Der gesellschaftliche Stress-Inzidenzwert ist zu hoch

Kürzlich wurde ich auf ein Video aufmerksam gemacht. Darin wurde ein Rentnerpaar von einigen Polizeibeamten aufgefordert, sich auszuweisen. Aus einer scheinbar simplen Kontrolle erwuchs eine Eskalation.

Auf Facebook verursachte dieses Video viel Aufmerksamkeit. Bezeichnenderweise wurde viel Kritik an den beiden Rentnern geäußert, weil zumindest die Frau keine Maske trug, während sie mit ihrem Mann in Köln spazieren ging. Es stellte sich zwar heraus, dass sie wegen Asthmas keine Maske tragen musste, doch die Abwehrreaktionen des Paares, das sich der Kontrolle entziehen wollte, stießen auf nur wenig Akzeptanz.

Ich habe das Video ein wenig seziert und kam zum Schluss, dass eine Situation wie diese täglich oft in (diesem neuen) Deutschland stattfindet. Und dass es für die Polizeibeamten kaum eine Möglichkeit gab, ohne Gesichtsverlust aus der Lage herauszukommen. Es sei denn, sie hätten auf die Kontrolle verzichtet, was durchaus eine Option gewesen wäre.

So geht es auch unserer Politik. Sie hat sich in eine Spirale hineingetrieben, aus der sie kaum noch herauskommen kann (unabhängig von den dafür vorliegenden Gründen, die man sehr unterschiedlich bewerten kann). Aber – und das ist das Bittere daran – wir müssen unbedingt wieder raus aus dieser sich abzeichnenden totalitären Entwicklung.

Denn der Stress innerhalb der Gesellschaft hat Formen angenommen, deren Folgen wir nicht einmal ansatzweise absehen können. Alle (!) Nervenkostüme werden dünner, die Reizbarkeit wird weiter wachsen, Eskalationen wie die hier beschriebene werden an Heftigkeit weiter zunehmen. Es sei denn, wir schaffen es, einen anderen Weg einzuschlagen.

Ich bin inzwischen unschlüssig, ob das noch möglich ist.

 

 

 

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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Gaby
Gaby
1 Jahr zuvor

Danke Tom!
Ein Grund warum ich mich letztens selbst kurz und knapp aus einer Diskussion ausgeschlossen habe. Wenn Gefühle zu Unterstellungen und /oder Vorurteilen führen bin ich raus.

Zu der anhaltenden Situation:
Wieso nur drängt sich mir der Begriff „postfaktisch“ auf?

Pen
Pen
1 Jahr zuvor

Das Video zeigt, wie unsicher und verängstigt Bürger UND Polizei bereits sind. Was auffällt, sind die wachsenden Zweifel an dieser sogenannten Pandemie – und das nicht nur im Merkel-Drosten-Spahn-Deutschland, sondern weltweit. Was die Politik sich erlaubt, ist ekelhaft.

Der Lockdown wurde eingeführt, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Wieso wurden VOR diesem lange voraussehbaren Krankheitsgeschehen neunzehn Krankenhäuser geschlossen und die Schließung von zwanzig weiteren geplant? Um einen guten Grund zu haben Gesetze zu ändern, und Freiheiten einzuschränken?

Danke Tom, guter Artikel. Das Video geht unter die Haut. Du hast richtig erklärt, warum.

https://www.rubikon.news/artikel/der-corona-komplex-2

https://www.rubikon.news/artikel/der-corona-komplex-3

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Hauptsache, die Pharmindustrie macht ihren Reibach.

https://www.corodok.de/corona-ausbruch-oberhausener/

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

wieder bots unterwegs? schon daran kann man sehen, daß die sogenannte pandemie vor allem eine politische ist.

niki
niki
1 Jahr zuvor

Die Kommentare in Facebook lassen mich den Atem stocken… Das ist komplett verrückt! Wenn das der Durchschnitt der Gesellschaft sein soll, ist diese reif für die Klapsmühle…!
Und die Politik und die MSM haben das zu verantworten…

niki
niki
Reply to  Tom J. Wellbrock
1 Jahr zuvor

Die anderen Stimmen werden in der Regel vom Mob totgeschrien…
Habe ich selbst ein paar mal erlebt und da es mir irgendwann zu viel wurde, habe ich danach meinen Facebook-Account gelöscht…

Leselotte
Leselotte
1 Jahr zuvor

Danke, Tom.
Korrekte Analyse.

Dein Appell, menschlicher zu werden – nunja; wir, die hier mitlesen oder mithören und sehen, sind wahrscheinlich nun nicht gerade die, denen es an Einfühlungsvermögen fehlt und wahrscheinlich auch nicht an Bewusstsein.

Ich bin kein Politiker, keine Polizist, kein Schmierfink und kein Hasskommentator.
Wie kann ich als Einzelne den totalitären Tendenzen Einhalt gebieten? Ich tausche mich aus, sage meine Meinung, respektiere die Hypnotisierten, habe Nachsicht aber nicht bis zur Selbstverleugnung.

Wie hier bekannt, bin ich von der Maskenpflicht befreit.
Im Handel arbeitend musste ich mir dazu schon einiges anhören, bekam aber auch viele gute Signale und Worte.

Vor ein paar Tagen wurde von Seiten meiner obersten Heeresleitung versucht, da Angst vor einer Kunden-Anzeige und (angeblich) in Unkenntnis der rechtlichen Lage, mich zum Wiederanlegen des Lappens zu bewegen und wenn das nicht ginge dann doch zumindest es nochmal mit dem Gesichtsschild zu versuchen.
Indirekt gab man mir auch zu verstehen, dass es sich in meinem Fall doch wahrscheinlich um ein Gefälligkeitsattest handeln würde.
Ich war schon so weit, nie wieder einen Fuß in den Schuppen zu setzen

Es kam anders, ich mache ohne Maske weiter. Da es für mich um Alles oder Nichts ging, war ich zu diesem Widerstand fähig.

Das Video ist nicht in Köln aufgenommen worden sondern vor dem Magdeburger Dom, auf dem Domplatz, kurz im Bild dürfte das Justizministerium sein, der Landtag liegt auch am Domplatz.
Ganz nah steht ein Hundertwasserhaus, die Grüne Zitadelle.
1989 fanden auf dem Domplatz die Montagsdemonstrationen statt.

Im Anhang ein bisschen Bodensee.

Last edited 1 Jahr zuvor by Leselotte
Leselotte
Leselotte
Reply to  Leselotte
1 Jahr zuvor

.

17-01-21f.jpg
Pen
Pen
Reply to  Leselotte
1 Jahr zuvor

@Leselotte

Schöner Kommentar, danke.

Der russichen Filmregisseur Andrej Tarkowskij verließ 1983 die Sowjetunion. Danach arbeitete er in Italien und Frankreich. Für seinen Film „Das Opfer“ drehte er 1985/86 in Stockholm eine Katastrophenszene. Man sieht von oben auf einem kleinen Platz in der Stockholmer Altstadt eine Menschenmenge in wilder Panik durcheinanderlaufen. Kurz darauf wurde an genau dieser Stelle Olof Palme erschossen.

In einem Interview darauf angesprochen, sagte er schlicht, manche Orte sind eben für Katastrophen gemacht.

Vielleicht ist der Magdeburger Domplatz ja für den Widerstand gemacht.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Leselotte
Leselotte
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Interessante Überlegung.

Loco
Loco
1 Jahr zuvor

Vielen Dank Tom, dass du in einer wahnsinnigen Zeit immer wieder als Stimme der Vernunft zu vernehmen bist. Ehrlich gesagt bin ich von diesem kurzen Video extrem schockiert, sowohl durch das übertriebene durchgreifen der beiden Streifenhörnchen, als auch durch diese ekelhaften Kommentare auf Facebook (ein Grund mehr dieses „soziale“ Netzwerk zu meiden!).
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gegen diesen Schulterschluss aus einseitiger (Hof?)Berichterstattung und überforderter repressiver Politik es kaum möglich ist dagegen an zu argumentieren. Sowohl innerhalb meiner Familie (meine Eltern sind ende 70 bzw. ende 60 und komplett paranoid vor Panik!), als auch bei der Arbeit wo trotz genügend Abstand man ohne Maske als potenzieller Mörder wahrgenommen wird (von dem alltäglichen Irrsinn in Supermarkt, öffentlichen Verkehrsmitteln und Co. ganz zu schweigen…).
Bezüglich der beiden (sehr jung wirkenden) Polizisten vermute ich, dass diese wahrscheinlich entsprechende Dienstanweisungen bekommen haben bei Masken“sündern“ entsprechens durchzugreifen. Als jemand, der beinahe auch Beamter geworden ist kenne ich diese Art von Druck von Oben auch nur zu gut…

ChrissieR
ChrissieR
1 Jahr zuvor

Guude!

Also, ich sag mal so: Gut, dass ich keine Waffe habe! Mein Aggressionspotential wächst von Lockdown zu Lockdown….

ShodanW
1 Jahr zuvor

Immer, wenn ich denke, schlimmer könne es nicht kommen, muss man sowas sehen. Aber schlimmer geht immer, im Moment jedenfalls.

Zum Video: man muss der Frau Polizistin ja noch zugute halten, dass sie wenigstens versucht, zu deeskalieren, aber leider tut sie das erst, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war. Ich bin fassungslos – weil diese Szene ganz gut dokumentiert, was in der Beziehung Bevölkerung zur Exekutive verrutscht ist: Vertrauen und Respekt. Die Gründe sind vielfältig, aber aktuell sieht man vor allem den „Stacheldraht in den Köpfen“ (Pispers).

Ich bin auch fassungslos (aber auch wieder nicht), was da in FB los ist. Ehrlich gesagt wundert es mich nicht, weil auch ich öfter damit konfrontiert war. Die asozialen Medien ist für jeden, egal ob links, rechts, Mitte, ein Filterblasenportal. Jeder Dauernutzer radikalisiert sich auf seine Art oder lebt das andere Extrem im Plüschuniversum aus. Deswegen bin ich dort kaum noch unterwegs, Twitter ist noch eine Spur schllimmer, und das weiß man nicht erst seit Trump. Seit ich mich aus FB raushalte (ich nutze es nur noch als Austauschportal für Fotos), geht es mir auch wieder besser. Mir gingen diese Beschimpfungen und ekligen Kommentare schon sehr nahe, und irgendwie muss man aus dieser Spirale raus, bevor man sich dran gewöhnt.

Leselotte
Leselotte
1 Jahr zuvor

Dr. Dorothea Krallinger berichtet am 14.1. in dem Lokalblatt „Neues aus der Mainspitze“ in einem Beitrag mit dem Titel „Praxisalltag im zweiten Lockdown“ über die Situation für „Nicht-Corona-PatientInnen“ im Dezember:

»…Die nächste Patientin ist eine junge berufstätige Frau, die weinend vor mir sitzt. Sie hat eine Familie mit zwei kleinen Kindern: Das eine Kind besucht die Grundschule, das andere den Kindergarten. Sie und ihr Mann sind berufstätig. Das Kindergartenkind musste bereits im letzten Monat zweimalig für jeweils 14 Tage in Quarantäne, da eine Erzieherin positiv auf Corona getestet wurde. Mit der gestrigen Verkündung des zweiten Lockdowns und der damit verbundenen Schließung der Kitas und Schulen seien sie am Ende ihrer Kräfte. Wegen der psychischen Erschöpfung halte ich die Mutter für nicht arbeitsfähig…
Der nächste Patient ist ein 85-jähriger Herr, dessen Ehefrau im Seniorenheim betreut wird. Er darf seine Frau diese Woche nicht besuchen, da es in der Pflegeeinrichtung zwei positiv getestete Heimbewohner gab. Ob er seine Frau an Weihnachten besuchen darf, weiß er noch nicht. Ich kann ihm da leider keine Hoffnung machen.

Kurz darauf weint sich eine ältere Dame bei mir aus. Ihr Ehemann sei in der Klinik verstorben (nicht an Corona!) und sie durfte ihn nicht mehr besuchen, konnte nicht Abschied nehmen.

Es kommt eine 82-jährige Patientin in Begleitung ihres Sohnes. Sie habe in den letzten Tagen starke Herzrhythmusstörungen mit Schwindel verspürt. Im EKG konnte dies bestätigt werden. Ich habe der Patientin mehrmals erklärt, dass diese Rhythmusstörungen gefährlich für sie sein können, dass sie auch tödlich verlaufen können und ich daher eine stationäre Behandlung unter Monitorkontrolle empfehle. Sie lehnt eine Krankenhausaufnahme ab, die Angst vor einer Corona-Infektion sei zu groß. Ich muss sie mit einem unguten Gefühl gehen lassen.

So ähnlich wie in dieser Sprechstunde verlaufen bereits seit Wochen und Monaten die Gespräche mit meinen Patienten.

Corona Pandemie bedeutet für mich schon lange nicht mehr, wieviel Infizierte, wieviel Erkrankte oder wieviel Todesfälle wir tagesaktuell in Deutschland haben. Sondern wie hoch ist die Zahl der Menschen, die an Ängsten, Depressionen oder nicht behandelten Erkrankungen leiden. Oder vielleicht versterben, weil sie aus Angst den Arzt- oder Krankenhausbesuch meiden oder aber weil sie nicht entsprechend behandelt werden, weil sich die medizinische Welt nur noch auf die Diagnose Corona konzentriert…

Das Dramatisieren und das tagtägliche mediale Angst machen vor einer Corona Infektion muss unbedingt aufhören. Wenn ich als Hausärztin auch nur ein kleines Glied in der Behandlungskette bin, so kann ich – zurückschauend auf fast ein Jahr Pandemie – diese Gefährlichkeit nicht erkennen.

Ich möchte mit der Schilderung meines Arbeitsalltags einen kleinen Beitrag leisten und Aufmerksam machen auf die Begleiterscheinungen/ Begleiterkrankungen und Sorgen der Menschen, die nicht durch eine Infektion, aber durch die Maßnahmen und Medienberichte zustande kommen. Die betroffenen Patienten selbst trauen sich nicht, weil sie sich zurücknehmen, schließlich geht es ja um Menschenleben … (wie uns das Herr Söder täglich einimpft).«
____________

https://www.corodok.de/gibt-kranke-corona/#more-11308

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Leselotte
1 Jahr zuvor

Guude!
Ich (66) habe null Angst vor Corona, dafür aber ne ordentliche Depri wegen der Abschaffung sämtlicher Grundrechte! Und …ich habe Angst vor der schulmedizinischen Maschinerie..ich will niemals im Krankenhaus sterben müssen!! Dann lege ich mir lieber nen Schlauch vom Auspuff meines 1974er Oldtimers in den Innenraum, schliesse die Garagentür und gehe stilvoll mit Vollgas auf die letzte Reise!

Leselotte
Leselotte
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Liebe ChrissieR,
verstehe bzw. versuche es mit der Einfühlung.
Bin nur geringfügig jünger als Du, habe auch keine Angst vor Corona.
Immerhin kannst Du benennen, was bei Dir die Depression ausgelöst hat.

Außer Selbstmord gäbe es noch andere Auswege, aber das wird Dir ja nicht neu sein.

Pen
Pen
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Liebe ChrissieR,

den Entschluß haben viele gefaßt. Gehöre auch zu denen. Auf keinen Fall und nie ins Krankenhdaus. Ein selbstbestimmtes Ende, aber zur rechten Zeit.

Nicht vorschnell wegen einer Depression, die immer vorübergeht, und nach der man sich merkwürdigerweiwe oft besser fühlt, als vor ihr. Da passiert etwas in einem, meistens eine innere Veränderung. Das muß man akzeptieren, So ist das Leben.
Wachstum kann schmerzhaft sein, Aber darum geht es, das Wachsen des inneren Menschen oder des Bewußtseins.

Vor Corona habe ich null Angst. Liegt vielleicht daran, daß ich kein TV habe und keine MSM lese, nur Altenatives im Netz. Und selbst denken! Ein Vortrag von Dr. Wodarg oder Prof. Bhakdi bringen dich wieder auf den Boden. Sehr hilfreich und interessen sind auch die Sitzungen des Coronaausschuß. Kann ich nur empfehlen. Das sind tolle Leute, die einem Hoffnung machen. Fast alle verfügbar im Internet.

Es tut sich etwas, Chrissie, und da wird JEDER gebraucht, auch und gerade Du.

Ich habe ehrliches Mitleid mit den Menschen, die draussen mit festgehakter Maske laufen. Manchmal sprrech ich sie an,

Kreativität hilft, Dein Kochen hat mich echt fasziniert und angeregt. Wenn es nach mir ginge, könnte ich noch viel mehr davon haben, wie auch von Leselotte.

https://www.rubikon.news/artikel/die-feuerhuter

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Liebe Chrissie,

danke für Deine Antwort auf telegram, die ich zufällig sah. Keine Ahnung, wie ich da gelandet bin. Hat mich gefreut, zu hören, daß Du nicht in unmittelbarer Gefahr bist. ;-))

Ich beschränke mich auf dieses Blog. Das wird mir alles zu kompliziert. Kein Wunder, daß es hier manchmal so leer ist, und man keine Antwort bekommt – wenn Ihr zweigleisig unterwegs seid, und die Unterhalltung plötzlich auf telegram verlegt wird.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Ich kann deine Haltung absolut verstehen und sehe es genau so.
Nachdem ich das lange Sischtum meiner Mutter mit Behandlung ( Krebs, OP, Bestrahlung und Chemo ) miterlebt habe, würde ich mich weigern, mir die verbleibende Lebenszeit derart durch med. Behandlung zur Qual machen zu lassen.
Da wird weder eine Probe genommen, noch das sonstige Prozedere durchgeführt. Das Alles belastet den Körper nur zusätzlich und raubt Lebensqualität.
Lieber die restzeit noch mit vollem Bewußtsein genießen, so lange es geht.

Was ich grausam finde ist, dass es in Deutschland immer noch keine Möglichkeit gibt, auf sanftem Weg das eigene Ende zu bestimmen, wenn sicher ist, dass es keine Rettung gibt.

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Lieber Rob,

es gibt Möglichkeiten, friedlich zu gehen. Aber nicht im Krankenhaus. Eine Freundin von mir mit Brustkrebs hat alle konventionellen Behandlungen abgelehnt. Nach der Diagnose hat sie ihr Leben genauso weitergeführt wie vorher, solange es ging. Als sie starke Schmerzen bekam ist sie in ein Hospitz gegangen, um dort zu sterben. Dort bekommt man soviel Schmerzmittel wie man braucht. Angehörige und Freunde komten dort bei ihr übernachten. Es wird einem dort in netter, menschlicher Atmosphäre das Sterben erleichtert. Eine gute Alternative zum Krankenhaus, wo man nur noch gequält wird. Hospitze gibt es immer mehr und überall.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Das wäre auch meine Wahl, da es aktive Sterbehilfe leider nicht gibt.
Ein Freund von mir macht ehrenamtliche Sterbebegleitung in einem Hospiz, von daher weiß ich recht gut, wie fürsorglich die Menschen dort in ihren letzten Tagen und Stunden begleitet werden.

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

@Rob

Das klingt doch gut. Mehr will man ja gar nicht. Unser Krankenhaussystem ist erbärmlich. Jeder Tag, den der Patient am Leben gehalten wird, bringt Kohle. Nur darum gehts. Was der Patient möchte oder fühlt, zählt für die nicht.Von einem Aufenthalt dort kann man nur abraten.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Das kann man so pauschal nicht sagen.
Ohne die Instandsetzung meiner gerissenen Netzhaut würde ich hier nicht mehr schreiben.
Dafür bin ich durchaus dankbar, aber in vielen Bereichen läuft es schon schräg in der Medizin und es geht vorrangig um Profit.

Last edited 1 Jahr zuvor by Robbespiere
Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

Wow, das freut mich für Dich – und für uns. Man sollte nicht verallgemeinern.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Ja, ich hänge an dem Auge, nachdem ich von Geburt an nur ein halbwegs funktionstüchtiges habe und als Kind am grauen Star erkrankte.
Dieses Handicap hat mich mein ganzes Lebene hindurch begleitet, sei es bei der Berufswahl, beim Sport oder sonstwo.
Es schafft auch jedee Menge Komplexe, anders zu sein als Andere und die letze OP war die Rettung vor dem fast volltändigen Versinken in die Beinahe-Blindheit.

Ich denke nicht, dass ich diesen erneuten Tiefschlag hätte ertragen können und von daher sehe ich Medizin durchaus differenziert.

Das ändert aber Nichts an meiner kritischen Haltung zur Medizin, wo in vielen Fällen eben der Kommerz im Vordergrund steht.

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
1 Jahr zuvor

@Rob

das ist tragisch. Wußte gar nicht, daß Kinder am grauen Star erkranken können. Dachte immer, das sei eine Alterskrankheit. Niemand kann etwas gegen Mediziner haben, die einen guten Job machen. Hab ich auch nicht. Im Gegenteil! Was ich zutiefst ablehne, ist das Krhs. System seit der Privatisierung.

Ich erinnere noch wie es vorher war, deshalb.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

@Pen

Ja, früher arbeiteten Krankenhäser rein kostendeckend.
Seit der Schwarz-gelb-rot -grünen Lumpen aber gewinn-orientiert.

Grauen Star gibts vorwiegend bei älteren Menschen, aber nicht nur.
Das ist heute dank der Kunstlinse auch keine große Affäre mehr aber in den 60’ern gabs die halt noch nicht.
Damals gabs nur die Brille, mit schweren Gläsern aus schwerem Glas.
Kunststoff- oder gar Reduktionsgläser waren noch völlig unbekannt.
Dazu noch Federbügel, die hinter den Ohren mächtig scheuerten.

Die permanenten Hänseleien meiner Mitschüler sorgten dafür, dass ich Stammgast beim Optiker war. 😀

Lesefuchs
Lesefuchs
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Einfach Mal nach Palliativnetzwerk in der Nähe googeln!

Lesefuchs
Lesefuchs
Reply to  ChrissieR
1 Jahr zuvor

Empfehle das Buch ,“ Patient ohne Verfügung“! Ne Menge guter Tipps…

Leselotte
Leselotte
Reply to  Lesefuchs
1 Jahr zuvor

Danke.

ShodanW
1 Jahr zuvor

Was ich gerade so auf Arbeit parallel verfolge: die Leute (auch viele Befürworter) werden allmählich sauer. Sie bemerken, dass das wenig Sinn hat, was die paar wenigen am runden Tisch da beschließen. Also im Grunde eine gute Nachricht, auch wenn ich niemandem den Stress wünsche. Aber so ist es besser, Dampf ablassen und endlich etwas gegen diesen Irrsinn unternehmen.

Pen
Pen
Reply to  ShodanW
1 Jahr zuvor

Hört man immer wieder. Da brodelt’ts gewaltig.

Marc
Marc
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Das Probleme ist das bei vielen bei denen es brodelt das Narrativ von den Maskenverweigeren die die Pandemie am laufen halten verfängt.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen was aus der Gesellschaft wird wenn der Lockdown wirklich noch bis Ostern weitergeht.

Pen
Pen
Reply to  Marc
1 Jahr zuvor

Lieber Marc

ja, leider sind wir schon gespalten in Maßnahmengegner und – Freunde. Man muß versuchen, die Ängstlichen zu verstehen und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Dennoch, man kann denken, was man will, und bleiben, wer man ist, und man kann auch noch sagen, was man denkt. Es gibt immer Gleichgesinnte.

Ich glaube nicht, daß sich die Mähr von den Maskenverweigeren, die die Pandemie am Laufen halten, durchsetzt. Da gibt es genug Studien darüber, daß weder Masken noch Lockdown helfen. Dies wird auch vorbeigehen. Keine Sorge.

Last edited 1 Jahr zuvor by Pen
Marc
Marc
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Volkers Pispers:

Man braucht immer einen Sündenbock den man als Sau durch das Dorf treiben kann., Und seien wir mal ehrlich. Juden sind nicht mehr genug da,

Ich bin da wenig hoffnungsvoll das sich diese Mähr nicht durchsetzt oder sich sogar schon durchgesetzt hat. Dafür braucht man bloß einen Block in Kommentasparlt5en werfen bei ZON,SPON oder dergleichen. Klar sind das auch Filterblasen die aber trotzdem einen Querschnittt wieder spiegeln.

Pen
Pen
Reply to  Marc
1 Jahr zuvor

Mag sein, dort lese ich aber nicht. Schon wegen der Bezahlschranke. 😉
Genial der Volker Pispers. Danke für das Zitat.

Marc
Marc
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Ich lese auch nur die Kommentare zu den kostenfreien Artikeln. Auch wenn man manchmal gar nicht so viel essen kann wie man kotzen möchte empfinde ich es trotzdem als wichtig mir einen Überblick über das Meinungsbild dort zu verschaffen.

ShodanW
Reply to  Marc
1 Jahr zuvor

Ich lese auch nur die Kommentare zu den kostenfreien Artikeln. Auch wenn man manchmal gar nicht so viel essen kann wie man kotzen möchte empfinde ich es trotzdem als wichtig mir einen Überblick über das Meinungsbild dort zu verschaffen.

Ja, dazu sage ich immer „Kenne deinen Feind“. Ich finde es auch immer lästig bis kaum erträglich, mir so manches Geschwafel durchzulesen, aber es hilft sehr, zu wissen, mit wem man es zu tun hat und in welcher Stimmung die sich befinden.

Pen
Pen
Reply to  Pen
1 Jahr zuvor

Bots beweisen, daß Pandemie und Maßnahmen politisch sind.

Der geneigte Hörer
Der geneigte Hörer
1 Jahr zuvor

Aus meiner bescheidenen Sicht ist Ihr Apell an die Beamten aufgrund des Opportunitätsprinzip hier nicht zielführend. Zumindest aus meiner Sichtweise.

Die Entscheidung ob eine Kontrolle stattfindet setzt grundsätzlich der Gesetzgeber (Legislative) durch die von ihm erlassenen Normen.

Zuviel des Opportunitätsprinzipes steht eindeutig einer Gleichbehandlung der Bürger durch die Polizei (Exekutive) gegenüber.

Dies würde meinem rechtstaatsempfinden entgegen sprechen und in mir persönlich ein Gefühl von staatlicher Willkür aufkommen lassen.

Jeder setzt andere Schwerpunkte. Jedoch sollte man hier nicht vergessen, dass die Gewaltenteilung für unsere Gesellschaft fundamental und nicht ohne Grund ein Merkmal der Demokratie.

Ausgehend von diesem Gedankengang unterscheidet sich die grundsätzliche Betrachtungsweise dieses Videos.

Als kleines Gedankenspiel möchte ich einbringen, wie die Allgemeinheit urteilen würde, wenn die Beamten die Kontrolle bei diesem älteren Ehepaar nicht vollziehen, sondern nur bei „jungen Menschen“. Gerecht?

ShodanW
Reply to  Der geneigte Hörer
1 Jahr zuvor

Als kleines Gedankenspiel möchte ich einbringen, wie die Allgemeinheit urteilen würde, wenn die Beamten die Kontrolle bei diesem älteren Ehepaar nicht vollziehen, sondern nur bei „jungen Menschen“. Gerecht?

Wenn man es nur auf Altersgruppen (oder ähnliche Aspekte) beschränkt und dann doppelmoralisch argumentiert, ist es schlicht undifferenziert. Da wir aber hier von der sichtbaren Situation ausgehen und uns auf verschiedene Aspekte wie Abstand (war vorhanden), freier Raum (nachweislich weniger ansteckend) und Spazierende (ist das jetzt wirklich verboten dort?) beziehen, erübrigt sich dieses Gedankenspiel.

Last edited 1 Jahr zuvor by ShodanW
Tobi
Tobi
1 Jahr zuvor

Der aktuelle „Stress-Inzidenzwert“ ist eine unvermeidliche (deterministische) Reaktion auf die Überforderung mit der exponentiellen Entwicklung/Komplexität der eigenen Gattung des Homo sapiens.Revoluzzer und Populisten, oder auch nur irgendwelche gerade zeitaktuellen Journalisten versuchen vergeblich, im Rahmen von Chaos und Überforderung durch Vereinfachung, emotional-/intellektuell-einfache Zugänglichkeit ein sogenanntes „Wahrheits“ (TM) – Gefühl auch in spät-geborenen Generationen zu etablieren.
Aber am Ende schluckt die permanent wachsende Entropie alles.

Zoppo Trumq
Zoppo Trumq
1 Jahr zuvor

Ähnlich fragwürdige Durchsetzung der Polizei:

Polizeikontrolle wegen Ausgangssperre
https://www.youtube.com/watch?v=n8p3cSlXpHw