Tante Baerbock und Onkel Laschet nehmen alle braven Gleichschritt-Denker am Händchen, damit der Abstieg leichter fällt und die Schlachtreife schnellstmöglichst erreicht wird..
** Der lange (quälende) Abstieg/Niedergang, ua. Buch von John Michael Greer

Last edited 5 Monate zuvor by Cetzer
Cetzer
Cetzer
6. Juli 2021 10:38

„Ehe für alle“

Man nehme eine uralte, höchst fragwürdige Institution wie die Ehe (Scheidungsquote 2020 ~35% als Spitze des Elendsbergs), dann pappe man ein Homo davor und schon hat man etwas mächtig Progressives. Legalisierung von Homosexualität war ein echter gesellschaftlicher Fortschritt, Homo-Ehe ist nur ein schillerndes Fortschritts-Surrogat. Wäre alles nicht so schlimm, wenn die Menschheit die existentiellen Probleme gelöst hätte…

ShodanW
ShodanW
7. Juli 2021 8:25

Symbolpolitik ist nie richtig und führt eigentlich zu gar nichts. Das sieht man jetzt nicht nur am Regenbogenhype, sondern an vielen Themen, die eigentlich angegangen werden müssten und dann, abgesehen von blumigen Ankündigungen, klammheimlich auf ein reales Maß gestutzt werden muss. Bei der Flüchtlingspolitik war das besonders gut zu erkennen. Erst kommt „Wir schaffen das.“. Eine moralische, emotionale Entscheidung. Was passiert? Wir machen uns zum Depp von Erdogan oder zweifelhaften Milizen, weil dann alles nicht so dolle läuft wie herbei geträumt. Man sollte eben aufpassen, voreilig Schlüsse zu ziehen. Ich will hier die UEFA nicht verteidigen, aber ich will auch… Weiterlesen »

Brian
Brian
Reply to  ShodanW
7. Juli 2021 15:02

„Wir schaffen das “ war eine Bankrott-Erklärung. Wie so oft bei dieser psychisch völlig gestörten Person eine Nebelkerze. Im Grunde von nichts wirklich eine Ahnung (und erzähl‘ mir jetzt keiner, daß sie Physikerin ist; wann hat sie je richtig als solche gearbeitet ?), hält sich aber selbst offensichtlich für intelligent (ein Indikator für ihre ‚Intelligenz‘ war ja ihre Erklärung des PCR-Tests und des Ct-Werts vom 23.6.; wer etwas zum Lachen haben möchte, sollte sich das Video nochmal in voller Länge angucken), hat politisch eigentlich immer nur reagiert und häufig auch erst dann, wenn’s gar nicht mehr anders ging, aber machtversessen… Weiterlesen »

Last edited 5 Monate zuvor by Brian
waldheinz
waldheinz
7. Juli 2021 21:20

Ironie der Geschichte:

Die Regenbogenfahne tauchte meines Wissens nach erstmalig im Bauernkrieg auf.
Heute u.a. in Bad Frankenhausen zu besichtigen.

Wie wäre es also, wenn wir uns unter der Regenbogenfahne zu Haufen versammelten wie weiland mit Thomas Müntzer und Florian Geyer und wider die Fürsten und Pfaffen unserer Zeit zögen?
Ich erwarte in diesem Fall keine erleuchteten Stadien.

https://www.kollwitz.de/blatt-3-beim-dengeln

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